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am 3. Mai 2008
François Vallejo Monsieur Lambert und die Ordnung der Welt Aufbau

Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts.
Monsieur Lambert ist Wildhüter bei dem Baron de l' Aubépine des Perrières. Dessen Schloss befindet sich in der Normandie. Lambert besitzt eine herrschaftliche Schar von Jagdhunden, die ihm alles bedeuten.
Im politischen Aufruhr der Revolution um 1848 hat sich der junge Baron, Nachfahre seines strengen Vaters, als Wirrkopf erwiesen. Er preist die Republik, verurteilt die Adligen, lässt aber seine ihm gebliebenen einzigen Diener, den Wildhüter Lambert mit seinen beiden Kindern und seiner Frau, hungern. Er denkt nicht an den praktischen Alltag, sondern lebt ein ungewöhnliches und ungebärdiges Leben.

Schon beim Einstieg in die Geschichte fühlt man sich in eine düstere Epoche zurück versetzt. Die Ordnung der Welt war aus den Fugen geraten. Das dunkle Schloss, die Trauer, die der Hausherr ausstrahlt, die vergangene Pracht und Herrlichkeit des Landadels war langsam einem Abgesang auf die alte Zeit gewichen. Die Familie des Wildhüters ist den wechselnden Launen eines Hausherrn ausgesetzt, die alle Beteiligten verunsichern. Auf was muss man sich einstellen?
Was will der junge Herr, der nach Jahren des Zerwürfnisses erst mit dem Tod des Alten auf das Schloss zurückgekehrt ist?
Kann man sich vorstellen, dass Dienerschaft wie Herrschaft im Zusammenleben Regeln brauchen, die, einmal außer Kraft gesetzt, das Leben unwägbar machen?
Gut kann man sich in die Atmosphäre des umstürzlerischen Haushalts hinein versetzen. Die Ratlosigkeit der einfachen Waldhüterfamilie, die eine Ordnung sucht und braucht, und der lebensferne und unpraktische junge Baron sind Gegenpole, die nicht zusammen passen. Zugleich gehen die beiden Antipoden eine betrübliche Bindung auf Gedeih und Verderb ein.
Mehr und mehr wird man in eine skurrile Geschichte versetzt, die zwischen Irrwitz und Rebellion, Perversion und Angst schwankt. Der Wildhüter Lambert erweist sich als Bewahrer der Tradition und der alten Werte, Baron de l'Aubépine überschlägt sich im Taumel aus Verrücktheit und Überspanntheit. Die Familie des Wildhüters beobachtet sein Verhalten ängstlich und besorgt.
Der Baron schreibt unentwegt Briefe an den im Exil weilenden Victor Hugo und erwartet krankhaft die Antworten des Dichters. Er jagt Prostituierte nackt durch die nächtlich verdunkelten Flure des Schlosses und nähert sich unbotmäßig der Tochter von Lambert, Magdeleine. Perverse Tätlichkeiten werden an unleugbaren Zeichen erahnt. Wird Magdeleine womöglich in den Sog des Untergangs hineingezogen werden?

Herr und Knecht wechseln die Rollen in regelmäßigem Turnus; einmal biedert sich der Baron kameradschaftlich an, um dann wieder über die verlassene Schar seiner Bediensteten zu herrschen. Lambert verweigert dem Baron den Gehorsam, wenn es ihm zu bunt wird. Er appelliert an die Vernunft.
Das Wechselspiel eskaliert, als der Baron sichtbare Anzeichen von Wahnsinn zeigt. Gehorsam und Verweigerung funktionieren nicht mehr. In einem furiosen Finale folgt das tragische Ende.

Der Autor zeigt eine aus den Fugen geratene Welt. Die Revolution und die um ihre Macht kämpfende Monarchie verursachen unruhige Zeiten. Sich gegenseitig bekämpfende und ideologische verbissene Bürger und der Adel liefern sich Untergansszenarien, die den gewaltigen Umbruchszeiten Rechnung tragen. Unterdrückung und Gewalt beherrschen das Klima des Landes. Eine beklemmende Atmosphäre im Haus des Barons, dem die Grundlage der bisherigen Existenz entzogen wird, und die abhängige Dienerschaft bilden eine von überbordenden Gefühlen durchsetzte Szenerie. Der Erzählstil fängt genau den Konflikt einer sich zersetzenden Gesellschaft ein.
Die Geschichte ist dramatisch, atmosphärisch klar und trifft gekonnt den damaligen Zeitgeist. François Vallejo ist mit diesem Roman eine treffende historische Zeitstudie geglückt.
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am 25. März 2008
Was dieses Buch ausmacht, ist seine Vielseitigkeit.
Es ist ein Buch über ein Frankreich zwischen den Revolutionen
und über Menschen im hin und her verschiedener Machtkonstellationen.
Die Erzählperspektive ist die der Landbevölkerung und daher ist es
die Geschichte des Wildhüters Lambert und seines Herren, dem Baron
de l'Aubépine. Es ist aber auch ein Buch über Macht und Wahn und
darüber, wie man mit beidem umgeht. Daher bleibt das Buch auch bis
zur letzten Seite spannend und überzeugend. Zudem lässt Vallejo es
nicht an Substanz fehlen. Dieses Buch ist auch eine wundervolle
Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe und Vertrauen.

Vallejo spielt mit verschiedenen Varianten der Machtkonstellation in
allen Themenbereichen und das immer mit einer erfrischenden Skepsis,
die den Reiz der Geschichte verstärk. Gerade dieser Aspekt und die
Veränderungen in den Machtkonstellationen werden so menschlich
dargelegt, dass die Handlungen der Figuren authentisch sind.
Zusätzlich gibt Vallejo dem Leser damit die Möglichkeit das Buch als
Gesellschaftskritik zur Gegenwart zu lesen.

Scheinbar hat sich doch nicht so viel geändert in 200 Jahren,
nicht umsonst schreibt Julia Friedrichs über eine sonderbare Elite.
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am 17. Oktober 2009
Wie ist das, wenn man Teil von etwas ganz Großem ist, es selber nicht weiß und, wenn man es erkennt, und es schon längst zu spät ist, immer noch darauf beharrt, dass man nie, wirklich nie Teil von diesem ganz Großem sein wollte? Antwort auf diese und andere existentielle Fragen sowie deren Bedeutung gibt dieses außergewöhnliche Buch (nicht nur im sprachlichen Sinne!)im Kleinen. Im ganz Kleinem und wunderbar geordnetem Leben des Wildhüters, Lambert, der obwohl er alles gibt was er hat, letztlich doch alles verliert. Hat er wirklich alles versucht zu geben? Nein.
Lesen Sie selbst, wie die Denke und das inhaltliche Gewicht der französischen Revolution, wie die Geschichte, -wieder jeglicher Verteidigung- selbst in das beschauliche und einfache Dasein der Familie Lamberts einbricht.
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am 16. Dezember 2009
Mit diesem Buch habe ich etwas erlebt, was mir eigentlich nicht oft beim Lesen passiert: Ich bin nicht wirklich "reingekommen", sondern fand den Ton und die Sprache eher sperrig und auch die Geschichte selbst hat mich nie wirklich berührt -- weil einfach der Funke nicht übersprang.
Schade!
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