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1.018 von 1.095 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz großes Kino
Es fällt mir nicht ganz leicht einzugestehen, dass mich Luca Di Fulvio mit DER JUNGE, DER TRÄUME SCHENKTE schlichtweg verzaubert und auf poetische Art und Weise tief berührt hat. Es fällt mir deshalb nicht leicht einzugestehen, da ich als erwachsener Mann eher realitätsnahen Thrillern/Polit- und Agenten-Thrillern zugetan bin und üblicherweise...
Veröffentlicht am 30. Dezember 2011 von Neutralmodus2000

versus
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr gemischte Gefühle
Es fällt mir recht schwer, eine Rezension zu schreiben, da der Roman verschiedene Eindrücke bei mir hinterlassen hat und m.M. nach auch nicht durchgängig dasselbe Niveau hat. Unterhaltsam ist er sicher, keine Frage, und einige Passagen sind auch von recht hohem literarischen Wert. Andere hingegen sind grauenvoll. Wenn ich an das Kapitel denke, in dem...
Veröffentlicht am 22. Februar 2012 von M. Koch


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1.018 von 1.095 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz großes Kino, 30. Dezember 2011
Von 
Neutralmodus2000 - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
Es fällt mir nicht ganz leicht einzugestehen, dass mich Luca Di Fulvio mit DER JUNGE, DER TRÄUME SCHENKTE schlichtweg verzaubert und auf poetische Art und Weise tief berührt hat. Es fällt mir deshalb nicht leicht einzugestehen, da ich als erwachsener Mann eher realitätsnahen Thrillern/Polit- und Agenten-Thrillern zugetan bin und üblicherweise auf das Kindchenschema, welches aus unschuldigen Knabenaugen vom Cover lächelt, nicht hereinfalle. Für mich hatte bei erster Betrachtung bereits der Titel etwas Kitschiges an sich und ich dachte mir "Meine Güte, soetwas können auch nur Frauen lesen". Wie man sich täuschen kann ...

Es ist dem Drängen meiner Frau zu verdanken, dass ich mich dennoch diesem kraftvollen Werk genähert habe, ohne es dann länger als zwei Tage zur Seite zu legen. Meine Frau lächelte, schmunzelte, legte sorgenvoll die Stirn in Falten und verdrückte die ein oder andere Träne, als sie vor mir dieses Buch las - eine Reaktion, die ich so zuvor schon lange nicht bei ihr bemerkt hatte, wenn die üblichen US- und Skandinavien-Krimis mit den x-beliebigen Psychopathen und Serienkillern aus den Bestellerlisten weggeschmökert wurden. Das hat mich dann letzlich neugierig gemacht und ich folgte ihrer Buchempfehlung. Ich habe dies nicht eine Sekunde bereut.

Der Autor hat in meiner Wahrnehmung die wirklich seltene Gabe, erzählen zu können. Und zwar in einer mitreissenden Leichtigkeit und zugleich dramatischen Eindringlichkeit, die einen sofort in andere Welt versetzt. Er schafft das schriftstellerische Husarenstück, eine längst vergangene Zeit und die darin agierenden Personen lebendig werden zu lassen, ohne dabei mit gefühlsduseligem Schicksalsgenöle in die Pilcher`sche Kitschecke abzudriften (Rosamunde Pilcher, Herr lass Hirn vom Himmeln regnen, sowas habe ich einmal und nie wieder gelesen, der Vergleich zu dieser Autorin ist eigentlich eine Beleidigung des begnadeten Italieners, sorry!).

Kurzum: DER JUNGE, DER TRÄUME SCHENKTE berührt Herz und Seele und schafft es über die volle Distanz literarisch anspruchsvoll zu unterhalten und Nachhaltigkeit zu erzeugen. Für mich war das ganz großes Kino und ein unerwartet schöner Ausflug in ein mir weitestgehend unbekanntes Genre.
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316 von 353 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch. Sollte man gelesen haben!!!, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
Da ich in letzter Zeit viel Krimis gelesen habe, wollte ich mal wieder etwas anderes. Ein Buch zum Abschalten und genießen. Als ich angefangen habe das Buch 'Der Junge der Träume schenkte' zu lesen, habe ich gleich zu Beginn gemerkt das es sich hierbei um ein sehr besonderes Buch handelt.
Eine wunderschöne Erzählung, die mal sehr Brutal ist, aber auch mal sehr lustig. Mal erlebt man spannende Aktionen des Protagonisten in den Straßen von New York mal eine ganz besondere Liebesgeschichte.
Das Buch ist mit viel Raffinesse und Charme geschrieben, die es einem sehr schwer machen es aus der Hand zu legen. Man erfährt auf eine nette Art und Weise, wie es in New York in der 20er Jahren zuging. Man wird in die Zeit versetzt und kann mit den einzelnen Charakteren mitfühlen.
Ich möchte nicht auf den Inhalt des Buches eingehen, denn dabei hätte ich Angst etwas zu verraten. Außerdem wurde der Inhalt dieses Buches schon genug erläutert.
Aber ich kann dieses Buch einfach nur empfehlen und hoffe das Luca Di Fulvio uns mit weiteren solchen tollen Büchern in Zukunft verwöhnen wird. Für mich war das eines der Besten Bücher dieses Jahres (2011).
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr gemischte Gefühle, 22. Februar 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es fällt mir recht schwer, eine Rezension zu schreiben, da der Roman verschiedene Eindrücke bei mir hinterlassen hat und m.M. nach auch nicht durchgängig dasselbe Niveau hat. Unterhaltsam ist er sicher, keine Frage, und einige Passagen sind auch von recht hohem literarischen Wert. Andere hingegen sind grauenvoll. Wenn ich an das Kapitel denke, in dem Christmas und Ruth sich seit Jahren das erste Mal wiedersehen, fällt mir dazu nur ein, dass ich selten etwas Kitschigeres gelesen habe ("..Ihr Busen war erblüht", "...sie versank in seinen breiten Schultern" oder so ähnlich). Außerdem ist es tatsächlich so - wie auch viele andere Mitleser kritisieren - dass der Roman über weite Strecken fast pornographische Züge aufweist (ich bin nicht prüde, aber das mag ich halt in Romanen nicht) und unglaublich brutal ist, und ich bezweifle, ob dies aus Gründen der Authentizität nötig ist. Mehr als drei Sterne gibt es daher nicht.
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50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu den negativen Rezensionen, 21. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
möchte ich zuerst etwas schreiben: Ich hatte mich davon schon etwas beeinflussen lassen und habe das Buch dann erst auf Empfehlung eines guten Bekannten, dessen Buch- und Filmtipps für mich bisher fast immer ins Schwarze getroffen haben, heruntergeladen. Und ich habe es nicht bedauert. Wer ein Buch herunterlädt, in dessen Kurzbeschreibung hier bei Amazon es heißt "Doch in der von Armut, Elend und Kriminalität gezeichneten Lower East Side gelten die gnadenlosen Gesetze der Gangs. Nur wer über ausreichend Robustheit und Durchsetzungskraft verfügt, kann sich hier behaupten.", sollte schon damit rechnen, dass es sich nicht um einen romantischen Kuschelroman handelt, dass die Charaktere des Buches in diesem harten Überlebenskampf nicht mit Samthandschuhen agieren. Eigentlich sollte doch jeder von uns schon aus dem Geschichtsunterricht wissen oder zumindest vermuten, dass zu jener Zeit und in jenem Milieu andere Gesetze den Alltag bestimmten, als wir hier und heute auch nur erahnen können. Deshalb wirken die Gewalt- und Sexszenen in diesem Roman nicht aufgesetzt oder konstruiert, sondern lassen das Geschehen authentischer wirken und fügen sich nahtlos in die Handlung ein.

Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, ich habe in den letzten Tagen in jeder freien Minute, die sich bot, darin gelesen. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, die vielen Widersprüche in der Person des Christmas sind wunderbar herausgearbeitet. Auch Personen, die nur eine kleinere "Nebenrolle" spielen, so wie z. B. Sister Bessie, wirken glaubhaft und man sieht sie förmlich vor sich.

Auch der Kritik an der Sprache des Romans als seicht oder einfach oder brutal in manchen negativen Rezensionen mag ich mich nicht anschließen. Wenn ich einen spannenden Roman lese, ist für mich wichtig, dass die Sprache dem entspricht, nicht als holprig oder gar störend empfunden wird und eigentlich gar nicht spürbar ist, sondern dazu beiträgt, dass ich mich ganz in die Handlung hineinversetzen kann - und das ist hier der Fall. Das Wesentliche ist die Handlung, Sprache muss und soll in einem solchen Roman Mittel zum Zweck sein, um die Inhalte authentisch, glaubhaft und spannend herüberzubringen. Wenn ich zum Beispiel Lyrik oder philosophische Abhandlungen lese, interessieren mich Sprache und Schreibstil an sich, kann ich mich an Spielereien mit der Sprache erfreuen, aber hier ist das nicht so, hier hat die Sprache - wie eben schon gesagt - einfach eine andere Funktion. Übrigens möchte ich in diesem Zusammenhang auch erwähnen, dass ich auch die Übersetzung gelungen finde, was ja nicht immer der Fall ist und manchem eigentlich guten Buch Abbruch tut.

Und zum Titel: Ich glaube schon, dass Christmas Träume schenkte und so manchem in diesem Roman Mut machte, Träume auch zu leben...

Alles in allem: eine hundertprozentige Leseempfehlung von mir!
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359 von 410 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts für zarte Seelen, 21. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
Hallo, habe dieses Buch aufgrund der guten Bewertungen und wegen des Titels gekauft. Das Buch ist wirklich sehr spannend und liest sich gut. ABER: Es enthält viele, wirklich sehr brutale Szenen, in denen überwiegend Frauen erniedrigt, vergewaltigt und verstümmelt werden. Es mag so zugegangen sein, in den 20ern in New York, aber für empfindsame, noch nicht so abgestumpfte Seelen ist dies Buch meiner Meinung nach nichts. Das Bild auf dem Cover, der Titel und auch die Beschreibung deuten nicht auf den doch teilweise wirklich brutalen Inhalt hin.
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179 von 207 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Atmosphärenfamilienlebensgeschichte, 25. November 2011
Von 
Andrea Koßmann "Kossis Welt" (Marl, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
Ich fange zunächst mit der Sache an, die mich fürchterlich an diesem Roman 'störte', denn dann habe ich die 'Beschwerde' direkt hinter mir. Das Schlimmste an diesem Buch ist nämlich die Tatsache, dass es nur eine Taschenbuchausgabe gibt. Ich bin eine absolute Hardcoverliebhaberin und ein Buch mit einem so tollen Cover (gepaart mit einer wunderschönen Familiengeschichte) hätte es eigentlich verdient, als gebundenes Schmuckstück in die Hände eines Lesers zu geraten. Das ist dann aber auch schon der einzige Kritikpunkt :-)

Die Geschichte beginnt zu Anfang des 20. Jahrhundert. Das junge Mädchen Cetta wird von ihrer Mutter 'verunstaltet', damit Männer sie eher verabscheuen, als anschauen. Doch leider geht ihr Plan nicht ganz auf und so wird Cetta eines Tages vergewaltigt. Aus dieser Vergewaltigung entsteht ein Kind, das Cetta 'Natale' nennt. Da sie nicht ihr Leben in dem Land verbringen möchte, in dem sie selber geboren wurde (Italien), macht sie sich auf den Weg nach Amerika. Da sie aufgrund der Vergewaltigung ihre Seele längst von ihrem Körper getrennt hat, scheint es ihr kaum etwas auszumachen, dass der Weg in die vermeintliche Freiheit mit Prostitution einhergeht. Sie tut es immerhin nicht nur für sich allein, sondern vor allem auch aus dem Grund, Natale ein besseres Leben zu bescheren.

In Amerika angekommen, kann niemand etwas mit dem Namen 'Natale' anfangen und so wird der kleine Junge fortan 'Christmas' genannt. Zu Anfang wusste ich noch nicht, ob ich mit diesem Namen Probleme bekommen könnte, denn als Name ist er nun mal nicht geläufig, doch diese Befürchtung verlor ich schnell. Cetta und Christmas sind von nun an auf sich allein gestellt, doch steht ihnen schon bald ein Mann Namens Sal bei. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über die Handlung des Buches schreiben.

Die Lebensgeschichte von Cetta und Christmas verläuft nicht unbedingt so, dass dramatische Dinge passieren und dennoch klebte ich an den Seiten, weil ich immer wissen wollte, wie das Leben der beiden weitergeht. Natürlich darf auch ein wenig Liebe nicht in dieser Geschichte fehlen, doch spielt sie keine wirklich zentrale Rolle. Eher fiebert man hier unterschwellig mit, wie sich die Dinge entwickeln könnten. Aber vielmehr geht es um die Entwicklung des Jungen und was er aus seinem Leben macht, in dem er keinen guten Start hatte.

Der Titel ist meiner Meinung nach ein wenig irreführend, denn zu Anfang dachte ich, dass fantasylastige Sequenzen eine Rolle spielen könnte (ich muss dazu sagen, dass ich Fantasy nicht mag), doch merkte ich natürlich irgendwann, dass die 'Träume' im Titel eine andere Bedeutung haben.

Obwohl das Buch fast 800 Seiten hat und die Geschichte darin sehr dicht geschrieben ist, kommt zu keiner Zeit Langatmigkeit vor. Wer Familiengeschichten mag, wird schnell in dieses Buch hineinfinden und am Ende gar nicht mehr aus der Geschichte hinauskrabbeln wollen. Doch leider hatte auch dieses Buch eine letzte Seite.

Ein toller Schmöker mit einer unheimlich fesselnden Atmosphäre für kalte Winterabende!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schonungslos und herzerweichend, 9. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
Cover/Titel: Sowohl Cover als auch Titel haben mich sehr angesprochen, jedoch nur solange, bis ich das Buch gelesen habe. Den Titel kann man lassen, er passt noch zum Buch. Aber das Cover vermittelt meines Erachtens einen falschen Eindruck vom Buch. Es geht nicht um den jungen fünfjährigen Natale. Die eigentliche Geschichte beginnt erst, als Christmas (denn ja, auch der Name ist mehr oder weniger Schwindel) schon fünfzehn ist.
Dennoch beides sehr ansprechend, wenn auch irreführend.
Schreibstil: Den Schreibstil fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da er etwas abgehackt und sachlich wirkte. Jedoch gewöhnt man sich schnell daran und versteht auch, warum es so wirken soll: die beschriebenen Handlungen, so schrecklich sie uns auch vorkommen mögen, waren damals an der Tagesordnung. Entweder ändert sich der Schreibstil irgendwann oder man hat sich daran gewöhnt, jedenfalls fällt es einem dann leicht, in die Geschichte einzutauchen. Blumige Beschreibungen fehlen oft, was ich für meinen Teil gut finde. Dafür sind nach meinem Geschmack an ein paar Stellen zu viele Wiederholungen. Auf jeden Fall gefiel mir die schonungslose Art, mit der Luca di Fulvio das Grauen bzw. die Grausamkeit der Menschen darstellt. Nüchtern beinahe.
Alles in allem also am Anfang gewöhnunsgbedürftig, später aber mitreißend.
Handlung und Charaktere: Hier muss ich am Anfang gestehen, dass ich mir das Buch zu einem guten Teil auch wegen des tollen Namen des Protagonisten gekauft habe. Natale. Problem war nur, dass Natale bei ihrer Ankunft in den USA sogleich umgetauft wird auf Christmas. Mit diesem Namen hatte ich die ersten hundert Seiten wirklich Probleme, weil ich ihn so furchtbar fand. Dann jedoch hat Christmas dafür gesorgt, dass man jede Diskussion um den Namen vergisst. Denn Christmas ist ein äußert liebenswerter kleiner 'Hosenscheißer'. Gerne würde er zu den 'Großen' gehören und weil er es nicht tut, macht er zumindest seine Umgebung eben dies glauben. Denn eins kann Christmas wirklich gut: sich Geschichten ausdenken.
Christmas zur Seite gestellt wird Ruth, die er am Anfang des Buches blutüberströmt findet und rettet. Ruth stammt aus einer reichen jüdischen Familie, passt also gar nicht zu dem armen Schlucker und obendrein Italiener Christmas.
Nun könnte man meinen, dass es sich um eine 08/15 Liebesgeschichte handelt und es nur darum geht, ob die beiden am Ende zueinander finden.
Kern der Geschichte ist jedoch nicht diese Frage, sondern eine ganz andere: Wie werde ich derjenige, der ich gerne wäre?
Der Weg zur Antwort ist holprig und steinig und di Fulvio verschweigt nicht die dunklen Seiten der Menschen. Trotz all der Grausamkeiten, die teilweise angesprochen werden, behält man am Ende des Buches vor allem eins in Erinnerung: Hoffnung und Optimismus.
Fazit: Ein Buch für jeden, der noch nicht am Ende seines Weges angekommen ist. Viel Liebe, viel Grausamkeit, aber vor allem viel Optimismus zeichnen dieses Buch aus. Genauso wie die sonderbaren, aber liebenswerten Charaktere. Ein Zuhälter zum Beispiel, der immer schwarze Hände hat, da er denkt, sie zu waschen bringt Unglück, und der, wenn er gerührt ist, erstmal laut rumflucht und andere beschimpft. Oder ein Schwarzer aus Harlem, der einmal im Jahr auf etwas spuckt, das einem Weißen gehört.
Auf jeden Fall lesenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwischen Tagtraum und Alptraum..., 17. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
...oder zwischen leicht und heftig - so habe ich die Extreme des Buches empfunden.

Grundsätzlich ist das Buch leicht zu lesen. Es verlangt dem Leser nicht viel ab und es gelingt dem Autor, hie und da Atmosphäre zu schaffen.
Die Charaktere sind nicht wirklich scharf gezeichnt, aber würden genügen für die leichte Unterhaltung. Es wird der Werdegang eines jungen Mannes erzählt,
der als Immigrantenkind startet und schließlich eine Karriere macht im Land der unendlichen Möglichkeiten, unter Zuhilfenahme aller gängigen Klischees.
So weit, so gut. Das mag als Unterhaltung für den Urlaub auch gerne mal ausreichen.

Was jedoch gerade bei der sonstigen Oberflächlichkeit der Geschichte vollkommen verstörend wirkt, ist die plötzliche Detailtiefe, wenn es um sexuelle Gewalt gegenüber Frauen geht. Abgesehen davon, daß mit ganz wenigen Ausnahmen jede Frau, die in dieser Geschichte vorkommt, entweder Prostituierte ist oder vergewaltigt wird, sind Szenen mit Übergriffen auf Frauen fast schon der rote Faden durch das Buch und werden mit einer Grausamkeit geschildert, die teilweise nur noch Abscheu erzeugt. Manchmal hat man fast den Eindruck, daß der Autor eine gewisse Fixierung auf dieses Thema hat, den es wird wirklich keine Gelegenheit ausgelassen, solche Szenen einzubauen.

Als dann der Schluss noch vollkommen banal daherkommt und alles sich im lieben Frieden auflöst, ohne realistisch zu sein, da habe ich mich geärgert. Das musste so nicht sein.

Fazit:
Der Titel des Buches kommt so sanft daher, der liebe kleine Junge schaut neckisch ums Haus - das verführt zum Kauf.
Die Geschichte selbst ist banal, klischeehaft und enthält Perversionen, die nicht sein müssen.
Vorsicht beim Kauf, am besten probelesen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Autor der mir Träume schenkte, 30. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
Ich habe das Buch verschlungen, in mich aufgesogen, habe mich ein wenig von ihm treiben lassen.

Der Autor war mir bis dato gänzlich unbekannt. Auch ich gehöre zu denjenigen, den als erstes das Buchcover und der Titel auffiel. Der Blick eines verschmitzt um die Ecke schauenden Jungen. Schnell kommt man auf den Gedanken, dass es hier um eine rührende Geschichte gehen könnte, in der dieser Junge sein Welt verzaubert, eine schöne Geschichte, die einem beseelt und nicht weh tut.
Nun, so ist es nicht und das ist gut so. Das Buch zeigt die Armut und den Reichtum, die Gewalt, den Rassismus und Antisemitismus, die Brutalität und vieles mehr des realen Lebens des frühen 20. Jahrhundert in New York und das schon damals etwas dekadente widersprüchliche Leben der Stars und Sternchen in Hollywood. Ja, das Buch enthält grausame Vergewaltigungsszenen und man kann darüber unterschiedlicher Meinung sein, ob diese für das Herausarbeitung insbesondere zweier Charaktere (Bill und Arty) so erforderlich gewesen wären. Hier aber an der persönlichen Integrität des Autors zu zweifeln, halte ich für weit übertrieben. Für die Abgrenzung der Charaktere und deren Maxime des Handels haben diese Szenen zweifelos eine gewisse Bedeutung. Das Buch aber auf diese grausamen Szenarien zu verkürzen, geht voll und ganz an der Aussage der Geschichte vorbei.

Da ist zu einem die Aufstiegsgeschichte eines Migranten, da ist die Widersprüchlichkeit bis hin zur Menschlichkeit im Handeln von Gängsterbossen, das ist eine innige Mutter-Kind-Beziehung, die Vernachlässigung und mangelnde Wärme für eine Tochter, innere Befreiungsmomente, Leid, Freude, Stolz, Verzweiflung, tiefempfundene und doch lange nicht lebbare Liebe und vieles mehr.

Der Titel des Buches ist mehr als treffend. Vermutlich ist damit in erster Linie die Erzählkunst (Radio, Theaterautor) von Christmas, der männlichen Hauptfigur gemeint und vielleicht noch sein Charisma, aber ich denke da ist mehr:
* Christmas schenkt mit seinem Leben seiner Mutter einen Traum, den des aufstebenden nicht aufgebenden Amerikaners, den sie selbst für sich als Migrantin geträumt hatte
* Er schenkt der überwiegend schwarzen Bevölkerung von Harlem einen gelebten Traum, indem sie den illegalen Sender CKC mitfinanzieren und somit ein wenig Stolz empfinden können
* Er schenkt Ruth einen Traum, den nahezu bedingungslos geliebt zu werden, überhaupt zu erfahren was Liebe ist, denn ihre Eltern waren dazu ja nicht wirklich in der Lage
* Er schenkt ganz NY durch seine Radiosendungen einen Traum, den dass das reale Leben, sei es auch noch so hart, eine gewisse Faszination hat, einen sich selbst spüren lässt und nicht zuletzt auch eine gewisse Komik
* Er schenkt seinem Freund Santo einen Traum, der erstmals außerhalb seines Elternhaus ein wenig Anerkennung findet und Selbstgewissheit erfährt, Ängste abbaut
* Er schenkt Saul, den Opa von Ruth einen Traum, indem Saul sich in ihm wiedererkennt und er so ein wenig über seinen eigenen schwachen ihn enttäuchenden Sohn hinweggetröstet wird
usw.
und ich finde der Autor verschenkt Träume, weil das Buch ungemein berührt, nachdenken lässt, erfahren lässt, spüren lässt und nicht zuletzt hier und da träumen lässt.

Ich schließe mich einer anderen Rezension an: Großes Kino
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Endlich mal wieder ein großes Buch, 14. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
700 Seiten - Ich hatte Mühe, in den letzten Tagen meinen Job und Haushalt auf die Reihe zu bekommen, weil ich jede auch noch so kurze Gelegenheit genutzt habe um weiterzulesen.

Hier wird gründlich und präzise eine mitreissende Geschichte aus dem Amerika der 20er Jahre erzählt, von Träumen, Einwanderern, Ganoven und Glücksrittern.
Der Autor lässt seiner Geschichte Zeit sich zu entwickeln, lässt treffsicher die verschiedenen Handlungsstränge ineinander und nebeneinander laufen und malt in einer angenehm direkten Sprache ein Bild einer Zeit, die wir nur schwarz-weiss und aus alten Hollywood- und Gangsterfilmen kennen.
Dabei schafft er es, den Kreis der Protagonisten nicht zu weit auszudehnen, die Konflikte und Verwicklungen überschaubar zu halten und dafür jedem ein Gesicht und Tiefe zu geben und ihn von wirklich allen Seiten zu beleuchten und dem Leser bekannt zu machen.
Und obwohl er so behutsam erzählt, bleibt die Geschichte stets lebendig und spannend.
Viele Stellen sind brutal, blutig und auch die Szenen mit sexuellen Inhalten werden sehr ausführlich beschrieben, was bei vielen Rezensenten auf Ablehnung gestossen ist. Aber mit genau der gleichen Präzision werden auch andere, scheinbar nebensächliche Episoden erzählt, wie z. Bsp. mit Muskelkraft ein einfaches Stahlgerüst auf ein Hausdach zu heben usw.
Gewalt und Sexualität gehören eben auch dazu, werden aber zu keiner Zeit reisserisch dargestellt, sondern mit der gleichen Qualität und Intensität beschrieben wie eben der ganze Rest der Gesichte.
Dass Charaktere scheinbar übertrieben naiv, gewalttätig, erfolgreich oder dümmlich dargestellt werden, nimmt dem Buch vielleicht etwas die Glaubwürdigkeit, macht die Geschichte gleichzeitig aber griffiger, bunter und eben auch Interessant. Ein Tatsachenbericht sähe sicher anders aus, aber wer will das schon, wenn er einen Roman, als Fiktion, lesen möchte.

Ich habe mit allen Protagonisten mitgefiebert und bis zum letzten Buchstaben diese wunderbare Geschichte, wie einen großen Kinofilm, genossen.

Fazit:
Sehr empfehlenswertes Buch, aber nichts für zartbesaitete Gemüter.
Das harmlose Cover und der, wie ich finde, unglückliche Titel, täuschen über den wahren Inhalt.
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Der Junge, der Träume schenkte
Der Junge, der Träume schenkte von Luca Di Fulvio (Taschenbuch - 2011)
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