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63 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. September 1999
Viktor Klemperer, jüdischer und deutscher Philologe und Alltagsbeobachter, hat dieses Buch 1946 veröffentlicht, zu einer Zeit, als seine Erinnerungen an die hinter ihm liegende Zeit noch sehr frisch waren. Die Zeit Hitlerdeutschlands hat er genutzt, um seine Wissenschaft um die spezifische Deutung der "Lingua Tertii Imperii", der "Sprache des dritten Reiches", zu bereichern. Er hat in brillanter und auch dem philologischen Laien verständlicher Art und Weise die Nutzung der Schriftsprache und Rhetorik im Dritten Reich aufgezeichnet und gedeutet in all ihrer Perversität und Hintergründigkeit. Als Jude nur durch die Ehe mit einer "arischen" Ehefrau dem Holocaust entronnen, hat er sich oft unter Lebensgefahr Material für diese Arbeit beschafft, denn für Juden war es offiziell weder erlaubt, Bücher aus Bibliotheken auszuleihen, noch z.B. Reden Adolf Hitlers zu hören. Trotzdem hat er das getan und ist so in der Lage, eindrücklich das Durchsetzen der nazistischen Floskeln und Gedanken in allen Volksschichten, intellektuellen wie Arbeiterkreisen, zu beschreiben. Für mich ein faszinierendes Buch, nicht zuletzt ein bewegendes und nachdenklich machendes Zeitdokument. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. August 2004
Ob Philologie im Alltag einen wirklichen Nutzen hat, ist oft bezweifelt worden. Ohne Zweifel haben Leute wie Erasmus zu großen politischen Veränderungen im Europa des 16. Jahrhunderts beigetragen, aber wie sieht es heute aus? Bekannt ist die Schilderung von Walter Jens geworden, den beeindruckte, wie ein Tübinger Lehrer das Horst-Wessel-Lied nach Philologenmanier regelrecht zerpflückte; bekannt wurden zur (Un)sprache des Nationalsozialismus Sternberger, Storz und Süskinds "Wörterbuch des Unmenschen"; neuerdings gibt es zahllose linguistische Untersuchungen, etwa von K. Ehlich zur "Sprache im Faschismus", aber wohl keines dieser Werke geht einem so nahe, spricht einen so sehr an wie Klemperers "LTI", das die eigentliche Essenz aus dessen Tagebüchern darstellt. Das Buch ist so klar gegliedert, so verständig geschrieben, so sehr im Alltag belegt und begründet, dass einem eigentlich auf jeder Seite ein Licht über den Nationalsozialismus aufgeht. Philologie kann möglicherweise doch etwas bewirken!
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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Oktober 2006
Was man aus Viktor Klemperers hervorragendem Buch vor allem lernen kann, ist, dass sehr viele Begriffe der Nazibarbaren bis in unsere gegenwärtige Gesellschaft erhalten geblieben sind und sich viele Menschen nicht darüber im Klaren sind, woher das eigentlich stammt. Die zweite Lektion, die man lernen kann, ist, dass die gleichen Mechanismen heute immmer noch gebraucht werden, um gegen Menschen zu hetzen; die gegenwärtige Diskussion um "Arbeitsunwillige" und dergleichen mehr, lässt ahnen, wie tief verwurzelt die faschistoide Denkweise und der demagogische Sprachgebrauch in Deutschland sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. August 2015
Ich habe z.B. gelernt, daß die Grundidee des Nazi-Antisemitismus von Gobineau (19.Jhdt.) stammt. Klemperer schreibt S.176: <Aber nicht das war ja das Originelle an Gobineau, daß er die Menschheit in Rassen gliederte, sondern dies, daß er den Oberbegriff der Menschheit zugunsten der verselbständigten Rassen beiseite schob und daß er innerhalb der weißen auf phantastische Art eine germanische Herrenrasse einer semitischen Schädlingsrasse gegenüberstellte.> Ich sehe das so: von hier bis zu den Juden als eigentlich treibende Kraft für den 1. Weltkrieg ist nur noch ein kleiner Schritt - und die deutschen Kriegshetzer von 1914 waren 1918 entlastet und brauchten die Niederlage nicht als eigenes Problem anzuerkennen. Das, zusammen mit Gobineaus germanischer Herrenrassen-Vorstellung, ist meiner Ansicht nach (und Klemperers ebenfalls, siehe S.171) die Grundidee, das Zentrum, des Nationalsozialismus, die ihn vom sonstigen Faschismus strikt unterscheidet. Siehe dazu auch Klemperer S.170f.

Hitler konstruiert auch für den 2.Weltkrieg eine jüdische Weltverschwörung (schon 1934), was Klemperer aber meines Ermessens nicht richtig ernst nimmt, S.55: <ER [gemeint ist Hitler] predigt Frieden, ER wirbt für Frieden, ER will das Ja Deutschlands nicht aus persönlichem Ehrgeiz, sondern nur um den Frieden schützen zu können gegen den Anschlag einer wurzellos internationalen Clique von Geschäftemachern, die um ihres Profites willen skrupellos Millionenvölker aneinanderhetzen... [Pünktchen von Klemperer]. Das alles, und die gut einstudierten Zwischenrufe ("Die Juden") dazu, war mir natürlich längst bekannt. Aber in all seiner Abgedroschenheit, in all seiner dem Taubsten vernehmbar zum Himmel schreienden Verlogenheit (...)> Viel mehr weiß Klemperer leider inhaltlich nicht dazu zu sagen. Er ist eben hauptsächlich an der Form interessiert, an der ganzen Propaganda-Aufführung, was er allerdings meisterhaft kann: Hitler als 'deutscher Heiland', ist meiner Ansicht nach eine reife Erkenntnisleistung von Klemperer.

Was ich auch noch dazu gelernt habe ist, daß wegen der geradezu religiösen Gläubigkeit vieler Deutscher an den Hitler-Heiland, etliche noch bis in die allerletzten Tage des Hitler-Reiches 'fanatisch' an den Endsieg glaubten.

Ich kann nur empfehlen, als Lektüre vorher die beiden Bände von Friedrich Kellner "Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne" zu studieren, da hier eine Menge Original-Zeitungsartikel dargestellt und von Kellner kommentiert sind, die eine Menge empirisches Material für Klemperers LTI hervorragend zu liefern in der Lage sind: siehe http://www.amazon.de/gp/product/3835306367?keywords=friedrich%20kellner&qid=1439061553&ref_=sr_1_1&sr=8-1
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30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. März 2005
LTI habe ich mitte der 80er Jahre zufällig entdeckt. Im Fach Literatur, während meiner Gymnasialzeit in Dresden, galt LTI jedenfalls nicht als erwähnenswert, dafür aber jede Menge Ideologie nach dem Motto "Die Partei hat immer recht!". Folgerichtig war es auch kein Wunder, daß ich in dem, was Victor Klemperer analysierte, unweigerlich mein Lebensgefühl in der DDR reflektierte - sowohl vom Sprachgebrauch in der DDR, den idiotischen "Spielregeln", bis zum Bewußtsein des Ausgeliefertseins unter der SED-Diktatur. Natürlich wußte ich, daß es quasi unmöglich war, doch hatte ich das Gefühl, LTI war in der DDR von der Zensur übersehen worden. Viele meiner Freunde beurteilten das ebenso.
R.B.Beyer
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am 22. Oktober 2013
habe es schon mal gekauft aber verschenkt. nicht nur für das vokabular der NS zeit wichtig,sondern (leider) auch für deren nachleben, sollte jeder einmal lesen, zumal viele wörter inzwischen als fremdwörter in fremde sprachen eingegangen sind, weil die LTI und ihr referent, die NS wirklichkeit, so ungeheuerlich sind
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juli 2014
Klemperer versteht es, die Sprache des Dritten Reichs haarscharf zu sezieren und zu analysieren. Eine Lektüre, die ich am liebsten als Schul-Pflichtlektüre sehen würde.
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am 3. August 2015
Ein sehr interessantes Bild einer sehr unerfreulichen Zeit. Klemperer beschreibt in einer sehr starken Sprache den Sprachgebrauch im "dritten Reich". Sehr zu empfehlen.
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. März 2005
Das Buch ist super geeignet um die kranke Rassenlehre und Judenverfolgung im 3. Reich zu verstehen oder einfach nur zu studieren. Die dicken Geschichtswälzer sind oft von Außenstehenden geschrieben und haben deshalb auch nicht die nötige Tiefe. Der Autor, Victor Klemperer, war selbst Jude und entging den Vernichtungslagern nur, weil er mit einer Arierin verheiratet war.
In 36 Kapiteln schildert er mal seine täglichen Erfahrungen mit typischen nazistischen Ausdrücken, mal schweift er auch in die Geschichte des Antisemitismus ab. Hauptsächlich geht es um die Sprache von Hitler & Co., die einzig und allein zur Täuschung des Volkes diente. Klemperer schreibt oft sehr unverblümt seine Meinung, behält aber auch eine gewisse Objektivität. An manchen Stellen zitiert er typische Witze der Juden, aus denen der Galgenhumor schreit.
Es wird besonders der tägliche Spießrutenlauf deutlich und dass er selbst mit vertrauten Personen schlechte Erfahrungen gemacht hat - die LTI leistete ganze Arbeit beim einfachen Volk. Er verkneift sich auch keine Seitenhiebe auf die USA und andere Länder.
Ich wurde an einer Willi-Graf-Schule unterrichtet, an der folglich viel über die NS-Zeit diskutiert wurde. In der Oberstufe stand LTI auf dem Deutsch-Lehrplan, leider wurden damals nur einige wenige Kapitel behandelt.
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9 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. August 2005
wer das 3. Reich verstehen will, der sollte LTI lesen. Aus einer anderen als der üblichen Sichtweise wird untersucht, warum es so kommen konnte.
Lesen!!
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