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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
to be a tiger mom - or not to be.....,
Von Cherubelle (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Wow. Dieses Buch.Eines ist gewiss, nämlich, dass es Mütter (es werden wohl vornehmlich Mütter sein, die dieses Buch lesen) polarisiert. Genau wie Amy Chua selbst am Anfang Ihres Buches von Ihren Töchtern vorgeworfen bekommt, sie sehe alles nur schwarz und weiß, so wurde dieses Buch auch extrem schwaz und weiß in den Medien besprochen. Nicht zwingend in chinesische und westliche Mütter unterteilt, aber zumindest in stark leistungsorientierte (die das Buch lieben) und eben die anderen (die es hassen). Ich glaube einer der wirklichen Gründe, warum man sich von diesem Buch so ungeheuer angegriffen fühlen kann, ist die Tatsache, dass man selbst, wenn man als Mutter alle Leistung der Welt von seinen Kindern fordert, diesen Leistungsbegriff und -gedanken auch in seiner eigenen Person verkörpern muss. Man muss selbst zu höchsten Leistungen angetrieben worden sein oder alleine herausragende Leistungen gebracht haben, um dem unglaublichen Druck standzuhalten, der von den Kindern über die Jahre zurückkommen wird, die immer und immer wieder die Mutter an Ihrem eignenen Maßstab messen werden. Für Amy Chua ist das natürlich kein Problem. Mit zwei Harvard-Abschlüssen in der Tasche, einer Anstellung als Professorin für Recht an der Yale-Universität und als Autorin zweier weltweit erfolgreicher Bücher in Ihrem Fachgebiet, hat Sie schließlich die höchste Stufe intellektueller Anerkennung der westlichen Welt erreicht. Auch deshalb kann Sie von Ihren Kindern größte Leistungen fordern, da Sie selbst durch Ihre Leistung alles Denkbare erreicht hat. Wie stellt sich dagegen die Situation dar, wenn eine halbtags berufstätige Mutter mit mittlerem Abschluß mit mittelmäßigen Noten in einem unbekannten Unternehmen nun der Tochter abverlangt keine Note unter einer 1+/1 nach Hause zu bringen und zusätzlich 6 Stunden Geige zu üben bei völliger Vernachlässigung aller sozialen Kontakte. Meiner Meinung nach liegt da ein "Ich denke gar nicht daran!!! Warum sollte ich das denn machen" - seitens des frühpubertären Kindes fürchterlich nahe. Und genau deshalb glaube ich, dass Amy Chua dort einen wunden Punkt in uns (den westlichen Müttern) getroffen hat. Womöglich ist man deshalb so wütend, weil Sie mit Ihrem Buch einem das EIGENE Versagen so deutlich vor Augen führt, dass es uns genaugenommen unmöglich macht diese Höchstleistung von unseren Kindern zu verlangen. Mich hat dieses Buch so inspiriert wie schon lange kein anderes mehr. Ich werde Ihren Erziehungsstil nicht komplett übernehmen, aber ich bin jetzt der Meinung, ich kann von meinem Kind deutlich mehr verlangen, als dies andere Eltern/Großeltern etc. für richtig halten. Aber vor allem anderen hat mich das Buch angespornt mich selbst zu verbessern. Seit vier Jahren hat meine Geige in Ihrem Geigenkasten gelegen - während meines Studiums unbeachtet und jetzt ist die Zeit gekommen, sie wieder rauszuholen. Vielleicht sollten wir Amy Chuas Buch einfach als eine solche Motivation anerkennen und es nicht zu sehr in den falschen Hals bekommen. Und vielleicht sollten wir uns heute Abend, auch wenn wir hundemüde sind und uns unsere Freizeit ja so verdient haben, anstatt vor den Fernseher vor ein neues Sach-/Lehrbuch setzen. Da wird einfach ein ganz anderer Maßstab an Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitsschaft im Hause Chua angesetzt. Wer würde da nicht schlappmachen an einem Tages-/Wochen-/Monats- oder Jahresprogramm einer Amy Chua. Ps.: Wer kann sollte dieses Buch in jedem Fall in Englisch lesen. Allein die Übersetzung des Titels erfüllt mich mit Grauen..... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
108 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Siegen um welchen Preis ?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Die Thesen der Autorin sind provokant, keine Frage. Denn sie macht im Buch nichts anderes, als das auf Demokratie und Toleranz basierende westliche Erziehungsmodell in Frage zu stellen und das auf Autorität basierende chinesische dagegen zu setzen. Hierzu benennt sie zunächst die aus ihrer Sicht bestehenden 3 Hauptunterschiede, die in der erzieherischen Denkweise zwischen beiden existieren. Diese seien hier stichpunktartig wiedergegeben, weitgehend unkommentiert, um den Leser des Buches und dieser Rezension zu ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.Erstens sind westliche Eltern sehr besorgt um die Selbstachtung des Kindes. Sie wollen nicht, dass es sich als Verlierer fühlt. Bekommt ein Kind in China hingegen schlechte Noten, gehen die Eltern zwangsläufig davon aus, dass es sich nicht genug angestrengt hat. Die Antwort besteht immer darin, das Kind zu bestrafen, zu beschämen. Sie sind überzeugt, dass das Kind genau dies verkraftet und es stark macht für das spätere Leben. Zweitens glauben chinesische Eltern, dass das Kind ihnen alles verdankt - und entsprechend Zeit seines Lebens die Wohltaten der Eltern vergelten muss. Westliche Eltern sind hingegen eher der Auffassung, dass ihr Kind ihnen nichts schuldet. Bezeichnendes Zitat der Autorin dazu: " Mir scheint das kein gutes Geschäft für westliche Eltern"! Drittens glauben chinesische Eltern, dass sie genau wissen, was für ihr Kind das Beste ist, und setzen sich folglich über Vorlieben und Wünsche hinweg. Sie fokussieren sich voll auf die bestmögliche Ausbildung. Westliche Eltern hingegen bemühen sich eher, die Individualität ihres Kindes zu respektieren und zu fördern. Werden wir Westeuropäer uns dem chinesischen Modell annähern müssen, um in 50 oder 100 Jahren leistungsmässig überhaupt noch mithalten zu können? Die Antwort lautet glücklicherweise : wahrscheinlich nicht! Im Buch geht es viel um den Geigen- und Klavierunterricht der beiden Töchter der Autorin. Geübt wird täglich, auch in den Ferien. Und die Töchter bringen es hier auch zu grosser Meisterschaft keine Frage - dank des unermütlichen Einsatzes der Eltern. Doch die Musik, die im Buch eine so grosse Rolle spielt, ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass durch eiserne Disziplin erreichter Erfolg nicht alles ist. Dagegegen steht der freie Wille des Menschen, seine Unabhängigkeit und Kreativität. Es gibt in China sehr viele ausgezeichnete Pianisten, so wie ja auch die Töchter der Autorin. Gleichwohl hat China bisher kaum einen bedeutenden Komponisten hervorgebracht. Warum? Weil zum Komponieren genau das gehört, was man den Kindern in China am liebsten wegerziehen möchte: Individualität, Originalität und darauf basierend Kreativität. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
125 von 148 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Sollte man nicht zu ernst nehmen!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Einen Stern muss man hier vergeben; den zweiten erhält die Autorin für das ehrliche und damit spannende Psychogramm, das sie über ihre eigene Persönlichkeit gibt. Wenn Sie auf den ersten Seiten berichtet, dass ihre älteste Tochter mit 18 Monaten habe lesen können und mit drei Jahren Sartre gelesen habe, weiß der Leser spätestens, dass es hier nicht um Kindererziehung geht, sondern um eine Art Fantasy-Roman über eine Person, bei der nicht ganz klar ist, worin die Gründe für ihre übersteigerte Geltungssucht liegen. Denn mit dem Buch dürfte sie einerseits viel Geld verdient, sich aber andererseits als Juraprofessorin unendlich viel mehr geschadet haben. Fesselnd fand ich daher Passagen wie diese: Die Autorin bekundet, dass sie nicht an Sternzeichen glaube und immer die Ansicht vertreten habe, dass jeder ein Problem habe, der in diesem Punkt anderer Ansicht sei. Dann aber holt sie aus und zeigt, wie die chinesischen Sternzeichen auf ihre beiden Töchter passen und wieviel mehr noch ihr eigenes Sternzeichen, das des Tigers. Verzweifelt wirft sie die Frage auf, ob sie als Chinesin nicht die älteste Kultur der Menschheit verraten habe, weil sie einem Juden zwei Töchter schenkte und nicht einem Chinesen. Spätestens hier wird man als Leser zu einer Art Voyeur, der mit gebanntem Grauen einem Seelen-Strip zusieht.In der Sache ist das Anliegen der Autorin lachhaft und ist nicht zuletzt in der chinesischen Öffentlichkeit entsprechend zurechtgerückt worden. Jedenfalls unsere Kultur beruht nicht auf Sparta, sondern auf Athen, d.h. nicht auf Prügeln und Liebesentzug, sondern auf dem kreativen Herumlümmeln des Sokrates auf der Agora. Kinder kann man auch nicht zu Künstlern prügeln, man kann sie sicher auf diese Weise bis zu einem gewissen Grad Künstler imitieren lassen. Dies schafft die älteste Tochter mit ihrem Auftritt in der Carnegie-Hall sicher; als Klassik-Fan aber ist sie mir seitdem nicht durch bahnbrechende Einspielungen aufgefallen. Ja, und auch darauf muss ich eingehen: Auf den Selbtwiderspruch ein solches Buch (in einer etwas billigeren englischen Ausgabe allerdings) erworben und dafür die Autorin auch noch unterstützt zu haben. Ich weiß; aber dieser Art Selbstentblößung lockte schlicht das Teufelchen in mir. Ich warte schon auf die Fortsetzung und schlage der Autorin einen Titel vor, den auch Karl May für seine Autobiographie gewählt hat: "ich". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Wo Realität die Fantasie übertrifft,
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Amy Chua, die vieldiskutierte und umstrittene Juraprofessorin aus Yale, Tochter asiatischer Einwanderer und nicht zuletzt Mutter zweier Töchter, berichtet in diesem Buch vom Versuch, ihre Kinder durch strenge chinesische Erziehung zu erstklassigen Musikerinnen zu machen. Im für Frau Chua "laschen" und "im Niedergang befindlichen" Westen löste dieser tiefe Blick in den Alltag einer chinesischen Familie große öffentliche Empörung aus. Doch was macht "Die Mutter des Erfolgs" zur Provokation?Im Grunde genommen erzählt Chua von ihrem Alltagsleben, bei dessen Schilderung ein westlicher Leser fast vom Stuhl fällt. Die Autorin berichtet von Szenen, die meine Fantasie bei weitem übersteigen: Mit rigiden Methoden und stählerner Zähigkeit zwingt die Mutter ihre Töchter täglich für mehrere Stunden an ihre Instrumente. Dies bringt ihnen schon bald Erfolg und Anerkennung - doch leicht ist es nicht. Vor allem die jüngere Tochter Lulu lehnt sich sehr frühzeitig gegen die autoritären Übungsmethoden der Juraprofessorin auf. Und das schlägt sich auch sehr bald in einem Unterschied zwischen den beiden Schwestern nieder: Während Sophia, die ältere, am Klavier weiterhin einen glatten Aufstieg nach oben, bis in die Carnegie Hall, hinlegt, flattern Lulu Absagen von Konservatorien ins Haus. Im Teenageralter bricht sich dann Lulus gesamter Widerstandsgeist, der von Amy Chua ein Leben lang rigoros unterdrückt wurde, Bahn und entlädt sich auf die Mutter. Die Übungsstunden geraten zum häuslichen Krieg, wiederholt bekundet die Tochter, Geigespielen zu hassen. Ausgerechnet im Russlandurlaub spielt sich schließlich die entscheidende Endschlacht ab. Amy Chua verliert ihren Kampf "östliche Erziehung gegen westliches Umfeld" und kapituliert schließlich. Nach dem Moskauer Showdown beginnt sie, zusammen mit ihren Töchtern dieses Buch zu schreiben, als Familientherapie, wie sie selbst sagt. Ich persönlich fand dieses Buch zwar flott und witzig geschrieben, die Intention der Autorin jedoch höchst anmaßend und sehr provokant: Im Vorwort schreibt sie, die Geschichte hätte davon handeln sollen, dass chinesische Eltern bessere Pädagogen sind als westliche. Obwohl der Verlauf des Buchs eindeutig zeigt, dass Chua gescheitert ist, beharrt sie bis zum Schluss auf dem Erfolg ihres Erziehungsmodells und besteht auf der Behauptung, die westliche Welt steuere kontinuierlich auf den Untergang zu. Höchst interessant auch: In der Danksagung werden die Töchter von der Autorin als "Freude meines Lebens" bezeichnet - allerdings hörte sich das in den vorhergehenden Kapiteln noch ganz anders an. Da war von Stofftierverbrennungen die Rede, Sophia wurde als Müll beschimpft und Lulu als das Langweiligste und Ordinärste, was es gebe auf der Welt. Für mich ist das ganze Buch von einer tiefen Arroganz durchzogen, die alles, was der Autorin in irgendeiner Weise missfällt, als minderwertig und vulgär denunziert. An solchen Stellen klingt Chua intolerant, klischeebehaftet und vorverurteilend. Noch dazu widerspricht sie sich selbst andauernd: Einmal stellt sie die These auf, dass es allen westlichen Eltern egal sei, ob etwas aus ihrem Kind werde oder nicht - etwas weiter hinten im Buch redigiert sie dies mit der Behauptung, alle Eltern der Welt wollten nur das Beste für ihre Kinder. Zu guter Letzt: Als westlich erzogener Pianist kann ich Frau Chuas These, nur ständiger Übungsdrill, vermiedenes öffentliches Lob und tumbes Auswendiglernen führen zu Erfolg und damit zu Freude, aus ganzem Herzen widersprechen. Man kann sehr wohl Freude am Klavierspiel haben, auch wenn einem nicht alles hundertprozentig gelingt. Auch schon der Übungsprozess kann fröhliche Momente enthalten - und am meisten freut es einen natürlich, wenn man auch gelobt und nicht nur scharf kritisiert wird. Im Konzert kann man dann mit der Gewissheit, sein Bestes zu geben, und guten Gewissens an das Vorspiel herangehen. Darum geht es letztendlich im Leben: Menschlichkeit. Frau Chua hat sie ihren Kindern fast komplett geraubt, sie in einer sterilen und abgegrenzten Parallelwelt aufgezogen. Dies in einem Buch zu schildern, mit stolzem Verweis auf Chinas konfuzianische Tradition, ist für mich nichts als eine Anmaßung. Zwei Sterne gibt es wegen des guten Stils und der hervorragenden Übersetzungsarbeit; das Ziel des Buches bleibt von mir unverstanden. MfG Infocat Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
67 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Bemitleidens- und verachtenswert zugleich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Ich hoffe wirklich, dass Frau Chua ihren Sinn für Satire durch dieses Buch zum Ausdruck bringen möchte, aber die Wahrscheinlichkeit dafür bewegt sich am Rand der Nonexistenz...Ihre lächerliche Behauptung, asiatische, in diesem Fall chinesische Eltern und ihre Erziehungsmethoden seien eine Demonstration von Überlegenheit löst bei mir ein Gefühl aus, das mich ein wenig an eine einsetzende Magen-Darm-Grippe erinnert, nicht zuletzt, weil diese Frau wirklich zu glauben scheint, was sie von sich gibt. Es ist eine interessante Frage, was passieren würde, wenn ihre Töchter zum ersten Mal in ihrem Leben in eine Konfliktsituation geraten, ich würde sagen, es wird wohl sehr ungünstig werden, haben sie doch nicht von ihrer Mutter gelernt, dass Konflikte etwas sehr uhm ... menschliches sind. Es ärgert mich ungeheuerlich, dass eine derart monströse Selbstdarstellung und -beweihräucherung auf Kosten der eigenen Kinder gemacht wird und ein beim durchlesen der positiven Rezensionen kippte ich glatt aus meinem Stuhl. Was dieses Buch aber leider wirklich gut repräsentiert ist die Einstellung und das Menschenbild von einem Großteil der chinesischen Einwanderer: Hauptsache man steht besser da als der Nachbar und kann in in allen erdenklichen Varianten jedem unter die Nase reiben, etwas besseres zu sein als der Gegenüber, dessen glückliche Kinder selbstverständlich ein Zeichen des Versagens darstellen. Bewertung und Entwertung, durch eine Kultur, die sich tausende von Jahren nicht weiterentwickelt hat, weil das bedeuten würde von einem starren konfuzianischen Bild (muss ich dazu sagen, dass es menschenverachtend und frauenfeindlich ist ?) abzurücken. Für diese Leute sind gute Kinder wie eine gute Investition, man investiert in ihre psychische Misshandlung, bricht sie, damit man sie formen kann, um sie dem sozialen Umfeld in "Mein Haus, mein Auto ... etc." - Manier als Nachweis des eigenen Erfolgs wie einen Pokal rumzureichen kann und natürlich ist es auch eine pervertierte Art Altersvorsorge zu betreiben. Gnaden dem- oder derjenigen, die den Wettbewerb abgeneigt ist und seine/ihre Ellenbogen nicht gebrauchen will und für diejenigen, die aus der Reihe tanzen, weil sie vielleicht etwas anderes im Sinn haben als den Rest ihres Lebens elterliche Erwartungs-Fussabtreter zu sein: "Ab mit dem Kopf!" um es in den Worten der Herzkönigin zu sagen, immerhin tragen sie ja dann nach aussen, dass man nicht das Beste vom Besten ist und demütigt damit so die Eltern. Frau Chuas Aussagen belegen sehr gut, was passieren kann, wenn man die Fähigkeit zur (Selbst-)reflexion und zum Hinterfragen mitsamt der Fähigkeit Empathie zu kultivieren freiwillig in den Abfallzerkleinerer schmeisst. Eine Tigermutter ist sie nicht (Tigerweibchen sind sehr fürsorgliche Mütter), eher eine Mäusemutter (die fressen ab und zu ihre eigenen Kinder auf). Ob das wirklich das ist, was die meisten sich von den Chinesen als Erfolgskonzept abschneiden wollen sei mal dahingestellt. Bevor mir jemand einen Strick aus meiner Rezension drehen will: Ich bin weder fremdenfeindlich, noch befürworte ich eine anti-autoritäre Erziehung im Sinne des kompromisslosen Laisser-Faire-Prinzips. Mein Glück ist es, als Kind chinesischer Einwanderer (deren Einstellungen denen von Frau Chua gelinde gesagt doch sehr ähnlich sind) in einem Land geboren zu sein, indem ich die Erfahrung machte, dass es kein Zeichen von persönlicher Minderwertigkeit ist, wenn man im Besitz eines Verstandes ist, der fähig ist zu hinterfragen, neugierig zu sein und der gerne kreativ ist, ohne das Bedürfnis zu haben, immer die Beste sein zu müssen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Eine deutliche Empfehlung zum Selberdenken,
Von Julia (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Taschenbuch)
Ich kaufte dieses Buch aufgrund von Negativreaktionen meines Bekanntenkreises und beschloss: Ich würde es gerade deshalb mit größtmöglicher Offenheit für fremdartige Ansichten und Einstellungen lesen. Nach der Lektüre muss ich zugeben: Es fiel mir schwer. Amy Chua gibt durch Beschreibung ihrer Erziehungsmethoden Einblick in das Menschen-, Lebens- und Leistungsverständnis des (vornehmlich) asiatischen Kulturkreises. Meine Reaktionen beim Lesen reichten von Ungläubigkeit und Kopfschütteln über Mitgefühl für die Töchter Chua bis hin zu Selbstzweifeln:Frau Chuas Tochter konnte mit drei Jahren schon Sartre lesen und anspruchsvolle Klavierstücke spielen?! Während meine Vierjährige mit Memory-Karten eine Straße durch die Wohnung legt, mit Stützrädern Fahrrad fährt und immer wieder Plastik in den Biomüll wirft? Verlange ich etwa zuwenig von meiner Tochter - und falls ja, schadet ihr das? Lasse ich ihr Potential verkümmern und mache sie schon vor dem Grundschulalter zum zukünftigen Spielball einer übermächtigen High-Performer-Elite, neben der sie als Erwachsene beruflich und gesellschaftlich nur versagen kann? Lasse ich meine Tochter ihr Lebensglück verfaulenzen, wenn ich sie mit anderen kleinen Mädchen Puppe spielen lasse statt sie ans Klavier, ans Sprachbuch oder an Matheaufgaben zu setzen? Was ist das überhaupt, Kindheit? Ist das nicht vielleicht überhaupt bloß so eine kitschige Trendverirrung der "Generation Super Nanny"? Muss ich meine Definition von Kindheit umschreiben? Ich fragte mich beim Lesen: Wie kann man die eigenen Kinder bloß so antreiben, demütigen und beleidigen - wenn man sie liebt? Frau Chua fragte sich beim Schreiben: Wie kann man seine Kinder NICHT mit allen Mitteln zur Höchstleistung antreiben, um ihnen eine gute Zukunft und Ansehen zu sichern - wenn man sie liebt? Ist die respekt-, rücksichts- und liebevolle Erziehungsweise des Westens etwa eine Erziehung des mangelnden Einsatzes, die an der globalen Entwicklung vorbeigeht? Eine Erziehung, die sich blindstellt für die wachsende Konkurrenz auf den internationalen Wirtschaftsmärkten? Machen wir westliche Eltern es uns zu bequem, scheuen wir die Konfrontation mit und den Zeitaufwand für unsere Kinder? Lieben wir uns selbst zu sehr, um Wut und Hass durch unsere Kinder zu riskieren? Tauschen wir Beliebtsein bei unseren Kindern ein gegen das gute Leben unserer Kinder? Muss ich meine Definition von Mutterliebe umschreiben? Bei allem kritischen Selbsthinterfragen: Ich musste mich bemühen, "Die Mutter des Erfolgs" nicht beiseitezulegen. Soviel Stolz über die eigene Härte und Gemeinheit gegenüber ihren Kindern vermittelte mir die Autorin. Nicht, dass nicht auch intelligente Menschen dumme Sachen schreiben können - aber Amy Chua hatte in diesem Fall den Vorteil, dass sie Harvard-Professorin ist, sich gewählt auszudrücken weiss und die "Ungeheuerlichkeiten" in ihrem Buch mit einer Prise Humor und Selbstironie würzt. Bei der Lektüre ermahnte ich mich daher einerseits, das Buch nicht mit vorschnellem Urteil beiseitezulegen, nur weil ich mich und meine eigenen Erziehungsmethoden vielleicht nicht hinterfragen wollte. Andererseits ermahnte ich mich aber ebenso, Amy Chua nicht zu ernst zu nehmen, nur" weil sie eine Elite-Uni in ihrem Lebenslauf und zwei musikalische Töchter hat. Meine empörten Gefühlswallungen bei der Lektüre beiseitegeschoben, ziehe ich aus diesem Buch folgendes Fazit: Amy Chua polarisiert nur vordergründig in Fragen der Kindererziehung - was ihr Buch vielmehr von seinen Lesern fordert, ist ein strenges Hinterfragen der eigenen Werte: Was ist uns wichtig - und was ist uns für unsere Kinder wichtig? Was bedeutet Menschsein - und was nicht? Was ist Liebe - und was nicht? Was fordern die Welt und die Zeit, in der wir leben, von uns, was unsere Mitmenschen - und was fordern wir von uns selbst, von unseren Kindern und von unseren Mitmenschen? Was ist Realität - und was Wunschdenken? Und letztlich vor allem: Was oder wem wollen wir gerecht werden - und wie weit wollen wir dafür gehen? Bücher wie dieses erinnern daran, selbst zu denken. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Geteilte Meinung ...,
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch gern gelesen: Es ist spannend geschrieben, und ich habe den Mut der Autorin bewundert, mit ihren Erziehungsansichten so ganz gegen den aktuellen Strom der westlichen Welt zu schwimmen. Es ist Lektüre, die man nicht einfach so konsumiert, sondern die einen selber zur intensiven Auseinandersetzung mit den aufgestellten Thesen herausfordert. Meine Meinung ist durchaus zweigeteilt. Mein erster Gedanke war: Ein bisschen mehr "chinesische Erziehung" könnte uns im Westen nichts schaden! Kinder werden hierzulande oft nicht genügend zum Durchhalten bei ungeliebten Arbeiten angespornt - sei es, weil die Erwachsenen zu wenig Zeit dazu haben, sei es, weil das eine sehr nervenaufreibende Tätigkeit ist. Es ist leichter für einen Menschen, wenn er bereits in jungen Jahren Disziplin und Unterordnung unter eine Sache und - damit verbunden - auch unter Menschen lernt. Nur so erwirbt er sich ja die Fähigkeit, später gut in einer Arbeit zu sein und auch eine leitende Position verantwortungsbewusst auszufüllen. Mein zweiter Gedanke allerdings: Wie einseitig ist doch Amy Chuas Glücksbegriff! Sie kennt doch für sich und ihre Kinder praktisch nur das Glück, ihre Fähigkeiten bis an die Leistungsgrenzen zu trainieren und dadurch möglichst alle anderen zu überflügeln! Aber es gibt doch noch so viele andere Arten von Glück: das Glück, Freundschaften zu pflegen, die Freude an der Natur, der Genuss des zeitweisen Nichtstuns, die Freude, Schwächeren zu helfen. Das alles kommt leider bei Amy Chuas einseitigem Erziehungsstil zu kurz, das alles lernen ihre Kinde nicht oder doch nur sehr begrenzt kennen. Und was ist, wenn ihre Kinder durch Krankheit oder Unfall einmal in die Lage kommen sollten, nicht mehr "ganz oben" zu sein? Können sie dann auch mit ihrem eigenen Scheitern umgehen und ist ihre Mutter dann auch bereit, das mitzutragen?
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Genügt unbedingter Gehorsam den Anforderungen der Gegenwart?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Zur Autorin:Amy Chua ist in den USA geborenes Kind chinesischer Einwanderer. Chuas Eltern sind Akademiker, sie wuchs zusammen mit vier Schwestern auf. Die Großeltern wanderten aus der Provinz Fujian, die bekannt für ihre wirtschaftlich außerordentlich erfolgreichen Auswanderer und deren Zusammenhalt in der Fremde ist, zunächst auf die Philippinen aus. Beide Großväter wurden auf den Philippinen erfolgreiche Geschäftsleute, obwohl sie keine Neigung zum Geschäftsmann hatten. Eine der Großmütter war vom Auftreten amerikanischer Soldaten und in der Folge von den USA fasziniert, sie trat zum Katholizismus über. Die Autorin konnte sich zunächst nur schwer für einen Beruf entscheiden, sie studierte kurze Zeit Mathematik, dann Wirtschaftswissenschaften, schließlich Jura. Der Vater ihrer Töchter Sophia und Louisa ist Jed Rubenfeld, Autor von Morddeutung. Zum Inhalt: Chua benutzt den Begriff "chinesische Mutter" im übertragenen Sinn für harten Drill in der Erziehung, mit dem asiatische Einwanderer ihre Kinder zu Höchstleistungen in Schule und Ausbildung zwingen. Druck und Drohungen werden mit der Pflicht zur Gehorsamkeit und Dankbarkeit gegenüber den Eltern begründet. Die Eltern behaupten am besten zu wissen, was ihr Kind zu tun und zu lernen hat. Ihre Kinder dürfen keine eigenen Entscheidungen treffen und können nicht aus Fehlern lernen. Freunde, Hobbies, Schulveranstaltungen wie Theater oder Feste werden als Zeitverschwendung angesehen. Selbst ein ganzer Tag, den ihre Töchter mit der Oma verbringen würden, wäre für Amy Chua Zeitverschwendung und würde ihrer Karriereplanung im Weg stehen. Mit emotionaler Kälte und kultureller Überheblichkeit werden Menschen, die einen westlichen Erziehungsstil vorziehen, von ihr als Versager abgestempelt. Bereits bei ihrer ältesten Tochter Sophia, die sich brav der Mutter beugte und bis zu 6 Stunden am Tag Klavier übte, differenzierte die Autorin nicht zwischen sich und dem Kind. "Wir haben geübt" heisst Sophia übte unter Aufsicht der Mutter und nicht, dass beide Klavier geübt haben. Da die chinesische Erziehung Glück nicht kennt, so Chua, ist der Erfolg der Töchter mit dem Glück der Mutter identisch. Louisa, die zweite Tochter, zeigt schon als Baby das hitzige Temperament ihrer Mutter. Mit der Dreijährigen kommt es zur ersten Kraftprobe, als sie sich nicht zum Klavierspielen im Takt zwingen lassen will und lieber zur Strafe auf der Terasse bibbert als klein beizugeben. Die Mutter will die Machtprobe unbedingt gewinnen, sie "rüstet auf" in der Auseinandersetzung und macht sich als Feldwebel vor der kleinen Tochter lächerlich. Jahre später sagt Lulu, immer noch mit der kontrollierenden Mutter im Nacken "Dein Hirn nervt mich", (auch wenn du nichts sagst) "ich weiß, was du denkst". Bei der Begegnung mit Lulus Suzuki-Lehrer, einem fähigen Pädagogen, der Kinder für Musik begeistern kann, werden die sozialen Defizite der Mutter deutlich, die nur Druck kennt. Lulus stark ausgeprägte Selbstachtung und ihr Gerechtigkeitsempfinden führen schließlich zum öffentlichen Eklat. Ihre Auflehnung gegen Autoritäten, die sie nich respektiert, wäre in Familien asiatischer Herkunft undenkbar. Sogar die chinesische Großmutter bezweifelt, dass sich aus Louisa ein exaktes Abbild ihrer Mutter erzeugen lässt. Sophia und Lulu fühlen sich längst nicht mehr als Chinesinnen, die emotionale Erpressung ihrer ehrgeizigen Mutter verpufft. Obwohl Sophia längst als Pianistin auftritt, raubt Lulus Auflehnung Amy Chua den Lebenszweck. Ein interessanter Bestandteil des rigiden Tigermutter-Systems sind übrigens die beiden Hunde der Familie. Sie sind karrieretechnisch völlig unnütz, haben keine besonderen Fähigkeiten, gewinnen keine Pokale, sie dürfen einfach nur Hund sein. Deutet Amy Chua damit an, dass sie, erschöpft vom jahrelangen Kampf, nun gegenüber der verweichlichten westlichen Kultur eingelenkt hat? Im Rückblick auf Amy Chuas eigene Entwicklung wird klar, dass sie sich als Kind von Einwanderern nie von der Immigrantenrolle gelöst hat und von Abstiegsängsten für die Zukunft ihrer Töchter getrieben ist. Chua hat die eigene Erziehung, die zu ihrer Zeit vielleicht noch Sinn hatte, nicht reflektiert und nie überprüft, ob ihre unnachgiebige Härte den Töchtern gegenüber heute noch zielführend ist. Für Probleme, die man in chinesischen Familien nicht kennt oder über die man nicht spricht, findet sie keine Lösung und ist auch nicht in der Lage, sich den Sitten in der Familie ihres jüdischen Mannes zu öffnen. Schockierend fand ich, dass eine in den USA geborene, akademisch gebildete Mutter Geschwisterrivalität und Pubertät ignoriert, weil sie in der chinesischen Kultur angeblich kein Thema seien. Fazit: Amy Chua beschreibt, wie sie ihre Töchter zu musikalischen Höchstleistungen drillte bis sie schließlich am erbitterten Widerstand ihrer jüngeren Tochter scheiterte. Vielleicht schlummert in Lulu eine charismatische Politikerin oder eine erfolgreiche Unternehmerin? Ob die Tigermutter-Taktik eine Alternative zur westlichen Verweichlichung sein kann, die Chua beklagt, bleibt offen; denn die Autorin schweigt zu den sozialen Kompetenzen ihrer Töchter. Chua empört sich, dass die Generation ihrer Töchter meint, individuelle Rechte zu haben und wagt, Autoriäten zu widersprechen. Sie selbst hatte bereits als Studentin Probleme, sich aus der Sicherheit auswendig gelernter Fakten herauszuwagen, eine Meinung zu äußern oder Dinge zu hinterfragen. Nach Abschluss ihres Jurastudiums kann sie sich nur schwer für ihre Klienten interessieren und keine Freude am Beruf entwickeln. Wie viele auf intellektuelle Leistung gedrillte Überflieger kann Chua mit Niederlagen und Enttäuschungen nicht umgehen. Wer wie sie seine Kinder gezielt vom Kontakt zu Gleichaltrigen ausschließt und jeden Moment der Muße unterbindet, wird kaum soziale Kompetenzen oder Kreativität bei seinem Nachwuchs entdecken. Chuas Bericht hinterlässt bei mir Mitleid mit einer Mutter, die das Aufwachsen ihrer Kinder nicht genießen kann, während sie ihre Töchter um jeden Preis in ein vorgefertigtes Bild zu pressen versucht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Lesenswert - auch wenn der Erziehungsstil fatal ist,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Vermutlich sollte die Auseinandersetzung mit 'Die Mutter des Erfolgs' von Amy Chua eher eine Ode an meine Mutter werden: Danke, Mama, dass du mich Fehler hast machen lassen. Danke Mama, dass ich Kind sein durfte. Danke, Mama, dass ich meine Hobbies selbst auswählen und selbst wieder aufgeben durfte, wenn ich keine Lust mehr auf sie hatte. Danke, Mama, dass du mir gezeigt hast, dass Scheitern eine der wichtigsten Erfahrungen im Leben ist. Danke, Mama, dass du mir nie angedroht hast, meine Kuscheltiere zu verbrennen, wenn ich situativ zur Überschreitung irgendeiner Grenze meiner Fähigkeiten nicht im Stande war. Danke, Mama, für 18 Jahre, die mich zu einem Individuum und nicht zu einem Abklatsch irgendeiner überzogenen Idee von einer Supertochter haben werden lassen. Danke, Mama, für alles.Unschwer lässt meine Einleitung erkennen, dass ich Amy Chuas Erziehungsmethoden nicht gut heiße. Nicht etwa, weil sie anders oder experimentell sind, sondern weil ich denke, dass eine Mutter kein Diktator sein darf. Ich habe mich schon oft gefragt, was für eine Mutter ich eines Tages mal sein werde ' Amy Chua hat mir die Frage insofern beantwortet, als dass ich nun weiß, was für eine Mutter ich nicht sein werde. Ich wer keine Mutter sein, die ihre Kinder mit so hohen Leistungsansprüchen konfrontiert, dass sie ihnen ihre komplette Kindheit nimmt. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Leben unter normalen Umständen für Kinder schon früh genug anstrengend und kräftezehrend wird, da muss man als Elternteil nicht auch noch sein übriges tun und bereits im Kleinkindalter beginnen, sein Kind zu 'dressieren'. Beim Lesen von 'Die Mutter des Erfolgs' habe ich mich oft gefragt, was Amy Chua mit ihrem Werk eigentlich bezwecken will: Will sie provozieren oder pauschalisieren? Ganze Passagen führt sie aus, wie chinesische Eltern sind und wie amerikanische. Für sie gibt es nur schwarz und weiß, ein festgefahrenes Bild von beiden Seiten. Amerikanische Eltern erziehen ihre Kinder, so Chua, durch die Bank laissez-faire, während chinesische Eltern Grenzen aufzeigen und Disziplin und Respekt verlangen. Dass Chua an ihrem chinesischen Erziehungsstil auf Dauer scheitert, erfreut einen als Leser fast schon und man möchte ihrer jüngeren Tochter Lulu Applaus spenden, als sie beginnt gegen ihre Mutter zu rebellieren. Durch Chuas sehr scheuklappenartiges Betrachten der unterschiedlichen Erziehungsstile, macht sie sich als Autorin sehr angreifbar ' wie eigentlich jede Person, die nicht bereit ist, beim Darlegen einer Sachlage alle Seiten zu beleuchten. Ich möchte allerdings betonen, dass 'Die Mutter des Erfolgs' kein schlechtes Buch war. Es war kein Buch, das ich mit Widerwillen gelesen habe, im Gegenteil: Ich habe es förmlich verschlungen. Amy Chua versteht es, den Leser zu fesseln. Durch das Unbehagen und Unverständnis, das Chuas Erzählungen und Thesen in mir geweckt haben, war ich dazu angehalten, immer weiter zu lesen. Fast wie bei einem Auffahrunfall: Man kann kaum hin- aber irgendwie auch nicht wegsehen. Mit 'Die Mutter des Erfolgs' ist Amy Chua durchaus ein eindrucksvolles und wichtiges Buch gelungen, ein Buch, das Diskussionen befeuert, provoziert, aufrüttelt. 'Die Mutter des Erfolgs' ist ein Stimmungsbild unserer Zeit: Es zeigt, wie viele Eltern mittlerweile ihre Kinder zu Leistungsträgern und Maschinen, statt zu Menschen mit Bedürfnissen und Gefühlen zu erziehen. Amy Chua hat mir vor Augen geführt, was mir eines Tages bei der Erziehung meiner Kinder wichtig sein wird: Dass sie einen eigenen Willen entwickeln, dass sie genug Raum für Selbstverwirklichung haben. Ich werde ihnen weder Hobbies aufzwingen, noch jedes Wochenende durch mehrere Bundesstaaten mit ihnen zum Violinenunterricht fahren. Ich will mit meinen Kindern zu peinlicher Musik durchs Haus tanzen, Kissenschlachten veranstalten, mich im Herbstlaub mit ihnen wälzen, Muffins backen, einen Fernsehmarathon einlegen. Die Kindheit meiner Kinder soll ein Abenteuer werden, kein Zeit des Drills und des Gehorsams. Amy Chua möchte man fast mit auf den Weg geben, dass Kinder auch nur Menschen sind ' besonders die eigenen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Traumberuf Konzertpianistin?,
Von Candela "Blanca" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte (Gebundene Ausgabe)
Die Diskussionen um "Die Mutter des Erfolgs" machten mich neugierig, ich war sehr gespannt auf die chinesische Mutter.Jedoch liest sich das Werk eher sehr amerikanisch, auch wenn die Wurzeln der Autorin chinesisch gewesen sein mögen.Der Wille dieser Mutter nach Erfolg ist vor allem der Wille nach Erfolg für sich selbst, die beiden Töchter sind zweitrangig.Natürlich will Chua eines Tages stolz auf sie sein, doch in erster Linie will sie stolz auf sich sein, das liest man in jeder Zeile der 251 Seiten heraus. Daher handelt es sich hier weniger um eine Erziehungsmethode, sondern vorrangig um die narzisstische Befriedigung einer Mutter, deren eigene berufliche Erfolge ihren hohen Ansprüchen nicht gerecht wurden. Die als "chinesisch" beschriebene Methode, der Drill, Zwang und die Dressur findet man auch in anderen Ländern. Die Art und Weise wie sie dem Leser verkauft wird, lenkt negativ vom wahren Erfolg dieser Methode ab, wenn man ihm so etwas wie Erfolg zugestehen will. Natürlich bringt das fortlaufende Lernen und Üben eine Menge und der Arbeitseinsatz der Mutter ist unermüdlich, auch das ist löblich. Nur, was daran ist chinesisch? Über chinesische Erziehungsmethoden im eigentlichen Sinne erfährt man nichts. Was mir bis zuletzt völlig unverständlich blieb, war das Ziel Chuas: Die Töchter zu Konzertpianistin bzw. Solo-Violinistin auszubilden. Sind das Traumberufe einer chinesischen Elite? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte von Amy Chua (Gebundene Ausgabe - 25. Januar 2011)
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