Kundenrezensionen

18
3,7 von 5 Sternen
Ambra: Roman
Format: Gebundene AusgabeÄndern
Preis:22,99 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Januar 2013
Ambra handelt von einer deutsch-polnischen Familiensaga, in der alle Generationen durch einen geheimnisvollen Bernsteinanhänger Geheimnisse in sich tragen. Hauptaustragungsort der Romanhandlung ist die "Stadt am Meer", die zwar nicht namentlich genannt wird, aber doch klar als Danzig zu erkennen ist. Kinga Mischa, die bisher allein mit ihrem Vater in Deutschland gewohnt hat, erbt nach dessen Tod überraschend ein Haus in Polen von ihm. Nicht nur, dass sie keine Ahnung von diesem Haus hatte, erfährt sie nach einem Telefonat mit Danzig, dass dort auch polnische Verwandtschaft, die Myszas, leben. Spontan tritt sie eine Reise nach Danzig an, um sich ein Bild von der Vergangenheit und der Verwandtschaft ihres Vaters zu machen. Bartosz, ihr Cousin nimmt sie am Bahnhof in Empfang und bringt sie zu ihrem Haus. Unvoreingenommen wird sie von den Bewohnern Renia und Albina in die Wohngemeinschaft aufgenommen. Kinga entscheidet sich dafür, vorerst in Polen zu bleiben und die Stadt besser kennenzulernen.

So einfach wie die Einleitung sich liest, ist die Handlung nicht. Sabrina Janesch teilt den Roman in verschiedene Handlungsstränge ein, die aus Sicht von Kinga, aus Sicht der eingeschlossenen Spinne im Bernsteinanhänger und aus der Sicht eines deutschen Stadtschreibers, der in Danzig lebt, erzählt werden. Dazu kommen Zeitsprünge, die immer wieder von der Vergangenheit in die Gegenwart führen. Genauso unterschiedlich wie die einzelnen Handlungen sind, so sind dies auch die einzelnen Protagonisten. Besonders Bartosz, ihr Cousin, der die Zeit im irakischen Krieg nicht verarbeiten kann und Renia, die stille, unergründliche Mitbewohnerin, sind zwei starke Hauptpersonen dieses Romans. Selbst der Stadt Danzig gilt diese Zwiespältigkeit, auf der einen Seite eine wunderschöne historische Stadt und dann wieder geheimnisvolle Orte, die die Bewohner in Unruhe versetzen.

Dieses Buch zeigt erst auf den zweiten Blick sein Geheimnis. Der Erzählstil hat viele wunderbare Momente, in denen man sich von der Geschichte einfach tragen läßt und die Poesie des Moments genießt. Dabei muss man sich allerdings Zeit nehmen. Dies ist auf keinen Fall ein Buch, das man so nebenbei lesen kann. Viele Textstellen fordern die ganze Aufmerksamkeit, besonders durch die unterschiedlichen Handlungen.

Ein anspruchsvolles, empfehlenswertes Lesevergnügen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Januar 2013
Erst nach dem Tode ihres Vater erfährt Kinga Mischa von der Wohnung in der Stadt am Meer - jene Wohnung in Danzig, die plötzlich ihr gehören soll, die aber allem Anschein nach von ihrer polnischen Verwandtschaft bewohnt wird. Sie nimmt Kontakt zu ihrem Cousin Bartosz auf und beschließt schließlich, nach Danzig zu reisen, um neben ihm auch ihren Onkel sowie ihre Tante kennenzulernen. Als Begleitung nimmt sie nur einen alten Bernsteinanhänger mit, in dem eine Spinne eingeschlossen wurde. Schon lange ist dieser Anhänger im Besitz der Familie und verleiht dem Träger unerwartete Einblicke in das Leben seiner Mitmenschen.

Die Grundidee der Geschichte sowie deren Aufbaus schien durchaus vielversprechend, denn sie wird aus drei unterschiedlichen Sichtweisen, nämlich der von Kinga, der Spinne im Anhänger und einem Stadtschreiber erzählt. Problematisch hieran ist allerdings, dass der Leser hierauf nicht ausreichend vorbereitet wird. Wenn man sich wie ich vor dem Lesen nicht auf Inhaltsangaben und Rezensionen stützt, sondern das Werk als solches erfahren möchte, kann es leicht passieren, dass man bis zur Mitte des Buches nicht versteht, was überhaupt vor sich geht. Und zwar nicht auf eine geheimnisvolle, spannende Art und Weise, sondern vielmehr genervt und entmutigt, da es so kaum etwas gibt, woran man sich festhalten, geschweigedenn wofür man Interesse aufbauen könnte.

Diese schlechte Einführung betrifft nicht nur den Inhalt an sich sondern auch die auftretenden Personen. Allem voran die Protagonistin bleibt unangenehm blass und entwickelt sich mit der Zeit immer mehr zu einer der unsympathischsten Hauptpersonen, die ich bisher in einem Buch erleben durfte. Selten wollte ich einen Charakter so gerne aus dem Buch herausziehen, nur um sie durchzuschütteln und zu fragen, was zum Geier eigentlich in sie gefahren sei. Nicht nur handelt sie oft unnachvollziehbar, nein, zusätzlich stört ihre ständige Naivität und gleichzeitig ihre vorwurfsvolle, unüberlegte Art im Laufe der Geschichte immer mehr. Darüber hinaus wandeln sich andere Charaktere oftmals plötzlich und ohne ersichtlichen Grund, sind völlig unbeständig und bleiben eigenartig fremd.

Der vielfach gelobte Schreibstil der Autorin weist meiner Meinung nach zwei große Defizite auf. Zum einen wird die großartige Vorlage mit den drei Sichtweisen durch die immer gleiche Sprache regelrecht zunichte gemacht, weshalb man die einzelnen Abschnitte nur durch die kennzeichnenden Symbole sowie der wechselnden Ansprache der Personen ausmachen kann. Wie schon ein weiterer Rezensent betont hat: Hierüber können auch vermeintlich abgrenzende, märchenhafte Einleitungen der Spinnenerzählung nicht hinwegtäuschen. Zum anderen sind die Beschreibungen der Umgebung zwar voller schöner Worte, aber oft derart ausschweifend und langatmig, dass es schwer fällt, sie nicht nur grob zu überfliegen. Letzteres ist aber sicherlich Geschmackssache, daher rate ich jedem dazu, sich auf der Seite der Autorin durch die Leseprobe selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Ambra schlägt zwar unbekannte Wege ein und zeigt spannende, neue Situationen auf, doch diese schaffen es nicht, über wenige Seiten hinaus weiter zu fesseln. Auch das Ende der Geschichte ist in Anbetracht des Potenzials leider sehr enttäuschend. Zwar spitzen sich die Ereignisse in zwei Erzählsträngen immer mehr zu und entzweien sich drastisch, doch das Buch startet mit vielen Fragen und lässt den Leser letzten Endes mit unzähligen weiteren unbeantworteten zurück, was statt anregender Grübelei eher den fahlen Beigeschmack hinterlässt, dass es der einzige Ausweg aus dieser Geschichte war, für die es kein schlüssiges Ende mehr gab. So bleibt nur zu sagen: Schade, dass diese gute Idee nicht besser ausgebaut und umgesetzt wurde.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. September 2012
Auch wenn der Ort, an dem "Ambra" spielt, nicht namentlich genannt wird, ist mir schon früh klargeworden, dass es sich bei der Stadt am Meer, um die Stadt Danzig handeln muss. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kinga, benannt nach der heiligen Kunigunde von Polen, eine junge Frau aus Deutschland, deren Vater gestorben ist. Nach Danzig verschlägt es sie, weil ihr Vater ihr ein überraschendes Erbe hinterlassen hat: ein Haus in Danzig. Kingas Vater hinterlässt nicht nur diese Wohnung, sondern es hält sich darin auch noch die polnische Verwandtschaft Kingas auf, von deren Existenz sie zuvor nichts geahnt hatte. Kinga beschließt, nach Danzig zu reisen, um sich das Haus anzuschauen und ihre Verwandten kennenzulernen. In Danzig trifft Kinga auf Bartosz, ihren Cousin, der traumatisiert aus dem Krieg im Irak zurückgekehrt ist und Schwierigkeiten hat, sich im Alltag zu Hause wieder zurecht zu finden. Sie lernt Brunon und Bronka kennen, ihren Onkel und ihre Tante – Bronka, die "als Mutter der Familie" eine Naturgewalt ist, der sich jeder beugen muss. In dem Haus, das ihr Vater ihr vererbt hat, lebt sie zusammen mit Albina und Renia, für die sie mehr als nur freundschaftliche Gefühle empfindet. Kinga beschließt in Danzig zu bleiben und beginnt damit, in einem kleinen Varieté zu arbeiten, in dem auch Renia arbeitet.

Die Geschichte, die Sabrina Janesch erzählt, ist verschachtelt und besteht aus mehreren zeitlichen Ebenen und Handlungsebenen, was es schwierig macht, die Geschehnisse zusammenzufassen. Es gibt zeitliche Sprünge, die Erzählung bewegt sich ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Leser taucht ab in die Familiengeschichte der Myszas und wird dann überrascht von kursiven Einschüben, in denen man plötzlich hineinversetzt wird in die irakische Wüste. Und dann gibt es da auch noch Tilmann Kröger, Stadtschreiber Danzigs, bei dem einem das Gefühl überkommt, dass er selbst gerade an "Ambra" schreiben könnte. Sein Buchprojekt handelt "von einer Stadt am Meer [...], einer etwas sonderbaren Protagonistin, außerdem von einer ungewöhnlichen Familiengeschichte."

Sabrina Janesch ist mit "Ambra" ein stilles, ein ruhiges Buch gelungen, das jedoch sehr viel in sich verbirgt. Es gibt immer wieder sehr poetische Stellen, in denen ich mich fast verlieren konnte. Beim Lesen entwickelte sich bei mir irgendwann das Gefühl, als würden mich die Wellen vor Danzig langsam auf und ab schaukeln. "Ambra" ist kein leicht zu lesendes Buch, es gibt immer wieder enorm starke Wellen, bei denen ich fast die Orientierung verliere und dann wiederum plötzliche Wasserstille, bei der ich mich nur noch treiben lassen kann. "Ambra" erfordert Aufmerksamkeit, Zeit und Interesse – wenn man all dies aufbringen kann und möchte, hat man das Glück, einen großartigen Roman entdecken zu dürfen. Auf den ersten Blick wirkt das Buchcover etwas spröde und unscheinbar, dieser Eindruck ändert sich jedoch bereits beim Aufklappen des Buches: im Bucheinband gibt es eine wunderschöne Zeichnung, die einen ersten Einstieg in die Geschichte bietet.

"Ambra" ist eine großartige Familiengeschichte und ein verführerisches Porträt der Stadt Danzig. Zusammengehalten werden diese beiden Stränge von einer liebenswerten, doch manchmal etwas weltfremden Hauptfigur: Kinga, Kinga Mischa, die einzige, die die ganze Wahrheit kennt.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Januar 2013
Kinga erbt eine Wohnung am Meer als ihr Vater stirbt. Ausserdem noch einen Bernstein Anhänger der den Träger mit besonderen Fähigkeiten ausstatten soll. Sie beschliesst zu der Wohnung zu reisen. Dort leben Menschen (Teil ihrer Familie) die sie zunächst nicht sehr herzlich willkommen heissen. Allmählich arrangieren sie sich aber mit ihr. Dann verschwinden zwei Menschen und sie gerät unter Verdacht, ihre Gabe missbraucht zu haben.
Leider bin ich nie richtig mit dem Buch warm geworden, ich bin schon nicht in die Geschichte reingekommen und so hat sich das lesen für mich eher dahin gezogen. Die Stimmung des Buches finde ich äußerst düster und die Charaktere finde ich zum Teil sehr befremdlich. Ich kann mich weder in ihrer Situation noch in das Land hineinversetzten. Ich kann erstmal gar nicht rausfinden in welcher Stadt das Buch spielt (Danzig wie ich später herausfinde), und dann ist mir unklar, wie Kinga eigentlich so lebt, wieso kann sie sich auf den Weg in diese Wohnung machen, was ist mit ihrem bisherigem Leben, als was arbeitet sie?
Ich kam auch mit den drei Erzählsträngen nicht wirklich gut zurecht, vor allem die Sicht der Spinne fand ich verwirrend…Sprachlich fand ich es leider nicht so fesselnd, wie ich mir das nach dem lesen von einigen Rezis erhofft hatte.
Alles in allem kein Buch, das mich fesseln konnte.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 27. Dezember 2012
Siehst Du die Spinne? Sie hat sich alles gemerkt, was jemals um sie herum geschehen ist.
~ ~ ~
Eine deutsch/polnische Familiengeschichte, eine Reise voller Mystik und zugleich eine Liebeserklärung an Danzig.
~
Erst nach dem Tod ihres Vaters erfährt Kinga von ihren polnischen Verwandten und dem Haus, das jetzt in ihren Besitz übergegangen ist. Sie macht sich auf in die Stadt am Meer, begleitet von einem weiteren Familienerbstück, einer Spinne, eingeschlossen in Bernstein.
Das Zusammentreffen mit der Familie gestaltet sich schwierig, denn es herrscht ein seit Generationen weitergelebter Zwist und auch die deutsch/polnische Annäherung geht über sehr holprige Pfade...
~ ~ ~
Sabrina Janesch erzählt in einer wunderschönen, ruhigen, fast schon poetischen Sprache und trotzdem mit einer Wucht und Wortgewalt, die aussergewöhnlich ist.
~
In Ambra fliessen 3 Erzählstränge zusammen, die bei jeweiligem Wechsel mit einem Symbol gekennzeichnet sind.
Da ist zum einen die Vergangenheit, die Spinne, bzw. der Bernsteinanhänger, der seine Geschichte, die Geschichte der Brüder Konrad und Marian und damit den Beginn der Entzweiung der Familien Mischa / Myska erzählt.
Auf der heutigen Ebene erzählt Kinga von Ihrer Reise und den Erlebnissen mit ihrer Familie und den Menschen in Polen, daneben bekommt man aber auch immer wieder die Version eines zwar recht unbeteiligten, aber trotzdem wohl nicht unbedingt unparteiischen, Dritten mit.
~
Das Buch lebt von dem gelungenen Wechselspiel der Ebenen, seiner Mystik und den Geschichten mit ihren offen liegenden Enden, denen man im ganzen Buch begegnet. Sabrina Janesch überlässt es dem Leser, welche Schlüsse er daraus zieht, wie er die Personen und ihre Sicht der Geschehnisse wahrnimmt. Und oftmals liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte.
Einzige Schwachstelle dieses Stils ist für mich persönlich das Ende. Hier hätte ich mir zum ersten Mal mehr Klarheit gewünscht.
~ ~ ~
Ambra ist ein sehr vielschichtiger Roman, der Aufmerksamkeit fordert, die man ihm aber auch sehr gerne zugesteht, denn einmal eingetaucht, lässt er einen nur schwer wieder los.
~
Fazit: Eine fesselnde und faszinierende deutsch/polnische Familiengeschichte, in der die Geister der Vergangenheit und die Mystik des Lebens eine große Rolle spielen.
~ ~ ~
Zu viele Dinge waren zu Ende gegangen und zu wenige hatten ihren Anfang genommen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Erbschaften sind etwas Schönes, solange es keine leer ausgegangenen Verwandten gibt, die versuchen, einem das Geerbte abzujagen. Besonders problematisch wird eine Erbschaft, wenn es um Immobilien geht.
Kinga erbt von ihrem Vater eine Wohnung in einer Stadt am Meer und einen Bernstein. Beides hat es in sich. Die Wohnung Verwandte, die seit langem darin wohnen, sie als ihre eigene ansehen und der Eigentümerin Kinga großzügig anbieten, ihr nur die halbe Miete zu berechnen. Der Bernstein eine eingeschlossene Spinne und eine geheimnisvolle Kraft, die sich durch die gesamte Familiengeschichte zieht.
Die Stadt am Meer ist unschwer als Danzig zu erkennen, eine Stadt, die eine höchst wechselhafte deutsch-polnische Entwicklung durchgemacht hat. Im Buch spiegelt sich das in der deutsch-polnischen Familie Mysza-Mischa, deren ungewöhnliche Geschichte die Spinne im Bernstein erzählt.
Neben der Erzählung der Spinne und der Erzählebene aus Sicht Kingas gibt es noch einen Schriftsteller als Erzähler. Diese drei Stränge verzwirbeln sich zu einem vielschichtigen Roman, der sprachgewaltig und poetisch erzählt wird.
Die Rückblicke auf die Vergangenheit wechseln sich mit der Beschreibung der Gegenwart ab, wobei sich das Thema Krieg als roter Faden durch alle Zeiten zieht. Auch das Mystische spielt durchgehend eine wichtige Rolle, denn einige Mitglieder der Familie haben, wenn sie den Bernstein tragen, eine besondere Gabe. Kinga gehört dazu.
Ich fand Janeschs erstes Buch, „Katzenberge“, persönlicher, ich hatte beim Lesen stärker das Gefühl, dass die Autorin emotional beteiligt ist. Trotzdem hat mir auch dieses Buch gut gefallen. Zum Einen, weil die Einzigartigkeit der Geschichte Danzigs so lebendig beschrieben wird, und zum Anderen, weil es in einer wunderbaren Sprache geschrieben ist.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Januar 2013
In diesem Roman wird die Geschichte teils widersprüchlich erzählt von Kinga Mischa, einem Stadtschreiber und einer im Bernstein gefangenen Spinne. Die Wahrheit erschließt sich dem Leser nicht.
Handlungsort ist eine Stadt am Meer in Polen (Danzig). Nach dem Tod des Vaters verlässt sie Deutschland und geht nach Polen, um den anderen, bisher unbekannten Teil ihrer Familie kennen zu lernen. Von ihrem Vater hat sie einen geheinmisvollen Bernstein mit eingeschlossener Spinne geerbt, den ein Geheimnis umgibt: er soll seherische Fähigkeiten fördern. In der Stadt angekommen scheint er zu wirken...
In dem Roman geht es auch um ein großes Familiengeheimnis, um die seelischen Verletzungen der Traumatisierten aus alten und aktuellen Kriegen und um Familie, Freundschaft und Liebe. Der Leser wird in die teils märchenhaft, teils realistisch erzählte Geschichte hineingezogen und kann der Erzählung aus drei Perspektiven folgen vor der er niemals weiß, welche die wahre Geschichte erzählt. Falls es überhaupt eine wahre Geschichte gibt...
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
am 3. Januar 2013
Meine Meinung:

Das Buch ist in mehreren Erzählsträngen aufgeteilt, die sich innerhalb der Kapitel abwechseln. Dieses wird durch kleine Symbolen kenntlich gemacht, die den Anfang des jeweiligen Erzählstrang anzeigen.

Es gibt den Rückblick in die Familiengeschichte, die Geschichte des Bernsteinanhängers und des Streites, der seit Generationen herrscht. Dann erzählt Kinga ihre Wahrheit, ihre Visionen, die der Anhänger unkontrolliert hervorbringt. Ausserdem gibt es den Stadtschreiber mit seiner Version der Geschichte und seiner eigenen Wahrheit. Die Geschichte von Kinga und dem Stadtschreiber scheinen am Anfang noch übereinzustimmen, aber mit jedem Kapitel entfernen sie sich. Der Leser wird so "gezwungen" sich sein eigenes Bild zu machen und sich seine eigene Meinung bilden.

Es war für mich in Ordnung, dass die Kapitel sehr offen gehalten waren, aber leider war das Ende genauso offen. Damit bin ich nicht ganz klar gekommen und ich hätte mir auf einige Fragen noch Antworten gewünscht. Halt ein greifbareres Ende.

Der Schreibstil ist wundervoll. Ruhig fließt die Geschichte dahin und trotz der ruhigen Art, ist sie so intensiv. Schon die ersten Seiten zogen mich in den Bann, eine wundervolle Liebeserklärung an Danzig, die ich mehrmals gelesen habe.

Das Buch ist sehr ruhig und auch zum lesen benötigte ich vollkommene Ruhe. Es ist kein Buch für zwischendurch, sondern ein Buch, welches viel Aufmerksamkeit vom Leser beansprucht. Und Zeit zum nachdenken.

Die Spannung, die aus dem Wechselspiel der Erzählstränge und dem Wechsel aus Mystik, Magie und Realität aufgebaut wird, verliert im mittleren Teil spürbar, kommt aber gegen Ende wieder voll zurück.

Fazit:

Sehr ruhig und sehr intensiv. Eine fesselnde Familiengeschichte.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 29. Dezember 2012
Kinga Mischa hat ihre letzte Prüfung in Kunstgeschichte und Philosophie abgelegt, als ihr der Vater ein altes Erbstück schenkt, einen Bernsteinanhänger mit einer eingeschlossenen Spinne. Nach des Vaters Tod teilt der Notar Kinga mit, dass sie eine Wohnung geerbt habe in einer Stadt am Meer. Wenige Jahre zuvor hatte ihr Vater sie erst geerbt von Marian Mysza. Kinga macht sich auf in diese Stadt.
Der Roman beginnt mit einer beeindruckenden Hommage an Danzig, diese Stadt am Meer. Danach besteht die Geschichte aus vier Teilen.
Jedes Kapitel beginnt mit einem historischen Rückblick. Darin wird die Geschichte der Familie Mischa und des Bernsteinanhängers erzählt. Während der ältere Bruder Konrad als Deutscher erzogen wird, verhält sich Marian mehr und mehr wie ein Pole, der Nationalität seiner Mutter.
Kingas Aufenthalt in der Stadt wird einmal von ihr selbst, zum anderen von einem Stadtschreiber erzählt. Mit jedem neuen Kapitel weichen diese Beschreibungen deutlicher voneinander ab. Kinga, die gehofft hatte, vom Mietzins der Wohnung leben zu können, wird damit konfrontiert, dass ihre Verwandtschaft hofft, die Wohnung überschrieben zu bekommen. Renia, die als Medium arbeitet, Albína, eine Bildhauerin, und Rokas, ein lettischer Künstler, teilen sich die Wohnung. Da Rokas selten da ist, bekommt Kinga sein Zimmer. Der Kampf um die wohnung überschattet die familiären Bindungen.
Bartosz, Marians Enkel, holt Kinga vom Zug ab. Doch nach seiner Rückkehr aus dem Irakkrieg kommt er mit seinem Leben nicht mehr zurecht.
Den vierten Erzählstrang verdankt das Buch dem Bernsteinanhänger. Damit kann Kinga tief in die Erinnerung der Menschen eintauchen. So wird sie mit den Kriegserlebnissen von Bartosz konfrontiert. Er hat einen Kriegskameraden sterben sehen und war dabei, als ein Zivilist erschossen wurde, nur weil man seine Sprache nicht verstand. Der Tod des Kriegkameraden J. greift tief in Bartosz Leben ein. Doch auch Renias Gedanken kann Kinga lesen. Renia, die aus Deutschland nach Polen zurückgekehrt ist, und in den Straßen der Stadt die Toten der Vergangenheit gesehen hat, wirkt anziehend auf Kinga.
Der Roman bezieht seine Spannung aus dem Gegensatz von Realität und Mystik. Erstaunlich exakt gelingen die Übergänge zwischen den einzelnen Handlungssträngen.
Es wird ein Stück Familiengeschichte erzählt, die geprägt ist durch die Vergangenheit zweier Nationen. Die Spannungen zwischen allen Akteuren werden klar und präzise herausgearbeitet. Trotzdem überwiegt eine eher lyrische Erzählweise. Die autorin spielt mit Worten. Das zeigt vor allem, wenn es um Orts- und Landschaftsbeschreibungen geht. Die Protagonisten sind vielschichtig angelegt. Es fällt schwer, ihr Handeln einzuschätzen. Hinzu kommt, dass es in beiden Erzählsträngen unterschiedlich beurteilt wird.
Mir persönlich hat der historische Teil am besten gefallen. Schön finde ich, dass kleine bilder darauf hinweisen, welchem Erzähler man gerade folgt.
Am Ende bleiben offene Fragen, die meine Phantasie als Leser anregen. Der mythische Grundgedanke überlagert bis zum Schluss die Handlung. Das Buch ist nicht leicht zu lesen. Man muss sich daraauf einlassen. Doch es lohnt sich.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
am 3. Januar 2013
Klinga Mischa lebt mit ihrem Vater Emmerich in einem kleinen niedersächsischen Städtchen. Ihren polnischen Wurzeln verdankt sie ihren außergewöhnlichen Namen. Zum Abschluss ihres Studiums der Kunstgeschichte und Philosophie schenkt ihr Vater ihr einen besonderen Bernstein. Er ist das Familienerbstück und wie Kinga sofort bemerkt „die einzige Verbindung zurück“. Als ihr Vater stirbt, erbt sie völlig überraschend eine Wohnung in Danzig. Bei der Testamentseröffnung erfährt sie durch den Notar, dass in Danzig der polnische Teil ihrer Familie unter dem Namen Mysza lebt und dass ihr Vater dieser Familie den Mietzins der Wohnung überlassen hat. Klinga nimmt Kontakt zu ihrer polnischen Familie auf und reist nach Danzig. Die Familie in Danzig, bestehend aus Onkel Brunon, Tante Bronka und Cousin Bartosz, sind nicht begeistert von Klingas Auftauchen. Sie befürchten die Wohnung und damit den Mietzins zu verlieren. Eine Reise, geprägt durch Erinnerungen, mystischen Begegnungen und Ereignissen beginnt.
Sabrina Janesch hat mit Ambra einen außergewöhnlichen Roman geschrieben. Ihr Sprachstil ist poetisch und dabei extrem bildhaft. Danzig wird mit Hilfe des wehenden Westwindes erkundet und beschrieben. Rückblicke in die Vergangenheit erklären die Spaltung der Familie. Wechselnde Erzählperspektiven beleuchten die Geschichte von verschiedenen Seiten und geben dem Leser verschiedene Sichtweisen an die Hand, tragen aber manchmal auch zur Verwirrung bei. Der Leser erlebt die Geschichten wie durch einen Weichzeichner erzählt, so dass man manchmal nicht zwischen Phantasie und Realität unterscheiden kann. Ich habe es sehr genossen, dieses Buch zu lesen, hatte aber auch zwischendurch Probleme die Zusammenhänge zu erkennen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Katzenberge: Roman
Katzenberge: Roman von Sabrina Janesch (Taschenbuch - 20. Februar 2012)
EUR 9,99

Tango für einen Hund: Roman
Tango für einen Hund: Roman von Sabrina Janesch (Gebundene Ausgabe - 18. Juli 2014)
EUR 19,95

Reise Know-How Polen - Ostseeküste und Masuren: Reiseführer für individuelles Entdecken
EUR 22,50