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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Zeugnis, 9. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Verlorenen: Die Soldaten in Napoleons Rußlandfeldzug (Gebundene Ausgabe)
"Geschichtsschreibung mal etwas anders" könnte man dieses Buch auch betiteln.
Eckart Kleßmann hat über 50 Augenzeugenberichte in eine verständliche deutsche Sprache übersetzt, diese in eine chronologische Reihenfolge gebracht und mit seinen erläuternden Texteinschüben verbunden. Hieraus ist ein geschlossener Augenzeugenbericht über den Verlauf des gesamten so schicksalsträchtigen Rußlandfeldzug geworden. Eine farbige Landkarte auf der Innenseite des Buchdeckels erlaubt es Städtenamen und einzelne Stationen des Feldzuges nachzuvollziehen. Einzelne Grafiken von Kriegsteilnehmern sind in das Buch eingestreut. Das ganze Buch lässt sich sehr leicht und flüssig lesen. Durch die fast ausschließliche Verwendung von Augenzeugenberichten einfacher Soldaten und mittlerer Dienstränge hat man das Gefühl eines wirklich authentischen Berichtes. Teilweise widersprechen sich die Berichte auch geringfügig, so z.B. in der Frage, ob es tatsächlich zu Kannibalismus gekommen ist und darüber, ob Kriegsgefangene wirklich systematisch ermordet wurden. Aber gerade das hat in mir die Glaubwürdigkeit der Darstellung erhöht. Es gab eben Augenzeugen solcher Handlungen und andere Augenzeugen, die so etwas nie gesehen haben, sondern nur davon hörten. Dann müssen sich die Berichte unterscheiden. Die Grausamkeiten, denen die Menschen beider Seiten auf diesem Feldzug ausgesetzt waren sind so unfassbar, dass man diese Berichte einfach gelesen haben muss, um es zu glauben. Insofern gibt das Buch nicht nur Zeugnis über das geschichtliche Ereignis an sich, sondern auch Zeugnis über die Grausamkeit des Menschen.

Wer also etwas über die Menschen in der Napoleonischen Zeit wissen möchte oder etwas darüber erfahren möchte wie dieser Feldzug eigentlich für die Beteiligten war, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Das Buch ist mit einem schön gestalteten Schutzumschlag erschienen. Die Karte auf dem Innendeckel ist allerdings misslungen. Der Maßstab ist viel zu groß. Viele der so häufig genannten Städtenamen sind gar nicht auf der Karte verzeichnet - das hat mich schon enttäuscht. Ein Leseband ist auch nicht dabei, aber da hat man sicher ein Lesezeichen zur Hand.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das war überfällig..., 15. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Verlorenen: Die Soldaten in Napoleons Rußlandfeldzug (Gebundene Ausgabe)
Der Autor schafft es in diesem einzigartigen Buch, die politischen Ereignisse mit dem ganz persönlichen Erleben einzelner Soldaten, die Tagebücher oder später ihre Memoiren zu Papier brachten, zu einer literarischen Zeitreise zu verschmelzen, wie ich sie selbst in vielen Büchern zum zweiten Weltkrieg nicht gefunden habe, trotz der Nähe der Ereignisse und vieler lebender Zeitzeugen.
Die Berichte sind so eingestreut, dass sie immer zu der jeweligen Phase des Geschehens passen. Im ersten Kapitel erfährt der Leser warum es zu dem Feldzug überhaupt kam, obwohl es zeitweise nicht so aussah, welche Vorbereitungen Napoleon getroffen hatte, um sich diesem Ereignis zu stellen. Dabei dachte er sogar an grün getönte Schneebrillen zum Schutz vor Blendung...wer hätte das gedacht. Im zweiten Kapitel wird beleuchtet, wie weit die theoretische Planung (Versorgung, Logistik, Einquartierung) von der Praxis abwich und dass die nichtfranzösischen Truppen von den Franzosen ziemlich arrogant und herabwürdigend behandelt wurden. Auch das dieses zusammengewürfelte Heer von einer halben Million Mann (genaue Zahlen sind nicht eruierbar) in sich gespalten war. Es kam sogar zu Handgreiflichkeiten und Schusswechseln zwischen verschiedenen Kontingenten. Wo hingegen die russischen Streitkräfte in Sachen Motivation sowie in religiöser und politischer Hinsicht geeint waren.
Man erfährt viel über die Zustände in den Landstrichen, katastrophale hygienische Verhältnisse sowie Fehlplanungen und Willkür, die ihres Gleichen sucht und ungezählten Menschen unsägliches Leid zufügten. Ein wenig befremdlich fand ich die Aussage, dass vor allem die Soldaten der deutsch stämmigen Einheiten mit den etwa in Polen ansässigen Juden auffallend grob und hassmotiviert umgegangen sein sollen. Redet aber gleich darauf davon, dass bei niemandem was zu holen war vor lauter Not, aber die Juden zu sündhaften Preisen immer was zu verscherbeln hatten, sogar Übersetzungsbücher: Meiner Meinung nach soll dieser haltlose Seitenhieb auf die angeblich typisch deutsche Mentalität in dieser Hinsicht wieder nur dazu dienen dem Leser das Nazitum der Deutschen als "in die Wiege gelegt" zu verkaufen - was das in diesem Werk soll, ist mir unverständlich, aber heutzutage Standard bei einigen Verlagen. Und wahrscheinlich haben auch die Mainzelmännchen eine braune Vergangenheit. Ich habe zu dem Thema vorher meist gelesen, dass kein Unterschied gemacht wurde in dieser Zeit, egal aus welchem Volksstamm die Gewalt ausging. Es wurde in keinem Werk differenziert. Man hat gerafft und fouragiert wo es ging und mal zugeschlagen, und mal nicht. Das kam einfach aus der Not der Fehlplanungen heraus und ist (leider) menschlich, wenn es ums nackte Überleben geht oder auch nur der Bauch tagelang knurrt.
....ich habe das Buch jetzt halb durch und bin als alter Hobby-Militärgeschichtler echt aus dem Häuschen! Freue mich - nicht ganz ohne ein mulmiges Gefühl, wenn man bedenkt was die armen Leute damals erdulden mussten und was ich noch lesen werden (muss) - auf den Rest. Später werde ich diese Rezension ergänzen, aber ich konnte es mir nicht verkneifen schonmal meine Meinung zu posten...
Der Preis ist zwar nicht ohne, aber man kriegt eine echte "Perle" der Militärgeschichte. Zumal auch russische Soldaten zu Wort kommen. Allerdings handelt es sich bei den Augenzeugen generell um Leutnants und mittlere Offiziersränge, die halt schreiben konnten und etwas gebildeter waren.
Ich habe das Buch mittlerweile beendet und mein Fazit bleibt bestehen...grandioser Blick von Betroffenen auf längst vergangene Ereignisse. Die Berichte decken sich in vielen Aspekten, was den Wahrheitsgehalt, trotz manchmal recht später Niederschrift des Erlebten unterstreicht. Allerdings liest es sich streckenweise etwas ermüdend, weil man als Leser ein wenig anfängt abzustumpfen wenn man immer nur von Typhus, unvorstellbar dreckigen Lazaretten, Kannibalismus, Kosakenterror, Hunger und von auf schlimmste Weise erfrorenen Menschen liest, die etwa an Lagerfeuern vorne verbrannt und hinten vom Frost ausgekühlt wurden. Wie im allgemeinen Zusammenleben üblich, so ging es auch hier typisch zu: Die einen erfuhren nur Grausamkeiten und Misshandlungen, die anderen kamen recht gut über die Runden, weil sie Glück hatten; und dazwischen gab es alle Spielarten von Unmenschlichkeit oder barmherzigen Taten, die teilweise recht bemerkenswert waren.
Auch im Hinblick auf die vor 70 Jahren tobendende Schlacht um Stalingrad und folgenden Gefangenenmärschen sowie den gesamten Russlandfeldzug im zweiten Weltkrieg, ein beängstigend parallel verlaufenes Stück Zeitgeschichte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Verlorenen, 12. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Verlorenen: Die Soldaten in Napoleons Rußlandfeldzug (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr interessantes Buch, welches den Russlandfeldzug Napoleons und seinen Verbündeten aus der Sicht einzelner beschreibt - nicht die großen Schlachtet und Kämpfe, sondern hauptsächlich das erbärmliche Sterben danach.
Ziemlich bedrückend, aber empfehlenswert.
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5.0 von 5 Sternen unverzichtbar, 31. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Verlorenen: Die Soldaten in Napoleons Rußlandfeldzug (Gebundene Ausgabe)
wer sich mit Napoleons Rußlandfeldzug auseinandersetzten will und fundierte Informationen wünscht, ist hier richtig. Eckart Kleßmann ist ein journalistisch geschulter, gründlicher Autor, erfahren in der Recherche. Seine erste Beschäftigung mi dem Thema begann mit den von ihm herausgegebenen "Augenzeugenberichten" zu dem gleichen Thema. Höchst lesenswert und insbesondere als Ergänzung zu anderen Publikationen zum gleichen Thema unverzichtbar.
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Die Verlorenen: Die Soldaten in Napoleons Rußlandfeldzug
Die Verlorenen: Die Soldaten in Napoleons Rußlandfeldzug von Eckart Kleßmann (Gebundene Ausgabe - 23. Juli 2012)
EUR 29,99
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