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4.0 von 5 Sternen Jahrhundertwerk in reparaturbedürftiger Ausgabe, 16. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita - Werke in dreizehn Bänden: Gesammelte Werke, 13 Bde. in 15 Tl.-Bdn., Bd.3 (Gebundene Ausgabe)
Das Wichtigste zuerst: "Der Meister und Margarita" ist und bleibt das Flaggschiff der umfangreichen Bulgakow-Flotte, und die ist in all ihren Teilen der beeindruckendsten literarischen Geschwader des 20. Jahrhunderts.
In diesem Roman kommt unendlich vieles zusammen, und man kann ihn auf unendlich viele Arten lesen: Als bitterböse Satire auf Stalins Staat und als philosophische Abhandlung, als phantastische Abenteuer- oder Spukgeschichte, als die ultimative Liebesgeschichte schlechthin... und natürlich ist diese Aufzählung längst nicht vollständig.
Wenn ich meine zehn Lieblingsbücher aufzählen sollte, wäre ich ratlos -- mindestens 500 sollten schon auf die berühmte einsame Insel mitkommen dürfen. Aber "Der Meister und Margarita" wäre allemal drin im Fluchtgepäck.

Moskau, Ende der 1920er Jahre. Karwoche. Auftritt der Teufel persönlich, der in der Freitagnacht seinen alljährlichen Hexenball geben will. Bis es dazu kommt, ist in Moskau buchstäblich der Teufel los -- Funktionäre (insbesondere die regimekonformen Literaten), Denunzianten, Mitläufer und sozialistisch übertünchte Spießer bekommen gründlich ihr Fett weg; Schadenfreude darf sich hier auf höchstem Niveau austoben. Bereits der Romananfang an den friedlichen Moskauer Patriachen-Teichen ist ein satirisches Meisterwerk, das auf allen denkbaren Ebenen zuschlägt. Bulgakow scheint hier die alte Regisseurs-Weisheit in die Literatur zu übertragen, der zufolge man die Handlung mit einem Erdbeben zu beginnen und dann allmählich zu steigern habe. Aber der satirische Rundumschlag ist nur einer der vielen Aspekte dieses Jahrhundert-Romans.
Eigentlich geht es nämlich um die Geschichte von Margarita und um ihre Liebe zum Meister. Die beiden sind die Lichtgestalten im Roman; die einzigen, denen der Teufel nicht übel mitspielt, sondern denen er hilft. Margarita sucht verzweifelt ihren Geliebten, den Meister, der einen Nervenzusammenbruch erlitten hat, nachdem Literaturfunktionäre sein Werk als kontrarevolutionär gebrandmarkt haben (in Stalins Staat die letzte Etappe vor dem Todesurteil). Sein Manuskript hat er verbrannt -- einen philosophisch angelegten Pilatus-Roman, der um die zentralen Themen Macht, Wahrheit und Wahrhaftigkeit kreist, -- und nun befindet er sich in einer Nervenheilanstalt. Um den Meister wiederzufinden, willigt Margarita ein, auf dem grandiosen Hexenball als Gastgeberin aufzutreten. Der Roman endet schließlich mit einem Happy End der etwas anderen Art.

Den verschiedenen Handlungs- und Stilebenen im "Meister und Margarita" entspricht der Aufbau des Romans; meist wechselt von Kapitel zu Kapitel der Schauplatz: Von Stalins Moskau in das Jerusalem um 33 n.Chr., vom teuflischen Generalangriff auf realsozialistische Verlogenheit hin zur Wahrhaftigkeit Margaritas und zum philosophischen Disput zwischen Pontius Pilatus und Jeschua ha-Nasri (d.i. Jesus von Nazareth) als Roman im Roman. Trotz der deutlichen Schnitte ist die Handlung nicht zusammenhanglos; ein dichtes Geflecht aus Motiven, parallel gestalteten und einander reflektierenden Figuren und Handlungen verbindet die vielen Handlungsstränge zu einem in sich ruhenden Ganzen. Da diese Vielschichtigkeit (und alles andere ebenfalls) auch in der deutschen Fassung so klar zutage tritt, muss man unbedingt auch den Übersetzer Thomas Reschke für seine Meisterleistung loben.

Allerdings -- für eine Werkausgaben-Maßstäbe etwas dürftig geraten sind die bibliographischen Anlagen und Kommentare. Sicher, die literaturgeschichtlichen Anmerkungen des Herausgebers Ralf Schröder sind ohne Fehl und Tadel; ihre Lektüre empfiehlt sich für alle Interessierten, für Fachleute wie für Laien.
Anderes allerdings fehlt: So hat der Roman mittlerweile über ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel, und so mancher satirische Seitenhieb ist für heutige Leser nicht ohne weiteres erkennbar. Analoges gilt für zahlreiche philosophische Bezüge samt den darin verborgenen Stellungnahmen zur sowjetischen Gegenwart der 1930er Gegenwart. Einen Anmerkungs- oder Kommentar-Anhang von einer Werkausgabe zu fordern, ist also kein Hochmut -- derlei wäre eigentlich selbstverständlich, ist es aber anscheinend leider nicht, wie dieser Band zeigt. Freilich -- auch wenn man nicht jede Anspielung -- auf welcher Ebene des Romans auch immer -- versteht: Dem Lesegenuss tut das kaum Abbruch.

Aus diesem Grund empfehle ich lieber die textidentische (einschließlich des Nachworts) dtv-Ausgabe -- die hat sich ihre Höchstwertung nämlich redlich verdient.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein strahlender diamant der hoffnung, 19. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita - Werke in dreizehn Bänden: Gesammelte Werke, 13 Bde. in 15 Tl.-Bdn., Bd.3 (Gebundene Ausgabe)
Dieses buch ist wie eine welle, die einen hinfort reisst in eine welt voll von magie, komik, abgründiger traurigkeit und letztlich hoffnung.
Es riss mich wie tausende anderer leser von meine weltanschaung los und wurde, um ehrlich zu sein, meine bibel. alle antworten, die man suchen könnte finden sich hier. Wie oft half es mir durch schwarze zeiten hindurch, wie oft half es mir auf die beine...wie oft las ich es? unzählige male. ich kann es fast auswendig.
Wer dieses buch liest, ist für immer verändert. Das leben bekommt einen glanz, der vorher nicht zu spüren ist, der Glaube an etwas besseres wird verstärkt. Was soll ich sonst noch sagen, ausser: Dies ist das beste buch, das jemals verfasst wurde. Ein einmaliges erlebnis, ich wünschte ich könnte es noch einmal zum ersten mal lesen.
Oh ich wünschte ich wäre mit dem Meister, Margarita, Voland und seiner Suite auf den sperlingsbergen, ich wünschte...aber ich gerate ins faseln. Lesen sie selber, und sie werden verstehen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bulgakows größter Streich, 18. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita - Werke in dreizehn Bänden: Gesammelte Werke, 13 Bde. in 15 Tl.-Bdn., Bd.3 (Gebundene Ausgabe)
Wie umschreibt man ein Werk, das so herausragend und sonderbar ist, daß es in der gesamten Weltliteratur nicht seinesgleichen hat, und vermutlich niemals haben wird?

Zunächst einmal die obligatorischen Superlativen: Meister und Margarita, Bulgakows letzter Roman und zugleich Vermächtnis an die Nachwelt ist eines dieser Werke, von dem man sich zunächst keine genaue Vorstellung machen kann, ehe man es nicht selbst gelesen hat. Während der Lektüre gerät man von der ersten Seite an in einen Zustand des Erstaunenes, der bis zum fulminanten Ende hin anhält. Hinterher dann wird man noch lange brauchen, um alles Gelesene, alles "Erlebte" zu verarbeiten und einzuordnen, nicht zuletzt ist eine erneute Lektüre fast schon unablässlich - fest steht jedoch: die Geschichte vom Meister und seiner Liebe zu Margarita, Voland und seinem Gefolge, dem jungen Literaten Iwan und nicht zuletzt Pontius Pilatus und Jesus wird einen nie wieder loslassen.

Was es so einzigartig macht, ist schwer zu erklären, und so abgedroschen es auch klingen mag: man muss es selbst gelesen haben um all die euphorischen, aber keineswegs übertriebenen Rezensionen nachvollziehen zu können. Ich möchte es trotzdem versuchen und auf die wesentlichen Aspekte eingehen.

Eine an und für sich simple Grundidee (der Teufel zu Besuch in Moskau) genügt Bulgakow, um einen Sturm phantastischer Ideen zu entfesseln. Ähnlich wie in seinen Kurzgeschichten und Erzählungen gelingt es ihm, aus nur einem kuriosem Umstand heraus eine mitreißende und irrwitzige Geschichte zu entwickeln. Voland und sein Gefolge mischen Moskau, seine Bürger und das unüberschaubare Wirrwarr aus Bürokratie und Staat auf. Bei vielen dieser Szenen habe ich mitunter Tränen gelacht, so grandios sind die Satire und Situationskomik, ganz im Stile Gogols. Hier läuft der Autor zur Höchstform auf, und ebenso wie Voland entlarvt er die bizarren Zustände im Russland der damaligen Zeit.

Der Roman im Roman ist keine völlig neue Erscheinung, hier aber verkommt sie nicht zum reinen Selbstzweck, hier ist sie ein wesentlicher Bestandteil, beide Geschichten treiben einander voran und erleichtern das Verständnis. Vor allem die Art und Weise, wie die beiden zunächst völlig unterschiedlichen Handlungen miteinander verwoben werden, ist genial gelungen. Hiermit gibt sich der Autor jedoch noch nicht zufrieden, Personen und Schauplätze wechseln ständig, der Roman ist polyphon aufgebaut, die Erzählweise modern, das Tempo hoch - dem Leser wird kaum eine Verschnaufpause gegönnt, aber er wird vom Autor auch nicht im Stich gelassen. Konsequent führt er nach und nach alle Handlungsstränge zusammen und löst das anfangs verwirrende Geflecht überzeugend auf.

Hinter dem scheinbar satirischen Roman verbirgt sich viel philosophisches Gedankengut, ganz in der Tradition von Dostojewski geht es auch um die ewigen Fragen, die die Menschheit bis heute beschäftigen: um die Rolle von Gut und Böse in der Welt, um Erlösung und Auferstehung, um Liebe und Unsterblichkeit.

Nicht zuletzt die Liebesgeschichte zwischen dem Meister und Margarita, die einzigen Menschen in ganz Moskau, die sich nicht korrumpieren und verführen lassen, denen der Teufel nichts anzuhaben vermag. Immer rührend, niemals kitschig, erzählt Bulgakow von einer wahrlich unsterblichen Liebe, die alles zu überwinden vermag.

Auch heute noch, viele Jahre nach der Erstlektüre und hunderter gelesener Bücher später steht "Meister und Margarita" unerschütterlich an der Spitze meiner Lieblingsromane. Ein spannender Abenteuerroman, eine urkomische Satire, eine bissige Kritik an den damaligen Zuständen und einige prophetische Aussagen, die sich heute allesamt bewahrheitet haben; eine zeitlose philosophische Abhandlung über Gut und Böse, eine bewegende Liebesgeschichte, all dies und mehr vereint in einem einzigen Roman. Bulgakow ist gelungen, wonach viele Autoren vergeblich streben - ein großer Streich.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindruck, 15. November 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita - Werke in dreizehn Bänden: Gesammelte Werke, 13 Bde. in 15 Tl.-Bdn., Bd.3 (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist faszinierend, gibt einen Eindruck vom russischen Menschen, seiner Seele, Sensibilität und Lebensfreude und sollte von allen gelesen werden um dieses Volk besser kennen zu lernen.
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider gibt es hier keine "10-Sterne"-Bewertung!, 2. Februar 2000
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita - Werke in dreizehn Bänden: Gesammelte Werke, 13 Bde. in 15 Tl.-Bdn., Bd.3 (Gebundene Ausgabe)
Tja...was kann ich über das genialste Buch sagen, außer, dass es einfach genial ist... Michail Bulgakow hat über 10 Jahre gebraucht um das Buch zu schreiben, es war sehr lange verboten, denn es zeigt alle negative Seiten des kommunismus. Und das hat er in Stalins Zeiten gescrieben... Wer das Buch gelesen hat, sieht die Welt von der anderen Perspektive... Also, lesen...lesen...lesen
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Der Meister und Margarita - Werke in dreizehn Bänden: Gesammelte Werke, 13 Bde. in 15 Tl.-Bdn., Bd.3
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