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Kundenrezensionen

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am 27. Februar 2015
Hiroshi Kato ist der Herr aller Dinge, Andreas Eschbach der Herr der phantastisch-realistischen Literatur, der Träume, Wünsche und Phantasien der Menschen in faszinierende Geschichten auskleidet. So auch in diesem Roman, der sehr vielschichtig daherkommt: Romanze, Sci-Fi, Thriller.
Und als ich mit dem Roman begann, war dies gar nicht vorweg zu sehen. Da spielten zwei kleine Kinder in einem Garten, schaukelten und der kleine Hiroshi tönte, er wisse nun, wie alle Menschen reich sein könnten. Ich dachte dabei an irgendeine Finanzidee, ein Wirtschafsthriller im Stile „1 Billionen Dollar“. Aber nein. Und eigentlich geht es dann im Roman auch gar nicht so sehr um dieses Thema, sondern etwas ganz anderes. Aber ich verrate natürlich nichts.
Das Hörbuch plätschert erst einmal etwas vor sich hin, was die Kindheit Katos angeht. Ich dachte schon voreilig, „hm, Eschbach nicht in Bestform“, wann geht es denn mal richtig los. Erst steht die Beziehung von Hiroshi zu Charlotte im Vordergrund, dann verzweigt sich die Story in verschiedene, aber interessante Pfade. Die Vielschichtigkeit des Romans ist nicht genügend zu erwähnen und zu loben, ebenfalls wie die sehr gute Darstellung der Charaktere der wesentlichen Personen. Mitunter ist der Stilwechsel radikal, sicherlich von Eschbach so gewollt. Vom behüteten Zuhause mit einem entsprechenden Schreibstil findet man sich plötzlich in einer sehr sexistisch-derben Welt des Colleges wieder. An dieser Stelle fragte ich mich kurzzeitig, ob der Roman es nötig hat, ob ihm an Spannung fehlt – ohne de frivole Sprache zu kritisieren. Und dann geht plötzlich die Post ab, und wie, an einer Stelle, an der man es nicht vermutet hätte und in einer Weise, die man nicht vermutet hätte.
Die Erzählebene macht eine fulminante 360 Grad Wende. Plötzlich befindet man sich in einem Sci-Fi Roman aller ersten Sahne. Was da herumhüpft sind keine Monster oder Aliens, sondern etwas viel Diffizileres, unfassbar und einmal wieder „faszinierend“. Was Eschbach hier an Gedankenmodellen über die Wirklichkeit aufbaut, ist ebenfalls faszinierend. Am Schluss, ohne etwas über das Ende zu sagen, bin ich einfach traurig, dass es nicht mehr weitergeht, dass der Roman zu Ende ist. Und das ist für mich stets der beste Beweis, dass ich ein Buch sehr gut oder hervorragend gefunden habe. Danke Andreas Eschbach für diesen herrlichen Roman! Klare 5 Sterne dafür und auch für den Erzähler Matthias Koeberlin. Bei Eschbach gehört er schon so gut wie zur Familie.
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VINE-PRODUKTTESTERam 27. November 2011
Vor wenigen Minuten habe ich das neue Buch von Andreas Eschbach als Hörbuchfassung zu Ende gehört und kann nur sagen, dass ich begeistert bin!

Begeistert, dass ich seit langer Zeit mal wieder ein Buch entdeckt habe, dass mir nach seinem Ende das Gefühl gibt, etwas wirklich tolles erlebt zu haben. Viele Bücher sind nett Unterhaltung, schnell gelesen und dann vergessen, nicht so hier.
Ehrlich gesagt war ich zu Anfang des Buches etwas skeptisch, was mir diese Geschichte über zwei Kinder in Tokyo sagen sollte. Ich hatte schon die Befürchtung, dass es so langsam und letztendlich uninteressant weitergehen würde. Aber dann nahm die Geschichte deutlich an Fahrt auf, auch wenn ich immer noch nicht wusste, wo die ganze Sache hinführen sollte. Gegen Mitte des Buches dachte ich dann, dass ja eigentlich alles erzählt wäre und wunderte mich, warum da noch so viel kommen sollte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt, die im Buch mit dem Teil "Charlottes Insel" begannen, entwickelt sich die Geschichte zu einer Tour de Force, die ich selten erlebt habe. Ich konnte mich kaum von ihr lösen, so spannend und fesselnd war das, was ich da vorgelesen bekam. Eine Idee jagte die nächste und der Autor verquickte unzählige Ideen in einer Art, die sie gut zusammenwirken ließen. Der Spannungsbogen in diesem zweiten Teil des Buches strebte nur noch nach oben und entlud sich letztendlich in einem Ende, dass bei aller Traurigkeit in seiner Eleganz und Kraft der Geschichte würdig war.

Viele Worte, die letztendlich nur sagen wollen, dass es ein tolles Buch ist. Sicherlich keine Literatur von Weltformat, aber ein perfektes Buch für jeden, der Spass an Science Fiction und spannenden Thrillern hat. Besonders gut, neben all den tollen Ideen, fand ich die Art und Weise, wie der Autor seinen Hauptdarstellern Platz für eine Entwicklung im Laufe der Geschichte einräumte. Sie wuchsen einem immer mehr an Herz und konnte nicht anders als Leid und Freud mit ihnen zu teilen.

Zu all dem passte auch der gute Vortrag von Sascha Rotermund, der das mit seiner Stimme ein würdiger Leser war. Die gesamte Vertonung, auch mit den kurzen musikalischen Zwischenspielen war wirklich klasse.

Daher kann ich für dieses Buch nur die maximale Wertung geben, weil es seit Jahren das erste Buch ist, das mich so begeistert hat! Vielen Dank dafür!
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am 3. Oktober 2014
Diesmal also die Robotik, Nanotechnik und empörende Handlungen unserer Urahnen.
Im Gegensatz zu anderen Romanen Eschbachs dauert die Einführung in Form normaler Romanhandlung, bis es zum technisch interessanten Teil kommt, verhältnismäßig lang, er lässt sich mehr Zeit für die Charakterisierung der Protagonisten, was überzeugend gelingt. Dies und der damit verbundene, ungewohnt lange Einstieg könnte den einen oder anderen allzu technikaffinen Leser abschrecken, aber die in diesem Fall subjektive Durststrecke lohnt.
Die Beschreibung verschiedener physikalischer, chemischer, elektrotechnischer und diverser anderer Sachverhalte ist gewohnt souverän gelungen. Da zuerst die Funktionsweise normaler Roboter mit Schwarmintelligenz beschrieben wird, kann man sich das Verhalten der eigentlichen Nanoroboter wesentlich besser vorstellen, als wenn es gleich im molekularen Bereich zur Sache gegangen wäre.
Es ist das bisher insofern ernsteste Szenario des Autors, als dass die in ferner Zukunft verfügbare Technologie wirklich irreversibel fatale Auswirkungen auf Menschheit samt deren Transportmittel haben könnte. Dass die Nutzung dann vorwiegend im militärischen und nicht medizinischen oder gar sozialen Bereich liegen wird, versteht sich angesichts des menschlichen Naturells von selbst und man kann sich die Überlegenheit der Nation, der es nur gelingt „normale“ zur autonomen Reproduktion fähige Kampfmaschinen zu bauen, gut vorstellen.
Allein für die persönlichen Gedankenexperimente, die sich mit dieser endgültigen industriellen Revolution im guten wie im schlechten anstellen lassen, gebührt dem Autor dank und Respekt.
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am 15. April 2012
Wie in seinen anderen Büchern auch, gelingt es Andreas Eschback seine Protagonisten "Leben" einzuhauchen, so dass man so eine Art persönliche Beziehung zu Hiroshi und Charlotte aufbaut.
Toll finde ich, dass es dem Autor aber auch gelingt die "Nebenfiguren" charakterstark vorzustellen, seien es Rodney, James Benett III oder Adamson.
Insofern fiebert man von Anfang an mit und fragt sich, wie sich das jeweilige Leben so entwicklen wird.

Das Buch lebt nicht nur von solch starken Charakterzeichungen sondern auch von einem abwechslungsreichen Erzählstil der die Handlung vorantreibt, aber auch immer sehr geschickt Hintergrundwissen vermittelt und Zusammenhänge herstellt.

Geschickt gelingt es von einer Jugendfreundschaft zwischen Hiroshi und Charlotte die aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen, die weiteren Entwicklungen der beiden Hauptpersonen immer wieder zusammen zu führen.
Aus einer "Milieuerzählung" entwickelt sich der Plot entlang der Vision des jungen Hiroshi (Reichtum für alle Menschen) Schritt für Schritt zu einem Abenteuer-Technologie-Wissenschafts-SciFi-Roman.

Geradlinigkeit (Hiroshi) versus Orientierungslosigkeit (Charlotte) begleitet die Geschichte ebenfalls wie ein roter Faden und findet sich in vielen kleinen Gegebenheiten und Entwicklungen.

Die beschriebene Technik wird anhand netter und einfacher Beispiele gut erklärt, so dass man auch einen Zugang zu den Gebieten der Robotik und Naotechnologie findet. Gleichzeitig gelingt es die Risiken immer wieder mit in den Vordergrund zu stellen und zeigt auf, wie bestimmte Technologien auch unterschiedlich interprtiert werden können (Militärs sehen ja immer gern überall Gefahren).

Der Herr aller Dinge ist aus meiner Sicht eine gelungene Symbiose verschiedenster Genre und bietet nicht nur für SciFi-Freunde viel Lesespaß und Abwechselung.

Für mich 9 von 10 Punkten!
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am 15. Juli 2013
Ich habe einige andere Bücher von ihm vorher gelesen. Vom Thema, dem Spannungsbogen, der überraschenden Wende bzw. Verschärfung der ganzen Framaturgie inklusive dramatischem Tempowechsel her und von der Auswirkung des Storyhintergrundes auf das Weltbild der Menschen in der Geschichte, stelle ich dieses Buch ohne Weiteres auf eine Stufe mit Schätzings "Der Schwarm".
Auch das, was einige hier als Vorgeplänkel kritisieren, finde ich interessant und tiefgründig genug.
In jedem Fall empfehlenswert!
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am 9. Februar 2012
Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt im Japan der 90er Jahre, als sich die Tochter des französischen Botschafters und der Sohn einer japanischen Angestellten begegnen. Charlotte und Hiroshi werden trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft Freunde, allerdings halten weder ihre Eltern noch seine Mutter viel davon. Zu groß sei der Unterschied zwischen Reichen und Armen. Diese Äußerungen bringen Hiroshi dazu, darüber nachzudenken, warum es überhaupt reiche und arme Menschen gibt und wie man diesen Unterschied beseitigen kann. Dem 10jährigen Jungen kommt eine Idee, die an und für sich ganz einfach ist. Ob sich diese Idee allerdings in die Praxis umsetzen lässt? Zumindest zieht sie sich durch das ganze Buch, in dem sich Charlotte und Hiroshi immer wieder begegnen werden.

Meine Meinung:
Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich mit diesem Buch einlasse. Rezensionen hatte ich vorher nicht gelesen, genauso wenig den Klappentext. Völlig unbefangen bin ich also an die Geschichte herangegangen. Über einen langen Zeitraum begleitet der Leser Hiroshi und Charlotte auf ihren unterschiedlichen Wegen, die sich immer wieder begegnen. Besonders Hiroshi fand ich als Charakter extrem spannend, während Charlotte als verwöhnte Diplomatentochter meine Sympathie nicht wirklich gewinnen konnte. Aber es geht nicht nur um eine schicksalshafte Liebesgeschichte. Bei weitem nicht. Die Charaktere bekommen ausreichend Zeit, sich darzustellen, aber im Hintergrund passiert immer noch viel mehr, denn es geht ja um die Vision, die Hiroshi hat: eine Welt ohne Armut. Erst nach gut 300 Seiten wird die eigentliche Idee erklärt und gezeigt. Ein durchaus spannender Ansatz. Durch Hiroshis Erklärungen für Charlotte konnte auch ich als laienhafter Leser alles wunderbar nachvollziehen. Anschließend gibt es eine Art Bruch in der Geschichte und nach dem ersten Schreck konnte ich das Buch dann eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung, die vorher zwar nie uninteressant war, aber eher gemächlich vor sich hin lief, nimmt auf einmal ein Tempo und eine Richtung auf, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Auch wenn ich an und für sich kein Leser von Science-Fiction bin, war ich total gefesselt bis hin zum unvermeidbaren, aber nicht vorhersehbaren Schluss.
Ein großartiges Buch, das von mir die Höchstnote bekommt!
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Soeben habe ich mein allererstes Hörbuch - "Herr aller Dinge" von Andreas Eschenbach zu ende gehört. Und ich muss sagen ich war mehr als angetan von dieser tollen Umsetzung.
Es war nicht nur mein erster Eschenbachroman, es war sogar mein allererstes Hörbuch dass ich je gehört haben. Bisher war ich immer kein Fan von dieser Art der Buchumsetzung, da ich es doch immer toller fand, das richtige Buch zu lesen. Aber da ich nebenbei im Kino jobbe und man da mitunter sehr lange Popcornschichten hat, wo man stundenlang nur monoton Popcorn produziert wollte ich mal etwas anderes als das übliche Radiogedudel und hatte die Hoffnung, dass mit einem interessanten Hörbuch die Zeit schneller rumgeht.

Also habe ich mich hingesetzt und bei Amazon die Hitliste der Hörbücher durchstöbert und ein paar Rezensionen überflogen und bin dabei auf den Herrn aller Dinge gestoßen und haben mir dann sogleich das Hörbuch besorgt. Und meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht, mit diesem Hörbuch verging die Zeit wie im Flug. Sehr gut gelesen von Matthias Koeberlin, ich hoffe ich höre bald mal wieder ein Hörbuch von ihm. Eine sehr angenehme Stimme, schön ruhig vorgetragen, hat mir sehr gut gefallen.

Der Roman selbst ist sehr vielseitig und interessant geschrieben. Zwar hat die Geschichte selbst durchaus ein paar Schwächen und Stellen, wo man sich etwas mehr Hintergründe oder ein besseres Verständnis gewünscht hätte, aber der Roman macht interessante Entwicklungen durch. Er fängt an in dem er eine Kindergeschichte erzählt, man ahnt schon, dass es der Beginn einer langen und tiefen Freundschaft wird, hinter der vielleicht sogar mehr stecken mag. Der Roman begleitet die Lebensgeschichte der beiden, die sich zwar immer wieder aus den Augen verlieren, aber vom Schicksal doch immer wieder zusammen geführt werden. Hier braucht man niemand angst vor klassischen Liebesgeschichtenklischees zu haben, davon hält Eschenbach bewußt Distanz. Der Roman wird zu einer Collegegeschichte, gefolgt von einer Episode als Wirtschaftsthriller, Abenteuerroman und mündet schließlich in einem dramatischen, bombastischen und natürlich auch tragischen Science-Fiction Finale, das nie ins komplett unglaubwürdige abdriftet.

Wenn man sich Kritiken über Eschenbachromane so durchliest, dann ist gerade der technische oder historische Kern seiner Geschichten oftmals die große Stärke. In dem Fall hat sich Eschenbach zwar ein faszinierendes Thema ausgesucht und schafft es auch, das ganze in den Gesprächen der beiden Hauptfiguren Hiroshi und Charlotte verständlich rüberzubringen, aber manchmal fehlt einem dann doch der durchblick. Das ist aber nicht schlimm, da man Eschenbach deutlich anmerkt, dass er Freude am erzählen hat, daher verzeiht man so etwas auch gerne einmal.
Die wirkliche Stärke sind die beiden Hauptfiguren. Und eigentlich nimmt man an, dass Hiroshi die Hauptfigur ist, aber in Wahrheit ist es doch Charlotte, bei der Eschenbach auch wieder eine interessante Figur gelungen ist, denn sie scheint anfangs sehr klischeehaft zu sein, hübsch, privilegiert und vermögend, aber dennoch wird sie zu einer tragischen Figur.

Wirklich neugierig auf das Buch haben mich vor allen Dingen die in den Rezensionen beschriebenen "überraschenden Wendungen" gemacht. Die generelle Entwicklung der Geschichte ist anfangs noch nicht wirklich abzusehen, wird nach und nach aber deutlicher. Vieles von dem was dann später passiert ist dann irgendwie doch schon abzusehen gewesen. Gerade nach der Szene mit den Fischen war mir der Aspekt der Geschichte vollkommen klar und er kam dann auch ziemlich genau so wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Aber der technische Aspekt der Geschichte erlebt durchaus interessante Wendungen, auch wenn mich da das Ende etwas überrascht hat, denn, sozusagen, universal gesehen, fragt man sich doch, oder gute Hiroshi da nicht etwas mehr Verantwortung hätte übernehmen müssen. Über eine Diskussion darüber in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen, hier in der Rezension möchte ich nicht zu viel verraten, denn jeder soll das Buch selbst erleben.

Doch das sind im Vergleich zu dem was einem der Roman sonst bietet, wenn man auf gute Unterhaltungsliteratur aus deutschen Landen steht nur ein paar Dellen im sonst hoch glänzenden Lack dieses tollen Romans. Und "deutsche Lande" sollte hier niemanden abschrecken, der sonst nur Romane und Thriller aus US-Federn liest, Eschenbach kann zumindest in diesem Fall gut mit Autoren wie Michael Crichton mithalten, der 2002 einen Roman mit ähnlichem Thema geschrieben hat, seine Umsetzung soll aber nicht ganz so gut gelungen sein.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung für diesen Roman, allen voran für das Hörbuch. Was als eine harmlose, aber schon interessant anmutende Geschichte losgeht, entwickelt rasant an Tempo und Größe. Gerade für längere Auto- oder Bahnfahrten der ideale Begleiter um sich die Zeit deutlich zu verkürzen. Mir hats gefallen, ich hoffe euch auch =)
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am 9. November 2014
... dann ist Andreas Eschbach genau der richtige Autor, um eine Geschichte darüber zu schreiben. In -Herr aller Dinge- befasst sich Eschbach mit der Frage: Was wäre, wenn es keine Armut mehr gäbe? Was würde geschehen, wenn jeder Mensch alle Dinge, die er zum Leben braucht zur Verfügung hätte? Wie sähe die Welt aus, wenn niemand mehr für den anderen arbeiten müsste, um damit sein Geld zu verdienen? Das hört sich wie ein Traum an, aber Hiroshi Kato weiß von Kindesbeinen an, dass er diesen Traum Wahrheit werden lassen kann. In seiner Kindheit lernt er in Tokio Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters in Japan, kennen und lieben. Charlotte ist ein Sprachgenie und hat die Fähigkeit beim Berühren von Gegenständen Details über deren Geschichte zu erspüren. So bringt Charlotte Hiroshi mit dessen abwesendem Vater in Verbindung und wird für den jungen Japaner zur ewigen Muse. Als Hiroshi in Amerika studieren kann, trennen sich die Wege der beiden ungleichen Menschen. Hiroshi wir einer der vielversprechendsten Wissenschaftler der Welt und Charlotte lebt ihr eigenes Leben. Aber die Schnittpunkte von Hiroshi und Charlotte bleiben erhalten. Während Hiroshi die Welt mit Hilfe von Nano-Robotern zu einem besseren Ort machen will, verliert Charlotte auf einer Expedition auf die "Teufelsinsel" fast ihr Leben. Doch genau das bringt Charlotte und Hiroshi wieder zusammen. Danach ist die Welt ein komplett anderer Ort...

Eschbach kann es einfach. Gut recherchiert, brilliert er mit wissenschaftlichen Daten und Fakten und ist dabei auch noch hoch unterhaltsam. Charlottes und Hiroshis "Spaziergang" in die Vergangenheit ist eines der besten Beispiele für das Auffassen von Geschichte, das ich jemals gelesen habe. -Der Herr aller Dinge- mag in Hälfte Zwei des Romans regelrecht explodieren vor Handlungsdichte und dabei auch ein wenig den Rahmen sprengen, aber er bleibt gut lesbar. Eschbach packt alles in den Stoff, was Literatur zu bieten hat. Eine Liebesgeschichte, einen Agententhriller, einen Science-Fiction und eine Dokumentation über Nanotechnik. Dabei wechselt Eschbach die einzelnen Schauplätze, wie ein guter Klavierspieler die Tasten seines Instruments.

Ich habe mir den -Herr aller Dinge- als Hörbuch genehmigt. Der Text wird von Matthias Koeberlin sehr gut gelesen. Ich habe mich in jedem Fall, im wahrsten Sinne des Wortes, fantastisch unterhalten lassen. Wer weiß, vielleicht klappt das bei ihnen ja auch. Versuchen sie ihr Glück...
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am 23. Juni 2015
Zum Inhalt

Das Buch beginnt recht ruhig mit dem Leben von Hiroshi in Tokio, der zusammen mit seiner Mutter in einer beengten Wohnung gegenüber der französischen Botschaft aufwächst. Als er zufällig die Tochter des französischen Botschafters, Charlotte, kennenlernt, ist er grade mal 10 Jahre alt, doch obwohl die beiden getrennte Wege gehen, scheint das Schicksal andere Pläne mit ihnen zu haben. Auf seinem Lebensweg begegnen Hiroshi ständig die Unterschiede, Hürden und Dogmen, die die Gesellschaft sich durch das Geld geschaffen hat.
Durch seine Mutter hat er schon als Kind lernen müssen, welch großen Unterschied es macht, ob Menschen viel oder wenig Geld haben. Seine Gedanken kreisen um dieses Thema, denn im Laufe seines Lebens wird er immer wieder mit den Spannungen der Gesellschaft konfrontiert, die alleine aufgrund des Geldes entstehen.
Doch er hat einen Plan und setzt als Erwachsener alles daran, dieses Ungleichgewicht aufzuheben: er hat eine Idee, wie alle Menschen gleich reich sein können ...

"Es ging, was Reichtum anbelangte, in Wirklichkeit gar nicht um Geld, wie alle immer dachten.
Es ging darum, wer die Arbeit tat!" S. 76

Meine Meinung

Ich habe in einigen anderen Rezensionen gelesen, dass das Buch viel zu lang ist und man sich einiges hätte sparen können. Der Meinung kann ich mich nicht anschließen, denn ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur fesselnd!

Zuerst habe ich natürlich auch ganz neugierig darauf gewartet, was denn nun dieser Plan ist, wie Hiroshi Kato die Menschheit von der Last der Macht des Geldes befreien will - aber Andreas Eschbach hat mich so geschickt mit der Geschichte der beiden Protagonisten in den Bann gezogen, dass das gar nicht mehr so wichtig war.
Dabei erzählt er aus der auktorialen Sichtweise und wechselt die Perspektiven meistens zwischen Hiroshi und Charlotte.

Die beiden haben keinen einfachen Start ins Leben, jeder von ihnen trägt eine andere Art von Last. Gerade Hiroshi, in armen Verhältnissen aufgewachsen, spürt sehr oft, wie sehr der Besitz von Geld, oder dessen Fehlen, den Menschen beeinflusst, während Charlotte niemals finanziellen Mangel leidet, es ihr dafür aber an Gefühlen fehlt.
Von ihrer Kindheit an erhält man einen Querschnitt ihres Lebens und wie das Schicksal zwischen ihnen die Fäden spinnt. Beide sind extrem eigenwillig und scheinen etwas gemeinsam zu haben; dabei kamen sie mir meistens vor wie Feuer und Wasser.
Obwohl ich mit keinem von beiden wirklich wahre Freundschaft schließen könnte, habe ich mit ihnen mitgefiebert und mitgelitten. Eschbach hat es hier wunderbar verstanden, echte Gefühle und Gedanken zu transportieren, die manchmal unangebracht scheinen, aber gerade darum nur allzu menschlich sind. Hiroshi hält hartnäckig an seinen Zielen fest, wirkt aber immer einsam, ohne wirklich Ruhe zu finden. Getrieben von seiner Idee und dem eisernen Willen, seinen Plan in die Tat umzusetzen, muss er viele Brücken hinter sich abreißen.
Charlotte ist ebenfalls einsam, aber auf ganz andere Art und Weise. Auch sie wirkt getrieben, doch hat sie kein Ziel vor Augen, auf das sie zusteuern könnte. Als würde sie nicht zu sich finden und eher unbedacht vor sich hin leben.

Zur Thematik gibt es wieder eine wahre Flut an Gedankengängen und Handlungssträngen, bei denen man die Hintergründe gar nicht vermutet und trotzdem läuft es doch immer wieder auf das leidige Thema Geld und Macht hinaus. Egal, ob es um die Lebensgewohnheiten der Japaner geht, die frühe (die sehr frühe) Menschheitsgeschichte, eine Polarexpedition oder die Nanotechnologie - der Autor baut alles so geschickt in die Geschichte ein und ich bewundere immer wieder das ganze Wissen, das er mit einfachen Worten so beeindruckend vermitteln kann!
Es klingt bunt zusammengewürfelt, aber es kommt im Laufe der Seiten immer mehr der Sinn dahinter hervor. Alles ist logisch aufeinander aufgebaut und obwohl ich nicht immer sofort wusste, wohin die nächste Entwicklung führen wird, war alles bis ins Detail konsequent und schlüssig durchdacht!
Die erste Hälfte des Buches wächst langsam heran, was sich aber nicht unnötig in die Länge gezogen hat, sondern nötig war, um den Effekt zu erhöhen. Denn die Geschichte entwickelt dann plötzlich eine Eigendynamik, die die Spannung extrem erhöht! Von einem Moment auf den anderen passiert auf einmal etwas völlig unerwartetes und ich bin nur noch fassungslos und fasziniert durch die Seiten geflogen! Gegen Ende hab ich sogar tatsächlich in einer Szene Gänsehaut gekriegt und einige Tränen sind geflossen. Wieder mal ein sehr beeindruckendes Buch von Herrn Eschbach :)

Manche Puzzleteile wurden etwas konstruiert auf den besten Platz gesetzt, aber das hat mich nicht wirklich gestört.

Fazit

Trotz der ruhigen Atmosphäre und dem langsamen Aufbau der Geschichte war ich von Anfang an fasziniert. Wie Andreas Eschbach hier mit der Idee spielt und so viele abwechslungsreiche Facetten zeigt und dennoch beim Thema bleibt war ein genialer Zug. Der Überraschungseffekt mit einem eiskalten Guß ist ihm auf jeden Fall gelungen! Eine wunderbare Geschichte, die einen zum Nachdenken bringt.

© Aleshanee
Weltenwanderer
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am 10. Juni 2015
Nachdem ich bereits einige Bücher von Andreas Eschbach gelesen habe, welche mir alle gut bis sehr gut gefallen haben wollte ich mir ein weiteres Buch von ihm für meine Sammlung anschaffen. Nach kurzer Suche stieß ich auf diesen Roman. Also kurz die Inhaltszusammenfassung gelesen und rein ins Vergnügen.

Das Buch ist gemächlich geschrieben, was mir persönlich sehr gefallen hat, da auf diese Weise intensiv auf die Gefühlsregungen und Gedankengänge der einzelnen Charaktere eingegangen wird.
Man fühlt regelrecht mit und macht sich selbst Gedanken wie man an deren Stelle handeln oder reagieren würde.
Es setzt von Beginn an eine Geschichte zwischen einem Mädchen und Jungen ein, die sich allmählich immer weiter zur Liebesgeschichte entwickelt.
Ich verspürte während dem Lesen aus völlig unerklärlichen Gründen eine Sucht zu dem Buch, welche bis zum Schluss nicht wich.
Als ich mit diesem Buch nun endlich fertig war, lies es mich immer noch nicht los.
Warum?
Das hängt mit den atemberaubenden Gefühlen, die dieses Buch erweckt zusammen. Die genauen Details mit denen alles beschrieben wurde, die Hingabe Eschbachs und natürlich dieser unglaublich interessant gestaltete Schluss, der sich tief in meine Gedankengänge einbrannte.

Ich empfehle es jedem dieses Buch zu lesen und sich nicht von dem anfänglich teils langwierigen Beginn abschrecken zu lassen.

5 Sterne für das beste Buch, was bisher vor meine Augen kam.
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