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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht, Buch mit Suchtgefahr, 14. Februar 2003
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Bryan Sykes' "Die sieben Töchter Evas" hat mich von allen populärwissenschaftlichen Büchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, am meisten fasziniert. Dem Autor, einem renommierten Genetiker, gelingt der schwierige Spagat zwischen der Vermittlung naturwissenschaftlichen Faktenwissens und Unterhaltung geradezu in spielerischer Weise. Er zeigt den von ihm entdeckten Umstand auf, dass praktisch alle Europäer von 7 verschiedenen Frauen abstammen, von denen 6 in verschiedenen Epochen der mittleren und eine in der Neusteinzeit lebten. Darüber hinaus beschreibt er höchst interessant den steinigen Weg, der zu dieser Erkenntnis führte, sodass der Leser einen recht tiefen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und die damit verbundenen Höhen und Tiefen (wie etwa die Ablehnung eines neuen Denkansatzes durch etablierte Wissenschaftler) erhält.
Da Sykes anhand der mitochondrialen DNA (Mitochondrien sind die "Kraftwerke" der Zelle, und sie besitzen eigene, nur von der Mutter vererbte und von der Zellkern-DNA unabhängige Erbsubstanz) nicht nur die Abstammung der Europäer auf jene 7 Frauen zurückführen, sondern auch deren "Alter" und ungefähre Heimat bestimmen kann, zeichnet er anhand über diese Zeiten und Orte bekannter Fakten wirklichkeitsnahe Lebensbilder der 7 Clan-Mütter nach.
Es gelingt Sykes auch, die genetische Verbundenheit ganz Europas und sogar der gesamten Welt (denn die in Afrika gefundenen 13 "Urmütter" haben eine gemeinsame Vorfahrin, und nur eine der 13 breitete ihr Erbgut außerhalb Afrikas aus) aufzuzeigen. Der Begriff "Rasse" in seiner alten und negativ behafteten Form hat damit ausgedient. Fasziniert verfolgen wir die Wanderung der Gene durch Raum und Zeit. Dieses erstaunliche Buch vermag das Weltbild seiner Leser zu ändern. Es lenkt den Blick auf das, was die Menschen verbindet, und nicht das, was sie trennt. Auch in dieser Hinsicht ist es ein höchst gelungenes Werk.
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73 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wir Europäer stammen von 7 Müttern ab, 20. August 2001
Als Genealogin habe ich mich auf die Erforschung der weiblichen Linien spezialisiert. Deshalb fiel mir auch vor einigen Wochen ein Hinweis in einer Zeitschrift sofort ins Auge: da hatte ein Professor der Oxford Universität entdeckt, dass man durch Analyse der Mitochondrien herausfinden kann, von welcher Vorfahrin man abstammt.
Mitochondrien sind die "Kraftwerke" in jeder Körperzelle, die nur von der Mutter an ihre Kinder weitervererbt werden. Durch diese Tatsache gelang es Professor Bryan Sykes die weiblichen Vorfahren aller heutigen Europäer zu ermitteln (mit wenigen Ausnahmen. Alle heute lebenden 650 Millionen Europäer lassen sich auf nur 7 Stamm-Mütter zurückführen. Das Buch ist eine spannende und lehrreiche Lektüre für alle diejenigen, die sih für Genforschung interessieren. Sykes beschreibt, wie alles begann, mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte, beschreibt auch seine Fehlschläge, die erneuten Versuche, die Aufregung und Freude nach einem gelungenen Versuch. Auch die Kämpfe der Wissenschaftler untereinander verschweigt er nicht, aber immer in feinfühliger Art darauf bedacht, niemandem zu nahe zu treten. Er führt den Leser durch die gentechnischen Versuche bis hin zum Ende, zur wissenschaftlichen Anerkennung seiner Theorie. Sykes gelingt dies durch seine lockere und humorvolle Sprache, die es dem Leser doch sehr erleichtert, ihm folgen zu können. Nicht nur, dass der Leser verstehen lernt, weshalb und wie die Erbinformation von Generation zu Generation unverfälscht durch die Mutter weitergegeben wird, sondern auch bekannte Fälle aus der Jetztzeit werden behandelt, z.B. die Frage,ob es Überlebende der Zarenfamilie gab (Fall Anastasia/Anna Anderson). Er war auch maßgeblich daran beteiligt die Identität von "Ötzi" zu erforschen und Sykes erbrachte den Beweis, dass er tatsächlich ein Europäer gewesen ist und nicht etwa, wie zuerst vermutet, eine Inka-Mumie, die man aus Jux in den Bergen abgelegt hatte, um die Wissenschaftler zu täuschen. Seine Forschungen ergaben auch, dass es heute noch in England Personen gibt, die eine identische Mitochondrien-DNA mit "Ötzi" haben. Zu den wichtigen Ergebnissen von Sykes' Forschung gehört auch die Klärung der Abstammung der Basken, sowie die hochinteressante Erläuterung, weshalb alle heutigen Nichtafrikaner auf eine afrikanische Vorfahrin zurückgehen. Auch einige Ausnahmefälle werden in dem Buch behandelt, wie z.B. der einer englischen Lehrerin, deren Familie seit Jahrhunderten in England lebt und die eine Mitochondrien-DNA besitzt, die mit denen von polynesischen Frauen identisch ist. Irgendwann muß eine Polynesierin in dieser Familie ihr Erbgut hinterlassen haben. Eine spannend zu lesende Suche nach unseren Vorfahrinnen und gleichzeitig eine Beweisführung, dass es den Begriff "Rasse" eigentlich gar nicht geben darf.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschaft, die uns alle angeht, 18. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Bryan Sykes schafft in diesem Buch, was nicht alle Wissenschaftler schaffen: jeder mit mittelmäßigen naturwissenschatlichen Kenntnissen kann dieses Buch verstehen.

Als Student der biologischen Anthropologie und einem ähnlichen Interessenschwerpunkt wie Sykes, hatte ich nicht vor, dieses Buch zu lesen. Was könnte es mir schon neues erzählen? Über die 7 Töchter Evas habe ich schon alles wissenswerte gehört. Doch eine Dozentin gab an, das Buch sei sehr lesenswert.

Und schon nach den ersten paar Seiten war ich überrascht. Das Buch war nicht uninteressant. Kurz und sehr verständlich erklärt Sykes dem Leser das Grundwissen, um die Grundlagen der Vererbung verstehen zu können. Nun fällt es mir auch viel einfacher anderen Menschen zu erklären, was ich in meinem Studium mache. Aber am interessantesten ist, dass er erzählt, wie er überhaupt auf seine Ideen kam. Es steckt einfach mehr hinter der Entdeckung der 7 Töchter Evas, als staubtrockene Arbeiten in einem Labor. Man erfährt, dass die Paläogenetik gar nicht so eine langweilige Wissenschaft ist, wie viele vielleicht vermuten. Außerdem hat Sykes sehr viele interessante Fragen anhand der Paläogenetik klären können, bevor er die 7 Töchter Evas entdeckte. In diesem Buch ist also der ganze Weg aufgezeigt, wie er schließlich zu den Urmüttern der Europäer gelangte.

Von wissenschaftlicher Seite werden vor allem die letzten Kapitel belächelt, denn dort geht es um die Lebensgeschichten der 7 Frauen, welche natürlich fiktional sind. Allerdings beschreibt Sykes hier das Klima, welches zur Zeit der jeweiligen Frau vorherrschte und auch, welche Werkzeugkultur es damals gab. Der Rest ist natürlich Fiktion, aber durchaus möglich. Ich finde es erfrischend, dass es auch Naturwissenschaftler gibt, die sich auf ein fiktionales Experiment einlassen und es so schaffen, nicht nur andere Wissenschaftler für das Projekt zu interessieren, sondern die breite Masse.

Wenn Sie sich für das Thema interessieren, dann scheuen Sie nicht das Buch zu kaufen. Jeder, der Interesse hat, kann das Buch verstehen und wird am Ende unbedingt wissen wollen, von welcher Urmutter er denn abstammt.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gentechnik als Geschichtsforschung, 11. April 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Bryan Sykes ist Professor für Genetik an der Universität
Oxford, und als erstes ist es ihm gelungen, mit Hilfe der
Mitochondrien, Teile der DNS, einen genetischen Stammbaum
aufzubauen: Der Trick ist, daß die exkate Information von
der Mutter an die Tochter weitergegeben wird, dabei kommt
alle paar Generationen eine Mutation vor - häufig genug,
daß nicht jeder Mensch die gleich Sequenz hat, aber doch
nicht zu häufig, so daß sich der Stammbaum weit zurück
verfolgen läßt. So gelingt es Sykes nicht nur, die Herkunft
der Polynesier und der Indianer Nord- und Südamerikas
zweifelsfrei nachzuweisen, sondern er behauptet sogar, die
Herkunft aller Europäer auf nur 7 Mütter zurückführen zu
können.

Dieses populärwissenschaftliche Werk ist weniger eine
wissenschaftliche Abhandlung wie sein Nachfolgewerk "Keine
Zukunft für Adam", sondern beschreibt seine Arbeit im Erzählstil,
so daß auch der absolute Genetik-Laie die Arbeit Sykes
nachvollzuiehen kann.

Im zweiten Teil des Buches geht die Phantasie mit dem
Professor durch, da er Geschichten zu den sieben Ur-Müttern
und ihrem Leben vor 10000-25000 Jahren erfindet, dabei
bedient er sich m.E. deutlich bei Jean M. Auels Ayla-Zyklus -
dies soll jedoch meiner Empfehlung keinen Abbruch tun, dieses
wirklich hervoragende "Geschichtsbuch" der Menschheit
unbedingt zu lesen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines meiner Lieblingsbücher, 9. Oktober 2010
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Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Eine spannende Geschichte über die Reise eines winzigen DNA-Strangs durch die Jahrtausende...

Dieses Buch ist eines meiner Lieblingsbücher, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Wissenschaftlich geschrieben, doch auch für Laien gut verständlich. Neben der Hauptgeschichte findet man viele Nebenschauplätze über Geschichte, Gentechnik, Biologie und Anthropologie. Es ist für mich immernoch faszinierend, dass unser gesamter Organismus und die vielen Milliarden Proteine auf einem so kleinen DNA-Strang passen. In diesem Buch wird vor allem die Besondere Rolle der Frau in der Vererbung der Mitochondrien-DNA geschildert. In dem zweiten Buch von Bryan Sykes "Keine Zukunft für Adam" geht die spannende Reise weiter, aber diesmal über das Y-Chromosom.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf den Spuren der DNA durch die Menschheitsgeschichte, 4. Juli 2011
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Die Grundaussage dieses Buches ist auf jeden Fall interessant: Die rein weiblichen Abstammungslinien von 95 % aller Europäer sollen sich auf nur sieben Frauen zurückführen lassen. Zu diesem Ergebnis gelangte man durch die Analyse der Mitochondrien-DNA, welche den Vorteil hat, dass sie immer nur von der Mutter an die Kinder weitergegeben und daher im Laufe der Generationen nicht "verwässert" wird.
Bevor der Autor sich den "sieben Töchtern Evas" zuwendet, gibt er einen Überblick über andere Forschungsergebnisse, die durch die Untersuchung von DNA-Sequenzen erzielt wurden, beispielsweise betreffend die Besiedlung Polynesiens oder die Ausbreitung der Landwirtschaft in Europa.
Dann kommt er zum eigentlichen Thema des Buches: Die Mitochondrien-DNA der Europäer lässt sich im wesentlichen in sieben Gruppen einteilen, jede davon dürfte auf eine Frau zurückgehen, wobei diese "Clan-Mütter" zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Gebieten gelebt haben.
So weit so gut. Die daran anschließenden Rekonstruktionen der Lebensläufe dieser sieben Frauen strotzen allerdings nur so vor spekulativen Annahmen, was ich in einem wissenschaftlichen Buch für unangebracht halte.
Außerdem störte mich, dass der Autor bisweilen den Eindruck erweckt, er sei mehr oder weniger der einzige bedeutende Forscher auf den behandelten Gebieten. Auch wenn dies im Nachwort zugegebenermaßen relativiert wird, wirkt er doch oft etwas überheblich.
Aus diesen Gründen erhält das Buch von mir auch nur vier Sterne, obwohl ich es wie gesagt sehr interessant finde. Vor allem gefällt mir, dass immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Einteilung der Menschheit in verschiedene Rassen aus genetischen Gründen sinnlos ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ursprung der Humangenetik, 23. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Das Buch scheint eines der stärkeren Bücher des Autoren zu sein. Er beschreibt für jeden Laien verständlich die Ursprünge der Humangenetik und ihre Auswirkungen auf die Erforschung der Verbreitung des Menschen. Das Buch ist leider nicht mehr so ganz aktuell, da es 2001 geschrieben wurde und sich auf dem Gebiet der DNA Forschung sich einiges getan hat. Sein Erzählstil ist jedenfalls leicht lesbar und gibt einen guten Einlick in die komplexen Strukturen der Vererbung und der Geschichte der Menschheit.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die sieben Mütter Europas, 19. August 2013
Von 
Dr. Ilona Banet - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Die sieben Mütter, von denen, wenn nicht die ganze Menschheit, so wenigstens die Bevölkerung Europas stammen soll, symbolisieren sieben Versionen der Mitochondrien-DNA, die unverändert von Mutter auf Tochter übertragen wird. So der Londoner Genetiker, Prof. Bryan Sykes in seinem Buch "Die sieben Töchter Evas". Er schreibt: "Fast jeder Mensch, der in Europa lebt, geht in ununterbrochener weiblichen Abstammungslinie auf eine von nur sieben Frauen zurück. Diese sieben Frauen sind die weiblichen Vorfahren nahezu aller 650 Millionen heute lebender Europäer". Sykes hat ihnen Namen gegeben: Ursula, Xenia, Helena, Velda, Tara, Katrin und Jasmin und ihre Lebengeschichten erzählt, damit wir leichter eine Beziehung zu ihnen aufbauen können. In Wirklichkeit gab es natürlich keine Xenia, "die Zwillinge gebar", und keine Helena, "deren Bruder auf der Jagd gestorben war". Sie sind erfunden. Unter diesen Namen verbergen sich jedoch echte Frauen: die sieben Mütter Europas, Frauen aus Fleisch und Blut, deren Gene wir in uns tragen und die beweisen, dass die Forscher sich lange Zeit irrten, und wir nicht (nur) von jungsteinzeitlichen Bauern, sondern (vor allem) von den altsteinzeitlichen Jägern und Sammlern stammen.

Nur sieben Frauen, die es hingekriegt haben, ihre Blutlinien bis in das 21. Jahrhundert hinein am Leben zu erhalten? Warum haben es andere Frauen nicht geschafft? Die Antwort ist eigentlich klar. Weil sie entweder nicht überlebensfähige Töchter gebaren, Töchter, die unfruchtbar waren, oder einfach nur Söhne zur Welt brachten. Wie dem auch sei. In Mitochodrien DNA ist das Schicksal einer langen Reihe von Frauen gespeichert, die und das unversehrte Erbe unserer "gemeinsamen Clanmutter" übertragen haben, ihr Vermächtnis an uns. (Die "Urväter" der heutigen Männer leben in ihren Y-Chromosomen weiter). "Wir alle tragen diese Vergangenheit im Erbgut mit uns herum, in den Genen, die nahezu unverändert von unseren frühen Vorfahren auf uns gekommen sind", so Sykes. Kein Wunder, das er und sein Team nach der Veröffentlichung seiner Erkenntnisse mit Nachfragen überflutet wurden - alle wollten auf einmal wissen, von welcher der sieben Frauen sie abstammen.

Aber. Eins darf man bei der ganzen Euphorie nicht vergessen - es gibt in Europa Menschen, deren MtDNA keiner der "sieben Mütter" zugeordnet werden kann. Ein Beispiel: "Heute stehen uns so viele Datensätze zur Verfügung, dass wir wissen, der Herzog von Edinburgh (Prinz Philipp, Gemahl der englischen Königin Elisabeth II) teilt seine äußerst seltene mitochondriale DNA-Sequenz (111,357) mit keinem einzigen der über 6000 Europäer, deren DNA mittlerweile untersucht wurde". Was hat das zu bedeuten? Sind Schlussfolgerungen, die man aus der Untersuchung von 6000 Menschen zieht, überhaupt stichhaltig?

Es gibt heute Firmen, die "genetische Urkunden" für Privatkunden ausstellen. Jede/r kann also inzwischen erfahren, zu welchem Urvolk sie/er gehört oder welchem Clan sie/er entstammt. Da immer mehr Menschen Dienste solcher Firmen in Anspruch nehmen, wachsen ihre Datenbanken. Man kann also davon ausgehen, dass in Kürze den Forschern mehr genetisches Vergleichmaterial zur Verfügung stehen wird, so dass Ergebnisse ihrer Untersuchungen präziser werden. Wahrscheinlich kommen dann auch weitere "Mütter Europas" zum Vorschein...

Große Bedeutung der populärwissenschaftlichen Bücher über die Genetik sehe ich auch darin, dass sie dem Rassismus den Nährboden entziehen. Die Ergebnisse der Genetik lassen sich nicht missdeuten: "die heutigen Menschen bilden eine bunte Rassenmischung" und tragen Gene aller möglichen "Urvölker" in sich. "Solche Beispiele zeigen, wie absurd jede biologisch fundierte Rassentheorie ist", schreibt deshalb der englische Genetiker, "wir sind eine wilde Mixtur, und wir sind alle verwandt - auf vielfältigste Art und Weise". Es sind klare Worte, die keines Kommentars bedürfen.

Indem die moderne Genetik ein helles Licht auf die Gesetze der Fortpflanzung wirft, räumt sie auch mit dem zweiten Mythos auf, in dem die brutale Frauenfeindlichkeit der letzten drei Tausend Jahre wurzelt. Er geht u.a. auf Aristoteles zurück, für den die Frau nichts als ein Mutterboden war, dessen Qualität darüber entscheidet, wie die in die gesetzte Saat ("der Same des Mannes") aufgeht. Es ist ein unheilvoller Mythos, der besonders viel Schaden angerichtet hat. Aus ihm ging nämlich die Vorstellung vom "Homunculus" hervor, einem winzigen, vorgeformten Wesen, das der Mann während des Geschlechtsverkehr seiner Frau einpflanzte", erinnert Sykes. Da Frauen auch Mädchen gebären, deren Gestalt unmöglich auf den Vater zurückgehen kann, schloss man daraus, schreibt er, "dass diese Babys im Mutterleib umgeprägt, zu Mädchen deformiert" (!) wurden, was nun dazu führte, dass Frauen, die keine Söhne gebären konnten, als minderwertig galten und nicht selten verstoßen wurden. Wie peinlich, dass es in Wirklichkeit eher umgekehrt ist - das ursprünglich Embryo ist geschlechtslos und erst die im Y-Chromosom untergebrachten Gene verhindern seine Entwicklung zum Mädchen. Zum Mitschreiben: Männer entstehen, indem die durch Y Chromosom produzierten Hormone AHM und Testosteron die Entwicklung des Embryos zum Weibchen verhindern und die Anlage zum Männchen unterstützen. (Dies geschieht etwa in der 7. Woche. Ist es ein Zufall, dass im Tibetischen Buddhismus behauptet wird, dass die Seele des Menschen genau nach 7 Wochen in ein Embryo eingeht und so sein Geschlecht bestimmt?) Ich muss immer wieder daran denken - wie viel Unglück hätte vermieden werden können, wenn die Menschen früher gewusst hätten, dass Frauen keinen Einfluss auf das Geschlecht ihrer Kinder haben!

Fazit: Ich finde solche Bücher, wie das von Sykes anicht zuletzt deshalb wertvoll, weil sie den Schaden aufheben, den bei den meisten Menschen eine seelenlose Schulbildung angerichtet hatte. Sie zeigen uns, wie spannend die Wissenschaft in Wirklichkeit sein kann, wecken unsere Neugierde, beflügeln die Phantasie und vor allem - zwingen uns zum Umdenken. Wie interessant dieses Buch für ausgebildete Naturwissenschaftler ist, die bereits Vorwissen über die Genetik besitzen, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass man als Laie nicht die Möglichkeit hat, jene Theorien von Sykes, die eventuell widerlegt worden sind (seit dem Erscheinen des Buches sind immerhin 10 Jahre vergangen!) als falsch zu erkennen. Aber das gilt für alle populärwissenschaftlichen Bücher von heute. Die Wissenschaft entwickelt sich so schnell, dass so manches Buch bereits bei seinem Erscheinen überholt ist. Damit müssen wir leben. Ilona Banet

Anhang: die sieben Mütter Europas nach Sykes

1. Die älteste von unseren Müttern nannte Sykes URSULA. Sie soll in der Nähe von Delphi geboren sein, vor ca. 45 000 Jahren. Natürlich war sie nicht die einzige Frau, die damals lebte, aber sie war die einzige ihrer Generation, mit der wir Heutigen immer noch über ein intaktes maternales Band verbunden sind." Ihre Vorfahren seien aus dem Nahen Osten in das europäische Kernland eingewandert, vermutet Sykes, ihre Nachfahren bilden 11% der heutigen Europäer und leben vorwiegend in Großbritannien und Skandinavien.

2. XENIA, ein Mädchen mit blonden Haaren und blauen Augen kam auf die Welt vor 25 000 Jahren, ihre Heimat war Tundra, die Schar, der sie gehörte, führte ein Nomadenleben - sie folgten den Herden. Von der von Xenia begründeten Erblinie stammen 1% der heute lebenden amerikanischen Ureinwohner, ihre drei europäischen Äste kann man in Osteuropa, in Mitteleuropa und in Großbritannien finden.

3. HELENA lebte in der Zeit, als die letzte Eiszeit auf ihren Höhepunkt zusteuerte", vor 20.000 Jahren, als nur noch Mittelmeerraum genug zum Leben bot, im Tal der Dordogne. Dass ihre Mutter Arthtritis hatte und sie im Alter von 42 Jahren starb, müssen wir nicht glauben. Doch die Nachkommen von Helena sind echt - 47% der heutigen Europäer gehören ihrem Clan an, dem erfolgreichsten" in Europa.

4. Vor 17 000 Jahren erblickte die braunäugige VELDA mit glattem dunklen Haar das Licht der wüsten und leeren Welt. Ihre Eltern gehörten zu den Menschen, die Zuflucht vor der Kälte in Nordspanien gefunden haben; dort wurden sie sesshaft. 5% der heutigen Europäer gehören zu diesem Clan, der sich über ganz Europa verbreitet hat - bis in den äußersten Norden, nach Skandinavien, Finnland und Nordnorwegen, wo ihre Nachfahren leben: Lappen und Samen.

5. Veldas Zeitgenössin war TARA, ihr Zuhause lag aber nicht in Spanien, sondern in der heutigen Toscana. Etwa 10% der heutigen Europäer dürfen sie ihre Stammutter nennen, die meisten von ihnen leben immer noch am Mittelmeer und am Westrands Europas, viele in Irland und im Westen Großbritanniens.

6. Die blonde KATRIN mit grünbraunen Augen lebte vor 15 000 Jahren, dort, wo sich heute Venedig befindet (damals noch 150 Km vom Meer entfernt!), und hier wohnen auch ihre meisten Nachkommen. Sie bilden 6% der Population Europas.

7. Die jüngste Mutter Europas ist JASMIN. Knapp 17% der heutigen Europäer gehören zu ihrem Clan, der ursprünglich in der Nähe von Eufrat lebte. Ihre Nachkommen sind die einzigen, die sich nicht gleichmäßig über Europa verteilten, man kann sie heute in Spanien, Portugal und im Westen Großbritanniens (vor allem Cornwall, Wales und Westschottland) finden. Der zweite Zweig dieser Familie" besiedelte Nordeuropa.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überschwang und Sachlichkeit, 26. Januar 2010
Von 
Peter Brandt (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Der Autor,Professor für Genetik in Oxfort,schreibt in der dritten Auflage seines Buches vom Februar 2009 in sehr überzeugender und mitreissender Art über den Beitrag der Genetik zur Lösung der Frage der Herkunft unserer Vorfahren.Über die Mitochondrien-DNA wird die weibliche Abstammungslinie verfolgt.Wir erfahren wann,wo und unter welchen Lebensumständen die sieben Frauen,die unsere Ur...Urgrossmütter sind,gelebt haben und verfolgen den abenteuerlichen Weg ihrer Nachfahren bis zu uns.
In diesem Buch liegt der Schwerpunkt auf Europa,aber auch die Herkunft des Homo sapiens überhaupt und sein Weg bis in die letzten Ecken unserer Welt wird verfolgt.Er analysiert die DNA von Ötzi und die des Mannes aus der Cheddarhöhle in England und ihre Verwandtschaft mit Zeitgenossen.Er klärt zweifelsfrei die Herkunft der Polynesier.Ein wesentliches Fazit des Buches ist die enge Verwandschaft der Europäer miteinander.
Der Autor blickt in der Wissenschaftsgeschichte zurück über die Erforschung der Blutgruppen zur Genforschung und nach vorn zur sehr anspruchsvollen Aufgabe der Ermittlung der männlichen Abstammungslinien mittels Y-Chromosomen
Die liebenswerte keltische Fabulierkunst des Autors kollidiert schon mal mit seiner wissenschaftlichen Sachlichkeit,z.B. wenn er ziemlich ausschweifend die Verbindung zu "seiner Urmutter" und zu "seinem Clan" zelebriert;zwei Seiten weiter aber zutreffender sagt "Wir sind eine wilde Mixtur und wir sind alle verwandt".
Jedenfalls ist das Buch alles andere als langweilig.Es ist schon erstaunlich wie es dem Autor gelingt in allen Teilen des Buches den Leser zu fesseln,so,dass man das Buch bis zum Schluss nicht mehr weglegen möchte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reise in die Gen-Geschichte, 6. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Die sieben Töchter Evas: Warum wir alle von sieben Frauen abstammen - revolutionäre Erkenntnisse der Gen-Forschung (Taschenbuch)
Faszinierendes Buch über die genetische Spurensuche nach den Anfängen der Menschheit, das machmal ganz unerwartete Gedankenbrücken schlägt. Besonders geeignet für naturwissenschaftlich leicht "vorbelastete" Leser, weil Sykes ein gewisses Grundwissen voraussetzt. Erhellend und erstaunlich.
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