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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegelkind - Schillernde Oberfläche mit tiefer Wirkung
Julis Leben ist eigenartig normal. Nicht mal die Trennung ihrer Eltern bereitet ihr besondere Kopfschmerzen, schließlich kümmern sich Mutter und Vater abwechselnd um die 15-jährige Juli und ihre Geschwister.
Juli besucht eine Eliteschule, hat gute Manieren und ebensolche Noten. Alle dort sind etwas unterkühlt, aber eben NORMAL. Nur ein...
Veröffentlicht am 26. Januar 2012 von Sternenlicht

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Naiv und vorhersehbar
Der "Arena"-Verlag gibt als Altersempfehlung für Alina Bronskys "Spiegelkind" "ab 11 Jahre" an, bei Amazon.de steht "11-13 Jahre". Wäre ich in diesem Alter, vielleicht hätte mir dieser Auftakt einer neuen Jugendbuchreihe um die 15jährige Ich-Erzählerin Juli besser gefallen - das kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Meine Schmerzgrenze für...
Veröffentlicht am 24. Januar 2012 von Sarah O.


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegelkind - Schillernde Oberfläche mit tiefer Wirkung, 26. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Julis Leben ist eigenartig normal. Nicht mal die Trennung ihrer Eltern bereitet ihr besondere Kopfschmerzen, schließlich kümmern sich Mutter und Vater abwechselnd um die 15-jährige Juli und ihre Geschwister.
Juli besucht eine Eliteschule, hat gute Manieren und ebensolche Noten. Alle dort sind etwas unterkühlt, aber eben NORMAL. Nur ein Mädchen ist anders: Die Neue auf der Eliteschule, Ksü, mit der keiner etwas zu tun haben will. Und ausgerechnet Juli soll Ksüs Schul-Patin sein.

Doch auch Julis "Luftblase", in die sie von ihren Eltern gepackt worden ist, platzt an dem Tag, als ihre Mutter verschwindet. Der Vater ist aufgewühlt und die Polizei tut nichts, als die Spuren des seltsamen Verschwindens zu vertuschen. Schlimmer noch, der Rest ihrer Familie scheint über das Verschwinden ihrer Mutter fast froh zu sein. Das reißt sie mit einem Schlag aus ihrem behüteten Dasein und lässt sie plötzlich, mit allem was sie tut, an die engen Grenzen ihrer sorgfältig abgeschotteten Welt stoßen. "Mein altes Ich, immer freundlich und höflich, wurde mir zu klein, es barst an den Nähten, und es brach etwas durch, was auch ich war... ''
Ausgerechnet Ksü kann ihr helfen. Die beiden machen sich mit Ksüs älterem Bruder auf eine halsbrecherische Suche nach der verschwundenen Mutter. Dabei stoßen sie nicht nur auf ein dunkles Geheimnis, das Julies Familie belastet, sondern das die gesamte Welt der Normalen zu bedrohen scheint. Es ist eine unsichtbare, fantastische und bedrohliche Welt hinter der normalen: die Welt der Pheen. Und Juli ist eng damit verbunden. Genauso wie Ksü ...

Meine Meinung:
Auch ich bin nach und nach in Julis seltsam normale Welt hineingezogen worden. Eine Welt, die anders ist, als wir sie kennen. Aber eben doch nicht soo anders... Das ist meiner Meinung nach das Originelle an Alina Bronsyks fantastischer Dystopie. Sie ist unaufdringlich und subtil. Manches ist uns dort sehr vertraut: Die Normalen, die Freaks, vielleicht sogar die Pheen. Aber ihre Welt ist uns doch fremd. Es ist faszinierend, mit welcher Leichtigkeit Alina Bronsky Bekanntes und Fremdes verwebt, den Leser in die Geschichte einwebt und nicht mehr entlässt.
Das Beste aber ist die Spannung, die sich von Seite zu Seite ganz unmerklich aufbaut, mit feinem, aber unwiderstehlichem Sog.
Einige Fragen in der Geschichte sind offen geblieben - könnte man meinen. Vieles bleibt zunächst unbeantwortet. Wie schön, dass die Antworten nicht alle auf dem Präsentierteller liegen. Auch sie machen den schillernden Charakter der ganzen geheimnisvollen Geschichte aus. Das ist raffinierte und doch unaufdringliche Kunst. Vieles erscheint leicht, aber erst später bemerkt man den Nachhall.
Auch das Cover passt hervorragend zur Geschichte, ist genau so schillernd. Ein Effekt, den man hier aber leider nicht sehen kann.
Ein ungewöhnliches "All Age" Buch. Berührend und voller Energie! Vermutlich das beste, was in der letzten Zeit in diesem Genre erschienen ist. Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Band zu lesen. Hoffentlich erscheint er sehr bald.
Von mir gibt's fünf von fünf Sternen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine "fantastische" Dystopie, 17. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Mir fällt es ausnahmsweise schwer das Genre des Buches zu bestimmen. Ist es ein fantastischer Roman mit dystopischen Elementen oder eine Dystopie mit fantastischen Zügen? Aber eigentlich ist es auch egal, denn die Hauptsache ist ja, dass es eine Geschichte schafft ihre Leser zu fesseln, zu überraschen und zu begeistern und genau das hat das Buch (zumindest bei mir) geschafft.
Die Grundproblematik einer jeden Dystopie wird durch fantastische Elemente aufgelockert und mit einer extra Portion Spannung versorgt. Was hat es mit den Pheen auf sich? Was sind sie? Was können sie? Und das Wichtigste: Was wollen sie? Diese Fragen sind in der Handlung relativ zentral. Die Autorin schafft es dem Leser Stückchen für Stückchen zu reichen, um das Puzzle zu vervollständigen. Man hat also nicht die ganze Zeit das Gefühl, dass man um die Lösung der Probleme kreist und nicht vorankommt, was ja leider bei vielen Büchern der Fall ist.
Juli, die Ich-Erzählerin und Hauptperson der Geschichte, ist ein sehr interessanter und facettenreicher Charakter. Einerseits bemüht die Fassade der Normalität aufrecht zu erhalten, andererseits doch schon längst nicht mehr in die enge Welt des "nicht Auffallens" passend, kommt ihr Zwiespalt sehr gut rüber und macht sie selbst sehr sympathisch.
Das Tempo in dem die Handlung voranschreitet ist genau richtig, sodass beim Lesen keine Langeweile aufkommt, man aber auch nicht das Gefühl bekommt, dass wichtige Informationen irgendwo auf der Strecke geblieben sind.
Etwas schade fand ich, dass die Figur "Ivan" etwas im Hintergrund geblieben ist. Über ihn hätte ich gerne mehr erfahren. Aber ich denke das wird die Autorin im zweiten Teil der Trilogie nachholen.

Fazit:
Ein wirklich lesenswertes, gut geschriebenes Buch, das mit sehr sympathischen Charakteren, einer spannenden, kurzweiligen Handlung und einigen neuen Ideen punktet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auftakt der Spiegel-Trilogie, 20. Januar 2012
Von 
Bianca Wenzel (MKK, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Alina Bronsky legt mit "Spiegelkind" nun ihr drittes Buch vor. Nachdem ich "Scherbenpark" als äußerst beeindruckendes Debüt und "Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche" in sehr guter Erinnerung habe, war ich neugierig auf ihr neuestes Werk. Allerdings bin ich nicht die große Fantasyleserin und so ging ich mit großer Skepsis ans Werk. Doch schon nach ganz wenigen Seiten hatte mich der flüssige, lockere Schreibstil der Autorin gefangen genommen in eine Welt, aufgeteilt in Normale, Freaks und mittendrin die Pheen...

Juliane Rettemi, genannt Juli, ist 15 und lebt in der Welt der Normalen, durch den guten Job ihres Vaters und ihrer guten Noten ist es ihr möglich, aufs Lyzeum zu gehen, wo sie jedoch nicht viele Freunde hat. Sie verkriecht sich lieber in ihre Bücher und genießt die Zeit mit ihrer Familie. Besuche von Freunden sind überhaupt verpönt. Als sie eines Tages zu früh aus der Schule zurückkehrt, findet sie ihr Elternhaus verwüstet vor, ihr Vater steht an Stelle ihrer Mutter dort, die scheinbar spurlos verschwunden ist. Die Polizei kommt und räumt auf, niemand macht sich wirklich auf die Suche nach der Mutter Laura. Juli ist verzweifelt, fühlt sich nicht ernst genommen und spürt, dass etwas Seltsames passiert. Zum ersten Mal hört sie einen komischen Begriff: Phee.
Kurz danach gerät ihre heile Welt noch mehr ins Wanken. Ksenia Okasaki, kurz Ksü genannt, tritt in ihr Leben. Anfangs ist Juli angewidert von diesem freakigen Mädchen und entsprechend schockiert, als sie erfährt, dass sie fortan deren Schulpatin sein soll. Als Juli bemerkt, dass Ksü sämtliche Regeln bricht und Kontakt zur "Außenwelt" hat, freunden sich die zwei völlig unterschiedlichen Mädchen an und stellen fest, dass ihr Leben irgendwie miteinander verknüpft sein muss. Die Spurensuche zu den Pheen stellt sie vor eine schwierige Aufgabe, die Julis gesamtes Leben auf den Kopf stellt...

Der Leser wird mit einem Prolog begrüßt, der direkt so viele Fragen aufwirft, dass man einfach weiterlesen muss. Man reist in eine nicht benannte Zeit und Welt, in der vieles an heute erinnert, vieles aber dystopische Züge aufweist. Alina Bronsky wäre nicht Alina Bronsky, wenn sie nicht sehr kritisch Dinge verpackt, über die man wirklich nachdenken sollte und die gerade in der heutigen Zeit wichtig sind. Diese Kritik verpackt sie jedoch hervorragend in einer aufregenden Geschichte. Interessant ist hier vor allem die Entwicklung Julis zu beobachten, die von ihrer heilen Welt so rüde auf den Boden der Tatsachen gezerrt wird. Der Charakter der Ksü ist herzerfrischend und macht einfach ganz viel Spaß!

Ja, es bleiben einige Fragen ungeklärt, doch ist "Spiegelkind" nur der Auftakt einer viel versprechenden Trilogie, doch so bleibt viel Raum für den Leser, sich eigene Gedanken zu machen und dafür ist die Geschichte wie geschaffen. Gespannt bin ich auf die Entwicklung von Ivan, Ksüs großem Bruder und zahlreiche ungelöste Fragen. Allein der letzte Satz macht immens neugierig. Liebe Alina Bronsky, bitte spannen Sie die Leser nicht zu lang auf die Folter, vielleicht können diese ja umso schneller zur Rettung der Pheen beitragen?!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spiegelkind, 16. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Kurzbeschreibung:
Juli ist 15 und lebt in einer Welt, in der es gefährlich sein kann, wenn man nicht Normal ist. Alles scheint geregelt zu sein, jeder ist verschlossen und oberflächlich. Doch für Juli ist dieses Leben eben - genau - normal. Doch dann gerät alles aus den Fugen, denn plötzlich ist Julis Mutter spurlos verschwunden. Sie wusste schon immer, dass ihre Mutter nicht so ist, wie andere, doch was sie dann erfährt, verblüfft sie vollkommen: Ihre Mutter gehört zu der Art der Pheen, die von den Normalen, zu denen auch Julis restliche Familie zählt, verachtet wird. Wurde ihre Mutter etwa entführt? Juli versucht alles um Antworten zu erhalten, doch ihr Vater zeigt sich verschlossen. Und dann ist da auch noch Ksü, die so anders ist von ihrer Art her und zudem noch recht seltsam aussieht.Vielleicht können Ksü und ihr Bruder Ivan Juli helfen herrauszufinden, was hinter all dem steckt...

Meine Meinung:
Das Cover des Buches hat mir von Anfang an wirklich sehr gut gefallen. Ich fande die Gestaltung einfach wunderschön und im nachhinein auch passend zum Thema. Darauf zu erkennen ist, wie ich finde, ein Wald. Dieser Wald spielt eine besondere Rolle in der Geschichte, da Julis Mutter viel malt und auf ihren besonderen Bildern immer wieder ein Wald mit zu sehen ist. Wenn man das Buch in den Händen hält, kann man auch noch leichte silberne Fäden erkennen, die sich über das ganze Buch ziehen (was man leider nicht auf dem Bild oben erkennen kann). Das Cover ist also ein echter Eyecatcher - eben ein richtiges Highlight!

Durch den leichten Schreibstil und die nicht allzu langen Kapiteln kommt man sehr leicht durchs Buch. Es ist also keine schwere Lektüre und man hat es relativ schnell durch, was mir sehr gut gefallen hat. Man kommt gut in die Geschichte rein und lernt immer mehr über die Welt, in der Juli lebt, und ihre Regeln dazu. Schade finde ich allerdings, dass man nicht genau erfährt, wo die Geschichte spielt - ob in den USA, Deutschland oder vielleicht auch in einem ausgedachten Land. Die Zeit wird hier auch nicht genau genannt, obwohl es sich schon erahnen lässt, dass es eher in der heutigen Zeit, vielleicht aber auch in naher Zukunft spielt. Dieser Punkt war für mich aber eher nebensächlich, da es für die Geschichte keine große Rolle gespielt hat.

Juli, die Hauptperson und Ich-Erzählerin, beschreibt sich selbst als recht unauffällig und "normal". Doch schon am Anfang des Buches merkt man, dass sie auch aufbrausend sein kann. Sie ist eben nicht wirklich normal, aufgrund der Herkunft ihrer Mutter. Mir hat gefallen, dass sie sich nicht hat unterkriegen lassen und immer weiter versucht hat ihre Mutter zu finden. Ich fande ihr Handeln, so, wie es Bronsky geschrieben hat, auch glaubwürdig und nicht irgendwie unverständlich. Man konnte auch gut sehen, wie sie sich in ihrem Denken verändert hat und immer mehr erkannte, wie merkwürdig sich die "Normalen" eigentlich verhalten. Was mich bloß ein bisschen stutzig gemacht hat, war, dass sie angeblich noch nie etwas von Pheen gehört hat, obwohl dieses Wort z.B. in ihrer Schule häufig als Schimpfwort benutzt wird - sprich: Alle außer sie wissen über Pheen bescheid.
Immer wieder wurde daraufhingewiesen, wie allein Juli sich fühlt und diese Stimmung hat sich dann auch auf mich ausgwrikt. Ich konnte so richtig mit ihr mitfühlen und als Juli und Ksü sich angefreundet hatten, war ich immer froh, wenn Ksü da war und hab sie, wie Juli, immer mehr gemocht.
Insgesamt hat mir Ksüs Charakter wirklich sehr gut gefallen. Ich fande ihre Leichtigkeit und Herzlichkeit, in dieser sonst so doch recht kalten Welt, einfach schön und auch einzigartig. Ich könnte sie mir als Freundin sehr gut vorstellen, trotz ihres sehr eigensinnigen Aussehens - denn Ksü hat auf ihrem glatt rasiertem Kopf eine Schlange, die, wie sie selbst sagt, keine Tätowierung ist. Was es ist müsst ihr schon selbst herausfinden ;-)

Sehr eindrucksvoll fande ich auch das Ende der Geschichte - insbesondere der letzte Satz hat mich wirklich verblüfft zurück gelassen. Ich kann es wirklich kaum erwarten, wie es weiter gehen wird. Diese eine Frage in meinem Kopf MUSS unbedingt beantwortet werden! Leider ist mir noch nicht bekannt, wann der zweite Teil der Trilogie erscheinen wird.

Fazit:
Eine wirklich schöne Geschichte, die einen im wahrsten Sinne des Wortes aus dem normalen Alltag reißt. Ich freue mich auf die Folgebände und vergebe 4 von 5 Glückskäfern :-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Auftakt einer dystopischen Jugendfantasy, 8. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Normalität ist der Alltag und das oberste Gebot. Man darf weder durch sein Äußeres, noch durch sein Verhalten auffallen, denn das tun sonst nur die Freaks. Und die sind der Bodensatz der Gesellschaft, denn nur die Normalen haben alle Rechte. Sie tragen ein kleines Metallarmband, mit dem sie sich ausweisen oder bezahlen können. Auch Juli hat so ein Armband. Ihr Vater hat einen guten Job und ihre Mutter ist meistens für sich und malt am liebsten ihre Quadren.

Doch eines Tages kommt Juli früher nach Hause und findet die Wohnung verwüstet vor. Von ihrer Mutter Laura gibt es keine Spur und ihr Vater und die Polizei zeigen keinerlei Bemühen, ihre Mutter aufzufinden. Juli ist völlig aufgewühlt und weiss nicht, was sie nun machen soll. Obendrein wird sie auch noch im Lyceum für eine neue Mitschülerin, die so wie sie aussieht eigentlich nur ein Freak sein kann, zu einer Patenschaft zwangsverpflichtet. Aus anfänglicher Abneigung wird aber schnell Freundschaft und Juli staunt nicht schlecht, welche Freiheiten Ksü alle geniesst. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter und entdecken dabei, dass diese ihre Kinder nicht freiwillig verlassen hat, sondern in allerletzter Sekunde flüchten konnte. Denn Laura ist eine Phee mit besonderen Fähigkeiten ohne nennenswerte Rechte unter den Normalen. Man wollte sie verschwinden lassen, doch in letzter Sekunde konnte sie sich retten. Doch wo steckt sie jetzt? Und was bedeutet das alles für Juli und ihre beiden Geschwister? Haben auch sie jetzt magische Fähigkeiten?

Alina Bronskys im Arena Verlag erschienene Roman "Spiegelkind" ist der Auftakt eines fantastischen Mehrteilers. Die Geschichte ist nicht nur ausgesprochen spannend, sondern kann auch mit sympathischen Charakteren aufwarten. Insbesondere die Protagonistin Juli, die dem Leser durch die Erzählung in der ersten Person aus ihrer Sicht besonders nahegebracht wird, hat es einem sehr schnell angetan und zieht mich hinein in eine wundervoll kreierte Geschichte.

Juli fühlt sich als Teil der normalen Welt bis zu dem Zeitpunkt des Verschwindens ihrer Mutter. Fortan bricht eine Welt für sie zusammen und sie findet sich in einem furchtbaren Chaos wieder. War alles, woran sie bisher geglaubt hatte, gelogen? Sie fühlt sich, als würde sie gerade erst die Welt begreifen, so lange hat sie unter dem geschützten Kokon gelebt, den ihre Mutter für sie geschaffen hat. Doch ihr Erwachen bringt auch Gefahren mit sich, denn ihre Unwissenheit lässt sie Schritte machen, denen besser eine reife Überlegung vorangegangen wäre. Ihr einziger Halt sind die unglaubliche Ksü mit dem Schlangentattoo und ihr attraktiver und zurückhaltender Bruder Ivan. Vor allem Ksü ist mir dabei immer mehr mit ihrer fröhlichen und leichten Art ans Herz gewachsen und hat sich durch ihr Verhalten, das keinesfalls selbstverständlich ist, nach und nach meine Hochachtung verdient. Trotz allem, was ihr bereits widerfahren ist und auch noch aufgrund ihrer Andersartigkeit von ihren Mitmenschen widerfährt, ist sie stets hilfsbereit und eine gute Freundin für Juli. Dieser fällt es schwer aus dem langjährigen, oberflächlichen Denken und Handeln der Normalen auszubrechen, aber zum Glück, scheint sie das Herz auf dem rechten Fleck zu haben.

"Spiegelkind" ist eine gelungene Kombination aus Jugendfantasybuch und Dystopie. Zu gerne hätte ich noch mehr über ihre Geschwister oder Ksü und Ivan erfahren, aber ich hoffe, dass die Autorin mir meinen Wunsch mit dem noch in diesem Monat erscheinenen Folgeband "Spiegelriss" erfüllt. Letztendlich beschäftigt mich natürlich auch die eine große Frage, die sich urplötzlich und unerwartet am Ende des Buches stellt und ich hoffe sehr, auch darüber bald mehr erfahren zu dürfen. Gut gefallen in diesem Roman hat mir auch, dass die Protagonistin hier mal nicht die toughe und unerschrockene Heldin ist, die nur Augen für ihren Angebeteten hat, sondern eine eher verängstigte 15-jährige ist, die plötzlich aus ihren Träumen gerissen wird und nun mit der nackten Realität klarkommen muss. Versteht mich nicht falsch, ich mag auch die andere Sorte Charakter, aber das hätte einfach nicht zu Juli gepasst und ich finde es schön, dass die Autorin hier so stimmige Charaktere geschaffen hat, die sich durchgehend treu bleiben. "Spiegelkind" konnte mich durchgehend fesseln und verdient mit seiner gut durchdachten Kompositon eine klare Leseempfehlung von mir.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Auftakt der Spiegeltrilogie, 12. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Juli ist 15, die Älteste von 3 Geschwistern und geht auf das Lyzeum, die Eliteschule schlechthin. Ihr Leben ist durch und durch von Normalität und Routine geprägt. Nicht einmal die Scheidung ihrer Eltern ändert etwas daran, denn die beiden wechseln sich Wochenweise mit der Kindererziehung ab. Als Julis Mutter während ihrer Woche plötzlich spurlos und unter mysteriösen Umständen verschwindet und dies niemanden außer Juli zu interessieren scheint, macht sie sich selbst auf die Suche nach ihrer Mutter. Hilfe bekommt sie dabei von ihrer neuen, aber ganz und gar unnormalen Mitschülerin Ksü. Durch Ksüs offene Lebenseinstellung, sowie das Todschweigen des Verschwindens ihrer Mutter beginnt Juli das System zu hinterfragen und entdeckt dabei Dinge, die sie sich so niemals hätte vorstellen können.

Meinung:
In „Spigelkind“ hat Alina Bronsky eine Welt kreiert, die auf dem ersten Blick der unseren ziemlich ähnelt. Aber schon nach kurzer Zeit merkt der Leser, dass sich diese Welt ins Extreme entwickelt hat. Die Menschen werden in 2 Gruppen, die Normalen und die Freaks eingeteilt. Die Normalen sind die Angesehenen. Sie tragen alle ein Armband mit einer Nummer, dass sie als die Besseren kennzeichnet. Sie bleiben unter sich und haben kaum Kontakte zu anderen Mitmenschen. Jedoch gibt es auch unter ihnen verschiedene Abstufungen, jeder bekommt nur die Informationen die seinem Rang entsprechen. So sind Internet und Informationen nicht frei zugänglich und werden überwacht. Freaks sind die Rebellen der Gesellschaft, sie kennzeichnen sich durch ihr auffallendes Äußeres oder ihr Aufsehen erregendes Verhalten. Sie werden von der Gesellschaft verachtet, dürfen aber weitgehenst unbehelligt leben (sie besitzen kein Armand). Zusätzlich zu diesen beiden Gruppen gibt es noch die Pheen. Diese sind magische Wesen, die keinerlei Rechte in dieser Welt haben und von allen gefürchtet und verfolgt werden. Die genauen Gründe und eine wirklich ausführliche Beschreibung was genau eine Phee ist, werden im Roman aber leider noch nicht deutlich. Bis zum Verschwinden ihrer Mutter sieht sich Juli als Normale. Jedoch werden im Laufe der Geschichte ihre Zweifel daran immer größer, denn ihre Mutter ist eine Phee.
Diese Einteilung der Welt ist sehr interessant, da die Autorin zum einen eine Dystopie mit Magie verbindet, und zum anderen auch Parallelen zu Problemen in unserer Welt erkennen lässt. Diese sind zwar sehr Überspitzt dargestellt, aber Ausgrenzung von Minderheiten, Überwachung und Diskriminierung aufgrund von Vorurteilen spielen auch heutzutage eine wichtige Rolle. Der Roman greift diese gekonnt auf und regt dabei zum Nachdenken an.

Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen und nicht mehr los gelassen. Sie wird aus Julis Sicht erzählt und ermöglicht somit einen genauen Einblick in ihr Leben. Juli ist zu Beginn zwar ziemlich naiv, doch da sie es durch ihre Erziehung nicht besser wissen kann, stört das nicht wirklich. Sie ist eben ein normales Mädchen, hat Top Noten und lebt nach den anerkannten Regeln. Doch mit dem Verschwinden ihrer Mutter gerät ihre ganze Welt ins Wanken. Sie fängt an Fragen zu stellen und versucht ihr bruchstückhaftes Wissen zu ergänzen. Sie schämt sich innerlich für ihre Unwissenheit. Mit der Hilfe ihrer neuen Freundin Ksü entwickelt sich Juli zu einem starken Charakter. Diese Entwicklung wird sehr glaubwürdig beschrieben, da der Leser Julis Schwierigkeiten dabei klar nachvollziehen kann.

Der eindrucksvollste und interessanteste Charakter des Buches ist für mich aber eindeutig Ksü. Als sie neu ans Lyzeum kommt, fällt sie total aus dem Rahmen. Sie ist tätowiert, trägt Hosen und verhält sich ganz anderes als es der Norm entspricht. Sie muss mit starker Abneigung und vielen Vorurteilen zurechtkommen und ist trotz allem immer ein fröhliches, nettes und hilfsbereites Mädchen, welches eine echte Herzlichkeit ausstrahlt. Zunächst ist Juli von ihrem freakhaften Aussehen angewidert und will Ksü auf Abstand halten. Doch schon bald wird Ksü zu ihrer besten und wichtigsten Freundin. Der Leser erhält dabei auch viele aufschlussreiche Informationen aus Ksüs Leben.

Das Buch hat einen angenehmen Schreibstil und lässt sich dadurch sehr flüssig lesen. Der Leser erfährt die interessanten Hinweise jedoch nur sehr bruchstückhaft und dies hätte mich normalerwiese wohl ziemlich genervt. Doch durch die besondere Atmosphäre der Geschichte hat Frau Bronsky es geschafft, dadurch die Spannung immer mehr zu steigern.

Fazit:
Ein toller Auftakt für die Spiegeltrilogie, welcher mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Auch wenn noch viele Fragen offen geblieben sind, war es einfach eine Freude dieses Buch zu lesen. Ich warte mit Spannung auf die Fortsetzung. Ungeduldigen Lesern, welche alle Informationen möglichst kompakt und vollständig haben wollen, würde ich bei diesem Buch eher zur Vorsicht raten, aber allen anderen kann ich es nur empfehlen. Es bekommt 5 von 5 Sternen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bemerkenswert-merkwürdig, 30. Mai 2012
Von 
Pixie (Dortmund, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Audio CD)
Mir hat dieses Hörbuch gefallen. Obwohl Jule Böwe nicht meine Lieblingsleserin ist, schafft ihre spröde, teils brüchige Stimme eine gute Atmosphäre füer die Geschichte des Mädchens Juli, die hier ihren Anfang nimmt.

Juli ist das älteste von 3 Kindern. Ihre wunderbar ordentliche Welt wird auf den Kopf gestellt, als ihre Mutter Laura plötzlich verschwindet. Mutter weg, Wohnung verwüstet, aber die Polizei nimmt das Ganze nicht ernst. Ihr Vater, der sich vor Kurzem von der Mutter getrennt hat auch nicht.

Und Juli, die die Welt in der sie lebt, nie in Frage gestellt hat, in der alles geradezu orwellianisch geregelt war, eckt plötzlich an und stellt unbequeme Fragen. Sie war doch immer so stolz darauf, eine von den Normalen zu sein. Von den angepassten, den Bestimmern, den geregelt Unfreien. Von denen, die ein Nummernarmband tragen, ohne das man in dieser Welt nichts zählt und es zu nichts bringt.

Juli bricht aus ihrer behüteten Umgebung aus und lernt die ungeordnete, verachtete Seite der Gesellschaft kennen: die der Freaks. Hin- und hergerissen zwischen eingeübtem, automatisiertem und unreflektiertem Standesdünkel, Neugier und dem brennenden Wunsch nach Wahrheiten, erfährt sie Dinge, die ihr bisher vorenthalten wurden: ihre Mutter ist eine Phee, eine Bedrohung für alle "Normalen", verhasst und gefürchtet. Juli erkennt frustriert, wie wenig sie weiß, und mit Hilfe von Ksü und deren Bruder Iwan, zwei Freaks, deckt sie Geheimnisse und Wahrheiten auf.

Alina Bronsky ist hier ein toller "Coming-of-Age"-Roman gelungen, mit dem sich sicher viele junge Menschen in der Pubertät identifizieren können. Gleichzeitig schildert sie plastisch, was Gleichschaltung aus den Menschen macht. Ein Hörbuch zum Mitfiebern und Nachdenken, im weiteren Sinne ein Aufruf zu Toleranz und Menschlichkeit.

Und ein toller Cliffhanger zum Schluss: Es fängt gerade erst an ...

Freue mich auf Band zwei und drei und kann dieses Hörbuch gerne empfehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spiegelkind- Auftakt der Spiegeltrilogie, 8. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Die 15 jährige Juliane, von allen nur Juli genannt wächst zusammen mit ihren beiden Geschwistern in einer "normalen", behüteten Welt auf. Ihre Eltern ließen sich vor kurzem scheiden und wechseln sich nun im wöchentlichen Rhythmus bei der Erziehung der Kinder ab.

Juli besucht eine Eliteschule, das Lyzenium und auch sonst verläuft alles normal in ihrem Leben. Bis zu dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und nichts mehr so normal ist wie sonst. Julis Mutter ist verschwunden und das Haus ist verwüstet und sieht aus wie nach einem Einbruch. Julis Vater und auch die Polizisten verharmlosen die ganze Sache und sie erzählen ihr dass ihre Mutter fortgegangen ist. Juli glaubt das natürlich nicht und begibt sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Jedoch will ihr anscheinend niemand helfen. Mit ihren Frage stößt sie auf Unverständnis und wird immer mehr zur Aussenseiterin. Ja selbst die Polizei hilft ihr nicht und verfolgt das Verschwinden ihrer Mutter nicht weiter. In der Schule trifft sie auf Ksenia, die von allen nur Ksü genannt wird. Zunächst ist Juli von ihrem freakigen Aussehen angewidert und irritiert, jedoch wird Ksü schnell zu ihrer Verbündeten und Freundin.

In ihrem Buch "" hat Alina Bronsky eine Welt erschaffen in der die Menschen in Nomale, Freaks und Pheen eingeeilt sind. Die Welt der Normalen ist von Gleichgültigkeit und Korruption geprägt. Sie bleiben unter sich und haben kaum Kontakte zu anderen Mitmenschen und Freundschaften gibt es schon gar nicht. Sie sind sehr ordnungsliebend und alles ist in ihrer Welt geregelt. Pheen, wie zum Beispiel Juli's Mutter eine ist, haben keine Rechte in dieser Welt. Sie sind unsterblich und mit besonderen Gaben ausgestattet, welche die Normalen fürchten.Die Freaks hingegen werden von den Normalen verachtet.
Bis zum Verschwinden ihrer Mutter glaubte Juli zu den Normalen zu gehören. Jedoch im Laufe der Geschichte erfährt sie immer mehr über ihre Herkunft und ihre Zweifel werden immer größer.

"Spiegelkind" ist der erste Teil einer Trilogie und lässt natürlich am Ende einige Fragen offen. Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt und lasst sich dank flüssiger Schreibweise sehr angenehm lesen. Schon zu Beginn ist man von der Geschichte gefangen und die Charaktere kommen sehr sympatisch daher. Naja bis auf einige aus der Welt der Normalen jedenfalls ;)
Das Cover finde ich traumhaft schön und es ist passend zur Geschichte gestaltet worden.
Das Buch hat mich wunderbar unterhalten und ich bin nun gespannt wie es weitergeht. Ich hoffe wir müssen nicht all zu lange auf die Fortsetzung warten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was ist eine Phee?, 25. März 2012
Von 
matheelfe - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Es ist anfangs ein normaler Tag, als Julis Welt zerbricht. Juli ist ein junges Mädchen, das ein Elite-Lyzeum besucht. Sie gehört zur Bevölkerungsgruppe der Normalen. Es gibt eine zweite Gruppe, die Freaks. Juli hat gelernt, dass diese durch Kleidung und Haartracht auffallen, keine Ordnung kennen und nicht arbeiten.
Julis Eltern sind zwar geschieden, doch eine spezielle Vereinbarung gewährleistet, dass sich eine Woche die Mutter, eine Woche der Vater um Juli und ihre beiden jüngeren Geschwister kümmert.
Es ist die Woche der Mutter. Als Juli nach Hause kommt, trifft sie auf den Vater. Gegen seinen Widerstand betritt sie die zerstörte Wohnung. Wo aber ist die Mutter? Das seltsame Verhalten der Polizisten macht Juli wütend. Am nächsten Tag erfährt Juli von ihrem Vater, dass ihre Mutter eine Phee ist. Was aber ist eine Phee?
Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie. In diesem ersten Teil lässt uns die Autorin teilnehmen an der Suche nach der Antwort auf obige Frage. Zusammen mit Juli stoßen wir auf Ablehnung und Schweigen. Erst als Juli Ksü kennenlernt, eine neue Schülerin am Lyzeum, bekommt sie Antworten. Doch jede Antwort produziert eine neue Frage. Völlig unverständlich erscheint das Verhalten des Vaters.
Julis Welt ist eine totalitäre Welt. Das zeigt sich in der Schule. Schuluniform, Appell, Schulbekenntnis und das Fehlen jeglicher Hilfsbereitschaft und Emotion lassen die Gesellschaft kalt wirken. Jeder Normale trägt eine Armbanduhr mit Code. Sie dient beim Einkaufen dem Bezahlen und der Personenkontrolle. Auch die Computer sind manipuliert. Jedem werden nur begrenzt entsprechend seinem Status Internet Seiten zugänglich gemacht.
Wir erleben, wie sich Juli verändert und aus ihren Grenzen ausbricht. Doch das ist lebensgefährlich.
Das Buch ist spannend geschrieben. Kurze Kapitel fördern den Lesefluss. Einigen Kapiteln ist in kursiver Schrift eine Lebensgeschichte vorangestellt. Julis Geschichte? Die ihrer Mutter? Das sind nicht die einzigen Fragen, die im ersten Teil offen bleiben.
Obwohl ich als Leser erst das Gefühl hatte, dass die Geschichte auf der Erde im Heute und hier spielt, zeigte sich bald, dass sie in ferner Zukunft spielt. In die eigentliche Handlung sind märchenhafte Elemente eingebunden. Mehr möchte ich hier nicht verraten.
Andererseits gibt es Parallelen zur jüngeren Vergangenheit. Es geht um die Frage, wie man mit Menschen umgeht, die anders sind und besondere Fähigkeiten haben. Es geht auch darum, was es heißt, Mensch zu sein.
Es handelt sich um ein Jugendbuch. Dafür ist die Sprache angemessen. Die Protagonisten sind ausreichend charakterisiert und als Identifikationsfiguren geeignet.
Wenn ich schon als Erwachsener meine Probleme mit dem Verhalten des Vaters hatte, dürfte das vermutlich auch auf Jugendliche zutreffen. Hier hätte ich mir schon im ersten Teil eine genauere Erklärung der Ursachen gewünscht.
Die Idee, die Fragen der Ausgrenzung in eine phantastische Geschichte zu verpacken, hat mir gefallen. Das Buch weckt Interesse an der Fortsetzung.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Dystopie voller Magie, 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiegelkind (Gebundene Ausgabe)
Normalität ist das, was von ihr verlangt wird, und eigentlich kommt Juli damit auch sehr gut zurecht, denn das letzte, was sie sein will, ist ein Freak. Aber wie soll man normal bleiben, wenn die eigene Mutter verschwindet, ein seltsam tätowiertes Mädchen in der Schule auftaucht und man erfahren muss, dass man von Wesen abstammt, die im eigenen Kopf nur Legende und Fantasie waren?
Langsam begreift die 15Jährige, dass Normalität nicht der Schlüssel für ein erfülltes Leben ist und es wichtigere Dinge gibt, als der Norm zu entsprechen und immer eine gute Miene aufzulegen.
Sie muss ihre Mutter finden, egal wie.

Wir kennen Dystopien, wir kennen Fantasyromane, aber kennen wir auch eine gelungene Mischung aus den beiden Genres? Ich hätte diese Frage bisher mit einem klaren Nein beantworten müssen, doch Frau Bronsky hat mit ihrem ersten Jugendbuch "Spiegelkind" meinen Horizont erweitert und mir Lust auf mehr solcher Paarungen gemacht.

Auch wenn sich unsere Protagonistin Juli erst einmal als ziemlich gewöhnlich herausstellte - naiv und nicht besonders helle - muss man doch sagen, dass sie sich für ihre Unwissenheit oft schämte und mit allen Mitteln versuchte ihre großen Wissenslücken zu füllen. Die Autorin beschrieb ihre Entwicklung dabei sehr authentisch und ließ den Leser erkennen, wie schwierig es ist aus diesem normgebundenen Leben zu fliehen, auch wenn man sich wünscht, nicht so oberflächlich zu sein wie alle Anderen. Ihre Protagonistin ist damit kein perfekte, stets verstehende Rebellin, die eine sich vor ihr auftuende Märchenwelt auf anhieb akzeptiert, sondern ein Mädchen, was noch viel lernen und aus dem alltäglichen Trott herausfinden muss.

Zuhilfe eilen ihr dabei neugewonnene und sehr besondere Freunde, welche sich zu Nebenfiguren entwickelten von denen man gern mehr erfahren würde. Ob es nun die aufgeweckte Ksü ist, die Julis Leben mal so kräftig durchrüttelt, oder Julis kleiner Bruder Jaro, der schon von Anfang an etwas Außergewöhnliches zu sein scheint, viele von ihnen gefielen mir sehr und sorgten für die nötige Abwechslung, wenn Juli mal wieder auf dem Schlauch stand.
Es ist schön zu sehen, dass Autoren auch weiterhin auf ihre Nebenfiguren bauen, die für die Entwicklung des Protagonisten eigentlich so wichtig sind, aber in vielen Jugendbüchern vernachlässigt werden. Bei "Spiegelkind" hatte ich allerdings immer das Gefühl, dass auch die kleineren Rollen eine große Aufgabe hatten und sich die Autorin auch bei ihnen viel Mühe gab. So kommt auch mein Wunsch zustande, im nächsten Teil noch mehr von ihnen zu erfahren.
Übrigens, und das sollte mal gesagt sein, denn wann findet man das schon in einem Jugendbuch: Der Roman kommt ohne Liebesgeschichte aus. Ich bezweifle, dass sich das durch die ganze Reihe ziehen wird, aber dass die Autorin erst einmal nicht darauf baut, finde ich große Klasse.

Beeindruckt war ich auch vom rasanten und schnell voranschreitenen Tempo der Geschichte, das keinen Platz für Längen oder Langeweile ließ. Zwar musste dann auch ab und an ein eher ruhiger Moment darunter leiden - der in meinen Augen somit nicht genug zum Zug kam - aber wenn sich ein Buch so leicht und schnell wegliest, ist das immer ein Vergnügen und man schaut gerne mal über solche Fehler hinweg.
Allerdings war diese Geschwindigkeit für das Buch auch nötig, denn auch wenn die Protagonistin vielleicht nicht so schnell hinterherkam, waren doch viele Situationen für den Leser ziemlich eindeutig. Es ist auch nicht schwer zu erahnen, was sich in den nächsten Teilen ereignen wird, aber solange die Autorin bei diesem Tempo bleibt, dürfte dies auch bei den Nachfolgern kein Problem darstellen.

Mein Urteil:

Magisch und dystopisch zugleich. Wer sich mal eine Abwechslung wünscht, ist mit "Spiegelkind" auf der richtigen Seite. Hoffen wir, dass es mit den nächsten Teilen genauso gut weitergeht.
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Spiegelkind
Spiegelkind von Alina Bronsky (Gebundene Ausgabe - Januar 2012)
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