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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch wie ein offenes Messer
Dieses Buch ist wie ein offenes Messer, man schneidet sich an ihm. Ein eisig funkelnder Diamant. Selten liest man eine solch bedrückende Szene wie die, in der die Kinder ihre tote Mutter in eine Kiste im Keller einzementieren. Der Autor erzählt von der Hoffnungslosigkeit und der Entwurzelung menschlichen Lebens in fast kafkaesken Bildern und in einer trockenen,...
Veröffentlicht am 24. Mai 2001 von Schaurich Volker

versus
16 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geht es nicht mehr ohne Sex...?
Verliebt in Abbitte", enttäuscht von Saturday" bin ich voller Neugierde und auch Vorfreude an Der Zementgarten" von Ian McEwan gegangen. Mir war bewusst, dass es sich dabei um schwere Kost handeln wird, leider war es mir nicht bewusst, dass McEwan offensichtlich sich wieder einmal dem Zwang der literarischen Neuzeit ergab der da lautet: Schreibe über...
Veröffentlicht am 4. September 2007 von Lesestubs


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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch wie ein offenes Messer, 24. Mai 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
Dieses Buch ist wie ein offenes Messer, man schneidet sich an ihm. Ein eisig funkelnder Diamant. Selten liest man eine solch bedrückende Szene wie die, in der die Kinder ihre tote Mutter in eine Kiste im Keller einzementieren. Der Autor erzählt von der Hoffnungslosigkeit und der Entwurzelung menschlichen Lebens in fast kafkaesken Bildern und in einer trockenen, lakonischen Sprache: kein Satz zu viel. Klassiker. Lesen!
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Utopie hat keinen Ort, 9. Januar 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
Es könnte eine grosse Hilfe für den Leser sein, wenn er sich einmal klar machen würde, dass MC Ewan "diese schrecklichen Pubertätserlebnisse" so keineswegs erlebt hat.(Siehe Interview in der Frankfurter Rundschau im Okt.2003)Wer hier also auch am liebsten sofort die Polizei rufen möchte, weil er diese Zustände der Kinder nicht aushält, der sollte doch lieber innehalten und sich fragen, was den Schriftsteller dazu bewegt haben könnte, sich soetwas auszudenken. Hier könnte die Metapher des Zementgartens ein möglicher Deutungsansatz sein. Welche verschiedenen Vorstellungen von Gärten tragen wir in uns, wie weit reicht unsere Phantasie zwischen Wildnis und "Zementgarten"? Wie wild war denn unsere Kindheit? Was geschah mit unseren Sehnsüchten und Trieben, als es aufbrach in der Pubertät? In MC Ewans Roman gibt es eine wunderschöne und einfache Schlüsselszene, in der er phantasiert, wie es ist, wenn die Eltern ihre halbwüchsigen Kinder einmal einen ganzen Nachmittag allein lassen, wie diese Kinder anfangen wild zu toben und ihre grenzenlose Freiheit zu geniessen. Kinder haben nun einmal kein schlechtes Gewissen und verhalten sich sehr unmoralisch. Der Leser wird in diesem Roman immer wieder an seine moralischen Grenzen stossen. Vielleicht spürt der Eine schon ein Unbehagen bei den Doktorspielen der Kinder, während ein Anderer erst beim Inzest ruft: Jetzt reicht's! Dabei geschieht hier überhaupt nichts, ohne dass der Autor es nicht einfühlsam und sorgfältig vorbereitet.Wer das Buch genau liest, wird feststellen müssen, dass es für jede provokative Szene, für jeden Durchbruch abweichenden Verhaltens, immer schon vorher eine Andeutung, ein Vorzeichen gab, der einen Riss im Zement andeutet.Im Roman wird buchstäblich mehrmals auf diese Risse im Zement geschaut: manchmal sind es Ameisen, die hier hervorkriechen, dann ist es die Leiche der Mutter, die nicht zugedeckt werden kann. Wer hier nur Makabres sieht, dem entgeht diese eindringliche Metapher, die mich sehr an Gottfried Benns Gedicht an die Mutter erinnert, wo er schreibt: ...Du bist wie eine Wunde, die sich nicht schliesst".- Wer sich daran stört, dass diese Kinder ein so abweichende Verhalten zeigen, der sollte weiter danach fragen, welche Bedürfnisse und Sehnsüchte Jack, Julie, Sue und Tom in ihrem abweichenden Verhalten auszudrücken versuchen. Wahrscheinlich hat dieses Verhalten und Zusammenleben der Kinder in Wirklichkeit hier in unserer Gesellschaft keinen Ort.Auch MC Ewan lässt ja am Ende die Staatsgewalt eingreifen. Ich selbst habe als Leser, wahrscheinlich auch von der normalen Meinung abweichend, hier überhaupt nicht am Ende das Gefühl, dass jetzt durch den Einfriff der Ordnung bei den Kindern alles gut wird.Im Gegenteil: ich finde das Zusammenleben der Kinder zunehmend so spannend und liebevoll, dass ich diese Phantasie noch gerne etwas länger verfolgt hätte. Schade, dass es so nicht weiter geht,-so empfinden es am Ende Jack und Julie. Beide bereuen nichts. Im Film...hier etwas anders als im Roman...lässt der Autor Julie sagen: ich fand es ganz natürlich ,was wir gemacht haben. Ich fand es auch, habe mir den Film 5mal angeschaut und inzwischen das Buch mehrmals gelesen. Was ich jedoch auch erfahren habe, ist, dass 17-20Jährige ganz empfindlich und eher ablehnend auf dieses Buch reagieren,...wahrscheinlich eine viel zu frische Wunde, an die hier der Autor rührt, und die frisch Betroffene unbedingt geschlossen halten wollen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gänsehaut und ein beklemmendes Gefühl..., 1. Dezember 2011
Von 
Danny B. "kleines Kätzchen" (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
...stellt sich unwillkürlich beim Lesen dieses fantastischen Romans ein! Die Geschichte ist so unwirklich, dass sie beinahe schon wieder realistisch erscheint.

Zum Inhalt: Als der Vater von vier Kindern (alle im Alter zwischen sechs und 16 Jahren) beim Zementieren des Vorgartens wegen Überanstrengung an einem Herzversagen stirbt, ist die Mutter ja zum Glück da, um alles Notwendige wie z. B. die Beerdigung usw. zu regeln. Fortan kümmert sich die - zu diesem Zeitpunkt schon schwerkranke - Mutter allein um die Kinder. Doch die Mutter stirbt nach nicht allzu langer Zeit nach dem Tode des Vaters ebenfalls. Nun sind die Kinder ganz auf sich allein gestellt und wissen in ihrer Not nicht, wem sie davon erzählen dürfen; sie wissen auch nicht, wohin mit der Leiche. Kurzerhand zementieren die drei älteren Geschwister ihre Mutter in einer Kiste im Keller ein, denn sie haben Angst davor, in ein Heim gesteckt zu werden, wenn jemand vom Tode der Mutter erfährt. Man muss dazu wissen, dass die Familie ein sehr isoliertes Leben geführt hat: keine nachbarschaftlichen Beziehungen, Freunde der Kinder wurden nie eingeladen und umgekehrt werden auch die Kinder nicht zu Freunden eingeladen.

Nach einer Weile entwickelt sich ein starker Verwesungsgeruch, der aus dem Keller in das Haus dringt. Die älteste Tochter hat inzwischen einen Freund, der nichts Gutes ahnt, als er seine Freundin und ihre Geschwister in dem Haus besucht. Das Schicksal nimmt seinen Lauf... Zwischenzeitlich wird immer wieder deutlich gemacht, wie schwierig es für Jugendliche ist, mit den Veränderungen des eigenen Körpers in der Pubertät fertig zu werden. Es werden auch sexuelle Erfahrungen unter den Geschwistern ausgetauscht.

Alles in allem ein Roman, der ein beklemmendes Gefühl von der ersten bis zur letzten Seite hervorruft, was aber in meinen Augen nichts Negatives ist: im Gegenteil - mich fasziniert es, wie Ian McEwan es meisterhaft gelungen ist, diese bedrückenden Szenen in Worte zu kleiden, so dass genau dieses Gefühl beim Leser entsteht.
Deshalb: fünf Sterne!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlend und in sich geschlossen, 17. Mai 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
Vier Kinder zwischen 6 und 16 Jahren verlieren zuerst den Vater und dann die Mutter und mit dem Verlust beginnt ein unwirklicher, heißer Sommer, in dem sich die Geschwister entfremden, entwickeln und dann wieder näher kommen. Ian McEwan benutzt alltägliche, unscheinbare Bilder, um seiner Geschichte Ausdruck zu verleihen und gerade deshalb geht sie so unter die Haut. Ich habe selten ein Buch in der Hand gehabt, im dem Metaphern eine solche Bedeutung hatten. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu lesen.
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5.0 von 5 Sternen Ein leises Buch, welches laut schreit. Buch und Film sind grandios!, 18. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
Der Zementgarten. Dieser Buchtitel des Autors Ian McEwan klingt zunächst kühl und trocken, vielleicht sogar tot und ausgestorben. Der Inhalt des Buches ist es jedoch keinesfalls. Ich kannte die ganz bewegende Verfilmung des Buches von 1993, und wollte nun endlich auch den Roman lesen, da mir allein der Film sehr lange in Erinnerung geblieben ist. Und eines kann ich sagen, auch dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen.

Klapptext / Inhalt:
"Ein Kindertraum wird Wirklichkeit: Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit keiner was merkt, einzementiert, und die vier Kinder - zwei Mädchen und zwei Jungen zwischen 6 und 16 – haben das große Haus in den großen Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen, unwirklichen Sommers kapselt sich die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab, und keiner merkt, dass etwas faul ist."

Handlung:
Eine sechsköpfige Familie in einem großen Haus mit Garten, welches von Nachbarn schon lange verlassen wurde. Eine Familie für sich in der eigenen kleinen Welt. Der Vater ein Tyrann, stirbt nach einem Herzanfall, nachdem er sein Vorhaben, den Hausgarten in eine Betonwüste zu verwandeln nicht ganz beendet hat. Die Mutter bleibt allein zurück mit ihren vier Kindern, wo jedes der vier sein eigenes spezielles Wesen hat, und auch die Geschwister untereinander einen ganz sonderbar speziellen Umgang hegen. Bis Jack sich nicht mehr pflegt und sich gehen lässt. Dieser Ekel lässt die Geschwister etwas auseinander driften. Die Mutter wird kränker und kränker. Dann ist sie tot. Die Geschwister finden eine Lösung, um nicht von der Behörde getrennt und aus dem Haus gebracht zu werden... Die Lösung aller Probleme? Was zieht diese Handlung nach sich? Wie geht das Leben allein unter Geschwistern weiter?
Ein Buch, was in die tiefen Facetten der verstörten Seelen blickt, was Wege zeigt, die niemand gehen möchte, ein Buch was bewegt, abstößt und erschreckt, dennoch sehr das Herz berührt und mit leisen Tönen sehr laut schreit.

Zum Schreibstil:
Autor Ian McEwans versteht sein Können. Dieses Buch ist der erste Roman, der fast eins zu eins verfilmt wurde. Hier wurde kaum etwas verändert, denn der Autor schreibt unheimlich bildhaft, hat ausgesprochen intelligente Dialoge und ein Gespür für den passenden Moment.
Autor Ian McEwans hat eine Thematik gewählt, die sehr nah und erschütternd geschrieben ist, jedoch auch für ungeahnten Witz und Sarkasmus sorgt. Er beweist Mut mit seiner Handlung, wirft hier und da immer wieder ein Kopfschütteln auf, schockt wohl dosiert und bewegt den Leser sehr zum Sinnieren und Nachdenken. Unweigerlich zieht McEwans den Leser in das Geschehen, und lässt die knapp 205 Seiten viel zu schnell gelesen sein. Was genau mich an seinem Stil so fesselt und begeistert kann ich kaum in Worte fassen. Es wirkt einfach! Der Autor versteht es, für Spannung, Entsetzen und Nervenkitzel zu sorgen. Dies schafft er zum Einen durch seinem besonderen Schreibstil. Er präsentiert seine Geschichte der Ich-Erzählung des ältesten Bruders Jack, der mit seiner älteren Schwester Julie, der jüngeren Sue und dem jüngsten Bruder Tom im Hause der Eltern lebt.
Der Autor blickt in das gestörte Seelenleben der Charaktere und vermittelt dem Leser das Gefühl Teil der Handlung zu sein, jedoch nicht eingreifen zu können.
Autor Ian McEwans hat mich bereits in den ersten Seiten als Leserin gewonnen. Er besitzt einen ganz besonders tollen, authentischen, mutigen, gewagten und ungefilterten Stil, die Emotionen, Gedanken und Probleme der nicht alltäglichen und hier ausnahmslosen Teeniewelt an den Leser zu bringen. Zu all dem paart er Gewissensbisse, das Selbstvertrauen, die Beziehung zum anderen Geschlecht, das eigene Ansehen und den Wunsch nach Rebellion. Ich mag diese Art des Schreibens und konnte somit ganz nah mit den Charakteren miterleben, was in diesem bewegenden Buch auf mich wartete. Eine gelungene Gratwanderung, der dem Wunsch Jugendlicher aber auch Erwachsener gerecht wird.
Das Schriftbild ist angenehm und die Kapitel nicht allzu lang. Die Dialoge sind knackig, emotional und sehr authentisch dargelegt.

Schauplätze:
Hier gibt es kaum andere Orte, als der heimische Zementgarten und das Haus der Familie. Aber hier schafft der Autor durch teils nichtige Details ein sehr rundes und komplettes Bild der Schauplätze. Für die Verfilmung durfte die Romanvorlage hier absolut ausgereicht haben. Das Haus dieser verstörten Familie, gebettet in einer Wüste aus Schutt, Zement und Beton. Eine Grabstätte für einen bitteren Untergang. Ein Ort für eine verwaiste Familie. Schon allein durch die Wahl des Handlungsortes hat mich der Autor mit seinem Roman überzeugt und konnte begeistern. Zudem gibt er die entstandenen Eindrücke absolut stimmig an seine Leser weiter.
Dem Autor McEwans gelingt es durch seine reale Darstellung der Schauplätze eine Welt des jugendlichen Alltags zu schaffen, die in einem Ort des Grauens und des Todes funktionieren muss. Sehr genau hat er die Eindrücke eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Auch wenn sein Fokus auf viele Details und Umschreibungen liegt, so wirkt es nicht überladen oder aufgesetzt, nein, er hat im trefflichen Momenten immer ein sehr genaues Bild der Umgebung geschaffen.

Charaktere:
Auch bei der Wahl der Charaktere punktet der Autor. Hier ist nun wirklich jeder Protagonist der morbiden Familie mit einem sehr speziellen Psychogramm gezeichnet. Gerade Jack, allein durch seine Erzählperspektive, wird hier eine zentrale Rolle einnehmen. Wer in Jacks gestörte Psyche blickt, wird den Titel neu interpretieren. Jack, der seinen Körper entdeckt und in seiner jugendlichen Blüte steckt, der seine ältere Schwester beäugt, der die Doktorspiele der Geschwister von einst vermisst, der den Tod seiner Mutter nachtrauert, aber dem des Vaters nicht, der seine Pupertät nicht ausleben kann, der seine Mutter begraben muss, der onaniert, der sich nicht pflegt und dann schlußendlich doch mit seiner Schwester Julie schläft... Und das sind nur die Dinge, die Jack formen. Auch all die anderen drei Geschwister zeichnen ein sehr verstörtes Bild im Buch ab. Hier hat der Autor aus den Vollen geschöpft und Charaktere und Probleme der schon fast erwachsenen Jugend geschaffen, die hoffentlich ein absoluter Einzelfall sind. Eine sehr runde und feine Mischung aus Hauptprotagonisten und wenigen Nebenrollen, verletzten Psychen, gebrochenen Seelen und geschundene Verhältnisse. Gleich zu Beginn ermöglicht der Autor seinen Lesern ein klares Bild der einzelnen Persönlichkeiten.
Gerade das Seelenleben und die Gedankenwelt von Jack und der Familie kristallisieren sich schnell heraus und lassen den Leser nicht mehr los. Tief und eindringlich werden hier diese Charaktere vorgestellt. Gekoppelt mit einer tragischen Entscheidung und einer dramatischen Tragödie, wirken alle Personen sehr gut geschildert und verkörpern ihren Part im Roman gekonnt.

Meinung:
Zu erst möchte ich die vielen versteckten dennoch offensichtlichen Botschaften loben, die der Autor in diesem Buch sehr gewissenhaft bedacht hat. Hier ist einmal der Umgang mit Gewalt, die Gefahr der Vereinsamung, der Weg durch die Pupertät, der Umgang mit Sexualität, der Umgang und die Verarbeitung von Tod, die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit, Offenheit, der Wunsch den Körper zu erleben und Sehnsüchte offen auszutragen, Inzest und Geschlechtsverkehr unter Geschwistern...,
Hier hat der Autor ein ganzen Portfolio an diskutablem Themen verwoben und für Unverständnis und aber auch für Tiefe gesorgt. Er hat hier sehr genau auf das Ausmass geachtet und ich finde es ist ihm sehr galant gelungen.
Manches wirkte auf mich im Geschehen sehr beklemmend und ich musste beim Lesen häufig meinen Blickwinkel verstellen, das hat mir wirklich gut gefallen. Ein grandioser, aber sehr spezieller Roman. Das Ende kam so, wie es kommen musste. Zwar sehr knapp, aber lässt dem Leser auch Raum für eigene Mutmaßungen.

Der Autor:
"Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt in London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences."

Zum Cover:
Das Cover passt sehr zum Verlagsprogramm. Meinen Geschmack hat es nicht getroffen, dennoch zeigt es die Note des Verlags und ist daher stimmig zum Programm. Bezug zum Inhalt des Buches hat es kaum. Schade.

Fazit:
Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich bewegenden Gefühl im Bauch. Es polarisiert mit leisen Tönen, die laut nachhallen und sehr erschüttern. Buch wie Film absolutes MUSS!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die etwas andere Familie, 25. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
McEwan erzaehlt die etwas andere Familiengeschichte. Irgendwo in London, mehr oder weniger isoliert von anderen lebt die 6-koepfige Familie. Zunaechst stirbt der Vater an einem Herzinfakt, wenig spaeter folgt die Mutter. Beide werden einbetoniert, um den Behoerden nicht aufzufallen und in einem Waisenhaus zu enden. Die beiden aeltesten Kinder Julie und Jack uebernehmen von nun an die Rolle der Eltern und leben ein autarkes Leben. Die Eltern als Autoritaeten sind nicht mehr existent, die Kinder orientieren sich von nun an an ihren eigenen Beduerfnissen und entwickeln eigene Werte ohne Vorgaben von Aussen. Selbst Inzest wird dabei als natuerlicher Prozess betrachtet. McEwan beschreibt die Entwicklung einer Familie ohne Autoritaeten, die sich nur an den Notwendigkeiten orientiert. Nachdenklich stimmendes Meisterwerk, dass uns aufzeigt,wie fremdbestimmt wir von dem Zeitpunkt unserer Geburt an sind.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Macht süchtig, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
Obwohl ich dieses Buch in der Schule im Englischunterricht gelesen, durchgekaut und eine Klausur darüber geschrieben habe, hat es für mich nichts von seiner Faszination verloren. Ein "muß" für jeden Jugendlichen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inzestdrama, 26. August 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
Als der Vater von Julie, Jack, Sue und Tom an einem Herzinfarkt stirbt, sind die vier Kinder und ihre Mutter auf sich alleine gestellt. Bald wird auch diese schwer krank und stirbt ebenfalls. Da die Familie sehr abseits lebt, fällt ihr Tod niemandem auf. Die älteren Geschwister lassen ihre Leiche verschwinden und erzählen niemandem etwas, aus Angst getrennt zu werden. Der Haushalt beginnt zu verwahrlosen und zwischen den beiden älteren Geschwistern Julie und Jack entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Doch das ganze geht nicht lange gut.
Der Zementgarten ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich habe es etliche male gelesen. Ein sehr gut geschriebenes makaberes und düsteres Buch, mit beklemmender Atmosphäre. Wer damit keine Probleme hat, wird sicher begeistert sein.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Man kann es nicht ohne weiteres jedem empfehlen..., 28. Dezember 2002
Von 
basssopran - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Taschenbuch)
...und ich würde auch nicht unbedingt sofort ein weiteres Buch dieses Autors lesen wollen. Dafür muss ich mich erst von diesem erholen! Auf knapp über 200 Seiten entwickelt der Autor ein Drama, in dem pubertäre Wünsche und die diese Zeit begleitenden zwiespältigen Gefühle eine große Rolle spielen. Durch die mörderische Situation, in der sich die Protagonisten befinden, wird gerade dieser Aspekt noch um ein vielfaches verstärkt.
Vier halbwüchsige Kinder leben in einem Haus, das in einem aufgegebenen Neubaugebiet als letztes übriggeblieben ist. Es liegt daher nicht idyllisch einsam, sondern isoliert und in einer eher bedrückenden Umgebung. Der verhaßte und gefürchtete Vater stirbt schon zu Beginn des Buches an einem Herzinfarkt; die Mutter stirbt wenig später zu Hause an Krebs. Die Kinder haben nur die eine Angst, dass sie auseinandergerissen und in Heime oder verschiedene Familien gegeben werden. Deswegen beschließen sie, niemandem etwas vom Tod der Mutter zu sagen und sie schlicht und einfach verschwinden zu lassen.
Das, was dann folgt, ist eine Mischung aus verschworener Gemeinschaft, Mutterliebe, Kinderpsychiatrie, inzestuösen Neigungen, makabrer Vorfälle und "Der Herr der Fliegen". Die Kinder, obwohl zum Teil fast erwachsen, werden mit ihrer Situation oberflächlich ganz gut fertig. Die Oberfläche erweist sich aber immer wieder als sehr dünn. Jedem ist bewußt, dass etwas passieren muss, nur was? Keiner der Hausbewohner plant in die Zukunft. Keiner weiß, was werden wird. Alle klammern sich an die Situation, mit der sie völlig überfordert sind. Vorsicht, kein einfaches Buch!
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4.0 von 5 Sternen Abgründe, 7. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zementgarten (Kindle Edition)
Ein amüsantes Werk über die Abgründe innerhalb einer englischen Vorstadtfamilie. Sehr unterhaltsam mit einer guten Portion Ironie, Witz und unerhohlener Gesellschaftskritik...
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Der Zementgarten
Der Zementgarten von Ian McEwan (Gebundene Ausgabe - 1989)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,77
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