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Kundenrezensionen

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Ein "Puppenspieler", Angehöriger einer nicht-menschlichen Rasse, die in dem Ruf steht im Hintergrund zu agieren und keinerlei Risiken einzugehen, nimmt Kontakt zu Louis Wu auf, einem durch die Droge "Boosterspice" schon 200 Jahre alten und immer noch sehr virilen Abenteurer. Er, eine junge Frau und ein Kzin (ein extrem aggressiver tigerähnlicher "Alien", der als Botschafter seiner Rasse bei den Menschen weilt) sollen eine Weltraumreise unternehmen. Es gilt einen Artefakten zu untersuchen, den die Puppenspieler entdeckt haben: Die Ringwelt.
Diese "Welt" hat unglaubliche Ausmaße. Um eine Sonne herum wurde von einer unbekannten Rasse ein Ring konstruiert (300 Millionen Kilometer Durchmesser), der durch eine Drehbewegung auf der Innenfläche einen gigantischen Lebensraum bietet. Eine viele tausend Planetenflächen umfassende Umwelt. Keine Signale werden von dort ausgesandt und nichts weiter konnten die Puppenspieler herausfinden als die schier gewaltigen Maße dieses Artefaktes.
Die Expedition macht sich auf den Weg, die sehr unterschiedlichen Rassen und Charaktere sind im ständigen Streit der immer wieder zu eskalieren droht. Doch bei der Annäherung an das gewaltige Objekt wird das Raumschiff von einem automatischen Abwehrsystem erfasst und beschossen. Sie müssen auf der Außenseite der Ringwelt notlanden und sehen sich gezwungen das zerstörte Raumschiff zurückzulassen und auf dem Fußwege die Ringwelt zu erforschen.
Die Reise wird für alle Beteiligten zu einer Odyssee. Die Erbauer scheinen verschwunden zu sein, die Systeme, die den Ring stabilisieren und für die Wetterkontrolle gesorgt haben beschädigt, ausgefallen oder irregeleitet zu sein. Des Weiteren herrscht Barbarei unter den Bewohnern der Ringwelt, das Niveau scheint zwischen Neandertalern und Mittelalter zu pendeln. Alles macht einen völlig verwahrlosten Eindruck und es wird immer schwieriger, die Expedition zu einem sinnvollen Ende zu führen - das aber überrascht alle Beteiligten!

Ich habe diesen Klassiker der SF-Romans 1980 das erste mal gelesen und war (als 16-jähriger) absolut begeistert. Die Reise innerhalb der Ringwelt ist eine Aneinanderreihung vieler einzelner höchst spannender Ereignisse und Geschichten, die so wechselhaft und unterschiedlich sind, dass immer wieder Erstaunen aufkommt über die Fantasie des Autors.
Im Jahre 2003 habe ich das Buch in der Neu-Auflage von 1998 erstanden und noch einmal gelesen. Meine Begeisterung ist etwas abgekühlt. Nicht nur weil ich mittlerweile älter geworden bin, sondern weil ich viele SF-Bücher währenddessen gelesen habe (auch von Larry Niven) die das besser können: Einen Epos von so gewaltigem Umfang schreiben, wie es die Ringwelt ist (es gibt inzwischen 6 Bände), der nicht in viele Einzelgeschichten zerfällt, wie es Ringwelt in seinem Mittelteil tut.

Doch es bleibt ein beeindruckendes Werk: Es war stilbildend für ein ganzes Genre, seine realistische Physik, sein sparsamer Einsatz an "Effekten", seine Gesamtkonzeption sind immer noch von hohem Niveau. Es ist lesenswert und in einer lockeren, gefühlvollen Art geschrieben. Wer Larry Niven kennt (z.B. "Der Splitter im Auge Gottes" oder "Luzifers Hammer" mit Jerry Pournelle geschrieben) sollte mehr als einen Blick riskieren! Allerdings sind die Folgebände weitaus schwächer als "Ringwelt" und weniger zu empfehlen. Es ist keine echte Trilogie (20 Jahre später Hexalogie) sondern nur eine verspätete Fortsetzung (im Sinne von: Verwertung einer guten Idee).

Doch meine Einleitung soll auch eins deutlich machen: Wer nicht viele SF-Bücher kennt und sich in dieses Genre vorwagt, sollte unbedingt zugreifen - viele haben sich aus diesem Werk bedient, da sollte man mit dem Original anfangen!

Stefan Erlemann
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am 13. November 1998
ist das Ziel einer Vierkoepfigen Expedition. Mir hat dieses Buch gut gefallen, nicht nur, weil es ungewoehnliche Ideen hervorgebracht hat, sondern auch, weil Larry Niven auf Probleme hinweist, die einer Kultur ohne Kommunikationsaustausch entstehen koennen.
Eine Expedition von vier Personen, die nicht verschiedener haetten sein koennen: Louis Wu, ein 200 Jahre alter Mann mit vielen Talenten; Teela Brown, eine 20 Jahre alte Frau, die das Ergebnis von sechs Generationen von Gewinnern einer Geburtsrecht-Lotterie ist und das Glueck angeboren haben soll; Speaker-to-Animals, ein Kzin (zwei Meter grosse katzenaehnliche Gestalt); und Nessus, ein Piersson Puppetier und somit einer der groessten Angsthasen der Galaxis.
Diese Expedition will einen Ring um eine Sonne, die Ringwelt, erforschen, der in einem unbekannten Teil der Galaxis liegt. Die Expedition muss Notlanden und versucht nun von den Eingeborenen Hilfe zu bekommen. Seltsamerweise sind die Eingeborenen Menschen oder doch wenigstens menschlicher Art, was zum eigentlichen Geheimnis der Ringwelt wird: Welche Rasse baut einen Ring mit einer Flaeche, die der DREIMILLIONENFACHEN Erdoberflaeche entspricht, die ausserdem noch entfert menschlich ist? Und was ist geschehen, das diese hochentwickelte Kultur wieder auf ein Niveau zurueckfaellt, das zum Teil der Steinzeit entspricht? Und wie soll diese neue Kultur helfen ein Raumschiff zu reparieren?
Alles in allen handelt es sich um eine gute Story mit guten Ideen, die genauso begeistert wie die beiden Fortsetzungen.
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am 30. Januar 2009
"Einer der größten Romane der Science Fiction" steht dick vorne auf dem Buch - hab ich (Fan von Space Operas und SciFi) da was verpasst? Um es vorwegzunehmen: Es ist tatsächlich ein klassischer SF-Roman, der das S wie Science zu recht trägt und wer genau das erwartet, der wird hier bestens bedient. Aber für einen der größten Klassiker der SF reicht's nach meinem Geschmack nicht.

Worum geht's:
Der schon etwas in die Jahre gekommene Mensch Louis Wu wird von den Puppenspielern, einer exotischen Alienrasse (drei Beine und zwei Köpfe, die vollgestopft sind mit Phobien und Angstzuständen), auf eine spektakuläre Mission eingeladen: Die Puppenspieler haben eine riesige, künstlich Ringstruktur entdeckt, die um eine ferne Sonne kreist. Neben Louis und einem der ängstlichen Puppenspieler, sind eine Menschenfrau und ein Kzin, Mitglied einer sehr aggressiven Tigerähnlichen Krieger-Rasse mit dabei. Allein diese Konstellation äußerst unterschiedlicher Teilnehmer bietet schon eine ganze Menge erzählerisches (Konflikt-)Potenzial und anfangs baut Niven die Geschichte auch mit ein wenig Humor nett auf, stellt dem Leser die Protagonisten sympathisch vor und verleiht der Story einen ganz eigenen Charme.
Schließlich erreicht der kleine Abenteurer-Trupp die riesige Welt und muss dort nach einem Unfall notlanden. Auf sich allein gestellt, auf einer fremden (scheinbar ausgestorbenen Welt) suchen die vier nach einem Weg zurück nach Hause.

Ich kann gar nicht genau festmachen, woran es lag, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, diese Ringwelt war nicht nur den Protagonisten eine Nummer zu groß. So nett und phantasievoll, wie die Geschichte startet, so stellenweise lauwarm, läuft sie nachher weiter und aus. So geraten die vier Reisenden sich nicht nur gegenseitig regelmäßig an den Kragen, sondern auch immer wieder in gefährliche Situationen, die sie dann erstmal auf recht wissenschaftlicher Ebene ausdiskutieren. Das macht die so sympathisch aufgebauten Figuren leider etwas hölzern und unglaubwürdig.
Etwas enttäuscht bin ich auch von dem, was die Abenteurer auf der Ringwelt finden. Nach den exotischen Puppenspielern und den Kzin hätte ich auf der riesenhaften Ringwelt außer groß dimensionierten Gegenden, Gebirgen u.ä. auch ein paar wirklich exotische Wesen vermutet. Aber da trifft man durchweg nur auf Humanoide, sehr menschliche Wesen. Da hätte ich einfach ein wenig mehr erwartet...

Wer also aufgrund des Plots eine von Fantasie nur so sprühende Space Opera erwartet, der sei gewarnt. Aber wer einen guten SCIENCE Fiction Roman lesen möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Sicherlich bleibt viel erzählerisches Potenzial auf der Strecke, aber dafür gibt's ja noch eine ganze Reihe weiterer Romane aus dem Ringwelt-Universum.
Wegen des guten Auftakts einiger wirklich netter Ideen und einem flüssigen Schreibstil gibt's von mir wohlwollende vier Sterne. Ich denke schon, dass ich mir das ein oder anderen dieser Bücher noch zulegen werde - es muss ja nicht sofort sein...
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am 17. Januar 2005
Ferne Zukunft. Die Menschen werden, wenn sie es sich leisten können, mehrere hundert Jahre alt - die Droge „Boosterspice" macht's möglich. Das „bekannte Universum" hat sich ausgedehnt, und mit einigen Aliens gibt es Kontakte, u.a. mit den agressiven, tigerartigen „Kzin" und den dreibeinigen, extrem vorsichtigen „Puppenspielern". Die sogenannten „Outsider" spielen auch eine Rolle - eine subtil-ordnende.
Der Lebemann Louis Wu feiert seinen zweihundertsten Geburtstag, und aus diesem Anlaß bewegt er sich mit Hilfe der Transportertechnologie entlang der Datumsgrenze von Ort zu Ort - nur, um festzustellen, daß die Unterschiede verwischt sind, daß wahre Abenteuerlust auf diese Art nicht mehr befriedigt wird. Da begegnet er einem „Puppenspieler", der ihn, einen Kzin-Diplomaten namens „Der-zu-den-Tieren-spricht" und eine junge, im Wortsinn glückliche Dame namens Teela Brown zu einer Expedition einlädt.
Die Expedition führt aus dem bekannten Universum heraus zu einem Fundstück, das die Puppenspieler auf ihrem Weg durch die Galaxis entdeckt haben: Die mächtige Ringwelt, einen Millionen Meilen breiten Ring, der eine Sonne umgibt, augenscheinlich ein Artefakt, von genialen Konstrukteuren entworfen. Die vier landen versehentlich auf dieser Welt, und sie stellen fest, daß die Schöpfer oder ihre Nachfahren inzwischen in die Barbarei zurückgefallen sind. Es beginnt ein abenteuerlicher Weg über den endlosen Ring, und die Geheimnisse, die währenddessen entdeckt und/oder gelüftet werden, betreffen nicht nur diese Welt selbst.
„Ringwelt" gehört zu den vermeintlichen Klassikern der neueren Science-Fiction; der Roman ist 1970 entstanden. Tatsächlich finden sich Versatzstücke, die aus späteren Büchern anderer Autoren bekannt erscheinen und sich auch in der einen oder anderen Star-Trek-Folge wiederfanden. Allerdings gibt sich dieses Buch des Vielschreibers Niven, dem u.a. ein knappes Dutzend weitere folgten, die auf der Ringwelt angesiedelt sind, etwas mühselig und teilweise eher unkonturiert. Es ist natürlich als Ouvertüre zu verstehen, wirkt aber gelegentlich etwas diffus, nicht immer zwingend und sprachlich manchmal lapidar. Ein interessanter Roman, der den aktuellen Anforderungen an intelligente SF möglicherweise nicht mehr genügt, aber aufgrund seiner prägenden Wirkung auf das Genre durchaus spannende Elemente hat. Ich werde jedenfalls die eine oder andere Fortsetzung lesen.
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am 30. Januar 2010
Ringwelt ist großartiger Roman, der immer noch begeistert und prächtig unterhalten kann! Der Roman ist eine flott erzählende, humorvoll gehaltene Space Opera. Er lebt nicht von der psychologischen Nabelschau "gebrochener" oder düsterer Charaktere - die Figuren sind eher Typen und schlicht gehalten -, sondern widmet sich als technisch orientierte Science fiction dem sense of wonder faszinierender technischer Ideen.

Da ist zunächst die Ringwelt, eine wahrhaft großartige, geniale Idee. Niven vermag es geschickt, zahlreiche technische Aspekte der Ringwelt in den Roman einzubauen. Wie entstehen Tag und Nacht auf so einer Welt? Wie hält sich die Atmosphäre im Ring? Wo befinden sich die Raumhäfen, und wie funktionierten sie? Auf viele Fragen finden die Protagonisten während ihrer Odyssee auf der Ringwelt Antworten. Dass Louis Wu, Nessus und der Kzin über diese Dinge diskutieren, ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Wer aber neugierig auf diese Aspekte dieser Ringwelt ist, hat auch daran sein Vergnügen.

Der Roman brilliert mit zahlreichen weiteren überzeugenden Einfällen, so z. B. die Skizzierung der Gesellschaft der fast überzivilisierten Erde, in der "Reisekabinen" (eine Form des beaming) jegliche kulturelle Vielfalt eingeebnet hat, die phantastische, sonnenlose Welt der Puppenspieler oder die völlig durchsichtigen, gläsern wirkenden Hyperraumschiffe.

Gekonnt gezeichnete Figuren tragen die Handlung, von denen ohne Frage der sanftmütige, leicht neurotische Puppenspieler Nessus herausragt. Die Puppenspieler sind Herdentiere, übervorsichtige Angsthasen und daher bisweilen etwas paranoid. Der Kzin ist ein großes, aufrecht gehendes tigerähnliches Wesen mit orangenem Fell und Schweif. Louis Wu ist kein stereotypes Raubein, sondern ein eher sanfter, bisweilen leicht melancholischer Held. Die weibliche Rolle Teela Brown bleibt dagegen leider blass - sie ist kaum mehr als ein naives Dummchen.

Hervorzuheben ist der schnörkellose, kurzweilige Stil des Romans. Die Sprache ist lakonisch, knapp gehalten, aber immer prägnant. Es gibt kaum retardierende Passagen, keine langatmigen Beschreibungen, fast alles ist action. Immer wieder wird es humorvoll, z. B. wenn die verschiedenen Rassen in Streit geraten, was zu witzigen Wortwechseln führt. Niven zieht sein Thema aber nie ins Lächerliche. Man kann das als Kennzeichen der typischen Siebzigerjahre-Flapsigkeit ansehen, wie sie einem auch in zahlreichen Filmen der Zeit begegnet (u. a. Star Wars). Man mag es oder nicht. Mich hat es jedenfalls prächtig amüsiert.

Gewiss hat Niven etwas zu wenig aus den Möglichkeiten gemacht, die sich auf der Oberfläche der Ringwelt für die Figuren geboten hätten. Es gibt keinen erzählerischen Höhepunkt, keinen spannenden Showdown. Sicherlich hätte den Figuren noch viel mehr passieren können auf der Ringwelt, auch Spannenderes, Bedrohlicheres.

Spannung stellt sich dagegen durch die Neugier ein, mehr von den Einwohnern, den Städten und der Geschichte dieser Ringwelt zu erfahren. Das ist eben Nivens Thema: sense of wonder statt suspense. Vieles wird angedeutet, über vieles andere schweigt der Roman. Wer die Erbauer der Ringwelt waren, was nach dem Bau geschah - darüber gibt es nur vage Andeutungen. Niven hat erst zehn Jahre später mit dem Roman Die Ringwelt-Ingenieure die meisten der offen gebliebenen Fragen beantwortet. Dieser Nachfolgeroman ist auch sehr lesenswert und unbedingt zu empfehlen - erst mit ihm wird das Ganze zu einer wirklich runden Geschichte. Der dritte Ringwelt-Roman, Ringwelt-Thron, ist dagegen eine herbe Enttäuschung. Das soll aber nicht das Vergnügen an den ersten beiden Bänden schmälern, die zu Recht den Ehrentitel "Klassiker" führen.
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am 20. Mai 2009
Mit dem Konzept der Ringwelt, einem unvorstellbar großen, fremden Artefakt irgendwo im Weltraum, ist Larry Niven zweifellos etwas Großartiges gelungen. Diese Welt, die mehrere Millionen Mal so groß ist wie ein durchschnittlicher Planet, bietet genug Platz für die fantastischsten Abenteuer und diente schon öfters der modernen Science Fiction als Inspiration. Schade nur, dass die Umsetzung nicht so gelungen ist, wie man das nach Lektüre des Klappentextes erwartet.

Ein Klassiker der Science Fiction hat natürlich mit einem althergebrachten Phänomen zu kämpfen: Teile der Technik wurden bereits von der Wirklichkeit eingeholt bzw. in modernen Filmen und Geschichten wesentlich besser dargestellt. Das ist allerdings das Schicksal solcher Erzählungen und wird es wohl auch immer sein und soll deshalb nicht in die Bewertung mit einfließen. Weitaus negativer fallen sowieso einige andere Aspekte auf. Vor allem die extrem einfache Erzählweise verhindert, dass wirklicher Tiefgang entsteht. Ansätze dafür sind zwar vorhanden, meiner Ansicht nach ist das aber zu wenig. Ähnliches gilt für den durchaus enthaltenen Humor: in der deutschen Übersetzung wirkt vieles davon sehr aufgesetzt und gezwungen. Dazu kommen - zumindest bei meiner, relativ alten Ausgabe - einige strukturelle Schwächen. Es ist oft nicht klar, welche Figur einen Satz gerade spricht, was in Verbindung mit einigen Unterschieden im Erzähltempo ein stellenweise sehr holpriges Lesegefühl erzeugt.

Die Handlung selbst macht auf mich einen sehr zwiespältigen Eindruck. Nach einer sehr guten Einführung, die das "bekannte Universum" stimmig erklärt und die Hauptpersonen einigermaßen elegant vorstellt und zusammenbringt folgt die ebenfalls interessante Reise zur Ringwelt, inklusive einiger technischer Aspekte. Ausgerechnet ab der Ankunft auf dem namensgebenden Artefakt beginnt das Niveau leider stark abzufallen. Die darauf folgenden Episoden sind praktisch völlig zusammenhanglos und auch nicht sonderlich spannend. Es scheint beinahe unglaublich, dass auf dieser großen Welt, die alle Möglichkeiten gibt, so wenig Interessantes passiert. Das Finale ist wiederum leidlich gelungen, wobei einige der gezogenen Schlussfolgerungen doch sehr weit hergeholt wirken.

Auf jeden Fall zugute halten kann man Niven die Charaktere, die er auf die Reise schickt. Diese gefallen mir sehr gut, werden schön eingeführt und dargestellt und - wenn auch in geringem Ausmaß - weiterentwickelt. Ihre grundsätzliche Verschiedenheit macht auch einen großen Anteil am Reiz der Geschichte aus. Leider haben Sie auf der Ringwelt nicht allzu viel zu tun und erleben kaum dramatische Höhepunkte. Kurz gesagt: das Ganze leidet unter einem nicht vorhandenen Spannungsbogen, unter einer völlig belanglosen und kaum vorhandenen Hintergrundgeschichte. Schade, die Szenerie der Ringwelt hätte sich eindeutig mehr verdient. So komme ich leider nicht umhin, einem Klassiker der Science Fiction lediglich die Durchschnittswertung zu geben und - wie so viele hier - auf eine baldige Verfilmung zu hoffen, die einiges besser machen könnte.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Januar 2008
Als großer SF-Fan war es ja mal höchste Zeit, diesen so genannten "Klassiker" endlich zu lesen. Viel gelobt wurde das Buch seit seiner Erstveröffentlichung, entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Ich denke, ich bin mittlerweile recht anspruchsvoll, was gute (Science Fiction-)Literatur angeht, leider konnte das Buch diesen hohen Anspruch nicht ganz erfüllen.

Zunächst muss man mal positiv feststellen, dass das Buch recht unterhaltsam und flott losgeht, die Geschichte startet schnell, die Charaktere werden gut und glaubhaft eingeführt, der ungefähre Grundriss der Storyline ist schnell klar. Spannend ist auf jeden Fall, wie die unterschiedlichen Rassen hier mit ihren Eigenarten und kulturellen Prägungen dargestellt werden und interagieren. Für meine Verhältnisse finde ich die Darstellung der Rassen (v.a. der Puppenspieler, aber auch der Kzin) vom biologischen Standpunkt aus wenig glaubhaft. Aber wie auch immer, die Darstellung ist jedenfalls gelungen und an neuartigen Ideen fehlt es Larry Niven auf jeden Fall nicht.

Die Geschichte selbst ist freilich sehr originell, die Darstellung der Ringwelt gelingt glaubhaft und realistisch. Meiner Meinung nach fehlt es Niven jedoch ein wenig an schriftstellerischem Feingefühl, trotz aller weiträumiger und langatmiger Beschreibung bekomme ich doch irgendwie nicht so richtig ein Gefühl für die Größe und die Großartigkeit dieser Konstruktion. Das wirkliche Ausmaß wird nie so richtig begreifbar. Das ist recht schade, da ja das Buch im Wesentlichen (neben den skurrilen Charakteren) von der Beschreibung dieser Ringwelt lebt. Ansonsten hat die Story ja nicht wirklich eine Handlung, und plätschert dementsprechend lauwarm dahin. Einen echten Spannungsbogen vermisst man ebenso wie wirkliche dramatische Höhepunkte. Echte Highlights, wo es mal wirklich spannend wird, gibt es nicht. Leider wird die Geschichte zum Ende hin dann auch etwas arg lang gezogen und künstlich konstruiert, dadurch eben auch sehr vorhersehbar. Hier ist einiges an Potenzial verschenkt worden. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass die ganze Kiste als "Zyklus" angelegt wurde und dieser Roman nur einen kleinen Ausschnitt aus der gesamten Geschichte liefert.

Die Charaktere sind wie schon oben erwähnt herrlich skurril und bizarr ausgestaltet, die Eigenarten der jeweiligen Rasse werden sehr schön dargestellt und glaubhaft transportiert - bis auf den Protagonisten Louis Wu. Der hat mich zunehmend genervt, weil er der einzige "Normale" in dem Team zu sein scheint und dies auch voll auskostet. Sehr schnell hat er für alle Situationen und Handlungsweisen der anderen (pseudo-)psychologische Erklärungen parat und durchschaut sofort alle noch so verworrenen Zusammenhänge. Dadurch wird er im Verlauf der Geschichte immer mehr zu einem (man verzeihe mir den Ausdruck) "Klugscheißer", der gehörig auf die Nerven geht. Die Liebesgeschichte wirkt demnach auch eher aufgesetzt und will so gar nicht in das (ansonsten sehr stimmige) Gesamtbild passen. Die Beziehung, die sich dann am Schluss bildet (ich will hier nichts verraten!) ist dann derart unglaubwürdig und unpassend, sie wirkt auf mich dann nur noch wie ein schlechter Witz.

Zusammenfassend bleibt ein eher gemischter Eindruck. Die Geschichte an sich ist durchaus originell und voll von guten Ideen und Einfällen. Die verschiedenen Rassen sind glaubwürdig und realistisch dargestellt, die ganze Welt ist in sich stimmig und rund. Die Darstellung der Ringwelt selbst ist ebenfalls glaubwürdig und einfallsreich, leider stößt der Autor hier jedoch an seine schriftstellerischen Grenzen, die Beschreibungen wirken öfters eher technisch und kühl, als wirklich faszinierend und fesselnd. Die Geschichte ist eher flach, nach einer anfänglichen einigermaßen steilen Spannungskurve, verläuft sich die Story schnell in belanglosen Einzelszenen. Das Buch lebt im Wesentlichen von der Darstellung der Kzinti und der Puppenspieler sowie deren Beziehung zueinander. Zum Schluss hin wird die Geschichte dann zunehmend lang gezogen (ich möchte fast sagen langweilig), gekrönt von einer plumpen und platten Liebesgeschichte. Wirklich Lust auf den zweiten Band habe ich jedenfalls nicht bekommen...

FAZIT:
Echte Hardcore-SF-Fans möchten auf jeden Fall bedingungslos zugreifen, die Geschichte quillt nahezu über von großartigen Ideen und innovativen Einfällen, die Welt wirkt glaubhaft und stimmig. Wer jedoch Wert legt auf eine spannende Geschichte, der wird hiermit nicht wirklich glücklich werden. Dazu ist die Storyline doch zu flach und bietet zu wenig dramatische Höhepunkte. Ich würde eigentlich nur 2 Sterne geben, lass mich aber aufgrund der schön dargestellten Aliens und der zahlreichen tollen Ideen zu knappen drei hinreißen ;-)
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am 23. Februar 2012
Um ehrlich zu sein habe ich mir unter der Geschichte etwas komplett anderes vorgestellt als ich bekommen habe.
Es geht im Roman viel weniger um Technik und vielmehr um Differenzen verschiedener Rassen, über Massenversuche und auch viel über Glück, was allerdings sehr kreativ gestaltet ist!
Lediglich am Anfang kommt einem die Technik leicht verwirrend vor, allerdings wird sie in der Mitte vom Buch in den Hintergrund gesetzt und durch die Frage, was denn Glück ist und ob es wirklich existiert, ersetzt.
Ein Science-Fiction Roman der etwas anderen Art, aber nichtsdestotrotz faszinierendes Lesematerial für jeden Fan!
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am 16. April 1999
In seinem Buch beschreibt der Autor die Erforschung einer gigantischen Welt, die sich ringförmig um eine Sonne schliesst. Dieser Ring ist nicht natürlich entstanden, sondern das Produkt einer überlegenen aber untergegangenen Rasse. Niven's bildhafte Beschreibungen der Welt und der Reise dorthin sind absolut atemberaubend und führen bis an die Grenzen der Vorstellungskraft und darüber hinaus. Um das beschriebene Universum zu ermöglichen, postuliert Niven einige neue physikalische Prizipien und spinnt diese bis in die letzte Konsequenz aus, ohne dabei die klassische Physik und die Realität aus den Augen zu verlieren. Ähnliches gilt für die auserirdischen Hauptfiguren, ihre Erscheinung, ihr Verhalten und ihre Geschichte bilden eine geschlossene Einheit und sind glaubhaft. Aus ihren rassentypischen Eigenarten entwickeln sich interessante Konflikte und oft humorvolle Situationen. (Besonders der überängstliche Pflanzenfresser ist wunderbar überzeichnet.) Wie in anderen Romanen auch, z.B. 'Der Splitter im Auge Gottes' und 'Fussfall' baut Niven auch hier ein logisch in sich geschlossenes Universum mit überraschenden und faszinierenden Entwicklungen. Insgesamt ist dieser Roman sicher ein Meisterwerk im Bereich der Science-Fiction und eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe, obwohl der Schluss etwas abrupt kommt.
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am 3. Februar 2008
Kurz zum Inhalt:
4 skurile Wesen (ein Zweimeter-Chinese, ein blauhäutiges, '68er-typisch naiv-entücktes Mädchen, ein Riesentiger-Typ und ein Doppel-Pythonköpfiger
Dreifuss) machen sich auf, eine gigantische Ringwelt (s.Umschlag) zu erforschen, müssen dabei notlanden und versuchen mit allerlei Tricks wieder heim zu kommen.
Die Story spielt im Ringwelt-Universum von Larry Niven etwa im Jahr 2500. Die Menschen haben sich in dieser Zukunft mit drei Fremdrassen (Kzin, Puppenspieler,Outsider) einigermassen arrangiert, wissenschaftlich ausgetauscht und Territorien abgesteckt.
Die Ringwelt, die durch einen Zufall entdeckt wurde, zeigt sich als von Wesen gebaut, welche göttergleich zu sein scheinen. Wer sind sie?

Die Figuren im Roman wirken sehr Comichaft die Dialoge schwach, die Charaktere sehr simpel strukturiert, nicht selten wundert man sich über die Gedankengänge, Wortwahl und Argumente der Akteure.
Die Geschichte lebt vor allem von der grossen Idee dieser gigantischen Ringwelt.
Gern lässt man sich als Leser dazu verführen, sich diese Riesenlandschaft ohne Horizont und Sonnenuntergänge vorzustellen, und analysiert insgeheim die Beschreibungen auf ihre logischen Qualitäten (z.B.: kann man tatsächlich mehrere zehntausend Kilometer weit sehen, wenn es keinen Horizont gibt ? Kann man Nachts den Ringweltbogen am Himmel sehen, wenn dieses Artefakt doch den Durchmesser der Erdumlaufbahn hat ?)
Die Kulisse des Romans lässt einen gerade noch den Stil und die schrägen Figuren ertragen, die in ihrer skurillen Klischeeheit manchmal fast wehtun.
Also zusammengefasst:
Ideen: 5 *
Kulissen: 5*
Charaktere: 2*
Stil: 2*
Dialoge: 2-3*
Handlungslogik: 3*
Wissenschaft/Theorien/Authentitzität: 0-3*

Zum Vergleich: Der RAMA-Zyklus von A.C.Clarke, der ebenfalls die Erforschung eines gigantischen Artefaktes zum Thema hat, ist wesentlich besser geschrieben, menschlich näher und "erwachsener".
Auch "Orbitsville" von Bob Shaw (Erforschung einer Dyson-Kugelwelt um eine Sonne) ist gar nicht schlecht, und gut geschrieben.

Ansonsten:
Als Einstieg in diesen Roman bietet sich an "Crashlander" und "Der kälteste Ort" zu lesen, da sich im Roman Ringwelt mehrmals auf Sachen bezogen wird, die in den anderen Geschichten ursächlich stattfinden.
Und: Man fragt sich wann Hollywood endlich mit seiner heutigen Computer-Tricktechnik diese gigantische Ringweltkulisse auf die Leinwand zaubert!

Zum Modell der Ringwelt:
Meines Erachtens ist Niven mit seinem Ringwelt-Entwurf ein ganzes Stück über die Grenzen seiner Phantasie hinausgelangt. So beschreibt er zum Beispiel, dass man bei Nacht einen leuchtenden Bogen gen Himmel steigen sieht, unterbrochen von schwarzen Feldern (Schattenwürfe der Blenden), der sich blau strahlend immer weiter verjüngt.
Zahlreiche Artwork-Künstler haben diese schöne Idee in nette Bilder umgesetzt (einfach bei Google-Bilder mal "ringworld" eingeben), aber:
sie haben alle unrecht!!!
Ein Ring mit einem Umfang von mehr als einer Milliarde Kilometer und einer Beite von 1,6 Mio km, hat solche Ausmasse, dass, wenn man sich auf der Oberfläche befindet und in Richtung des Ringverlaufs schaut, keine Krümmung mehr sieht.In der Nacht dürfte allenfalls eine dünn gestrichelte Linie von einem Punkt am "Horizont" aufsteigen,in Richtung Zenit wandern und hinter einem wieder herabkommen.

Niven meint zwar, dass diese Welt keinen Horizont hat, aber, so sauber die Luft auch wäre, in der Gesamtmenge über die Sichtentfernung betrachtet, ist auch die sauberste Luft dann wie trübes Glas, und nach einigen hundert Kilometern ist Schluss mit klarer Sicht.
Eine grau-weiss-diffuse Grenze wäre soetwas wie ein "atmosphärischer Horizont", der unsere Sicht beendet.
Man müsste quasi mehrere hundert, vielleicht sogar mehrere tausend Kilometer hoch steigen um die Ring-Biegung zu sehen, oder gar die seitlichen Grenzen des Ringes mit seinen 1600 Kilometer hohen Bergen.
Auf der Oberfläche, bei Tag, sieht es also ganz ähnlich aus wie bei uns mit klarer Luft (was es natürlich nicht mehr gibt, ausser vielleicht an einigen wenigen abgelegen Orten...).
Also können wir mir unserer winzigen Erde ganz zufrieden sein...
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