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Dübell die Geschichte eines Klosters, das in einem verschlafenen Nest mitten im Steigerwald errichtet werden soll.
Da ist einmal Elsbeth- Ordensschwester in "Papinberc", die äußerst gewitzt ihren Traum eines eigenen Klosters namens "Porta Coeli" umsetzt. Weiterhin begleiten wir Rogers de Bezer auf seinem Weg zurück aus "Terra Sancta", um das Geheimnis eines gefallenen Freundes zu enträtseln. Dies führt ihn mitten ins "Nichts"=der Steigerwald. Rudolf von Habsiburch wird zu seinem Kontrahenten, der sich nach dem Tode "Fredericos" an die Macht emporschwingen will. Zumdem ist da noch Constantia, Tochter eines zu Geld gelangten Kaufmanns aus Wizinsten, die gegen ihren Willen vermählt wird und ein dunkles Geheimis mit sich herumträgt .... All diese Handlungsstränge vereinen in sich ein großes Geheimnis... Doch lest selbst ...

All das bietet aus verschiedenen Blickwinkeln gekonnt einen Einblick in das Leben und Treiben anno 1249, gerade als die Zeit des "Stupor Mundi" an ihr Ende gelangt. Die Konflikte der "Ketzer" wie der Katharer & Albigenser mit der katholischen Kirche sind von Dübell bestens dargestellt und man merkt, dass er weiß, wovon er schreibt; der großer Stauferkönig ist tot und ein Kampf um das Reich entbrennt.
Gekonnt gelingt es dem Autor die Welt des 13. Jahrhunderts auferstehen zu lassen, den Leser ins das Geschehen hineizuziehen und zu fesseln. Das Buch ist ein wirklicher Pageturner! Ab der ersten Seite habe ich mich bestens unterhalten gefühlt. Elsbeth "die" Protagonistin ist eine äußerst gewitzte und sympathische Figur, deren Wortgefechte und nicht ausgelassene Fettnäpfchen mich ein ums andere mal Schmunzeln ließen. Auch ihre Gefühle und die zarte Liebesgeschichte zu Roger überzeugen. Ebenso ging es mir mit der gefallenen Constantia und ihren Nöten und Rachegedanken- man kann sich bestens in sie hineinversetzen, ihr Verhalten überzeugt und macht nachdenklich (darüber wie FRauen im späten Mittelalter benutzt wurden..).

Auch der Spannungsaufbau, die vielenn dunklen Geheimnisse, die die diversen Figuren mit sich herumschleppen, vermögen einen zu fesseln. Mehr als einmal bedauerte ich, dass unter der Woche nicht mehr Zeit zur Lektüre war- und das mach m.E. nach ein wirklich gutes Buch aus- man will immerzu weiterlesen. Und das erlebt man leider viel zu selten ...

Ergo: ein ABSOLUT überzeugendes Buch (bislang MEIN HIGHLIGHT 2011), das sicherlich im Regal bleiben wird um zu gegebener Zeit wieder gelesen zu werden :).
Ein Roman, der in allen Punkten überzeugt- Charaktere, Sprache, Spannungsverlauf, eine lebendige Vergangenheit, eine gelungene Schilderung der damaligen Zeit und ihrer Verhältinsse und eine lebendige Darstellung der Orte und Menschen- man sieht den Steigerwald und die Personen und Lokalitäten geradezu vor sich.
UNBEDINGT LESEN. Ich werde meinen Fehler, die "Teufelsbibel" und die beiden Nachfolger, die alle noch ungelesen im SUB sind, sofort berichtigen und mir diese baldmöglichst zu Gemüte führen!
11 Kommentar| 62 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Auf den ersten Blick erinnert vieles an diesem Buch an den berühmten Roman "Die Säulen der Erde". Der Titel, das Cover, die Länge mit 860 Seiten und die Kurzbeschreibung lassen wahrscheinlich die meisten unweigerlich an Folletts Bestseller denken. Ich habe beide Romane gelesen und kann allen versichern das Richard Dübell einen vollkommen eigenständigen Roman geschrieben hat und bei dem die ersten paar Kapitel genügen Folletts Opus Magnum in den Hintergrund treten zu lassen und es dem Leser erlauben gedanklich ins tiefste Mittelalter zurückzureisen.

**Ausgangslage**

Kaiser Friedrich II. aus dem Geschlecht der Staufer und Enkel Barbarossas war eine grosse Persönlichkeit und einer der berühmtesten Herrscher des römischen Reiches. Er war wissbegierig, gebildet und umgab sich mit Gelehrten aller Wissens- und Glaubensrichtungen und verbrachte die meiste Zeit seiner Regentschaft in Sizilien, er ist deshalb auch unter dem lateinischen Namen Federico bekannt. Mit seinem Tod, der übrigens im ersten Kapitel dieses Buches geschildert wird, begann das sogenannte Interregnum, die kaiserlose Zeit die mehr als zwei Jahrzehnte anhielt bis Rudolf I. von Habsburg den Kaiserthron bestieg. Nach seinem Tod wurde Friedrich II. ehrfürchtig der Beiname "stupor mundi" verliehen was soviel bedeutet wie "das Staunen der Welt".

Die Zeit des Interregnums war eine schwere Zeit, geprägt von anarchischen Zuständen und grosser Verunsicherung der Bevölkerung mit diversen Fürsten und Könige von denen es aber keiner schaffte vom Papst zum Kaiser gekrönt zu werden.

Eine weitere grosse Rolle in diesem Roman nehmen die Katharer ein, sie wurden im Zuge des Albigenserkreuzzugs und weiterer Feldzüge sowie durch die Inquisition als Häretiker verfolgt und fast vollständig vernichtet. Die Geschichte dieses Buches spielt rund zwei Jahrzehnte nach diesen Kreuzzügen und die letzen Bonhommes und Perfecti der grossen Katharerfamilien sind über ganz Europa verstreut, sind teilweise sogar bis in das Heilige Land geflüchtet und haben an geheimen Orten Unterschlupf gefunden.

**Meine Meinung**

Von Beginn weg vermögen die abwechslungsreichen Geschichten zu überzeugen und es ist überraschend einfach sich in das Geschehen der drei Haupthandlungsstränge hineinzuversetzen. Die Erzählungen haben Hand und Fuss, sind stichhaltig und lebensnah geschildert und mit bemerkenswert vielen spasshaften Passagen ausgestattet. Dabei werden grosse Namen der Zeitgeschichte ebenso wie frei erfundene Personen zusammengebracht und sie haben höchst ambitiöse Vorhaben wie etwa den Neubau eines Klosters oder die Bewahrung des richtigen Glaubens oder sie haben ganz banale Wünsche wie das Überleben der Gefangenschaft. Sie meistern zusammen etliche Abenteuer, überwinden grosse Herausforderungen beim Bau und dem Leben an sich, schmieden hinterhältige Intrigen oder sie verlieben sich sogar ineinander. Die letzten rund 80 Seiten sind so spannend und ereignisreich das sie problemlos mit jedem Kriminalroman mithalten können.

Die Protagonisten sind dermassen ausdrucksstark gestaltet das sie sich sofort im Gehirn und in der Gefühlswelt des Lesers einnisten und ihn latent im Bewusst- oder Unterbewusstsein beschäftigen. Ich hatte vom Anfang bis zum Schluss nie Probleme die handelnden Personen auseinanderzuhalten und einzuordnen, in Anbetracht von immerhin 860 Seiten und zahlreichen Figuren eine Glanzleistung des Autors. Die Charaktere sind aber auch unverschämt gut ausgearbeitet und jeder, ganz egal ob nun gut oder böse, trägt sein Scherflein dazu bei das die Geschichte dermassen gut funktioniert. Bloss wer gehört zu den "Guten" und wer zu den "Bösen"? Nur nicht zu früh urteilen, es könnte sein das einige Figuren den Leser im Verlaufe des Romans überraschen und sich erst nach und nach in ihrer vollständigen und komplexen Wesensart zeigen...

**Fazit**

Für mich ist es das erste Buch von Richard Dübell, aber nun weiss ich warum er zu den beliebtesten deutschsprachigen Autoren im Bereich der Historischen Romane zählt. Die authentische Schilderung des Mittelalters, die mit Leben erfüllten Personen verbunden mit seinem fesselnden Erzählstil sowie dem unvergleichlichen Humor den er immer wieder einstreut machen dieses Buch zu einem wahren Leckerbissen für den Freund guter Historischer Literatur und sorgen für zufriedene und gesellige Lesestunden.

**Tipp**

Vor und/oder während des Lesens sich im Internet über Friedrich II und die Katharer informieren. Es erleichtert das Verständnis der Geschichte und einiger Dialoge.
0Kommentar| 28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Während in Outremer 3 gefangene Kreuzfahrer von einem Geheimnis des kürzlich verstorbenen Kaisers Friedrich II erfahren, versucht eine junge Nonne ein Tochterkloster des Zisterzienserordens in dem Örtchen Wizinstein zu gründen. Wizinstein wird von einem dubiosen "Notar" regiert, der sich auch über alle Belange des Stadtrates hinweg zu setzen weiß. Seine Geliebte ­versucht mit allen Mittel den Bau des Klosters zu verhindern.
Was zuerst aus drei völlig unzusammenhängenden Erzählsträngen seinen Anfang nimmt, baut sich recht schnell zu einem sehr gut geschilderten Mittelalterkrimi auf. Durch die Verflechtung der drei Geschichten wird der Leser mit einer Vielzahl von Figuren konfrontiert, in der er (leider) auch den Überblick verlieren kann. Hinzu kommt, dass Hr.Dübel auch noch Geschichten in der Geschichte erzählt und man so sehr genau lesen muss, worauf sich der Autor gerade bezieht. Ich will damit keine harsche Kritik üben, sondern nur vor "zu schnellem Lesen" warnen, denn der Roman hat viel Positives zu bieten!
Allein die sehr detaillierten Erklärungen zum "Albigenserorden" sind mehr als lesenswert!
Viel Figuren haben eine sehr große Tiefe, so das ein "Miterleben" recht einfach fällt. Auch sind die Lebens- und Arbeitsumstände im Mittelalter gut wieder gegeben.
Manch kleine Ungereimtheit besteht aber leider doch (z.B. gab es "Vollkastraten" nur im arabischen Raum), und manch interessanter Geschichtenteil, wird nur am Rande gestreift (z.B. die "Erzengel" um Rudolf I).
Sehr hilfreich ­war für mich das Personen- und Ortsregister und ­die sehr umfangreichen "Bemerkungen" zum ­manchen Textpassagen (am Ende des Romans).
Auch die Grundidee (das Geheimnis um das sich alles dreht) ist so interessant, dass es fast einen zweiten Roman füllen könnte!
Hauptstörfaktor war für mich nur, dass manche Kapitel sehr langatmig waren (gerade in puncto "Liebesgeschichten"), die mir immer wieder erlaubt haben, das Buch wegzulegen und somit zu "Wertungsabzug" führen.
Fazit: Sehr interessante Mittelalterlektüre, dass sehr detailgenau die "Glaubensproblematik" ins Visier nimmt!
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am 5. Juni 2011
1250: Friedrich II. v. Hohenstaufen, Kaiser des Römischen Reichs und als Jahrtausendkaiser die Hoffnung der Welt, stirbt und hinterlässt ein Reich im Chaos. Seine eigenen Söhne bekriegen sich, einige Fürsten und Grafen streben selber nach der Kaiserkrone und auch die Romkirche ist nur am Ausbau ihrer Macht interessiert. Aberglaube und Progrome aller Art sind an der Tagesordnung, selbst das Wetter scheint mit dem Teufel im Bunde zu sein und lässt die Ernte allerorten verdorren.

Ein Ritter des Kaisers, ihm bis über den Tod hinaus treu ergeben, ist in seinem Auftrag auf dem Weg nach "terra sancta", ins Heilige Land. Friedrichs auf dem Totenbett geäußertes Vermächtnis - groß genug, um die Machtverhältnisse neu zu ordnen, Herrscher zu fällen und neu zu schaffen - ist nur für die Ohren eines Mannes bestimmt und dieser soll sich in Jerusalem befinden.
Doch auch der Kreuzzug im Heiligen Land scheint gescheitert, Ordensritter sind versprengt, getötet oder vegetieren in Gefangenschaft dahin - letzteres wie Rogers de Bezers, Erbe der Katharer und als Ketzer von der Romkirche verflucht und gejagt. In seinen Armen stirbt Hertwig von Staleberc, der Bote des Kaisers - ohne ihm mehr als wirre Hinweise zu diesem Geheimnis anvertrauen zu können.

Zur selben Zeit versucht Schwester Elsbeth, eine Nonne im Kloster von Papinberc, einer von ketzerischen Visionen heimgesuchten Mitschwester mit einer Flucht in die Wildnis von Wizinsten und der Neugründung eines Kloster namens "Porta Coeli" in der dortigen Ödnis das Leben zu retten, in dem sie sie auf diese Weise aus dem Blickfeld des Bischofs von Papinberc schafft. Von dem kalten Empfang in Wizinsten, einem düsteren Ort, der selber viele dunkle Geheimnisse zu haben scheint und immerhin über ein verfallenes altes Benedektinerkloster verfügt, lässt sie sich zunächst nicht abschrecken.

Und Rogers de Bezers, mit zwei treuen Freunden auf der Suche nach dem kaiserlichen Vermächtnis und nach abenteuerlicher Flucht auf dem Weg nach Staleberc - seinem einzigen Hinweis - wird ebenfalls feststellen müssen, dass manche Taten seiner Vergangenheit weite Schatten auf seine Zukunft werfen und man auch auf Klosterbaustellen über sein Schicksal stolpern kann...

Und mein Fazit:
Dieser Roman ist ein herrlicher Schmöker, fesselnd und unterhaltsam, voller Schauplätze und Charaktere, die begeistern - Richard Dübell hat es sogar in ausnahmslos jedem Fall geschafft, mir selbst die Bösewichte ans Herz wachsen zu lassen: einen ebenso von Ehrgeiz zerfressenen wie gewissenlosen Grafen, dessen wunder Punkt ausgerechnet sein Herz ist, ein Bund mörderischer Mönche, deren Motive für ihre Taten so unterschiedlich sind wie sie selbst, eine von den Schattenseiten des Lebens zu Fall gebrachte und doch eigentlich so lebenshungrige Tochter eines Wizinstener Kaufmanns und ein gebrochener Ketzer, der sich selber mehr verachtet, als ihn jeder andere verachten könnte.

Von den Helden der Geschichte ganz zu schweigen...

Ich drücke die Daumen, dass dieser Stoff um die dunkle Zeit des Interregnums, die Katharer und ihren Glauben, um den Dombau zu "Porta Coeli" und letztlich die Suche nach solch schicksalsträchtigen Geheimnissen Herrn Dübell vielleicht doch dazu hinreissen könnte, eine weitere Trilogie daraus werden zu lassen.

Von mir abschließend auf jeden Fall die Empfehlung: Nicht entgehen lassen, sondern unbedingt lesen!
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am 31. März 2012
Apulien 1250. Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen liegt im Sterben. Kurz vor seinem Tod raunt er Hertwig von Staleberc eine geheimnisvolle Botschaft zu, die den jungen Ritter veranlasst, sich schnellstens ins Heilige Land zu begeben. Rudolf von Habisburch, der gern der nächste Kaiser werden möchte und alles daran setzt, diesem geflüsterten Geheimnis auf die Spur zu kommen, schickt dem jungen Ritter seine Schergen hinterher. Hertwig schafft es nicht, die Information dem eigentlichen Empfänger Olivier de Terme zu übermitteln, er wird niedergestochen, kann aber tödlich getroffen noch Andeutungen zu dem Geheimnis an den Ketzer Rogers de Bezers weitergeben. Dieser macht sich mit seinen Kumpanen Walter und Godefroy auf, Hertwigs Mission zu erfüllen.
Zur gleichen Zeit macht sich die Zisterzienserin Elsbeth mit einigen Novizinnen von Papinberc nach Wizinsten auf. Sie möchte ein Tochterkloster gründen, um Schwester Hedwig zu verstecken. Hedwig bringt sich durch die Verbreitung ihrer Visionen in Gefahr; der Bischof von Papinberc beschuldigt sie der Ketzerei.
In Wizinsten sieht die schöne Constantia mit Bangen ihrer Hochzeit entgegen. In ihr schlummert ein bitteres Geheimnis: ein grausames Ereignis, für das sie sich rächen will. Dabei schreckt sie auch nicht vor dem in Wizinsten alles und jeden beherrschenden Notar Meffridus Chastelose zurück.

In "Die Pforten der Ewigkeit" gibt es zunächst mehrere, weitestgehend voneinander unabhängige Handlungsstränge. Aber trotz unterschiedlicher, ständig wechselnder Handlungsorte und einer Vielzahl an Personen konnte ich der Geschichte von der ersten Seite an gut folgen. Die Zusammengehörigkeit der einzelnen Handlungen wird mit jedem Kapitel deutlicher und die unterschiedlichen Inhalte fügen sich schließlich zu einem Ganzen zusammen.

Es geht sehr lebhaft zu in diesem Buch. Unzählige Ereignisse prasseln in einem fort auf den Leser ein, immer wieder gibt es interessante Begebenheiten, neue Erkenntnisse und Informationen; jede Kleinigkeit ist dabei wichtig. Aber selbst diese Fülle an Details macht keine Probleme, weil alles sehr gut durchdacht ist und sich nach und nach prima miteinander verbindet.

Dass man mit einer enormen Geschwindigkeit durch dieses spannende Buch gezogen wird, liegt vor allen Dingen an der eingängigen, humorvollen Sprache und an den fabelhaften Formulierungen Richard Dübells. Die Dialoge sind mit ganz viel Wortwitz gespickt, den Protagonisten wurden viele lockere Sprüche in den Mund gelegt, es gibt reichlich Situationskomik und auch so manche Slapstick-Einlage. Die Beschreibung eines hektischen, aus vollem Lauf gegen ein Fallgitter knallenden Graf Rudolf konnte mich dabei ebenso begeistern, wie die pfiffigen Äußerungen von Elsbeth oder die ständigen Frotzeleinen zwischen Rogers, Walter und Godefroy.

Die Figuren bilden eine bunte Mischung. Sowohl fiktive wie auch historische Personen werden facettereich dargestellt, selbst die Nebenfiguren wirken nicht oberflächlich. Die Guten sind nicht nur gut, sondern haben auch ihre Ecken und Kanten; genauso werden die Handlungen der Bösen so schlüssig und nachvollziehbar geschildert, das man ihnen so manches Mal zumindest einen Funken Sympathie für ihre Taten entgegenbringen kann.

Toll auch die Aufmachung des Buches. Auf dem Vorsatzblatt befindet sich eine Karte von Wizinsten. Vorbemerkungen beinhalten eine Liste mit Ortsnamen, wie sie in der damaligen Zeit wohl gebräuchlich waren und ein Personenregister - aufgeteilt nach fiktiven und realen Charakteren, wobei es zu jeder Person einen kurzen aber kennzeichnenden Satz gibt.
Am Ende des Buches befinden sich Anmerkungen zu den historischen Begebenheiten. Hier hat mir besonders gefallen, dass Seitenzahlen angegeben werden, die auf die entsprechenden Textstellen hinweisen.

Der hervorragende Humor und die herrlich ausdrucksstarken Figuren, aber auch immer wieder überraschende Wendungen im Verlauf der Geschichte bieten ein großartiges Lesevergnügen und lassen zu keiner Zeit Langeweile aufkommen.
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am 31. März 2012
Der Kreuzritter und Katharer Rogers de Bezers hat eine wichtige Aufgabe zu erfüllen: von einem Sterbenden ist ihm eine schicksalsschwere Mission anvertraut worden, die die Nachfolge des kürzlich verstorbenen Kaisers regeln soll. Denn das Land hat seit dem Tod von Friedrich II immer noch keinen neuen Kaiser und die Bevölkerung gerät immer mehr in Aufruhr. Anwärter für das neue Amt gibt es genug, doch welche Ziele verfolgen sie und wer soll die Führung des Reiches künftig übernehmen? Der Kampf beginnt...
Auf der Suche nach dem Geheimnis gelangen der Ritter und seine beiden Gefährten in die Stadt Wizinsten in der Nähe von Bamberg, wo die Zisterzienserin Elsbeth mit einer kleinen Gruppe von Nonnen mit der Gründung eines neuen Klosters beschäftigt ist. Der Klosterbau geht nur schleppend voran, immer wieder stellen sich neue Hindernisse in den Weg, doch Elsbeth gibt nicht auf, immerhin gilt es, ihren Traum vom Kloster Porta Coeli" wahrwerden zu lassen - und nicht zuletzt, das Leben von Schwester Hedwig zu schützen, die durch ihre Visionen die Inquisition fürchten muss und hier im abgelegenen Wizinsten hoffentlich dem Blickfeld des Bischofs entweichen kann. So kommen ihr die drei Fremden gerade recht, denn jede Hilfe ist willkommen. Doch sie ahnt nicht, dass gleichzeitig große Probleme und Gefahren von ihnen ausgehen...
**
Ein packender historischer Roman, der den Leser ins 13. Jahrhundert entführt - in eine Zeit, als das Reich auf der Suche nach einem Nachfolger für den verstorbenen Stauferkönig ist.
Richard Dübell gelingt es, dem Leser eindrucksvoll die geschichtlichen Hintergründe der damaligen Zeit nahezubringen, er geht dabei auf die gerade beendeten Kreuzzüge im heiligen Land ein, die Kämpfe und Zerissenheit der verschiedenen Glaubensrichtungen, die Inquisition.
Gleichzeitig lockern witzige und fast schon komödienhafte Einlagen die oft grausamen und etwas düsteren Schilderungen die Geschichte auf, sodass die Geschichte abwechslungsreich bleibt und die Seiten nur so dahinfliegen. Die Sprache und der Schreibstil erscheinen manchmal schon sehr modern, zeigen jedoch auch, dass viele heutige Ausdrucksweisen nicht erst von uns erfunden" wurden. Die Verwendung der damaligen Ortsnamen, z.B. Papinberc" für Bamberg und Nuorenberc" für Nürnberg helfen ebenfalls dabei, den Leser auf das Leben und Lesen im Mittelalter einzustimmen.

Die verschiedenen Protagonisten wie z.B. die unerschrockene und wortgewandte Zisterzienserin Elsbeth, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ihr eigenes Kloster zum Ruhme Gottes zu bauen, oder der Notar Meffridus, der der heimliche Anführer des Dorfes ist, ebenso wie Constantia, eine Dorfbewohnerin mit ihrem ganz eigenen dunklen Geheimnis, sind facettenreich und immer wieder für Überraschungen gut . War man soeben noch davon überzeugt, einen schlechten Charakter erkannt zu haben, zweifelt man im nächsten Moment daran und kann nie sicher sein, dessen wahre Persönlichkeit durchschaut zu haben. Egal ob Ritter, Graf, Nonne oder Dorfbewohner, sie alle verhelfen dieser Geschichte zu einer lebendigen Handlung.
Die Spannung, die zu Beginn aufgebaut wird, wird auf vielfältige Weise und von verschiedenen Gesichtspunkten aus weitergeführt und ausgebaut, sodass man es schließlich kaum erwarten kann, zu erfahren, wie sich alle Geheimnisse und Handlungsstränge zusammenfinden und auflösen.
Doch wer hier darauf hofft, auf wirklich alle Fragen eine detaillierte Antwort zu erhalten, wird enttäuscht. Denn der Autor lässt dem Leser am Ende bewusst eigenen Raum für mögliche Lösungen und Schicksale...
Für mich ein sehr gelungener historischer Roman, in dem historisch belegte Personen und Ereignisse geschickt mit erfundenen Geschehnissen verbunden werden. Ein detaillierten Personenverzeichnis am Anfang des Buches sowie der gezeichnete Stadtplan von Wizinsten erleichtern die Übersicht, die Kapitelüberschriften sind mit dekorativen Wappenzeichnungen verziert und machen das Buch zu einem absoluten Lesegenuss. Der interessierte Leser kann sich im ergänzenden Anhang über die historische Hintergründe informieren, die der Autor gründlich recherchiert hat.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die historische Romane suchen, die mehr als nur einfache Unterhaltung bieten, gleichzeitig jedoch nicht von geschichtlichen Daten und Fakten erschlagen" werden wollen.
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TOP 500 REZENSENTam 31. März 2012
Wir schreiben das Jahr 1250. Auf einer Burg in Apulien gibt Kaiser Friedrich II. ein Essen. Es wird sein letztes Gastmahl sein. An der Tafel sitzt Graf Rudolf I. von Habisburch. Er hasst den Kaiser und doch kämpft er an seiner Seite. Machtstreben bestimmt sein Handeln. Auch der junge deutsche Ritter Hertwig von Staleberc ist an der Tafel zugegen. Wenige Tage später hört er allein die letzten Worte des sterbenden Kaisers.
Währenddessen empfängt Schwester Elsbeth, Schwester der Äbtissin Lucardis und trotz ihrer Jugend Novizenmeisterin, Bischof Heinrich in der Zisterzienserinnenabtei in Papinberc. Er darf auf keinen Fall mit Schwester Hedwig zusammentreffen, deren Visionen als Ketzerei gedeutet werden können. Doch das Schicksal will es anders.
Im Ort Wizinstein lebt Constantia. Ihr Vater, einst Handwerker, gehört heute zu den Patriziern. In wenigen Wochen wird sie Rudeger, einen Handwerker, heiraten. Doch die nötige Beichte vor der Hochzeit absolviert sie nicht. Etwas ist in ihrer Vergangenheit geschehen, dass sie belastet. Zur Hochzeit erscheint der Notar Meffridus, der das Sagen im Ort hat.
In einem namenlosen Kaff irgendwo in Terra Sancta werden im Frühjahr 1251 drei Männer von einem persischen Händler der Bevölkerung zur Schau gestellt. Einer von ihnen nennt sich Rogers de Limoux. In Wahrheit ist er Rogers de Bezers, der Sohn von Ramons II. Trencavel, dem berühmtesten Katharerfürsten des Langue d`Oc.
Vier Schauplätze mit völlig verschiedenen Personen ' dem Autor gelingt es ausgezeichnet, diese vier Handlungsstränge zu einem spannenden historischen Roman zu verknüpfen. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Exakte Recherche, umfangreiche Charakterisierung der handelnden Personen, historisch genaue Darstellung der wichtigsten Fakten und eine sprachlich hohe Qualität zeichnen das Buch aus. Trotz oft ernster Handlung kommt der Humor nicht zu kurz. Wichtiges Qualitätsmerkmal des Buches ist die Gestaltung der Dialoge. Sie sind humorvoll bei Rogers und seinen Freunden, voller Weisheit bei dem Juden Daniel und Rogers Eltern, gespickt mit Verschleierung bei Meffridus. Auch die Gespräche zwischen Elsbeth und ihrem Baumeister sind eine Bereicherung.
Unterschwellig ist das Buch ein Plädoyer gegen Krieg und Gewalt, aber auch Hass und Machtstreben. Die Aussage Ramons, dass jeder Krieg geschändete Frauen und erschlagene Kinder zurücklässt, ist ein Beispiel dafür. Das hindert den Autor nicht, dort, wo es im Ablauf der Handlung notwendig ist, Kriegsereignisse exakt zu beschreiben.
Die Protagonisten sind Menschen mit Stärken und Schwächen. Welche ihrer Eigenschaften überwiegt, wird durch das entsprechende Motiv bestimmt. Dieser Zusammenhang ist erstklassig herausgearbeitet. Selbst die Personen, die das Böse symbolisieren, zeigen kurzzeitig menschliche Gefühle und erweckten mein Mitleid als Leser für ihren verfehlten Lebensweg.
Natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle im Buch. Doch auch da ist der Autor für eine Überraschung gut.
Der Autor ließ mich teilhaben an einem Stück Geschichte, der kaiserlosen Zeit nach Friedrich II. Gleichzeitig stand das Schicksal der Katharer im Mittelpunkt des Buches. Die Fülle der Informationen, die im Roman eingebettet sind, hat mir gefallen und die Freude am Lesen erhalten. Mittelalterlicher Klosterbau, jüdisches Leben, Glaubensfragen sind nur einige der Themen, die im Roman anklingen und ' mehr oder weniger ' ausgeführt werden.
Dass am Ende einige Fragen offen bleiben, tut der Qualität des Buches keinen Abbruch. Die wichtigsten Handlungsstränge wurden abgeschlossen, der Rest darf durchaus der Phantasie des Lesers überlassen bleiben.
Eine Zeichnung der Klosteranlage auf der inneren Umschlagseite, die Gegenüberstellung historische Städtenamen und ihre heutige Bezeichnung und eine Aufstellung der wichtigsten Personen, getrennt in historisch verbürgt und fiktiv, auf den ersten Seiten des Buches fördern den Lesefluss, da sie zum einen eine Vorstellung des Handlungsortes ermöglichen, zum anderen zusätzliche Recherchen während des Lesens überflüssig machen. Wer noch mehr Informationen wünscht, dem sei schon während des Lesens ein Blick in den Anhang empfohlen. Hier werden nicht nur einige Zusammenhänge speziell versehen mit den Seitenzahlen des Romans, erläutert, sondern auch Literaturhinweise gegeben.
Der Roman hat mir ausgezeichnet gefallen. Er war der erste des Autors, den ich gelesen habe, wird aber sicher nicht der einzige bleiben.
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Zum Inhalt:

Dieses historische Buch führt uns in das Jahr 1250 und wir begleiten hier einige interessante Charaktere über einige Jahre. Das Hauptaugenmerk zieht uns hier zu Schwester Elsbeth, die geboren wurde als Yrmengard von Swatzenberc. Sie ist Zisterzienserin im Kloster Papinberc und dort auch glücklich und zufrieden. Als sie sich dann auf den Weg nach Winzinsten macht und sie dort ein leeres und heruntergekommenes Kloster vorfindet, beschließt sie, hier soll ein neues Kloster entstehen. Wie viele Schwierigkeiten ihr hier entgegengebracht werden, kann sie nicht erahnen, aber herzlich empfangen wird sie von den Wizinstenern nicht. Immer wieder träumt Elsbeth den gleichen Traum. In Colnaburg wurde sie in der Kichre von einem Ritter innig geküsst und sie kann ihn einfach nicht vergessen, obwohl sie ja gar nicht weiß, wer es eigentlich war.

Dann ist da Rogers de Bezers, der Sohn des berühmtesten Katharerfrüsten des Langue d` Oc, der die Welt retten möchte. Auf seiner Reise trifft er auf Godefroy Arbalétrier und Walter Longsword, die sich ihm anschließen. Eine tiefe Freundschaft entwickelt sich unter diesen drei unterschiedlichen Charakteren, die über alle Zweifel erhaben ist. Immer wieder retten sie sich gegenseitig das Leben und auch ihre Gespräche sind einzigartig und unterhaltsam. Mit Witz und auch mit Ernsthaftigkeit überleben sie so manchen Angriff, der auch tödlich hätte enden können.

Als Rogers dann auf Elsbeth trifft, ist da sofort Erkenntnis. Sie kennen sich und dann ist da ja noch der Traum, ist Rogers ihr küssender Ritter?

Viele weitere interessante Charaktere begegnen uns hier noch, aber um sie alle zu erwähnen, würde den Rahmen der Rezension sprengen. Sicher ist, dass es hier auch um Krieg und Liebe geht und wir miterleben, wie sich Menschen wiederbegegnen, die eigentlich Tod hätten sein sollen. Spannung, Faszination und auch Hunger, Not und Elend, harte Kämpfe mit viel Blutvergießen begleiten uns noch in diesem Buch. Mehr werde ich jetzt nicht verraten. Lest selbst diesen außergewöhnlichen historischen Roman und lasst Euch überraschen.

Fazit:

Richard Dübell hat hier einen tollen historischen Roman geschrieben. Die historischen Begebenheiten sind hier bis ins kleinste Detail recherchiert und in keiner Weise langweilig erzählt. Nein Langeweile kam hier bei mir überhaupt nicht auf. Ich konnte es kaum abwarten, das nächste Kapitel zu lesen um wieder feststellen zu müssen, oh so hätte ich das nun nicht erwartet. Ein Thriller hätte spannender nicht sein können.

Den Charakteren wurde hier so viel Leben eingehaucht, dass man jederzeit meinte, man steht ihnen gegenüber. Authentisch und mit viel Liebe zum Detail wird hier jeder Protagonist beschrieben. Meine Lieblingsperson war hier eindeutig Elsbeth, mit ihr konnte ich lachen, weinen und leiden. Auch Rogers mochte ich sehr gern. Es gab aber nicht nur liebe, sondern auch böse Menschen. Hier sticht natürlich Rudolf von Habisburch heraus. Auch ihn konnte ich mir sehr gut vorstellen.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Auch wenn ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, die vielen verschiedenen Charaktere zu behalten und auseinander zu halten. Das schmälert das Lesevergnügen aber nicht im Geringsten.

Dank des ausführlichen Namensregisters am Anfang und des Glossars am Ende, der tollen Karten in den Buchinnenseiten, ist das Buch wirklich ein absolut gelungenes Werk.

Hier kommen von mir 5 superdicke Sterne und eine absolute Leseempfehlung nicht nur für Fans dieses Genres, nein auch für die, die Spannung lieben.

Bedanken möchte ich mich hier beim Autoren Richard Dübell, der uns in der Leserunde wirklich auf alle unsere Fragen antwortete und immer wieder Erklärungen zu den Begebenheiten gab. Natürlich auch noch ein Dank an den Bastei Lübbe-Verlag, der uns für die Leserunde die Bücher zur Verfügung stellte. Ein großer Dank geht hier auch noch an meine Mitleser, es hat mir so viel Spaß gemacht Mitglied dieser Leserunde gewesen zu sein, es war für mich die Beste von Allen, die ich bislang mitmachen durfte.
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Wieder so ein schöner in allen Farben schillernder, abenteuerlicher, ungeheuer sympathischer Historischer Roman bei dem ich auf den letzten Seiten das Gefühl hatte: Schade, schon vorbei.

Dabei muss ich durchaus gestehen: Anfangs war ich wieder einmal ein bisserl erschrocken. Viele historische Personen, bzw. Begebenheiten - Friedrich der II liegt auf dem Sterbebett, Rudolf von Habisburch ist sich seiner Thronfolge bereits sicher, doch die letzte Botschaft des sterbenden Kaisers gilt einem jungen Ritter, Hertwic von Staleberc. Der nimmt die geheime Botschaft mit auf dem Weg ins Heilige Land und kommt prompt auf diesem Kreuzzug ums Leben. Die Botschaft indes, kann er nur kryptisch weiterleiten.
Alles ein wenig geheimnisvoll und dann auf einmal der Schwenk in ein Kloster mit Nonnen in dem einige sehr seltsam Slapstick-anmutende Szenen stattfinden um von den Visionen einer Schwester abzulenken. Ob das wohl alles zusammenpassen wird, frage ich mich.

Ich war also nicht auf Anhieb warm mit diesem schönen Schinken, doch das hat sich dann schnell Seite für Seite geändert. Spätestens, als ich endlich die Zusammenhänge zwischen dem Team" um Rogers (de Bezers) und dem im Entstehen begründeten Kloster von Schwester Elsbeth in Weißenstein (im Roman genannt Winzisten) zusammenbringen konnte und es dann auch noch um einen Templerschatz ging, war ich gefangen in den PFORTEN DER EWIGKEIT. Der Roman wurde mächtig spannend - was mit an den grandios farbenfrohen Schilderungen des dieser Epoche lag! Die Personen waren immer wieder für einige Überraschungen gut, wenn man einmal vom pupsenden Bürgermeister oder einem merkwürdig untalentierten Baumeister absieht.

Unwohl beim Lesen habe ich mich leider bei den vielen historisch korrekt bezeichneten Namensgebungen gefühlt. WINZISTEN ist ein gutes Beispiel. Liest sich wie ein Zungenbrecher und zum Glück gab es im Buch eine Übersetzungstabelle, in der steht, dass Winzinsten auf Deutsch Weißenstein heißt. Nach einigen zig Seiten habe ich mein Gehirn umprogrammiert um beim Lesen von Winzisten direkt Weißenstein zu denken. Dasselbe gilt für Papinberc (=Bamberg). Einerseits machen solche historisch korrekten Angaben von Ortsnamen vermutlich einen großen Teil des Charmes aus, der so einen Historischen Roman auszeichnet, andererseits ist es schlimm, wenn ich mich beim Lesen dauernd an solchen dummen Details aufhänge".

Kurz und gut: Es war sehr bald geschehen um mich, sowie um Schwester Elsbeth mit ihrem Rogers de Bezers. Wie gebannt habe ich gelesen und gelesen und mich dabei spitzenmäßig unterhalten gefühlt. Als Geschichtsmuffel, zu denen ich leider zähle, lerne ich dabei eine Menge über Kreuzzüge und Katharer und freilich auch über die Architektur eines Klosters. Was aber (mir) immer noch am wichtigsten ist: Der Unterhaltungswert stimmt genau.

Was ich sonst in Rezensionen ungerne bis gar nicht erwähne ist die Covergestaltung. Die finde ich in diesem Fall faszinierend und wunderbar gelungen. Nicht nur darum ein Historischer Roman, den ich gerne weiter empfehle.
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am 2. November 2011
Vier Sterne für historisch teilweise unglaubwürdige aber spannende und kurzweilige Unterhaltung. Aber allein auf die Unterhaltung kommt es mir an (solange keine wirklich schrägen historischen Schnitzer passieren).

Die Geschichte ist interessant und mit ein wenig geschichtlichem Wissen auch einfach und schnell zu lesen und zu geniessen. Natürlich sind einige Wendungen und Ereignisse vorhersehbar, aber je mehr Bücher man liest, desto öfter passiert einem das. Das hat der Spannung aber keinen Abbruch getan. Im Gegensatz zum Ende, das kam mir doch etwas zu schnell. Schwupp war der Höhepunkt vorbei und das Buch zu Ende. Auch die Auflösung, was denn nun die Botschaft war, kam mir zu kurz. Vielleicht war ich auch nur enttäuscht, dass ich nicht weiterlesen konnte.

Zum historisch Unglaubwürdigem: die Verhaltensweisen von einigen Personen halte ich nicht für mittelalterlich angebracht (nur meine Meinung, ich hab da ja nicht gelebt). Details würden aber zu viel verraten.

Trotzdem danke für die gute Unterhaltung und einen Stern Abzug nicht für die geschichtlichen Freiheiten (das finde ich wirklich ok, es handelt sich ja um einen Roman und kein Schulbuch), sondern für das abrupte Ende.
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