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43 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kriminalroman mit besonderem Flair, 22. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Gebundene Ausgabe)
Leonardo Padura Der Nebel von gestern
Unionsverlag ISBN 3293003885

Der Nebel von gestern: hinter ihm verbergen sich die Geheimnisse der Stadt Havanna, die einst glamouröser Mittelpunkt für Abenteurer, Filmschauspieler und für die High Society ganzer Kontinente bildete. Dort traf sich tout le monde zum Stelldichein,--- auch die Bosse der südamerikanischen Mafia!
Seit Fidel Castros Revolution haben sich die Zeiten geändert.
Nicht der gelobte Sozialismus hat Einzug gehalten, sondern Armut, Arbeitslosigkeit, Verrohung der Sitten und ein allgemeiner Verfall hat sich breit gemacht.
El Conde, ein ehemaliger Polizist, hat seinen Dienst quittiert und sich als Antiquar etabliert. Ihm haben es Bücher angetan, und eines Tages stößt er auf eine Goldader. Ehemals reiche Bürger haben ihr Land längst verlassen und ihre Güter armen Bediensteten oder Verwandten überlassen. In einem dieser Häuser der ehemals Reichen entdeckt Mario Conde eine wunderbare Bibliothek. Der Geruch und die Ausstattung des Hauses, in dem der Schatz eines Tages vor seinen Augen auftaucht, sind schon das reine Wunder für ihn. Um wie viel mehr hüpft sein Herz vor Freude, als er die herrlichen Bücher entdeckt! Mit wie viel Liebe und Verstehen begutachtet er sie! Zu einem fairen Preis wird er sie den armen Besitzern, die wie alle anderen Hunger und Not leiden, nach und nach abkaufen. Überall hat er Freunde, und so fällt es ihm nicht schwer, Käufer für diese prächtigen bibliophilen Ausgaben zu finden.
Ein Buch aber behält er: ein Kochbuch aus besseren Zeiten!
Darin entdeckt er zu seiner Überraschung einen besonderen Schatz: das Blatt einer Zeitung aus dem Jahr 1960 geschmückt mit dem Konterfei von Violeta del Río, der geheimnisvollen und legendären Bolerosängerin und Königin der Nacht jener gefeierten Jahre!
Die wunderschöne Frau weckt Fantasien und Erinnerungen, die El Conde nicht mehr loslassen.
Er begibt sich auf die Suche nach ihrer Geschichte, und diese entwickelt sich zu einem spannenden Kriminalfall. Er ist der Aufhänger für eine Liebeserklärung an Havanna, der einstmals viel geliebten Stadt! Die fünfziger Jahre zeigen sie als eine Stadt der Freude, der Lebenslust, des Tanzes und der Gesänge. Schöner als in New York und Paris haben die Feiern und Nächte kein Ende. Rumba, Rum und Nachtbars bestimmen die nächtlichen Freuden, in denen berühmte Größen aus dem Showgeschäft ihre Auftritte haben.
Mafiöse Strukturen unter Batista ebenso wie unter Fidel Castro geben Einblicke in die Geschäfte und die Korruption, die hier wie dort geherrscht haben.
Der Autor gibt der Geschichte einen bilderreichen und vielfarbigen Anstrich, so dass man ganz in die versunkenen Welt vor der Revolution und das herunter gekommene Havanna von heute eintaucht. Von der Kriminalhandlung wird man in ein Netz von Geheimnissen um die Protagonisten hinein gezogen. Die Spannung steigt, die Verwirrung nimmt zu, und man bekommt tiefe Einblicke in das kubanische Leben von gestern und heute. Die Verbindung zwischen den Geschichten um die Vergangenheit bilden die Bücher und die kubanische Lebensart.
Ein Wunderwerk ist dem angesehenen und preisgekrönten Autor Leonardo Padura mit der atmosphärischen Darstellung des Lebensgefühls auf dieser herrlichen Karibikinsel gelungen!
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Liebe zu Frauen, Büchern und Kuba, 25. Dezember 2008
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Gebundene Ausgabe)
Auf "Der Nebel von gestern" von Leonardo Padura wurde ich durch eine interessante Rezension in einer Wochenzeitschrift aufmerksam. Der Kauf und die Lektüre dieses Buches haben sich gelohnt - es gehört für mich zu den interessantesten der letzten Jahre.

Vordergründig ist "Der Nebel von gestern" eine Recherche-Story im Krimigewand. Mario Conde, ein Buchhändler und Expolizist, findet in einer Privatbibliothek ein Foto einer Nachtklubsängerin aus den 1950er-Jahren, das ihn auf geradezu obsessive Weise fasziniert. Er begibt sich auf die Suche nach ihr, da sie von der Bildfläche spurlos verschwunden scheint. Der Fall zieht aber dann schnell Kreise bis in die Gegenwart herauf, und am Ende ist sich Conde nicht sicher, ob er die tragischen Geschichten nicht im Nebel von gestern hätte belassen sollen.

Der Roman ist aber auch und vor allem eine Liebeserklärung an das Land Kuba. Die Gesellschaft wird in all ihrer bitteren Armut, Verelendung und Kriminalität gezeigt, aber auch mit ihrer Kraft und Lebensfreude. Man liest über verarmte und neue Reiche im sozialistischen Regime, über Mafiosi und Prostituierte, über Hunger und Mangel und über Männerfreundschaften im Zeichen des machismo. Der Autor Leonardo Padura sieht genau hin, lässt aber keinen Zweifel daran, dass für ihn bzw. für seinen Protagonisten Mario Conde Kuba trotz allem das lebenswerteste Land der Welt ist. Ja, Conde bezeichnet sich selbst als geradezu glücklich, denn er war nicht "gezwungen gewesen, die letzten Grenzen der Verkommenheit zu überschreiten, um zu überleben." Für all das steht Padura die Fabulierkunst der lateinamerikanischen Schriftsteller zur Verfügung, die neben ein paar wenigen Deftigkeiten viel Raum für Reflexion und Savoir-vivre lässt.

Und letztlich ist das Buch eine ganz große Liebeserklärung an die Form des Buches selbst, an das Lesen und die Menschen, die Bücher zu schätzen wissen und ihren Wert (ideell wie materiell) kennen. Insofern erinnert mich "Der Nebel von gestern" ein wenig an "Der Schatten des Windes" von Zafón; auch hier wird in einer üppig erzählten Geschichte nebenbei der Wert der Literatur thematisiert. "Der Nebel von gestern" wird wohl nicht so ein Bestseller werden, aber es ist dem Buch eine möglichst große Leserschaft zu wünschen. Verdient hätte es sich das.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Adios, Mario Conde, 6. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
1. Alles ist fast wie gewohnt: Mario Conde und die Freunde, das Trinken, die deprimierenden Lebensumstände, der Verfall Havannas, der Schmutz und der Hunger, die Tricks, an die begehrten Devisen zu kommen. Aber es hat sich viel verändert: Mario Conde hat schon vor mehr als zehn Jahren den Dienst quittiert - ein frustrierter Ex-Cop wie Fabio Montale am Ende von Izzos Marseille-Trilogie. Conde versucht sich durch Aufstöbern und Verkauf antiquarischer Bücher über Wasser zu halten. Sein Freund und Partner Yoyi, mit Zynismus und pragmatischer Lebensweisheit für den Überlebenskampf im kreolischen Dschungel" bestens geeignet, handelt mit Büchern, Schmuck, Antiquitäten, betreibt ein Taxiunternehmen und eine kleine Baufirma - alles illegale Tätigkeiten. Ein Yuppie im sozialistischen Staat, der Geschäfte mit den verhassten Amerikanern macht, Teil einer immer größer werdenden Nebengesellschaft, die die offizielle Doktrin entlarvt. Daß Padura dies seit seiner großen Tetralogie weiterhin - und immer schonungsloser- schreiben darf, versöhnt, wie auch der Gutierrez-Film von 1993 Erdbeer und Schokolade" trotz massiver Regimekritik passieren durfte.
2. Mario Conde landet einen Glückstreffer. Er findet eine große, seit Jahrzehnten unberührte Bibliothek, die hinter den Mauern eines alten Herrschaftshauses verborgen ist, in der ungeahnte Schätze wertvoller Erstausgaben liegen. Sie wird bewacht von einem älteren Geschwisterpaar, das scheinbar zögernd auf die Kaufangebote Condes eingeht. Aber Geldnot und Hunger zwingen sie, die Sammlung des ehemaligen Herrn, der in den USA verschollen ist, anzutasten. Aus einem der ersten Bücher, die Conde in die Hand nimmt, fällt ein vergilbter Zeitungsausschnitt, der das faszinierende Gesicht einer längst verstorbenen Bolerosängerin zeigt, deren Augen Mario Conde so sehr verzaubern, dass er ihre Lebensgeschichte aufklären will, vor allem ihre Beziehung zu diesem alten Adelshaus.
3. Und El Conde ist wieder in seinem Element: Er verfolgt Spuren, sammelt Material, ist in der alten Umgebung des Kommissariats und im vertrauten Kreis aller Freunde, die man lieb gewonnen hat. Es wird eine Spurensuche, die tief in die Geschichte dieser verschollenen, vergessenen Frau führt, in die Familiengeschichte des Besitzers von Haus und Bibliothek, Alcides de Montes de Oca, in die Lebensumstände der Haus und Bibliothek bewachenden Geschwister und ihrer uralten, kranken Mutter, in die politische Umbruchsphase der letzten Batista- und ersten Revolutionsjahre: Eine Geschichte einer verzehrenden Leidenschaft und eine Geschichte
des politschen Wandels und der gesellschaftlichen Veränderung, das eine Thema transportiert das andere, untrennbar verwoben mit ihm. Wie immer in guten Kriminalromanen gibt die Geschichte des Verbrechens einen vehementen Durchblick auf die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse.
4. Alle Register des Krimis werden souverän gezogen: Hetzjagd und Hinterhalt, Prügelei und Ermordung von Informanten, Befragung längst verschollen geglaubter Personen, Reaktivierung der Kontakte in die Unterwelt, ein Puzzle, in dem sorgfältig Stück an Stück gelegt wird, bis am Ende, als alles enträtselt ist, Mario Conde, seelisch und körperlich zerschunden, noch einmal die tiefe Stimme der Bolerosängerin Violeta del Rio hört, Du wirst dich an mich erinnern, wenn abends die Sonne versinkt" und das Glück erfährt, dass die alte Jugendliebe Tamara zu ihm kommt.
5. Man ist traurig am Ende des Romans darüber, dass man sicher für immer von El Conde, dem dünnen Carlos, dem Hasenzahn, Andres und dem roten Candito -sie alle ohne das Privileg, auch nur einen Tropfen parteiführenden Blutes in ihren plebeijschen Venen zu haben"- und der großartigen Josefina, der Mutter des Dünnen", dem im unsinnigen Krieg in Westafrika das Rückgrat zerschossen worden war, Abschied nehmen muß. Man kann sich, auch wenn man sich dies wünscht, keine Fortsetzung vorstellen. Abschiedsschmerz nach Paduras sorgfältigstem, vielfältigstem, größtem Roman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atem und Historie aus dem Herzen Kubas, 31. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
Tja was will dieses Buch sein? Eine melancholische Zeitreise durch Kuba, insbesondere Havanna, eine Liebesgeschichte, ein Kriminalroman? Schlapp formuliert eine Mischung aus den Dreien mit dem Schwerpunkt auf ersterem, aber damit wäre dem Werk nicht richtig Rechnung getragen.

Vorab: Ich fand das Buch grandios. Wie es die Stimmung einfängt. Die Trostlosigkeit des Daseins und dennoch die unbändige Lebensfreude, die Freude mit Freunden zu feiern. Etwas was mir vor Ort in Kuba als Tourist dann doch so aufgefallen ist.

Stilistisch interessant gemacht, das neben dem Handlungsstrang wie Mario mit seinem Kumpel immer tiefer in die Geheimnisse der Sängerin eintaucht und zwischendurch immer wieder „Briefe“ zitiert werden, von denen nur wir Leser erfahren, aber nicht Mario. Zu Anfangs sind das klassische Liebesschnulzen Briefe, im Verlaufe der Geschichte, wird das aber immer verzweifelter und dem Verbrechen, wo einige Schicksale dran hingen, wird durch die parallele Ermittlung von Mario und den deutlicher werdenden „Briefe“ verknüpft.

Das Markenzeichen des Romans ist nicht in erster Linie die Spannung was passierte und wie Mario es lösen wird, sondern die sehr anschauliche rauchige Beschreibung des aktuellen Kubas und das der Fünfziger Jahre. Das klingt hier geschrieben nur halb so spannend und sensationell, als es der Autor umgesetzt hat.

Er redet und schreibt nicht lange drum herum. Hier wird nichts geklärt und lange gefackelt. Die Story trägt sich selbst immer einen Schritt weiter und immer wieder verfolgen wir als Leser Marios Spuren und sind zeitgleich über die Briefe auf der emotionalen Seite seiner Ermittlungen.

So werden einige interessante Personen eingeführt, Mario zieht alle Register auch den Kontakt zu seinen ehemaligen Kollegen bei der Polizei und das obwohl er auf einmal selbst ein Hauptverdächtiger eines aktuellen Mordfalles ist und doch bleibt immer wieder Zeit zum menscheln. Sei es zu seiner Freundin, zu seinen Gedanken an seinen Vater oder sei es mit seinen Freunden zu feiern und seinem besten Freund zu helfen sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode zu völlen.

Und warum mich das Buch in ganz besonderem Maße anspricht: Ich war ja vor kurzem vor Ort. Die Art wie der Autor Havanna beschreibt in dieser Mischung aus Untergang und Melancholie und dann dieser unglaublichen Lebensfreude trotz Rabattmarken bekam man als Tourist mit, aber wie die Kubaner damit umgehen konnte man nur denken. Hier wird das sehr anschaulich und nachvollziehbar beschrieben. Von daher ist das Buch ganz großes Kino für Kuba Fans.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kuba gestern, Kuba heute?, 23. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
Der Antiquar , ehemalige Polizist, Martin Conde hat auf seiner Suche nach antiquarischen Büchern mal Glück und stolpert in eine riesige, kostbare und zurückgelassene Bibliothek eines aristokratischen Exilkubaners. Zufällig findet er einen Hinweis auf eine verstorbene Bolerosängerin und fortan entspinnt sich die Suche nach der mysteriösen Geschichte der Bolerosängerin Violeta del Rio zu einem Mordfall.
Einfühlsam schildert er im Verlauf der Geschichte seine Beziehung zu seinen Freunden, die ihm behilflich sind bei der Lösung dieses Puzzles. Diese Freundschaften helfen beim Überleben in der Mangelwirtschaft des sozialistischen Kubas.
Ich habe das Buch auf einer Urlaubsreise in Kuba gelesen und sehr genossen. Die Schilderung Havannas zu Battistas Zeiten und jetzt, kurz nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Europa, lassen einem beim Bummel durch die marode Altstadt Havannas mitfühlen und nach den Schauplätzen des Buches suchen.
Paduros Sprache ist vielleicht etwas schlicht, aber prägnant und geprägt von der Liebe zu seiner Heimat.
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5.0 von 5 Sternen Lounge-Stimmung vor karibischer Kulisse, 31. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
Auch ein Teniente muss mal raus. Mario Conde ist kein Teniente mehr, kein Mitglied der Exekutive eines Staates. Vor mehr als einem Jahrzehnt hat er seinen Dienst bei der Polizei in Havanna quittiert. Jetzt schlägt er sich – gerecht wie immer – als Buchhändler durchs Leben. Bücher waren schon immer seine heimliche Leidenschaft, jetzt lebt er von seiner Leidenschaft.
Bei einem seiner Streifzüge entdeckt er eine wertvolle Bibliothek. Doch sein Gewissen besiegt die Gier seiner Mitstreiter, und so nimmt er nur wenige Bücher mit. Das Glück des Tüchtigen wird belohnt. Zwischen den antiken Seiten entdeckt El Conde Zeitungsartikel über eine Violeta del Río. Nachtclubsängerin. Ein Wahnsinnsweib, denkt Mario Conde. Das Bild und der Artikel stammen aus den wilden Zeiten der Revolution. El Condes Spürnase wittert eine Geschichte. Und die Nase trügt ihren Besitzer nicht…
Als ihn seine Spürnase zur einzigen veröffentlichten Platte der Künstlerin führt, ist es um El Conde geschehen: Er muss mehr über Violeta del Río erfahren, über ihr mysteriöses Verschwinden und ihr nicht minder spannendes Leben.
Catalina – wie sie im bürgerlichen Leben hieß – stieg in der Nachtclubszene Havannas Ende der 50er Jahre schnell auf. Ihre einzigartige Stimme brachte ihr Erfolg, Verehrer und schnelles Geld. Einer der Verehrer war Journalist. Er schrieb sie in den Himmel, doch nicht aus Bewunderung für sie. Sondern aus purem Eigennutz: Er wollte sie! Mit ihr schlafen, sie für sich ganz allein. Doch Violeta ließ ihn abblitzen. Detektivisch begab er sich auf die Suche nach dem wahren Leben der Violeta del Río. Und er wurde fündig. In Violetas Leben gab es einen anderen Mann. Einen wie, oder vielleicht den, Meyer Lansky. Der Buchhalter der Mafia.
Kuba war vor der Revolution das El Dorado für die ehrenwerten Herren in den seidenen Anzügen. Casinos, Prostitution, Drogenhandel – auf Kuba war alles möglich. Mario Conde ist fasziniert von der Geschichte des Journalisten. Seine Nachforschungen bekommen so neuen Aufwind.
Aus der eingangs entflammten Leidenschaft wird Besessenheit. Obwohl der Polizeidienst längst der Vergangenheit angehört, lodert die Flamme des Ermittlers noch immer. Sein ehemaliger Kollege, der mittlerweile zum Capitan aufgestiegen ist, klingelt eines Morgens El Conde mit einer schrecklichen Nachricht aus den Federn: Der Besitzer der Bücher, zwischen denen Mario Conde die Zeitungsausschnitte über Violeta gefunden hat, wurde ermordet. Ein Mord wegen ein paar, zugegeben sehr wertvollen Büchern? Ganz allmählich lichtet sich der Nebel von gestern und gibt für Mario Conde auch sehr viel Persönliches preis.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Strapatz mit dem Nebel, 5. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
Das ist es, was Leonardo Padura wohl am besten kann: In Gefühlen baden, in dem er trocken und nahe das Leben meherere erwachsener Freunde beschreibt, die sich mit ihrem Leben auf Kuba arrangiert haben.
Mario Conde, der Ex-Polizist und nun Antiquar aus Leidenschaft, kauft den in die Armut gerutschten Bürgern ganze Bibliotheken ab um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen. Als er eines Tages bei einem älteren Ehepaar in Miramar vorspricht, entdeckt er in einem der Bücher einen Zeitungsausschnitt aus den späten Fünfzigern. Im Ausschnitt geht es um eine der damals populären Bolerosängerinnen, die kurz nach dem der Artikel erschien, augenscheinlich spurlos verschwand. El Conde, ganz hin und weg von der abgelichteten Frau, macht sich auf die Suche nach Spuren in die Vergangenheit ...

Intensiver als bei seinen anderen Romanen lebt hier die Stadt wirklich, havann tritt aus dem Schatten und wird spürbar. Conde und seine Freunde sind nahe, so nahe, dass man sie reichen und hören kann - und spüren.

Und allein schon deshalb ist dieser für Paduras Verhältnisse doch umfangreiche Roman wirklich jedem zu empfehlen, der, nach einem ersten besuch infisziert, Kuba, und speziell Havanna noch einmal in sich spüren will, als Teil des eigenen Herzschlags, als Bild, das man liest ...

Ein schöner Roman voller Symbole und mit Wehmut angerührt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach Klasse!, 2. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
Ein wunderbar spannendes Buch, das vom Kuba der Jetztzeit in das der 50-er Jahre springt. Der Autor hält mit seiner deutlich kritischen Meinung am karibischen Kommunismus nicht hinter dem Berg. Sehr mutig. Und eine superspannende Kriminalgeschichte darüber hinaus. Kaufen und verschlingen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr interessantes Buch, 6. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
sehr interessantes Buch. Man erfährt viel über Kuba. Abwechslungsreich geschrieben. Wir haben das Buch im Literaturkreis gelesen - es ergaben sich jede Menge Diskussionsstoff.
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4.0 von 5 Sternen Gutes Buch, 23. Januar 2014
Von 
Michael Junk "Kimi" (Ludwigshafen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Nebel von gestern (Broschiert)
gutes Buch, das sich gut lesen lässt und auch noch Spannung vermittelt. Ja hat mir gefallen. Würde so was ähnliches wiederlesen
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Der Nebel von gestern
Der Nebel von gestern von Leonardo Padura (Broschiert - 1. Februar 2010)
EUR 12,95
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