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am 3. September 2013
Der Autor hat in unterhaltsamer Weise viele Irrtümer aufgelistet und in seinen Ausführungen eigentlich das geschrieben was viele wissen. Aber wegen dem Bild-gebildetem Blick auf den Osten wird viel Wahrheit vertuscht denn nur die Westwahrheit ist Wahr und Recht.
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am 10. April 2009
Das Buch von Herrn Hartmann behandelt nicht etwa das Geschehen in der DDR, sondern in einer Folge von Essays von 2004 bis 2008 den Umgang der (west-)deutschen Politik, Wirtschaft und Publizistik mit der DDR-Geschichte und dem Übergang zur Bundesrepublik. Er deckt dabei den Zeitraum von ca. 1988 bis 2008 ab.

Herr Hartmann beweist in seinen Recherchen Gründlichkeit und in seinen Formulierungen Scharfsinn. Die Wortwahl und die Formulierungen erinnern allerdings stark an den Stil des "Neuen Deutschlands" und der Bücher des damaligen Dietz-Verlags (Verlag der SED). Als ehemaliger DDR-Bürger, der als junger Erwachsener die Wendezeit in Leipzig aktiv miterlebt hat, bin ich allerdings nur zum Teil mit seinen Aussagen einverstanden.

Daß der Abriß des "Palasts der Republik" in Berlin eine rein politische Entscheidung war und rein gar nichts mit der Asbestbelastung zu tun hatte, dürfte inzwischen jedem klar sein.

Die Aussagen zur Wirtschaftskraft der DDR entbehren jedoch nicht einer gewissen Komik. So wird richtig dargestellt, daß die DDR bis 1989 einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung gezeigt hat und hauptsächlich für den Export produziert hat. Der Autor verschweigt dabei, daß das Hauptabsatzgebiet für viele Waren, z. B. Eisenbahnwaggons, der RGW-Raum war. Dieser begann aber schon in der 80er Jahren zu zerbröckeln, so daß spätestens ab 1990 dieser Absatzraum auch unabhängig von den Entwicklungen in der DDR nicht mehr existierte. Ferner verschweigt er, daß selbst hochwertige Produkte oft für weniger als den Erstellungspreis in den Westen verkauft wurden. Mit keinem Wort wird die Gestattungsproduktion erwähnt, durch die die DDR zur Billiglohn-Werkbank des Westens wurde. Und noch weniger geht er auf die Folgen dieses Raubbaus für Umwelt, industrielle Substanz (nur ungenügende Modernisierung) und Versorgung der Bevölkerung (kaum innovative Produkte seit den 70ern, siehe Trabi und Wartburg) ein. Herr Hartmann singt das Hohelied der sozialistischen Produktion, aber die Verwerfungen, die durch die (zweite) Enteignung des Mittelstands 1974 entstanden, erwähnt er nicht. Diese waren allerdings Realität und keine Legenden.

Herr Hartmann wendet sich gegen die Beteiligung der PDS an der Regierung und verteufelt insbesondere die rot-rote Koalition in Berlin. Warum wohl? Bei Regierungsbeteiligung muß sich die Partei ja an ihren Taten messen lassen, und das ist immer problematischer, als große Worte ohne jede Verantwortung zu sprechen. Das haben Herr Lafontaine auf Bundesebene und Herr Gysi in Berlin sehr schnell erkannt und beizeiten das Handtuch geworfen.

Herr Hartmann macht natürlich auch Vorschläge, wie die heute zugegebenermaßen bestehende Misere behoben werden kann. Sein Ziel - zurück zur DDR! Er bleibt allerdings die Aussage schuldig, ob er dann die "neue DDR" ähnlich wie heute Nordkorea von der übrigen Welt abschotten will (eine neue Mauer?) oder ob er gleich die Weltrevolution ausruft.

Zu den Themen Stasi, Umwelt, Reisemöglichkeiten und Meinungsfreiheit will ich mich nicht äußern, weil sonst die Rezension zu lang wird. Zu sagen gäbe es da noch einiges.

Das Buch ist ein Paradebeispiel für "parteiliche Berichterstattung" sowie für Agitation und Propaganda, wie wir sie im Staatsbürgerkundeunterricht gelehrt und von Herrn von Schnitzler im "Schwarzen Kanal" demonstriert bekamen. Der Autor versteht es, unbestreitbare Mißstände klar und präzise darzustellen, er verharrt aber in der alten SED-Parteiideologie, betreibt Schwarzweißmalerei und ist nicht willens, objektiv gemachte Fehler der SED einzugestehen. Hier möchte ich seinen Satz "Ein Krenz wird kein Schabowski." zitieren. Anders gesagt: Einmal Betonkopf - immer Betonkopf. Schade.

Das Buch ist für westdeutsche Leser, die nicht mit dem Leben in der DDR vertraut sind, nicht immer verständlich. Ostdeutsche Leser sollten es aber lesen, denn es gibt einen guten Einblick in die Denkweise der heutigen Linken.

Der Erzgebirger
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Als ich im Inhaltsverzeichnis dieses Buches blätterte, standen da die Reizworte aus dem Titel in Gänsefüßchen. Die DDR also eine funktionierende Demokratie, die Wirtschaft florierend statt wie behauptet desolat? Das interessierte mich. Das Buch enttäuschte dann aber doch auf GANZER Linie. Schon der Titel ist eine große Irreführung. Zwar geht es auf den ersten 50 Seiten tatsächlich um die DDR. Dieser (titelgebende) Teil stammt aus einem früheren Buch des Autors, und was folgt, sind Zeitschriftenglossen, die sich leidenschaftlich an der BRD der Nachwende reiben statt ehrliche Aufklärungsarbeit zu DDR-Legenden zu leisten. Das Buch: zunächst also erst einmal eine reine Zweitverwertung. Hartmanns Resterampe, nach einem Viertel des Buches wiederholen sich die immer gleichen Fakten und Informationen.

Und was für Fakten! Symptomatisch die Argumentation zum Vergleich zwischen Nazideutschland und DDR: Den Vergleich findet Hartmann ungeheuerlich, aber außer dass er Fahnenappelle heute peinlich findet, besteht die Widerlegung nur darin, dass der Westen mehr Nazis in Amt und Würden übernommen hat als die DDR (was den Tatsachen entspricht). Die Polemik erinnert trotzdem an Kevin, der ausgeschimpft wird, weil er Leon im Sandkasten mit der Schaufel gehauen hat und empört ruft: "Der hat aber auch mit Sand geworfen." Dieses Prinzip ist dann auch die Argumentationslinie des ganzen Buches.

Doch konzentrieren wir uns zunächst auf die Verteidigung der DDR-Errungenschaften. Munter werden Äpfel mit Birnen verglichen. Da wird allen Ernstes der Mikroelektronik ein "beachtliches Niveau" bescheinigt. Da werden Beschäftigungszahlen genannt, ohne zu erwähnen, dass die hohen Zahlen gleichzeitig Ausdruck der wirtschaftlichen Ineffizienz waren, die nach dem Zusammenbruch des RGW zum Wegfall fast sämtlicher Absatzmärkte führte. Da wird die friedliche Revolution ebenso lächerlich gemacht wie die Wahlen 1990, deren Wahlkampf tatsächlich Anlass zu Kritik gibt, die aber doch immer noch demokratischer waren als alle DDR-Wahlen bis einschließlich 1989.

Ausgesprochen ärgerlich ist es, wenn Hartmann den Mauerbau verteidigt und dabei neben bekannten Floskeln zwar die massenhafte Abwanderung von DDR-Bürgern in den Westen benennt, nicht aber ihre Gründe. Überdies wird den Mauertoten die Schuld an ihrer Ermordung selbst zugeschoben. Sie hätten ja nicht flüchten müssen. Ärgerlich ferner, wenn ohne nähere Erläuterung ein freier Zugang zur Bildung beschworen wird, den es für das Abitur beispielsweise ganz gewiss nicht gab. Und wie ein paar Seiten weiter die Stasi verharmlost wird, das sollten die zu lesen bekommen, die vom MfS bearbeitet wurden - mal sehen, wie sie den Text auffassen. Konsequent nur, dass auch die Stasi-Unterlagenbehörde lächerlich gemacht wird.

Sprachlich findet man in diesem Buch den oft diffamierenden Duktus der DDR-Presse, aber wer am lautesten keift, hat auch hier nicht automatisch Recht. Esprit darf man bei einer solchen Art der Aufarbeitung also nicht erwarten, eher Agitation mit der Brechstange, gelernt ist gelernt, etwa wenn die Versprechungen von blühenden Landschaften mit der Mär von der Wunderwaffe im 2. Weltkrieg verglichen werden.

Natürlich haben Häme und Spott einen gedeihlichen Nährboden: vieles in der Nachwendezeit lief chaotisch, die Ostdeutschen wurden in manchem übervorteilt, glaubten gar zu naiv den Versprechungen eines satten Kanzlers. Das Reizthema Treuhand etwa taucht im Hartmann-Ranking ganz weit oben auf: es ist eines der großen Fehlentwicklungen der Wiedervereinigung und wird heute gern verschwiegen oder schöngeredet. Ein gefundenes Fressen für den Autor. Und natürlich ist es in Maßen unterhaltsam, wenn die politische Elite der Alten Bundesländer als wahlweise naiv oder durchtrieben vorgeführt wird; man muss kein Linken-Anhänger sein, um sich darüber echauffieren zu dürfen. Und doch entsteht der Eindruck, dass damit nur vom eigentlichen Problem, welches das Buch sich immerhin selbst stellt, abgelenkt werden soll. Es ist vor allem das Werk von einem, der manches Geschehen in der DDR im Nachhinein als "peinlich" empfindet, insgesamt aber die Opfer des SED-Regimes als Kollateralschäden betrachtet und heute sowieso alles viel schlimmer findet. Hartmann schreibt, was einige von den Ewiggestrigen, vielleicht auch von den Wendeverlierern, immer mal wieder gern hören wollen. Eine fundierte Analyse aber ist das nicht.

© Steffen Roye
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am 12. August 2010
Ein sehr gelungenes Buch, das neue Einblicke gewährt und mit Sachkenntnis, Wortwitz und gut recherchierten Quellen viele Lügen über die ehemalige DDR aufklärt.
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am 10. Dezember 2010
Der Botschafter a.D. geht hier direkt und ungeschminkt auf die Ursachen ein, jedoch liegen die eigentlichen Zusammenhänge des Machtkampfes zwischen Sozialismus und Kapitalismus auf noch tieferer Ebene - ich sage da nur Kirche und Religion mit seinen unterschiedlichsten Auswüchsen angefangen von den Jesuiten über Katoliken, Evangelen bis hin zum Sektentum.
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