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5.0 von 5 Sternen Illusionäre Welt
Altos de la Cascade, 50 Km vor Buenos Aires, ist eine Welt für sich. Eine Welt der oberen Mittelschlicht, der selbsternannten Elite. Eingezäunt, mit Golfplatz und Tennisanlage versehen, leben hier Menschen, die es sich leisten können (oder aber, wie sich herausstellen wird, einmal leisten konnten).

Vier Ehepaare stehen im Mittelpunkt des neuen...
Veröffentlicht am 25. Juli 2010 von M. Lehmann-Pape

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Dienstagsrezension
Inhalt:
Vor den Stadttoren von Buenos Aires lebt hinter hohen Sicherheitszäunen eine kleine elitäre Gemeinschaft. Ihre Sorgen scheinen sich in der Sommerhitze und deren Folgen für den örtlichen Golfplatz zu erschöpfen. Unter der schönen Oberfläche jedoch schwelen Konflikte, die auch vor den Siedlungszäunen nicht halt machen:...
Vor 16 Monaten von dreizwoeinsheinz veröffentlicht


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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Illusionäre Welt, 25. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
Altos de la Cascade, 50 Km vor Buenos Aires, ist eine Welt für sich. Eine Welt der oberen Mittelschlicht, der selbsternannten Elite. Eingezäunt, mit Golfplatz und Tennisanlage versehen, leben hier Menschen, die es sich leisten können (oder aber, wie sich herausstellen wird, einmal leisten konnten).

Vier Ehepaare stehen im Mittelpunkt des neuen Romans von Claudia Pineiro, Ehepaare, denen der schöne Schein voreinander, aber auch vor sich selbst, über alles geht. Tatsächlich über alles, wie sich herausstellen wird.

Jeden Donnerstag verbringen die männlichen Teile der Ehepaare ihren Herrenabend bei ausgesuchten Alkoholika und Kartenspiel im Hause Tanos, der dominanten Figur unter den Bewohnern. Die vier Frauen sind gehalten, die Donnerstage untereinander zu verbringen und nicht zu stören, als Donnerstagswitwen eben.

Vordergründig kreisen die Gedanken um den bestmöglichen Schutz vor den Armen vor den Toren des eingezäunten Wohngebietes (wäre eine Mauer nicht besser als der Zaun und der Wachschutz?), um die Qualität der Bediensteten, um die Einrichtung und Größe des eigenen Hauses und, so vorhanden, um die Sorge über das Wohlverhalten der Kinder. Aber all dies kratzt nur die Oberfläche dessen an, was sich wirklich in den Personen und hinter den verschlossenen Türen abspielt.

Untreue, Arbeitslosigkeit durch die Wirtschaftsflaute, häusliche Gewalt, das innere und äußere Entgleiten der illusionären, selbstgeschaffenen Welt ist es, das Claudia Pineiro in den Mittelpunkt ihrer, in exzellenter sprachlicher Qualität, erzählten Geschichte stellt.

Eine Geschichte, die sie fast in Thriller-Manier mit einem Paukenschlag beginnen lässt.
Drei der vier Männer werden tot im Swimming Pool Tanos gefunden.
Was zunächst wie ein Fall für die Mordkommission wirkt, entpuppt sich in der gewählten Erzählweise Pineiros als eine tiefreichende Entlarvung einer Welt, die dem der schöne Schein absoluten Vorrang vor dem wirklichen Sein einnimmt.
Nach der Schilderung der Todesfälle erzählt das Buch in einer Rückblende über die Jahre vor den Todesfällen im Pool die Entwicklung der acht Hauptpersonen und ihres Umfeldes und hebt unnachgiebig die Masken von dem Anschein des wunderbaren Lebens der Protagonisten ab. Mit wechselnder Perspektive verzahnen sich so die Lebensgeschichten und inneren Haltungen der Ehen und Familien und legen sich die Grundzüge des Dramas schonungslos vor die Augen des Lesers. Durch die konsequente Verweigerung der Realität nehmen die Ereignisse ihren folgerichtigen, zerstörerischen Gang bis zur Eskalation, in der das Ende des Buches mit dem Anfang wieder zusammengebunden wird.

Claudia Pineiro ist ein hervorragendes Sitten- und Lebensgemälde einer Gesellschaft gelungen, das in bester sprachlicher Form den schönen Schein entzaubert und die innere Armut und Verzweiflung dieser Welt minutiös in den Raum treten lässt. Eine Verweigerung, im Leben Substanz zu finden, die in den matt wirkenden Versuchen gerade der Frauen, ihrem Leben einen sinnvollen Inhalt zu geben, fast schmerzlich kulminiert.
Trotz mancher Längen und teils zu langatmiger Beschreibungen der Lebensumstände einzelner Protagonisten ein empfehlenswertes Buch, in dem die Oberflächlichkeit vieler Ebenen des gegenwärtigen Lebens klar zu Tage tritt.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weine nicht, A., 1. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
1. Der Schauplatz: Eine reiche Ghettosiedlung am Rande der Großstadt Buenos Aires, von Mauern und Securitydienst geschützt. Juden und Farbige darf es nur nach einer von einem Auswahlkomitee" festgelegten Prozentregel" geben.
2. Der Aufbau: Die Geschichte ist eine Rahmenerzählung: Die drei toten Männer am Anfang, die Beerdigung und die Entdeckung der Todesursache am Ende bilden den Rahmen und machen die Erzählung zu einem Krimi und bestätigen den Satz , der zunächst unverstanden bleiben musste: Dieser Tano Scalia gehörte zu den Leuten, die alles erreichen, was sie sich im Leben vornehmen. Auch über ihr Leben hinaus." Zum Rahmen gehört die Vater-Sohnbeziehung im Hause Guevara: Die zunehmende Entfremdung des Anfangs wandelt sich in Versöhnung am Ende. Der mit Misstrauen verfolgte, aus dem Rahmen der Regeln ausbrechende Sohn erzwingt am Ende mit Hilfe seiner outcast-Freundin Ramona den Durchbruch durch allen Schein und alle Lüge zur auch seine Eltern befreienden Wahrheit.
3. Der Titel: Die Donnerstagswitwen" sind Frauen, deren Männer sich jeden Donnerstag zu Spiel und Alkohol treffen. Ein zunächst harmloser Titel, der am Ende fürchterlich bestätigt werden wird. Wie dieser Titel ist die ganze Geschichte, die von Kapitel zu Kapitel fesselnder und schockierender wird, doppelbödig. Eine glänzende Fassade wird als Schein entlarvt.
4. Unsichtbare Zäune, nicht nur elektrische gegen streunende Hunde, Disziplinarausschüsse und Aufsichtskomitees -es gibt nur Regelverstöße, Verbrechen begehen nur die farbigen Angestellten- sorgen für Ordnung. Die Natur ist gezähmt und dressiert, das Grün der Gärten muß sich von dem des Golfplatzes unterscheiden, wohlüberlegt ist die Bepflanzung mit Büschen und Hecken. Es gibt keine welkenden oder kränkelnden Pflanzen, keine Schnecken oder Ameisen. Teresa sinkt mit ihren Stilettos bis zur Bewegungsunfähigkeit tief in den Rasen ein, ein kräftiges Symbol für die abgrundtiefe Doppelbödigkeit der Geschichte. Die Schönheit des Idylls wird entlarvt, statt Sicherheit wird Angst das beherrschende Motiv werden.
5. Kein Securitysystem kann vor der Angst schützen. Angst vor Versagen, vor Verlust des Arbeitsplatzes, vor wirtschaftlicher Not und damit vor Verlust der gesellschaftlichen Reputation. Angst, die innere Mauer, zwingt zu Lüge und Schein: Ehen, die längst keine mehr sind, Reichtum, der verschwunden ist, Konkurse und Zusammenbrüche nach der Wirtschaftskrise. Der längst Entlassene fährt zum Schein täglich in seine ehemalige Firma, ein anderer maßt sich akademische Titel an, um seine Geschäfte zu befördern. Angst vor Überfremdung führt zu kaum verhohlenem Rassismus. Das krause, schwarzglänzende Haar eines Adoptivkindes verheißt nichts Gutes. Der Mann, der seine Frau in Rausch und Zorn fast erschlägt, gehört weiterhin zum innersten Freundeszirkel, der Sohn, der einmal eine Haschischzigarette geraucht hat, wird von einem Disziplinarausschuß der Bewohner als Risikokind" in Listen vermerkt. Eine Art Scharia regelt das Leben, die staatlichen Rechtsbehörden" kommen hier kaum je zum Zuge" (235). Eine säkularisierte Trivialgesellschaft -kaum einer kann bei der Dreifachbeerdigung das Vaterunser- ohne geistige Interessen -die Bücher der Bibliothek eines Protagonisten sind leere Hüllen mit Lederrücken- . Besitz definiert das Sein. Ohne Geld ist das Leben nicht mehr lebenswert.
6. Der Personenkreis ist überschaubar. Die Abfolge der Kapitel dreht sich karusellartig im Kreis der bekannten Familien. Kaum merklich schreitet die Zeit fort, ablesbar nur am Alter der Kinder. Drei Erzählhaltung lösen einander ab. Daß eine der Hauptfiguren -Virginia- in der Ich-Form erzählt, kann durchgehen. Aber wer ist Wir"? Die Autorin versucht auf S. 315 eine Erklärung, die nicht überzeugen will. Der auktoriale Erzähler im Wechsel mit der Ich-Erzählerin hätte genügt.
7. Eine Erzählung über eine abstoßende Gesellschaft, die es nicht nur hinter argentinishen Ghettomauern gibt, die am Ende zu einem überraschenden, versöhnlichen Schluß führt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scheinbar heile Welt, 7. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
In der Siedlung Altos de la Cascada Country Club lebt eine illustre, priviligierte Gesellschaft. Geschützt durch Zäune, Wachpersonal und andere zweifelhafte Annehmlichkeiten gestalten sie ihr Leben zwischen Golf, Tennis, Wohltätigkeitsveranstaltungen und gemeinsamen Abendessen.
Alle sind irgenwie befreundet, wobei dieser Begriff hier so weit gefasst ist, dass er einen letztendlich einengt. Man achtet darauf was der Nachbar macht, andere sorgen dafür das das "Country" unter sich bleibt:

"Aber ich habe ja an sich nichs gegen die, mit den Urovichs sind wir schließlich eng befreundet, nur wenn es zu viele werden, also das finden wir nicht so gut, sonst haben wir hier in ein paar Jahren Klein-Jerusalem. Und das vor unserer Haustür."

Entgleisungen gibt es keine (zumindest nicht öffentlich) und der Wohlstand der Neunzigerjahre verschafft einem doch immer wieder einen Lustgewinn:

"Es gab nichts Schöneres, als die Anzahl der Quadratmeter des eigenen Grundbesitzes mit dem aktuellen Quadratmeterpreis zu multiplizieren - der reinste algorithmische Orgasmus"

Dass der Ehemann fremdgeht, darüber sieht man hinweg und sagt auch nichts, schließlich braucht man ja ein neues Scheckheft.
Doch was passiert wenn die fetten Jahre vorbei sind? Was geschieht mit Männern die jahrelang für nichts Argumente brauchten, denn sie hatten ja schließlich die Macht, Männer aus den Chefetagen die plötzlich keinen Job mehr haben?
Es ist nicht vorstellbar dass die Kinder auf ihre privaten Tennisstunden verzichten, die Ehefrauen auf die wöchentlichen Massagen und Gymnastikstunden. Nicht, wenn sie ihren gewohnten Lebensstil beibehalten wollen.

Claudio Pineiro führt den Leser so geschickt durch diesen Roman dass er erkennt was sich da am Horizont auftürmt, dass sich hinter all der glänzenden Fassade und dem zur Schau stellen eines perfekten, glücklichen Familienlebens, Abgründe auftun.
Einzig dass der Roman mal aus der Ich-Perspektive und dann wieder aus der personalen Sicht erzählt wird hat mich anfangs irritiert. Aber man gewöhnt sich daran.(dk)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Dienstagsrezension, 21. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Vor den Stadttoren von Buenos Aires lebt hinter hohen Sicherheitszäunen eine kleine elitäre Gemeinschaft. Ihre Sorgen scheinen sich in der Sommerhitze und deren Folgen für den örtlichen Golfplatz zu erschöpfen. Unter der schönen Oberfläche jedoch schwelen Konflikte, die auch vor den Siedlungszäunen nicht halt machen: Untreue, Alkoholsucht und Ehezwist, Wirtschaftskrise. Doch dann werden drei Familienväter am Grund des Swimmingpools gefunden...
Kritik:
Piñeiro liefert mit den "Donnerstagswitwen" eine phasenweise durchaus amüsante und unterhaltsame (Real-)Satire ab. Schadenfroh kann der Leser mit erleben, wie Piñeiro die heile, elitäre und dennoch verarmte Welt der abgeschirmten Neureichen mit Vergnügen zerpflückt und die böse Realität hinter der Fassade offenlegt. Jeder Leser kann sich wohl einen geeigneten Schauplatz für diese Handlung in seiner Phantasie ausmalen, der jedoch noch dadurch getoppt wird, dass es im Roman genauso schwer scheint, in diese isolierte Welt einzudringen, wie auch aus ihr wieder herauszukommen. Aus der Thematik heraus ergeben sich auch einige Kritikpunkte: eine Identifikation des Lesers mit der einen oder anderen Figur ist schwierig, die Charakterisierungen hätte teilweise (trotz der gewollten snobistischen Oberflächlichkeit) ausführlicher sein können, den einen oder anderen Handlungsstrang hätte Frau Piñeiro mit noch mehr bösartiger Ironie ausschmücken können. Was bleibt, ist ein angenehm lesbarer, aber kaum berührender (bzw. nachwirkender) satirischer Gesellschaftskrimi (?), der durchaus zu unterhalten weiß.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Argentinien in der Wirtschaftskrise, 27. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
Mit "Die Donnerstagswitwen" begeben wir uns auf den lateinamerikanischen Kontinent. Claudia Piñeiro (geb. 1960) studierte Wirtschaft und verdiente ihr Geld zuerst einmal als Wirtschaftsprüferin, bevor sie als Schriftstellerin Erfolge feiern konnte. Sie ist also vom Fach, wenn sie über die Wirtschaftskrise von 2001 in Argentinien schreibt, aber eben, kein Fachbuch, sondern einen Roman. Anhand der Ehepaare und ihrer Kinder, die 50 km ausserhalb der Hauptstadt Buenos Aires im geschützten County oder Estate La Cascada leben, beschreibt sie die katastrophalen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg in der gehobenen Mittelschicht: kaum jemand, dem es gelingt, eine Arbeit zu finden. Es sind ausgerechnet zwei Frauen, die innerhalb ihres Countys als Maklerin oder Landschaftsgärtnerin etwas Geld verdienen, die Männer hingegen leben auf ihre Kosten oder greifen zu kriminellen Methoden. Korruption im grossen Stil wird mehrfach angedeutet, allerdings spielt sie sich (vorerst) ausserhalb des Wohnbezirks ab, diese Männer aber sind gefährlich. Wenn am Schluss die beiden Protagonisten Virginia und Ronie Guevara den Zweikampf zwischen Tano Scaglia und Gustavo Masotta, der als Selbstmord getarnt ist, aufdecken, gibt es nur noch eines: Flucht nach Florida.
Das Buch hat Qualitäten, denn es zeigt die wirtschaftliche Krise aus der Innensicht der grossbürgerlichen Schicht, die es versteht, sich abzuschirmen und normalerweise keinerlei Einblick in ihre Mechanismen gewährt. Wie ernst jener wirtschaftliche Zusammenbruch war, zeigt die hohe Zahl von Auswanderern weg von Argentinien. Es ging nicht darum, die Ärmel hochzukrempeln, denn es gab schlicht keine Arbeit mehr, da das Ausland nicht mehr in Argentinien investierte (vgl. die holländische Firma Troost im Roman). Die Frage ist nur: Will man mit diesen Reichen Mitleid haben? Ist Golfspielen ein Lebensinhalt? Und wer bezahlt letztlich ihren Reichtum? Das Buch schliesst mit einem Aufstand der armen Bevölkerung, das Ende ist offen. Überhaupt werden viele Probleme angeschnitten, aber nicht wirklich diskutiert. Trotzdem sehr lesenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genau so ist es!, 5. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
Wenn man die argentinische Gesellschaft kennt weiss man, daß es genau so ist! Das kann man sich hier in Deutschland vielleicht nicht vorstellen, aber die Figuren sind höchstens leicht überzeichnet, dennoch mitten aus der Realität gegriffen.

Die Handlung ist total fesselnd und schlüssig. Hat mir sehr gut gefallen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bittwersweet symphony, 16. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Broschiert)
Argentinische Vor-Haupt-Stadt-Idylle mit allem, was dazu gehört: ein weitläufiges Anwesen mit prächtigen Villen, die Luft erfüllt vom schweren Duft der Jasminblüten und Golfplatz. Eingepfercht in ihrem goldenen Käfig verbringt die Schickeria Buenos Aires' den Tag. Der Sicherheitsdienst verrichtet sein Werk. Alles ruhig, alles chic. Doch die Idylle trügt: Der 11. September (der von 2001) und die oft proklamierte damit verbundene Rezession werfen ihre bedrohlichen Schatten voraus. Die heile Welt ist Arbeits- und Perspektivlosigkeit gewichen. Immobilienmaklerin wie Virginia und ihre Familie können nicht mehr nur ihr Geld allein arbeiten lassen. Eigentlich müssten sie selbst ran. Ronie, Virginias Ehemann, ist zu einem ruhigen, in sich gekehrten Etwas verkommen. Kommunikation findet nur noch sporadisch statt.
Auch gegenüber, bei den Spaglias, ist Alltag eingekehrt. Teresa Spaglia hört kaum noch das laute, freche Lachen ihres Gatten Tano.
Virginias Sohn Juani bereitet ihr ebenso Kopfzerbrechen. Zusammen mit seiner Freundin aus Sandkastentagen Romina kifft er, was leider auch Leuten auffällt, die das eigentlich nichts angeht.
Wie gesagt ' die Idylle bröckelt. Die Freunde, die nur durch ihre Statussymbole zusammengefunden haben (und wohl auch nur deshalb 'freunde' sind) gehen zunehmend eigene Wege. Die einen wollen auswandern. Andere ergeben sich scheinbar ihrem Schicksal.
Altos de la Cascada ' so heißt die eingezäunte Siedlung, in der man wohlbehütet und überwacht wohnt ' wird immer mehr zum Gefängnis. Wer einmal drin ist, will nicht so schnell wieder raus. Den Schein wahren ist das Gebot der Stunde.
Unversehens kommt Bewegung in die starre Kunstlandschaft. Ronie bricht sich ein Bein und Tano, Gustavo und Martín sind tot. Ein Stromschlag als die Drei im Pool badeten. Doch der Unfall ' das wird dem Leser schnell klar ' kann kein Unfall sein. Nun stellt sich die Frage: Wem nützt der Tod der Drei etwas? Wenn es Mord war, steht der Mörder schnell fest.
Claudia Piñeiro beschreibt mal süffisant, mal bissig die freigewählten Lebensumstände ihrer Protagonisten. Sie selbst wohnt in solch einem goldenen Käfig. Die Ruhe ist für sie die einzige Möglichkeit an ihren Büchern arbeiten zu können. Die Handlung ist frei erfunden, dennoch sieht sie sich immer wieder der Kritik ausgesetzt, ihr Umfeld in 'Die Donnerstagswitwen' beschrieben zu haben. Sie selbst antwortet dann immer, dass es ein hellseherischer Roman sei. Diese Witwen sind jeden Donnerstag allein, wenn ihre Männer beim Golf oder Tennis ihrer Leidenschaft frönen. Dass sie dabei auch mal übers Geschäft reden, ist Ausrede genug die Frauen zuhause zu lassen. Doch dann ist ihr Damenklub plötzlich mit einem Namen gesegnet, der vom ersten bis zum letzten Buchstaben der Wahrheit entspricht'
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ausflug in die Sicherheit, 4. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
Leben in einer bewachten Enklave, Furcht vor der unsicheren Umwelt, Bekanntschaften auf der Basis von Tennisspielen, Geld als dominierende Facette für das Dazugehören zu einer geschlossenen Gesellschaft, die Versagern mißtraut oder sie ausstößt. Wird der finanzielle Druck zu groß so hilft wenigstens Mord oder Selbstmord zu einer erfreulichen Versicherungssumme und das schöne Leben könnte für die Übriggebliebenen weitergehen. Beim Lesen über diese Gesellschaft stellt sich rasch eine gewisse Beklemmung, ja Atemnot, ein, man will nicht daran teilhaben oder gar Mitglied sein. Traurigerweise erscheint die Welt außerhalb der Sicherungszäune auch wenig erstrebenswert, soweit man überhaupt etwas über sie erfährt. Die Szenerie also eher bedrückend, die Menschen gefangen in einem goldenen (oder ist es Talmi ?)Käfig. Die Präsentation dieser Szenerie ist flott, das Buch liest sich rasch, fast zu rasch, die Sprache angenehm von einer morbiden Eindringlichkeit. Am Ende empfand ich eine gewisse Erleichterung, eben am Ende zu sein, der Wunsch nach Verabschiedung recht ausgeprägt. Dieser Einblick in eine durchaus fremdartige Welt erweckt wenig Freude und läßt den Wunsch aufkommen, daß die Bedrohungen durch Wirtschaftskrisen nicht zum dominanten Faktor in unserer Lebensgestaltung werden müssen, aber auch, daß materielle Güter und der sogenannte Wohlstand nicht alles seien. Wenn auch, realistisch gesprochen, vieles.
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3.0 von 5 Sternen Die Donnerstagswitwen, 3. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
Der Roman ist schlicht und nicht besonders interessant. Ich hatte mir wesentlich mehr Inhalt versprochen und ging voller Freude ans Lesen. Nach einigen Seiten überfiel mich beim Lesen eine große Langeweile und ich legte das Buch weg. Der Inhalt erschien mir nicht besonders lesenswert und sehr einfach geschrieben. Vielleicht ist das Buch für den Urlaub am Strand geeigneter.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Parallelgesellschaft, 1. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Donnerstagswitwen (Gebundene Ausgabe)
Eine sehr schön erzählte Geschichte der privilegierten Gesellschaft in Argentinien, die auch
in anderen lateinamerikanischen Ländern zu finden sein dürfte. Der sehr angenehme Erzählstil
führt einem sofort ein Bild der Örtlichkeiten vor Augen.
Ein tolles Buch, dass sich lohnt nach einiger Zeit nochmal zu lesen !
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Die Donnerstagswitwen
Die Donnerstagswitwen von Claudia Pineiro (Broschiert - 20. Februar 2012)
EUR 10,95
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