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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bilder von dir überdauern...
bis in alle Zeit. Die von Laith Al-Deen wurden wohl nicht mit einer altmodischen Polaroid geschossen wie die von Annas und Kingas gemeinsamer Jugend, denn diese verblassen - aber noch sind sie da, vor allem im Herzen von Anna: Vergänglichkeit wie auch Beständigkeit sind wichtige Themen in diesem Roman, ebenso wie Verlust und Ersatz.

Anna aus...
Vor 10 Monaten von Kalamaria veröffentlicht

versus
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze - viel Leerlauf
Das Debütwerk von Nina Sahm enthält sicher interessante Ideen, wie die Frage nach der Anpassung an die Erwartungen der Mitmenschen und die Befreiung hiervon, das Ausscheren aus dem Alltag und Eintauchen in ein anderes Leben; die Überforderung, der im Koma liegenden besten Freundin die Treue und Zuwendung aus glücklichen Tagen zukommen zu lassen. Es...
Vor 8 Monaten von Nescius veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bilder von dir überdauern..., 25. Februar 2014
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
bis in alle Zeit. Die von Laith Al-Deen wurden wohl nicht mit einer altmodischen Polaroid geschossen wie die von Annas und Kingas gemeinsamer Jugend, denn diese verblassen - aber noch sind sie da, vor allem im Herzen von Anna: Vergänglichkeit wie auch Beständigkeit sind wichtige Themen in diesem Roman, ebenso wie Verlust und Ersatz.

Anna aus München und Kinga aus Budapest sind Freundinnen, seit sie sich als Jugendliche am Balaton kennengelernt haben - beide machten dort Urlaub mit der jeweiligen Familie. Obwohl - oder vielleicht gerade weil - Annas Eltern strikt gegen diese Freundschaft waren, haben die beiden Mädchen engen Kontakt gehalten, hauptsächlich über Briefe. Doch nun liegt Kinga im Koma und ihre Eltern haben Anna benachrichtigt. Anna kommt nach Ungarn, wo sie seit den Balaton-Urlauben nicht mehr war und taucht ein in Kingas Leben, in das Leben der sinnesfrohen, lebenslustigen. "Das Leben der anderen" ist jetzt ihres und sie genießt es....

Ein mitreißend geschriebenes, spannendes, gut recherchiertes und kluges Buch, das ich nicht nur aufgrund seiner Kürze quasi in einem Zug durchgelesen habe. Ungarn im politischen Aufruhr, Anna im inneren Umbruch - ein Buch, das Widersprüche weckt, überlegen lässt, wie man selbst in dieser Situation handeln würde. Ein Buch über Freundschaft, Neid und Verrat, falsch verstandener Treue - das war es für mich. Auch wenn einige Aspekte ein bisschen unlogisch rüberkamen - so sprachen bspw. überraschend viele Ungarn überraschend gut Deutsch - wurde ich von der Handlung gefangen genommen, trotz oder gerade weil die Ich-Erzählerin Anna über weite Strecken nicht unbedingt als Sympathieträgerin auftritt - ebensowenig wie die bewusstlose Kinga. Aber sie haben ein ungeheuer sympathisches Umfeld, angefangen mit der ungeheuer atmosphärisch geschilderten Stadt Budapest über Kingas Freunde bis hin zu ihrer Familie. Ein kurzer Roman, in den man nichtsdestotrotz eintauchen, von dem man sich einfangen lassen kann - ein Genuss, den ich jedem Freund erfrischender neuer deutscher Literatur von Herzen empfehle!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckender Debütroman, 7. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
Anna ist vierzehn, als sie bei einem Familienurlaub am Balaton Kinga kennenlernt - und durch sie eine ganz andere Art zu leben und lieben. Auch wenn ihre Begegnung nur ein paar Tage andauerte, entsteht daraus eine 10jährige Brieffreundschaft. Als Kinga verunglückt und im Koma liegt, ist Anna sofort zur Stelle - und nun ?

Scheinbar nahtlos gehen in diesem Roman die Übergänge zwischen Vergangenheit, Erinnerungen und der Echzeit ineinander über, fließend, aber dennoch deutlich zu erkennen und abgegrenzt. Ein Widerspruch ? Nein, Nina Sahm gelingt es sehr gekonnt hier eine packende Geschichte aus Sicht der Protagonistin Anna zu erzählen, uns mitzunehmen auf eine Reise, eine Lebensgeschichte, eine Suche, die sich über mehr als 10 Jahre hinzieht.

Der Sprach- und Schreibstil von Nina Sahm hat ein absolut hohes Niveau, ohne unverständlich zu sein, im Gegenteil. Man taucht regelrecht ein in eine Geschichte, die anders ist als andere. Die einen schon nach den ersten Seiten gefangen nimmt und die einen auch nach dem zuklappen der Buchtitel nicht sofort wieder loslässt. Eine Geschichte, die man gerne weiter spinnen, weiter raten, weiter sinnierieren, weiter fragen, weiter denken möchte.

"Das letzte Polaroid", und damit auch die Polaroidkamera, die in dem Roman eine große Rolle spielt, wecken nostagische Erinnerungen an die Zeit der Sofortbildkamera. Es ist auch ein Sinnbild für das Festhalten von Erinnerungen und ein Betrachten von Erinnerungen, so wie es Anna hier mit ihren Erinnerungen tut.

Hervorheben muss ich aber noch die vielen, vielen (un-)nützlichen Weisheiten, die die Autorin hier zusammengetragen hat und Anna und ihrem Vater in den Mund gelegt hat. Sie erheitern, gefallen, lassen den Leser schmunzeln und den Kopf schütteln, verleihen dem Roman aber eine humorige Note, die das ganze Abrunden zu einem tollen, nachdenklichen und empfehlenswerten Buch!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze - viel Leerlauf, 8. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Kindle Edition)
Das Debütwerk von Nina Sahm enthält sicher interessante Ideen, wie die Frage nach der Anpassung an die Erwartungen der Mitmenschen und die Befreiung hiervon, das Ausscheren aus dem Alltag und Eintauchen in ein anderes Leben; die Überforderung, der im Koma liegenden besten Freundin die Treue und Zuwendung aus glücklichen Tagen zukommen zu lassen. Es spiegelt die menschlichen Schicksale und Tragödien der einzelnen Menschen wieder - und es hat einen gut gelungenen Schluss.

Der gesamte Roman liest sich über weite Strecken allerdings wie das aufgemotzte Tagebuch des völlig durchschnittlichen Lebens einer Mitzwanzigerin, wie ein laues Lüftchen weht es vorüber, ohne wirklich zu berühren. In vielen zähen Details wird der Leser zwar in die Alltagsatmosphäre mitgenommen, die Beobachtungen mögen die Erinnerungen des Lesers wachrufen, auch die Budapester Gegenwart ist in den Einzelheiten durchaus "maßstabsgetreu" abgebildet. Aber die Geschichte läuft oft dröge vor sich hin, da die zahlreichen unwichtigen Details wie Füllmaterial der Grundgeschichte zugefügt wurden. Ebenso wie die etwas zu bemüht über das Buch verteilten wissenschaftlichen Fakten, die dem Buch wohl etwas dem "Prädikat wertvoll" entgegenbringen sollten, dann noch ein bisschen Wissen aus dem ärztlichen Bereich, ein bisschen was aus der Welt der Backstube. Ferner eine milde Prise Sex und Politik. Letzteres hätte unter Umständen auch mehr Tiefgang verdient gehabt, wenn es schon einen nicht unwichtigen Teil des Romans einnimmt. Die tiefe politische Spaltung der ungarischen Gesellschaft wird nur angedeutet, Hintergründe bleiben nebulös. (Allerdings wäre es zugegebenermaßen schwierig, die problematische Lage der Demokratie in Ungarn in einem unterhaltsamen Roman im Einzelnen wiederzugeben. Es ist der Autorin natürlich unbenommen, hier eine bestimmte Sichtweise einzunehmen.)

Insgesamt Glückwunsch zum ambitionierten Erstlingswerk mit ordentlich Luft nach oben, vor allem, was die sprachliche Raffinesse anbelangt. (Ich wüsste auch gerne, wie es aussieht wenn die Hauptfigur erst einen Klinikhof, später auch eine Toilette "im Krebsgang verlässt". Rückwärts auf allen Vieren?)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das letzte Polaroid, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
Anna und Kinga lernen sich als Jugendliche im Urlaub am Plattensee kennen. Kinga ist unbesorgt, ein bisschen "frühreif", aber bestimmend, Anna hingegen ist sehr zurückhaltend, naiv ja kindlich. So unterschiedlich wie die beiden Mädchen sind auch die Eltern. Kingas Eltern sind herzlich und Annas "unterkühlt". Zum Abschied schenken Kingas Eltern Anna eine Sammlung von Polaroids, die Anna versteckt und die sie auch immer wieder an den Urlaub erinnert. Obwohl Annas Eltern den Kontakt untersagen, schreiben sich die Mädchen heimlich viele Jahre.
Zehn Jahre später fährt Anna nach Budapest, um Kinga nach einem Unfall zu besuchen. Alles verändert sich. Bis zuletzt spielen Polaroids eine Rolle in der Geschichte.

"Das letzte Polaroid" ist der Debütroman von Nina Sahm. Ein sehr gelungenes Werk. Die leichte gut verständliche Schreibweise nimmt den Leser sofort gefangen. Man taucht direkt in die Geschichte ein. Begleitet Anna in ein neues Leben mit Höhen und Tiefen. Die Autorin schafft es mit Worten die unterschiedlichen Charaktere, Ereignisse, Orte so zu beschreiben, dass man das Gefühl hat direkt dabei bzw. dort zu sein. Sie leitet den Leser an, seine Fantasie zu entfalten, eigene Schlüsse zu ziehen, zu spekulieren und ein eigenes Ende zu "erfinden". Ein leises beeindruckendes Buch, dass ich gerne weiter empfehle.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Schein als sein, 24. November 2014
Von 
Sursulapitschi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Kindle Edition)
Hier gibt es wirklich viele begeisterte Stimmen zu diesem Buch. Ich kann das leider nicht nachvollziehen.

Anna aus München und Kinga aus Budapest treffen sich in den Ferien am Balaton als sie 14 Jahre alt sind. Und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, werden sie Freundinnen, die sich noch Jahre später lange Briefe schreiben. Das ist schön, aber nicht außergewöhnlich.
Anna kommt aus einer Akademikerfamilie, wächst auf mit täglichen Quizfragen zum Allgemeinwissen, Bioprodukten und einem vorgezeichneten Lebensplan. Das ist anstrengend, aber kein grausames Schicksal.
In Kingas Familie gibt es Spaß, Liebe und Kuchen, wenn auch nicht viel Geld. Kinga ist lebenslustig, weiß, wie man Jungs verführt und macht immer und überall Polaroids. Das ist der eher bemühte Gegenentwurf zu Annas Hintergrund.
Zehn Jahre später liegt Kinga nach einem Autounfall im Koma. Kingas Eltern bitten Anna, nach Ungarn zu kommen. Anna packt die Koffer und bezieht das Gästezimmer von Kingas Eltern. Sie lässt sich treiben in Budapest, übernimmt Kingas Eltern, Kleidung, die Polaroidkamera und sogar ihren Freund.

Man erfährt nach und nach durch Erinnerungssequenzen Annas Lebensgeschichte, aber besonders aufregend ist die nicht. Auch ihr Aufenthalt in Ungarn bietet keine bemerkenswerten Geschichten. Sie vertreibt sich die Zeit und lernt ein paar Menschen kennen. Alltag. Immerhin anderer Alltag. Man bekommt einen lockeren Eindruck vom Leben in Ungarn während der Wirtschaftskrise und Unruhen wegen des Orban-Regimes. Das war ganz interessant, auch wenn die Thematik nur gestreift wird. Anna nimmt es nur verwundert zur Kenntnis.
Nach zwei Wochen schafft sie es erst, Kinga im Krankenhaus zu besuchen. Dass sie gekommen ist, um ihrer Freundin beizustehen, die im Koma liegt, scheint nicht mehr so wichtig zu sein. Sorgen macht sie sich keine.

„ Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben.“ Das ist die Botschaft, die uns hier vermittelt werden soll und die wir freundlicher Weise schon vorab geliefert bekommen. Von gefährlicher Versuchung konnte ich aber nicht viel spüren. Keine Gefahr weit und breit. Da ist nur eine Frau, die wenig Ambitionen und wenig Emotionen hat, die unreflektiert Ideen anderer ausprobiert, weil sie selbst keine hat.
Auf den letzten 10 Seiten des Buches denkt sie zum ersten Mal nach.

Eigentlich hätte man hier ausreichend Stoff für dramatische Entwicklungen gehabt. Die stehen aber weitgehend ungenutzt im Raum und dienen nur dazu, Anna auf ein paar Ideen zu bringen, die man normalerweise mit 16 von ganz alleine hat.
Ein großes Konstrukt für ein eher harmloses Ansinnen, das mich zu großen Teilen gelangweilt hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Besuch in Budapest, 5. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kinga aus Budapest, Anna aus Müchen, beide 14 Jahre alt. Sie lernen sich im Urlaub am Balaton kennen, sind dort Nachbarn in den Ferienhäusern. Und dabei treffen zwei Welten aufeinander. Die vor Lebendigkeit sprühende Kinga und die von ihren Eltern sehr kontrollierte Anna. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Kinga eine solche Faszination auf Anna ausübt, sie lässt sich von ihren verrückten Ideen mitreissen. So ist Kinga auch bereits recht offen was Jungs angeht. Anna verbringt ein paar Tage mit dem wilden Mädchen, dann jedoch verbieten ihre Eltern den Kontakt und reisen ab. Anna hat jedoch heimlich eine Brieffreundschaft mit Kinga. Diese hat zunächst viele wechselnden Freunde, ist später jedoch fest mit Tibor zusammen. Anna dagegen hat nur einen guten Bekannten, Simon, und der ist schwul. Ihr Leben kommt ihr im Vergleich zu dem ihrer Freundin sehr langweilig vor. Ihr Vater ist Arzt, die Mutter Architektin, beide sind übertrieben gesundheits- und hygienebewusst. Die Mutter muss eigentlich immer geschont werden, so lernt Anna schon früh immer Rücksicht auf ihr Befinden zu nehmen. Der Vater drillt seine Tochter quasi durch ständige Quizfragen zum Thema Naturwissenschaft, damit mal was aus ihr wird.

Das Buch starte jedoch damit, dass Anna eine Brief von Kingas Mutter erhält, Kinga liegt nach einem Unfall im Koma, und sie fragt ob Anna zu Besuch kommen würde. Das lässt Anna sich nicht zweimal sagen, Hals über Kopf reist sie ab. Inzwischen sind 10 Jahre vergangen, Anna ist 23 und arbeitet als Bäckerin, auch so eine Art von Rebellion gegen die Pläne des Vaters. In Budapest wird sie sehr herzlich von Kingas Eltern aufgenommen. Sie lernt auch Kingas Freund Tibor kennen, die beiden treffen sich immer öfter. Nach und nach bemerkt man, dass Anna auf der Suche ist, sie versucht langsam Annas Rolle im Leben der anderen einzunehmen. Eingestreut in diese Geschichte aus Budapest sind dann immer die Rückblicke: die Zeit am Balaton, Annas Jugend in München. Und immer wieder geht es auch um die Polaroid-Fotos. Die alte Kamera war Kingas Hobby, und nun zieht Anna mit dieser Kamera durch die Stadt.

Kinga ist zwar verantwortungslos und etwas durchgeknallt, aber voller Leben. Das alles ist Anna fremd, die immer so vernünftig ist. Sie spielt die Rolle der braven Tochter. Durch den Besuch in Budapest erhält sie die Chance, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Und so wird sie zum Chamäleon, sie sammelt Bonuspunkte bei der Familie und den Freunden von Kinga. Sie erspinnt sich ein Netz aus Lügen und verdreht sich ihre Welt so, wie es ihr am besten passt. Doch schafft sie es dabei, sie selbst zu werden? Passt das Leben ihrer Freundin für sie?

Toll und interessant erzählt, auf jeden Fall erfrischend anders! Das alles spielt vor dem Hintergrund des politischen Umbruchs in Ungarn, der Zeit der konservativen Politik und den Protestbewegung. Ein spannendes Bild einer Stadt im Umbruch, mit Personen, die zwar nicht rundum sympathisch, aber authentisch sind. Auch sprachlich etwas Besonders, so benutzt die Autorin keine Anführungszeichen bei der direkten Rede. Die Zeitsprünge folgen recht kurz aufeinander, aber es ist kein bisschen verwirrend. Es lässt sich auf jeden Fall klasse lesen. Und von der psychologischen Seite her echt interessant, wie Anna versucht sich immer anzupassen. Und das alles in dem Debütroman der Autorin. Der Blumenbar Verlag – ist immer für eine Überraschung gut!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lebenshunger, 19. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dies war mein drittes Buch aus der „Blumenbar“, die zum Aufbau-Verlag Berlin gehört und ganz besondere Bücher herausbringt. Ebenso wie „Kings of nowhere“ von T.J.Forrester und „Liebe Steine Scherben“ von Jelle Behnert konnte mich auch dieses Romandebüt von Nina Sahm überzeugen. Keines der Bücher passt in irgendein Schema, jedes für sich etwas besonderes. Vielleicht noch nicht für fünf Sterne geeignet, aber trotzdem mit einem bemerkenswerten Potential, das sich sicherlich noch ausbauen lässt.

„Das letzte Polaroid“ lässt immer wieder Erinnerungen wach werden: an einen Sommer am Balaton und an eine zehnjährige Brieffreundschaft zweier Mädchen, die so unterschiedlich sind wie Sonne und Mond. Beim Lesen fragt man sich, worauf diese Freundschaft begründet ist. Ist Anna so begierig darauf, von der vitalen Kinga das Leben zu lernen? Die probiert alles aus und drängt auch Anna, die in einem sehr sterilen Elternhaus aufgewachsen ist, ins Abenteuer des Lebens.

Eines Tages erfährt Anna von Kingas Unfall und ihrem Koma. Grund genug, alles in München zurückzulassen und nach Budapest zu reisen. Doch statt Kinga im Krankenhaus zur Seite zu stehen, drängt sie sich in deren Leben, versucht deren Rolle zu übernehmen. Sie wohnt bei Kingas Eltern, verliebt (?) sich in Kingas Freund und ist erschrocken, dass sie nicht Kingas einzige Freundin war. Sie genießt die Wärme in Kingas Elternhaus, die sie aus ihrem eigenen Elternhaus nicht kennt.

Anna wirkt in allem, was sie erzählt, seltsam distanziert. Ebenso sieht sie sich selbst am Ende des Romans auch von außen: „Ich hatte jede Rolle so lange gespielt, bis es zu anstrengend wurde und sie dann aus Gier nach mehr oder einfach aus Angst gegen etwas Neues eingetauscht“.

Schon auf dem Cover, das ebenso wie der Titel hervorragend zum Buch passt, erkennt man, wer Kinga und wer Anna ist: Die eine springt ins Leben, die andere schaut (etwas neidisch?) zu.

Eine absolute Leseempfehlung!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anna und Kinga - Eine Freundschaft fürs Leben?, 4. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
*** ZUM INHALT: ***
Anna und Kinga lernen sich in einem Urlaub am Balaton kennen, als sie vierzehn Jahre alt sind. Zwei Mädchen, die unterschiedlicher kaum sein können. Anna, eher verschlossen und unsicher in ihrer Art, und Kinga, selbstbewusst und lebenslustig. Anna ist zwar wohlbehütet aufgewachsen, war aber stets gefangen in einem Netz von Regeln und Vorschriften, während Kinga vor Lebenshunger und Freiheit nur so sprüht. Auch nach diesen Ferien bricht der Kontakt zwischen den beiden Mädchen nicht ab und sie schreiben sich Briefe, in denen sie die Andere an ihrem eigenen Leben teilhaben lassen.

Zehn Jahre später erfährt Anna, dass ihre Freundin nach einem Unfall im Koma liegt und beschließt nach Budapest zu reisen. Es fällt Anna schwer, mit der Situation umzugehen. Kinga war für sie immer ein Vorbild, und deren Ratschläge und Tipps wie ein Wegweiser in ihrem eigenen Leben. Diesen Halt droht Anna durch die Krankheit von Kinga zu verlieren. Doch statt Kinga im Krankenhaus zu besuchen, taucht sie immer tiefer in Kingas Leben ein und übersteigt dabei nicht nur die Grenzen der Freundschaft.

„In einer Gruppe von Lebewesen überleben nur die Individuen, deren Gene sich besonders günstig an die bestehende Umwelt angepasst haben. Alle anderen kommen nicht durch. ... Siehst du, sagte mein Vater, das musst du dir merken.“ (Seite 10)

Ihre Gene kann Anna natürlich nicht ändern, aber Äußerlichkeiten und Lebensumstände sind variabel. .....

*** MEIN FAZIT: ***
Dieser Debütroman von Nina Sahm hat mich vom ersten Kapitel an gepackt. In klarer Sprache und in verschiedenen Zeitebenen wird man aus der Sicht von Anna durch die Geschichte geführt. Tief taucht man in die Gedankenwelt der jungen Frau ein und versucht dabei ihre Handlungen zu verstehen. Durch diese Erzählweise entsteht eine Stimmung, die ich als schwermütig und melancholisch bezeichnen möchte.

Der Roman überzeugt mit einem sehr geschickten dramaturgischen Aufbau, fasziniert mit seinen Einblicken in Annas Psyche, und lässt bis zum Schluss viel Raum für eigene Interpretationen und Gedanken. Als Leser ist man hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Empörung über Annas Vorgehensweise. Aber auch Kingas Charakter wirft bei Annas Erzählungen Fragen auf.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch, dass sogar politische Probleme und Geschehnisse eingearbeitet wurden. Insgesamt war dieses Buch für mich also eine hervorragende und sehr vielschichtige Leseerfahrung, die mich begeistert hat. Gerne vergebe ich hier fünf Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neuer Stern am Autorenhimmel?!, 3. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein lesenswertes Buch!
Nina Sahms Debütroman hebt sich erfreulich von vielen anderen Erstlingswerken ab, ist sprachlich exzellent, sorgfältig recherchiert.
Die Autorin hat ein Semester in Budapest studiert, man spürt die Verbundenheit mit dieser Stadt.
Die verschiedenen Erzählebenen sind geschickt miteinander verbunden, man wird in die Vergangenheit und die Gegenwart mit hinein genommen.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und bin begeistert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht gelernt sie selbst zu sein, 27. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das letzte Polaroid: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ihr erster Kontakt war ein Kirschkern, den ihr Kinga an den Kopf spukte. Beide 14 jährig während eines Sommers am Balaton. Anna mit ihren Eltern im Ferienhaus, aus gutem Hause, nebenan Eva, Csaba und eben Kinga, ihre Nachbarn, die sie mit Gast - und Freundlichkeit begrüßten.
Die gemeinsamen Erlebnisse waren für Anna Befreiung und Spaß, ein Ausbruch aus ihrer sterilen Welt.
Und so entstand auch das erste Polaroid.
Mit Zitronenbonbon im Mund, geflochtenen Zöpfen, Arm in Arm und mit fletschenden Zähnen, zwei ausgelassene Lebenshungrige.
Daran erinnert sich Anna zehn Jahre später. Evas Brief, mit den wenigen aber dennoch wirksamen Zeilen, dass sie von einen auf den anderen Tag die Koffer packt, nach Budapest fährt, um an Kingas Seite zu sein.

Anna, die für Eva schon immer mehr Zuneigung empfand , wie eine Mutter war, die sie sich wünschte.
Ihre hatte sich abgewandt, ihren eigenen Plänen folgend. So findet sie bei Kingas Eltern Zeiten der Erinnerung, aber auch den Schmerz der Eltern, jeder auf seine Art damit umgehend, denn Kinga liegt nach einem Unfall im Koma.
Anna beginnt mit dem Leben von Kinga zu verschmelzen, ändert ihr Äußeres, lernt ihre Freunde kennen.

“ Vielleicht bedeutet Zuneigung gerade, dass man sich den anderen zuliebe auch mal verstellen konnte.”
(S.74)

Es ist aber gleichzeitig auch eine Zeit der Veränderung, des Aufbegehrens eines Landes.

Die Vermischung der einzelnen Handlungen ist wie die Einstellungen einer Kamera.
In ihr findet sich die Unsicherheit Annas, mit den politischen Veränderungen wieder.
Jeder muss seinen Platz finden, sich seiner Verantwortung stellen, lernen er selbst zu sein, um einzugreifen, sich treu zu bleiben.
Nina Sahm vermag, mit ihrer fast schon poetischen Sprache, zu verzaubern, Blickwinkel zu offenbaren,
die ein tolles Lesererlebnis versprechen. Ihre Figuren erzeugen unterschiedliche Sympathiepunkte, ihre Momentaufnahmen sehr bildhaft.
Für mich eine viel versprechende Autorin, die sicher schnell ihre begeisterten Leser findet.
Ein sehr lesenswert von mir!
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Das letzte Polaroid: Roman
Das letzte Polaroid: Roman von Nina Sahm (Gebundene Ausgabe - 17. Februar 2014)
EUR 17,99
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