weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Learn More HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen7
4,4 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 21. Oktober 2006
Aus Geldnot hatte Büchner (*1813) dem Cotta-Verlag den für ein Preisausschreiben geforderten Ein- bis Zweiakter eines Lustspiels zugesandt, allerdings zu spät. Die Veränderung in späteren Jahren zum Dreiakter erschien 1838, ein Jahr nach seinem Tod.

Ein skurriles Stück, man spürt eine Lust Büchners an Worten, Sätzen, Parodien und Querverweisen auf die Literatur. Ein Narrenstück, könnte man meinen, wo doch schon Shakespeare das Intro gab aus 'Wie es Euch gefällt'. Und diese übernommene Botschaft vermag der Anlass der Parodie, der Persiflage gewesen sein, über die Lächerlichkeit und Langeweile einer höheren Gesellschaft zu schreiben, deren höchste Beschäftigung, Müßiggang heißt und deren beste Fertigkeit das Nichtstun ist. Spritzige Bemerkungen unterlässt Büchner an keiner Stelle, übertreibt jedoch nicht, sondern verfällt passend in die Beschreibung der Nachlässigkeit der Personen in Verbindung mit deren freien Willen. Über Langeweile: eine der schönsten Beschreibungen in der Literatur ist hier zu finden. Und gleichzeitig ist die Aktion dagegen eine Kopfgeburt wunderbarer und phantastischer Freiräume, die es gilt auch mit Gedanken der Leere zu füllen. (vgl auch Rede von W. Genazino zur Verleihung des Büchnerpreises) Über Liebe: eine Beerdigung im Kopf. Aber man sollte sich Zeit für die Liebe nehmen, oder 'die Zeit kann uns die Liebe nehmen.'

Eingebettet sind all die Gedanken und Wortspiele in ein Spiel der Liebe. Angelehnt aber contrapunktiert an Shakespeares Romeo und Julia sollen zwei Menschen Leonce, Prinz aus dem Reiche Popo und Lena, Prinzessin aus dem Reiche Pipi, miteinander verheiratet werden, die sich nicht lieben, geschweige denn kennen. Beide ergreifen unabhängig von einander die Flucht, treffen per Zufall aufeinander und verlieben sich im ersten Augenblick, wo das Paradies für die beiden auf die Erde kommt. Verkleidet, als genialer Streich des Müßiggängers Valerio, treffen sie auf die Menge der Wartenden und Verzweifelten mangels Brautpaar und der König vermählt sie vermeintlich stattdessen ihrem Wunsch entsprechend, weil er sich eh eine Hochzeit (die ursprüngliche) vorgenommen hatte. Und siehe, Leonce wird erkannt, Lena ebenso und die, die in Unkenntnis des Anderen vermählt werden sollten, sind nun aus freien Stücken, nachdem sie sich haben lieben gelernt, verheiratet worden. Der Zufall überspielt die Konvention der gesellschaftlichen und standesgemäßen Bestimmung aber letztendlich beweist er sie doch. Büchner verzichtet auf eine dramatische Herleitung aller Figuren und Handlungen, spontan und unvermittelt fegen die Geschehnisse nur so dahin. Alles mündet mit der Hochzeit in die marionettenhafte Vorsehung, einem Uhrwerk gleich

Insgesamt eine grandiose Persiflage auf die unnütze und lächerlich erscheinende obere Gesellschaft, die Frankreich bereits 1789 abgeschafft hatte. In Vorbereitung auf die deutsche Revolution 1848 in der Zeit der Romantik geschrieben, doch recht unromantisch in der Ausrichtung, vergleicht man dieses Stück mit dem Eichendorffschen Taugenichts (1826), dafür für eine bessere Welt des Denkens auf den zweiten Blick plädierend wie Voltaires Candide (1759), doch nicht in Konsequenz des Tun (Candide: Wir müssen unseren Garten bestellen.) sondern mit der Zementierung des Nichtstuns durch ein 'Dekret' (Valerio) und der Zerstörung der mechanischen Zeit zugunsten der 'Blumenuhr', wie der natürlichen Zeiten zu einem 'ganzen Jahr zwischen Rosen und Veilchen' (Leonce).

Wortwitz und Zitate führen Büchner in diese Welt. Ein Spaß, der aus Geldmangel entstand, verfeinert wurde und heute noch gegen Langeweile und übertriebene gesellschaftliche Konventionen positioniert und sicherlich zu den bekanntesten und wichtigsten Komödien der deutschen Literatur zählt. Lesenswert!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Juli 1999
Prinzessin Lena vom Reiche Pipi und Prinz Leonce vom Reiche Popo sollen aus Staatsinteresse miteinander verheiratet werden. Sie sind einander noch nie begegnet und fühlen sich durch den gesellschaftlich diktierten Zwang um die Freiheit ihrer Entscheidung betrogen. Lena, mit dem Sehnen nach einem wahrhaften Gefühlserlebnis, flüchtet mit ihrer Gouvernante. Leonce, von Weltschmerz und gähnender Langeweile geplagt, empfindet mit einem Mal die ganze Leere seines Daseins. Der stumpfsinnigen Hofwelt und seiner Gespielin Rosetta -die den Prinzen wahrhaft liebt- überdrüssig, begibt er sich auf die Suche nach seinen Idealen. Unterwegs trifft er auf den Müßiggänger Valerio, der zu seinem Begleiter wird. Wie es die Vorsehung will, treffen sich Lena und Leonce auf der Flucht und verlieben sich ineinander. Nicht wissend, daß sie diejenigen sind, die standesgemäß füreinander bestimmt sind. Valerio erdenkt eine List um die Beiden vor den Augen der, auf Prinz und Prinzessin wartenden, Hochzeitsgesellschaft miteinander zu vermählen. Während der Zeremonie entdecken sie ihre wahren Identitäten. Flucht, zufällige Bekanntschaft, gegenseitige Liebe... führte somit gerade zu dem, was sie scheuen: zu ihrer Verheiratung.
Büchner's Lustspiel vom Schein und Sein plädiert für Eigenverantwortlichkeit, Emanzipation und die Bildung eines neuen geistigen Lebens im Volk. Es negiert die bestehende gesellschaftliche Ordnung mit seinen Standesschranken und zeigt eine schrille Dissonanz von Ideal und Wirklichkeit. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
11 Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. März 2014
Eine neue Methode der Illustration von Lisbeth Zwerger, die im Vergleich zur bewährten alten verblüffend attraktiv ist, kommt auch gut an. Sie arbeitet jetzt sparsamer, was das Bildsujet angeht. Zu den Themen passt es immer wieder gut. Hier bei dieser Büchnergeschichte passt die Collagetechnik besonders gut zum Inhalt; denn Büchner charakterisiert durch Andeutungen, durch kürzeste Gespächsausschnitte und über fünf Jahrzehnte früher als andere arbeitet er mutig mit Verfremdung. Liset Zwerger schenkt uns Schablonendekoration aus Marmoierpapier, zu welcher jeder sich den Rest an Intimsphäre leicht selber hinzudenken kann! Das ist wunderbar.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Januar 2014
Frau Zwerger gelingt es die Stimmungen sehr gut wiederzugeben und dabei vieles der eigenen Phantasie zu überlassen.
Für alle Erwachsenen und Jugendliche geeignet
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Erster Eindruck: Literaturvertonung von 1958

Prinz Leonce von Popo ergeht sich in quälender Langeweile, von den immer gleichen Abläufen am Hof kann ihn nicht einmal die Liebschaft mit der hübschen Tänzerin Rosalie wirklich ablenken. Die Suche nach Abwechslung treibt den melancholischen jungen Mann. Doch als sein Vater ihm offenbart, dass eine Hochzeit für ihn arrangiert wurde, flieht er – und lernt auf seiner Reise die wunderschöne Lena kennen…

Ein Lustspiel aus dem Jahr 1836, eine dazugehörige Radiohörspielproduktion aus dem Jahr 1958 – und eine Wiederveröffentlichung im Jahr 2013: Mit „Leonce & Lena“ aus der Feder von Georg Büchner setzt der Audio Verlag seine Produktstrategie weiter fort, literarisch wertvolle, schon etwas ältere Hörstücke auf dem Markt zu bringen. Auch diesem Stück kann man eine gewisse Schwere nicht absprechen, obwohl es sich eigentlich um eine Komödie handelt. Aber schon der Einstieg fällt recht schwer, denn ein externer Erzähler ist hier nicht vorhanden. Dieser wäre beim Verständnis der Szenerie gerade zu Beginn sehr hilfreich gewesen, so muss man sich die Charakterkonstellation erarbeiten. Hier wurden die reinen Dialoge der Vorlage vertont, nicht beachtend, dass keine optischen Anreize zum besseren Verständnis geboten werden. Hat man sich aber erst einmal in die Handlung eingefunden, kann man das gebotene Schauspiel durchaus genießen. Die poetisch anmutenden, gerade am Anfang stark vertretenen Aussagen von Leonce, in der er sich über die Schwere seines Daseins auslässt, hören sich sehr gut an und haben fast schon philosophische Ansätze. Und auch die Ironie, dass sich Leonce auf der Flucht von einer geplanten Hochzeit gerade in die ungewollte Braut verliebt und diese schließlich ohne eben dieses Wissen heiratet, weiß zu unterhalten. Dabei stolpert man unwillkürlich auch über die eingebaute Gesellschaftskritik über den herrschenden, aber sich langweilenden Adel, der die hart arbeitende Bevölkerung ausnutzt. Nach überwundenen Startschwierigkeiten bietet sich hier ein durchaus unterhaltsames und kurzweiliges Hörspiel, dem ein gewisser Anspruch jedoch keineswegs abzuerkennen ist.

Die Auswahl der Sprecher ist sehr gut gelungen. Besonders positiv fällt dabei Oskar Werner in der Hauptrolle des Leonce auf, dessen verträumte, sanfte Stimme sehr volltönend ist und somit die Figur intensiv charakterisieren kann. Als sein treuer Diener Valerio ist Werner Krauß zu hören, er kann sowohl in ernsten wie auch in lockeren Szenen mit seinem markanten Klang überzeugen. Gertrud Kückelmann wiederum ist als Lena zu hören, klingt sanftmütig und legt viel Charme in ihre klare Stimme. Weitere Sprecher sind Armin Waldeck-Süßenguth, Nicole Heesters und Alma Seidler.

Das Hörspiel konzentriert sich vorrangig auf die Sprecher und die Dialoge, wie es in dieser Zeit absolut üblich war. Trotzdem lockern einige kleine Melodien das gesprochene Wort auf, meist während der Szenenwechsel. Diese sind klassisch instrumentalisiert und schaffen eine hübsche Atmosphäre. Nur wenige Geräusche sind eingebaut, was für heutige Hörgewohnheiten etwas sperrig klingt.

Ein Liebespaar, wie Leonce und Lena am Ende des Hörspiels, ist auf dem Cover zu sehen. Der Mann mit heller Maske steht dabei am linken Rand und scheint seine Angebetete mit dunkler Maske im Arm zu halten, intensiv schauen sich die beiden an. Durch den braunen Hintergrund bekommt das Cover einen sehr erdigen Ausdruck. Das Innenleben ist dafür sehr schlicht gehalten, ein einfacher Einleger hält nur die allerwichtigsten Informationen parat.

Fazit: Ein anspruchsvolles Hörspiel, das einem gerade am Anfang viel abverlangt und dem Hörer den Einstieg durch einen fehlenden Erzähler nicht gerade erleichtert. Doch die Vertonung des literarischen Werkes kann durch seinen poetischen Ausdruck und seinen kurzweiligen Verlauf dennoch überzeugen. Natürlich sollte man ein Interesse an Hörspiele dieser Art haben, dann wird man aber mit einer sehr unterhaltsamen Stunde belohnt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Liebe und Italien................

"IMMER", wie lange ist "IMMER"? Und wie lange wird die Liebe dauern? Zentrale Fragen aus Georg Büchners Theatersück LEONCE UND LENA. Der österreichische Schauspieler OSKAR WERNER (Leonce) steht im Zentrum dieses, von Gert Westphal inszenierten Hörspiels aus den späten 50er Jahren. Der Zuhörer wartet stets auf die Stimme Werners, sofern gerade andere Schauspieler sprechen; kaum hat Oskar Werner begonnen zu sprechen, nimmt man die anderen nicht mehr wahr.

Oskar Werner war ein Ausnahmeschauspieler, daneben geht selbst ein Werner Krauß (als Valerio) etwas unter. Das Hörspiel ist primär auf die Stimmen der Schauspieler ausgerichtet, das heißt, es gibt wenig Geräuschkulisse. Anfangs vermisst man das ein klein wenig.

Diese 60 Minuten vergehen wie im Flug, man hätte auch hundertzwanzig zuhören können.

( J. Fromholzer )
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Juni 2013
Leider ist das Buch nicht vollständig, Ob es sich hierbei um einen Downloadfehler oder ein anderes Problem handelt kann ich nicht sagen.
Ansonsten: sehr gut lesbar, Büchner eben...
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden