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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach wieder WUNDERBAR!!!, 21. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman (Taschenbuch)
Brandenburg 1320 - Magda Harzer, das Mädchen aus Bernau. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt, liebt und braut sie in ihrer Heimatstadt. Trotz aller Schicksalsschläge die das Leben für die Menschen damals bereit hielt, geht es den Harzers relativ gut. Bis zu dem Tag als ein enger Freund der Brauerfamilie durch ungeklärte Umstände ums Leben kommt.

Gebrochen ziehen die Harzers auf der Suche nach dem großen Glück nach Berlin und hoffen dort in das Brauereigeschäft einsteigen zu können. Jedoch fallen sie auf einen Betrüger rein und stehen völlig mittellos und alleine in einer fremden Stadt. Nur Thomas, ein junger Franziskaner steht ihnen immer wieder in größter Not bei – Es entbrennt eine verbotene Liebe.

Wie nicht anders zu erwarten hat Charlotte Lyne wieder einen super spannenden, interessanten und vielseitigen Roman geschrieben. Schon seit dem ersten historischen Roman von ihr bin ich ein großer Fan und verschlinge ihre Werke gerade zu.

Die Protagonisten sind liebenswert und mit vielen Details beschrieben – Gerade Magdas Brüdern möchte man allerdings manchmal den Hintern versohlen. Man fühlt und leidet von Anfang an mit Magda, ihren drei Brüdern und dem knurrigen Großvater.

Auch die Liebesgeschichte die sich zwischen dem Franziskaner und Magda entwickelt hat genau die richtige Prise „Kitsch“ und ist einfach nur schön.

Für mich gab es von Anfang bis Ende überhaupt nichts zu bemängeln und ich wäre gerne noch weiter in Berlin bei den Harzers geblieben.

Vielen Dank an Magda mit ihrer spannenden Geschichte für diese Befreiung aus meiner kaum noch erträglichen Leseflaute.

Auch „Das Mädchen aus Bernau“ bekommt wieder 5 absolut verdiente Sterne!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Bran-den-burg! Bran-den-burg!" Eine Liebeserklärung, ein Schlachtruf!, 25. Dezember 2013
Von 
Jürgen Zeller (Kanton Bern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman (Taschenbuch)
Sobald ich entdecke das die Schriftstellerin Charlotte Lyne einen neuen Historischen Roman veröffentlicht wandert dieses Buch auf meine Wunschliste und wird dann umgehend gekauft und möglichst zeitnah gelesen. Die Geschichten die sie in ihrem unnachahmlichen Schreibstil niederschreibt haben eine fesselnde Anziehungskraft und ihre Figuren eine erdige Bodenständigkeit wie sie im Genre der Historischen Romane leider viel zu selten vorkommen. Hinter jedem ihrer Romane steht ein einschneidendes zeitgeschichtliches Ereignis das die politische und/oder Gesellschaftliche Situation in ihren Grundfesten erschüttert hat.

In Berlin steht am Eingang der Marienkirche ein fast 700-jähriges steinernes Kreuz das als Mahnmal für einen markanten Vorfall im Jahre 1325 steht. Der amtierende Probst Nikolaus Cyriacus von Bernau wurde von einer aufgebrachten Menschenmenge erschlagen und der Papst verhängte daraufhin einen Kirchenbann über die aufstrebende Stadt. Wer auch nur annähernd weiss was Religion und Glaube in dieser Zeit für eine elementare Bedeutung im Leben der Menschen hatten der kann erahnen was es hiess das fortan keine Kirchenglocken läuteten, weder Kindstaufen noch Eheschliessungen vor Gott erlaubt wurden und Begräbnisse ohne Segen der Priester erfolgten. Und wer wollte schon Handel treiben mit einer gottlosen Stadt und ihrer Bevölkerung?

Die Erzählung in diesem Buch setzt ein paar Jahre früher ein im brandenburgischen Bernau bei Magdalena Harzer und ihrer Familie. Sie pflegen das ehrbare Handwerk der Bierbrauer. Durch Schicksalsschläge die ihr bisheriges Leben wie eine eisenblanke Sichel in zwei Hälften schnitt, entscheiden sich ihr Grossvater und ihre Brüder in die gerade erblühende Doppelstadt Cölln-Berlin zu ziehen. Die Stadt an der Spree und Havel zeigt ihnen aber die kalte Schulter und die unbedarften Familienmitglieder der Harzer müssen ganz unten beginnen. Besonders Magda erweist sich mit ihrem Willen und Fleiss als Stütze für die Familie und sie ist es, die im Hintergrund versucht alles zusammenzuhalten. Mit Thomas findet sie einen Menschen der ihre Gefühle erwidert aber leider ist er ein Mann der Kirche und des Glaubens. Als es zu diesem verhängnisvollen geschichtlichen Eklat mit dem Mord an Probst Nikolaus kommt fordert das Schicksal alle Tatkraft der Hauptfiguren...

Es ist eine spezielle Geschichte mit all ihren verästelten Neben- und Untergeschichten die Charlotte Lyne erzählt. Sie stellt auch den Wert, Zusammenhalt und die Wichtigkeit der Familie ins Zentrum und da ich den Roman ganz kurz vor Weihnachten gelesen habe, habe ich all die diesbezüglichen Anspielungen natürlich mit viel Wohlwollen aufgenommen. Und nicht zuletzt ist dieser Roman eine Liebeserklärung an eine Stadt, eine Region und ihrer Menschen. Absolut Lesenswert!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebeserklärung an Berlin, 30. November 2013
Von 
N. Peters (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman (Taschenbuch)
Hach, wie habe ich dieses Buch genossen! Eine Liebeserklärung an Berlin: "Ich habe diese Stadt lieb. Diese Stadt, die noch nicht weiß, was sie werden will, die aber tolldreist wie eine Erdkröte erst einmal den Kopf aus dem Morast steck und versucht, sich ins Gespräch zu bringen."

Der Brauersfamilie Harzer, das sind die junge Magda, ihre drei Brüder plus ein Adoptivbruder und ihr Großvater, geht es in Bernau eigentlich recht gut: sie sind gut angesehen und trotzen den klimatischen Veränderungen, die zu Missernten und steigenden Preisen führen. Trotzdem ziehen dunkle Wolken auf, die vor allem durch die Beziehungen untereinander hervorgerufen werden. Der Großvater ist herrisch und sorgt durch die bevorzugte Behandlung einzelner Geschwister für Missgunst. Ein Bruder schnappt dem anderen die Frau weg und schließlich lässt auch noch ein Mord die Familie fast auseinander brechen und sie müssen Bernau verlassen.

Sie versuchen, in der aufstrebenden Stadt Berlin als Kaufleute ihr Glück, müssen aber wieder scheitern. Letztendlich ist es Magda, die versucht, die Familie zusammen zu halten und die dabei fast ihr eigenes Glück untergehen lässt.

Wieder einmal ist es die wunderschöne und besondere Sprache, die mich sofort in den Bann gezogen hat. Trotzdem wirkt dieses Buch meiner Meinung nach runder und weniger sperrig als die Vorgänger von Charlotte Lyne, bei denen man manchmal ein wenig gebraucht hat, um den Einstieg zu finden. Hier war ich sofort mitten drin und mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen - so manche Stunde habe ich abends das Licht länger angelassen oder morgens auf das Frühstück verzichtet, um noch etwas länger lesen zu können. So sehr haben mich die Magda und ihre Familie in ihren Bann gezogen.

Die Figuren sind wieder toll ausgestaltet, alle sind sie irgendwie liebenswert, auch wenn man zwischendurch eigentlich jede Mal ordentlich packen und schütteln möchte, weil sie doch alle auf ihre Art eigensinnig sind. Letztendlich ist es Buch über Familienband, Zusammenhalt und Freundschaft.

Am allermeisten hat mich aber wirklich begeistert, dass diese Buch im mittelalterlichen Berlin spielt und dabei die schönste Stadt der Welt so richtig vor meinem inneren Auge aufleben lässt. Viel ist ja vom alten Berlin leider nicht übrig: die Petrikirche gibt es nicht mehr, vom grauen Kloster ist nur noch eine Ruine der Klosterkirche übrig und über die Stadtmauer fährt nun die S-Bahn. Trotzdem: wenn man durch das (wieder erbaute) Nikolaiviertel rund um die Nikolaikirche streift, an der "Rippe" vorbei, möchte man gern Magda treffen und ihr einen Krug Bier abkaufen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein erstaunlich gutes Buch., 11. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Meine Erwartung war gar nicht so hoch, ich war auf der Suche nach Bettlektüre. Der Schreibstil der Autorin hat mich die ganze umfangreiche Geschichte lang,gefesselt und erfreut. Mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Emotionen und doch auch mit dem nötigen Abstand. Auch die weiteren Geschichten der Autorin alle sehr lesenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intrigen und heimliche Lieben im mittelalterlichen Berlin, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman (Taschenbuch)
Brandenburg im 14. Jahrhundert: Nach tragischen Schicksalsschlägen sucht die Brauersfamilie Harzer aus Bernau ihr Glück in der aufstrebenden Doppelstadt Cölln-Berlin, doch der Neubeginn wird härter als gedacht: mit ihrer harten Arbeit, ihrer direkten Art und ihrer Tatkraft sichert die junge Magda täglich das Überleben der Familie und trotz aller Widerstände den Zusammenhalt der Familie. Als ihr Bruder Diether nach dem Mord des Propstes von Bernau als Sündenbock büßen soll, um einen drohenden Kirchenbann über die Stadt zu verhindern, kämpft sie mutig für einen Freispruch. Unterstützung findet sie in Thomas, einem vom Leben gebrochenen Mann, einem angehenden Franziskanermönch und ihrer heimlichen Liebe.

Charlotte Lyne vermittelt dem Leser einen sehr guten und detaillierten Eindruck über die Lebensumstände im mittelalterlichen Berlin zur Zeit des Kirchenbanns und lässt die historischen Zusammenhänge in der Familie Harzer einfühlsam und menschlich lebendig werden. So hat jeder in der Familie seine Eigenheiten, seine Stärken und Schwächen und geht seinen eigenen Weg, was individuell herausgearbeitet wird und für jeden einzelnen Charakter passend wirkt. Die traurigen Erlebnisse und die Lebensumstände der Familie färben die Grundstimmung ein wenig düster ein, die durch Magdas beherzten Mut und ihren unbeirrbaren Überlebensdrang einen optimistischen Lichtpunkt erhält. Diese Atmosphäre verleiht dem Roman einerseits eine authentische Note, auf mich wirkte es oft aufreibend und belastend. Gelegentlich hat mir der emotionale Nachklang von Situationen gefehlt, d.h. es wird zwar im Text über Gefühle gesprochen, doch wurden diese für mich zwar nachvollziehbar, doch nicht wirklich spürbar.

"Das Mädchen aus Bernau" ist ein historischer sehr gut recherchierter und lehrreicher Roman, der mich sehr gut unterhalten und mir das mittelalterliche Berlin näher gebracht hat. Trotz kleiner Schwächen überwiegen für mich eindeutig die positiven Leseeindrücke, sodass ich den Roman allen weiterempfehlen kann, die sich für das Genre oder für die Geschichte Brandenburgs oder die des Mittelalters interessieren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut, 16. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman (Taschenbuch)
Das Buch hat mir sehr gefallen. Ich habe mir unter dem Titel zwar etwas anderes vorgestellt war aber trotzdem sehr angetan.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trotz Glätteisen, ein echter Lyne, 3. Januar 2014
Charlotte Lyne schreibt wundervolle historische Romane Glencoe: Historischer Roman oder Die zwölfte Nacht: Historischer Roman gehören zu dem besten dieses Genres in den letzten Jahren und doch - vielen Lesern sind die Geschichten zu sperrig, die Figuren zu wenig geschmeidig. Die Autorin hat unter Pseudonym ihren Stil schon geglättet und Love and Landscape auf hohem Niveau geschrieben, nun versucht sie mit den Glätteisen auch ihre Romane im engeren Sinne aus dem historischen Bereich zu glätten, leichter lesbarer zu machen.

Das ist ihr mit diesem Roman, dessen Hauptfigur kein Mensch, sondern die Stadt Berlin ist, voll gelungen. ihre Beschreibungen der handelnden Personen, der Gegend und der historischen Ereignisse ist immer noch brillant, mehrdimensional, emotional nachvollziehbar, aber der Schreibstil um einiges runder geworden. Berlin vor dem Interdikt, Berlin im Entstehen, dass ist der Hauptprotagonist des Buches. Eine Stadt in die zuzuwandern sich lohnt, was die Harzers aus der Bierbrauerstadt Bernau tun. Etliche Schicksalschläge, die die Region, die Stadt und die Familie getroffen haben machen die Reise nach Berlin fast zur Flucht. Zwei Morde, der am prügelnden Vater und der am Beinahe- Schwager werden dem jüngsten der Familie, Diether, angelastet. Utz, der mittlere Sohn will Händler in Berlin werden, hat ehrgeizige Pläne und Ziele. Magda, die Schwester schuftet für drei, hat das Herz am rechten Fleck und hält die Familie zusammen, der älteste Bruder hat den Tod von Frau und Kind nie verkraftet und lebt sein eigenes Leben. Der Großvater ist alt, weise und griesgrämig, er ist der Braumeister und sein Bier berühmt und süffig.

In Berlin Plätzen die Träume vom großen Händler wie eine Seifenblase, da ein cleverer Händler die Familie über den Tisch zieht. Ohne Gildezugehrigkeit ist es nichts mit dem Handel und so bleibt wieder nur Bier zu Brauen. Als nun der Konflikt zwischen Kirche und Landesherrschaft sich zuspitzt, da müssen die Berliner Partei ergreifen. Hie die Stadt und dort Papst oder Fürst. Charlotte Lyne beschreibt die Entwicklung der Stadtgesellschaft, des Rates, des Klerus vor Ort und der Oberen aus der Ferne aus der Perspektive von Magda, Utz und Diether so treffend, dass man meint dabeigewesen zu sein. Als der Gesandte des Papstes ums Leben kommt brechen entscheidende Stunden an, für Berlin und die Harzers.

Ein durch und durch empfehlenswertes Buch, nicht nur für die hartgesottenen Lynefans.
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4.0 von 5 Sternen ein vielseitiges Buch., 23. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch beinhaltet einen Krimi, eine Liebesgeschichte, Geschichte über eine vergangene Zeit.vor allem sollten Berliner sehr stolz darauf sein über diese Stadt in der Vergangenheit zu hören.zudem möchte ich aber auch anmerken, dass die Kirche in der Vergangenheit bestimmt sehr viele Fehler gemacht hat. Aber wie auch in diesem Buch beschrieben wird, gibt es auch gute Beispiele die man berücksichtigen sollte.
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5.0 von 5 Sternen Authentisch, spannend und wirklich gut geschrieben!, 15. März 2014
Wir schreiben das Jahr 1320, als im brandenburgischen Bernau die junge Brauerin Magda Harzer sich mit ihren drei Brüdern und ihrem kauzigen Großvater aufmacht in eine gerade erst entstehende Stadt: Berlin. Dort hoffen die Harzers das Glück und eine Zukunft zu finden und nach einigen schweren Schicksalsschlägen in ihrer Heimatstadt, die ihnen ein Leben dort nunmehr unmöglich machen, wieder Fuß zu fassen.
Drei ganz unterschiedliche Brüder hat Magda und sie ist es, die die Familie zusammenhält - mit ihrer Liebe, ihrer Arbeit und ihrer manchmal ein wenig ruppigen, aber umso liebevolleren Ehrlichkeit.
Doch auch in Berlin wird es den Harzers nicht leichtgemacht: intrigante Händler, ein missgünstiges Umfeld, Streit und Geldsorgen, aber auch schwelende Konflikte um die Kaiserkrone lassen sie immer wieder straucheln und herbe Rückschläge erleiden, doch auch Menschen kennenlernen, die ihnen Halt und Freundschaft bieten - und sogar Liebe.
In Berlin brodelt es, die Stadt wächst und etabliert sich langsam, wird reicher und größer, voller und moderner, ist aber auch ein Kessel der Konkurrenz und der Missgunst, der Intrigen und des Hasses.
Und mittendrin kämpft Magda mit ihren Brüdern um ein neues Leben und ihre Träume.

Charlotte Lyne hat mit "Das Mädchen aus Bernau" einen Mittelalteroman geschrieben, der im aufstrebendem Berlin spielt - einem sehr spannenden Schauplatz, wirkt er durch sein lebendiges Kämpfen nach Modernität und Erfolg und das eifrige Schaffen und Wuseln ihrer Bewohner extrem plastisch und einnehmend.

Plastisch und einnehmend sind, wie immer in Charlotte Lynes Romanen, die Figuren des Buchs, allen voran Magda, die zupackende, ehrliche, sich aufopfernde, mit beiden Krautstampfern im Leben stehende Magda, der Mittelpunkt der Familie Harzer, um die die Brüder und der Großvater (allesamt auch sehr gut charakterisiert in ihrer Verschiedenheit und ihren Eigenheiten) wie Monde kreisen.
Neben den Hauptfiguren haben sich in diesem Buch besonders einige der Nebenfiguren in mein Herz geschlichen: der übermütige Bäcker Petter, der treueste aller Freunde, Hans, und Michel, der schelmisch-ruhige Wirt, der es schafft, aus einer schlichten Eckkneipe einen Ort zum Wohlfühlen zu machen.

"Das Mädchen aus Bernau" ist ein spannender historischer Roman, der dem Leser nicht nur ein hochinteressantes Stück Geschichte erzählt und in die Kinderstube einer Weltmetropole unserer Tage eintauchen lässt - immer authentisch und sorgfältigst recherchiert -, sondern auch eine ganz persönliche Geschichte des Scheiterns und Strauchelns, des Suchens nach dem Glück und dem Erfolg, des Familienzusammenhalts und der Freundschaft, der Liebe und des Verbrechens erzählt, die nicht nur fesselt, sondern auch ungemein unterhält.

Mit gewohnter Eloquenz und Stilsicherheit schreibt Charlotte Lyne einen anspruchsvollen, zugleich aber sowohl sprachlich wie auch inhaltlich wirklich überzeugenden Roman. Nicht gar so komplex wie andere ihrer Romane, wird auch in "Das Mädchen aus Bernau" ein gekonntes Netz an Einzelheiten und Begebenheiten, Ereignissen und Entwicklungen gesponnen, das sich nach und nach verdichtet und einen wunderbaren Sog auf den Leser ausübt, der das Buch kaum mehr aus der Hand legen möchte.

Dies ist kein Friede-Freude-Eierkuchen-Buch, aber es überzeugt durch eine realistische und fesselnde Familiengeschichte, die gekonnt mit der Stadtgeschichte Berlins gekoppelt und verbunden ist, bestens recherchier und mindestens ebenso gut erzählt. Es unterhält ungemein, lässt lachen und trauern, mitfiebern und mitkämpfen und, trotz aller Unwegsamkeiten und Rückschläge im Leben der Harzers, den trotz aller Schwierigkeiten und Kämpfe, trotz aller Härte und Schicksalsschläge, trotz Grausamkeit und Bösartigkeit, den auf eine große Zukunft gerichteten Fortschrittswillen, das unermüdliche Kämpfen darum, die Stadt und sich selbst erfolgreich zu machen und zu verwirklichen und einem über allem liegenden Optimismus erkennen.
Eine wunderbare Mischung, die sich viereinhalb Sterne von mir verdient hat und eine Leseempfehlung an alle Liebhaber des Genres.
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5.0 von 5 Sternen Eine starke Frau, 7. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman (Taschenbuch)
Magda und ihre Brüder Diether, Utz und Lentz leben bei ihrem Opa, der in Bernau eine recht einträgliche Brauerei führt. Enders, ein Patensohn von Opa Harzer und als Ehemann für Magda vorgesehen, macht die Familie komplett. Alle helfen sie mit mehr oder weniger Einsatz in der Brauerei mit, um sich ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Ganz besonders geschickt stellt sich Endres an und Opa Harzer zieht in deshalb den Brüdern, die um die Gunst des Opas buhlen, vor. Ihr Leben verändert sich schlagartig, als Endres tot aufgefunden wird und der Verdacht auf Diether fällt. Da niemand mehr der "Mörderfamilie" Bier abkaufen will müssen sie schweren Herzens ihre Zelte abbrechen und nach Berlin übersiedeln. Da Utz schon lange davon träumte ein Kontor zu eröffnen macht sich die Familie auf den Weg um das neugekaufte Haus in Beschlag zu nehmen. Doch das Schicksal kennt kein Erbarmen und das Leben wird noch härter, als es in Bernau jemals war. Hunger und Geldnot bestimmt den Alltag der Familie und Magda muss alle Kraft aufbieten um die kleine Familie zusammen zu halten. Doch dann geschieht ein weiterer Mord und wieder wird Diether verdächtigt.
Das Mädchen von Bernau war nicht mein erstes Buch der Autorin, schon bei Kains Erben war ich fasziniert vom Schreibstil und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Man taucht sofort in die Geschichte ein und möchte nicht mehr aufhören zu lesen. Man schimpft über die Unvernunft der Brüder und leidet mit Magda mit bei ihrem ständigen Überlebenskampf. Carlotte Lyne versteht es prächtig die jeweiligen Charaktere herauszuheben und sie liebenswert zu machen. Ein Buch, dass Historienfans auf jeden Fall lesen sollten.
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Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman
Das Mädchen aus Bernau: Historischer Roman von Charlotte Lyne (Taschenbuch - 22. November 2013)
EUR 9,99
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