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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist Liebe?
Während der ersten zehn, fünfzehn Seiten dachte ich: Großer Gott, was für eine manirierte, anstrengende Sprache, ein Bild jagt das nächste, eine Metapher die andere - da kippen Tränen aus den Augen, und die Sonne schreitet ihre Bahn ab. Kaum ein Ding oder Mensch tut in diesem Roman einfach das, was Dinge oder Menschen einfach tun. Die...
Vor 14 Monaten von Thomas Liehr veröffentlicht

versus
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irgendwie schön – und doch auch wieder nicht
Tom, Jazz-Pianist, tourt mit seinem Quartett durch Italien, als er einen Anruf von seiner Jugendfreundin Betty bekommt, die mittlerweile in Italien lebt. Sie könnten sich dort nach langer Zeit treffen.

Die Perspektive wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Erinnerung. Wir lernen vor allem Thomas sehr gut kennen, seine Unsicherheit, seine...
Vor 7 Monaten von Marie C. veröffentlicht


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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist Liebe?, 22. April 2013
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
Während der ersten zehn, fünfzehn Seiten dachte ich: Großer Gott, was für eine manirierte, anstrengende Sprache, ein Bild jagt das nächste, eine Metapher die andere - da kippen Tränen aus den Augen, und die Sonne schreitet ihre Bahn ab. Kaum ein Ding oder Mensch tut in diesem Roman einfach das, was Dinge oder Menschen einfach tun. Die Seitenmenge, die ich dem Buch noch geben wollte, um mich zu überzeugen, mitzureißen, für sich einzunehmen, nahm stetig ab. Bis ich plötzlich verblüfft feststellte, dass ich das Buch vermisste, wenn ich es beiseitelegen musste, weil ich schlicht zu müde war, um weiterzulesen. Was keinesfalls an "Die Ordnung der Sterne über Como" lag, sondern beispielsweise daran, dass es auf vier Uhr morgens zuging.
Nein, Monika Zeiner schreibt nicht und nichts "einfach". Ihre Erzählweise und ihr Stil markieren eine Singularität, fühlen sich einerseits anachronistisch an, andererseits so frisch, klug und im Wortsinn gefühlvoll wie kaum etwas anderes, das ich während der letzten Jahre gelesen habe.

Tom Holler entstammt einer mittelständischen Spießerfamilie, die in der Provinz lebt - sein Vater handelt mit Rechen- und Schreibmaschinen, glaubt auch im iPad-Zeitalter noch daran, dass seine Produkte eine Renaissance erleben werden. Aus der Insolvenzmasse eines Kunden erwirbt der Vater einen Flügel, der für den jungen Tom Lebensmittel- und Rückzugspunkt wird. In den Neunzigern lebt der liebenswürdige, wortkarge Egozentriker Holler dann in Berlin, studiert an der Musikhochschule, lernt Marc Baldur kennen, der sein bester Freund wird, und Betty Morgenthal, die seine beste Freundin wird - und Marcs Geliebte, während Holler glaubt, in eine ältere, verheiratete Klavierschülerin verliebt zu sein. Es sind nicht nur Freundschaft und Liebe, was die drei verbindet, sondern auch die elementare Affinität zur Musik, die mehr als Liebe ist, eher eine musikalische Weltsicht. Aber alles endet, manches war vielleicht nie. Inzwischen, in der Jetztzeit, steht der erfolgreiche Jazzmusiker Holler vor den Scherben einer glücklosen Ehe, spielt mit Selbstmordgedanken, längst nicht zum ersten Mal. Doch er verschiebt die Selbsttötung und tritt eine Tour an, die seine Formation nach Italien führen wird, auch nach Neapel, wo Betty inzwischen lebt.

Die Handlung dieses mehr als 600 Seiten starken Romans ließe sich fast verlustfrei in wenigen Sätzen wiedergeben, aber "Die Ordnung der Sterne über Como" ist kein handlungsbetontes Buch, sondern eine tiefgehende, sehr feingliedrige, überaus lesenswerte und lesbare Studie über das Wesen der Liebe. Der Roman seziert jenes lebensbestimmende Gefühl, ohne diesen Vorgang je klinisch, gar wissenschaftlich erscheinen zu lassen; gleichwohl gibt es seitenlange - zuweilen redlich amüsante - Referate eines Philosophieprofessors, dem Holler und Baldur zugetan sind. Nach und nach treten mehr Ähnlichkeiten zwischen der Musik, die sich zwar auch analysieren, gar mathematisch beschreiben lässt, die aber dennoch auf jeden anders wirkt, und der Liebe zutage, für die es ebenfalls Erklärungen zu geben scheint, die aber kaum jemand, der liebt, unterschreiben würde.

Zugleich gelingt es Monika Zeiner, ihre Figuren mit einer Lebenssicht auszustatten, die auf den ersten Blick nicht zum Handlungsrahmen passt, gar ein seltsames Fünfzigerjahre-Nostalgiegefühl aufkommen lässt, letztlich aber Romanpersonal und -thema so trefflich umklammert, als gäbe es ohnehin keine Alternativen. "Die Ordnung der Sterne über Como" ist ein cleveres, feines, trauriges, nein, melancholisches, unfassbar schön geschriebenes Buch, das mit seiner leisen Härte berührt und durch seine Authentizität vereinnahmt. Zudem, aber keineswegs nebenbei entführt es in einen Kosmos, für den man als Leser schließlich eine Vertrautheit entwickelt, ohne notwendigerweise selbst Musiker zu sein, gar die Musik, von der die Rede ist, überhaupt zu mögen.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Debüt voller Musik, 22. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zwei junge Berliner Musiker pflegen eine enge, geradezu ideale Freundschaft. Doch dann verlieben sie sich. Nein, nicht ineinander, aber fatalerweise in dieselbe Frau. Wird ihre Freundschaft das aushalten? Zwischen der vergammelten Künstler-WG am Prenzlauer Berg und den sonnenüberfluteten Dachterrassen Neapels, zwischen Jazz-Sessions in verrauchten Clubs und Leidenschaft unter den Sternen des Südens entspinnt sich eine stimmungsvolle und spannende Geschichte, die einem dramatischen Höhepunkt in den Schweizer Bergen zustrebt. Und immer sind die Protagonisten auf der Suche. Nach der Liebe, nach der Musik, nach einem Sinn.

Ich bin auf diesen Roman aufmerksam geworden, da die Autorin dafür den Debüt-Preis des Literaturfestivals lit.COLOGNE 2013 erhalten hat. Mit entsprechend hohen Erwartungen bin ich an die Lektüre herangetreten – und wurde nicht enttäuscht, ich habe schnell in das Buch hineingefunden und es mit Vergnügen und Gewinn gelesen.

Die literarische Qualität steht außer Frage, die Sprache ist geschliffen, voller Poesie, sie brilliert wie ein Diamant in der Sonne, die Metaphern sind originell und gut gesetzt. Die Geschichte und insbesondere die Psychologie der Protagonisten werden konsequent und glaubwürdig entwickelt. Philosophische und liebestheoretische Einschübe fügen sich organisch in den Erzählfluss ein, sie sind interessant und verleihen dem Werk Tiefgang.

Besonders gut gefällt mir das italienische Flair, das Hin und Her zwischen mediterraner Leichtigkeit und Berliner Tristesse, dies erzeugt Stimmung, eine gewisse Magie, webt einen atmosphärisch dichten Hintergrund, vor dem sich die Erzählung plastisch herauszeichnet und Spannung aufbaut. Wohltuend ist der feine Humor, der, auch in tragischen Momenten, immer wieder aufblitzt. Dass die männlichen Figuren mitunter einigermaßen trottelig daherkommen, ist wohl dem Zeitgeist geschuldet, wird aber den Leserinnen gerade gefallen.

Fazit: Ein Buch, das Spaß macht, aber auch berührt und zum Nachdenken anregt. Überaus lesenswert!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irgendwie schön – und doch auch wieder nicht, 5. Dezember 2013
Von 
Marie C. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
Tom, Jazz-Pianist, tourt mit seinem Quartett durch Italien, als er einen Anruf von seiner Jugendfreundin Betty bekommt, die mittlerweile in Italien lebt. Sie könnten sich dort nach langer Zeit treffen.

Die Perspektive wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Erinnerung. Wir lernen vor allem Thomas sehr gut kennen, seine Unsicherheit, seine Frauengeschichten, seine Musik, seine Freundschaft mit Marc und Betty und nähern uns langsam der schicksalhaften Nacht am Comer See. Auch über Bettys Leben in Italien mit Alfredo erfahren wir einiges. Man hat das Gefühl, Tom und Betty gehören zusammen, doch ist das nach all dem, was die beiden zusammen und getrennt erlebt haben, noch möglich?

Gut gefallen haben mir die philosophischen Betrachtungen über die Freundschaft und die Liebe, das Leben im Allgemeinen und im Besonderen und über den Tod. Auch die Handlung an sich war nicht uninteressant, wenn auch etwas karg. Es passiert nicht viel in diesem Buch und doch stecken ganze Leben darin. Man hätte sicherlich mit ein paar Hundert Seiten weniger auskommen können, was ich bevorzugt hätte. Denn hier wird alles genau beobachtet und detailliert beschrieben, jeder Grashalm, jeder Kieselstein, jeder Gesichtsausdruck, jedes Gefühl. Das ist auf Dauer doch etwas langatmig und wirkt zum Teil sehr konstruiert. Dabei ist die Sprache gehoben und bildhaft, die Sätze zum Teil sehr lang und verschachtelt, was das Lesen anstrengend macht. Besonders unangenehm ist mir dabei die indirekte Rede aufgestoßen, die einen großen Anteil hat. Es wirkt dadurch alles recht düster und leblos, selbst die leichtlebigen, beschwingten Szenen. Mich hat das Buch richtig runtergezogen.

Ich kann das Buch daher nur bedingt empfehlen. Man muss diese Art des Schreibens mögen, sonst wird man es nicht genießen können.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein herausragender Roman in beeindruckender Sprache, 28. Juni 2014
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
Monika Zeiner? Noch nie gehört, dachte ich, als ich zum Geburtstag mit diesem Buch überrascht wurde.
Und jetzt hat sich dieser Name in mein Gedächtnis gebrannt, denn das, was diese Autorin an sprachlichen Wortschöpfungen, poetischen und völlig neu erdachten Metaphern und beeindruckend intelligentem Gedankengut in ihren Roman fließen lässt, ist so gut, dass man kaum Worte dafür findet.
Hervorragend komponiert, steht der Leser schon ziemlich am Anfang des Romans mit dessen Protagonisten Tom Holler neben einem Toten, Marc, der sein bester Freund war und den Holler nicht erkennen will, nicht finden kann in diesem wächsernen Gesicht. Die Szene ist so echt, so wirklich dargestellt, dass man jede Gefühlsregung mitempfindet, nicht die Spur rührselig, kein Pathos, keine überflüssigen Worte, nur das, was als Reaktion denkbar und nachempfindbar ist.
Es folgt die Geschichte von Tom und Marc vom ersten Kennenlernen an über ihr Leben in einer gemeinsamen Wohnung, ihre gelebte Liebe zur Musik und ihre Liebe zu Frauen bis hin zu der Situation, in der Holler neben seinem toten Freund steht. Dabei werden nach und nach die Charaktere der beiden Freunde herausgeschält, um allmählich dem Grund dieses Todes auf die Spur zu kommen – spannend, poetisch, ergreifend.
Den detaillierten Inhalt möchte ich keinem Leser vorwegnehmen. Für mich ist das Wichtigste an diesem Roman, dass jedes Wort ein Genuss ist, er fasziniert vom ersten Moment an, rief in mir oft stilles Einverständnis hervor, wenn zwischen den von Monika Zeiner erschaffenen Figuren in Gesprächen so wahre Gedanken, so treffende Reflexionen wiedergegeben werden, dass ich mich des öfteren dabei ertappte, wie ich unwillkürlich nickte und völlig mit dem Gedankengut verschmelzen konnte.
Für viele Leser wird jetzt schon das Warten auf den nächsten Roman dieser besonderen Autorin beginnen. Ein glänzendes Stück Literatur!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ermüdend, 16. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Leser der diesem Buch 5-Sterne gab schreibt: "Während der ersten zehn, fünfzehn Seiten dachte ich: Großer Gott, was für eine manirierte, anstrengende Sprache, ein Bild jagt das nächste, eine Metapher die andere...". Stimmt genau, und es wird nach 15 Seiten nicht besser. Ich darf mal Seite 147 dieses Werkes zitieren: "Um die Zeit totzuschlagen (eine Redewendung die er mochte, behauptete sie doch euphemistisch eine Überlegenheit des Menschen über die Zeit, indem man sie sich als einen Schwarm winziger Sekunden und Minuten mit Beinchen, eventuell Flügeln, vergegenwärtigte, die man mit Hilfe einer großen Fliegenklatsche erschlug, die Stunden dagegen als dicke, etwas plumpe, durch einen Hieb der bloßen Hand zu erledigende Käfer), um diesen Zeitschwarm totzukriegen, begann er, weil er die Musik für das beste Zeitvernichtungsmittel hielt, auf dem Flügel zu improvisieren, ein Gebilde aus komplizierten Upper Structures zu errichten.....". Die Zeit totschlagen behauptet also euphemistisch eine Überlegenheit des Menschen über die Zeit. Auch die Autorin hat wohl dicke plumpe Käfer mit der Hand erschlagen müssen. Wer dafür keine Zeit hat, hat es schwer. Keine Ahnung, wie man mit solchem Pennälergefasel verlegt wird und dann noch für den Buchpreis nominiert wird. Ich habe mich jedenfalls durchquälen müssen, auch wenn die Geschichte für sich genommen einen gewissen Reiz hat.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Ordnung der Sterne über Como, 18. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Freundschaft, dachte er, und er äußerte es einmal Marc gegenüber, ganz im allgemeinen, philosophischen Sinn, hält länger frisch als die Liebe. Freundschaft hat kein Verfallsdatum, muss nicht mit irgendwelchen Taschenspielertricks am Leben gehalten werden, Freundschaft stirbt nicht in der Zeit, sondern im Gegenteil, sie wächst noch darin."

Zum Inhalt:
Wie viel Liebe verträgt eine Freundschaft?
Kurz bevor der Pianist Tom Holler mit seiner Band auf Italien-Tournee geht, trennt sich seine Frau von ihm. Voller Schwermut über sich und sein Leben lässt er dieses während der Zugfahrt Revue passieren und lässt uns, den Leser daran teilhaben. Er erinnert sich an seinen besten Freund Mark Baldur und seine beste Freundin und große, unerreichbare Liebe Betty Morgenthal.

Wir erfahren auf dieser Reise, warum er seine beiden besten Freunde gleichzeitig verlor. Was in einer Nacht in Como geschah und warum dieses Dreiergespann dann letztendlich auseinanderbrach. Aber wir hoffen auch mit Tom zusammen auf eine zweite Chance, wenn er Betty endlich in Neapel wieder treffen wird.

Meine Meinung:
Ich glaube mir ist es noch selten bei einem Roman so schwer gefallen ihn zu rezensieren. Am Anfang der Lektüre habe ich mich sehr schwer getan. Nicht nur mit der Geschichte um Tom, Mark und Betty sondern auch mit dem Schreibstil der Autorin. Sie liebt es, meiner Meinung nach endlos erscheinende Sätze zu schreiben, die ich wirklich oft mehrfach lesen musste um sie zu verstehen. Aber trotzdem muss ich sagen, nachdem ich ca. das erste Drittel des Buches gelesen hatte und mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, wurde es immer leichter und besser und letztendlich muss ich sagen, es hat sich doch gelohnt durchzuhalten.

„Die Ordnung der Sterne über Como“ ist der Debütroman der Autorin Monika Zeiner und ich denke dass man nach diesem stimmungsgewaltigen Roman noch so einiges von ihr hören wird. Sie schreibt sehr philosophisch, was vielleicht nicht direkt jedermanns Sache ist, aber sie drückt dadurch auch die verschiedenen Stimmungen ganz großartig aus.

Wunderbar gefallen hat mir dabei auch der folgende Abschnitt:
„Wer bin ich, wenn sich niemand an mich erinnert? Werde ich einmal gewesen sein, wenn ich einmal nicht mehr bin? Werde ich existiert haben, wenn sich niemand meiner erinnert? Existiert nicht nur das, woran sich irgendjemand auf dieser Scheißwelt erinnert, das, was von irgendjemandem in die Krämerschubladen der Weltgeschichte hineingetan wird, und der Rest ist nicht geschehen?“
Solche Passagen haben mich persönlich immer wieder für die meiner Meinung nach etwas langatmigeren Passagen dazwischen entschädigt.

Fazit:
Ein bild- und stimmgewaltiger Roman mit viel Philosophie. Ein etwas anderer Debütroman von einer Autorin, von der wir bestimmt noch öfter lesen werden. Wenn er auch zeitweise nicht so ganz mein Fall war, so war er doch absolut lesenswert.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen naja, 12. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich kann den "Hype" um diese Buch nicht ganz nachvollziehen. Die Schreibweise der Autorin entzückt vielleicht Leser die sich von einem gewissen poetischen Erzählstil angezogen fühlen. Von daher kann Ich die Lobhymnen aus dieser Richtung durchaus verstehen. Für Leute die aber einfach nur durch eine gute Geschichte unterhalten werden wollen, sind die langen, mit Information vollgestopften und ausufernden Sätze jedoch sehr gewöhnungsbedürftig, teilweise sogar anstrengend. Ach die Story ist nicht besonders oder gar neu, so daß ich sagen würde "muss man gelesen haben". Dies ist jedoch ausschließlich meine Meinung.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Spur zu aufgesetzt, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Die Ordnung der Sterne über Como“ von Monika Zeiner ist ein mit knapp über 600 Seiten recht umfangreicher Debütroman über Liebe und Freundschaft, der 2013 den Sprung auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat.

Inhaltlich geht es um Tom, Musiker aus Berlin, der kurz vor einer Konzerttournee durch Italien von seiner Frau verlassen wird. Doch bevor Tom völlig in seiner Depression versinken kann, spricht ihm unerwartet eine alte Freundin auf den Anrufbeantworter. In Italien könnten sie sich wiedersehen. Betty erinnert Tom an eine bessere Zeit vor vielen Jahren, als sie zu dritt, Betty, Tom und sein bester Freund Marc, glücklich waren. Während seiner Reise nach und durch Italien kehrt Tom zu diesen Erinnerungen zurück…

Sprachlich zeigt sich „Die Ordnung der Sterne über Como“ sehr bildgewaltig, reich an Metaphern und Vergleichen, und nur selten locker-leicht erzählend. Es ist anspruchsvoll geschrieben, teilweise einzigartig und schön, teilweise aber auch recht aufgesetzt. Die Hauptfiguren, verbandelt mit der Musik und moderne Menschen, mehr als 10 Jahre nach ihrer gemeinsamen Zeit, bekamen durch den Stil der Autorin häufig etwas Träges, Schwermütiges, oft schon drückend Depressives und Angestaubtes. Insgesamt herrschte ein alt wirkender Grundton vor, der nicht so recht zu den Protagonisten passen wollte.

Zeiner produziert eine anspruchsvolle Sprache mit langen, stark verzweigten Sätzen und einem Hang zum poetisch-philosophisch Nachdenklichen – durchaus lesenswert und dennoch: Durchgehend blieb das Gefühl, dass die Authentizität von Handlung und Figuren ein wenig dem gewollten literarischen Anspruch geopfert wurde. Man könnte meinen, die Figuren würden in längst vergangenen Zeiten leben, Jahrhunderte zurück, und nicht in der Gegenwart, so sehr fehlt dem Roman manchmal das Moderne.

Sicher hat die Geschichte an sich schon eine nachdenkliche Grundstimmung, gerade Tom zeigt auch klar erkennbare Depressionen, und trotzdem hätten die durchaus vorhandenen Lebensfreude widerspiegelnden Passagen zahlreicher sein können. Die Schwere, gerade im Miteinander der Protagonisten, empfand ich häufig als zu dominant.
Zudem wurden die 600 Seiten mit einer oft so langsamen, beobachtungslastigen und handlungsarmen Geschichte gefüllt, dass sie nicht frei von einigen Längen war. Nicht selten stopfte zu viel Alltagserzählung die Lücken, gerade bei der neben Tom zweiten Hauptfigur, Betty.

Insgesamt sind die Idee und auch die Umsetzung der Geschichte aber gut gelungen. Es ist eine Analyse von Liebe und Freundschaft, eine persönliche Weiterentwicklung durch die Aufarbeitung der Vergangenheit. Die Handlung steuert auf eine unerwartete Dramatik zu, was die Längen zum Teil aufwiegen konnte. Auch die Einflüsse der Musik und der Wechsel zwischen Berlin und Italien waren interessante Elemente des Romans.

Fazit: „Die Ordnung der Sterne über Como“ ist ein guter Debütroman mit einer interessanten Geschichte, die sich mit alter Liebe und Freundschaft befasst. Die 600 Seiten sind nicht frei von Längen und es zeigt sich auch, dass weniger manchmal mehr sein kann, auch bei einem bildgewaltigen Schreibstil. Gelegentlich wirkt es aufgesetzt. 4 Sterne.
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5.0 von 5 Sternen Eine Ode an verpasste Gelegenheiten und falsche Zeitpunkte, 13. April 2013
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
..mit musikalischer Begleitung und was daraus werden kann - so könnte man in wenigen Worten Monika Zeiners wundervolles literarisches Debut "Die Ordnung der Sterne über Como" zusammenfassen.
Es geht eigentlich um ein Allerweltsthema: Tom und Betty steht nach zig Jahren ein Wiedersehen bevor - nach Jahren ohne Kontakt, wobei sie sich früher einmal sehr nahe standen. Doch die gemeinsame Vergangenheit ist alles andere als einfach - sie wird belastet durch die Erinnerung an den gemeinsamen Freund Marc, der durch einen Unfall ums Leben kam. Tom und Betty haben weitergelebt, jeder auf ihre Weise: Betty als Ärztin in Italien, Tom als Musiker in Berlin - ein Leben ähnlich dem, das er bereits vor Marcs Tod hatte... aber dann auch wieder nicht.
In Rückblenden vor allem aus Toms, aber auch aus Bettys Perspektive erfährt der Leser die ganze Geschichte - es geht um die Bedeutung von Marc im Leben der beiden ÜBERlebenden. Mit Tom verband ihn eine ungewöhnliche, wegweisende, lebensbestimmende Freundschaft, mit Betty eine Liebesbeziehung. Doch auch zwischen Tom und Betty gab es eine Liebesbeziehung.
Wie dies alles zusammenfloss, welche Tragik dem allen innewohnte, dies erzählt Monika Zeiner virtuos, nein, sie singt es bzw. sie malt mit Worten. Aus Verlust wird zwar nicht Gewinn, so aber doch Erkenntnis, aus Schwermut wird Leichtigkeit - und aus dem so bekannten Thema wird eine unvergessliche Geschichte.

Dieser Roman ist auch ein Geschenk an die deutsche Sprache, ein Zeichen an ihre Liebhaber und Verfechter ihrer Reinheit, ihres Klanges und ihrer Möglichkeiten, denn in ihrem Werk zeigt die Autorin in mannigfaltigen Facetten ihren Reichtum, ihre schillernde Präsenz auf. Für mich ist Monika Zeiner die Königin, ach was: die Kaiserin der bedeutungsvollen, der bis ins Mark treffenden Worte.

Ich hatte bei diesem Buch den Eindruck "in den weiten Joggingklamotten meiner eigentlichen Seele unterwegs sein zu dürfen", um wenigstens eine von Zeiners literarischen Delikatessen zu zitieren (S. 110) - so wohl habe ich mich damit gefühlt - und tue es weiterhin. Für mich ist dies nämlich ein absolut unkorrumpierbares Buch, eines dem ich hundertprozentig vertraue und das ich immer in meiner Nähe wissen will, um mich an der Essenz zu laben, um die kleinen Juwelen der Wortkunst bei Bedarf immer wieder zu genießen, um mich von ihm einfangen zu lassen, wann immer ich es als notwendig erachte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbares Buch, 25. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Sterne über Como: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein wirklich schönes Buch, voller Poesie, brillanter Metaphern und philosophischer Überlegungen über die Liebe. Die intelligenten Satzkonstruktionen schwingen geradezu wie Musik in den Ohren. Ein tolles Debüt!
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Die Ordnung der Sterne über Como: Roman
Die Ordnung der Sterne über Como: Roman von Monika Zeiner (Gebundene Ausgabe - 6. März 2013)
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