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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblicke in ein faszinierendes Frauenleben, 14. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Ich bedaure nichts (Gebundene Ausgabe)
Welch eine interessante, leidenschaftliche Frau! Ohne Zweifel gehören Brigitte Reimanns Tagebücher zu den wichtigsten Zeitzeugnissen zum Schriftstellerleben in der ehemaligen DDR. Reimann schildert ihr chaotisches Liebesleben, das ständige Ringen um Anerkennung als Literatin und das Alltagsleben in der DDR mit bestechender Ehrlichkeit und in einer klaren, kraftvollen Sprache. Besonders interessant ihr Umgang mit der Stasi. Unbedingt empfehlenswert.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Welt, 7. Februar 2001
Zufaellig fiel mir zuerst der zweite Band der Tagebuecher in die Hand- ich war hin und weg. Unheimlich fesselnd und interessant. DDR Alltag einer nicht alltaeglichen und mutigen Intellektuellen. So hatte ich mir das Leben nicht vorgestellt, in diesem Staat von dem ich bisher leider nicht viel mehr wusste, als diese ewigen Schlagworte. Eine neue, hochinteressante Welt tat sich auf!

Dazu kommt eine extrem lebenshungrige, leidenschaftliche und doch manchmal kuehl analysierende Frau.

Ich habe mir sofort auch den ersten Band besorgt. Der ist zu Anfang etwas chaotischer und sehr privat, die interessanten politischen Aussagen des zweitens Bandes fehlen zunaechst, aber im Laufe der Lektuere kommt das auch noch, und wie!

Ein Manko gibt es allerdings, aber daran ist nicht BR schuld, sondern die Herausgeberin. Am Ende des Buches sind Anmerkungen und Ergaenzungen. Keinerlei Hinweise darauf (wie zum Beispiel ganz simple Fussnoten) im ersten Teil. Damit koennte man leben, ich habe einfach 2 Buchzeichen benutzt und auf gut Glueck nachgesehen, ob bestimmte Dinge erklaert werden. Und genau hier kommt der Schwachpunkt. Es wird zwar vieles erklaert, aber noch mehr nicht erklaert, man koennte hier sehr viele Informationen und Ergaenzungen anbringen. Aergerlich, die Qualitaet schwankt sehr, wie bei einer nicht konsequent durchgefuehrten Fleissarbeit.

Nimmt den Tagebuechern selbst aber nichts--lesen!

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnde und bewegende Lektüre, 4. Oktober 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich habe von den Tagebüchern Brigitte Reimanns durch das Literarische Quartett (Reich-Ranicki) erfahren, wo sie hoch gelobt wurden. Daraufhin habe ich beide Tagebücher gelesen und war sehr beeindruckt. Noch nie hatte ich eine derart ehrliche Selbstdarstellung einer Frau gelesen, bis in die intimsten Einzelheiten (das Tagebuch war von B. R. nicht zur Veröffentlichung vorgesehen). Man bangt und leidet mit dieser Frau, die nicht glücklich werden konnte. Ihre zweite Ehe mit Siegfried Pitschmann, die glücklich begann, wurde von Hans Kerschek systematisch zerstört, einem Mann, dem B. R. leider sexuell hörig wurde. Er wurde ihr dritter Ehemann und wird von den meisten Zeitzeugen als recht unangenehmer Zeitgenosse geschildert. Was für ein Charakterschwein dieser Mann gewesen ist, zeigt sich auch darin, dass er Reimann, als sie an Krebs erkrankte, wegen einer anderen Frau sitzen ließ und sich noch lange weigerte, das Auto, das Reimann gehörte, herauszugeben.

Glücklich scheint dieser Kerschek jedoch auch in seiner neuen Ehe nicht geworden zu sein, denn er beging Selbstmord. Er war ein Zyniker und offensichtlich nicht in der Lage, einen anderen Menschen zu lieben.

Ihren zweiten Ehemann, Siegfried Pitschmann, den sie im Tagebuch Daniel nennt, hat B. R. sehr geliebt. Sie schienen ein ideales Ehepaar und haben gemeinsam Werke publiziert. Der Ablösungsprozess von ihm dauerte sehr lange, während Reimann auf E. Kerschek (im Tagebuch Jon K.) sehr wütend war und sich sehr schnell emotional von ihm löste, als sie von seinem Ehebruch erfuhr.

Eine der bewegendsten Stellen im Tagebuch ist der Eintrag vom 9. 8. 1964, als sie sich noch einmal mit ihrem zwiten Ehemann S. Pitschmann trifft: "Wir hatten ein paar Stunden für uns, konnten alles besprechen, Scheidung, Auto [...] nur einmal, als wir vorm Plattenspieler auf der Erde hockten, küßte er mich auf die Schulter und sagte: >Wär schön gewesen ...< (Das ist unsere Formel aus >Fiesta<, und sie trifft ziemlich genau unseren Gefühlszustand.) Es war scheußlich traurig, und wir hatten uns lieb, und alles ging durcheinander." (Hemingways Roman "Fiesta" endet mit den Worten: "Wir hätten glücklich sein können" [...] "Ja ", sagte ich. "Wär schön gewesen.")

Pitschmann hat B. R. geliebt und im Gegensatz zu Kerschek, hat er ihr sofort sein Auto überlassen.

Angeregt von der Lektüre der Tagebücher habe ich dann noch Reimanns Hauptwerk "Franziska Linkerhand" gelesen, in dem sie viele ihrer Erfahrungen in Romanform darstellt. Ebenfalls sehr lesenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leidenschaftlich privat und kritisch, 4. Juni 2008
Von 
Herta Masarié "Malende Gedankenstürmerin" (A - Burgkirchen, Innviertel, OÖ) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
In diesen Lebensgeschichten, so kommt es mir vor, überwiegt anfangs das private Leben und eh man sich's versieht, erfährt man ziemlich viel aus dem DDR-Alltag.

Ein intensives Leben, mit leichter Hand und in einem flüssigen Stil, aufgezeichnet - lesenswert!
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5.0 von 5 Sternen Mitreißend, 13. Oktober 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Durch einen Zufall oder vielmehr durch eine Fußnote stieß ich auf das berührende, emotionale und überaus private Werk von Brigitte Reimann. Ihre Tagebücher öffnen den Zugang zu ihrer Seele und haben mich nicht mehr losgelassen. Schade nur, dass sie die vorherigen Aufzeichnen, wie sie selbst beschreibt, verbrannt hat. Der Leser wird unweigerlich süchtig und fragt sich nur, was dort wohl gestanden haben mag.
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Ich bedaure nichts
Ich bedaure nichts von Brigitte Reimann (Gebundene Ausgabe - 1997)
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