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am 30. August 2008
Seine Frau hat ihn betrogen, dann verlassen, und nun sitzt der Schweizer Schriftsteller allein in Irland und weiß nicht, was aus seinem Leben werden soll. Als der Mittvierziger die über 60-jährige Irin Niamh trifft, bekommen seine Tage wieder einen Sinn. Denn Niamh erzählt ihm, dem Fremden, ihr Leben. Sie schildert ihre Kindheit in Irland, das Verlassen ihrer Heimat, das neue Leben in England und später in Deutschland. Niamh hat, wie auch der Chronist ihrer Geschichte, eine glückliche Liebe erlebt, die unglücklich endete. Als Niamh schwerkrank wird, ist längst klar, wer sie auf ihrem letzten Weg begleiten wird. Aus dem Schriftsteller und der alten Frau sind Freunde geworden, die Abschied nehmen müssen. - Dieses Buch lässt den Leser weinen, lachen, riechen, schmecken, sehen und hören, weil der Autor es so meisterlich versteht, Leben zu erzählen. Der schwarze Tee, der so stark gebraut ist, dass man die Bitterkeit fühlt, die rettungslose Trauer, die einem ins Herz sticht und die wunderbar melancholischen Momente, wenn ein beinahe 20 Jahre jüngerer Mann eine sterbenskranke Frau durch ihren Garten trägt - lesen und eintauchen. Ein Genuss, versprochen!
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Liebe und Enttäuschung, Leben und Tod, Vergangenheit und Erinnerung, Zufriedenheit und Trauer sowie Alter und Heimat sind die zentralen Themen in Hansjörg Schertenleibs neuem Roman, der mit einem wunderbar zartbesaiteten und feingeistigen Duktus aufwartet.

"Glücklich sein heißt, ohne Schrecken seiner selbst innewerden können." Dieser Satz des Philosophen Walter Benjamin könnte als Leitmotiv über dem neuen Roman Hansjörg Schertenleibs stehen. Seine zwei Protagonisten können dies auf unterschiedliche Art und Weise. Niamh McGinty, die 64-jährige schwer kranke Irin, hat ihn sich auf wundervolle Weise verinnerlicht und Sean, der Schriftsteller aus der Schweiz, der jetzt in Irland lebt - Schertenleibs alter ego? -, kämpft noch darum.

Zwei Wochen und vier Tage, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, begegnen sich die beiden auf der Straße. Seans seelische Wunde schwärt noch, er wird von Selbstzweifeln geplagt und fürchtet sich vor dem Alleinsein, als die älter wirkende Frau mit den grauen Splittern in den blauen Augen, dem zerzausten Haarflaum auf dem Kopf und beinahe akzentfreiem Deutsch ihn spontan anspricht. Eine lange Geschichte will sie ihm erzählen, eine Liebesgeschichte.

In den folgenden Wochen werden sich die zwei fremden Menschen näher kommen, sehr nahe. Niamh wird Sean von ihrer Kindheit in den 40er, 50er Jahren, von ihrer vielköpfigen irischen Familie, ihrer Zeit in Oxford und London, wo sie sich bei einer gutbürgerlichen Familie als Hausmädchen verdingt, sich in dessen Sohn verliebt, ihn aber wieder verliert und von ihrer deutschen Freundin Nella erzählen.

Viele freudige, aber auch traurige, vor allem jedoch prägende Erlebnisse setzt der Schweizer Hansjörg Schertenleib peu à peu in seinen Roman, der durchaus als Novelle gelesen werden kann. Wie kleine Mosaiksteinchen fügt sich Niamhs Leben langsam zu einem Ganzen - eine Lebensbeichte. Tod und Neubeginn liegen immer eng beieinander.
Und typisch für eine Novelle spitzt der Autor seine Handlung zu. Erst am Ende erfährt der Leser den Hintergrund des gewählten Titels. Regen "begegnet" ihm zwar oft, aber warum gleich ein ganzes Orchester?

Dem 1957 in Zürich geborenen Autor, der seit einigen Jahren in Irland lebt, gelingt dabei eine immense sprachliche Nähe zu seinen Protagonisten. Auf der einen Seite durch die Erinnerungen der Irin, auf der anderen durch die Gedanken des gehörnten Schriftstellers, die Schertenleib wechselseitig in sein Romankonstrukt einbringt. Dabei versteht er auf wunderbar feinfühlige Art und Weise, ohne weinseliges Pathos und jenseits von Kitsch und allzu viel Empathie, dass der Leser mitfühlt. Nur wenige Autoren erreichen dies.

Die Lektüre dieser sommerleichten Novelle, die trotz alledem eine enorme literarische Tiefe aufweist und auf stilistisch hohem Niveau agiert, berührt alle Sinne. Das leise, unaufdringliche und unspektakuläre Buch übt vor allem durch die Aktivierung aller fünf Sinne einen magischen Sog aus. Gefühlte, gehörte, gustatorische, olfaktorische und vor allem visuelle Eindrücke und Erinnerungen durchziehen meisterhaft den ganzen Roman. "Das Regenorchester" verrückt Distanzen: Fernes wird nah und Nahes fern. Es ist ein nachdenkliches, aber nicht grüblerisches, ein zuweilen melancholisches, aber nicht trauriges Buch, eine Lektüre mit Couleur und Odeur.

Schertenleib erzählt in einem unaufgeregten Tonfall, beinahe bedächtig und doch mit viel Gespür für atmosphärische Details. Mit leichter Hand, fast spielerisch, zuweilen mit zarter Ironie, zeichnet er das Porträt zweier liebenswürdiger Menschen und lässt ungetrübte Momente des Einverständnisses zwischen Jung und Alt in der Rückbesinnung entstehen. Fragen wie: "Was ist wichtig, was unwichtig?" oder "Zählen nur die großen Dinge? Oder sind es die kleinen?" werden aufgeworfen. Verschiedenste Tiere (Bienen, ein Wal, ein Papagei) versieht er mit reichlich Symbolkraft.

"Wer sich an nichts erinnert, hat nichts zu verzeihen. Ich will mein Leben kennen, nicht neu erfinden. Darum habe ich es dir erzählt, Sean.", erklärt sich Niamh am Ende ihrer Geschichte.
Aber auch Sean ist an dieser "Lebensbeichte" gewachsen und hat mit Hilfe der Irin die Trennung überwunden und sich einer neuen Zukunft geöffnet. Wenn er jetzt jemanden sagen hört, man könne nicht neu anfangen, setzt er entgegen: "Doch, das kann man. Man kann neu anfangen. Ich habe neu angefangen. Ich musste. Zum Glück."

Fazit:
"Das Regenorchester" ist ein leises, aber ungemein leidenschaftliches Buch - ein symphonisches Zusammenspiel von Licht, Schatten, Geruch und Klang, so zart tönend, ausgewogen komponiert und doch bewegend wie Mozarts Klarinettenkonzert.
Jon McGregors "So oder so" war für die Rezensentin das schönste, stille Sommerbuch des Jahres 2007, Hansjörg Schertenleibs Novelle ist es ganz klar im Jahr 2008: eine Hervorhebung der Schönheit des Einfachen und Unspektakulären und eine Ode an den Augenblick.

"I will forgive and forget,
but I will remember."
(Hansjörg Schertenleib, "Das Regenorchester")
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am 30. August 2008
Hansjörg Schertenlein Das Regenorchester Aufbau Verlag
ISBN 3351032374

Etwas mühsam beginnt die Geschichte, in der ein erst kürzlich von seiner Frau verlassener Autor heftig um sein inneres Gleichgewicht ringt.
Er ist Schweizer und lebt seit einigen Jahren in Irland. Hier hin hatte es ihn mit seiner Frau verschlagen in der Hoffnung, die Ehe retten zu können. Nun hat sie ihn doch verlassen, und er weiß so recht nichts mit sich anzufangen. Beobachtungen in der freien Natur, ein morgendlicher Lauf in der frischen Luft, --er irrt von einem Anlauf zum nächsten, um seine Gedanken zu sammeln. Dabei trifft er die seltsame Irin Niamh, die ihm ihre Geschichte erzählen will, eine Liebesgeschichte.
Sie ist um die sechzig Jahre alt und bewohnt ein kleines verwunschen gelegenes Haus, in das sie ihn zum Gespräch und Tee bittet.
Man kann sich gut in die Lage des Protagonisten versetzen: in die etwas lustlosen und halbherzigen Versuche, aus der Leere und dem Zustand des Verlassenseins herauszufinden, die seine Kräfte binden und ihn lähmen. Da kommt Niamh gerade recht, um ihn aus seiner Lethargie zu befreien! Ob sie zusammen finden werden?

Mit einer leisen Melancholie, die auch schon seinen Roman < Der Antiquar > auszeichnet, beginnt hansjörg schertenleib seine Erzählung aus irland, in der es um Liebe geht, um Abschied, Trauer und Neubeginn. Das Land mit seiner wilden Landschaft, dem Schnee und dem tropfenden Regen, dessen Töne die melancholisch pessimistischen Gedanken des Icherzählers begleiten, bietet den richtigen Rahmen für die Gemütslage von Sean.
In vielen gemeinsamen Stunden beim Tee berichtet Niamh über sich, ihre Familie und ihr Land. Hier ist man gut katholisch, es riecht nach Heu, die Armut ist überall zu spüren, und doch lieben die Menschen ihre Heimat. Niamh hat aus der Armut zwar herausgefunden aber tiefe Wunden an ihrer Seele durch einen ungetreuen und schwachen Liebhaber erlitten. Ihr Weg führte sie zuerst nach London und von dort nach Deutschland, wo sie eine Ersatzheimat bei einer liebevollen Familie und eine Freundin fürs Leben fand. Ihre Erlebnisse von damals bis heute bestimmen den Inhalt der Geschichte.
Schertenleib trifft den richtigen Ton, um ein ganzes Land mit seiner herben Schönheit und die Menschen mit ihren Neigungen und eigenwilligen Charaktereigenschaften zu beschreiben.
Die beiden Lebensgeschichten von Sean und Liamh überlappen sich, begegnen sich und trennen sich wie in einem Reigen. Niamh hat nach schweren Jahren zu sich gefunden und Sean, wie sie ihn nennt, konnte von ihren Gedanken und Einsichten profitieren. Er ist ein guter Zuhörer und sie eine wunderbare Erzählerin.

Dass auch der traurigsten Geschichte Hoffnung und Möglichkeiten für einen Neuanfang inne wohnen, das kann man aus dieser kleinen und poetisch fein erdachten Geschichte lernen!
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am 23. August 2008
Knapp drei Wochen, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, mitten in einer Phase tiefster Selbstzweifel und erheblichen Selbstmitleids, lernt ein in Irland lebender Schweizer Schriftsteller die 64-jährige Irin Niamh kennen. Niamh macht ihn zur Chronistin ihres Lebens und je mehr der Schriftsteller vom Leben der Irin in Irland und England erfährt, umso mehr gelingt es ihm seine eigene Trauer und die Zweifel aufgrund des Betrugs seiner Frau hinter sich zu lassen. Niamh erzählt ihm von ihrer vielköpfigen Familie, von ihrer deutschen Freundin, von der Liebe ihres Lebens und der Enttäuschung ihres Lebens. Bald wird er zu Niamhs Vertrauten und teilt ihre Geheimnisse und die schwerste Zeit ihres Lebens; eine Zeit, die ihm sehr viel abverlangt, gleichzeitig aber zum Neubeginn in seinem Leben wird.

Die Geschichte von Niamh und Sean, wie ihn Niamh nennt, ist eine Geschichte über das Leben, über Liebe, Enttäuschungen, Vergebung, vor allem Vergebung sich selbst gegenüber, und das, was den Menschen ausmacht. Hansjörg Schertenleib erzählt diese Geschichte mit wohl gesetzten Worten. Worte, die schlicht aber nie nüchtern wirken und die trotz ihrer Schlichtheit tiefe Emotionen ausdrücken können. Niamh und Sean sind zwei Menschen, die schwere Enttäuschungen in ihrem Leben hinnehmen mussten, einsam sind und dennoch einen Weg finden, nicht in Bitterkeit zu verfallen. Wer den Film "Harold und Maude" kennt, wird sich zwangsläufig an diesen erinnern. Hansjörg Schertenleib lässt insbesondere bei den Worten von Niamh immer wieder Humor anklingen, der nicht nur typisch irisch ist.

Wenn Sean die Musik seines Lebens, das Regenorchester, gefunden hat und die letzten Zeilen verklungen sind, schlägt man als Leser das Buch zu und lauscht noch eine Weile diesen Klängen. "Das Regenorchester" ist ein leiser, schlichter, melancholischer, warmherzig-humorvoller und sehr berührender Roman, ideal geschaffen für einen "irischen" Tag, an dem sich Sonne und Regen abwechseln.
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am 25. Januar 2009
"Das Regenorchester" verleitet zum Lauschen, Fühlen, Erinnern und Nachdenken.
Ein von seiner Frau verlassener Schriftsteller sitzt in seinem Haus in Irland, allein und voller Selbstzweifel und Trauer. Er weiß nicht, wie sein Leben weitergehen soll, da lernt er Niamh, eine ältere Irin, kennen, die ihm ihr bewegendes, unspektakuläres und doch ereignisreiches Leben erzählt.
Bald verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft, eine ungewöhnliche und doch starke Verbindung. Niamh ist schwer krank, das weiß sie und sie nutzt ihre Zeit, um Sean, wie sie ihn nennt, ihre Erinnerungen zu erzählen. Diese werden durch ihre Erzählung lebendig, ihre Zeit in Irland, in England und in Deutschland berührt ganz still und leise.
Es hat mich sehr gerührt, zu sehen, wie zwei Fremde zu Freunden werden und alles geben, was sie haben, um dem anderen den Augenblick lebenswert zu gestalten.
Sean ermöglicht Niamh, sich durch sein Zuhören ihrer Kindheit und ihrer großen aber unglücklichen Liebe zu erinnern; Niamh hilft Sean, seinen Verlust zu betrauern sowie über sein Leben zu reflektieren.

Am Ende der melancholischen Geschichte lüftet sich auch das Geheimnis des Regenorchesters, das so nur in Irland zu hören ist. Sean lauscht der Musik seines Lebens und fängt neu an.

Hansjörg Schertenleib versteht es, die beiden Leben zu verknüpfen und das in einer schönen klaren und sehr kunstvollen Sprache, die das Herz des Lesers berührt. Es ist wunderbar, wie Schertenleib mit wenigen Worten Großes sagt. Manche Sätze habe ich mehrmals gelesen und mir sogar herausgeschrieben, so wichtig und bedeutend empfand ich ihre Aussagen. Ein Buch, das noch lange nachhallt, wie selten eines zuvor.

Ich empfehle dieses wunderbare Buch ausdrücklich allen Leserinnen und Lesern, die für die Schönheit des Moments und des Lebens zu begeistern sind, die sich aber nicht davor scheuen, der Endlichkeit des Lebens sowie der Hoffung und Freude zugleich zu begegnen!

"I will forgive and forget, but I will remember."
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am 24. August 2008
"Du reist am weitesten, wenn du nichts mehr hast, das dir abgenommen werden kann." So beginnt die Geschichte des "Regenorchesters" und trotzdem hat diese Geschichte schon viel früher begonnen. Jeder von uns kennt sie, diese leidenschaftliche Geschichte vom Ende und vom Neuanfang. Kennt sie, selbst wenn wir sie uns nur gewünscht haben. Diese Geschichte ist uns eine Vertraute, eine Begleiterin, und wenn wir in den ersten Seiten des "Regenorchesters" lesen: "Für die Dinge, die uns im Leben zustossen, können wir kaum je einen Anfang bestimmen; den bekommen erst unsere Geschichten darüber", dann wissen wir sofort, was damit gemeint ist. Wenn wir durch die TV-Kanäle zappen, so weht uns immer wieder der "Mittendrin statt nur dabei" - Slogan entgegen, und wenn man dann in die wunderbaren Geschichten im Regenorchester" eintaucht, so lassen sie uns spüren: Ja, da sind wir mittendrin statt nur dabei. Mittendrin in diesen Sätzen, wie sie anmutig und schlichter nicht sein könnten, Wörter, die in die brodelnde irische Luft eintauchen, die in Atlantikstürmen herumgewirbelt werden und dann wieder auf dem leuchtenden Grün an einer Klippe in Irlands Norden zur Ruhe kommen.
An einem Spätsommerabend dieses Buch bei sich zu haben, dann, wenn die Sonne tief steht, von den Seiten aufzuschauen, sich die Zeit zu lassen, den ersten Vogelschwärmen zuzusehen, die irgendwohin wegfliegen, obwohl es ja noch Sommer ist, ein Glas Wein dazu, oder auch zwei, das ist ein Glück. Das "Regenorchester" ist ein Buch, das man bei sich zuhause an den schönsten Ort in seiner kleinen Bibliothek stellen wird, wenn es dann gelesen sein wird, weil der Anfang der Geschichte unsere Geschichte gewesen sein wird: Wir sind mittendrin.
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am 29. Oktober 2010
Inhalt:

Als der Schweizer Schriftsteller Sean ' das zumindest ist sein irischer Name ' von seiner Frau verlassen wird, lebt er in seinem Haus in Irland vor sich hin. Bis er auf Niamh trifft. Niamh, die vierundsechziggjährige Irin, die Sean ihr Leben erzählt. Zunächst treffen sie sich nur ein Mal die Woche, doch dann wird ihre Beziehung immer enger. Niamh berichtet von ihrer Kindheit in Irland, ihrer Familie und ihrer großen Liebe.

Meine Meinung:

Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen. Das ist dann natürlich für das Buch nie ganz einfach. In diesem Fall hat die Geschichte meine Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Sie steckt zwar voller Gefühle und Zuneigung zu den Menschen an sich, doch war mir mal wieder zu wenig Handlung in der Geschichte.
Auch konnte ich mich mit Sean nicht wirklich anfreunden, Niamh hingegen ist natürlich toll. Wünscht sich nicht jeder von uns, später eine solch beeindruckende Persönlichkeit, so weise und innerlich ruhig zu werden?
Trotzdem irgendwie habe ich immer wieder zum Ende hingeblättert und mich gefragt, wie viele Seiten ich noch zu lesen habe. Kein gutes Zeichen eigentlich!

Ich gebe dem Buch gerne 3 von 5 Sternen, aber auch nicht mehr.
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am 7. Januar 2010
Die Erzählung - ob sie wohl autobiografisch eingefärbt ist ? - ist sehr berührend. Mit viel Feinfühligkeit sind die Dialoge zwischen dem ca. 50-jährigen von der Liebe enttäuschten Sean und der knapp 70-jährigen kranken Niamh geschrieben. Sowohl die Rahmenerzählung der beiden Protagonisten wie auch die Lebensgeschichte von Niamh nehmen einem sehr schnell gefangen. Der Autor hat eine gute Balance gefunden zwischen Spannung und Ruhe: auf der einen Seite drängt es einem weiterzulesen, um mehr zu erfahren, auf der anderen Seite möchte man noch eine Weile bei diesem Buch bleiben (es hat ja nur rund 250 Seiten).

Gefallen haben mir auch die philosophischen Gedankengänge und der wunderschön poetische Titel "Das Regenorchester". Welchen Bezug der Titel zur Geschichte hat, verrate ich an dieser Stelle aber nicht. Trotz der grossen Melancholie, wird das Buch nie zu traurig und enthält immer auch viel Hoffnung und Zuversicht.
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am 22. Juli 2010
Mit viel Erwartung gekauft und von Seite zu Seite gehofft, dass die Geschichte sich entwickelt, verdichtet und mich in den Bann zieht, habe ich das Buch schnell durchgelesen und ein wenig ernüchert aus der Hand gelegt.
Keine schlechte Grundlage: das Zusammentreffen zweier ganz verschiedener Menschen: ein in Selbstzweifel, Enttäuschung,Trauer und Wut gefangener verlassener Ehemann und eine lebenskluge, einsame, alte Frau, die eine Geschichte zu erzählen hat um in Frieden sterben zu können. Sie gibt ihm viel und sie bekommt etwas dafür, dessen sie vermutlich ihr Leben lang entbehrt hat: einen Menschen der sich ihr ganz und gar zuwendet und von ihr auf diese Weise gleichzeitig etwas bekommt, was ihm hilft, einen neuen Anfang zu wagen. Vielleicht.
Aber dennoch: der "große Stoff" ist nicht wirklich neu und die guten Ansätze bleiben oft an der schnell erzählten Oberfläche und fesseln nicht wirklich. Zu wenig ausgeleuchtet bleibt so mancher Erzählstrang und in Details, die manchmal das Große-Ganze verwässern, wird zu viel Zeit verbracht.
Ein Buch das sicher durchaus in dem nachdenklichen Leser manches zum Klingen bringt, was aber nicht nachhaltig bleibt und schließlich ein bißchen "unfertig" den schnellen Schluss bringt.
Für mich ein Buch, dass ich sicher nicht gleich in die Flohmarktkiste stelle, aber auch kaum ein 2. Mal in die Hand nehme; zumindest nicht so bald.
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am 23. Mai 2013
herrlich wie der Autor die Bewaeltigung des Verlassenwerdens des Huptfigur beschreibt. Die Schilderung des Lebensweges der "alten Freundin", die eer bis zu deren Tod begleitet, bleibt dagegen eher blass.
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