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am 18. September 2004
Endlich wurde Normal Mailer's Klassiker neu aufgelegt. Ein Buch, das auch nach Jahrzehnten hoch aktuell ist. Mailer schildert hier den zweiten Weltkrieg aus der Sicht von einfachen Soldaten, aber auch Offizieren gegen die Japaner auf einer fiktiven Insel. Schonungslos werden die Motive der einzelnen Personen deutlich. Es ist weniger der Idealismus, der die Menschen zum Krieg zwingt, sondern vielmehr persönliche, egoistische Motive. So zum Beispiel beim Seargent Croft, der für seine Idee ein Menschenleben opfert. Die Soldaten, die aus Angst Ihre eigenen Wünsche und Sehnsüchte unterdrücken und so korrumpiert werden. Mailer zeigt hier gnadenlos die ganzen Psychospiele der Menschen auf, und das Krieg keine glorreihe Sache ist. Er zeigt auch, dass es eigentlich recht wenig "Front-Action" gibt, sondern der Alltag der Soldaten aus warten und langweiligen, teilweise absurden Befehlen besteht. Für mich ein Meilenstein der Literatur, spannend und schnörkellos geschrieben. Fesselend. Die Aussage des Buches lässt sich meines Erachtens nicht nur auf die Armee, sondern nahezu auf jeden Bereich übertragen (z. B. im Berufsleben).
Einziges Manko: es haben sich relativ viele Rechtschreibfehler in das Buch geschlichen. Etwas mehr Sorgfalt wäre hier angebracht gewesen.
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am 8. November 2010
Ein 800-Seiten-Wälzer für den ich fast zwei Monate gebraucht habe, was allerdings nicht an dem Buch, sondern an mangelder Zeit gelegen hat. "Eines der bedeutensten Erzählwerke über den zweiten Weltkrieg", das in keiner Literaturliste des vorherigen Jahrhunderts fehlt. Wer allerdings Schlachtengetümmel, Luftangriffe, Granatengeheul, eben "Kriegs-Action" erwartet, liegt hier falsch. Still, einfühlsam und zurückhaltend wird von der Chemie zwischen den Menschen berichtet, die Krieg betreiben. 13 Soldaten eines Infantriezuges und ein pedantischer General werden mit Worten seziert. Die Rang- und Hackordnung unterhalb der Männer, ihre persönliche Geschichte und das Befehls- und Gehorsamgefüge stehen bei Mailer im Vordergrund. Was mus passieren damit einer befiehlt und der andere sehenden Auges in den sicheren Tod rennt? Der wahre Krieg findet in den eigenen Reihen statt.
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HALL OF FAMEam 16. Dezember 2003
Dieses Buch ist nach allgemeiner Kritik einer der besten Bücher zum 2.Weltkrieg überhaupt. Harvard-Absolvent Norman Mailer meldete sich 1944 freiwillig und kämpfte im Pazifik. 1945-48 schrieb er dann diesen Klassiker. Er beschreibt den Kampf um die fiktive 150-Meilen-Insel Anopopei, einem japanischen Stützpunkt irgendwo in der Südsee, der von den Amerikanern angegriffen wird. Nach der ersten Invasion verhärten sich die Fronten mitten im Dschungel, und über Wochen ziehen sich kleine Scharmützel hin. Das lange Warten in ständiger Angst zermürbt die Männer. Während einer ausführlich beschriebenen Patrouille durch das feindliche Hinterland führen die Männer ihren eigenen kleinen Krieg mit dem ehrgeizigen und rücksichtslosen Sergeant Croft.
Es gibt zwar immer wieder Kampfszenen und Überraschungen, doch es geht in diesem Buch weniger um Action. Mailer beschreibt sehr realistisch den Alltag an der Front, der nur zum kleinsten Teil aus offenen Angriff besteht. Vermehr beschäftigt sich Mailer mit den Menschen, den Gefühlen, den Schicksalen und dem Leidensdruck. Daher der Titel: beim Heranpfeifen einer Granate fühlen sich die Lebenden nackt, da ihre Kleider sie nicht schützen können. Stilistisch besonders gelungen ist der stetige Wechsel zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit - über das ganze Buch hinweg pickt Mailer immer wieder einzelne Männer heraus und beschreibt ihren Werdegang, Kindheit, Elternhaus, die erste Liebe, den ersten Job. Durch diese Betrachung werden die eigentlich anonymen Soldaten personalisiert und die Unterschiede in ihrer Lebenseinstellung und Handeln verständlich.
Es zeigt sich, dass die meisten Jungs eigentlich nette Kerle mit Familie zuhause sind, die das Schicksal zur Armee und schließlich auf diese Insel verschlagen hat. Vereinzelte Bekanntschaften mit Japanern ergeben, dass es sich hier ähnlich verhältt. Zunehmend nimmt der Leser den Kontrast zwischen den Menschen mit ihren bescheidenen Träumen vom Glück gegenüber dem rücksichtslosen Kampf in der Realität war. Das wird noch verstärkt durch die immer wieder beschriebene Schönheit der Natur auf der Südseeinsel, die die traurige Kulisse bildet.
Da eigentlich keiner will, stellt sich die Frage, warum all diese Menschen kämpfen und sterben müssen. Mailer stellt geschickt das Räderwerk der Hierarchie dar. Über alle Ebenen hinweg setzen sich die Beteiligten unter teils überzogenen Erfolgsdruck (u.a.Sergant Crofts Bergbesteigung) und üben mit fast schon kindischen Machtspielchen Druck aus. Dabei werden auch unnötige Totesfälle billigend in Kauf genommen. Wenige 700-Seiten-Bücher schaffen es, so durchgehend zu fesseln wie dieser Klassiker.
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am 3. Dezember 1999
Vier Frauen - ein Mann, der Vater. Eine Konstellation, die auf den ersten Blick nach einer klassischen Auseinandersetzung mit Kindheit, Patriarchat und Familienbande aussieht. Es ist aber viel mehr. Es ist eine Geschichte von Freundschaft zwischen Frauen mit unterschiedlichen Charakteren, eine Geschichte der Selbstfindung, die vor allem bei der Jüngsten, der unehelichen Tochter der Haushälterin, gerade durch das Verhalten von deren Mutter eine ganz besondere Qualität erhält. Es ist die Geschichte eines schrecklichen Geheimnisses, das alle vier Schwestern miteinander teilen, ohne dies zunächst zu wissen. Gerade in der Auseinandersetzung damit aber finden sie zueinander. Und die Szene, wo sie ihren Vater letztlich mit diesem Schrecken konfrontieren, ist eine berührende, furchtbare Katharsis. Das Buch ist fesselnd geschrieben, ich konnte es gar nicht mehr weglegen. Eines der besten, die die Autorin zu bieten hat. Frauenpower ohne Lug und Trug, ohne falsche Solidarität, ohne das kokette "Böse-Mädchen-Spiel". Empfehlenswert! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 20. Dezember 2006
Dies ist ein sichtlich autobiographisch gefärbter Roman über die Eroberung einer beliebigen Insel im Pazifikkrieg des 2. Weltkrieges.

Vergleichbar mit dem späteren Roman "Insel der Verdammten" von James Jones erzählt Norman Mailer szenenhaft aus der Sicht einer ganzen Reihe von Protagonisten des Hauptquartierzuges sowie des befehlenden Generals Cummings vom Kampf um "Anopopei". Reihum werden dabei die Hauptfiguren in ihrem zivilen Umfeld vorgestellt. Genausowenig wie klar wird, worum es bei dem Kampf um Anopopei geht (ein Flughafen?), ist auch die den zweiten Teil des Romans einnehmende Patrouille durch unwegsamstes Gelände über den Gipfel (!) der Insel letztlich ohne strategische Bedeutung. Dies kontrastiert scharf mit dem nötigen und verlangten Einsatz der vor allem in der Hierarchie "Kleinsten". Kaum eine andere Szenerie als die des Krieges macht die Zufälligkeit alles Lebens klarer. Diese Erkenntnis und die verschiedenen Reaktionen darauf aus der Sicht der Beteiligten bauen einen fesselnden Spannungsbogen auf. Überraschend ist, daß weniger der militärische Gegner als vielmehr die eigene Psyche der eigentliche Gegner zu sein scheint. So nehmen einen Großteil des Romans auch die Schilderungen von Gedanken und Reflexionen der handelnden Figuren ein. Überaus lesenswert sind die vom befehlenden General geäußerten Gedanken zur Philosophie des Krieges.
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am 25. Juli 2005
Die Geschichte von vier Frauen, die nach einem traumatischen Erlebnis durch ihre Liebe zueinander von innen heraus heilen.
Meisterlich wird das Thema des persönlichen Missbrauchs und der strukturellen Unterdrückung aufgezogen. Marilyn French zeigt die Konsequenzen der Gewalt, wie Talente, Liebesfähigkeit und Selbstbestimmung zerstört werden. Dem Gegenüber setzt sie Liebe - in ständiger Auseinandersetzung.
Eine großartige Komposition frei von dogmatischen Worthülsen, frei von Dramatisierungen, aber erfüllt von tiefer, anteilnehmnder Menschenkenntnis.
Ein aufrichtiges Buch mit Happy-End. Eine ganz große Erzählerin!
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am 5. März 2016
Das Vaterunser übertragen in kurze prägnate Sätze? Darf man sowas? Max Lucado jedefalls hat es gewagt und darüber dieses Buch geschrieben. Er nennt es das 'Hosentaschengebet'

Vater,
du bist gut.
Ich brauche Hilfe. Heile mich und vergib mir.
Sie brauchen Hilfe.
Danke.
Im Namen Jesus. Amen.

Genau in diese Kapitel ist das Buch auch eingeteilt. Lucado ist der Meinung, wenn wir diese kurzen Sätze im Kopf haben, kommt automatisch ein Gebet zustande, was den Sinn des Vaterunser wiedergibt und uns animiert mehr und öfter zu beten. Wie beim Autor üblich, verwendet er zur Veranschaulichung viele persönliche Beispiele und lässt biblische Geschichten lebendig werden. So ermutigt er uns, zu Gott Vater zu sagen und keine komplizierten Worte zu benutzen, sondern so zu beten, als rede man mit seinem Vater. Und man solle für andere eintreten im Gebet, weil Gott Gebete auch heute noch erhört. Je beharrlicher und ehrlicher wir beten, desto besser.

Leider ging bei all den vielen Beispielen und der kürze des Buches der Tiefgang verloren. Das eigentliche Buch besteht nur aus 113 Seiten, der Rest ist Anhang. Wer tiefer in das Thema Gebet einsteigen will, der sollte andere Bücher lesen. Für den Hauskreis oder Kleingruppen in der Gemeinde ist das Buch allerdings gut geeignet, weil Max Lucados Tochter im Anhang viele Gesprächsanregungen zu jeden Kapitel zusammengestellt hat und man sich so wirklich gut austauschen und tiefer ins Thema Gebet einsteigen kann.Diesen Teil fand ich teilweise sogar hilfreicher als den eigentlichen Text. Was mir leider auch nicht so gut gefallen hat, ist die (für den Autor aber typische) 'Alles wird gut' Einstellung. Denn im richtigen Leben wird eben doch nicht immer alles gut ' trotz dem Glauben an Gott.

Trotzdem ist es ein gutes Buch um sich wieder mehr auf das Gebet zu besinnen und sich damit auseinander zu setzen. Denn Gebet kann viel verändern und bewirken, wenn wir es ernst meinen.
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am 21. Februar 2016
Irgendwo im Südpazifik 1943/44. Eine amerikanische Heeresdivision landet auf der fiktiven Insel Anopopei, um diese den Japanern zu entreißen. Die Truppen stehen unter dem Befehl von General Cummings. Neben diesem gehören die meisten der näher beschriebenen Figuren dem 12-köpfigen Aufklärungszug an. Eine überaus wichtige Person ist Leutnant Hearn, der zu Beginn des Feldzuges als Adjutant direkt dem General unterstellt ist, später das Kommando über den besagten Aufklärungszug erhält. Zentrales Motiv des ersten Werkes von Norman Mailer ist die Moral: jene seiner Generation im Krieg, als auch im Frieden. Exakt herausgearbeitete psychologische Porträts der Soldaten und Offiziere setzen die Kriegserlebnisse in Beziehung zum zivilen Leben und den privaten Ansichten. Die Schilderung der Kampfhandlungen steht nicht im Vordergrund, bildet jedoch das dramaturgische Grundgerüst und stellt in ihrer banalen Auflösung nach wochenlangen Kampf eine Ironie auf die durchorganisierte Militärmaschine dar. Dabei beginnt der Feldzug wie am Reißbrett geplant...

Nach einer weitestgehend störungsfreien Anlandung kämpfen sich die amerikanischen Truppen systematisch im Dschungel voran. Im Hinterland ist der Dienst ebenfalls strapaziös: die notwendigen Straßenbauarbeiten verlangen den Männern das Äußerste ab. Als die amerikanischen Patrouillen einen strategisch wichtigen Fluss erreichen, wagen die Japaner einen heftigen Gegenangriff. Dieser wird jedoch abgewehrt, wobei auf Truppenteile aus dem Hinterland zurückgegriffen werden muss. Nach einer weiteren Phase des Vormarsches bleiben die Amerikaner schließlich vor der Toyaku-Stellung liegen. Auf der Suche nach einer Lösung um dieses letzte Hindernis zu umgehen, verfällt General Cummings auf die Idee, den Aufklärungszug auf der abgewandten Seite der Insel landen zu lassen. Von dort sollen die Männer das Gebirge in der Mitte der Insel überqueren und im japanischen Hinterland aufklären. Das überaus gewagte Unternehmen scheitert unter personellen Verlusten, währenddessen bricht der japanische Widerstand in Abwesenheit des Generals in sich zusammen. Die noch lebenden Japaner werden massakriert.

Die wechselnde Erzähltechnik gibt dem Roman eine ganz eigene Tiefe. Im Rückblick wird der Werdegang der Protagonisten skizziert, dabei benennt Mailer bestimmte Lebensumstände und zeichnet die moralische Entwicklung der Figuren nach. Umso verständlicher wird der jeweilige Umgang mit dem Militärdienst. Die einfachen Mannschaftsdienstgrade beschreibt der Autor überwiegend als Menschen aus einfachen Verhältnissen, die bereits vor dem Krieg lernten, sich durchzuschlagen und zu arrangieren. Ihre Bedürfnisse (Frauen, Urlaub, Ablösung) werden im Chor ausgedrückt – kurze Kapitel die an klassische Theaterdichtung erinnern. Die Offiziere schildert Mailer als Söhne aus guten Verhältnissen, die an ein Leben mit Privilegien gewöhnt sind und deren Interesse vornehmlich dem eigenen Vorwärtskommen gilt. Die intellektuelle und soziale Befähigung dieser Männer kann dabei oftmals nicht mit dem militärischen Rang und der damit verbundenen Verantwortung Schritt halten.

Die zahlreichen Konflikte im militärischen Alltag sind der Stoff, aus dem Mailers Werk vornehmlich gewebt ist. Weiten Raum nehmen die Probleme der Soldaten des Aufklärungszuges mit der Autorität der Vorgesetzten ein. Ebenso kommen die Auseinandersetzungen zwischen den Soldaten zur Sprache, die sich aus sozialen, ethnischen und religiösen Unterschieden entwickeln. Kurzum: Mit dem detaillierten Blick eines Kriegsveteranen schuf Norman Mailer mit seinem Debütroman im Jahr 1948 einen Klassiker der Kriegsliteratur.
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am 6. November 2012
Marilyn French, geboren 1929 in New York und leider mittlerweile an Kehlkopfkrebs verstorben ( den sie aber 13 Jahre lang überlebte ; hierzu ihr Buch aus dem Jahre 1999 "Meine Zeit in der Hölle") unterrichtete seit 1964 englische Literatur in Harvard, wo sie 1972 mit einer Arbeit über James Joyces "Ulysses" promovierte.

Sie zählt zu den führenden Feministinnen.
Alle ihre Bücher beschäftigen sich mit der sog. Frauenfrage und sind eine Offenbarung; die meisten als anschauliche und leicht verschlingbare Romane, und ihr Hauptwerk "Jenseits der Macht" theoretischer, im Sachbuch-, Lehrbuchstil geschrieben.

Ihre beiden Romane "Frauen" ( 1978) und "Das blutende Herz" ( 1980), waren Welterfolge und kamen damals auch über mich wie
> der Luftröhrenschnitt, der einem das Leben rett` < ( Metapher aus einem Lied von Andre Heller).
In meinem Umfeld war frau noch nicht so weit, und ohne die Lektüre besonders der Amerikanerinnen - aber auch Doris Lessing und Simone de Beauvoir - hätte ich vermutlich nie zu einer klaren und relativ selbstbewussten Identität gefunden.
Jedenfalls erst sehr viel später.

Dieser später erschienene Roman, Vater unser, hat mir viel "gebracht".
Die beiden anderen Rezensionen hier kann ich voll unterschreiben und darf auf Wiederholungen verzichten.

Was mir besonders nahe gegangen war, ist die psychische Verfassung der ich glaube dritten der Halbschwestern, die von Panikattacken und den sog. Flashs ( = sie unerwartet immer wieder anfliegende diffuse, beängstigende Bilder, die ihr fremd scheinen und die sie nicht einordnen kann- und wie alle Opfer dieses Selbstheilungsversuchs zunächst denkt, den Verstand zu verlieren oder bereits wahnsinnig zu sein ) heimgesucht wird, so dass sie ihr Leben kaum meistern kann.
Beide Störungen weichen erst zurück, nachdem sie mit Hilfe ihrer Schwestern erkennt, dass auch sie Missbrauchsüberlebende ist, sich dann - getragen durch die anderen- wirklich erinnert, das Trauma verarbeitet und bewusst in ihre Lebensgeschichte integriert.
Panikattacken und Flashs sind typische und sehr quälende Störungen bei Missbrauchsopfern.

Beeindruckt hat mich auch, dass eine andere Schwester, die bis zu dieser Katharsis sexuell hyperaktiv war und fast wie eine Edelhure lebte ( ebenfalls ein als Folge von Missbrauch typisches Frauenschicksal), das geerbte Geld des Vaters nur dazu einsetzen und nutzen will, sich nie wieder mit einem Mann abgeben zu müssen, sondern bei sich selbst zu bleiben, die Liebe woanders als bei Männern zu suchen, und dann auch zu finden.

Die Lektüre dieses Romans kann ich nur jeder Frau - natürlich auch jedem Mann, aber da rechne ich mir keine Chancen aus - dringendst empfehlen.
Ich habe es schon ungezählte Male an "Schwestern" verschenkt, von denen ich ahnte, dass sie es brauchen.
Und meistens recht bekam damit.

Ich habe alle Bücher von French mehrfach gelesen; sie haben mich mir selbst verstehbar gemacht, mich lebenslang innerlich begleitet und sind auch heute noch Literatur, zu der ich oft greife und Zuflucht nehme.
Sie sind - leider- auch immer noch aktuell.
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am 7. März 2005
Der 1948 veröffentlichte Roman „Die Nackten und die Toten" machte den Autor Norman Mailer über Nacht weltberühmt. Auch heute noch darf dieses Buch getrost zu den wichtigsten Anti-Kriegsromanen aller Zeiten gezählt werden. Die Geschichte der US-Soldaten, die sich im II. Weltkrieg auf der fiktiven Insel Anopopei notgedrungen dem aufgezwungen Kriegshandwerk widmen müssen, liest sich nach wie vor schockierend und erschütternd. Am Beispiel einiger „Japskiller" werden die Sinnlosigkeit einzelner militärischer Aktionen und der Krieg gesamt als mörderisch-mechanisches Handwerk dargestellt. Dabei verwendet Mailer viel Aufwand damit, dem Leser im „Zeitraffer" die persönlichen Biographien der beteiligten Personen Croft, Hearn, Cummings, Red, Goldstein & Co. vorzustellen. Damit wird klar, was leicht hinter der irrwitzigen Zahl der Millionen Todesopfer des II. Weltkrieges verborgen bleibt: Jeder Soldat hatte sein eigenes Leben vor dem freiwillig/unfreiwilligen Morden. Und: Man wird im Krieg nicht als Mörder geboren und Mord bleibt Mord auch im Krieg. Das auf dem pazifischen Kriegsschauplatz versammelte Personal von General bis Offizier bis gemeinen Soldat hat jeweils eigene Motivationen, Ängste, Eitelkeiten und Sorgen. In der aktuellen Kriegssituation zeigen sie alle ihr wahres Gesicht. Und das ist nicht immer das Beste. Die eigentliche Geschichte ist nicht wirklich spannend. Nach träger Warterei schickt man eine Handvoll Soldaten auf Erkundung hinter die feindlichen japanischen Linien. Nicht alle kehren wieder. Das Ende zeigt, dass die Opfer und Entbehrungen der beteiligten Soldaten umsonst aufgebracht worden sind. Die Schlacht wurde anderweitig entschieden. Die Getöteten sind im Grunde also tatsächlich nicht anderes gewesen als Kanonenfutter. Damit stellt der Roman die entscheidende Frage: Was ist ein Menschenleben wert im Krieg? Der Leser könnte angeregt durch „Die Nackten und die Toten" weiterfragen: Und im Frieden? Fazit: 5 Sterne für dieses Buch, weil Nachdenken ausdrücklich erlaubt.
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