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Kundenrezensionen

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am 10. August 2010
Der Roman ,Das schwarze Pulver von Meister Hou' hat alles, was ein Krimi haben muss: Mord und eine ganze Reihe sonstiger Verbrechen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Schöne Frauen mit geheimnisvoller Vergangenheit, Sonderlinge und ganz normale Menschen sorgen für ein Menge verworrener Beziehungen. Dazu kommen Actionszenen und Show-downs und natürlich ein Schuss Gesellschaftskritik. Außerdem ein paar philosophische Dispute über die ,Kräfte, die die Welt zusammenhalten'. Fast jeder ist einmal verdächtigt und am Schluss ...

Die Autorin, eine in Frankreich lebende Vietnamesin, schreibt eine spannende und in sich logische Kriminalgeschichte, die sie ins ferne Dai Viet (dies ist der alte Name Vietnams) und ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit verfrachtet.

Da der Roman im 17. Jahrhundert im Norden Vietnams in Gebiet der Ha Long Bucht spielt, ist der ,Kommissar' ein junger Mandarin mit Namen Tân. Er jagt - ähnlich wie die zeitgemäßen Kommissare zielstrebig und ohne Familienleben - Verbrecher und zudem noch Geister und Untote. Rauschgift und Alchemie kreuzen dabei seine Wege. Das sorgt für die richtige Spannung. Der heraufziehende Kolonialismus ist der politische und gesellschaftliche Background der Geschichte. Die dazu gehörenden Fakten sind ordentlich recherchiert und gut in die Handlung eingebettet. Interessant und lesenswert sind auch einige Diskussionen der Haupthandelnden über Wissenschaft, Aberglaube, Taoismus, Konfuzianismus, Mohismus und das Christentum in der Zeit des 17. Jahrhunderts.

Leider reichen diese Zutaten nicht aus, um wirklich ein historisches Lokalkolorit aufkommen zu lassen. Die Beschreibungen von politischen, sozialen und familiären Beziehungen bleiben zu oberflächlich. Hinderlich für eine Identifikation mit einem ,alten' Vietnam sind überdies die europäisierten Namen der Handelnden. Nur Tân, der Mandarin, sein Freund Dinh und einige Nebenrollen tragen einen vietnamesischen Namen. Die andern heißen Madam Eisenhut, Frau Libelle, Herr Clemens oder Doktor Porc - dies nimmt dem Krimi seinen vietnamesischen Reiz. Ein paar Landschaftsbeschreibungen, die über das Niveau kurzer Reisebuchformulierungen nicht hinausgehen, können dies auch nicht ausgleichen.

Wer einen spannenden Krimi mit exotischem Flair sucht, wird trotzdem auf seine Kosten kommen.
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am 28. Juli 2010
Hinter dem Namen Tran-Nhut verbergen sich zwei vietnamesische Schwestern, die bereits mehrere Romane um den hohen Beamten Tan veröffentlicht haben, der im Vietnam des 17. Jahrhunderts verzwickte Kriminalfälle vor exotischer Kulisse löst. Dabei erfährt der Leser auch etwas über die historischen und politischen Hintergründe der damaligen Zeit (Konfuzianismus und Taoismus, Einflussnahme europäischer Mächte), ohne dass die Krimihandlung damit überladen wird. Der Roman ist ganz im Stile der Kriminalromane um den chinesischen Richter Di von Robert Gulik gehalten. Wer Robert Gulik mag oder allgemein gerne historische Krimis außerhalb der üblichen Schauplätze liest, wird an diesem Roman viel Gefallen finden.
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am 5. Januar 2016
Deutschsprachige Historienbücher über Südostasien im 17. Jahrhundert sind nicht gerade häufig. Krimis wohl noch viel weniger. Insofern ist dieses Buch alleine durch die Thematik ein echter Hingucker: Der vietnamesische Mandarin Tân löst, in seiner Eigenschaft als Dorfrichter, Kriminalfälle in einer sehr spannenden Epoche einer sehr schillernden Region: dem vietnamesischen Königreich kurz vor Anbruch der Kolonialepoche.

Dabei ist das Buch eigentlich der dritte Teil einer auf französisch erschienenen Serie, die insgesamt schon mehr als ein halbes Dutzend Teile zählt. (Warum genau ausgerechnet dieser Band übersetzt wurde, war nicht herauszufinden.) Vielleicht ist das wiederum der Grund, warum der Mandarin selbst etwas blass als Person bleibt: Er ist offenbar sehr jung, sehr sportlich, sehr neugierig, verliebt sich leicht, und hat sich einen Ruf als kriminalistischer Spürhund erarbeitet. Aber so richtig reicht das nicht, um ihn zu einer interessanten Person zu machen. Das ist die eine Schwäche des Krimis. Die andere Schwäche ist, dass keine rechte Exotik aufkommen will. Das liegt zum einen an der Übersetzung der Namen: Neben Tân haben nur sehr wenige Personen vietnamesische Namen, stattdessen wurden einige Namen eingedeutscht ("Frau Eisenhut", "Frau Libelle"), andere offenbar direkt aus dem Französischen übernommen ("Doctor Porc") und wieder andere tragen europäisierte Namen ("Eunuch Clemens"), während ausgerechnet der einzige echte Europäer, ein Jesuit, einen chinesischen Namen trägt. Das ist zum einen verwirrend, zum anderen störend. Auch zahlreiche andere Begriffe passen einfach überhaupt nicht in die Region ("der Graf", "der Kapaun"), und stören den Lesegenuss. Ohnehin erfährt man im Grunde recht wenig über die Zeit, mal abgesehen davon, dass es noch Mandarine gibt, und dass die ersten europäischen Missionare durchs Land ziehen. Aber ein Bild mag sich nicht so recht im Kopf einstellen. Der einzige wirklich starke Lichtblick sind einige Diskussionen über Philosophie, über Taoismus, über Konfuzianismus, über Mystik, zum Teil im direkten Vergleich mit dem Christentum.

Das alles aber wird durch einen seltsamen Slapstick zunichte gemacht, indem zum Beispiel Personen sich einer Horde Angreifer entziehen, indem sie den Berg hinterrollen und ähnliche absurde Szenen. Das soll offenbar witzig wirken, für mich fiel es aus der ansonsten zum Teil eher düsteren Szenerie heraus und durchbrach die (ohnehin schon geringe) Immersion. Überhaupt wird anfangs erst einmal gar nicht klar, wie stark sich der Roman ins Phantastische vorwagt: Es laufen zum Beispiel Leichen durch die Gegend, und bis weit über die Hälfte hinaus muss der Leser glauben, dass es sich um echte Leichen handelt, so zumindest lässt es die Wortwahl schließen. Ein Kriminalfall, der sich dadurch auflöst, dass Tote aus den Gräbern steigen, wäre für mich jedenfalls unbefriedigend. Zum Glück kommt es dann auch nicht so weit, und, tatsächlich, ist dann alles ganz anders, und der mystische Spuk wird in bester Sherlock-Holmes-Manier entzaubert. (Man kann das hier verraten, ohne dass es das dies zu viel verraten würde). Tatsächlich ist der eigentliche Kriminalfall sogar recht pfiffig, es werden am Ende ganz viele Fäden von zuvor scheinbar zusammenhangslosen Ereignissen verknüpft und bilden tatsächlich ein in sich logisches und durchaus schlüssiges Motiv und Konzept. Aber bis es so weit ist, musste sich der Leser zuerst durch sehr viel überzeichnete Personen, Slapstick, gepaart mit trocken-nüchternen Passagen und einem großen Sammelsurium an Ratlosigkeit herumschlagen.

Insgesamt: Exotik, ohne dass exotische Stimmung aufkommen will, zusätzlich erschwert durch eine sehr mühsam holprige Sprache, die nicht recht vorankommt und die insgesamt wirklich absolut gruslige deutsche Wortwahl und Namensgebung. Hätte was ganz besonderes sein können - war es aber dann nicht. Keine Empfehlung. Und nur ein ganz klein wenig Neugier, ob die anderen Bände (im Original?) einige dieser Schwächen ausbügeln.
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am 18. August 2014
Ein gut geschriebener historischer Krimi der auf unterhaltsame Weise die Kultur und Teile der Geschichte Vietnams nahebringt. Perfekte Urlaubslektüre! Schade, dass es das einzige übersetzte Buch der Autorinnen ist.
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am 28. März 2010
"Das schwarze Pulver von Meister Hou" von Tran-Nhut spielt in einer gleich zweifach fremden Welt - im Vietnam einer vor Jahrhunderten vergangenen Epoche. Es ist eine Zeit, in das fernöstliche Königreich anfängt, sich dem Westen zu öffnen, in dem es europäische Waren einführt und, vermittelt durch Jesuitenpater, auch näheren Kontakt mit einer fremden neuen Religion, dem Christentum bekommt.
Die geborene Vietnamesin Thanh-Van Tran-Nhut hat zusammen mit ihrer Schwester Kim Tran-Nhut bereits zwei weitere Bücher mit dem Richter Tân geschrieben. "Das schwarze Pulver von Meister Hou", der dritte Band der Reihe, ist ihr erstes allein geschriebenes Buch, lediglich die Storyline haben sich die beiden gemeinsam ausgedacht. Und das Experiment ist klar geglückt: Auch der dritte Richter Tân - Krimi präsentiert sich wieder als ein turbulentes Abenteuer, das uns in die aufregend-unbekannte Atmosphäre eines vergangenen fremden Landes entführt. Vietnam vor 400 Jahren: ein Historien-Krimi der anderen Art.
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am 7. April 2012
Das Buch hat mir aber gut gefallen, schildert es doch rasante Begebenheiten aus dem 17.Jahrhundert in Vietnam.
Man staunt über Denk-u. Handlungsweisen in dieser alten Hochkultur. Kann ich nur empfehlen !
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am 17. Mai 2014
Ich habe das Buch als Geschenk gekauft und in einem "Vietnam-Paket" verschenkt. Mir gefiel es sehr gut, von der Beschenkten habe ich noch keine Rückmeldung, wie ihr das Buch gefallen hat.
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