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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der gute Anfang der Geschichte, 19. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Tag, der Deutschland veränderte: 9. Oktober 1989 (Broschiert)
Wann die Mauer gefallen ist, weiß jeder. Was ermöglichte, dass sie fiel, ist fast schon vergessen, sogar in Deutschland selbst. Statt über nebensächliche Promi-IMs zu spekulieren oder den immergrünen RAF-Kult zu betreiben, wie es die heutigen Medien vorziehen, hat Martin Jankowski sich erinnert und ein wesentliches Buch zur jüngsten deutschen Geschichte geschrieben. Er berichtet mit vielen Fakten und Bildern belegt und in gut lesbarem Ton von dem Tag, der als eigentliche Wende für das gespaltene Deutschland gelten muss: Dem 9. Oktober 1989, als in Leipzig trotz drohender Waffengewalt 70000 Demonstranten NEIN zum SED-Staat sagten, ihr Leben riskierten und damit das Ende der DDR einleiteten. Auch wenn man in der Fülle der gebotenen Fakten über einige Details diskutieren kann (so ist das von Jankowski zitierte Datum für das angeblich erste Friedensgebet an der Nikolaikirche, die man bekanntlich auch Montagsgebete nennt, ein Sonntag), insgesamt ist diese hervorragend gemachte kleine Büchlein ein erfreulicher Beitrag zur Überwindung der verzerrten Selbstwahrnehmung der Deutschen. Man begreift schnell, welche Dramatik hinter dem Geschehen vor dem Mauerfall steckt, und welche an Wunder grenzende Entschlossenheit die Leute in der "Heldenstadt Leipzig" eigentlich bewegte. Und wenn auf dem Höhepunkt der Spannung die Einsatzleitung der "bewaffneten Organe" in unnachahmlichem DDR-Militärton "in den Schatten treten" befielt - das muss man gelesen haben... Man wird es nicht wieder vergessen.
Fazit: Das gut zu lesende Buch erhellt die pathetischen Heldenlegenden um den Herbst 1989, zeigt, das die Wirklichkeit viel komplexer und spannender war - und sei deshalb allen dringend ans Herz gelegt, die sich für deutsche Geschichte interessieren.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anatomie des Wendepunktes, 14. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Tag, der Deutschland veränderte: 9. Oktober 1989 (Broschiert)
Anatomie des Wendepunktes '
ein spannendes und lehrreiches Buch über den 9. Oktober 1989

Selten gebiert ein historisches Ereignis gleichzeitig adäquate Chronisten. Haben schon in der Antike vorwiegend die Feiglinge überlebt, um hinterher bedichten zu können, wie sich stolze Recken gegenseitig oder verzweifelt selbst den Dolch ins Herz rammten, so versprühen auch in der jüngeren Geschichte Chronisten gern den Odem des Siegers. Aus der Perspektive des Schreibtisches oder der Bibliothek. Mit der 'friedlichen Revolution' von 1989 verhält es sich zum Glück anders. Ihre Protagonisten waren mutige DDR-Bürger, denen es reichte. Sie hinterfragten, kritisierten und handelten. Und hatten das große Glück, ihren Einsatz in der ersten Reihe nicht mit dem Leben oder jahrelangen Haftstrafen bezahlen zu müssen, es kam alles ganz anders.

Warum der entscheidende Tag der deutsch-deutschen, der mitteleuropäischen, vielleicht gar globalen Geschichtsschreibung am Ende des 20. Jahrhunderts, der 9. Oktober 1989, nicht zum Militärschlag gegen ein aufmüpfiges Volk mutierte, erfahren wir von einem, der es wissen muss. Martin Jankowski, Jahrgang 1965, lebte Mitte bis Ende der achtziger Jahre in Leipzig. Dort, wo die Kirche jeden Montag-Abend Friedensgebeten Raum gab. Jankowski gestaltete etliche dieser Friedensgebete an der Nikolaikirche und war anderthalb Jahre lang ökumenischer Sprecher des 'Trägerkreises' (koordinierte die Aktivitäten der Leipziger Basisgruppen). 1999 veröffentlichte Jankowski einen Roman über diese Zeit, "'Rabet oder das Verschwinden einer Himmelsrichtung'" Eine Spurensuche nach dem eigenen Weg, dem Erwachsenwerden in bleiernen Zeiten -und des Aufbegehrens.
Nunmehr komprimiert Jankowski in einem schmalen Band der 'Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen' als Akteur und Zeitzeuge, was an diesem einen Tag geschah. Überaus spannend liest sich das Büchlein. Gesteigert noch durch Zeitsprünge und Einschübe vermittelt Jankowski eine komplexe Darlegung der Umstände, Hintergründe, Haupt- und Nebenschauplätze des 9. Oktober. Wie kam es überhaupt zu den Gebeten in der Leipziger Nikolaikirche? Was war in den Monaten zuvor geschehen, wie wirkte sich die Stimmung im Lande auf die Polizei, die Sicherheitsorgane aus? Wer befahl eigentlich im entscheidenden Moment? Welche Rolle spielten die Medien, die regionalen Politiker, die Künstler und Geistlichen?
Begleitet durch Fotografien, Zeitungsartikel, eigene Tagebuchnotizen sowie Zitate von Akteuren und Zeitzeugen, entwickelt die Schilderung des Tages, der Deutschland veränderte, eine eigene Dynamik. Jankowski erzählt von den Vorläufern des Ungehorsams, den kritischen Bewegungen in der DDR, der Offenen Arbeit in Thüringer Kirchen und immer wieder vom Tag selbst; "'8 Uhr: Die Schulleiterin der POS schickt die Schüler mit der Begründung nach Hause, es würde heute in der Stadt Schlimmes geschehen und sie seien zu Hause besser aufgehoben. Die Schüler eines Internats dürfen das Haus nicht verlassen, da >...heute die Staats- und Parteiführung mit den Konterrevolutionären abrechnen wird<.'" Alle Zeichen standen auf blutige Konfrontation, um die für den Abend des 9. Oktobers erwarteten 10 tausenden Menschen von den Leipziger Straßen zu vertreiben. Wie auch Ingo Schulze in seinem jüngsten Roman "'Neue Leben"' erzählt, reisten Sympathisanten aus der ganzen Republik an diesem Tag nach Leipzig, um dabei zu sein, ihren Unmut und ihre Kraft zu demonstrieren. Ein Volk muckte auf. Ein ganzes? In der Leipziger Volkszeitung wurde die Empörung einiger Leser über die Unruhen in ihrer Stadt kundgegeben, verbunden mit Bekenntnissen zum Arbeiter-und-Bauern-Staat. Die Stadt raunt "'Schießbefehl"' und '"Himmlischer Frieden'" (Juni 1989, in Peking wird eine Studentenprotest auf dem Platz des Himmlischen Friedens mit brutaler Gewalt niedergewalzt- und geschossen)... '"14 Uhr: Die Angehörigen der Kampfgruppen werden benachrichtigt, sich an ihren Betriebsstützpunkten einzufinden... 16.10 Uhr: Das Leipziger Polizeiprotokoll vermerkt: >Starker Zustrom aus der Innenstadt zur Thomaskirche von Jugendlichen und Jungerwachsenen, teils dekadentes Äußeres.<'"
Zur gleichen Zeit läuft der Autor selbst über den Nikolaikirchhof und bemerkt Hunderte Menschen, die sich dort versammeln. Unter ihnen befinden sich auch Familien, Eltern, die mit kleinen Kindern an der Hand oder mit Kinderwagen unterwegs sind. Da beginnt sein Herz zu klopfen. 'In den letzten Wochen hatten wir immer wieder erlebt, wie die Sicherheitskräfte mit den Protestierenden auch zufällige Passanten einkesselten und dann zuschlugen. Was würde heute mit den Familien, mit den Kindern geschehen? Sollte ich die Aufforderung, mein Wissen um den Schießbefehl zu verschweigen, nicht besser ignorieren und diese Leute warnen? Ich laufe auf ein Paar in der Nähe der Kirchentür zu. Die Mutter hat ein kleines Mädchen an der Hand, der Vater schiebt einen Kinderwagen... '"Gehen Sie mit den Kindern besser nach Hause',"
sage ich mit sanftem Nachdruck. '"Kann passieren, dass heute geschossen wird."' '"Wissen wir', "
murmelt der Vater und beäugt mich misstrauisch... Meine Güte, denke ich beschämt, jetzt fange ich schon an, Leute vom Demonstrieren abzuhalten. Jahrelang habe ich gehofft, dass endlich dieser Mut entstünde und nun... in diesem Moment wird mir klar, dass die Auseinandersetzung dieses Tages längst begonnen hat."
Wir wissen, wie der Tag zu Ende ging, wie Polizei und Stasi kapitulierten angesichts der tausendfachen, entschlossenen und mutigen Menschen, die auf die Straße gingen. Jankowski macht erstmals deutlich, wie groß die Gefahr für den Einzelnen wirklich war, wie haarscharf und dennoch beinnahe zufällig die Entscheidung zugunsten der Wende fiel. Dieses persönliche und doch frei von jeder Verklärung aufbereitete Büchlein erzählt ein Drama mit gutem Ausgang. Es sollte zum Kanon des deutschen Geschichtsunterrichtes gehören! Als Anfangswerk einer neuen Geschichtsschreibung, die nicht lediglich dokumentiert und kommentiert, sondern von innen heraus ihre Dichter sprechen läßt. Sinnlich sehen und sachlich betrachten. Wer noch Angst verspürt und sich schämen kann, nimmt nach dem Sieg keine Pose ein. Er bleibt ein Fragender und Suchender.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Friedliche Revolution statt Wende, 7. Juli 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Tag, der Deutschland veränderte: 9. Oktober 1989 (Broschiert)
Die Gedanken derer, die wirklich dabei waren, kann man besser verstehen, hat man dieses Buch gelesen. Es hilft dabei, differenzierter zu sein in Urteilen über die, die dageblieben sind aber auch über die, die gegangen sind. Der Autor war unter letzteren. Er war mutig trotz seiner Angst und ist es bis heute, auch wenn es für politische Angst zumindest in Deutschland keinen vergleichbaren Grund mehr gibt. Sehr lesenswert!
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke für schnelle Lieferung, 16. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Tag, der Deutschland veränderte: 9. Oktober 1989 (Broschiert)
Sehr schnelle Lieferung, gute Ware und sehr gute Verpackung. Grüße aus Uder/ Eichsfeld in Thüringen nach Berlin! Frohe Feiertage und ein erfolgreiches 2012!!
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Der Tag, der Deutschland veränderte: 9. Oktober 1989
Der Tag, der Deutschland veränderte: 9. Oktober 1989 von Martin Jankowski (Broschiert - Juni 2009)
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