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TOP 500 REZENSENTam 25. Januar 2014
Wir befinden uns in Lübeck im Oktober 1375. Im Hause des Kaufmanns und Ratsherrn Konrad Vresdorp wird Adrian Vanderen, ein junger Kaufmann aus Brügge, erwartet. Gleichzeitig sind die politischen Verhältnisse schwierig. Der dänische König liegt im Sterben. Es gibt zwei Anwärter auf die Macht. Der Kaiser will Lübeck besuchen. Die Stadt möchte ihm einen großartigen Empfang bereiten, sich aber aus den politischen Zwistigkeiten raushalten.
Auch Henrike Vresdorp, die Tochter des Kaufherrn, darf an dem Ball teilnehmen. Doch am nächsten Tag ist für Henrike und Simon, ihren 13jährigen Bruder, nichts mehr wie vorher. In der Nacht hat man den toten Vater ins Haus gebracht. Sie sind nun Waisen. Sofort nehmen Onkel und Tante das Zepter in die Hand.
Die Autorin hat einen spannenden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung des Lebens zu jener Zeit. Die Autorin lässt mich teilhaben an den Handelsabläufen, dem Leben auf einem Landgut und der Ausbildung der Lehrjungen in Bergen.
Es wird deutlich, dass auch der Beruf des Kaufmanns ein hohes Risiko barg.
Die Protagonisten wurden ausreichend charakterisiert. Henrike ist eine junge Frau, die weiß, was sie will. Ihr Vater hat großen Wert auf die Bildung seiner Kinder gelegt. Deshalb ist sie in der Lage, auch kaufmännische Entscheidungen zu treffen.
Simon, ihr kleiner Bruder, zeichnet sich durch sein mitfühlendes Wesen aus. Sein Stolz, sich nicht unterkriegen zu lassen, hilft ihm, schwierige Situationen durchzustehen. Die Geschwister haben ein enges Verhältnis zueinander.
Nach und nach erfahre ich auch einiges über die Vergangenheit der Familie. Ihr Schicksal ist eng mit der Geschichte von Gotland verbunden.
Da die Ratsherren und Testamentsvollstrecker zum einen mit den unsicheren politischen Verhältnissen beschäftigt sind, zum anderen einige Interessen haben, schaut keiner dem Onkel, der als Vormund eingesetzt wurde, auf die Finger. Henrike schwankt zwischen Unterordnung und Widerstand. Die Autorin hat es ausgezeichnet verstanden, die Gewissenkonflikte der jungen Protagonistin darzustellen. Dabei denkt Henrike nicht nur an sich, sondern setzt sich auch für andere ein.
Natürlich spielt auch die erste Liebe der jungen Frau eine Rolle. Ich fand es richtig, dass ihr nur ein geringer Raum eingeräumt wurde.
Das Buch lässt sich zügig lesen. Es hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Dazu beigetragen haben die ausführlichen Recherchen der Autorin, die in den Beschreibungen der Stadt und ihrer Bewohner deutlich wurden und dem Buch nicht nur seine historische Authentizität, sondern auch sein Lokalkolorit geben.
Positiv hervorzuheben sind weiterhin das Personenverzeichnis mit der Kennzeichnung der historisch verbürgten Personen und das Glossar. In wenigen Worten weist die Autorin außerdem auf historische Fakten und eigene Phantasie hin.
Das Cover mit der Ansicht von Lübeck ist gelungen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dazu beigetragen haben die vielen Fakten über die damalige Zeit, die geschickt in die Handlung integriert wurden, die sympathische Protagonistin und die vielschichtige Handlung. Freude und Leid, Habgier und Hilfsbereitschaft, Mut und Verrat wurden zu einer gut erzählten Geschichte verwoben und in den historischen Kontext gestellt. Die anschauliche Sprache und aussagekräftige Dialoge machen das Lesen zum Vergnügen.
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TOP 500 REZENSENTam 18. Juni 2015
Lübeck im Jahre 1375. Die junge Henrike lebt zusammen mit ihrem 13jährigen, jüngeren Bruder Simon und ihrem Vater zusammen. Ihre Mutter ist verstorben und so ist die Köchin Margarethe, die einzige erwachsene Frau im Hause. Eigentlich sind alle glücklich und erwarten sehnlichst die Ankunft von Adrian, einen jungen Kaufmann aus Brügge. Politisch sieht die Lage etwas verzwickter aus. Der dänische König liegt im Sterben und der Kaiser möchte Lübeck besuchen. Außerdem stört Hartwig, der Bruder ihres Vaters ungemein. Und in dieser Situation überschlagen sich die Dinge. Konrad, der Vater von Henrike stirbt unter mehr als mysteriösen Umständen und Hartwig ergreift nicht nur die Vormundschaft, sondern auch das Geschäft seines verstorbenen Bruders. Henrike erträgt diese Situation nicht und versucht mit Adrians Hilfe, in den sie sich langsam verliebt, die Wahrheit über den Tod ihres geliebten Vaters aufzudecken. Doch es gibt jede Menge Feinde und Steine, die Henrike immer wieder in den Weg gelegt werden.

== MEINE MEINUNG ZUM BUCH ==
„Die Hansetochter“ ist ein klassischer, historischer Roman, der in meinen Augen definitiv nur etwas für absolute Fans dieses Genres ist. Wer nur gelegentlich und bevorzugt etwas leichtere Kost aus diesem Sektor mag.

Der Einstieg beginnt mit einem Prolog, in dem sich Henrike als Junge verkleide in ein Hurenhaus begibt. Warum? Das verrät die Autorin natürlich nicht sofort, sondern erst 500 Seiten später. Dadurch möchte sie die Spannung aufbauen und den Leser ans Buch fesseln. Leider ist es mir völlig egal, warum die arme Henrike das machen musste, schließlich gibt der Klappentext schon die nötigen Gründe. Lediglich Details fehlen eben. Auf den folgenden 500 Seiten wird ausführlich erklärt, wie die Handelsbereiche in der damaligen Zeit ausgesehen haben und es wird alles sehr authentisch und voller Fakten beschrieben. Aber ich empfinde den teilweise sehr detaillierten Stil frei von jedweder Spannung. Man merkt, dass die Autorin hier wirklich ihr Augenmerk drauf ausgelegt hat. Nämlich die historischen Kaufmänner wieder zum Leben zu erwecken. Den Mord, die Intrige und die Liebesgeschichte sind so nebensächlich.

Hätte das Buch nicht in Lübeck gespielt, einer Stadt, in der ich schon oft war, dann hätte ich ganz ehrlich abgebrochen. Ich empfand es aber interessant zu sehen, wie sich die Stadt seit damaligen Zeit entwickelt hat.

Henrike ist zudem eine Persönlichkeit mit der man zwar schnell warm wird, die aber leider nichts besonderes an sich hat. Im Grunde habe ich mich beim Lesen zwar nicht gelangweilt, aber es hat auch keinen Spaß gemacht.

Da es eine persönliche Meinung ist und es eben wirklich daran liegt, dass es mir zu historisch angelegt war, gibt es faire 3 Sterne, denn eigentlich macht die Autorin alles richtig.
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am 17. Dezember 2014
Zum Inhalt
Die sechzehnjährige Henrike wächst in Lübeck als Tochter des allseits respektierten, gutsituierten Hansekaufmanns Konrad Vresdorp auf. Ihr Vater sucht in Kaufmannskreisen bereits nach einem passenden Ehemann für sie, ihr jüngerer Bruder Simon soll später das Geschäft übernehmen. Henrikes vorgezeichnetes Leben gerät aus der Bahn, als ihr Vater unerwartet verstirbt. Vormund wird ihr trunksüchtiger, betrügerischer Onkel Hartwig. Dessen skrupellose Frau Ilsebe und ihr missratener Sohn, der sadistische Nikolas, lassen keine Gelegenheit aus, Henrike und ihrem Bruder Simon das Leben schwerzumachen. Simon wird mit Nikolas auf eine Handelsreise nach Bergen geschickt, hier ist er der Willkür seines brutalen Cousins ausgeliefert. Henrike bleibt in Lübeck und führt quasi das Leben einer Gefangenen, während ihre habgierigen Verwandten das Erbe verschleudern und durch ihr betrügerisches kaufmännisches Gebaren den Namen Vresdorp in den Schmutz ziehen. Für Henrike scheint es unmöglich, dem Rat der Stadt Lübeck ihre Lage zur Kenntnis zu bringen, ihre letzte Hoffnung ruht auf dem jungen Kaufmann Adrian Vanderen, einem Geschäftspartner ihres verstorbenen Vaters.

Beurteilung
Thematisch ist der Roman interessant: Der Leser erfährt allerhand Wissenswertes über die Hanse, er bekommt Einblick in die Arbeitsweise der Handelsherren und die Gefahren, die beim Verschiffen der Waren drohen, sei es durch Unwetter oder durch Piraten. Auch das Leben und die Gebräuche der Kaufleute in Bergen sowie die Wohnverhältnisse an derartigen Handelsstützpunkten werden anschaulich geschildert, wobei das Glossar eine Hilfe ist.
Nicht gelungen ist hingegen die Charakterisierung der wichtigsten Romanfiguren, die durch eine extreme Schwarz-Weiß-Malerei gekennzeichnet ist. Henrike, Adrian und auch Henrikes ungewöhnlich emanzipierte Tante Asta, die einen Gutshof außerhalb Lübecks betreibt, sind "gute" Menschen, ihr Vormund und seine Familie werden dagegen als abgrundtief böse dargestellt. Dieser starke Kontrast zwischen Gut und Böse sorgt zwar für eine Menge Spannung in dem flüssig geschriebenen Roman, geht aber leider sehr zu Lasten der Glaubwürdigkeit. Auch das Ende, das nach dem ausführlich geschilderten Leidensweg der verwaisten Geschwister dann ziemlich rasant abgehandelt wird, erinnert eher an seichtere Vertreter des Genres.
Wer bei historischen Romanen vor allem spannende Unterhaltung sucht, ist mit "Hansetochter" nicht schlecht beraten. Lesern mit weitergehenden Ansprüchen kann dieser Roman nur mit Einschränkungen empfohlen werden.

Fazit
Thematisch interessant, leider nicht optimal umgesetzt!
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am 29. Januar 2014
Hansetochter, ein historischer Roman von Sabine Weiß, erschienen beim Bastei Lübbe Verlag

Lübeck 1375 .Die junge Henrike lebt glücklich mit ihrem jüngeren Bruder und ihrem Vater, sowie der Köchin Margarethe und dem Kaufmannsgesellen Jost, im mutterlosen Haushalt. Der einzige Störfaktor ist der Bruder des Vaters: Hartwig und seine Familie, mit dem es immer wieder Ärger gibt.
Als der Vater durch mysteriöse Umstände zu Tode kommt beginnt für die beiden Kinder ein Martyrium. Der verhasste Onkel übernimmt die Vormundschaft und die Familie reißt alles an sich.
Es ist kaum zu sagen wer am schlimmsten ist, der Onkel, die Tante oder allen voran der Vetter Nikolas.

Wird Henrike es schaffen, sich aus ihren Klauen zu lösen und für sich und ihren Bruder das Erbe zu retten und ein neues Leben zu beginnen?

Die Geschichte hat einen sehr guten Handlungsbogen, die Spannung wird gleich zu Beginn aufgenommen und bis zum Ende gut ausgebaut.
Es sind viele Historische Details eingebaut, die für mich neu waren und die mich überrascht haben. Z.B. dass ein „Langrohr“ (müssen irgendwelche Vorläufer von Gewehren gewesen sein) in der Herstellung 20mal billiger war als eine Armbrust.

Trotzdem hat mich das Buch nicht 100% gefesselt.
Es war mir zu sehr schwarz/weiß oder gut/böse.
Viele Handlungen waren mir zu unglaubwürdig. Bei einigem hatte ich so das Gefühl das muss so widersprüchlich sein, damit die Geschichte weitergehen kann. Ich habe das Buch in Zug einer Leserunde gelesen, ich denke da bin ich immer viel kritischer.

Mein Fazit:
Ein schöner historischer Roman bei dem alles vorhanden ist:
Liebe und Leid, Grausamkeit und Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Intrigen, Treue und Verrat, Habgier und Wohltätigkeit.

Ich habe lange zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt, leider kann ich keine 3,5 vergeben, aber es sind super gute 3 Sterne
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am 26. Februar 2016
Der Schreibstil ist vollkommen in Ordnung und man muss sich ganz sicher nicht durch die Seiten quälen.
Doch der Inhalt hat mich maßlos enttäuscht. (Fast) allen weiblichen Charakteren wird Gewalt angetan, sie werden furchtbar und ungerecht behandelt. Gegenwehr? Fehlanzeige. Es wird extrem auf die Mitleidsdrüse gedrückt. Ansonsten passiert wirklich nicht viel in diesem Buch! Es ist von Anfang bis Ende absolut vorhersehbar. In dieser Zeit und in dieser Umgebung hätte so viel mehr drin gesteckt, als (ACHTUNG! SPOILER!) eine naive, hilflose ABER selbstverständlich wunderschöne, kluge und charachterlich makellose Protagonistin, die durch pures Glück und äußerliche Umstände praktisch ohne eigene Anstrengungen (außer sich "zum Schein" zu fügen und zu gehorchen) zur großer Liebe und Happy End findet. Die Neben-Erzähllinie über ihren Bruder war fast noch besser, aber eigentlich doch genau so naiv und eindimensional in Gut und Böse geteilt, wie die Haupt-Erzähllinie.
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am 31. Mai 2014
ich hatte das gefühl das Buch schonmal gelesen zuhaben. Die Geschichte war eigendlich ganz gut
und der Handlungsstrang auch vielversprechend. Meines erachtens verzettelt sich die
Schriftstellerin dann jedoch in zuviele Nebenschauplätzen. Zum Schluß mußte sie dann
fertig werden und das Ende wirkt erzwungen und verursacht bei mir das Gefühl einer Unzufriedenheit.
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am 8. April 2014
Hansetochter (orig. Hansetochter) ist ein Historischer Roman von Sabine Weiß. Und ist 2014 in der deutschen Sprache im Bastei Lübbe Verlag als Taschenbuch mit 592 Seiten unter der ISBN 978-3-404-16887-3 für 9,99 € in Deutschland oder 10,30 € in Österreich erschienen.

Buchrücken:

Lübeck 1375: Für Henrike bricht eine Welt zusammen, als ihr Vater völlig überraschend stirbt. Plötzlich steht die junge Frau ganz alleine da - und zu allem Unglück übernimmt der verhasste Onkel ihre Vormundschaft. Als dieser auch noch sämtliche Geschäfte an sich reißt, keimt in Henrike ein schrecklicher Verdacht: Wurde ihr Vater etwa das Opfer einer grausamen Intrige? Sie beschließt, die Wahrheit aufzudecken - doch wem kann sie noch vertrauen? Einzig Adrian, ein junger Kaufmann aus Brügge, steht ihr zur Seite...

Meinung:

Henrike: Ist die 16 jährige Tochter des Hansekaufmanns Konrad Vresdorp und dessen verstorbener erster Frau Clara. Zusammen mit ihrem Bruder Simon darf sie dem Unterricht folgen, und saugt alles wissbegierig in sich auf.

Simon: Ist der kleine Bruder Henrikes und Sohn des Hansekaufmanns Konrad Vresdorp und dessen verstorbener zweiter Frau. Gesundheitlich ein zäher Junge, körperlich gern ein Opfer gleichaltriger Jungen..

Adrian Vanderen: Kaufmann aus Brügge. Geschäftspartner von Henrikes Vater, hält auch nach dessen Tod noch zu Henrike und ihrem Bruder.

Weitere Charaktere, die eine mehr oder mindere größere Rolle in diesem Roman spielen sind:
Hartwig Vresdorp mit Ilsebe und Nikolas und Telse (Onkel und Tante mit Kindern)
Asta, Henrikes Tante mütterlicher Seite, Gutshofbesitzerin in Travemünde.

Es ist die Zeit in der sich Brandenburg und Schweden um die Thronfolge Dänemarks streiten. Es ist das Jahr in dem der Kaiser samt Gattin Lübeck einen Besuch abstattet. Henrike ist voller Vorfreude auf die anstehenden Feierlichkeiten. Hat doch ihr Vater von einer Überraschung gesprochen, und dann dieses tolle neue Kleid, welches sie extra für den Ratsball bekommen soll. Doch dieses Glück soll nicht von Dauer sein. In der Nacht nach dem Ratsball wird Henrike durch Lärm im Haus geweckt, als Freunde der Familie ihren toten Vater ins Haus trugen. Es dauert nicht lang, und ihre verhasste Verwandschaft nistet sich in das Haus ihres Vaters ein und stellt den kompletten Hausstand auf den Kopf. Langjährige Angestellte werden vor die Tür gesetzt und durch neue Angestellte ersetzt. Henrike sieht mit Ensetzten das Andenken ihres Vaters schwinden. War er es doch, der großzügig seine Essensreste mit den Bettlern der Stadt geteilt hatte. Doch dies wird nun von ihrer Tante unterbunden. Auch das Essen wird immer fader. Neben ihrem Onkel steht zwar auch Symon Swerting als Vormund fest, doch dieser lässt das Zepter in Hartwigs Hand. Bald schon nimmt Henrike die Rolle der Cinderella ein. Wie Aschenputtel muss sie, die Tochter eines angesehenen Hansekaufmanns und Ratsherren niedere Arbeit verrichten. Weil sie aufbegehrt, weil sie das Andenken ihres Vaters bewahren will wird sie hart bestraft. Tagelang in die dunkle Kammer gesperrt wird sie plötzlich zu der bösen Tante Asta nach Travemünde geschickt um hier zu lernen wie sich junge Frauen zu verhalten haben. Asta steht ihr abweisend gegenüber, sie soll wieder nach Lübeck zurück. Ihre Meinung ändert sie erst, als sie in letzter Minute hinzutritt als Nikolas zum zweiten Mal versucht über Henrike herzufallen. Schützend stellt sie sich vor das junge Mädchen und hilft ihr über den Schock hinweg. Bis zum nächsten Tauwetter bleibt Henrike bei Asta und schließt Freundschaft mit der jungen Magd Katharine. Henrike macht in Lübeck gute Mine zum bösen Spiel, auch wenn ihr dies nicht immer gelingt. Aber noch mehr Angst als um sich selbst hat sie um ihren Bruder Simon, der viel zu jung schon mit auf die Reise muss.

Hansetochter beginnt mit einem kurzen Einblick in das spätere Geschehen. Dies wirkte erst etwas irritierent auf mich. Fand ich aber an sich sehr gut gemacht. Durch diese Vorwegnahme einer in der Zukunft liegenden Handlung bleibt einem gar nichts anderes übrig, als direkt in die Geschehnisse einzusteigen.

Sabine Weiß hat, laut eigener Aussage, mit "Hansetochter" einen historischen Roman geschaffen dessen weibliche Hauptrolle keine real exisitierende Persönlichkeit war. Dennoch tauchen immer wieder genügend Nebencharaktere auf, die es damals wirklich gab, und die bedeutend in Lübeck mitgewirkt haben. Der Schreibstil der um Henrike und Simon aufgebaut wurde ist sehr flüssig, keinesfalls Altmodisch. Dennoch werden nach Möglichkeit Dinge mit den Bezeichnungen des Mittelalters benannt oder aber der ein oder andere Satz im typischen Platt geschrieben. Was sich aber gut "übersetzten" lässt. Auch wird meist ein ähnlicher Satz in Hochdeutsch gesprochen... Man muss also nicht unbedingt ein Hamburger oder aus der Gegend sein um dieses Buch zu verstehen. Langatmigkeit kam an keiner Stelle des Buches auf. Auch die für das Mittelalter typischen Vergewaltigungen und Verwaltigungsversuche haben nicht gefehlt. (Sie hielten sich in Grenzen und kamen nur zum Buchanfang auf). Die Kapitel an sich sind alle etwas länger gehalten. Man muss sich aber nicht durch diese hindurchquälen, da sie durch Absätze unterteilt sind, welche auch als Szenenwechsel genutzt werden. Wenn sich die Zeit oder der Ort ändert wird dies in einem komplett neuen Kapitel begonnen und es steht dann auch mit als Kapitelüberschrift dabei.

Das Cover ist zweigeteilt. Das untere Drittel ist beige und zeigt das Panorama Lübecks mit seinen Kirchen und dem Dom. In diesem Bereich kommt der in Rot gehaltene Titel sehr gut zur Geltung. Die oberen zwei Trittel weden von einem Fluss (die Trave?) eingenommen der durch Lübeck fließt. Im Vordergrund steht eine junge Frau mit langen blonden Haaren. Sie trägt ein teures grünes Kleid mit einem Gliedergürtel und einer wertvollen Halskette. Diese Frau soll vermutlich Henrike am Tag des Ratsballs darstellen.

Hansetochter eine gelungene Wiederbelebung der alten Hanse. Hätte ich dieses Buch nicht als Rezensionsexemplar erhalten, hätte ich mich allein schon wegen des Klapptextes auf die Suche nach diesem Buch gemacht. Ich bereue es nicht es gelesen zu haben. Und für alle Leser unter euch, die es nicht leiden mögen, wenn ein Buch gelesen aussieht. Dieses Buch hat auf dem Cover und dem Buchrücken kleine Einkerbungen welche verhindern, dass der Buchrücken beim Lesen geknickt wird.

Meine Empfehlung richtet sich an alle Leser, die gern mal in vergangene Zeiten eintauchen. An all die Leser, die Geschichte nicht durch trockene Schulbücher lernen und erleben wollen.
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Henrike Vresdorp lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Bruder Simon und dem Vater allein. Als Tochter des angesehenen und wohlhabenden Kaufmanns Konrad Vresdorp kann sie sich so einiges erlauben. Das ändert sich in dem Moment, wo ihr Vater tot aufgefunden wird. Die Geschwister werden von ihrem Onkel Hartwig aufgenommen, der allerdings nur seinen Nutzen darin sieht. Die Brüder hatten zudem nichtbeigelegte Meinungsverschiedenheiten, die auch das Verhalten gegenüber Henrike und Simon beeinflussen. Der hochverschuldete Geschäftsmann versucht nun, durch Konrads Handelsverbindungen wieder zu Geld zu kommen. Die Geschwister verlieren somit ihre gesamte Existenz. Der Familienzwist zieht immer weitere Kreise.

Als zweite Hauptfigur wird der Brügger Kaufmann Adrian Vanderen vorgestellt. Auch er muss sich durch den Tod Konrads neu organisieren. Durch ihn wird vor allem der im 14. Jahrhundert übliche Handel unterschiedlicher Waren beschrieben. Lübeck war seinerzeit eine wichtige Anlaufstelle für Waren aus Nord und Süd. Die Koggen wurden allerdings immer wieder von Piraten geentert, sodass auch Adrian sich während einer Handelsreise mitten in einem Überfall wiederfindet. Auch an Land war man stets besorgt, ob die Ware überhaupt das Ziel erreicht. Adrian beschäftigt einige Helfer, die den Handel und auch seinen Haushalt unterstützen. Zum Haus Vresdorp hat er ein vertrauensvolles Verhältnis.

Sabine Weiß zeichnet in ihrem Roman ein detailliertes Bild der damaligen Gesellschaft. Das Lübeck des 14. Jahrhunderts wird farbig dargestellt. Hin und wieder fließen seinerzeit übliche mundartliche Sätze ein, die das Flair noch verstärken. Die Drehscheibe des Handels und Sitz der Hanse zog die Menschen in die Stadt und es ist damit auch leicht vorstellbar, dass sich Ereignisse wie im Buch beschrieben abgespielt haben. Auch die erwähnten Städte Brügge und Bergen waren ähnlich organisiert. Die Autorin berücksichtigt am Rande auch den Einfluss der Politik zwischen dem Deutscher Orden und Dänemark. Die belletristische Darstellung der fiktiven Kaufmannsfamilie steht jedoch immer im Vordergrund. Zwar ist die eingeflochtene Liebesgeschichte mit all ihren Hürden früh vorhersehbar, mindert aber den Unterhaltungswert nicht.

Abgerundet wird die Familiengeschichte mit einem leichten Krimianteil. Immer wieder begibt sich die Protagonistin unwissentlich in Gefahr, bis sie die Hintergründe um den Tod ihres Vaters kennt. Auch der vierte historische Roman der Autorin ist ein Lesetipp.
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am 25. Januar 2014
Noch ein paar Seiten, nur noch ein paar Seiten!!! Dieses Buch kann man einfach nicht aus der Hand legen, auch wenn man weiß, dass morgens der Wecker klingelt. „Schuld“ ist der Kunstgriff mit dem Prolog, der die Spannung über 500 Seiten aufrecht erhält. Erst dann wird das Geheimnis gelüftet.
Sabine Weiß ist hier ihr Meisterwerk gelungen, dem man wünscht, ein Bestseller zu werden. Geschickt hat sie die bei ihr gewohnten umfangreichen geschichtlichen Informationen so verpackt, dass der Leser einfach mitgenommen wird, ohne dass es langweilig wird. Hier zeigen sich deutliche Änderungen gegenüber ihren Erstlingswerken.
Dabei ist ihre Recherche erneut akribisch, um nicht zu sagen pedantisch. So weiß sie beispielsweise, dass die Trauformel zur Zeit, in der der Roman spielt, noch recht frei formuliert wurde und sich der starre Text, in dem die Frau geloben muss, dem Mann untertan zu sein und ihm zu gehorchen, der sie also über Jahrhunderte systematisch entmachtet, erst zu Luthers Zeiten etablierte. Auch die damals gebräuchlichen Namen, die damalige Kleidung, das damalige Reisen, die damaligen Sagen,und nicht zuletzt die mittelniederdeutsche Sprache, die jedes Linguistenherz höher schlagen lässt, ganz zu schweigen von den Informationen über die politische Lage, die Städte Lübeck und Bergen sowie natürlich die Hanse tragen zu dem authentischen, lebendigen Eindruck bei, den dieser Roman vermittelt. Dabei ist zu bedenken, dass beispielsweise Autoren wie Ken Follet ein Heer von Rechercheuren beschäftigt, während Weiß bekanntermaßen mit ihrer Familie durch die Welt fährt, um alles selbst zu prüfen.
Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung. Ob Nikolas doch noch eine Bedrohung ist, wie es in Brügge und bei Adrians Verwandtschaft aussieht, ob Claas und Simon sich wiedersehen, diese Geheimnisse möchte man doch zu gerne gelüftet wissen.
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am 22. Mai 2014
Ein erfolgreicher vermögender Lübecker Hanse-Kaufmann, Vater von zwei vielversprechenden minderjährigen Kindern, kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Als Vormund wird der unfähige Bruder des Kaufmanns eingesetzt, der den beiden Kindern Henrike und Simon das Leben zur Hölle macht und nebenbei auch noch das Geld seiner Mündel durchbringt.
Henrike versucht sich zu wehren, wird zur Tante in Travemünde verbannt, Simon wird nach Bergen geschickt.
Es kommt, wie es kommen muss, Henrike wehrt sich mit den ihr zustehenden Möglichkeiten und rettet nicht nur den Rest ihres Erbes, sondern auch den guten Ruf des Hauses/Namens. Als Sahnehäubchen bekommt sie auch noch den reichen Brügger Kaufmann als Ehegatten. Das ist die Storyline, die natürlich noch mit vielen verbürgten historischen Personen und Ereignissen gepimpt wird.
Das Buch ist ganz unterhaltsam und es ergänzt die derzeit beliebten historischen Romane um ein neues Genre, Fazit: Nett, aber ich werde es kein zweites Mal lesen und es daher dem Bücherbasar spenden.
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