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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen1.081
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am 13. Mai 2013
Die ersten 150 Seiten war ich sehr angetan, es war mal etwas ganz anderes.
Aber dann hatte der Roman Längen . Ich habe mich bis Seite 451 geschleppt und dann einfach zweihundert Seiten übersprungen und den Rest gelesen. Ich glaube nicht das ich viel verpasst habe. Meiner Meinung nach hätte man das Buch auf 500 Seiten beschränken sollen. Aber, dass ist ja bekanntlich alles Geschmacksache.
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am 17. August 2012
Zuerst: ich kann das Buch nicht zum Kauf empfehlen. Wahrscheinlich findet es sich in der nächstgelegenen Bibliothek, da bleibt wenigstens der Ärger über den Kaufpreis aus.
Die deutsche Übersetzung des italinische Titels "die Bande der Träume" mit "Der Junge, der Träume schenkte" gibt das Problem ganz gut wieder: es werden Erwartungen geschürt, dieses Buch habe irgend etwas mit Entwicklung zu tun, sogar mit der Entwicklung von Phantasie. Aber es entwickelt sich so gut wie gar nichts.
Die Protagonisten sind recht eindimensional geschildert, Charakterspielräume sind von vornherein angelegt, reifen aber nicht mit der Zeit. Um Träume geht es gar nicht, bestenfalls um den Traum des Jungen, mit seiner Liebe vereint zu werden - der über die gefühlten 1000 Seiten seiner Erfüllung harrt. Ansonsten soll Christmas angeblich so gute Geschichten erfinden und erzählen, dass ganz Amerika von ihnen fasziniert ist. Mit Verlaub: was der Autor seiner Leserschaft da zumutet, ist schon sehr dreist. Bei keiner dieser Stories ist nachvollziehbar, dass ein Gangster dadurch von seinen Mordplänen geläutert wird oder ein Underdog seinen letzten Dollar hergibt, um diesem Flachsinn auch noch einen Sender zu finanzieren. Völlig klischeehaft, langweilig, weltfern. So habe ich die Passagen irgendwann quergelesen und schließlich ganz überblättert. Das hätte ich besser mit dem ganzen Buch tun sollen. Da ich das nicht getan habe, kann ich es hier wenigstens guten Gewissens verreißen.
Und wieso doch zwei Sterne? Weil der Autor es grundsätzlich wirklich gut versteht, einen Spannungsbogen aufzubauen, Kapitel genau dann enden zu lassen, wenn man auf deren Fortgang gespannt ist, dann aber gern mit dem nächsten Kapitel weiterzulesen, weil das der Fortgang der Episode ist, bei der mir das drei Kapitel zuvor ebenso erging...
Das funktioniert aber leider nur im ersten Drittel des Buches. Der Spannungsbogen hat dann keine Spannung mehr und wird von den Fehlern und Ungereimtheiten der Darstellung völlig neutralisiert.
Die "Liebesszenen" sind himmelschreiend stereotyp, die "Erotik"-Szenen mechanisch - hier habe ich teilweise herzlich über die blöde unangemessene Schreibe gelacht - wer das Buch liest, wird "kosten", was ich meine. Eine Darstellung der Gewaltszenen habe ich so platt nicht mehr gelesen seit der Lektüre von "Gruselkrimis" in meiner Jugendzeit.
Und dort bei den Groschenromanen wäre wohl auch der beste Platz für diesen "Roman".
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am 3. August 2011
Hinter 'Der Junge, der Träume schenkte' ' ein etwas sperriger und nicht so recht zum Buch passender Titel ' verbirgt sich die Geschichte um den aus einer Vergewaltigung in Italien hevorgegangenen Jungen Natale, der durch die amerikanische Einwanderungsbehörde den Namen Christmas erhält. Seine Mutter, Cetta, erreicht 14jährig Amerika und bringt hier sich und ihren Sohn als Hure durch, doch ihr Sohn soll, so ihr fester Wille, ein echter Amerikaner sein.

In Zeitsprüngen erzählt der Roman im ersten Teil von Cettas und Christmas Kampf um ein besseres Leben, und man taucht ein in die Welt von Filmen wie 'Es war einmal in Amerika'; doch Christmas, der zunächst in die dunkle Welt der Gauner und Gangsterbosse hineindrängt, versteht es viel besser, davon in Geschichten zu erzählen, als wirklich zu einem Ganoven zu werden. Daher widmet sich der zweite Teil des Buches dem erfolgreichen Versuch Christmas' mit seinen Geschichten Ruhm, Ansehen und Reichtum zu erlangen.

Die Hauptrolle in seinem Leben spielt aber weder die Unterwelt noch seine Erzählkunst, sondern viel mehr das jüdische Mädchen Ruth, dem er zu Beginn des Buches das Leben rettete, nachdem sie von dem jungen Bill malträtiert wurde, und dem er sich ' und sie sich ihm ' dadurch stets eng verbunden fühlt. Christmas ist der einzige Mensch, dem Ruth vollkommen vertrauen wird, doch werden sie durch das Schicksal voneinander getrennt, da ihre Eltern nach Kalifornien auswandern und ihre Mutter ihr Christmas' Briefe vorenthält.

Luca di Fulvio erzählt die Geschichte des amerikanischen Traumes, wenngleich die meisten seiner Figuren ebendiesen nicht erreichen und ihn daher verspotten; sein Schreibstil ist mitreißend und eindringlich, sodass die Gefühle und Charaktere der meisten Figuren, auch wenn sie nur Nebenrollen einnehmen, transparent und einleuchtend sind, nur Cettas Charakter bleibt kaum fassbar. Durch den Nebenstrang um Ruths Peiniger Bill, dessen Gewaltfantasien und Gewaltakte schonungslos beschrieben werden, wird die Geschichte von Christmas' und Ruth geöffnet, sodass sie nie nur auf diese beiden fokussiert ist. Di Fulvio flicht viele liebenswerte Nebenfiguren ein und schafft es, den Leser nahezu konstant über die 780 Seiten zu fesseln.

Es ist ein Buch, das in eine andere Zeit versetzt, Gedanken und Handlungsweisen unterschiedliche Menschen offenlegt und sie nie nur einfach verurteilt, wobei es sicherlich für einige Leser befremdlich sein mag, sich in dem Kopf von Bill, einem Vergewaltiger und Mörder, einzufinden. Man kann dem Autor vielleicht vorhalten, dass er das Buch überfrachtet mit den parallel laufenden Erzählsträngen, Handlungsplätzen, den Geschichten aus dem Gangstermilieu der 1920er Jahre und denen aus der aufstrebenden Filmbranche in Hollywood, doch meines Erachtens schafft er es, den Leser in die nie oberflächliche Geschichte eintauchen zu lassen ' und das lässt sich so nicht mehr von vielen Büchern sagen.
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am 22. Februar 2012
Es fällt mir recht schwer, eine Rezension zu schreiben, da der Roman verschiedene Eindrücke bei mir hinterlassen hat und m.M. nach auch nicht durchgängig dasselbe Niveau hat. Unterhaltsam ist er sicher, keine Frage, und einige Passagen sind auch von recht hohem literarischen Wert. Andere hingegen sind grauenvoll. Wenn ich an das Kapitel denke, in dem Christmas und Ruth sich seit Jahren das erste Mal wiedersehen, fällt mir dazu nur ein, dass ich selten etwas Kitschigeres gelesen habe ("..Ihr Busen war erblüht", "...sie versank in seinen breiten Schultern" oder so ähnlich). Außerdem ist es tatsächlich so - wie auch viele andere Mitleser kritisieren - dass der Roman über weite Strecken fast pornographische Züge aufweist (ich bin nicht prüde, aber das mag ich halt in Romanen nicht) und unglaublich brutal ist, und ich bezweifle, ob dies aus Gründen der Authentizität nötig ist. Mehr als drei Sterne gibt es daher nicht.
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am 18. Februar 2013
Die Seiten fliegen einfach nur so dahin, ich war von Beginn an gefesselt. Ein tolles Buch über kleine Menschen, die ganz stark sind und trotz gesellschaftlicher Schranken selbstbewusst ihren Platz im großen Ganzen suchen und verteidigen.
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am 5. März 2012
Der deutsche Titel, das Coverbild und die "Werbe"-Kurzfassung auf der Rückseite haben mit dem Inhalt des Buches nicht viel zu tun. Das Original sieht anders aus - wahrscheinlich will man mit "Niedlichkeit" den Verkauf ankurbeln. Das hat durchaus (auch bei mir) funktioniert.

Es handelt sich um eine teilweise blutige Geschichte im Ganovenmilieu; weder schenkt da jemand Träume, noch hat es etwas mit einem verschmitzt blickenden kleinen Jungen zu tun.

Einen Stern bekommt das Buch von mir für die gut gezeichneten Charaktere, die durchaus überzeugend dargestellt sind.
Den zweiten für eine gelungene Aufrechterhaltung der Spannung bis zum Schluss.

Wer mit ans Perverse grenzender Brutalität keine Probleme hat, kann zugreifen.
Viel Tiefgang sollte man allerdings nicht erwarten.
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am 18. September 2014
Dieser Roman ist mir eher durch Zufall in den Schoß gepurzelt, als das ich ihn unbedingt hätte lesen wollen. Zu dem Zeitpunkt als ich mir das Buch kaufte, wollte ich mir einfach ein Wohlfühlbuch zu Gemüte führen. Doch bevor ich anfing zu lesen, hatte ich einige Kritiken und Besprechungen zu diesem Werk gesehen, die mich einerseits abschreckten, aber andererseits dem Buch eine weitere Ebene hinzufügten, die es interessanter werden ließen, als ich zuerst annahm. Darauf möchte ich später näher eingehen. Jedenfalls lag das Buch über ein Jahr im Schrank, bevor ich mich traute, es in die Hand zu nehmen und zu lesen. Und was soll ich sagen? Ich konnte mich diesem Sog aus Gewalt, Liebe und familiärer Wärme nicht entziehen und habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen. Es gab manche Passagen, die mir nicht gefallen haben, aber in der Summe ist es ein lesenswertes Buch über einen jungen Mann, der mit seiner Gabe die Menschen verzaubern kann. Worum geht es in diesem Buch im Allgemein? Zuallererst um die Liebe zweier Menschen, die sich immer wieder aus den Augen verlieren und doch nah beieinander sind und gegen alle Stürme, die ihnen entschlagen, gewappnet sind. Doch es mischen sich viele andere Dinge unter diese Liebesgeschichte. Da werden Entwurzlungen beschrieben. Es geht um das Leben in einer neuen, fremden Welt, um Entscheidungen und wie sie das weitere Leben beeinflussen, um Freundschaft und Verrat, um Neid und Missgunst und wie diese einen Menschen auffressen und zerstören können. Man sollte an dieser Stelle annehmen, dass es dem Ganzen zu viel wird und es ein Buch ist, in welchem vor überladenen Szenen nur so wimmelt. In gewissen Passagen ist das auch der Fall, doch in der Summe präsentiert uns di Fulvio ein waschechtes ausgewachsenes Epos um eine junge italienische Frau, die gezwungenermaßen nach Amerika auswandert und ihr Leben allen Widerständen zum Trotz gestalten kann, und deren titelgebendes Kind, der mit einer Gabe ausgestattet ist, die die Menschen träumen lässt und die ihn vor einer Karriere als Gauner des New Yorker Untergrunds bewahrt.

Dieser Roman ist zeitlich zweigeteilt aufgebaut. Der zeitlich frühere Teil spielt in einem Rahmen ab 1909. Wir lernen das Mädchen Cetta kennen, die von ihrer Mutter zu einem Krüppel gemacht wird, um einer Vergewaltigung durch den Gutsherren zu entgehen. Dieses Vorhaben gelingt der Mutter, doch eine Vergewaltigung ihrer Tochter durch einen anderen Gutsherren kann sie trotzdem doch nicht verhindern. Aus dieser Vergewaltigung entsteht Natale. Mit der Schmach der Vergewaltigung und weil Cetta ihrem Sohn ein Leben in ständiger Abhängigkeit von irgendwelchen Gutsherren ersparen und ihm ein besseres Leben ermöglichen möchte setzt sie sich in den Kopf nach Amerika zu fliehen, denn wo, wenn nicht in Amerika soll das funktionieren? Sie setzt ihren Plan in die Tat um, doch da sie kein Geld hat muss sie ihren Körper verkaufen um ihr Ziel zu erreichen, was sie demütig hinnimmt. Kaum in New York angekommen wird sie bei der Einwanderungskontrolle von einem Edelbordellbesitzer aufgenommen, der sogleich ihre Dienste in Anspruch nehmen will. Da sie sich aber weigert ihren Jungen, der bei der Einwanderungskontrolle den Namen Christmas in seinen Pass gestempelt bekam, zur Adoption freizugeben, wird sie in die Hände des skrupellos erscheinenden Sal gegeben. Der bringt sie bei einem älteren italienischen Ehepaar unter und sie darf ihren Sohn behalten. Als Prostituierte muss sie aber trotz allem arbeiten. Sie fügt sich in ihr Schicksal, welches sie zum Wohle ihres Kindes auf sich nimmt. In den nun folgenden Jahren arrangiert sie sich in ihrem Job, verliebt sich in Sal , lernt die englische Sprache und eignet sich die amerikanische Mentalität an, ohne ihre italienischen Wurzeln zu vergessen. Als das alte Ehepaar, bei dem Cetta untergekommen ist, stirbt, überlässt ihr Sal zuerst den Wohnkeller, in dem das alte Ehepaar gelebt hatte und dann, als sich ihm die Möglichkeit bietet, verschafft er ihr eine eigene Wohnung im rasant wachsenden New York. Im Wechsel dazu erleben wir den mittlerweile 13jährigen Christmas, der mit den rauen Sitten der New Yorker Straßen zurechtkommen muss. Um Stärke gegenüber anderen Gangs, die in etwa im gleichen Alter sind, zu beweisen gründet er mit Santo, seinem besten Freund, zusammen eine Straßengang namens Diamond Dogs, die es aber aufgrund verschiedener Gründe nicht über den Status Gründung hinausbringen, doch werden die Diamond Dogs in einem anderen Zusammenhang zu Berühmtheit gelangen. Das Schicksal führt den Jungen mit Ruth zusammen, die er auf der Straße gefunden hatte. Sie wurde von einem anderen Jungen namens Bill aus Neid und Missgunst (Ruth stammt aus einer reichen jüdischen Familie) vergewaltigt und verstümmelt. Christmas bringt sie in ein Krankenhaus, wo sie gut versorgt wird und die Wunden, jedenfalls die, die zu sehen sind, verheilen können. Aus diesem Ereignis heraus entsteht zwischen den beiden eine tiefe, innige Freundschaft, die unter dem Wohlwollen des Großvaters von Ruth erhalten bleibt. Als dieser stirbt, verlässt die Familie New York, um in Los Angeles ihr Leben weiter zu leben. Christmas verspricht ihr, als sie mit dem Zug den Bahnhof verlassen, dass er sie finden wird, egal wo sie ist. Weitere 5 Jahre vergehen. Christmas ist mittlerweile zu einem kleinen Straßengangster geworden und geht den harten Weg, den viele Emigranten in New York irgendwie durchlaufen müssen. Doch als er vom mächtigsten Gangsterboss New Yorks entführt wird, um Informationen aus Christmas über die Diamond Dogs herauszupressen, setzt er unter Todesangst seine Fähigkeit ein, die Menschen mit seinen Geschichten zu verzaubern und darüber hinaus zu versichern, dass die Geschichte mit den Diamond Dogs keine ernste Angelegenheit wurde. Aus dieser einen Situation heraus ändert sich das Leben von Christmas um 180°. Er findet eine Stelle als Technikassistent bei einem der großen New Yorker Radiosender, wird da zufällig entdeckt, als er heimlich eine Radiosendung einspricht, wird gefeuert und macht seinen eigenen illegalen Radiosender auf, um seine erfundenen Geschichten über die Diamond Dogs auf Sendung zu bringen. Der Rest ist dann der vielbesungene American Dream, der ihm von seiner Mutter immer wieder eingeredet wurde und der er nun träumen kann. Nur ein Mensch fehlt ihm noch zu seinem perfekten Glück und die er in all den Jahren nie vergessen hat. Jetzt macht er sich auf die Suche nach ihr…

Diesen Roman sollte man mit Vorsicht genießen und man sollte sich von dem lieblichen Titel/Titelbild nicht täuschen lassen. Gerade wenn man sich zu den Zartbesaiteten zählt ist manches, was der Autor in den Roman eingebaut hat, hart an oder sogar über der Schmerzgrenze des Ertragbaren was Gewaltdarstellungen betrifft. Ich habe manche Kommentare zu diesem Buch gelesen, die aus diesem Grund, wie die Gewalt in die Geschichte eingebaut ist, das Buch als schlecht einstuften und abgebrochen haben, weil sie es nicht ertragen haben. Das wird dem Gesamtwerk aber nicht gerecht beziehungsweise sollten die Kritikpunkte anders gesetzt werden. Das Buch deswegen als schlecht zu bewerten, nur weil darin Gewaltszenen vorkommen und man damit überfordert ist, greift zu kurz. Mir persönlich ist mit diesem Buch ein seltsames Zwitterwesen begegnet. Auf der einen Seite beschreibt der Autor dem Leser über die angesprochenen, sehr realistischen Gewaltdarstellungen, die zwar nur kurz auf einen einwirken, eine Realität, wie es sie zu dem Zeitpunkt der 20er Jahre des 20.Jahrhunderts in den westlichen Ländern gegeben haben mochte und die an Heftigkeit nichts vermissen lassen. Dem Gegenüber stellt di Fulvio alles um die Hauptfigur Christmas auf eine eher märchenhafte Stufe, ganz so, als ob eine Aura genau diesen Charakter beschützen will. Ich will damit ausdrücken, dass man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, dass diesem Jungen/jungen Mann etwas zustoßen wird und ebenso allen Menschen, die ihn umgeben. Alle meinen es gut mit ihm und bringen ihm auf seinen Weg voran. Ihm werden keine Steine in den Weg gelegt, die er mal umgehen müsste, um aus dieser oder jener Situation zu lernen. An manchen Stellen hat man ein wenig das Gefühl, dass er und die ihn umgebenden Leute es schwer im Leben haben, aber insgesamt wird es allen zu leicht gemacht, ihre Ziele zu erreichen, was im Endeffekt aber dem Titel des Buches und seiner Rührseligkeit wieder gerecht wird. Doch genau diese Mischung aus Gewalt und träumerischen Erzählungen macht dieses Buch für mich zu einem seltsamen Gebilde, welches sehr fragil wirkt und bedrohlich nahe daran ist einzustürzen und mir damit im Endeffekt das Buch zu vermiesen. Doch genau hier greift der Autor mit seiner wunderbaren Sprache ein. Er bekommt immer genau an den richtigen Stellen die Kurve und hält dieses wackelige Konstrukt in der Waage. Dabei hilft es einem, dass sich di Fulvio einer recht einfachen, aber trotzdem verzaubernden Sprache bedient, die einen durch die Geschichte trägt. Auf wunderbar sanften Sohlen schleicht man so durch das Leben von Cetta, Natala/Christmas, Ruth, Santo, Sal und all den anderen Personen, dass man am Ende fast traurig ist, genau diese Charaktere nun in ihrer Welt weiterziehen zu lassen, ohne zu wissen, was hinter dem Horizont der letzten Seite, die man gerade zugeklappt hat, auf sie wartet.

Als Fazit schließe ich für mich persönlich, dass ich mit „Der Junge der Träume schenkte“ ein schönes Märchen mit realistischem Einschlag gelesen habe. Die Gewalt, die an manchen Stellen einfließt, ist sehr hart beschrieben und für manchen sicher nichts. Doch wenn man über diesen Punkt hinweggeht oder diese Passagen einem weniger ausmachen, dann kann man dieses Buch auch „genießen“. Ich für meinen Teil werde mir diesen Autor im Hinterkopf abspeichern und weitere Werke von ihm zum Lesen vormerken.
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am 10. Dezember 2013
In diesem Buch geht es im Wesentlichen um die Lebenswege vierer Menschen und ihrer Angehörigen: Cetta, ihr Sohn Christmas (Natale), Ruth und William. Was zunächst als klassische Einwanderergeschichte" beginnt, entfaltet sich zu einer wunderbaren Erzählung über das Leben an und für sich. Darüber, dass jeder im Leben seine Chance erhält; man muss sie beizeiten erkennen, ergreifen und nutzen. Über den Wert wahrer und echter Freunde sowie über die einzige, wahre Liebe eines Lebens, die alles überwinden kann. Und über allem steht die Hoffnung, dass letztlich alles gut werden möge.

Und dies ist genau das, was Christmas seiner Umgebung zu geben vermag: Hoffnung. Durch kleine mehr oder minder erfundene Geschichten, durch das Vergessen", Situationen richtig zu stellen und sein ehrliches, liebenswertes Wesen, welches er auch in der dunklen Phase seines jungen Lebens nicht zu verbergen mag. So verschafft er sich auch Zugang zu mächtigen Menschen, die ihm an der einen oder anderen Stelle bereitwillig seinen Weg ebnen.

Der Junge, der Träume schenkte" hat mich sofort berührt. Die Geschichte der jungen Cetta, der so viel Unrecht geschieht, dass sie keine andere Möglichkeit sieht, als die italienische Heimat zu verlassen, um für ihren Sohn ein lebenswertes Leben begründen zu können, ging mir direkt nahe. Cetta ist sich nicht zu schade, ihren Lebensunterhalt als Hure zu bestreiten. Ihren Stolz und ihre Vision, ihrem Sohn ein besseres Dasein zu ermöglichen, gibt sie nicht auf. Denn das ist ihr Traum: Christmas soll Amerikaner" sein.

Das Buch ist gut und flüssig zu lesen, die Handlung jederzeit problemlos zu verfolgen. Die notwendigen Zeitsprünge in die Vergangenheit fügen sich homogen in die aktuelle Handlung ein, bis es schließlich nur noch die Gegenwart gibt.
Nachdem anfangs mein Mitgefühl für Cetta angesprochen wird und ich unbedingt schon direkt auf ein Happy End hinlesen möchte, mag ich den klischeehaft anmutenden Mittelteil eigentlich gar nicht wirklich verfolgen, welcher ein wenig im Widerspruch zum Titel des Buches zu stehen scheint. Aber ohne die knallharte Realität kann dieses Buch nicht auskommen, um den Leser letztlich in einen wahren Gefühlsstrudel zu versetzen, damit er die vielen Höhepunkte auch wirklich schätzen kann.

Für mich ist dieses Buch ein echter Lesegenuss, ein Buch, welches auch mich hat ein wenig träumen lassen.

Rezension: Luca Di Fulvio, Der Junge, der Träume schenkte, Roman, Bastei Lübbe Taschenbuch, 783 Seiten, 9,99 €, Erscheinungsdatum: 22.07.2011
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am 15. November 2013
Luca di Fulvio hat hier eine interessante und tiefgründige Geschichte erschaffen, die dem Leser nahe geht und ihn nicht mehr loslässt. Die Themen um Gangs, Kriminalität, Prostitution und die Schattenseiten von Amerikas Unterwelt hat er durchaus spannend rübergebracht, allerdings ist das Buch keine leichte Kost, die anfangs schwer im Magen liegt. Trotzdem ist die Geschichte mitreißend und gut durchdacht. Im Wechsel der Charaktere, wird man immer tiefer hineingesogen in die Welt der Reichen und Armen. Christmas Gabe, die Menschen hinters Licht zu führen ist ein toller Einfall und auch die Liebesgeschichte zwischen ihm und Ruth hat mir gut gefallen, auch wenn sie manchmal etwas schnulzig wirkte. Einzig sein Name Christmas ist anfangs doch etwas gewöhnungsbedürftig, Natale hätte mir dann doch besser gefallen. Cettas Geschichte wirkt teilweise ein wenig dürftig und schwer nachzuvollziehen, vor allem ihre Gefühle gegenüber Sal und ihrem Leben als Prostituierte, auch wenn der Autor, diesen Aspekt der Geschichte gut rübergebracht hat. Mit Sex wird ebenfalls nicht gegeizt, was größtenteils doch recht nervig war, da der Autor beinahe jedes Mal ins Detail gegangen ist. Weniger wäre in diesem Fall doch mehr. Anfangs war ich ein wenig überrascht, denn Fulvios Schreibstil hat mich ein wenig an Ken Follett erinnert, allerdings hat er eine völlig eigene Ausdrucksweise. Das Ende hat mir sehr gut gefallen und war wirklich rührend und prima in Szene gesetzt. Christmas ist ein toller Charakter, in den man sich gut hineinversetzen kann. Er ist frech, hat ein vorlautes Mundwerk und ist sehr liebenswürdig. Ruth wirkt abweisend, hält ihre Gefühle zurück und ist manchmal sehr rätselhaft. Trotzdem mochte ich die beiden auf Anhieb. Cetta und Sal mochte ich anfangs eher weniger, das hat sich aber im Verlauf der Handlung gelegt. Auch Bill, Ruths Vergewaltiger, hat seine Geschichte bekommen, die durchaus interessant zu lesen war, auch wenn er vor nichts zurückschreckt und ein brutaler Charakter ist. Es gibt noch zig weitere illustre Figuren, die Fulvio einfallsreich in die Handlung eingewoben hat.

Die Geschichte ist wie bereits erwähnt keine leichte Kost, aber die Handlung ist gelungen und spannend. Die New Yorker 20er Jahre hat Fulvio sehr lebhaft rübergebracht und als Leser taucht man im Nu' in die Geschichte ein.
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am 25. Oktober 2013
Ich weiß nicht mehr durch wen oder was ich auf das Buch aufmerksam wurde, aber isch sagen: 1000 Dank!!

Inhaltsangabe (Quelle: Bastei Lübbe):
New York, 1909. Aus einem transatlantischen Frachter steigt eine junge Frau mit ihrem Sohn Natale. Sie kommen aus dem tiefsten Süden Italiens - mit dem Traum von einem besseren Leben in Amerika. Doch in der von Armut, Elend und Kriminalität gezeichneten Lower East Side gelten die gnadenlosen Gesetze der Gangs. Nur wer über ausreichend Robustheit und Durchsetzungskraft verfügt, kann sich hier behaupten. So wie der junge Natale, dem überdies ein besonderes Charisma zu eigen ist, mit dem er die Menschen zu verzaubern vermag ...

Meine Einschätzung:
Dieser Roman aus der Feder von LdF ist einfach grandios. Ich bin froh, dass ich diesen AUßERGEWÖHNLICHEN Roman lesen durfte und die Stunden, die ich mit Lesen verbrachte waren es wert. Mehr als das!!!

Der Schreibstil des Autors war bildreich, deteilreich und entspannend. Man konnte sich regelrecht einlullen lassen. Er lässt das Bild "New York City" der 10er und 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts vor meinem inneren Augen erstehen - mit seinen Licht und Schattenseiten.
Man bekommt das Gefühl dort zu sein - bei den Reichen, doch vor allem bei den Armen in der Lowe East Side. Man bekommt einen Einblick darin, wie hart die einfdache Bevölkerung arbeiten mussten und welche Entbehrungen sie hinnehmen mussten, um zu überleben.
Man bekommt einen Einblick in das Gangster Dasein und erkennt, dass nicht alle durchweg schlecht und böse waren. Und das einige auch Gutes tun, wenn auch nicht immer ganz legal.

Dies führt mich zu den Charakteren des Romans, die so vielschichtig waren und so echt.
Da war Cetta, die als junges Mädchen vergewaltigt wurde und später Natale gebar - den Jungen, der Träume schenkte. Trotz widrigster Umstände schafft es das Mäödchen ihrem Sohn eine Zukunft zu geben und ihn seine Träume verwirklichen.
Dann ist da Natale selbst, später Christmas, der in der Lowe East Side vor der Zeit erwachsen und reif werden muss. Mitten unter Gangstern und Möchtergerns wächst er auf und wandert auf schmalem Grat zwischen Legalität und Illegalität. Die ganze Zeit über fragt man sich, wie Christmas Leben verlaufen wird ...
Und natürlich ist da Ruth, das jüdische Mädchen. Ein reiches, wenn auch naives Mädchen erfährt auf schreckliche Weise wie hart das Leben sein kann und muss ihren Weg zurück ans Licht finden.
Es gibt noch mehr Charaktere, die erwähnenswert sind, doch ich fürchte, der Platz reicht mir nicht. Doch sie alle, sind so real, wie du und ich.

Ach, es gibt noch soviel mehr über das Buch zu sagen, aber red ich da. Lest es selbst!! Der Roman ist einfach ein MUST READ. Es ist ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und noch lange in deinem Inneren nachhallt. Hat man einmal mit dem Buch angefangen, kommt man nicht mehr davon los. Man muss einfach erfahren, was der Roman für die einzelnen Charaktere bereithält. Und das Lesen selbst war ein wahrer Genuss. Zögert nicht zu lange mit dem Lesen.

Das Buch macht mir als Leserin klar, dass Träume nicht nur Träume sein müssen. Glaubt man an sich und seine Träume können sie wahr werden und man selbst kann alles erreichen.
Mögen die Umstände noch so schlecht sein, vergiss aber nie an dich zu glauben.
S. 772:
"Das ist Christ Luminita. Der hat es geschafft, hier raus zu kommen. Er ist reich.
...
"Glaubst du etwa, aus dem wäre etwas geworden, wenn er Blödsinn erzählt hätte?", setzte der Vater hinzu und schloss das Fenster.

Mein Fazit:
Ein Must Read - und so atemberaubend grandios!
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