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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Absolut lesenwert trotz kleiner Schwächen,
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zypern, 1955: Loukis ist 15 Jahre alt und erlebt soeben die erste große Liebe mit der über Jahre hinweg liebgewonnenen Praxi, als zwischen der Türkei, Griechenland und Großbritannien ein weiterer Kampf um den Besitz der Insel beginnt. Dabei wollen die Bewohner zu gar keinem dieser Staaten gehören, sie verstehen sich als eigenständiges Volk, das unabhängig sein möchte. Loukis schließt sich den Widerstandskämpfern an, um diesen Traum von einem unabhängigen Zypern wahrzumachen und opfert dafür seine Liebe. Praxi sieht sich unterdessen mit den Rollenerwartungen an Frauen konfrontiert und damit gezwungen, zu heiraten. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie schwanger ist - und das nicht von ihrem angestrebten Ehemann ...Um ihren Roman zu schreiben, hat sich Andrea Busfield für mehrere Monate selbst auf Zypern zurückgezogen - und das spürt man beim Lesen. Es ist ihr gelungen, die Atmosphäre vor Ort und die Mentalität der Menschen in Worte zu fassen, und das sogar mit Blick in eine über 50 Jahre zurückliegende Vergangenheit. Sie beschreibt in ihrem neusten Roman einfühlsam die Geschichte mehrerer junger Menschen, die von den Ereignissen unmittelbar betroffen sind. Ihre Figuren mögen fiktiv sein, es spricht immer wieder ein Erfahrungsschatz durch, den wohl nur eine Autorin einbringen kann, die sich wirklich intensiv und interessiert direkt mit dem Menschen auseinandergesetzt hat. Im Mittelpunkt stehen Loukis und Praxi, aber auch vor allem Loukis Brüder und seine Eltern kommen an mehreren Stellen zu Wort. Am eindrücklichsten bleibt allerdings das Liebespaar. Keiner der Umstehenden weiß anfangs um ihre Liebe, nicht einmal sie selbst. Als Freunde aus Kindertagen haben sie sich aneinander gewöhnt und kämen nicht im Traum darauf, ihre Beziehung beispielsweise auf einer körperlichen Ebene zu vertiefen. Aber genau dazu kommt es wie in einem Akt der Verzweiflung und die Folgen sollen die beiden noch Jahre lang begleiten. In »Schattenträumer« liegt viel Tragik und stellenweise gelingt es der Autorin hervorragend, Leser und Leserinnen mit Loukis' und Praxis Schicksal zu berühren. Die große Frage danach, ob es für die beiden in einer solchen Zeit überhaupt ein Happy End geben kann, drängt zum raschen Weiterlesen und lässt über eine deutliche Schwäche des Romans hinwegsehen. Andrea Busfield ist neben ihrer Autorentätigkeit auch Journalistin - was erklären mag, warum ihr Roman durchweg gut recherchiert ist, aber auch dazu führt, dass sie ihn oftmals mit historischen Informationen überfrachtet. Immer wieder verliert sie die Haupthandlung aus den Augen und geht unter in umfangreichen Beschreibungen der politischen Situation, die in diesem Maße selbst interessierte Leser zu überfordern drohen. Weniger wäre an dieser Stelle wohl mehr gewesen, geben historisch angehauchte Romane doch oft vor allem Denkanstöße, die man nach Bedarf vertiefen kann. Dies bleibt aber gesamtgesehen die einzige Schwäche des Romans, der darüber hinaus viele Glanzmomente hat und auch zeigt, dass Andrea Busfield durchaus weiß, was an ihrer Geschichte wichtig ist und was eher nebensächlich. Das Augenmerk liegt etwas zu deutlich auf der politischen Situation Zypern, »Schattenträumer« ist aber dennoch überaus lesenswert und berührt mit der Geschichte von Loukis, Praxi und ihrer Liebesgeschichte in schweren Zeiten! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Schattenträumer,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Andrea Busfield versucht in "Schattenträumer" eine Familiengeschichte mit der Geschichte von Zypern zu verbinden.Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Liebe zwischen Praxi und Loukis. Beide erst um die 15 Jahre alt und doch fühlen sie sich voneinander angezogen. Doch die Politik, der Krieg will es anders und so wird Loukis Bruder Nicos getötet. Neben dem Tod des Bruders treibt auch ein unbedarfter Kommentar von Praxi, Loukis in die Arme der EOKA. Noch ist er zu jung, um mit der Waffe zu kämpfen, doch Botengänge kann er für die EOKA erledigen. Loukis bleibt mehrere Jahre, in denen die Mutter und der Vater vom ihm immer wieder dafür beten, dass er lebend wiederkommt. Sie erleben Leid und Verzweiflung, müssen mit ansehen, dass Praxi einen anderen Mann heiratet und das Dorf verlässt und gute Freunde vertrieben werden. Die Brüder von Loukis versuchen ebenfalls ihre Wege zu gehen. So arbeitet Michalakis als Journalist für eine Zeitung, die versucht die politischen Geschehnisse neutral aufzuarbeiten und den Menschen mitzuteilen. Nach einigen Jahren kehrt Loukis zurück und muss sich neu orientieren. Ein Leben mit Praxi scheint nicht möglich. Oder doch? Andrea Busfield versucht immer wieder die politischen Geschehnisse zwischen den Griechen und Türken einzuflechten. Manchmal gelingt es ihr ganz gut, doch gelegentlich reißt sie den Leser aus der Geschichte raus, um ihn einen Geschichtsbrocken vorzulegen. Die Verbindung von Familie und Geschichte funktioniert nicht immer. Auch benötigt der Leser etwas Zeit und Geduld, um in die Geschichte einzutauchen - der Anfang ist etwas holprig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben. Ein empfehlenswertes Buch, dass dem Leser in eine andere Zeit führt. Wer sich nicht mit der Geschichte von Zypern, Griechenland und der Türkei auskennt, kann hier noch einiges erfahren. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wir vergessen nicht..,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zypern 1955, eine unglaubliche Familiensaga über Liebe, Krieg, Zusammenhalt und Erwachsenwerden.Eine Liebesgeschichte im Zeiten des Krieges. Loukis und seine große Liebe Praxi gehören zusammen, schon von Kindesbeinen an. Doch ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Loukis zieht in den Krieg um ein Mann zu werden. Als er wieder kommt ist nichts mehr so, wie es mal war. Mich hat dieses wunderbare Buch sehr bewegt. Eine Familiensaga in Zeiten des Krieges ist keine leichte Kost, auch wenn es stellenweise schon fast verträumt erzählt wird. Andrea Busfield verschönert bei diesem Buch nichts. Der Schreibstil ist sogar manchmal sehr direkt, aber das macht für mich den Reiz dieses Buches aus. Ich musste so manches Mal schlucken bei den Geschehnissen der damaligen Zeit und hatte auch oft Tränen in den Augen. Auf der anderen Seiten war ich sehr beeindruckt von dem Zusammenhalt der Familie und habe sie unheimlich gerne auf ihrem Weg begleitet. Ein sehr bewegendes, tragisches Buch, dass ich unheimlich gerne gelesen habe. Eine bittersüße Mischung aus Liebe und Hass mit einem doch recht herben Ende. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Schattenträumer,
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Taschenbuch)
Diese Familiensaga fängt 1955 auf Zypern an und geht bis heute.Die Familie Economidou ist die Hauptfamilie. Der Sohn Loukis verbringt schon seine ganze Kindheit mit Praxi und dann werden sie ein Liebespaar. Durch einen dummen Zufall belauscht er ein Gespräch zwischen ihr und ihrer Freundin. Er ist enttäuscht und verschwindet in den Untergrund. Zypern ist von den Engländern besetzt und die EOKA kämpft für ein freies Zypern. Es gibt Attentate und Gegenangriffe. Louki ist erst 15 Jahre und beteiligt sich beim Verstecken der Waffen. Manchmal ganz schön hart. Die Bevölkerung Zyperns besteht aus Griechen und Türken. Nach den Engländern gibt es immer noch keine Ruhe, beide Länder wollen die Herrschafft. Die Familienmitglieder sind immer zwischendrin und halten zusammen. Andrea Busfield lässt uns den Konflikt genau miterleben, sie verschönert nichts. Ich habe die Nachrichten aus Zypern zwar gehört, aber so richtig nachempfinden konnte ich sie erst jetzt. Wenn ich bedenke, das erst 1974 der Kampf zwischen Türken und Griechen auf Zypern stattfand, geteilt wurde und viele ihre Heimat verloren, das ist erschreckend. Mich hat der Roman bewegt und ich habe ihn gerne gelesen. Es ist immer wieder interessant die politischen Zusammenhänge zusammen mit Familiensagas zu erleben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Berührende Familiensaga in Zeiten politischer Unruhen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Da das Buch bis jetzt hier sehr durchwachsen bewertet wurde, möchte ich dafür jetzt einmal in die Bresche springen. Mich hat es gefesselt, sowohl sehr tief berührt als auch gut unterhalten.Die Geschichte handelt von einer mehr oder weniger unerfüllten Liebe im Zypern des 20. Jahrhunderts, die durch die Unruhen zwischen erst Zyprern und Briten und dann zwischen Griechen und Türken immer wieder auf die Probe gestellt wird. Dabei stehen nicht nur die beiden Liebenden, Loukis und Praxi, im Vordergrund; sondern auch Loukis' gesamte Familie und Freunde. Ich kann die Kritik der anderen nachvollziehen, dass die episodenhafte Erzählweise auf einige evtl. oberflächlich oder "angerissen" und einige Szenenwechsel sehr sprunghaft wirken. Mir hat jedoch genau DAS besonders gefallen bzw. empfand ich es als sehr realistisch und berührend, weil es die Dramatik der Kriegsgeschehnisse für mich gut verdeutlicht, die immer wieder in das Leben der Protagonisten pfuschen. Und weil es da manchmal einfach nicht mehr zu sagen gibt. Die "abgebrochenen", unausgesprochenen Dinge sind die, die das Buch für mich so lesenswert machen. Auch finde ich die Charaktere toll, gerade weil sie z.T. egoistisch handeln (v.a. Loukis und Praxi) und somit nicht zu Helden stilisiert werden. Nur die Eltern von Loukis sind etwas sehr perfekt geraten - stehen aber für den absoluten Familienzusammenhalt, was ich auch irgendwie schön finde. Ein wenig kann ich allerdings zustimmen bei dem Kritikpunkt, dass die politischen Wirren manchmal etwas zu ausführlich beschrieben wurden und man dadurch kurz aus der Familiengeschichte gerissen wird. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen. Da ich jedoch grundsätzlich die Kombination aus realer Geschichte und Fiktion individueller Schicksale wahnsinnig gut finde und auch in dem Buch sehr gut umgesetzt, gibt es 5 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Verpasste Chance,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
m vorliegenden Band Schattenträumer beschreibt Andrea Busfield die Geschichte einer Familie auf Zypern von den 50er Jahren bis heute.Dabei baut sie die tatsächlichen Ereignisse in das Leben der Protagonisten ein. Die Familie Economidou hat 5 Söhne, die unterschiedliche Schicksale erleiden, unter anderem auch eine unglückliche Liebesgeschichte. Das Buch ist ein gutes Beispiel für verpasste Chancen. Durch den Aufzählstil der Autorin will keine so rechte Bindung an die Personen aufkommen. Andrea Busfield hat eine etwas steroetype Art ihre Charaktere durch das Leben zu schicken, dabei hat sie gute Ideen, die aber leider nicht ausreichend umgesetzt werden. Gerade hat man sich in ein Schicksal eingelesen, springt sie zum nächsten anstatt zu verweilen und zu vertiefen. Die politischen Begebenheiten werden mehr schlecht als recht in die Schicksale aufgesetzt. Es fehlen die Verbindungen die die Geschichte zu einem Fluss gemacht hätten. Doppelt so viele Seiten hätten dem Buch mehr Tiefe und Originalität gegeben. So bleibt dies eine unbeholfenen Geschichte die in einem geschichtlich zerrissenen Land spielt. Für die Bearbeitung des Themas Zyperns vergebe ich einen Zusatzpunkt, die Geschichte alleine hätte es auf 2 gebracht. Schattenträumer heißt im original "Aphrodites War" was viel besser zum Charakter des Bandes passt, ein Beispiel für die unreflektierte Art der Verlage Bücher zu benamen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
gute Politikgeschichte, blasse Charaktere,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Heute ist Zypern eine Ferieninsel voller Touristen. Aber insbesondere zwischen 1955 und 1974 war es mehrfach Kriegsgebiet. Was die vielen Türken und Griechen der Insel durchgemacht haben, ist in den Roman Schattenträumer eingeflossen und in eine Familiensaga verwoben.Die zentralen Figuren stammen aus der Familie Economidou, die im Norden Zyperns in einem Dorf bei Keryneia zu Hause ist. Die Eltern Desphina und Georgios haben fünf Söhne, die 1955 beginnen ihre eigenen Wege zu gehen. Der jüngste Sohn, Loukis, tritt im Laufe des Romans in die EOKA ein, einer Gruppe von griechischen Zyprern, die für den Anschluss an Griechenland kämpfen. Loukis hat dafür sein Heim und seine große Liebe Praxi verlassen. Diese Entscheidung ist zentral für die beiden Liebenden. Mehr über die politischen Ereignisse in Zypern erfährt der Leser durch die Arbeit von Loukis' älterem Bruder Michalakis, der als Journalist in der Hauptstadt Lefkosia arbeitet. Einen Blick auf die türkische Bevölkerung ist durch den Nachbarn der Familie, Stavros, gegeben. Immer wieder spielen auch Kampfhandlungen eine Rolle und ihre Auswirkungen auf die Familie, aber auch die persönlichen Probleme der Charaktere werden umrissen. Weniger ist mehr ' Busfield hat zu viele Personen in ihren Roman einfließen lassen. Keiner der Charaktere hat mein Herz bewegen können. Praxi war mir zu egoistisch, Loukis unsympathisch und der Rest der Personen zu blass. Die Handlungen der Charaktere waren größtenteils kaum nachvollziehbar und blieben ohne Erklärungen und Beweggründe einfach unkommentiert für den Leser stehen. Somit fehlten dem Roman nötiger Tiefgang, denn das Thema gibt eindeutig mehr her. Die eingeschobenen Erklärungen zur Politikgeschichte des Landes waren gut, aber selten kamen sie zum richtigen Zeitpunkt beim Lesen. Also blickt man immer wieder in den Anhang, der eine gute Zeittafel beinhaltet, um der Geschichte folgen zu können. Busfields Art zu schreiben hat mir persönlich nicht gefallen: Ihre Sätze waren oft zu abgehackt, viele Themen umreißt sie nur, ohne in die Tiefe zu gehen und eine absolute Katastrophe stellten für mich ihre Dialoge dar: immer wenn ich dachte, das wird jetzt mal ein gutes Gespräch werden, war der Dialog schon zu Ende. Wieder hatten die Charaktere nichts gesagt. Am Ende des Romans überstürzen sich die Ereignisse und der Epilog, der 2007 spielt, ist derart verwirrend, dass man das Buch mit einem fragenden Blick ins Regal zurückstellt. Ich konnte nicht mitfühlen mit diesen Personen und ihren Erlebnissen, aber ich bin dankbar für mein neu erworbenes Wissen über Zypern. Einen Stern also für Cover (sehr gelungen, finde ich) und den hilfreichen Anhang und den 2. Stern vergebe ich für die politischen Erklärungen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Für Zypernliebhaber,
Von Wikinger "Filmgucker" (Schleswig) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Taschenbuch)
Wer nicht nur die touristische Oberfläche der Insel, sondern auch die jüngste Geschichte kennen lernen will, findet in diesem Roman ein sehr unterhaltsames Medium
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4.0 von 5 Sternen
Eine Familiensaga,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
In Andrea Busfields Roman "Schattenträumer" begleitet der Leser die griechisch-stämmige Familie Economidou aus einem Dorf im Norden Zyperns von 1955 bis in die heutige Zeit. Zur Familie gehören die Mutter Dhespina, der Vater Georgios und die fünf Söhne Christakis, Michalakis, Nicos, Marios und Loukis. Loukis und die Nachbarstochter Praxi sind von klein auf befreundet, ein Herz und eine Seele, und eigentlich ist klar, dass die beiden einmal heiraten werden. Doch dann kommt alles ganz anders. Loukis schließt sich im Alter von knapp 15 Jahren den Widerstandskämpfern an, die gegen die britischen Besatzer kämpfen. Als er nach Jahren zurück nach Hause kommt, hat sich dort einiges geändert. Fortan zerreißt es ihn zwischen dem Bemühen, Praxi aus dem Weg zu gehen, um ihr Leben nicht zu zerstören, und seiner Liebe zu ihr, die unverändert groß ist. Wenigstens kann er sich voll und ganz auf den Zusammenhalt seiner Familie verlassen. Diese muss in den ganzen Kriegswirren einige böse Schicksalsschläge hinnehmen, und mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie man so viel Leid ertragen kann.Zu Anfang hatte ich ein bisschen die Befürchtung, dass mir die politische Seite der Geschichte etwas zu trocken sein könnte. Doch das ist überwiegend nicht der Fall. Andrea Busfield versteht es, das Politische locker in die Liebes- bzw. Familiengeschichte einzuweben, sodass der Leser da ganz nebenbei eingeführt wird. Z.B. erzählt Michalakis über seine Arbeit als Journalist, dabei kommt dann selbstverständlich auch die Politik zur Sprache. Zum besseren Verständnis der politischen Situation gibt es hinten im Buch eine Karte von Zypern, auf der die wichtigsten Orte eingezeichnet sind, und eine Zeittafel. Beides habe ich gerne genutzt und so konnte ich dem Buch auch ohne besonderes Vorwissen gut folgen. Hier hätte man auch noch ein Glossar der griechischen Begriffe einfügen können, denn leider sind nicht alle übersetzt oder erklärt. Doch wirklich schlimm ist das nicht. Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Er ist relativ einfach, aber das passt irgendwie zu dieser Geschichte. Da sich die Handlung über ca. 50 Jahre erstreckt, ist es logisch, dass die Entwicklung der einzelnen Personen ein bisschen oberflächlich bleibt. Ich habe aber auch viel zwischen den Zeilen gelesen bzw. mir Manches zusammengereimt, so dass ich das nicht als Manko empfunden habe. Schattenträumer ist ein sehr bewegendes, emotionales Buch, eine Liebesgeschichte, eine Familiensaga, ein politisches Buch, das die Sinnlosigkeit der politischen bzw. religiösen Konflikte anklagt. Ich würde es jedem empfehlen, der sich ein bisschen für die historischen Hintergründe Zyperns interessiert bzw. sich darauf einlassen will. Wer eine nette Liebesgeschichte mit Happy End sucht, ist hier verkehrt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend oberflächlich,
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman Schattenträumer" verspricht eine schmerzvoll schöne Familiensaga" vor dem Hintergrund des Zypernkrieges in den 50er Jahren.* Praxi und Loukis verbindet ein besonderes Band, welches bereits vor LoukiŽs Geburt geknüpft worden zu sein scheint. Wir begleiten sie und ihre Familien bis in die heutige Zeit und erleben die Höhen und Tiefen des Lebens auf einer Insel, die ihren Platz in der Welt sucht. Die Autorin lässt uns an dem Kampf der Griechen, Türken und Briten teilhaben. Unterschiedliche Interessen prallen unversöhnlich aufeinander, und wir erfahren, wie es zur Teilung der Insel gekommen ist. * So jedenfalls waren meine Erwartungen, als ich mit dem Lesen des Romans begann. Leider wurden diese nicht oder nur zum Teil erfüllt. Die Autorin versucht, die geschichtlichen Fakten mit dem Schicksal der Familie Economidou zu verbinden, jedoch gelingt ihr dies nicht. Gegen ständige Perspektivwechsel ist nichts einzuwenden, wenn angefangene Gedanken zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden. Jedoch bricht eine Szene abrupt ab, wenn man sich gerade eingelesen hat, und die Handlung kehrt dorthin nicht wieder zurück. So fällt es schwer, eine Bindung zu den Protagonisten aufzubauen. Ihre Gefühle, Ambitionen, Gedanken bleiben im Verborgenen und werden nur oberflächlich angerissen. Auch wenn es im Roman einzelne Sympathieträger gibt und ich die Familie Economidou gerne ins Herz schließen wollte, konnte ich doch deren Handlungen oft nicht nachvollziehen. Ich hätte mir gewünscht, dass sich Andrea Busfield auf die Geschichte von Loukis, Praxi und deren Familien beschränkt hätte. Mit etwas mehr Zeit und Detailtreue hätte sie mir die Personen vielleicht nahe bringen können. Sie bleiben aber unpersönlich, da die Autorin den Anspruch für ihr Buch zu erheben versucht, die Geschichte Zyperns zu erklären. Auf mich wirken die Passagen, die den Kampf um Zypern schildern durch die ledigliche Aneinanderreihung von Ereignissen kalt und unpersönlich. Fast könnte man meinen, eine Zeitung aufzuschlagen und hier über einen Anschlag, dort über eine Rede oder Reaktion des Gegners zu lesen. Das alles hätte ich jedoch auch durch eigene Recherche erfahren können, zumal sich im Anhang eine Chronologie der Ereignisse befindet. Die Autorin versteht es nicht, die politischen mit den persönlichen Erfahrungen der Personen zu verbinden. * Ganz ohne schöne oder interessante Momente ist der Roman jedoch nicht. Man findet sie vor allem im letzten Drittel. Leider sind diese Textstellen immer nur kurz und flüchtig, so dass ich am Ende doch froh war, das Buch zuschlagen zu dürfen. Lediglich die Schlusspassage ist konsequent, realistisch, und hat mich bewegt. * Die Sternevergabe fällt mir schwer. Für mich ist es mehr als 1 aber weniger als 2 Sterne. Ich entscheide mich also für gutgemeinte 2 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Schattenträumer: Roman von Andrea Busfield (Gebundene Ausgabe - 15. März 2011)
EUR 19,95
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