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35
4,4 von 5 Sternen
Das Erbe der Braumeisterin: Historischer Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. April 2012
So ganz kann sie es nicht lassen- drei der Nebenfiguren landen am Ende des Buches- ja wo wohl- in Venedig.

Aber das ist schon die einzige Erinnerung an die bisherigen historischen Romane von Charlotte Thomas. Nein, so stimmt das natürlich nicht- die einzige inhaltliche Erinnerung. Charlotte Thomas hat zwar Zeit und Ort ihrer bisherigen Werke verlassen und führt uns in das Köln des 13. Jahrhunderts (echtes Mittelalter diesmal!) aber ihre erzählerische Qualität, ihre Zeichnung der Protagonisten, der Umgebung, ihre Fähigkeiten eine Geschichte zu erzählen und dabei Geschichte zu vermitteln, die hat sie in diese Zeit und an diesen Ort mitgenommen.

Die Zeit in der die Zünfte erstarkten und den Kampf gegen die reichen Kaufmannsfamilien in der Stadtführung suchten, als Handwerker das Selbstbewusstsein entwickelten und die Kaufleute wiederum gegen den Stadtherrn, den Erzbischof, aufbegehrten. Die Zeit nach dem Kreuzzug des heiligen Ludwig, der so brutal gescheitert war- das ist der Hintergrund der Geschichte der Brauerin Madlen. Die Zunft der Brauer- die damals zu Köln noch Bruderschaft hieß- hatte strenge Regeln, eine Witwe kann den Betrieb weiterführen wenn der Ehemann das erbrechtlich geregelt hatte, ansonsten bleibt ihr ein Jahr, wenn sie in der Zeit keinen Brauer heiratet wird der Betrieb geschlossen, das Braurecht verfällt. Madlens Ehe war jung, an Tod und Erbrecht noch kein Gedanke, als der Ehemann durch Mord zu Tode kommt. Madlen muss kämpfen, für sich, ihre Freiheit und ihre Liebe- das alles aber nicht in Form einer historisierenden Schnulze, sondern lebensbunt in der Zeit geschildert. Die Nöte einer Handwerkerin und die eines Ritters, der als solcher ausgebildet nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft eine veränderte Welt findet- die Familie tod und vertreiben von der Lehnsburg, recht- und heimatlos zum Raubrittertum verurteilt. Wie die beiden wirklich zueinanderfinden und eine gemeinsame Zukunft aufbauen können, das ist absolut lesens- und empfehlenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 5. Dezember 2013
"Das Erbe der Braumeisterin" war bereits mein dritter Roman dieser Autorin, und wieder einmal hat sie nicht enttäuscht.

Zum Inhalt: Im Köln des 13. Jahrhunderts muss die junge Madlen um ihre Zukunft bangen. Nach dem Mord an ihrem Ehemann darf sie ihre Brauerei nicht unbefristet weiterführen - jedenfalls nicht allein. Ein Jahr gibt man ihr Zeit um einen neuen Ehemann zu finden, der noch dazu auch Brauer sein muss. Doch die Kandidaten die zur Wahl stehen wecken bei Madlen nicht gerade Begeisterung. Im Zuge eines fragwürdigen Plans lässt sich sie darauf ein den zum Tode verurteilten Johann von Bergerhausen beim Henker auszulösen und zu ehelichen. Zu Beginn hofft Madlen dass Johann nach kurzer Zeit weiterziehen wird, doch mit der Zeit lernt sie ihn besser kennen und ändert ihre Ansichten. Doch obwohl Johann sich zu Madlen hingezogen fühlt, und die Arbeit in der Brauerei ihm Spass macht, hat er noch ein anderes Ziel: Er will das Erbe zurückgewinnen welches ihm während seiner langjährigen Abwesenheit (er befand sich als Soldat im Krieg) gestohlen wurde.

Was mir an den Romanen von Charlotte Thomas immer gut gefällt ist ihre bildhafte Schreibweise bei der man sich wirklich alles gut vorstellen kann. Wie ein Film laufen ihre Geschichten vor dem Auge des Lesers ab. Ich fühlte mich direkt ins Köln des 13. Jahrhunderts versetzt! Auch die Charaktere waren alle gut beschrieben, und wirkten vielschichtig und interessant. Nicht nur Madlen und Johann haben mir gefallen, auch einige der Nebenfiguren - wie z. B. Veit, Cuntz und Juliana - habe ich sofort ins Herz geschlossen.

Meiner Meinung nach ist "Das Erbe der Braumeisterin" eine wirklich tolle Geschichte für jeden der Romane mag die im Mittelalter spielen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. April 2014
Eigentlich mag ich kein Bier, dennoch finde ich dieses Getränk, für das Deutschland ja auch etwas berühmt ist, sehr spannend. Ich meine: Für wie viele andere in Deutschland hergestellte Getränke gibt es noch ein Reinheitsgebot? Deshalb habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, mit dem ich mir erhofft habe, mehr über Bier zu erfahren. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Story ist keine besonders neue: Die Witwe Madlen ist zwar mehr als fähig, das Geschäft ihres Mannes nach seinem Tod allein weiterzuführen, hat aber nicht genügend Rechte dafür. Aus diesem Grund muss sie wieder heiraten, um das Braurecht und das Sudhausbehalten zu können (das Sudhaus würde sonst an die Zunft übergehen). Ein Jahr hat sie Zeit, um einen neuen Ehemann zu finden, der sich auch noch mit der Braukunst auskennen muss. Sie ist ganz hübsch und hat einige Anwärter, leider aber sagen sie ihr so gar nicht zu. In ihrer Verzweiflung kauft sie dem Henker den ehemaligen Kreuzritter Johann ab und ehelicht ihn, während er noch fast bewusstlos ist. Nun müssen die Eheleute versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und so langsam wächst zwischen ihnen die Liebe, trotz der vielen Feinde, die ihnen schaden wollen.
Im 13. Jahrhundert war Köln die größte Stadt im deutschen Reich. Charlotte Thomas lässt vor unserem inneren Auge die Straßen, die Häuser und Personen zum Leben erwachen. Dazu bereichert sie die Geschichte mit vielen, vielen interessanten Informationen zur Bierherstellung, genauso wie ich es mir erhofft hatte. Wir erfahren mit welchen unappetitlichen Zutaten das Getränk „verfeinert“ wurde (Kräuter, Urin etc.), bevor es durch das Reinheitsgebot zum reinsten Getränk im Lande wurde. Viele weitere Fakten und Hintergrundinformationen bekommt der Leser durch das Glossar mit mittelalterlichen Wörtern, sowie den genaueren Erläuterungen im Nachwort. Dieses Buch entführt einen direkt in ein längst vergangenes Köln mit seinem Flair als große Handelsstadt und in die Welt der Braukunst. Man kann es sehen, riechen und das Bier schmecken. Ein perfekter historischer Roman für alle, die beim Lernen von Geschichte gern mit einer Lebens- und Liebesgeschichte unterhalten werden möchten. (Sandra Kielmann)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ich habe schon einige Romane der Autorin gelesen - allerdings schon vor Jahren und jede einzelne Geschichte hat mir sehr gut gefallen. So wagte ich mich, nach einer längeren "Charlotte Thomas Pause", nun an den historischen Roman, in dem es rund ums Bierbrauen geht. Das Bierbrauen an sich nimmt einen beträchtlichen Teil der Geschichte ein, der Leser erfährt viel über die Braukunst des 13. Jahrnunderts. Interessant ist auch, dass gerade Frauen in jener Zeitepoche zu Hause das eigene Bier gebraut haben. Madlen, die sympatische Hauptfigur, macht es sogar richtig professionell: Sie ist eine hervoragende Bierbrauerin und betreibt außerdem eine Schankstube. Als ihr Vater verstirbt lebt und arbeitet sie mit ihrem Eheman Konrad zusammen. Zum Hausstand gehören auch noch ihr Großvater und mehrere Bedienstete. Als Konrad eines unnatürlichen Todes stirbt, muss Madlen wieder einen Brauer heiraten, um weiter im Geschäft bleiben zu können. An Bewerbern mangelt es nicht, doch Madlen wählt einen ganz anderen Mann aus, der viele Geheimnisse mitbringt.
Neben dem Bierbrauen kommt der Liebe, die sich in unterschiedlichen Facetten zeigt, eine große Rolle zu. Das Böse hält dann und wann Einzug und für Madlen und ihren neuen Mann Johann steht viel auf dem Spiel ...

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr gut lesbar. Die Spannung beginnt gleich am Anfang der Geschichte und bildet einen Bogen der bis zum Schluss anhält. Die Hauptfiguren Madlen und Johann sind durchaus sympatisch und liebenswert, auch der Großvater von Madlen, Johanns Freund Veith und die Begine Juliana wachsen dem Leser rasch ans Herz.

Eine sehr stimmige Geschichte mit vielen Geheimnissen, die vor der Kulisse Kölns dargestellt wird.

Die Autorin Charlotte Thomas hat auch nach Jahren wieder meinen Lesegeschmack gertroffen und ich fühlte mich bestens unterhalten.

Wer sich gerne zurück ins 13. Jahrhundert entführen lassen möchte, sollte sich diese Geschichte nicht entgehen lasen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Madlen und ihr Mann Konrad betreiben im Köln des 13. Jahrhunderts eine Bierbrauerei. Als Konrad ermordet wird, führt Madlen die Brauerei gemeinsam mit dem Gesellen Caspar, den Lehrjungen Berni und Willi sowie Opa Cuntz alleine weiter. Doch die Zunft sieht das nicht gerne und verlangt von Madlen, dass sie innerhalb eines Jahres nach Konrads Tod wieder einen Brauer heiratet. Wenn sie diese Auflage nicht erfüllt, darf sie kein Bier mehr brauen.
Zur Wahl stehen Jacop und Barthel, doch beide Kandidaten sagen Madlen überhaupt nicht zu.
Kurz vor Ablauf der Frist lernt sie Johann kennen, einen ehemaligen Kreuzfahrer. Er hat Kenntnisse vom Brauen und wird unter ungewöhnlichen Umständen Madlens Mann.
Doch mit Johanns Einzug in die Brauerei ändert sich vieles...
* Meine Meinung *
Ein wunderbares Buch! Ich lese sehr gerne historische Romane, und das Mittelalter hat mich schon im Geschichtsunterricht fesseln können.
Beim Lesen dieses Buches wird das Mittelalter regelrecht lebendig. Ich hatte das Gefühl, neben Madlen zu stehen und alles so zu erleben, wie sie es erlebt hat.
Charlotte Thomas hat einen wunderbaren packenden Schreibstil. Man ist in der Geschichte drin und merkt gar nicht, wie beim Lesen die Zeit verfliegt.
Alle Figuren sind liebevoll herausgearbeitet und wirken sehr echt.
Die Geschichte spielt in Köln. Ich habe die mittelalterliche Stadt direkt vor mir sehen können anhand der detaillierten Beschreibungen.
Die ganze Geschichte wirkt echt, sehr durchdacht und gut recheriert.
Das Ende ist besonders schön. Alle Fäden werden am Schluss entwirrt und alle offenen Fragen beantwortet.
Langeweile kommt bei diesem Buch nicht auf. Es bietet Spannung, Romantik, Unterhaltung und ist einfach nur wunderschön und sehr lesenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 21. Juli 2012
Im Mittelalter waren Frauen tatsächlich in der Brauereibranche tätig, die Zünfte, die sich damals noch nicht "Zünfte", sondern "Bruderschaften" nannten, ließen jedoch ungern Frauen als eigenständige Braumeisterinnen walten. So muss auch die junge Madlen nach dem Tod ihres Mannes Konrad innerhalb eines Jahres einen Braumeister heiraten, um ihren Betrieb weiterführen zu können. Die beiden zur Auswahl stehenden Brauer, von denen einer sogar in sie verliebt ist, sagen ihr nicht zu, so heiratet sie Johann, einen ehemaligen Kreuzritter, den es auf der Suche nach seiner vor Jahren verschollenen Schwester in ihre Schänke verschlagen hat. Johann mag kein Bier, aber er versteht etwas vom Brauen, da er mit seinem schwer verletzten Freund und Kriegsgefährten Veit für einige Zeit in einem Kloster untergekommen war.
Das Zusammenleben der "unwilligen" Eheleute gestaltet sich nicht einfach, was nicht nur an ihrer anfangs mangelnden Vertrautheit liegt, sondern vor allem daran, dass beide einflussreiche Feinde haben, die Madlen um ihren Besitz und Johann um sein Leben bringen wollen. So erleben Madlen, Johann und ihre Hausgenossen, der Brauereiknecht Caspar, die Lehrjungen Willi und Berni, die Magd Irmla und Madlens betagter Großvater Cuntz allerlei gefährliche Abenteuer. Eine Bedrohung stellen auch die finsteren Spitzbuben dar, die 15 Jahre zuvor Johanns Mutter emordet und seine Schwester vergewaltigt und beinahe getötet haben.

Die Charakterisierung einiger Romanfiguren tendierte mir ein bisschen zu sehr in Richtung Schwarz-Weiß-Malerei: Johann ist zu heldenhaft geraten, die "Bösen" sind abgrundtief schlecht und Jacop, der Sohn eines weiteren Brauereibesitzers, ist geradezu unglaublich dumm und naiv. Besser gelungen ist die Ausarbeitung der Charaktere der Protagonistin Madlen und des Scharfrichters Hermann, deren Wesen gute und schlechte Eigenschaften zeigt. Madlen ist äußerst tüchtig und fleißig, aber sie ist auch eine eifersüchtige, oft keifende Schreckschraube...

Sehr interessant sind die Fakten, die der Leser über die mittelalterliche Bierbrauerei erfährt. Lange vor der Einführung des Reinheitsgebots wurden dem Bier allerlei Kräuter, teilweise sogar Bilsenkraut, beigefügt und nicht selten gab es aus Aberglauben heraus auch wenig appetitliche Zusätze wie den Finger eines Toten oder Urin. Die Autorin hat hier offenbar sehr gründlich recherchiert und dem Roman neben einem Glossar mittelalterlicher Begriffe auch noch ein Nachwort mit "Details zur Kölner Biergeschichte" beigefügt.

Der Erzählstil von Charlotte Thomas hat mir sehr gefallen. In den relativ kurzen Kapiteln, die sich auf vier große Teile verteilen, erzählt sie ansprechend, flüssig und oft auch spannend, sodass man das Buch zügig lesen kann. Wäre es kein Roman, sondern ein Bier, könnte man ihn als "süffig" bezeichnen.

Für Freunde historischer Romane, die im Anspruch über die seichteren Titel des Genres hinausgehen, die aber gleichzeitig nicht so schwierig sind, dass sie zusätzliche Recherchen des Lesers erfordern, sondern vor allem der guten Unterhaltung dienen, vergebe ich eine Leseempfehlung.
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Die junge Kölner Braumeisterin Madlen betreibt mit ihrem Mann Konrad eine Brauerei nebst Ausschank, bis eines Nachts ihr Ehemann auf dem eigenen Grund ermordet wird. Bald darauf beschließen die Herren der Brauerzunft, dass die junge Frau ihr geliebtes Geschäft nur dann weiterführen darf, wenn sie in Bälde einen Brauer ehelicht. Einige entsprechend interessierte, aber alles andere als für Madlen interessante Kandidaten sprechen vor, bis eines Tages Johann von Bergerhausen auf der Bildfläche erscheint. Von allen Brauern scheint er der am meisten geeignete Bewerber zu sein, wären da nicht drei ganz wesentliche Haken bei der Sache: Johann verdient sein Fortkommen als Raubritter, hasst Bier... und ist alsbald zum Tode verurteilt. Für Madlen, die um jeden Preis ihr Geschäft behalten möchte, ist guter Rat nun teuer - und nicht nur der!

Mit "Das Erbe der Braumeisterin" legt Charlotte Thomas nach einer Reihe von Venedig-Romanen diesmal eine Geschichte vor, die im mittelalterlichen Köln spielt. In gewohnter und geliebter Manier erschafft die Autorin dabei liebenswerte und dennoch kantige Hauptfiguren, lebendige und schrullige Nebencharaktere und beschreibt das historische Köln mit seinem Braumeisterwesen so detailliert und lebhaft, dass man die Gruit, den Schweiß der Menschen und den Dunst des Bieres wirklich zu riechen glaubt. Das Erzähltempo ist etwas behäbiger als bei den Venedig-Romanen, doch das tut der Geschichte keinen Abbruch, im Gegenteil: es passt zu Madlen und Johanns Geschichte. Am Ende wartet diese dann mit einem fulminanten Abschluss auf, der alle Fragen klärt und den Leser wunschlos glücklich zurücklässt (Okay, nicht ganz vielleicht, denn ich hätte gern noch ein paar Seiten länger über die "Braumeisterin" gelesen...).
Besonders gefallen hat mir außerdem, dass zum einen auch die Tiere des Haushaltes ihre kleinen Rollen spielen und dass sich humorige Szenen immer wieder mit Erzählsequenzen abwechseln, die dem Leser die Tränen der Rührung oder Trauer in die Augen treiben.

FAZIT: Ein Roman, der Freunden historischer Schmöker vorbehaltslos empfohlen werden kann und bei mir schon wieder die Lust auf den nächsten "Thomas" geweckt hat!
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Köln, 1260: Nach dem gewaltsamen Tod ihres Ehemannes steht Madlen vor einem großen Problem: Wenn sie ihr Brauhaus weiterhin betreiben möchte, muss sie binnen eines Jahres erneut heiraten. Kurz vor Ablauf der Frist entscheidet sie sich, den ehemaligen Kreuzritter Johann zu ehelichen, der allerdings selbst mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat. Geplant war eigentlich, dass er nur so lange an ihrer Seite bleibt, bis die Braumeister-Zunft von der Gültigkeit ihrer Ehe überzeugt ist. Doch es kommt anders ...

Normalerweise bin ich bei solchen "-in"-Romanen ja eher skeptisch, dieses Buch konnte mich aber restlos überzeugen.

Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund einer spannenden und von vielen Intrigen begleiteten Auseinandersetzung zwischen dem seit langem etablierten Geldadel und der aufstrebenden Klasse der Handwerker um die Machtverteilung - bei der auch der Erzbischof kräftig mitmischt.

Der Roman gut recherchiert, vor allem die Informationen über die Technik des Bier-Brauens im mittelalterlichen Köln sind interessant.

Die Beziehung zwischen Madlen und Johann wird sehr ergreifend geschildert, man kann gut nachvollziehen, wie sich aus einer ursprünglich als bloße Zweckehe gedachten Verbindung langsam eine richtige Liebe entwickelt.
Es gelingt der Autorin dabei hervorragend, aus ihren Protagonisten echte Menschen zu machen, sämtliche Figuren, auch die Nebendarsteller, sind lebendig und realistisch charakterisiert, mit Stärken und Schwächen, Wünschen und Hoffnungen, sodass es dem Leser leicht fällt, sich in sie alle hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufühlen. Es treten keine makellosen Übermenschen auf, auch die Hauptdarstellerin Madlen ist keine Superfrau und man kann sehr gut ermessen, wie anstrengend es für sie ist, immer den Überblick zu behalten und sich um alles zu kümmern und wie schwer es ihr fällt, langsam ein bisschen Verantwortung abzugeben.

Der Erzählstil ist so lebendig, dass man immer das Gefühl hat, selbst mitten im Geschehen zu sein. Obwohl keine großen Action-Szenen vorkommen, bleibt es doch bis zum Schluss spannend. Dabei sind sämtliche Handlungselemente und Wendungen nachvollziehbar und alle Handlungsstränge werden zu einem stimmigen Ende geführt.

Fazit: Ein wunderbarer historischer Roman mit großen Gefühlen und einem Hauch Erotik, den man allen Fans dieses Genres nur empfehlen kann.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das neuste Buch von Charlotte Thomas entführt den Leser dieses Mal nicht nach Italien, sondern nach Köln ins 13. Jahrhundert. Hauptperson ist Madlen, die in der mit Abstand größten Stadt im Deutschen Reich eine eigene Bierbrauerei und die Schenke "Zum Goldenen Fass" zusammen mit ihrem Mann führt.

Doch das sorgenfreie Leben hält nicht an. Madlens Mann wird ermordet und sie bekommt von der Zunft die Auflage, dass sie binnen eines Jahres entweder wieder heiraten oder die Brauerei verkaufen muss. Ein Jahr geht schnell vorüber und zusammen mit ihrem fleissigen Knecht und den beiden Lehrjungen führt Madlen den Betrieb weiter. Als sich die Frist dem Ende neigt, geben sich die Bewerber bei Madlen die Klinke in die Hand. Keiner kommt aber an ihr Herz heran. Kurz vor Ablauf der Frist allerdings, wird ihr ein neuer Kandidat schmackhaft gemacht. Diesen muss sie allerdings erst beim Scharfrichter auslösen und wieder zusammenflicken. Madlen lässt sich auf den Deal ein und ahnt nicht, wen sie sich da ins Haus geholt hat...

Auch dieses Jahr legt Charlotte Thomas wieder einen starken Roman vor. Nicht nur das Cover und die wunderschönen Illustrationen überzeugen, auch sprachlich ist der Roman wieder gewaltig und dabei so lebhaft, dass der Leser Teil der Geschichte wird.

Nebst einer spannenden, flüssigen Geschichte, erfährt man hier auch einiges über das Bierbrauen und hat dabei den Eindruck, dass das Schreiben dieses Buches der Autorin Freude gemacht hat. Ganz anders als ihre bisherigen Werke und doch in der gewohnten Qualität kann auch dieses Mal Charlotte Thomas überzeugen.

Ich habe das Buch mit Vergnügen gelesenund war traurig, als ich Madlen und die ihren wieder verlassen musste.

Fazit: Ein spannender historischer Roman, bei dem man die Geschichte wie im Rausch erlebt. Sehr empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. April 2012
Ich freue mich jedes Jahr, wenn es einen neuen hist. Roman von Charlotte Thomas gibt. Ich kenne und liebe alle ihre Romane, daher bin ich mit ihrem tollen, lebhaften Schreibstil schon vertraut.
Man ist sofort in der Geschichte drin und leidet mit Madlen. Sie und ihr Mann Konrad haben eine gut gehende Brauerei mit einer Schankstube "Zum goldenen Faß". Doch ihr Mann wird hinterrücks ermordet und als Witwe darf sie die Brauerei nur ein Jahr lang alleine betreiben. Nach Ablauf der Frist muß sich Madlen erneut verheiraten oder alles verkaufen.
Madlen ist eine quirlige, junge, attraktive Frau und es mangelt auch nicht an Verehrern. Doch in Madlens Herz kann sich keiner stehlen.
Kurz vor Ablauf der Frist scheint sich doch noch ein passender Kandidat gefunden zu haben, doch den muß Madlen erst beim Scharfrichter auslösen.....
Es hat mir großen Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen. Die Protagonisten sind sehr vielseitig, alle entwickeln sich weiter, wachsen z. Teil sogar über sich selbst hinaus. Es passiert soviel unvorhergesehens, aufregendes, spannendes, trauriges, schönes, man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Sehr gut haben mir auch die detaillierten und äußerst interessant erklärten Vorgänge über das Bierbrauen gefallen.
Auch das Cover und die Innengestaltung des Buches sind wieder ein wahrer Augenschmaus und ziehren jedes Bücherregal.
Da ich von dem Buch nur schwärmen kann, hat es sich auch schnell zu meinem Lieblingswerk von Charlotte Thomas entwickelt.
Die Geschichte wird in meiner Jahreshighlightsliste 2012 bestimmt sehr weit oben stehen.
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