Kundenrezensionen


56 Rezensionen
5 Sterne:
 (36)
4 Sterne:
 (10)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (5)
1 Sterne:
 (3)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


74 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hammer!
Im vergangenen Frühjahr quälte Elke Heidenreich Nick McDonnells "Zwölf" in
die Bestsellerlisten; die Literaturgemeinde ihrerseits quälte sich mit
diesem oberflächlichen, pubertierenden und belanglosen Roman, versuchte
das menschenmögliche, dem mageren Büchlein eines immerhin erst
Siebzehnjährigen...
Veröffentlicht am 4. Februar 2004 von Thomas Liehr

versus
2.0 von 5 Sternen Flach und langatmig
Also ich hatte Mühe, das Buch bis zu Ende zu lesen. Das einzig Positive sind einzelne witzige Beschreibungen (daher 2 Sterne) des heimatlichen amerikanischen Umfelds des Protagonisten. Mit 17 klingt der übrigens altklug, wobei es sehr schwierig ist, als Über40jähriger die Gedankenwelt eines Teenagers zu beschreiben.

Naja, nach einem flachen...
Veröffentlicht am 31. Januar 2012 von Leser


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

74 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hammer!, 4. Februar 2004
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
Im vergangenen Frühjahr quälte Elke Heidenreich Nick McDonnells "Zwölf" in
die Bestsellerlisten; die Literaturgemeinde ihrerseits quälte sich mit
diesem oberflächlichen, pubertierenden und belanglosen Roman, versuchte
das menschenmögliche, dem mageren Büchlein eines immerhin erst
Siebzehnjährigen Authentizität abzugewinnen, zog Schlüsse, mühte sich mit
politischen, sozialen, pädagogischen Vergleichen. Aber der Roman blieb,
was er ist: Ein müdes, aufgesetztes, gezwungen cooles, nihilistisches
Traktat knapp über Schulaufsatzniveau. Doch es ist Land in Sicht, dann das
Versprechen, das "Zwölf" zu geben schien, hält "Jesus von Texas" umso mehr
ein.
DBC steht für "dirty, but clean" - der Autor ist kein adeliger Franzose,
sondern ein rechtschaffen abgedrehter, zweiundvierzigjähriger Amerikaner,
dessen Vita sich wie die einer Figur aus "Reservoir Dogs" liest. Pierre
a.k.a. Peter W. Finlay hat einiges auf dem Buckel, zuletzt einen schweren
Autounfall, dem eine Gesichtsoperation folgte - also Krönung, sozusagen.
Seine Vita läßt nichts aus - Filmproduzent, Schmuggler, Betrüger. Die
Einnahmen aus "Jesus von Texas" (OT: "Vernon God Little"), das den
britischen Booker-Price 2003 - verdient - gewann, sollen auch dazu dienen,
einigen der früheren Opfer Schadenersatz zu zahlen.
Martirio, Texas, ist das, was man gemeinhin ein "elendes Pißnest" nennen
würde. Irgendwo in der Wüste hocken ein paar Leute aufeinander, die mehr
oder minder alle miteinander verwandt sind, die sich gegenseitig in die
Wohnzimmerfenster starren, großes Vergnügen daran haben, die kleinen
Niederlagen der anderen beobachten zu dürfen, über die neuesten Diäten
schwatzen, während sie tonnenweise Futter von "Bar-B-Chew Barn" verputzen,
auf die "Special Edition" der neuesten Kühl-Gefrier- Kombination warten,
rund um die Uhr fernsehen und ansonsten so tun, als wäre alles im Lot. Bis
Jesus, der fünfzehnjährige Outsider, seine Knarre nimmt und sechzehn
Mitschüler massakriert, schließlich auch sich selbst. Vernon Little,
bester Freund des ansonsten wenig geliebten Jesus, überlebt das Unglück,
weil ihn seine Inkontinenz dazu zwingt, im Busch ein Häufchen zu machen.
Das piefige, uramerikanische Nest wird gehörig durchgewirbelt - und Vernon
zur Zielscheibe der Medien, zum Ventil für den aufgestauten
Kleinstädterhaß, während die Bewohner ihr bestes geben, um das belanglose,
spießige Leben aufrechtzuerhalten.
Der Junge mit dem "Problem", auf das seine alleinerziehende, prollige
Mutter im rechten Moment hinzuweisen weiß, eine der "offenen Wunden im
Rücken, die wir alle mit uns herumtragen", muß als Sündenbock
("Sündenlok", wie er es nennt) herhalten, weil sich der eigentliche Täter
selbst gerichtet hat, der Mob aber trotzdem Vergeltung fordert. Eine
Odyssee durch Kleinstadtknäste, stinkende Überlandbusse, die mexikanische
Grenze und reichlich skurille Nebenschauplätze beginnt, die schließlich in
der Todeszelle zu enden scheint. Vernon weiß kaum, wie ihm geschieht, bis
fast zuletzt glaubt er daran, daß die Wahrheit ans Licht kommen wird, weil
das in den Filmen, der primären Sozialisationsmaßnahme *aller* Amerikaner,
auch immer passiert. Aber er hat die Rechnung ohne die Apathie seiner
Mitbürger gemacht, die Teilnahmslosigkeit selbst seiner eigenen Mutter,
der die Worte des abgehalfterten Reporters, der sich bei ihr eingenistet
hat (Eulalito Lesdema - eine fantastische Nebenfigur), weit mehr bedeuten,
als die Unschuldsbeteuerungen des eigenen Sohnes. Vernons Spießrutenlauf
gerät zum Medienereignis, als Sahnetüpfelchen werden die Mitbürger per TED
darüber abstimmen dürfen, welcher Insasse des Todestraktes zuerst auf die
Bahre geschnallt wird.
DBC Pierre bohrt intensiv in der Rückenwunde aller Amerikaner, ihrer
Selbstzufriedenheit, Arroganz, Weltfremdheit, Intoleranz, ihrer
aufgesetzten Gottesfürchtigkeit und medialen Zentrierung - und er leistet
das weitaus besser, als etwa Michael Moore mit seinen flachen,
halbsatirischen Sachbüchern, die keine sind - oder McDonnell in seinem
fadenscheinigen New Yorker Jugendidyll, dessen Figuren so glaubhaft wirken
wie die Besetzung von "Beverly Hills, 90210". Weil Pierre ein unschuldiges
Kind mitten in die gefräßige Maschinerie des Post-Prä- Bush-American Way
of Life stößt und einen Fünfzehnjährigen staunend, manchmal larmoyant,
hautpsächlich aber uramerikanischen - längst vergessenen - Idealen folgend
durch eine Szenerie stolpern läßt, aus der man ihn als Leser um jeden
Preis herausholen möchte, weil die schreiende Ungerechtigkeit, die
gnadenlose Tumbheit und die abgebrühte, hochdumme Ignoranz einfach nicht
obsiegen dürfen. Hätte man eine Knarre, würde man es Jesus gleichtun - und
das ist kein zweifelhafter Schluß, sondern eine zwingende Konsequenz.
Ein mordsböses, bravouröses, atemloses, rasantes, toll geschriebenes und
brüllend komisches Buch, das an keiner Stelle das eigene "Para-Dickma"
aufgibt und ein Amerika zeichnet, das grausiger nicht sein könnte: Das
wahre Amerika eben. Ein Hammer. Kaufen, kaufen, kaufen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jesus Maria, was ein Kracher., 25. Mai 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
Es ist schon ziemlich lange her, dass mich ein Buch derart zum Lachen gebracht hat wie „Jesus von Texas". Andererseits ist das Buch eine sehr ernste Angelegenheit. Ein Buch über die intime Tyrannei der Medien, über die Sensationslust einer gelangweilten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die nicht nur immer spektakulärere Spektakel, sondern auch einen personifizierten Sündenbock braucht, auf den die eigenen Frustrationen, Sorgen und Qualen übertragen werden können. Einen modernen Jesus (von Texas) eben. (In dieser Hinsicht hat sich seit 2000 Jahren offenbar nicht viel verändert). Somit ist Jesus nicht nur der Name des durchdrehenden Schulfreundes des Protagonisten Vernon Little. „Jesus von Texas" beschreibt m.E. auch die Rolle dieses 16-jährigen Anti-Helden, der zu Unrecht des Mordes angeklagt und von den Medien gehetzt wird und als Sündenbock herhalten muss.
Grandios geschrieben, mit vielen Ideen auf zu wenig Seiten kommt dieses Buch wie eine bitterböse Abrechnung mit einer medienverseuchten Gesellschaft daher. Ironisch, sarkastisch, urkomisch und todtraurig. Das Werk eines Autors, der offenbar auch selbst fast alles Miese der Welt gesehen und erlebt hat. Ansonsten kann man so einen Kreuzgang des 21. Jahrhunderts wohl kaum schreiben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das gefehlt hat, 4. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas: Roman (Taschenbuch)
Ein gutes Buch: Gute Idee (reale Ereignisse aufzugreifen), gute Geschichte (Anfang, Ende, Mittelteil), gut und treffend beobachtet (Personen, Innenleben, Tendenzen der modernen Gesellschaft), gut gemeint (nicht nur witzig, sondern bitterböse). Alles drin: Eine Mischung aus Komödie, Satire, Abenteuer-, Zukunftsroman, Pupertätsdrama. Sicher ein richtiges Buch zur richtigen Zeit, sozusagen Michael Moore in Romanform, was seinen Erfolg besonders bei kritischen Menschen hierzulande ausmacht. An was man sich gewöhnen muss ist der schnodderige Umgangston des jugendlichen Erzählers, sofern man nicht selbst so spricht. Leider nicht an einem Stück lesen (da nicht spannend wie ein Krimi), dafür gibt es Sätze, die man genauer lesen muss und die dafür sprechen, dass dieses Buch nicht einfach mal so leicht und locker geschrieben wurde, wie man ab und zu beim Lesen auch mal denkt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen soziale Degeneration als Justizirrtum, 9. Dezember 2005
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas: Roman (Taschenbuch)
Vernon Gregory Little ist 15 Jahre alt und überlebt den Amoklauf seines Besten Freundes Jesus als einziger Schüler in seiner Klasse. Die Mitbewohner der Stadt Martirio in Texas zelebrieren sein Überleben als gefundene Projektion all ihren Scheiterns und wollen ihn als Schuldigen anklagen, was ihnen auch gelingen soll. Die Charaktere sind eine Ansammlung aus gescheiterten Existenzen ohne Aufgaben und Erfolg, die alles dafür geben, einmal Anerkennung und Beachtung zu erleben. Seine Mutter Doris benimmt sich wie ein selbstsüchtiger Teenager, ihre Freundin Pam regelt ihr Leben über den "Fastfood-Haushalt" ihres Magens. Ein Journalist möbelt seine Karriere mit dem produzierten Verfall von Vernon auf. Ein Psychologe der mit Knabenpornos im Internet seine Geschäfte macht, ein Lehrer, der seine Schüler "genießt" und sie alle sagen im Prozeß gegen Vernon aus. Und dabei ist allein der Leser von Vernons Unschuld überzeugt, weil ihn niemand sonst anhören will. Der große Fehler des Angklagten ist seine Gleichgültigkeit, die ihn dazu verleitet seine Situation nicht ernst zu nehmen. Sogar die Flucht nach Mexiko soll ihm gelingen - der Leser atmet auf.
Das Magische an diesem Buch ist die Gesellschafts- und Justizstruktur, die selbst Michael Moore nicht klarer darstellen kann. Den 5. Stern halte ich vor, weil ich einfach von Anfagn bis Ende schockiert war.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amok laufen, 15. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
In dieses Buch musste ich mich erst einlesen. Abgesehen von jenem bundesdeutschen Slang, mit dem amerikanische Umgangssprache für gewöhnlich übersetzt wird (und in dem ich mich als Ösi einfach nicht daheim fühle), verweigert Autor DBC Pierre zeitweise, Infos zum Fortgang der Handlung zu geben, sodass man manchmal erst in der nächsten Szene draufkommt, wie es weitergegangen ist.

So verwirrend muss die Welt jedoch auch für den 15-jährigen Vernon Little sein, den einzigen Freund von Jesus Navarro, welcher Amok gelaufen ist und 16 Mitschüler und anschließend sich selbst erschossen hat. Vernon wird zuerst der Beihilfe und bald der Mittäterschaft abgeklagt, weil er sich ungeschickt verhält und vor allem, weil er in die Hände eines korrupten Journalisten gerät. Dass er nach Mexiko flüchtet, trägt ebenfalls nicht zu seiner Glaubwürdigkeit bei, und auch wenn's ein literarischer Krimi ist, mag ich Höhepunkt und Ende nicht verraten.

Sich in dieses Buch 'einzuarbeiten' zahlt sich jedenfalls aus.

P.S.: Nicht von den hysterischen Klappentexten abschrecken lassen ('Die böseste und beste Satire auf Amerika', 'Raffinierter und treffsicherer als Michael Moore' etc.). Ich glaube, dergleichen stand nicht in der Absicht von DBC Pierre.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oh Jesus!, 28. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas: Roman (Taschenbuch)
Man soll ja bekanntlich nicht immer alles glauben, was im Klappentext steht. Ich wurde da schon so oft enttäuscht, dass ich es nicht mehr zähle. Teilweise werden ganz andere Geschichten versprochen, als die, die im Buch stehen. Ganz so schlimm ist es bei "Jesus von Texas" zwar nicht. Aber trotzdem wird immer wieder auf der satirischen Sozialkritik rumgeritten. Klar, dass Leser, die genau das erwarten, enttäuscht werden.

In dem Buch geht es um skurile Typen, bedenkliche Polizeiarbeit und mediengeile Journalisten, die über Leichen gehen. Das ganze umspinnt mit einer Geschichte aus Intrigen und Lügen, bei der jeder nur versucht, seinen eigenen Hintern an die Wand zu bekommen. Der einzig normale Mensch wird von alldem überrannt und als Halde benutzt, um - so scheint es - den ganzen Schutt der Menschheit auf ihm abzuladen. Ob man das alles als Gesellschaftskritik, Satire, Fiktion oder einfach nur als tolle Geschichte ansieht, kommt auf einen selber an, hat aber einen großen Einfluss darauf, ob einem das Buch gefällt oder nicht.

Ich persönlich wollte einfach nur einen coolen Roman lesen ohne irgendetwas hinein zu interpretieren und wurde nicht enttäuscht, sondern hatte eine Menge spass!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen stark !!!!!, 18. März 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch geht es um Vernon Little. Er lebt in einer kleinen Stadt in Texas. Sein Freund Jesus hat gerade alle seine Klassenkammeraden in einem Amoklauf erschossen. Vern hat als einziger überlebt. Doch schon bald wird er verdächtigt selbst an der Tat beteiligt zu sein. Es wird sogar der Eindruck erweckt, dass bald selbst alle glauben, dass er für die Morde verantwortlich ist.
An dieser Stelle muss ich auch mal ein Kompliment an die Übersetzer verlieren. Es gelingt hier einen absolut einmaligen Ton zu treffen, der die Sprache eines 15-16 jährigen deutlich wiedergibt.
Der Schreibstil ist manchmal sehr zynisch oder auch sarkastisch. Gerade dadurch aber gewinnt das Buch sehr viel an Intenzität und ich musste auch an mehr als einer Stelle mehr als schmunzeln.
Herrausragend sind auch die Beschreibungen von Vernons Umgebung und seiner Familie. Seine Mutter scheint es am meisten zu interessieren wann den nun ihre vermeintliche "Special-Edition", damit ist ein Kühlschrank gemeint, angeliefert wird. Hinzu kommen auch noch die Freundinen seiner Mutter, die entweder bei jeder Gelegenheit beim "Drive in" vorbei fahren oder zu den ungünstigsten Augenblicken bei Vernons Haus auftauchen.
Das Buch ist aber keine reine Komödie oder Satire. Es auf jeden Fall auch eine Gesellschaftkritik, ja Medienkritik. Dem Autor gelingt es aufzuzeigen welche Eingendynamik die Dinge entwickeln können, wenn man nicht von Anfang an für sich selbst einsteht. Denn die Öffentlichkeit und die Medien machen sich auf jeden Fall ihr eigendes Bild auch ohne den Beschuldigten oder Betroffenen an zu hören.
Es ist auf jeden Fall Buch, dass einen bleibenden Eindruck hinterläßt. Ich kann nur noch sagen voll empfehlenswert !!!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "...was soll denn das für ein Scheißleben sein?", 13. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas: Roman (Taschenbuch)
Zum Inhalt:

Die Geschichte spielt in Martirio in Texas; einer Kleinstadt, in der offensichtlich jeder jeden kennt. Vernon Little ist 15 Jahre alt, als sein Freund Jesus sechzehn seiner Klassenkameraden und anschließend sich selbst erschießt. Als einer der wenigen Überlebenden wird Vernon zum Sündenbock der Stadt - und wird unverzüglich als Mitschuldiger des Verbrechens betrachtet.

Das Buch wird aus der Sicht Vernon Littles geschildert und beschreibt den Albtraum seines Lebens, der den Monaten der Schießerei folgt. Überraschender Weise geschieht das mit Humor und Ironie.

Vernon lebt mit seiner Mutter zusammen, sein Vater verschwand einige Zeit zuvor. Beide haben wenig Geld, und Vernons Mutter hat ganz offensichtlich einige emotionale Probleme. Vernon beteuert standhaft seine Unschuld im Bezug auf das Massaker (flieht sogar vorübergehend nach Mexiko, weil ihm niemand glaubt). Aber die Stadtbewohner suchen nach einem Weg, um Zorn und Trauer zu bewältigen. Leider hat Vernon keine Idee, wie er das Rechtssystem von seiner Unschuld überzeugen kann; und seine Mutter ist alles andere als eine Hilfe. Er freundet sich mit dem Reporter Lally an, der vorgibt auf seiner Seite zu sein - aber es stellt sich heraus, dass dieser nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und das Feuer des Zorns in der Stadt erst so richtig entfacht.

Vernon begeht einige dumme Dinge, die den Verdacht seiner Schuld für die Autoritäten nur erhöhen. Und diese Verzweiflungstaten machen ihn Schritt für Schritt für die Tat nur verdächtiger.

"Jesus von Texas" ist kein Buch für jemanden, der eine glaubhafte Story braucht. Um genau zu sein sind einige Passagen des Buchs so frevelhaft, dass sie an das Bizarre grenzen. Man bekommt mit diesem Buch keine große Persönlichkeitsentfaltung - jeder ist eine Karikatur von jemandem, den der Leser wahrscheinlich aus seinem eigenen Leben kennt. Aber für mich war der geradlinige Ton dieser Geschichte erfrischend und kraftvoll. Ich denke: entweder man mag diese Novelle, oder nicht. Das Buch ist eines der wenigen Beispiele, wo es keinen Mittelweg gibt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DBC Pierre: Jesus von Texas, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas: Hörspiel (Audio CD)
Der 15jährige Vernon Little gerät durch eine Verkettung unglücklicher Umstände als vermeintlicher Mittäter an einem Schulmassaker in die Todeszelle. Obwohl Vernon sich jederzeit in der Lage glaubt durch ein Alibi seine Unschuld beweisen zu können, werden seine Chancen immer geringer. Die aufgebrachte Bevölkerung und sensationsgeile Medien drängen auf seine Hinrichtung. Mit einem letzten Telefonanruf kann Vernon das Ruder herumreißen.
Witzig, entlarvend und bissig wird eine amerikanische Realität dargestellt, in der menschliche Beziehungen zu einer Farce an sozialer Kälte, Geldfixiertheit und Statusdenken erstarren.
Trotz der dramatischen Handlung kann man die weitaus größten Passagen nicht ohne zwerchfellerschütternde Lachanfälle überstehen. Zu verschroben sind Vernons Mutter und ihr Freundinnenkreis, der immer geile Sensationsreporter und die vielen anderen scheiternden oder gescheiterten Charaktere in einem Panoptikum der Eitelkeiten - vermutlich hat der Autor (sein Pseudonym DBC steht für Dirty But Clean") die meisten seiner Protagonisten in den Niederungen des eigenen Lebens kennen gelernt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komisch-sozialkritisch. Geht das? Ja., 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Texas: Roman (Taschenbuch)
Der 15jährige Vernon Little gerät durch eine Verkettung unglücklicher Umstände als vermeintlicher Mittäter an einem Schulmassaker in die Todeszelle. Obwohl Vernon sich jederzeit in der Lage glaubt durch ein Alibi seine Unschuld beweisen zu können, werden seine Chancen immer geringer. Die aufgebrachte Bevölkerung und sensationsgeile Medien drängen auf seine Hinrichtung. Mit einem letzten Telefonanruf kann Vernon das Ruder herumreißen.
Witzig, entlarvend und bissig wird eine amerikanische Realität dargestellt, in der menschliche Beziehungen zu einer Farce an sozialer Kälte, Geldfixiertheit und Statusdenken erstarren.
Trotz der dramatischen Handlung kann man die weitaus größten Passagen nicht ohne zwerchfellerschütternde Lachanfälle überstehen. Zu verschroben sind Vernons Mutter und ihr Freundinnenkreis, der immer geile Sensationsreporter und die vielen anderen scheiternden oder gescheiterten Charaktere in einem Panoptikum der Eitelkeiten - vermutlich hat der Autor (sein Pseudonym DBC steht für Dirty But Clean") die meisten seiner Protagonisten in den Niederungen seines eigenen Lebens kennen gelernt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Jesus von Texas
Jesus von Texas von Karsten Kredel (Gebundene Ausgabe - 5. August 2004)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,38
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen