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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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am 14. Juli 2013
Zugegeben, am Anfang dachte ich noch, es wird eine eher humorvolle Abhandlung eines zum Scheitern verurteilten Unterrichtes bildungsferner Grundschüler. Oftmals - und glücklicherweise nur anfänglich - muss man schon ob der "Kommunikation" zwischen türkisch-stämmiger Schüler und verzweifelter, älterer (aber immerhin verbeamteter) Lehrer schmunzeln.

Erst im Laufe des Buches wird's weniger lustig; dafür zunehmend vorwurfsvoll und ernst. Denn was dort an den Schulen heranwächst ist für die gesamte Gesellschaft mehr als erschreckend. Es ist nämlich ein Unding, heute noch zu glauben, dass "Wir" mit "Denen" nichts zu tun hätten. Wenn wir diese Entwicklung zulassen, dürfen wir uns später über soziale Schieflage und v.a. soziale Kälte ins unserer gemeinsamen (!) Gesellschaft nicht mehr wundern.

Es ist kurz vor 12. Bestenfalls!
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am 7. November 2012
Wenn „Isch geh Schulhof“ nur ein weiterer witziger Lehrer-Erfahrungsbericht wäre, Genre Humor, Subgenre knallharte & urkomische Schulgeschichten, dann würde ich mir nicht die Mühe machen, eine Rezension zu schreiben. Andererseits, wenn das Buch als Traktat über Pädagogik oder Predigt über Schulpolitik daherkäme, ich hätte mir nicht mal die Mühe gemacht, es zu lesen. Glücklicherweise ist es weder nur das eine noch nur das andere, sondern eine Mischung aus erzählenden und reflektierenden Passagen, als literarische Form irgendwo zwischen Bildungsroman und Essay angesiedelt. Und, nicht zu vergessen, es ist ein autobiographischer Text.

Philipp Möller, Diplom-Pädagoge um die Dreißig, Nichtlehrer also, Quereinsteiger, beißt sich gut zwei Jahre lang als Vertretungslehrer an einer Grundschule durch. Er beschreibt, was er dabei erlebt, wie er sich verändert, wie er in die Aufgabe hineinwächst und am Ende beinahe Klassenlehrer wird.

Aus dieser Perspektive werden die Verhältnisse an der Berliner Grundschule geschildert; Verhältnisse, an denen man verzweifeln möchte. Der Lehrer als Potentialentfaltungscoach? Vergessen Sie’s. Möller beschreibt, wie und warum er mutiert zur „frontalpädagogischen Dampfmaschine“, er erzählt, wie ihm die Sicherungen durchbrennen und wie er die Wirksamkeit von systematischer Belohnung kennenlernt. Am Ende ahnt man ein bisschen, wie er es schafft, meistens nicht zu verzweifeln. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt dabei ein Menschenbild, das ohne Moral auskommt, das ihm hilft, ohne Vorwürfe an die Beteiligten heranzugehen, an die Schüler, an die Kollegen, auch an die Eltern, und an sich selbst. Das ist das, was mir am besten gefallen und mich am meisten überzeugt hat.

Möller schreibt klar und unprätentiös, oft witzig, manchmal plakativ, immer gut lesbar. Dass seine Schilderungen dicht an der Realität sind, nimmt man ihm ab. Auszusetzen habe ich an seinem Buch vor allem, dass es teilweise – hauptsächlich am Ende – zu sehr in Richtung Manifest geht. „Wenn also auch Sie der Meinung sind, dass Bildung in Deutschland nicht länger sträflich vernachlässigt werden darf, setzen Sie gemeinsam mit mir und anderen ein deutliches Zeichen“ –

Sätze der Art „Egal was sich hier ändert – es kann nur besser werden“ sind mir suspekt. Ist da jemandem wirklich nicht klar, dass es sehr wohl auch schlechter werden kann? Hier in Berlin lassen die Schulen seit Jahren einen bunten Reigen von so genannten Reformen über sich ergehen, Maßnahmen, deren Umsetzung viel Kraft kosten, ohne wirklich etwas Brauchbares zu bewirken. Die Wahrheit ist, kein Mensch weiß, was das Richtige wäre für unser Bildungssystem. Auch wenn der eine oder andere Bildungshüther als Experte daherkommt, man sollte sich nicht täuschen lassen. Für leichtfertige Theorien ist das System zu komplex, erst recht für reformatorischen Eifer.

Um zynisch zu sein, sei er zu jung, schreibt Möller ein- oder zweimal. Ich hoffe, die Alternative zum Zynismus ist nicht, Illusionen anzuhängen.

Weil unter der Aufrüttel-Rhetorik das Nachdenken leidet, von mir einen Stern Abzug.
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...mal wieder um ein Buch, in dem Sprüche aus dem Kindermund widergegeben werden; nur in diesem Falle Sprüche von Kindern, die in einem nicht deutschsprachigen Elternhaus aufwachsen!

Und dann lese ich ein Buch, das mir an die Nieren geht und mich zum Nachdenken zwingt...

Dieses Buch handelt von Engagement und Resignation, Kompetenz und Inkompetenz, Ungleichheit und Unfairness (wie soll man es anders nennen, wenn die Stelle des Aushilfslehrers pünktlich vor den Sommerferien gekündigt und dieselbe Person nach den Ferien wieder eingestellt wird?), von Chancenungleichheit und vielem mehr.

Man lernt, hinter die Fassade von aggressiven und aufsässigen Schulkindern zu blicken und versteht (wenn man es will), weshalb manche Kinder so (geworden) sind, wie sie auf ihre Mitmenschen wirken. Man muss schon ein sehr abgebrühter Mensch sein, wenn man bei der Lektüre dieses Buches nicht in paar Tränen verdrückt! Ich schäme mich in keiner Weise dafür, dass mich das Schicksal einiger Kinder sehr ergriffen hat: Da kommt ein Junge im Schlafanzug zur Schule, weil seine Mutter betrunken ist, der Vater im Gefängnis sitzt und er selbst keine Kleidung findet, die er für den Schulbesuch anziehen könnte...

Dieses Buch wünsche ich jedem verantwortlichen Politiker (nicht nur ihn Berlin) zur Pflichtlektüre, aber es würde diesem ja wohl Albträume verursachen oder Gefühle hervorrufen, die von den Verantwortlichen wohl lieber verdrängt werden!!! Wie viel einfacher ist es doch, wie der Vogel Strauß zu verfahren und ganz einfach den Kopf in den Sand zu stecken....
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TOP 50 REZENSENTam 4. November 2015
Mit 'Isch geh Schulhof' bietet Philipp Möller einen interessanten und ungeschminkten autobiographischen Einblick in seine gut zweijährige Tätigkeit als Lehrer-Quereinsteiger an einer Berliner Grundschule.

Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und benennt offen die Probleme und Missstände eines maroden Bildungssystems und teils untragbarer Zustände an seiner Schule: fragwürdige hygienische Zustände, marode Bausubstanz und Lehrmittelausstattung, chronischer Personalmangel, großteils aus bildungsfernen Bevölkerungsteilen stammende Schülerschaft, Verwahrlosung vieler Schüler, extremes Aggressions- und Gewaltpotential etc. etc. Anhand seiner Schilderungen lässt sich als Unbeteiligter zumindest erahnen, wie emotional aufreibend und anstrengend dieser tägliche Dienst sein muss.

Herr Möller differenziert aber in seinen Ausführungen sehr genau und damit ist sein Buch keine pauschalisierende Generalabrechnung mit Migranten und ärmeren Bevölkerungsschichten, aber dennoch lassen sich objektiv die genannten Missstände bei diesen Menschen gehäuft beobachten. Die Schicksale vieler Kinder, die im Buch zur Sprache kommen, gehen emotional wirklich nahe und es ist im Grunde nicht nachvollziehbar, warum ein derart reiches und durchorganisiertes Land wie Deutschland es nicht schafft, diesen Kindern ein menschenwürdiges Leben und eine Perspektive zu bieten.

Das Buch lässt sich sehr gut und angenehm lesen, denn der Autor schreibt in einer offenen, unverkrampften, humorvollen und authentischen Art. Seine Selbstbeschreibungen über seine pädagogischen Fähigkeiten und seine Kritik am Großteil seiner Kollegen wirken aber doch an einigen Stellen etwas selbstverliebt und altklug.

Insgesamt ist Philipp Möller anhand seiner persönlichen Geschichte ein wirklich interessanter und authentischer Warnruf über die gravierenden Mängel und Missstände unseres Bildungssystems gelungen. Es wäre nur zu wünschen, dass die Politik auch mal wieder einen der zahlreichen Warnrufe in vielen Bereichen wahrnimmt und ihre sture Politik nach Kassenlage beendet ' den Kindern und Jugendlichen dieses Landes zu Liebe.
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am 19. Mai 2016
Herr Möller ist Quereinsteiger und soll in der Grundschule einige Stunden bis zu den Sommerferien übernehmen . Als Quereinsteiger , der gar kein Lehramt studiert hat , entwickelt er sich als guter Lehrer , nachdem er seine einschlägigen Erlebnisse verdaut hat . Er entwickelt Techniken und Grundvoraussetzungen , die für ein Lehrerdasein nötig sind . Er weist den Leser darauf hin , wie ein junger Lehrer gestrickt sein sollte , damit er sein Lehrerdasein erfolgreich absolviert . Erschreckend ist die Darstellung der Situation der Schüler und deren Umfeld , sprich Elternhaus . Das ist ein Roman , der auf die Problematik des Lehrerdasein hinweist und gleichzeitig einen Appell an die Eltern verschickt , sich unbedingt mehr um ihre Kinder zu kümmern !!!
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am 2. Januar 2013
Die Eingangspassage in der S-Bahn löst gleich ein unvermitteltes Schmunzeln aus, da bestimmt jeder sich genau vorstellen kann, was für ein Typ ihm da gegenübersitzt. Wunderbar beschreibt der Autor die Personen, wobei ich mich gefragt habe, ob sich im Kollegium der betreffenden Schule nicht der eine oder die andere angegriffen fühlen mag. Nichtsdestotrotz meine ich, dieses Buch sollte für alle angehenden Lehrkräfte zur Pflichtlektüre gehören! Es macht auf anschauliche Weise klar, wie Schülern Wissen nahegebracht werden und Lernen Freude machen kann - grade bei Grundschülern und im Besonderen in den sobenannten "Hartz IV-Schulen". Aber auch für alle anderen ist das Buch empfehlenswert, weil es einfach Spaß macht und weil es die eigenen Vorurteile auf den Prüfstand stellt. Es wäre toll, wenn Herr Möller mit seinem Werk den Stein ins Rollen brächte, damit unser längst überholungsbedürftiges Schulsystem endlich eine gesunde Reform bekommt. "Züüüüsch, Herr Mülla..."
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am 31. Oktober 2015
Auch wenn manch einer hier nun die Augen verdreht...
Das was Herr Möller beschreibt, ist leider nur zu wahr.
Was ich von meinem Bruder und Nichte höre, die bd Lehrer sind..., weicht wenig von dem Buchinhalt ab.
Allerdings weiß J E D E R auch, wer seine Begeisterung lebt, der begeistert auch Kinder...
Leider, leider kam noch nie ein Verantwortlicher in der Branche auf die Idee Lehrern per Dekret Supervision zu verordnen, Pflichprogramm!!
Dann würden sich schnell Animositäten, Eifersüchteleien, eigene neurotische Komponenten vom Unterricht in eine andere Ecke verlagern und die "Macken", die wir ja alle irgendwie haben, könnten professionell gelenkt und aufgelöst werden...
Es wäre ALLEN geholfen und die Energie des Einzelnen käme dort an, wo sie hingehört, zu den Kindern.
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am 11. März 2016
Ich hatte die Empfehlung zum Lesen mit dem Hinweis auf Humor, Freude und Spannung erhalten.
Der Humor ist gegeben, wenn auch als Galgenausgabe davon. Spannung ja, aber für den im Bildungssystem tief Steckenden ist die Überraschung weniger groß. Freude, nein. Eher beschämend und peinlich ... nun weiß ich, wie sich Fremdschämen anfühlt.
Das Buch von Philipp Möller ist eine brilliante Einsicht in unsere Versäumnisse und sollte zur Pflichtlektüre für Bildungspolitiker und Finanzheinis werden..... Es tut weh .... uns so dastehen zu sehen.
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am 17. November 2012
Möllers Buch ist ein flüssig geschriebener Erfahrungsbericht aus dem Innenleben einer typischen deutschen Brennpunktschule. Mit leichtem ironischen Unterton beschreibt er, wie ein behütet aufgewachsener Akademiker auf Unterschichtsschüler (viele davon mit Migrationshintergrund) aus chaotischen, kaputten Verhältnissen trifft. Zwei Welten prallen ungebremst aufeinander. Dabei beschreibt Möller nach meinen eigenen Erfahrungen als Lehrer vollkommen realistisch und sogar differenziert: Auch in einer chaotischen, schwierigen Klasse sitzen ja sehr unterschiedliche Kinder.

Nachdem man ca. 150 Seiten lang den Schilderungen Möllers halb belustigt und halb geschockt gefolgt ist, zeigt das 350 Seiten lang Werk dann doch seine Schwächen: Die persönliche Lebensgeschichte Möllers (Freundin, deren Studienplatzsuche, Geburt eines Kindes) ist inhaltlich banal und ganz uninspiriert geschrieben. Möllers Entwicklung vom hilflosen Anfänger zum erfolgreichen und bei Schülern und Schulleitung beliebten Lehrer, dazu fehlen dem Autor Möller dann doch wesentliche Konzepte und sprachliche Mittel, um dies nachvollziehbar zu beschreiben. Abgesehen davon, dass Selbstbeweihräucherung vom Leser nie so gern gesehen wird...

Möllers große Erleichterung, den Schuldienst nach 2,5 Jahren zu beenden, ist angesichts seiner angagierten Schuljahresvorbereitung nicht nachvollziehbar. Gänzlich unnötig ist das von Möller als "wichtige Zeilen" benannte, fast pubertäre Nachwort, welches oberflächlich und unwissenschaftlich Ergebnisse der Hirnforschung aufzählt (auch wenn es nur ein kleines Detail ist: Das Konzept der sogenannten "Spiegelneuronen" ist wesentlich problematischer, als Möller dies meint).

Unter dem Strich bleibt ein flüssig zu lesener Bericht, in dem sich vermutlich unzählige Lehrer wiederfinden werden. Einzig die häufige Erwähnung des so frühen Feierabends hat mich gewundert. Offenbar hat Möller kaum Unterricht vorbereitet, Arbeiten korrigiert, sich mit Kollegen abgestimmt, den Klassenraum eingerichtet, Hausbesuche durchgeführt und mit sozialen Organisationen Kontakt aufgenommen. Wesentlich bedauerlicher jedoch ist, dass den häufigen nebulösen Vorwürfen politischer und gesellschaftlicher Fehlenwicklungen keine Lösungsansätze folgen. Dass Schule auch in sozialen Brennpunkten (wenigstens teilweise) gelingen kann, für diese Erkenntnis war Möller Erfahrung wohl doch zu kurz und schmal.
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am 20. Juli 2014
Der etwas hölzerne Schreibstil nervt ebenso wie der ständig im Hintergrund erhobene Zeigefinger gepaart mit leicht moralinsaurem Gesülze, teilweise langatmig verfasst. Insgesamt erinnert es mich ein wenig an einen Elternabend, bei dem ein Thema, das in Kürze abzuarbeiten wäre, immer wieder aufgenommen wird und jeder Selbstdarsteller das Gleiche absondert und sich die Veranstaltung damit unnötigerweise in die Länge zieht.
Deshalb nur 2 Sterne!
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