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Kundenrezensionen

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am 13. Oktober 2010
Bei der Frankfurter Lesung aus Adam Soboczynskis "Glänzende Zeiten" schmunzelte das Publikum, fasste das Buch als leichte Lektüre auf, als Unterhaltung. Der Autor habe ja so gut Deutsch gelernt, hieß es.

Adam Soboczynski hat aber nicht nur Deutsch gelernt, sondern auch die europäische Kultur- und Geistesgeschichte studiert, nicht zu vergessen seine Promotion über Kleist. Und "Glänzende Zeiten" - laut Umschlag "fast ein Roman", ist nur auf den ersten Blick ein Schmöcker über die Neurosen der heutigen Großstädter. Denn eigentlich ist es ein thesen- und gedankenschweres Buch, eine sehr fordernde und intensive Lektüre.

Soboczynskis Ich-Erzähler - natürlich nicht zu verwechseln mit dem Autor selbst! - leidet an der allzu glatten Gegenwart, in der Dinge verpönt sind, die vor kurzem noch das gute Leben ausmachten. Dinge, wie das Rauchen, das Flanieren, das Bier in der Mittagspause. Von solchen alltäglichen Phänomenen ausgehend, macht der gelehrte Ich-Erzähler auf komplexe kulturelle Zusammenhänge aufmerksam und spielt dabei immer wieder mehr oder weniger offen auf seine Quellen an. So beschwert sich der Ich-Erzähler, der ja auf keinen Fall mit dem Autor selbst zu verwechseln ist, zum Beispiel über die Taktlosigkeit der fehlende Verstellungskunst der Deutschen - womit wir bei Plessner wären.

Man darf sich also nicht vom Klappentext und der freundlichen Aufmachung täuschen lassen - dieses Buch, dieser Autor sind intellektuell höchst herausfordernd.
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am 22. November 2010
Zu was haben wir es nicht alles gebracht in unserer schönen neuen Welt? Damit befasst sich Adam Soboczynski in seinem Buch auf überaus lakonische und teilweise ein wenig leidend anmutende Weise. 29 Kapitel zu Themen wie Liebe, rauchfreie Bars, Wohnungswechsel und '- natürlich unvermeidbar! - dem Trend zum rasierten Männeroberkörper.

Soboczynski schreibt sonst für das Feuilleton der ZEIT ' - und man merkt ihm den Journalismus und den Kritiker an. Herber Spott über unsere moderne und oft seltsam verdrehte und teilweise verbissene Lebensart durchzieht das Buch. So ortet Soboczynski das Grundproblem in erster Linie in falsch gesetzten Akzenten: '"Dort, wo man sich disziplinieren müsste, lässt man sich gehen, dort, wo man sich gehen lassen sollte, diszipliniert man sich heute"', schreibt er. Als banales Bild könnte man vielleicht folgendes aufführen, um zu verdeutlichen, wie das gemeint ist: Wir gehen gerne zu McDonalds, aber das wenigstens in Gesundheitsschuhen, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen. So manches ist absurd geworden, aber gleichzeitig so selbstverständlich, dass wir es gar nicht mehr merken.

Wer über unser Leben schmunzeln möchte, wer das Ironische und Persiflierende liebt ' - und wer danach doch nichts ändern will, der wird dieses Buch lieben. Das Buch vereint kluge Beobachtungen mit geschliffenen Worten und raffinierten Querverweisen ' - gehobener Journalismus fürwahr. Solch klug geschriebene Frotzeleien sind erheiternd zu lesen, zum Schluss bleibt man aber doch ein wenig hungrig vor dem geschlossenen Buch sitzen. Es fühlte sich an wie eine herrliche Vorspeise, die den Gaumen des Geistes munter kitzelte. Man wartet auf den Hauptgang, aber da kommt nichts mehr. Das Leben als Aneinanderreihung intellektuell durchforsteter und lakonischer Episoden - ' ist es das? Könnte da nicht mehr sein? Ein Leben, lustvoll und wahrhaft erfüllt, und wenn ja, woher käme es?

Peter Steiner, Autor von "Das Wesentliche so nah", "Weisheit für Minimalisten" u.a.
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am 8. April 2012
...und kein "fast Roman" ist dieses Buch, das ich mir gekauft habe, sehr von Adam Soboczynskis anderen Büchern angetan. Leider hat mich das Bändchen etwas enttäuscht, es wirkt stellenweise irgendwie bemüht, im Vergleich zum hervorragenden früheren Buch des Autors "Die schonende Abwehr verliebter Frauen". Ich finde hier die Originalität nicht, als ob Soboczynski seine erste gute Idee noch einmal verwenden wollte. In neunundzwanzig Kapiteln ohne eine durchgängige Handlung (es sind Feuilletons oder Essays) sinniert der Autor über verschiedene Bereiche des Lebens: Stolz, Disziplin, Freiheit, Mode, Schönheit - nur um einige Beispiele zu nennen. Den Ausgangspunkt bildet immer eine alltägliche Situation; Essen mit Freunden, Einfluss einer Lektüre, Treffen mit Unbekannten und ähnliches, die dann den Anlass zu allgemeineren wenngleich subjektiven Betrachtungen gibt. Beobachtungen sind zutreffend, Kommentare - oft witzig.
Nur - das kommt mir bekannt vor...
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am 26. April 2011
Die portionsweise angerichteten kritischen Lektionen des Adam S. sind schön formuliert und gut zu lesen. Und manchmal treffen sie auch ins Schwarze. Dies leider viel zu selten. Der Klappentext lässt ja erwarten, dass unsere heuchlerische und widerliche Gegenwart zwischen p.c. und Körperkult, zwischen healtth & safety und Öko-Biedermeier einmal zumindest zutreffend beschrieben wird. Leider ist aber die Sicht des Autors viel zu subjektiv und erreicht kaum die hier notwendige Allgemeingültigkeit. Vor allem wird in dem Buch nichts erzählt. Als Vehikel der eigentlich recht drögen Kurzbetrachtungen dienen die immer gleichen, relativ belanglosen "Ereignisse" um Sabine, den Freund, der erfolgreich etwas mit Kultur macht und zwei, drei weitere Personen, womit das personelle Inventar des Ganzen bereits erschöpfend beschrieben wäre. Es nervt unheimlich, dass sich diese Berichte immer, zum Teil wortgleich wiederholen, sodass man diese Passagen einfach überlesen muss, denn sie sind ja auch als literarisches Mittel nichts wert. Witz (im alten Sinne: Geist) findet sich nur phasenweise, leider neigt der Autor dazu, sich in Nebensächlichkeiten zu verzetteln und dort dogmatisch zu werden. Wenn einer berufen ist, gegen unter dem Hemd getragene T-Shirts zu Felde zu ziehen, dann ist das Max Goldt, der das dann auch noch ganz witzig (im gegenwärtigen Sinne) hinbekommt. Gewiss, unsere Gegenwart lässt sich wohl erschöpfend nur aus einem entsprechend breit angelegten Gesellschaftsroman abstrahieren. Die Behauptung des Verlages, die Kurzprosasammlung sei "fast ein Roman", ist vor diesem Hintergrund allerdings dreist - vielleicht das eigentlich wirklich Witzige am dem Büchlein.
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am 18. April 2011
Ein unterhaltsames Buch, das gekonnt auf typische Verhaltens-Megatrends der heutigen Zeit anspielt, die uns eine ambitionierte Zukunft bescheren werden. Amüsant und tiefgründig zugleich.
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"Glänzende Zeiten" ist fürwahr der grösste Schrott, der mir in letzter Zeit unterkam. Einfallslos, staubig, dröge.
Dass Adam S. - im Hauptberuf Redakteur der Tantenpostille "Die ZEIT" - sich über schicke Mütter, Nichtraucher, Ökofanatiker und andere Nervensägen hermacht...geschenkt. (Da musste wohl jemand den Wut auf die eigene Leserschaft mal loswerden). Nein, ärgerlich ist vor allem sein affektierter und langweiliger Stil (ja, grosses Wort für einen Nichtskönner). Scheinbar endlos ziehen sich seine pseudolustigen Beschreibungen dahin, eine Bedeutungslosigkeit folgt der nächsten und am Ende sacken diese trägen Erzählkisten dann einfach in sich zusammen. Implodieren förmlich. Von Pointe oder Witz (taz!)kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Wenn Theodor Adorno (denn Adam S. so grosszügig als "Inspiration" erwähnt) schreibt, "Immerwährend betrügt die Kulturindustrie ihre Konsumenten um das, was sie immerwährend vespricht" dann hat man bei der Lektüre dieses Buches nichts zu lachen und schon gar nichts zu denken. Der versprochen Witz ist keiner; von einer geistreichen Erzählung kann nicht die Rede sein (jedes Glässchen Enzianschnaps ist geistreicher als dieses Buch). Tragisch ist nur - oder auch: ein Treppenwitz der Geschichte - dass es zu (von Adam S. so glorifizierten) früheren Zeiten sein Manuskript noch nicht mal auf den Schreibtisch eines Lektors geschafft hätte. Kein Wunder, gab es doch Autoren wie Henscheid, Herhaus oder Schröder. Wer Witz und Erzählkunst will, sollte deren Bücher lesen. Es lohnt sich. Indes für Adam Soboczynski gilt: Meiden!!!
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am 22. November 2010
Jaja, früher war alles besser, da konnte noch jeder den anderen mit seinem Gestank in der Kneipe vergiften und Kinder mussten daheim bleiben. Alles war saftiger, frivoler, menschlicher, lustiger, interessanter, lebensfroher? Wirklich? Nein! Der Author hat bloss eine seltsame, reaktionäre und eingeschränkte Sicht auf die Welt, die er nicht mehr versteht, obwohl er jünger ist als ich. Er hast die Asketen - aber sind sie wirklich ein Problem? Für mich nicht. Er behauptet, Alkohol und Nikotin würden Menschen froh machen. Wie armselig ist das denn? Wer sich selbst mit Nikotin vergiften möchte, der kann es draußen und daheim machen, wo ist das Problem? Insgesamt ist dieses Buch eine Zumutung, hauptsächlich einfältig und wenig bereichernd. Ein Echo aus schlechten tagen, die der Autor aufgrund seiner relativen Jugend nie erlebt hat.
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