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Kundenrezensionen

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am 13. Juni 2008
Ein Thriller aus dem kalten Norden Europas.
Es geht um Menschen in einem kleinen, trostlosen Vorort von Stockholm. Um die Probleme der Menschen, die in den Plattenbauten leben (Alkohol, Arbeitslosigkeit, Tristesse) und konzentriert sich auf einen 12-jährigen Jungen, der in der Schule ständig gehänselt und gemobbt wird.
Auch dieser Junge, Oskar, kommt aus einer zerrütteten Familie und lebt mit seiner Mutter in einem der Plattenbauten.
Eines Tages ziehen neue Nachbarn in die angrenzende Wohnung. Von den Mietern sieht man nicht viel, da sich keiner blicken läßt und die Fenster verhängt sind.
Zeitgleich geschehen im Ort brutale Morde.
Eines Abends dann trifft Oskar ein kleines Mädchen, Eli, die in der Wohnung nebenan eingezogen ist, auf dem Spielplatz vor dem Gebäude.
Im Lauf der Geschichte werden beide Freunde, doch Eli ist nicht das kleine hilflose Mädchen, für das alle sie halten....

Die Geschichte ist nur auf dem ersten Blick eine vordergründige Vampir-Monster-Geschichte.
Tatsächlich hat der Autor die unglaublich deprimierende Tristesse der Lebenspersektiven in den Vororten Anfang der 80er Jahre beschrieben.
Eli sieht Oskar am Anfang eigentlich als Futter. Aber als Oskar eine unbewußte Geste der Zuneigung zu Eli zeigt, entwickelt sich Freundschaft, später sogar unbedingte Liebe.
Beide sind unfreiwillig Ausgestoßene der Gesellschaft. Und beide finden zueinander und gehen am Ende ihren Weg gemeinsam.

Mich hat das Buch tief beindruckt. Die Aussichtslosigkeit der Lebensperspektiven wurde eindrucksvoll beschrieben. Oskar und Eli, die als zwei Ertrinkende in einer kalten, gefühlsarmen Welt, zueinander finden, ist genial dargestellt.
Natürlich ist die Geschichte streckenweise brutal. Diese Schonungslosigkeit der Gewaltbeschreibung macht aber nur einen Teil des Reizes aus. Diese Gewaltzelebration gehört in die Sparte "Phantastik" und dient als Gegenpol zu der viel subtileren Gewalt, in der die Mesnchen leben.
Skanidinavische Thriller (Filme) gehörten bereits zu meinen Geheimtips.
Aber dieses Buch hat alle meine Erwartungen übertroffen. Ich fiebere schon auf den Filmstart und kann das neue Buch des Autors kaum noch erwarten.
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am 9. März 2009
Vampirthematiken haben ihren Eingang in viele Genres gefunden, sei es in die Science Fiction (z.B. mit I am Legend von Richard Matheson von Gollancz), in das Kinderbuch (z.B. Der Kleine Vampir) oder eben der klassische Horror (Dracula).

Mit "So finster die Nacht" betritt die Vampirthematik die Bühne des Sozialdramas und das mit voller wucht. Lindqyvist hat die Handlung in einer tristen Vorortsiedlung der 1980er Jahre angesiedelt. Strukturelle Gewalt hält die Menschen klein und hoffnungslos und einer der Hauptcharaktere, der zwölfjährige Oskar leidet ganz reell unter den Schlägen und dem Mobbing seiner sich abreagierenden Mitschüler. Bis er auf etwas vampirisches stößt und sich langsam einen vermeintlichen Ausweg erarbeitet.

Das auftretende Vampirische wird nicht minder trist und hoffnungslos dargestellt und bald fragt man sich, wen man mehr bedauern soll, die Menschen die sich mit dem selbst gewählten Suchtstoff Alkohol ihr Leben verderben, oder Vampire, die ihr Überlebensstoff Menschenblut zu ewigen Außenseitern macht.
Die wechselseitigen Analogien zwischen Vampir- und Menschenschicksalen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Suchtthematik. Im gegenseitigen Spiegel werden die Zwänge und Strukturen und Befreiungsversuche auf beiden Seiten nur deutlicher.

Lindqvist bindet mehrere Protagonisten ein, um die verschiedensten Aspekte von Abhängigkeiten, dem Umgang damit oder dem Scheitern daran, und nur allzu oft gescheitertem Glück zu zeigen. Einige der dazu verwendeten Charaktere blieben mir beim Lesen etwas fern. Lindqvist legt auch wenig Wert darauf seine Welt bis ins Detail zu erklären, wer so etwas sucht ist mit dem Buch falsch bedient.

Richtig bedient ist, wer ein Faible für Sozialdramen hat und wer endlich einmal ein absolut unkitschiges Buch mit Vampiren lesen möchte. So wäre es wohl wirklich, wenn es Vampire gäbe - weitab von jeder Romantik und Gefühlsduselei aber trotzdem in Handlung und Emotionalität der Protagonisten absolut nachvollziehbar.

Mit Sicherheit ein polarisierendes Werk, ich bin auf der Seite derjenigen die es richtig gut finden.
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am 14. März 2009
Vergesst Twilight!

Es gibt nicht viele Bücher, die so spannend sind, dass es mir schwer
fällt, eine Pause einzulegen, oder das Buch in der Nacht wegzulegen.
Meistens freue ich mich dann, wenn ich durch bin, und weiß, wie die
Geschichte ausgeht. Und dann gibt es maximal eine handvoll Bücher, bei
denen ich, auf der letzten Seite angelangt, direkt traurig bin, weil die
Geschichte schon endet.

So finster die Nacht ist so ein Buch. Ich konnte es fast nicht weglegen,
und wünschte, die Geschichte ginge ewig weiter!

So finster die Nacht ist kein klassischer Vampirroman, die Geschichte
geht viel tiefer. Man wird von der Geschichte förmlich mitgerissen,
erhält Einblick in das Leben der Charaktere, ihre Perspektive, und es
fällt leicht sich mit dem Einen oder Anderen zu identifizieren.

Die Geschichte verzichtet völlig auf Horror- und Schreckelemente, was
aber überhaupt nicht abgeht. Für Zartbesaitete könnten die teils relativ
expliziten Gewaltbeschreibungen und die Thematisierung von
Kindsmissbrauch eventuell zu direkt sein.

Vergesst Twilight! So finster die Nacht ist DIE WAHRE Vampirgeschichte
des Jahres! Unbedingt empfehlenswert.
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am 5. Februar 2009
Ein Thriller? Ja sicher. Gut konstruierter Spannungsbogen, man zittert und leidet mit. Horror? Ein wenig, aber unter einem Gruselschocker stelle ich mir etwas anderes vor. Drama? Gewiß, denn hier gibt es Underdogs und gebrochene Helden. Eine Liebesgeschichte? Ja, eine ans Herz gehende. Ein Vampirroman? Ja, aber keiner dieser gestylten Glamour-Fürsten der Finsternis.

Was für ein Debüt für einen Schriftsteller. Man denkt immer, irgendwie ist schon alles mal geschrieben worden und es gibt nichts Neues mehr. Und dann: Alter Schwede, kommt ein junger Schwede und erfindet nahezu das Rad neu, verflicht verschiedene Handlungsstränge und menschliche und vampirische Tragödien gekonnt, erzählt von Außenseitern, Einsamkeit, Zweckkgemeinschaften, Hass, Mobbing und dem Werden einer unmöglichen, intensiven und wahrhaftigen Liebesbeziehung. Das alles vor der tristen Szenerie einer winterlichen, trostlosen Trabantenstadt am Rande Stockholms. Ganz großes Kino!

Zudem souverän und gut gelesen von Sascha Rotermund. Nichts für Zartbesaitete, manche Szenen sind sehr blutig.

Aber wer mit Anspruch und Spannung unterhalten werden will, dem lege ich dieses Hörbuch wärmstens ans Herz.
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TOP 1000 REZENSENTam 7. Januar 2009
Manchmal ist es gut, Bücher erst einmal an die Seite zu packen und was anderes zu lesen. Genau das habe ich mit diesem Buch gemacht und es jetzt, kurzt nachdem ich den Film gesehen habe, wieder hervorgekramt.

Und diesmal "fluppte" es auch ganz gut. Die Geschichte wird skandinavisch-karg erzählt und baut langsam (sehr langsam) Spannung auf. Aber was Alqvist sich da ausgedacht hat - ohaueha! Kurz zum Inhalt:

Oskar, ein drangsalierter Junge in einer Stockholmer Vorortssiedlung, bekommt neue Nachbarn - die bekommt aber nur selten jemand zu sehen, und die Fenster sind zugeklebt. Eines Abends lernt er Eli kennen, und das ist der Beginn einer äußerst ungewöhnlichen Freundschaft. Eli ist in mehrfacher Hinsicht irgendwie anders als die anderen Kinder...

Kindvampire sind schon an sich kein ganz einfaches Thema, aber hier kommt auch noch ein ziemlich kaputtes Umfeld dazu: Elis pädophiler Helfer Hakon, Johnnys Schulhoframbobande, Jockes Sauftruppe - ein schönes Leben sieht anders aus. Um so ungewöhnlicher das kleine Pflänzchen Glück, das trotz allem zu einer starken Pflanze heranwächst.

Die üblichen Vampirklischees (und vor allem die Vampir-trifft-Mensch-Klischees) sucht man hier vergeblich.

Zartbesaiteten Lesewilligen sei gesagt, daß das Buch - besonders zum Ende hin - ein paar entschieden eklige Sequenzen enthält. Die sind aber gut in die Story eingebettet, deshalb habe ich die als erträglich empfunden.

Und denjenigen, die den Film gesehen haben und noch ein paar Antworten suchen: jaha, dieses Buch gibt sie!
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am 5. Januar 2008
Wenn ich gewusst hätte, dass es sich um Vampire handelt, hätte ich das Buch sicher nicht gelesen und ich hätte etwas verpasst.
Man muss skurile oder phantastische Romane mögen und auch nicht davor zurück schrecken wenn es wirklich blutrünstig wird.
Und auf einmal wird einfach nur eine Geschichte mit mehreren Handlungssträngen sehr spannend erzählt, manchmal voraussehbar, aber das macht aufgrund des wunderbaren Erzählstils und der Sprache überhaupt nichts.
Im übrigen findet man die Orte wie beschrieben auf Google Earth wieder und das hat was.
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am 3. Februar 2008
Das einzig schlechte an dem Buch ist der Klappentext der etwas neben der Spur ist. Glücklicherweise habe ich das Buch trotzdem gekauft.
Ich denke vor dem Lesen sollte man schon wisen, daß es sich um einen Vampirroman handelt. Wenn auch kein "klasischer" Vampirroman (böser dunkler Fürst aus Transsylvanien saugt Blut von hübschen Jungfrauen bis der Held Kommt und ihm den Garaus macht...), aber ein Vampirroman. Lindquist gelingt es dem Thema eine neue Sicht abzugewinnen, nämlich die eines kindlichen Vampirs. Es geht nicht ohne Blut und Gewalt, für einen Vampirroman ist die Story aber nicht allzu blutrünstig, hat aber durchaus "unappetitliche" Momente. Neben der Vampirstory (von der ich jetzt mal nicht zuviel verraten will) gelingt es dem Autor aber auch weitere Themen (Freundschaft, Liebe, aber auch Pädophilie) in den Roman zu intergrieren ohne das dieser überfrachtet wirkt. Interessant auch die Zusammenführung mehrerer Handlungsstränge mit der Sichtweise der einzelnen Charaktere. Dazu Spannung bei angenehm kurzen Kapiteln.

Wenn man Romane wie "Der Vampir" von Tom Holland gelesen hat und dazu noch Spannung mag sollte man (oder frau) hier zugreifen.
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am 18. Juli 2009
...your Heart...

Knirschender Schnee, Atemwolken und ein kaltes, düsteres Szenario das ich, mangels eines besseren Begriffes, als sprühend vor kunterbunter Tristesse beschreiben würde.

Dieser atemberaubende Roman liefert eine enorme Vielfalt zerrütteter und gleichsam erschreckend realistisch und alltäglich wirkender Charaktere. Die beiden Hauptcharaktere Oskar und Eli sind so verscheiden wie Sie nur sein könnten, haben aber gleichzeitig so viel Gemeinsam, das Sie gar nicht anders könnten als sich in einander zu verlieben. Während Oskar von seinen Klassenkameraden täglich gedemütigt und verprügelt oder auf andere, grausamere Arten verletzt wird, lastet auf Eli die Schuld eines Mörders und gleichsam die Unschuld eines Kindes. Beide sind auf Ihre Art unendlich einsam und finden auf überraschende Weise im jeweils anderen einen Seelenverwandten. Während sie sich jedoch zusehends näher kommen, geschehen in dem, zumindest oberflächlich, ruhigen Vorort Blackeberg grausame Morde. Als der Mörder gefasst wird, beginnt für Eli eine beinahe tödliche Tour de Force und Oskar muss begreifen, dass sowohl Liebe als auch Einsamkeit Ihren Preis haben'

Ich habe wirklich gedacht das Vampir Genre wäre Tot. Aber dieses Buch hat mich eines besseren belehrt. Ich habe gedacht, dass die Schundromane mit denen der Markt nahezu überschwemmt wird, alles sind was die Autoren in der heutigen Zeit noch zu Stande bringen. Aber 'So finster die Nacht' (org. Låt den rätte komma in) hat das Genre endlich in ein Gewand gekleidet, auf das es all die Jahre nur gewartet hat. Dieser Roman hat mich so sehr berührt wie es zuletzt House of Leaves geschafft hat. Er verbreitet eine derart düstere Stimmung, das man beinahe spüren kann wie sich der Baldachin aus schwarzem Dunst über einen selbst legt und das Licht der Leselampe trüber wird.

Im Großen und Ganzen kann ich dieses Buch jedem Menschen, der sich als anspruchsvollen Leser bezeichnet, uneingeschränkt empfehlen. Es zeigt einem, wie Liebe alle Grenzen durchbrechen kann. Ganz egal ob es sich dabei um unterschiedliche Tageszeiten, unterschiedliche Geschlechter oder unterschiedliches alter (im Guten wie im Schlechten) handelt. Die dunkle, graue Kulisse wird dabei nur gelegentlich von ein oder zwei roten Farbtropfen veredelt, die auf dem trüben, weißen Schnee natürlich nur umso bedrohlicher wirken'...
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am 2. Februar 2008
Einerseits grenzwertig entsetzlich - wie ich ich finde - und gleichzeitig faszinierend und absolut fesselnd. So viele Facetten der Liebe beschreibend, und berührend durch die Geschichte einer bedingungslosen Freundschaft wie sie wohl ungewöhnlicher nicht sein könnte. Als Krimi hätte ich es jedoch niemals eingeordnet. Totzdem endlich mal wieder ein atemberaubendes Buch das mir die Nacht zum Tag gemacht hat .-)
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am 26. November 2010
Blackeberg. Ein trister Vorort von Stockholm im Herbst 1981. Arbeiterviertel und Sozialgetto. Oskar ist 10 und lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einer der heruntergekommenen Sozialwohnungen der Stadt. In der Schule gibt es nichts als Stress mit den Mitschülern. Oskar ist sensibel und zu zart beseitet um sich in diesem Umfeld durchzusetzen. Schon bals ergibt er sich in Rachefantasien gegen einige seiner Mitschüler, die ihn andauernd hänseln un piesacken. Was er bräuchte ist ein Freund, der ihm zur Seite steht. Dann trifft er auf Eli, das kleine, süße Mädchen, das erst vor ein paar Tagen mit ihrem Vater in die Nachbarwohnung eingezogen ist. Es entsteht eine Freundschaft, doch mit Eli scheint manches nicht zu stimmen. Hat es vielleicht etwas mit den schrecklichen Ritualmorden zu tun, die seit kurzem die Nachbarschaft verunsichern? So nimmt das Grauen seinen Lauf .....

Man darf hier nicht den Fehler machen und einen "Schwedenkrimi" erwarten. "So finster die Nacht" (original: "Lät den Rätta komma in" - let the right one in) ist so ziemlich genau das Gegenteil. Der Roman ist teils Zeit- und Miliestudie, Jugenderinnerung, Liebesroman und Horrorfiction in einem. Ein Genremix, der in dieser Form nur selten gelingt. J.A. Lindqvist ist er gelungen. Und wie! Das Buch geht ans Eingemachte, leuchtet menschliche Abgründe aus, zeigt den moralischen Verfall einer ganzen Kleinstadt auf und wird auch noch den eingefleichtesten Sozialromantiker und Schwede-Fan zutiefst desillusionieren. Was einem hier aufgetischt wird ist starker Tobak (Vampirismus, Ritualmorde, sozialer Verfall, Pädophilie, Alkoholismus, zerrüttete Existenzen) und will so überhaupt nicht in das gängige Heile-Welt-Bild des sozialdemokratischen und egalitären Schweden der 80er und 90er Jahre passen. Nach "So finster die Nacht" scheidet Schweden als Musterbeispiel einer sozialen Wertegemeinschaft endgültig aus. Eine Abrechnung mit dem gleichmacherischen Sozialismus? Vermutlich ja, aber das ist nur eine Seite der Medaille.....

... Auf der anderen Seite hat J.A. Lindqvist einfach nur eine extrem gut lesbare Vampirgeschichte geschrieben, die das Genre kräftig aufmischen dürfte. Wenn auch gerade am Anfang in dieser Hinsicht eher wenig passiert, sollte man unbedingt bis zum Schluss durchhalten. In den letzten Kapiteln des Buches werden so einige genretypische Horrorexplosionen gezündet, die es in sich haben.

Was mir weniger gefiel (deshalb auch nur 4 Sterne statt 5) waren manche esoterische Abirrungen des Autors, der den Hang hat leicht ins mystische abzudriften. Das hat den LEsespaß (subjektiv) so etwa in der Mitte des Buches etwas getrübt.

Dennoch ist die große Stärke des Romans die Verquickung von Sozialkritik, Milieustudie und menschlichen Abgründen mit dem Phantastischen, comichaften, welches hier außerordentlich gut gelungen ist. Das Motiv Rache an der Umwelt/GEsellschaft wird bis zum Ende als "roter Faden" sehr gut durchgehalten. Die Endsequenz im letzten Kapitel war in dieser Hinsicht überragend stark. Chapeau!

Zu guter Letzt sei an dieser Stelle noch auf die grandiose Verfilmung von 2008 hingewiesen: "So finster die Nchst (orig. Let the right one in). Der Film lässt einiges Weg, ist aber trotzdem meines Erachtens ein Meilenstein des modernen Horrorfilms und vermutlich der beste Film in 2008.
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