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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine berührende, erschreckende Schilderung vom Leben auf der Straße
Mit zehn Jahren zeigt Sabrina ihren Vater bei der Polizei an, ein Jahr später bricht sie aus dem Kinderheim aus und macht sich auf den Weg nach Köln. Sie landet auf der Domplatte, wo sie zum ersten Mal Geborenheit und Schutz unter den Obdachlosen erfährt, die hier leben. Doch Sabrina lernt auch, dass der Alltag auf der Straße vor allem Gewalt und...
Veröffentlicht am 9. August 2010 von Amazon Customer

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von gelungener Literatur keine Spur
Ich habe selbst einige Jahre am Dom verbracht und als ich von dem Buch gehört habe, habe ich mich wahnsinnig gefreut und konnte es eigentlich auch kaum abwarten.
Auch wenn die Zeit nie leicht war, so denke auch ich oft an das Familiengefühl dort zurück, welches mich schließlich zum Kauf bewegt hat.

Leider war ich mehr als...
Veröffentlicht am 26. August 2012 von Mel


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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine berührende, erschreckende Schilderung vom Leben auf der Straße, 9. August 2010
Rezension bezieht sich auf: So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind (Broschiert)
Mit zehn Jahren zeigt Sabrina ihren Vater bei der Polizei an, ein Jahr später bricht sie aus dem Kinderheim aus und macht sich auf den Weg nach Köln. Sie landet auf der Domplatte, wo sie zum ersten Mal Geborenheit und Schutz unter den Obdachlosen erfährt, die hier leben. Doch Sabrina lernt auch, dass der Alltag auf der Straße vor allem Gewalt und Aggression, Drogenkonsum und Missbrauch bedeutet. Auf einzigartige Weise dokumentiert sie ihren täglichen Kampf ums Überleben - für das Recht auf Selbstbestimmung und Akzeptanz.

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Meinung
In "Mein Leben als Straßenkind - Solange bin ich vogelfrei" erzählt Sabrina Tophofen ihre eigene Geschichte. Das Buch beginnt als sie mit 11 Jahren aus dem Heim flieht und auf der Domplatte in Köln landet. Sie hat nur einen einzigen Anhaltspunkt, den Namen "Iris Lerke", doch anstatt Iris zu finden, trifft Sabrina auf eine Gruppe von Jugendlichen, die sie sofort in ihre Gemeinschaft aufnehmen.
Sabrina, die jetzt Topi genannt wird, kämpft sich durch jeden Tag. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden, auf das Leben mit ihrer Familie - man erfährt als Leser erst nach und nach, was Topi überhaupt erst ins Heim gebracht hat.

Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Stunden gelesen. Es hat mich berührt, mir die Tränen in die Augen getrieben, vor allem aber hat es mich unglaublich wütend gemacht!
Der Grund, warum das Buch so nahe geht, ist zum großen Teil sicher der, dass Topi ihre Erlebnisse im Präsens schildert. Ich hatte ständig das Gefühl, ein gerade stattfindendes Ereignis zu beobachten. Dieser besondere Zugang zum Buch lässt einen von Seite 1 weg mit Topi mitfühlen.

Und das obwohl Sabrina alles andere als Mitleid-heischend schreibt, auch nicht sonderlich emotional. Mit Ausnahme von Topis Gefühlsausbrüchen, in denen das verschmähte Kind in ihr zum Vorschein kommt, ist das Buch sogar sehr nüchtern geschrieben. Scheinbar völlig unbeeindruckt erzählt Topi von Alkohol, Missbrauch, Drogenkonsum. Als Leser konnte ich mich trotzdem keinem einzigen Wort enziehen, ich hatte immerzu diese schrecklichen Bilder im Kopf.

Ein weiterer Aspekt dieses Berichts ist der, dass man die andere Seite der Münze sieht. Topi fühlt sich von den Menschen mit einem "normalen" Leben beobachtet, es ist furchtbar für sie, angestarrt zu werden.
Schließlich schafft es Topi aber, sich aufzuraffen - sie will weg von der Straße, aber das ist ein langer, harter Kampf.

"Mein Leben als Straßenkind" war für mich ein kurzes, ein sehr intensives Leseerlebnis. Die meisten Menschen denken selten bis gar nicht über Straßenkinder nach - ich hoffe, dieses Buch schafft es, die Aufmerksamkeit mehr auf dieses Thema zu lenken.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr bewegendes Schicksal, 2. September 2010
Rezension bezieht sich auf: So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind (Broschiert)
Inhalt

Sabrina wächst in einem furchtbaren Elternhaus auf: Ihr Vater missbraucht sie und ihre Mutter gibt ihr die Schuld dafür. Als sie es im Alter von 10 Jahren zu Hause nicht mehr aushält, zeigt sie ihren Vater an und kommt ins Heim. Im Heim wird sie von den älteren Kindern und Jugendlichen aber so sehr gehänselt, dass sie die Flucht ergreift. In der Nacht bricht sie aus und fahrt mit dem Zug von Duisburg nach Köln, wo sie nach Iris Lerke sucht, die ihr angeblich helfen wird. Iris findet sie zwar nicht, aber dafür wird sie schnell in einer Gruppe von Straßenkindern aufgenommen. Diese beschützen sie zwar und helfen ihr zu überleben, aber sie bringen sie auch mit Drogen in Kontakt. Auch Diebstahl, Schlägereien und andere Verbrechen stehen schon bald auf Topis, so ihr neuer Name, Tagesordnung. Denn bis sie 14 ist, kann ihr die Polizei nichts anhaben. So lange ist sie vogelfrei...

Meinung

Dieses Buch beschreibt ein Schicksal, wie es schlimmer kaum sein kann. Sabrina Tophofen, die seit sie 11 Jahre alt war auf der Straße lebte, arbeitet in "So lange bin ich vogelfrei" ihre schreckliche Kindheit auf. Mit nahezu unerträglicher Nüchternheit schildert sie ihr Leben auf der Domplatte in Köln. Diese Nüchternheit macht einem schnell klar wie stark diese Frau ist bzw. wie stark sie als Kind hat sein müssen. Man hat dass Gefühl, dass Mitleid das Letzte ist, was sie will, dennoch kommt man als Leser nicht drumherum selbiges für sie zu empfinden.

Durch die Ich-Perspektive im Präsens hat man ständig das Gefühl mit dabei zu sein. Man sieht dieses kleine Mädchen, das auf der Straße um ihr Überleben kämpft, förmlich vor Augen, kann ihr aber nicht helfen. Dies führt den Leser mitunter emotional an seine Grenzen!

Über Sabrinas Vergangenheit und was mit ihren Eltern wirklich passiert ist, erfährt man zwar nur nach und nach durch Rückblenden, man ahnt es allerdings von Anfang an. Das solche Grausamkeiten auch heute immer wieder passieren, ist einfach schrecklich, besonders da man als Außenstehender kaum eine Chance hat es zu verhindern.

Außerdem wird einem durch dieses Buch klar, dass Straßenkinder viel zu wenig beachtet werden und wenn sie wahrgenommen werden, dann nur in Form eines abschätzenden, angeekelten Blickes. Meinen großen Respekt haben daher die Leute die sich wirklich um Jugendliche, die auf der Straße leben kümmern, denn ohne die Hilfe ihrer Betreuer hätte Topi kaum überlebt.

Besonders nahe gegangen ist mir auch der Epilog, der einerseits jene Menschen aufzeigt, die die Flucht von der Straße genauso wie Sabrina geschafft haben, aber eben auch jene die gestorben, immer noch Drogenabhängig oder HIV-positiv sind. Das macht ansatzweise deutlich wie viele Menschen jeden Tag auf der Straße ums Leben kommen, weil sich unsere Gesellschaft nicht verantwortlich für sie fühlt.

Ich habe dieses Buch innerhalb von 3 Stunden gelesen, "So lange bin ich vogelfrei" ist damit zwar ein kurzes aber dafür sehr intensives Leseerlebnis, das mich nicht so schnell los lies.

Fazit

Ein Buch das zum Nachdenken anregt und durch das man erkennt, wie glücklich man mit seinem Leben sein kann.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine erschreckend wahre Geschichte, 11. September 2010
Von 
Nicki (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind (Broschiert)
Mit 10 Jahren vertraut sich Sabrina ihrer Oma an und erzählt das erste Mal von ihrem gewaltsamen Zuhause. Seit einem Brandunfall, bei dem ihre Schwester ums Leben gekommen ist, kommt ihr Vater jede Nacht zu ihr und fasst sie an. Die Mutter verschließt die Augen und will das alles nicht sehen. Nachdem sie sich ihrer Oma anvertraut hat, schickt diese sie mit den Worten weg: geh zur Polizei und danach weit weg von hier.

Nachdem Sabrina der Polizei ihre Kindheit erzählt hat, kommt eine Frau vom Jugendamt und setzt sie vor einem Heim ab. Das ist jetzt ihr neues Zuhauses. Aber auch da wird nichts besser, denn auch dort herrscht Gewalt und im Grunde interessiert sich auch diesmal wieder niemand für sie.

Nachdem vier Mädchen aus dem Kinderheim sie fesseln, schlagen und ihr kurzerhand die langen schwarzen Haare abrasieren, weiß Sabrina, dass sie auch hier nicht bleiben will. Sie läuft weg und setzt sich in den Zug nach Köln.

In Köln angekommen fasst sie schnell Kontakt zu anderen Straßenkids und findet erstaunlich schnell Anschluss. Mit 11 Jahren landet Sabrina die von allen nur noch 'Topi' genannt wird auf der Straße, hat Kontakt zu Alkohol und Drogen und auch Gewalt spielt hier eine große Rolle. Wenn Topi auf einem 'Tripp' ist, gehen bei ihr manchmal alle Lichter aus und sie schlägt fremde Menschen zusammen ' ohne Grund.

Das Leben auf der Straße entwickelt sich zu einem Teufelskreis: Alkohol, Drogen, mit den Anderen 'abhängen' und sich Gedanken darum machen, wo man die nächste Nacht verbringt.

Aber Topi hat auch Dinge auf der Straße kennengelernt, die ihr völlig fremd waren: Geburtstag feiern! Sie hat auf der Straße ihr erstes Geschenk bekommen und ausgepackt ' etwas völlig fremdes und neues für sie. Auch Weihnachten wurde gefeiert ' in einer Art, die sie nicht kannte. Und sie hat eine Art Familie gefunden ' Menschen, die das gleiche oder ähnliche Schicksal haben wie sie, die ebenfalls kein Zuhause haben und auf die sie sich verlassen konnte.

Der Schreibstil ist sehr einfach und umgangssprachlich gehalten, was mich am Anfang ein wenig gestört hat. Mir ist allerdings sehr schnell bewusst geworden, dass dieser Stil wunderbar zum Buch und vor allem zu der Geschichte passt. Das Cover ähnelt dem Cover einer Zeitschrift und ist mit Schlagzeilen und verschiedenen Stichpunkten versehen, die ein Teil der Geschichte sind und den Leser auf Anhieb neugierig auf den Inhalt des Buches machen. Was mich allerdings sehr stört, ist, dass der Preis vorne auf dem Cover aufgedruckt ist, nicht besonders groß, aber dennoch störend.

Die Geschichte hat mich wirklich berührt und stellenweise auch wütend gemacht. Warum bekommen Menschen Kinder, wenn sie sich durch diese Existenz nur gestört fühlen und dieses Gefühl auch weitergeben? Warum arbeiten Menschen in Kinderheimen, die viel lieber die Augen vor der Realität und dem Heimalltag verschließen? Und warum gibt es nicht mehr Streetworker wie Andreas Priesterath die sich um die Straßenkids kümmern und sie von der Straße wegholen?

Beim Lesen hatte ich stellenweise ein wirklich schlechtes Gewissen, wie ich da frisch geduscht im Warmen auf meiner Couch lag und die Geschichte von einem Kind gelesen habe, dass auf der Straße lebt. Für das Zähne putzen, duschen und saubere Klamotten nunmal nicht alltäglich sind. Das ein Leben auf der Straße vorgezogen hat um vielleicht jemanden zu finden, für den sie wichtig ist und sie liebt!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von gelungener Literatur keine Spur, 26. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind (Broschiert)
Ich habe selbst einige Jahre am Dom verbracht und als ich von dem Buch gehört habe, habe ich mich wahnsinnig gefreut und konnte es eigentlich auch kaum abwarten.
Auch wenn die Zeit nie leicht war, so denke auch ich oft an das Familiengefühl dort zurück, welches mich schließlich zum Kauf bewegt hat.

Leider war ich mehr als enttäuscht.
Zum Einen, weiß man, dass Frau S.T das Buch ja hat schreiben lassen und lediglich - was ja auch garnicht verwerflich ist, die Basis geschaffen hat.
Deshalb ist es umso trauriger, dass die Schriftstellerin das gesamte Buch in einer viel zu einfachen Sprache geschrieben hat. Ich lese unheimlich gerne und bei einem Buch fällt es mir persönlich schon auf, dass das gesamte Werk fast nur aus Haupt,-u. kaum Nebensätzen besteht.

Hinzu kommt, dass zwischen den Hauptsätzen wohl auch kein Platz für Emotionen gab. Hätte man dies auch vor 15 Jahren geschrieben - könnte ich es verstehen. Jedoch hat Sabrina nun einige Jahre Zeit gehabt um Dinge zu verarbeiten und hätte in dem Buch wenigstens einen Hauch von Gefühl mit einbringen können, sowie die Zitate ihres Betreuers. WIE hat sie gedacht? WIE hat sie gefühlt? Und viel wichtiger: Wie denkt sie heute darüber? Was hat sie in dem Buch "verarbeitet"? Und woran hat sie uns denn wirklich teilhaben lassen? WAS ist deine Kernaussage für die Leser? "Einfach auf die Kacke hauen, die Treber kümmert sich eh und es ist auch nicht so wild, dass Menschen auf der Straße abrutschen und sterben!"?

Ich denke, das Buch geht in Köln unter den Kids schon rum. Vielleicht werden sie mit dem Kopf nicken und es weglegen. Hier und da ein paar Gemeinsamkeiten entdecken (wie ich). Aber kein Kind wird wissen wie sie auf der Strasse gedacht hat! Und deshalb wird sich vielleicht niemand mit ihr identifizieren können und den selben Weg wie Sabrina gehen wollen. Denn - Wer IST Sabrina? Haben wir abgesehen vom Lebenslauf noch mehr gemeinsam? Denkt sie wie ich? Fühlt sie wie ich? Kann ich so sein wie sie?

Das wäre wirklich wahnsinnig schön gewesen :) Vielleicht gibt es ja irgendwann noch einmal eine überarbeitete Auflage mit Schlusswort.

Nichts destotrotz, Alles Gute weiterhin auf ihrem Lebensweg! Das Straßenleben ist hart, aber es macht auch hart!

Alles Liebe
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Berührende Geschichte, 22. September 2012
Im Alter von 10 Jahren fasst Claudine allen Mut zusammen und zeigt ihren Vater bei der Polizei an. Von da an lebt sie in einem Heim, doch auch da wird sie nicht glücklich, denn sie wird von ihren Mitbewohnerinnen tyrannisiert. Für sie steht fest: "Ich muss hier raus".
Ihre einzige Freundin, Katrin, hilft ihr beim Weglaufen und gibt ihr den Tipp, nach Köln auf die Domplatte zu gehen. Dort soll sie eine gewisse Iris Lerke suchen, die ihr helfen wird.

In Köln angekommen lernt sie Tim, einen Breakdancer, kennen, der sie zu einem Sozialarbeiter bringt. Dort lernt sie u.a. die 15-jährige Jenny kennen, die als Straßenkind u.a. auf der Domplatte lebt. Zusammen mit ihr zieht sie durch Köln und lernt schnell andere Straßenkinder kennen.

Schnell findet sie Anschluss in der Straßenszene und wird fortan nur noch Topi genannt. Nur wenige kennen ihre wahre Identität und wissen, was sie schon alles durchstehen musste.

Allerdings ist das Leben als Straßenkind nicht einfach und sie muss sich entscheiden, wie sie dieses Leben fortan führen will. Drogen, Gewalt und Prostitution sind plötzlich so nah wie nie...

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch bewerten soll. Hat man als Leser überhaupt das Recht, ein Buch zu beurteilen, in dem es um eine wahre Geschichte geht? Darf man ein so hartes und trauriges Schicksal loben oder kritisieren?

Zusammen mit Veronika Vattrodt schafft es Sabrina Tophofen über ihre traurige Kindheit auf der Straße zu erzählen.
Hierbei nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

Ihre früheste Kindheit verbringt sie in Duisburg bei ihren Eltern, jedoch wird dieses Zuhause schnell zur Hölle für sie. Ihr Vater ist ein Trinker und Schläger und lässt seine Launen an ihr aus. Auch ihre Mutter ist nicht besser.
Die Erinnerungen an ihr Elternhaus lassen sie auch Jahre danach nicht los und sie berichtet immer wieder über Erlebnisse aus dieser Zeit.

In Köln angekommen, beginnt ihr neues großes "Abenteuer". Sie erfährt zum ersten Mal, was es heißt, in einer Gemeinschaft zu leben, in der sie nicht tyrannisiert oder verurteilt wird. Doch trotz allem fasst sie nie ganz den Mut, jemanden alles über sich zu erzählen. Sie hat die ständige Angst im Stich gelassen oder für ihre Vergangenheit verurteilt zu werden.

Auch wenn das Buch 'nur' 176 Seiten hat, habe ich ein paar Tage hierfür gebraucht, da ich es immer wieder zur Seite legen musste.
Topi's Schicksal lässt einem nicht kalt. Auch wenn sie sehr oft aggressiv oder hyperaktiv rüberkommt, erkennt man immer wieder ihren wahren Charakter, den sie mit allen Mitteln zu verstecken versucht.

<em>Und mein größtes Problem, ich steh vor mir und kann mich nicht sehen. Gehärtete Gefühle, so leer und doch zu klar. Mein Herz zerbricht, denn so stark bin auch ich nicht!</em>

Obwohl sie von ihrer Mutter oft schlecht behandelt wurde, hofft sie immer wieder darauf, dass sich ihre Mutter meldet und ihr ein neues Zuhause gibt.

<em>Die Bullen wissen bei den Personenkontrollen gar nicht mehr, was sie mit mir machen sollen. Ich bin offiziell in Duisburg bei meinen Eltern gemeldet. Aber wenn sie da anrufen, kriegen sie nur zu hören, ich solle ja nicht wiederkommen. Und das Heim will mich ja auch nicht mehr haben...</em>

Da das Buch in der Ich-Perspektive erzählt wird, hat man stets das Gefühl, ein Teil dieser Geschichte zu sein. Wer bereits in Köln war, erkennt die Schauplätze schnell wieder. Die schwarz/weiß-Fotos in der Buchmitte helfen hierbei, sich Topi in manchen Situationen ganz genau vorzustellen. Hierbei wird sie u.a. am Kölner Hauptbahnhof gezeigt.

"So lange bin ich vogelfrei" liest sich flüssig und ohne Rücksicht auf Verluste. Die etwas zu harte Jugendsprache hat mich zunächst geschockt, allerdings konnte ich mich recht schnell an diesen Erzählstil gewöhnen.
Ein großes Lob geht hierbei an die Autorin, die die Kraft dazu hatte, ihr Leben nieder zu schreiben.

Zu jedem Kapitelanfang gibt es einen Kommentar. Meistens von Andreas, einem Sozialarbeiter oder Tagebuchauszüge von Topi.

Sehr gelungen und interessant finde ich hierbei den Epilog, in dem alle wichtigen Personen in diesem Buch noch einmal erwähnt werden und berichtet wird, was aus ihnen geworden ist. Hierbei freut man sich als Leser am meisten über Topis Entwicklung.

Die Covergestaltung ist schlicht, aber sehr passend und stimmig zur Geschichte. Auf dem Cover werden direkt die wichtigsten Punkte in dieser Geschichte erwähnt.

"So lange bin ich vogelfrei" ist das vierte Buch aus der "Mein Leben"-Reihe, in der Menschen aus ihrem Leben erzählen.

Ich hoffe, dass diese Geschichte noch viele Menschen erreichen wird, damit das Ziel dieses Buches erreicht wird: Das Recht auf Selbstbestimmung und Akzeptanz.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese Geschichte lässt niemanden kalt., 4. November 2010
Rezension bezieht sich auf: So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind (Broschiert)
"Drogen betäuben mein wahres Gesicht und ich sehe das Ende nicht."

Im Alter von 10 Jahren fasst Claudine allen Mut zusammen und zeigt ihren Vater bei der Polizei an. Von da an lebt sie in einem Heim, doch auch da wird sie nicht glücklich, denn sie wird von ihren Mitbewohnerinnen tyrannisiert. Für sie steht fest: "Ich muss hier raus".
Ihre einzige Freundin, Katrin, hilft ihr beim Weglaufen und gibt ihr den Tipp, nach Köln auf die Domplatte zu gehen. Dort soll sie eine gewisse Iris Lerke suchen, die ihr helfen wird.

In Köln angekommen lernt sie Tim, einen Breakdancer, kennen, der sie zu einem Sozialarbeiter bringt. Dort lernt sie u.a. die 15-jährige Jenny kennen, die als Straßenkind u.a. auf der Domplatte lebt. Zusammen mit ihr zieht sie durch Köln und lernt schnell andere Straßenkinder kennen.

Schnell findet sie Anschluss in der Straßenszene und wird fortan nur noch Topi genannt. Nur wenige kennen ihre wahre Identität und wissen, was sie schon alles durchstehen musste.

Allerdings ist das Leben als Straßenkind nicht einfach und sie muss sich entscheiden, wie sie dieses Leben fortan führen will. Drogen, Gewalt und Prostitution sind plötzlich so nah wie nie...

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch bewerten soll. Hat man als Leser überhaupt das Recht, ein Buch zu beurteilen, in dem es um eine wahre Geschichte geht? Darf man ein so hartes und trauriges Schicksal loben oder kritisieren?

Zusammen mit Veronika Vattrodt schafft es Sabrina Tophofen über ihre traurige Kindheit auf der Straße zu erzählen.
Hierbei nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

Ihre früheste Kindheit verbringt sie in Duisburg bei ihren Eltern, jedoch wird dieses Zuhause schnell zur Hölle für sie. Ihr Vater ist ein Trinker und Schläger und lässt seine Launen an ihr aus. Auch ihre Mutter ist nicht besser.
Die Erinnerungen an ihr Elternhaus lassen sie auch Jahre danach nicht los und sie berichtet immer wieder über Erlebnisse aus dieser Zeit.

In Köln angekommen, beginnt ihr neues großes "Abenteuer". Sie erfährt zum ersten Mal, was es heißt, in einer Gemeinschaft zu leben, in der sie nicht tyrannisiert oder verurteilt wird. Doch trotz allem fasst sie nie ganz den Mut, jemanden alles über sich zu erzählen. Sie hat die ständige Angst im Stich gelassen oder für ihre Vergangenheit verurteilt zu werden.

Auch wenn das Buch 'nur' 176 Seiten hat, habe ich ein paar Tage hierfür gebraucht, da ich es immer wieder zur Seite legen musste.
Topi's Schicksal lässt einem nicht kalt. Auch wenn sie sehr oft aggressiv oder hyperaktiv rüberkommt, erkennt man immer wieder ihren wahren Charakter, den sie mit allen Mitteln zu verstecken versucht:

"Und mein größtes Problem, ich steh vor mir und kann mich nicht sehen. Gehärtete Gefühle, so leer und doch zu klar. Mein Herz zerbricht, denn so stark bin auch ich nicht!"

Obwohl sie von ihrer Mutter oft schlecht behandelt wurde, hofft sie immer wieder darauf, dass sich ihre Mutter meldet und ihr ein neues Zuhause gibt:

"Die Bullen wissen bei den Personenkontrollen gar nicht mehr, was sie mit mir machen sollen. Ich bin offiziell in Duisburg bei meinen Eltern gemeldet. Aber wenn sie da anrufen, kriegen sie nur zu hören, ich solle ja nicht wiederkommen. Und das Heim will mich ja auch nicht mehr haben..."

Da das Buch in der Ich-Perspektive erzählt wird, hat man stets das Gefühl, ein Teil dieser Geschichte zu sein. Wer bereits in Köln war, erkennt die Schauplätze schnell wieder. Die schwarz/weiß-Fotos in der Buchmitte helfen hierbei, sich Topi in manchen Situationen ganz genau vorzustellen. Hierbei wird sie u.a. am Kölner Hauptbahnhof gezeigt.

"So lange bin ich vogelfrei" liest sich flüssig und ohne Rücksicht auf Verluste. Die etwas zu harte Jugendsprache hat mich zunächst geschockt, allerdings konnte ich mich recht schnell an diesen Erzählstil gewöhnen.
Ein großes Lob geht hierbei an die Autorin, die die Kraft dazu hatte, ihr Leben nieder zu schreiben.

Zu jedem Kapitelanfang gibt es einen Kommentar. Meistens von Andreas, einem Sozialarbeiter oder Tagebuchauszüge von Topi.

Sehr gelungen und interessant finde ich hierbei den Epilog, in dem alle wichtigen Personen in diesem Buch noch einmal erwähnt werden und berichtet wird, was aus ihnen geworden ist. Hierbei freut man sich als Leser am meisten über Topis Entwicklung.

Die Covergestaltung ist schlicht, aber sehr passend und stimmig zur Geschichte. Auf dem Cover werden direkt die wichtigsten Punkte in dieser Geschichte erwähnt.

"So lange bin ich vogelfrei" ist das vierte Buch aus der "Mein Leben"-Reihe, in der Menschen aus ihrem Leben erzählen.

Ich hoffe, dass diese Geschichte noch viele Menschen erreichen wird, damit das Ziel dieses Buches erreicht wird: Das Recht auf Selbstbestimmung und Akzeptanz.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei Schülerrezensionen zum Buch, 12. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hier drei Rezensionen der SchülerInnen des Michaeli-Gymnasiums München:
I.)
Die Autobiografie begleitet die Autorin auf ihrem langen, schweren Weg, ab dem Moment, als sie von ihrem gewaltsamen Zuhause entfloh, über ihr von Drogen aber auch von guten Freunden geprägtes Leben auf der Straße und den täglichen Kampf ums Überleben bis zum "Happy End". Direkt und ehrlich beschreibt S.T. ihren erschütternden Lebensweg, die Leute, die sie traf und wie sie trotzdem sie selbst blieb.
Mich hat das Buch sehr berührt und erschüttert, vor allem, weil man ja weiß, dass die Geschichte wahr ist. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, habe mit "Topi" mitgefiebert und wegen ihrer teils grausamen Erfahrungen sogar Tränen vergossen.
Ich kann das Buch für den Unterricht nur empfehlen, weil es Diskussionsstoff liefert, man viel über das Buch hinaus erfahren kann und weil man vor Augen geführt bekommt, wie viel Glück man doch selbst hat.

II.)
Sabrina Tophofen (heißt im Buch Claudine Tophofen) erzält von ihrem Leben als Straßenkind. Mit zehn Jahren kam sie ins Heim, weil ihre Eltern sie geschlagen und missbraucht haben.
Ein Jahr später haut sie ab, da sie im Heim gemoppt und bedroht wird, und kommt nach Köln auf die Domplatte. Von dahin lebt sie sechs Jahre als Straßenkind mit anderen in Köln. Mehrmals hat sie Ärger mit der Polizei und ist drogenabhängig.
Ich finde es gut, dass es wahr ist und (fast) nichts dazu erfunden wurde.
Was ich persönlich nicht so gut finde, ist, dass sie die meiste Zeit bekifft oder high ist. Wer solche Bücher mag, sollte es auf jeden Fall lesen. Wer nicht, Finger weg!

III.)
Ich kann das Buch "So lange bin ich vogelfrei" von Sabrina Tophofen nur weiterempfehlen. Es geht um Sabrina selbst, die aus dem Heim ausgerissen ist und dann auf der Domplatte lebt. Durch zahlreiche Rückblicke wird das Muster von Sabrinas (auch Topi genannt) Geschichte immer deutlicher. Der Leser kann in das Buch eintauchen und fühlt sich so, als ob er selsbt auf der Domplatte wäre. Man erfährt auch, was Topi in ihrer Kindheit widerfahren ist.
Durch dieses Buch wird verdeutlicht, wie schlimm es für Kinder, die kein Zuhause mehr haben, auf der Straße ist. Zum Beispiel rutschen die Jugendlichen immer weieder in die Drogen und Alkoholwelt ab.
Man kann auch eine Moral der Geschichte erkennnen. Bei einem ständigen Hoch und Tief zwischen Topi und ihren Freunden lernt man, wie wichtig es ist, ein paar Leute zu haben, die immer für einen da sind.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, weil es interessant, spannend und lehrreich ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Leben als Strassenkind, 3. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind (Broschiert)
Ein beeindruckendes Buch. Hier kommt zum Ausdruck wie Eltern versagen und die Schuld nicht an den Kindern liegt, wenn sie abrutschen.
Das es dem Mädel gelungen ist, aus diesem Sumpf raus zu kommen, wird emotionslos beschrieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man fühlt richtig mit, 12. April 2011
Rezension bezieht sich auf: So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind (Broschiert)
Was mich besonders an dem Buch gereizt hat war - neben dem natürlich sehr interssanten Thema - auch die Tatsache, dass ich auch in Köln wohne und alle Plätze kenne um die es hier geht. Ich arbeite am Ebertplatz, wohne am Appelhofplatz und konnte so genau nachvollziehen wo die Hauptperson sich aufgehalten hat. Vielleicht habe ich sie ja sogar damals mal gesehen. Aber auch wenn diese Voraussetzung nicht gegeben ist, ist das Buch wirklich sehr toll geschrieben und an einigen Stellen hatte ich echt nahezu Tränen in den Augen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen :), 5. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ganz interessant zu erfahren , dass es, wie in diesem Fall , einen Zusammenhalt unter den auf der Strasse lebenden Personen gibt.
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So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind
So lange bin ich vogelfrei.: Mein Leben als Straßenkind von Veronika Vattrodt (Broschiert - Juli 2010)
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