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am 21. Dezember 1999
Von einem unbewußten Muttermord erzählt eine alte kasachische Legende. Ein in den Stammesfehden gefangener junger Mann wurde duch grausame Torturen des Gedächtnisses beraubt. Er wurde ein Mankurt, ein willenloser Sklave. Die Mutter versuchte vergeblich, ihm Gedächtnis und Freiheitswillen zurückzugeben. Dort, wo die legendäre Mutter begraben ist, will der Eisenbahner Edige seinen verstorbenen Freund beerdigen. Die Legende wird von der Rückerinnerung Ediges an seinen Freund, an das gemeinsame Leben in der kasachischen Steppe zum sittlichen Prüfstein vergangener und heutiger Menschheitsprobleme. Wurde wirklich alles Erdenkliche getan, damit im Volksgedächtnis die Heroik und Tragik unserer Epoche gewahrt bleiben und künftig genutzt werden kann? Von solchen zurück- und vorausblickenden Gedanken erfüllt, währt der Tag länger als ein Zeitalter. Und während die kleine Trauerkarawane durch die Steppe zieht, startet vom nahegelegenen Kosmodrom eine Serie kosmischer Raketen. Ein sowjetisch-amerikanisches Raumfahrtunternehmen hat zu einer Kontaktaufnahme mit einer höheren, bereits kommunistischen Zivilisation in einem anderen Sonnensystem geführt. Eine dramatische Science-fiction-Geschichte entwickelt Aitmatow in Korrespondenz zu der altkasachischen Legende von dem Mankurt. Sorgenvoll stellt er die Frage: Ist die heutige Welt reif für solch eine Kontaktaufnahme? Ein philosophischer und nachdenklicher Roman..... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 23. Januar 2000
Aitmatow spannt in diesem Roman den Bogen vom Schicksal einzelner Menschen in der Verlorenheit der zentralasiatischen Steppe und dem Schicksal der ganzen Menschheit. Angesichts der gleichgültigen Natur am Rande einer Eisenbahnlinie wird das schwere Leben einfacher Menschen sichtbar, die mit zum Teil übermenschlichen Unglück beladen sind. Trotz einer durchgängigen Schwermut gelingt es Aitmatow zu zeigen, welchen Wert der einzelne hat, der sich treu bleibt. Eingebettet sind die menschlichen Dramen und episodischen Rückblenden in einen futuristisch anmutenden Versuch außerirdischer Intelligenzen, mit der Menschheit in Kontakt zu kommen.
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am 8. Januar 2013
Der alte Kasangap hat vierundvierzig Jahre als Streckenwärter an der Ausweichstelle Schneesturm-Boranly in der Steppe Sary-Ösek ausgeharrt. Nun ist er gestorben, wie er in all diesen Jahren gelebt hat, still und unauffällig. Sein Freund Edige sieht es als seine Verpflichtung an, sein Versprechen einzulösen und Kasangap dort zu bestatten, wo dieser seine letzte Ruhe finden wollte. Und so macht sich ein seltsamer Trauerzug auf den Weg durch die Einsamkeit der Steppe zum Stammesfriedhof Ana-Bejit. Voran reitet Edige auf seinem Kamelhengst Karanar, begleitet von den Schatten der Erinnerungen, während auf dem Gelände des nahen Kosmodroms folgenschwere Maßnahmen eingeleitet werden.

Die Kargheit des Schauplatzes betont in Aitmatows Roman die dargestellten Figuren und ihre Geschichten. Die Menschen, die sich hier an einem Ort am Rande der Zivilisation zusammengefunden haben, sind entwurzelt, heimatlos, ausgestoßen. Dabei hatten sie ihre Kraft und Energie für den Aufbau einer neuen gerechten Gesellschaft erboten; den Platz jedoch, den sie in einer solidarischen Gemeinschaft hätten einnehmen können, hat ihnen gerade diese neue Gesellschaft vorenthalten. Und so ist Boranly ein Ort der Geächteten, ein freiwilliger Verbannungsort, in dem die wenigen Bewohner an der Last ihrer eigenen Geschichte zu verzweifeln drohen.

In nächster Nachbarschaft starten Raketen zu einer geheimen Mission in den Weltraum: In der Einöde der kasachischen Steppe treffen Vergangenheit und Zukunft aufeinander. Aber wie soll sich diese Zukunft gestalten, wie sollen die Menschen eine Perspektive haben, wenn sie noch nicht einmal mit ihrer jüngeren Vergangenheit im Reinen sind? Und wann sind die Wunden der Geschichte wirklich geheilt? Aitmatows Buch stellt die Frage nach einer gesellschaftlichen Aufarbeitung der Vergangenheit, bei der auch die individuelle Geschichte, das Schicksal des Einzelnen nicht unberücksichtigt bleibt. Denn wir werden die Geschicke der Welt nicht gerecht gestalten können, wenn wir dem Einzelnen nicht gerecht werden.

"Ein Tag länger als ein Leben" ist in seiner Urfassung noch vor Perestroika und Glasnost erschienen, ließ aber schon erahnen, dass die sowjetische Geschichte verborgene Untiefen hatte. Was in den folgenden Jahren literarisch und wissenschaftlich ans Tageslicht kam, war ernüchternd: Dieser Sozialismus um jeden Preis war unter Stalin zu einer brutalen Diktatur verkommen. So ist dieser Roman, der durch seine einfache Sprache das Schicksal seiner Helden noch bedrückender zu machen scheint, ein aufwühlendes literarisches Werk, das noch lange im Gedächtnis bleibt.
11 Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
...nimmt die Geschichte den Leser mit auf die Reise und führt ihn vorbei an der Steppe, deren Menschen, ihren Gefühlen und Gewohnheiten, ihren Stärken und Schwächen, vorbei an Zeitgeschichte und futuristischen Phantasien, geleitet ihn weiter durch den Zauber und die Weisheit alter Legenden, vorbei an einer Welt, die so fremd ist, so anders. Wie ein langer, ruhiger Strom läßt die Geschichte den Leser Kälte spüren und Sommerhitze, Überlebenskampf und Glück. Ein Buch zum Abtauchen, ein wunderbares Buch, ein Buch, dem viel mehr Mitreisende zu wünschen wären.
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am 20. Juli 2007
Der kirgisische Autor und Politiker ist vor allem für seinen Kurzroman "Dshamilja", untertitelt "Die schönste Liebesgeschichte der Welt" bekannt, welcher mich aber (vielleicht wegen der übertriebenen Beigabe) nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Der vorliegende, viel spaetere und umfangreichere Historienroman, gespickt mit science fiction-Elementen, dafür umso mehr. Das dunkle Kapitel des Stalinismus--zur Zeit der Erstveröffentlichung 1980 noch akuter als heute--ist in die zentralasiatische Steppe verlagert, ist aber trotz dieser Ferne nicht minder ergreifend. Neben den politischen Grauen erscheint eine hoffnungslose, zaertliche Liebesgeschichte wie eine feine Pflanze in der Wüste. Zusätzlich lernt man jede Menge interessanter kultureller und folkloristischer Fakten. Eines der wenigen Bücher, das mich zum Weinen brachte.
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am 20. Januar 2016
...und danach der Bagger Belarus. So zieht die seltsame Trauer-Karawane in Richtung des Friedhofs Ana-Bejit.Der Hund Scholbars war eher zufällig mitgekommen und lief selbstbewusst nebenher.

Edige hatte Kasangap tot in seinem ärmlichen Haushalat aufgefunden und alles in die Wege geleitet für eine würdige Beerdigung dieses Ältesten der in eine weisse Filzdecke eingewickelt auf dem Trecker-Anhänger transportiert wird. Neben dem Toten sein Schwiegersohn. Sie stossen auf einen Stacheldrahtzaun der die verbotene Zone des Kosmodrom abgrenzt und auf einen bewachten Posten der ihnen den Zugang zum Friedhof verwehrt. Also wird Kasangap anderswo bestattet. Unterwegs zieht sein ganzes Leben durch Ediges Gedanken und darin eingeschlossen die Schicksale der Bewohner von Schneesturm-Boranly. Der Autor geht noch einen Schritt weiter zurück indem er Legenden als Parallelen ins Geschehen einflicht.
Analog zu diesem Geschehen sind Kosmonauten eines Projekts der Grossmächte auf ausserirdische Intelligenz gestossen und haben gegen die Regeln verstossen, was sie ihrem Auftraggeber mitteilen. Sie werden expatriiert, die Rückkehr auf die Erde wird ihnen untersagt. Die Experten-Gruppen beschliessen die Operation "Reif". Eine transkosmische Absperroperation die das Eindringen fremdplanetarischer Fluggeräte in den erdnahen kosmischen Raum unterbindet.

Edige reitet nach der Beerdigung Kasangaps zur Sperrzone zurück, das letzte Stück Wegs legt er zu Fuss zurück Und da geschieht das Unvorstellbare: In unmittelbarer Nähe steigen Kampfraketen-Roboter auf der transkosmischen Absperroperation "Reif". Damit sich nichts ändere in irdischen Dingen, damit alles so bleibt wie es war. Edige glaubt, der Himmel stürze herab im Gebrodel von Flammen und Rauch. Da liefen nun Mensch und Tiere voller Entsetzen und suchten der Bestrahlung, dem gigantisch wogenden Flammenmeer, dem vernichtenden widerhallenden Donner zu entkommen.

Indessen nahm der Alltag seinen gewohnten Lauf. : "Die Züge in jener Gegend fuhren von Ost nach West und von West nach Ost.......".

Der Roman ist voller Metaphern und Bilder, Lebensrealität und Legenden, an unsere Wurzeln tief in der Vergangenheit liegend gemahnend.. Wie weit sind wir uns unserer Verantwortung für das Schicksal unserer Erde bewusst, können wir das Wesentliche wahrnehmen, lebt in uns der Funke Gottes, das Licht des Lebens, weiter? Sind wir in der Lage, uns in Gedanken emporzuschwingen um das Geheimnis des Lebens zu erfassen? Sind tatsächlich frei verantwortlich zu handeln?

Ein, aus meiner Sicht, wichtiger und wohlformulierte Roman - ein Lesegenuss - der uns von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel, die Augen zu öffnen sucht, wie erstarrt wir sind und wieviel unnötige Ablenkung uns vom Wesentlichen entfernt. Ich möchte ihn deshalb allen Interessierten warm "ans Herz legen".
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am 21. Juli 2013
Das Buch und das Titelbild mit passendem Foto sind sehr gut.
Man soll das nur nicht als Taschenbuch unterwegs, sondern ganz aufmerksam in der Stimmungsatmosphäre lesen.
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am 23. September 2003
Eines der besten Bücher die ich gelesen habe! Auf der einen Seite spielt das Geschehen zur Zeit von Djingis Kahn, auf der nächsten schon auf einem Raumschiff das Kontakt mit anderen Lebensformen aufnimmt. Ich habe das Buch in einem Stück durchgelesen.
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