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am 18. September 2013
Aleph ist für mich eine große Enttäuschung. Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Schlecht verarbeitete Kernidee
Ich würde sie übertiteln mit „Compostela reloaded.“ Ähnlich wie im „Pilger nach Compostela“ findet wieder eine Stationenreise statt. Diesmal geht es mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok. Auch mit Karte im Buch. Zum Handlungskern: Der schreibmüde Superstar Coelho will durch die Bahnreise wieder zu sich selbst finden. Er trifft eine jungen Frau, der gegenüber er in einem vorherigen Leben Schuld auf sich geladen hat. Damit hätte man etwas machen können, doch hier läuft es ab wie bei Freud: Trauma wiedererlebt, Schuld verziehen, Geschichte geschrieben.

2. Starkult um sich selbst
Der Superstar ist in „Aleph“ auf Büchertour von Nordafrika bis Europa. Startet dann eine Tour durch Russland. Wir erleben, wie hingebungsvoll ihm seine weiblichen Fans zu Füßen liegen. So geht es im Buch einigen Frauen, nicht nur der Hauptfigur, der jungen Türkin Hilal: Sie liest Coelhos Bücher, lässt danach alles liegen, sucht seine Nähe und schmachtet nach Sex mit ihm. Es erinnert an Krishna: Die Suche des sterblichen Menschen nach Vereinigung mit dem Göttlichen. Und zum Schluss wird der Literaturstar von Putin nach Moskau eingeladen. Ob Putin sich auch mit ihm vereinigen will, lässt die Geschichte offen. Der Literaturzar schildert uns übrigens auch seine originelle Technik, körperlicher Gelüste Herr zu werden: Mache Aikido und Dir vergeht die Lust auf Sex. Matte statt Matratze und anschließend eine warme Dusche. Ich werde es mir merken.

3. Das Feuer der Erkenntnis
Coelho trifft einen Seher in Marokko, unterhält sich mit Schamanen am Baikalsee und schildert uns dabei, welche weltweiten Gemeinsamkeiten die Schamanen haben. Er entwirft sich als Experte, dem alle Techniken des Kontakts zum Überirdischen vertraut sind. Höhepunkt ist sein eigenes Rückversetzen in das vorangegangene Leben: Es läuft ganz alttestamentarisch ab mit einem Feuer. Filmisch würde die Szene sehr viel hergeben: Der Star liegt umschlungen neben der knapp bekleideten, in einer anderen Szene nackten, Türkin und hüllt sich in einen Feuerring. Das stelle ich mir vor wie in „Die nackte Kanone:“ Nur, dass diesmal Leslie Nielsen nicht in einem Kondom liegt, sondern in der Feuerhülle. Dort ergießt sich ihm der göttliche Atem, der ihm einem Rückblick in ein früheres Leben gewährt. Macho lässt grüßen: Hilal wird nicht zum Höhepunkt mitgenommen, der ist nur dem Superautoren reserviert. Nein, nicht nur einmal: Er teilt uns gleich mehrmals mit, dass er auch schon einmal französischer Schriftsteller war, im 19. Jahrhundert. Gerade dieses frühere Leben lässt mich mit einem Kopfschütteln auf der frankophilen Seite der Erde zurück.

4. Die inhaltlich flachen Beschreibungen
Französische Literatur des 19. Jahrhunderts, das sind genaue Personen- und Ortsbeschreibungen, deren Details Sinnbilder für Handlungsprozesse in der Geschichte sind. Und bei Coelho? Warum musste es die transsibirische Eisenbahn sein? Über die Orte erfahren wir kaum etwas, außer dass es in Sibirien kalt ist und die schönsten Frauen in Novosibirsk leben. Die klischeetriefenden Gemeinplätzchen sind keinen Vergleich mit Stendhal, Balzac, Flaubert, Zola oder Hugo wert. Selbst die Beschreibung der Romanheldin Hilal fällt bitter dürftig aus. Sie wurde als Kind missbraucht und kompensiert dieses Trauma mit fanatischem Geigenspiel. Was wir ebenfalls mitnehmen können: Sie hat kleine Brüste und rasiert sich das Schamhaar. Das wird sie nach der Geschichte nicht mehr tun, verspricht sie Coelho. Der war im früheren Leben Inquisitor und trug Mitschuld an der Verbrennung des Mädchens in Cordobà. Im neuen Leben ist sie Türkin. Sieht Coelho den Islam als religiösen Antipol zum Christentum? Ich habe es nicht im Buch erfahren können.

5. Fazit: Kaufen Sie sich ein anderes Buch
Ich war immer ein Fan von Coelho, finde viele seiner Bücher stark und intensiv. Aber „Aleph“ ist für mich wegen seiner Oberflächlichkeit und vieler postpubertärer Phantasien der literarische Tiefpunkt in seinem Werk. Schade, denn Sie konnten es besser, Herr Coelho.
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am 10. Januar 2012
An einer Stelle in seines neuen Buches, als die Handlung schon weit fortgeschritten ist, erklärt der Schriftsteller Paulo Coelho einer Frau namens Hilal, die in dem Roman eine wichtige Funktion hat, seinen Glauben an die Reinkarnation der Seele:
"Alle Menschen, mit denen wir in der 'Vergangenheit' Probleme hatten, tauchen in unserem Leben wieder auf, in dem, was die Mystiker das Rad der Zeit nennen. Mit jeder Inkarnation werden wir uns dessen bewusster, und nach und nach werden diese Konflikte gelöst. Wenn überall die Konflikte aller Menschen geklärt sind, wird die Menschheit in eine neuen Phase eintreten."

Wenn man dies nicht sofort als esoterischen Unsinn abtun möchte, lohnt es sich durchaus, das neue Buch von Coelho zu lesen. Der Diogenes Verlag bewirbt das Buch mit der reißerischen Aussage. "Mit Aleph beginnt ein neues Kapitel in Ihrem Leben" und macht damit genau den Fehler, den meiner Meinung nach unzählige Leser und Fans von Coelho, denen er in diesem Roman auch in Massen begegnet und die ihn regelrecht anbeten, den Fehler nämlich zu glauben, durch die Lektüre von esoterischen Büchern könne man sein Leben ändern, oder auch nur in irgendeiner Weise spiritueller werden.

So wie Tausende andere Menschen jeden Tag, erlebt irgendwann zu Beginn des Jahres 2006 der berühmte Schriftsteller Paulo Coelho eine Lebens- und Sinnkrise. Er fühlt sich allem, was er in seinen Büchern beschrieben hat, fremd, spürt sich selbst nicht mehr in einem Leben, das zwar immer reicher an Materiellem geworden ist, ihn aber offenbar von sich selbst entfremdet hat. Er trifft sich mit seinem Freund J., einem weisen Mann, der an der Eiche vor Coelhos Haus in Südfrankreich ein Rituale mit ihm durchführt. Coelho spürt, er muss neu aufbrechen, um sich wieder finden zu können.

Nach schnellem Abschluss von Verträgen für zahlreiche Lesereisen bildet eine lange Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok den Höhepunkt seines Aufbruchs. Doch schon vor der Abfahrt stellt sich eine junge, gerade mal 21- jährige Frau in sein Leben. Sie heißt Hilal, hat seine Bücher gelesen und glaubt, sie müsse ihn treffen:
"Ich weiß, dass Sie mit dem Zug durch ganz Russland reisen werden, und ich werde mit Ihnen fahren. Als ich Ihr erstes Buch gelesen habe, sagte mir eine Stimme, dass Sie ein heiliges Feuer für mich entzündet haben und dass ich mich eines Tages dafür erkenntlich zeigen müsse. Ich habe Nacht für Nacht von diesem Feuer geträumt und war sogar fast soweit nach Brasilien zu fahren und Sie zu suchen. Ich weiß, dass Sie Hilfe brauchen. Deswegen bin ich hier."

Hilal schafft es gegen erhebliche Widerstände, in den Zug zu kommen und dauernd in seiner Nähe zu sein. Mit ihr ist er im "Aleph, jenem Punkt, an dem sich alles zur selben Zeit an derselben Stelle befindet." Und es stellt sich heraus, indem Coelho sich selbst mit einer bestimmten Technik, von der er aber seinen Lesern am Ende dringend abrät, in ein früheres Leben zurück beamt, dass er als Ordenspriester im Jahr 1492 bei der Verbrennung von acht Hexen dabei war. Hilal war in einer früheren Inkarnation eine von ihnen. Sie liebte den Ordenspriester und ist auch jetzt in der gegenwärtigen Inkarnation in Paulo Coelho verliebt. Doch er hält die Beziehung auf der geistigen Ebene und bittet sie, ihm zu verzeihen, was sie auch tut, bevor sie nach dem Ende der Reise in ihr eigenes Leben zurückgeht.

Das Buch liest sich gut, auch wenn ich bei den meisten seiner spirituellen Annahmen und Glaubenssätze nicht mitgehen kann. Es ist nicht wichtig, ob man an Reinkarnation glaubt oder nicht, wichtig für ein spirituell waches und bewusstes Leben im Hier und Heute ist, dass man sein Leben annimmt, dass man besonders in der Krise die Chance für eine Weiterentwicklung sieht und sie nutzt. Wenn das Buch Menschen dazu Mut macht, hat es seinen Sinn erfüllt. Doch die Lektüre esoterischer Bücher hat noch nie gereicht für eine geistige und spirituelle Entwicklung, die der Franziskanerpater Richard Rohr und Mystiker in seinem Buch "Pure Präsenz" (Claudius 2011) so beschreibt:
"Alles Reden muss durch Schweigen ausbalanciert werden. Alles Wissen muss durch Nichtwissen relativiert werden. Ohne diesen Ausgleich wird Religion unweigerlich arrogant, ausgrenzend und sogar gewalttätig. Alles Licht muss austariert werden durch Finsternis und jeder Erfolg durch Leiden. Der Heilige Johannes von Kreuz nannte dies die 'leuchtende Dunkelheit', der Heilige Augustinus das 'österliche Geheimnis' oder das 'notwendige Pessach' und Katholiken proklamieren es bei jeder Eucharistiefeier ausdrücklich als das Geheimnis des Glaubens: Tod und Auferstehung gehören zusammen. Aber dieses Axiom ist nur selten der reale Kern unserer Existenz".

Vieles von diesen Weisheiten fehlt mir bei Coelho. Er bleibt letztlich, so wie die meisten Esoteriker oberflächlich und lässt sich nicht wirklich, wie die Mystiker, die er dauernd zitiert, auf das Leiden und die Welt ein. Dazu liebt er seinen eigenen Erfolg und seinen Narzissmus zu sehr.
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am 24. November 2013
Dies ist das schlechteste Buch, das ich in 39 Jahren je gelesen habe!
Vor allem deswegen weil ich den Autor sehr schätze und für den "Alchimisten" oder bspw. "Veronika" sogar, ja, ein wenig verehre.
Weil es sich um einen echten Erfolgsautor handelt, erscheint es umso unverständlicher, warum von Ehefrau, Lektor bis zur Verlagsleitung niemand eingeschritten ist und dieses hochpeinliche, gähnend langweilige und vor allem extrem schlecht geschriebene (oder übersetzte?) Machwerk zur Wahrung des guten Rufes des Autors verhindert hat.
Keine erkennbare Handlung, kein Spannungsbogen, kein Road Movie, kein Reisebericht nichts, das "Buch" ist eine wahllose Aneinanderreihung schwacher Dialoge durchseucht von spirituellem Hokuspokus, dämlicher Frömmelei und selbstverliebter Eitelkeit des Autors.
Wenn man irgendjemanden ein Diktiergerät in die Hand drückt und in die Transsib. setzt, dann kommt sicher noch etwas besseres heraus als dieser Verbalmüll von Coelho.
Bitter ist, daß dieses epochal schlechte Buch bei jedem Coelho-Erstleser dazu führen muß, daß er ab sofort um die ansonsten teilweise großartigen Bücher von Coelho einen riesen Bogen machen wird. Darum hat sich Coelho mit diesem Hirndurchfall sicher keinen Gefallen getan.
Besonders drastisch ist die Fallhöhe. So wie wenn Roger Waters auf einmal eine Schunkelplatte herausgibt, Leon de Winter einen Schundroman verlegt oder der Papst nackt im Bananenröckchen tanzt.
Ich mußte nach der qualvollen Lektüre sofort den "Alchimisten" nochmal lesen um zu wissen, daß er es mal konnte, das Schreiben, das Fabulieren, der Herr Coelho. Er konnte es. Scheint aber vorbei zu sein.
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TOP 500 REZENSENTam 9. Juni 2013
Um Esoterikbücher habe ich bisher einen großen Bogen gemacht, und das wird wohl auch nach der Lektüre des neuesten Buches "Aleph" von Paulo Coelho so bleiben.

Während der Lektüre habe ich mich immer wieder gefragt, ob er nun einen Roman, ein Selbsthilfebuch oder eine Autobiografie geschrieben hat und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass "Aleph" von allem etwas hat.

Was bedeutet "Aleph"? Für Coelho ist dies der Punkt im Universum, in dem Raum und Zeit aufgehoben sind d.h. Gegenwärtiges und Vergangenes sind zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle vorhanden. Um zu verstehen, welche Bedeutung diese Vermutung für den Autor hat, holt er allerdings recht weit aus.

Coelho hat 2006 eine Sinnkrise, weil er merkt, dass ihm sein Leben immer mehr entgleitet. Deshalb macht er sich auf die Reise zu sich selbst. Und hier wird es für mich schon unglaubwürdig, denn natürlich nimmt er so nebenbei auch noch das eine oder andere lukrative Angebot mit, bevor er in die Transsibirische Eisenbahn einsteigt und von Moskau nach Wladiwostok fährt.

Unterwegs trifft er Hilal, eine junge Frau, die alles drangesetzt hat, Coelho zu treffen, weil sie überzeugt davon ist, dass er ihre Hilfe benötigt. Und jetzt wird es für mich vollends unglaubwürdig, denn mithilfe einer speziellen Technik hat der Autor zu seinen früheren Leben Kontakt aufgenommen und stellt fest, dass er Schuld auf sich geladen hat. Coelho als Ordenspriester und Hilal als Opfer der Hexenverbrennung, klischeehafter geht es ja wohl kaum.

Der Autor pflegt sehr selbstverliebt das Image des oberspirituellen Lehrmeisters, aber in Wirklichkeit kreist er nur um sich und seine Emotionen. Er streift in seinem neuen Buch die unterschiedlichsten Bereiche, bleibt dabei aber immer nur an der Oberfläche und wird nie konkret.

Viel Lärm und nichts - Aleph" konnte mich leider in keinster Weise überzeugen.
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am 9. Januar 2012
Seit einiger Zeit schon war das neue Buch von Coelho angekündigt und als Leser aller seiner Bücher habe ich es auch schon irgendwie sehnsüchtig erwartet. Es war nach dem Lesen des Buches nicht ganz einfach, zu einer runden Meinung über dieses neue Buch zu kommen. Zu widersprüchlich und ambivalent waren manche Eindrücke über das Buch.

Klar war zu erwarten, dass auch dieses Buch von Coelho wieder sehr spirituell und voller Mystik ist und wie immer fesselt es den Leser, dass er dabei so offen über sein Leben und seine Erfahrungen im Umgang mit seiner Selbstfindung schreibt.

Dieses Buch ist aber derart voll mit Parallelwelten, Reinkarnation und der Wiederaufnahme von Themen aus seinen vorangegangenen Büchern, dass dabei die Handlung des neuen Buches - seine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn - eigentlich zu kurz kommt. Und das Ende dieser Romanhandlung ist dann auch sehr konfus und irgendwie unschlüssig. (Details dazu will ich hier absichtlich nicht bringen - lassen Sie sich überraschen.)

Wer dieses Buch zur Hand nimmt, sollte sich aber unbedingt bemühen, nicht nach 30 oder 40 Seiten aufzugeben, denn gerade am Beginn des Buches scheint sich der Schreibstil Coelhos immer mehr dem Facebook-Stil anzunähern. Wenn es das Konzept war, die Zerrissenheit in dieser unserer schnelllebigen Zeit darzustellen, dann es ihm aber gut gelungen; kein Gedanke ist länger als eine halbe Seite ausgeführt und die Themen wechseln extrem schnell - wie eben in der Facebook Kommunikation. Aber wenn es die Absicht war, zu zeigen, wie mit der Reise an den Punkt 'Aleph' diese innere Ruhe wiedergefunden werden kann, so ist ihm das nicht gelungen, denn das Buch endet in derselben Zerrissenheit wie vor diesen spirituellen und shamanischen Begegnungen in Sibirien.

Auch sehr irritierend ist es, dass seine Haltung zur Inquisition (diese spielt in der Romanhandlung des Buches eine entscheidende Rolle) irgendwie zwiespältig bleibt, aber beim Umgang mit diesen Themen muss man bei Coelho ja schon seit seiner Glorifizierung des Jakobswegs vorsichtig sein.

Spannend, interessant und lesenswert ist das Buch allemal, auch wenn es nicht an seine Werke wie 'Veronika beschließt zu sterben', oder 'Elf Minuten' herankommt - daher ist es vielleicht doch eher ein 'Omega' als ein 'Aleph'.
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am 28. Januar 2012
Als ich auf der Rückseite des Buchumschlages las "Mit Aleph beginnt ein neues Kapitel in Ihrem Leben!" war ich voller freudiger Erwartung. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, da ich wahrscheinlich auf Highlights wartete, jedoch habe ich diese bis zur letzten Seite nicht gefunden. Eine Geschichte vom Verlust seines Selbst und der Reise zu sich selbst in der transibirischen Eisenbahn mit vielen menschlichen Konflikten und Interaktionen. Anfangs wird die Wichtigkeit des Lebens im "Jetzt" betont, dann je mehr die Geschichte fortschreitet, befindet man sich immer mehr in der Geschichte einer früheren Reinkarnation mit Themen wie Schuld und Vergebung. Nichts Neues auf der spirituellen Suche, keine neue Erkenntnisse, die Geschichte vom ewigen Suchen mit Höhen und Tiefen und vom Tod. Das Ende ist ziemlich rasch und hinterlässt kein Glücksgefühl oder ähnliches .... nur die Frage: "Das war es, was war es?"
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am 14. März 2012
"Der Alchemist" und "11 Minuten" haben mich damals begeistert. Schon das Buch "Schutzengel" hat mich entsetzt. "Aleph" habe ich nur angelesen und nach einer Weile gelangweilt weggelegt. Paulo Coelho schreibt nur noch über sich selbst, über die Reise, wichtige Informationen kommen selten zwischen den Zeilen vor, haben zu wenig Erklärung. "Dann stieg ich in den Zug, dann ging ich schlafen, dann sagte dieser Mensch dies und dieser Mensch das", alles banale Dialoge die es nicht wert sind im Buch aufgenommen zu werden, weil sie nichts aussagen sondern nur Geplänkel darstellen um das Buch zu füllen. Er hätte sein Wissen oder was immer er auch mitteilen möchte in eine schöne Geschichte betten können anstatt einen selbstdarstellerischen, verwirrten Reisebericht darzustellen. Alles in allem: Grottenlangweilig und skurril. Schade, es lohnt nicht mehr Paulo Coelho zu lesen, dieser Mann wird immer abgedrehter. Reine Selbstdarstellung. Schade!
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. Februar 2012
- Doch ich wusste, dass wir wie zwei Wolken am Himmel waren, von denen man nicht sagen kann, wo die eine anfängt und die andere aufhört. Ein Jahr später waren wir verheiratet, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Wir bekamen Kinder und ehrten Gott und Familie... bis eines Tages der Wind kam und die Wolken wieder trennte. -

Zum Autor
Das Leben von Paulo Coelho war schon früh kirchlich geprägt. Seine Eltern waren streng katholisch und konnte mit seinem Aufbegehren als Jugendlicher nicht umgehen. Sie ließen ihn sogar dreimal in eine Nervenheilanstalt einweisen. Neben diesem familiären Konflikt erlebte er aber noch viele andere. Er engagierte sich zum Beispiel auch politisch und rief zum Kampf gegen das brasilianische Militärregime auf und wurde daraufhin entführt und gefoltert. Songtexte, Bühnenstücke und Drehbücher zeugen außerdem von einer Sinnsuche, aber auch von dem beschreiten eines Weges, der als einzig wahre Richtung gesehen wird. In all seinen künstlerischen Ausdrucksformen erkennt man auch immer einen mystischen Anteil. Und obwohl er sich von der katholischen Kirche abwendete, findet er auf seiner Suche immer wieder in Teilaspekten zu ihr zurück.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass sein erstes großes Werk die Begehung des Jakobsweges behandelt. Schon dieses Buch zeigt die starke biographische Färbung der Geschichten. Denn Coelho hatte sich längere Zeit einem Orden angeschlossen und beschritt 1986 den Jakobsweg. So weit ich das als unerfahrener Coelho-Leser einschätzen kann, sind seine Werke durchweg christlich, mystisch und alchemistisch geprägt und berufen sich auch diesbezüglich auf seine persönlichen Erfahrungen. Seine Protagonisten zeichnen seinen eigenen Weg nach, machen die gleichen Erfahrungen und geben dieselben Weisheiten weiter, die auch der Autor in verschiedenen Zusammenhängen kundtut. Diese Strategie ist sehr erfolgreich. Der Alchemist, welcher 1988 erschien, wurde zum Beispiel in über 50 Sprachen übersetzt. Zudem stellt der Autor viele Werke online und kostenlos zur Verfügung. Er konnte damit nachweisen, dass eine kostenlose Publikation im Internet die Verkaufszahlen der Bücher nicht schrumpfen lässt, sondern sogar steigert. Auch sein Erfolg außerhalb der Buchläden ist überwältigend. Ich glaube es ist mittlerweile einfacher zu sagen, welche Preise er nicht erhalten hat, anstatt die Gewinne aufzuzählen.

Die Persönlichkeit des Autors und seine Erlebnisse weckten somit schon ausreichend Interesse und es fehlte nur noch eine Gelegenheit, um in den Coelho-Kosmos einzutauchen.

Das Buch
In Aleph berichtet Paulo Coelho von dem Versuch wieder König seines eigenen Reiches zu werden. Er möchte wieder eins mit sich selbst sein und eine innere Zufriedenheit und Freude empfinden. Hierfür muss er sich auf eine Reise begeben und erst einmal erkennen, was ihm verlorengegangen ist. Denn eigentlich hatte er das Gefühl schon am Ziel seiner Sinnsuche, angekommen zu sein. Er versucht mit spirituellen Traditionen wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Doch eigentlich ist er nur noch angewidert von den Ritualen und will fliehen. Genau das macht er auch. Er stürzt sich von einer Lesereise in die andere und hofft dabei einen vorbestimmten Weg zu finden, bleibt aber letztendlich erfolglos. Nur die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn steht noch aus. Genau hier beginnt das eigentliche Abenteuer und die mystische Reise. Paulo lernt die junge Hilal kennen und wird sie nicht mehr los. Sie mutiert zu seinem Schatten und scheint ihn abgöttisch zu lieben. Schnell erkennen die beiden, dass sie in einem früheren Leben, obwohl diese Bezeichnung von Coelho stark angegriffen werden würde, eine enge Verbindung eingegangen waren. Der Autor reist immer wieder zu anderen Reinkarnationen seiner eigenen Persönlichkeit und weiß, dass er einmal acht Frauen ein großes Leid zugefügt hat. Er kennt allerdings nicht die gesamte Geschichte. Ist Hilal eine dieser Frauen und wird sie ihm bei seiner Suche helfen können?
Gemeinsam dringen sie in ihr Innerstes vor und ergründen ihre Seelen. Aber auch die anderen Mitreisenden haben ihre Problemen, die den Autor berühren und auffordern zu helfen.

Meine Meinung
Ich habe mich mit den vielen mystischen Aspekten und den religiösen Symbolen sehr schwer getan. Coelhos eigene Rolle wird in meinen Augen extrem positiv und teilweise auch sehr überheblich dargestellt. Er scheint die Weisheit inhaliert zu haben und will seine Kenntnisse herausbrüllen. Alle warten auf seine weisen Worte und eine Gelegenheit, die mit göttlicher Energie gefüllt ist. Hinzu kommen die verschiedenen "Reisen" in seine Seele und zu seinen anderen Inkarnationen. Dabei entwickelt er ein anderes Zeitsystem und denkt nicht in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alles scheint in Bewegung zu sein und passiert immer wieder.
Wirklich interessant fand ich die historischen Bezüge und die Erzählungen, die sich mit den alten Erlebnissen beschäftigen.
Auch sprachlich gesehen ist der Roman durchaus empfehlenswert. Trotz der Symbolik wirkt die Sprache sehr klar und leicht. Coelho schafft es sehr verständlich und gleichzeitig metaphorisch zu schreiben. Viele Lebensweisheiten werden außerdem eingeflochten, wirken allerdings irgendwann zu mächtig und erdrücken die Leser, die sich sonst nicht in solch einem literarischen Umfeld bewegen.

Fazit
Die Sprache hat mich überzeugt. Allerdings war die Geschichte aus meiner Sicht zu stark auf die Person Coelhos fixiert und religiös überladen. Somit würde ich sie nur speziellen Lesern empfehlen.
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am 8. April 2013
Vorab gesagt: Ich lese gerne seine Bücher, gerade wegen seiner immerwährenden Sinnsuche, die auch in diesem Buch wieder eine grosse Rolle spielt. Ich finde es auch gut, das er diesmal Reinkarnationserfahrungen miteinbezieht und ein unangenehmes Inquisitions-Priesterleben im Mittelalter schildert, wo er sich Schuld aufgeladen hat und nunmehr seit Jahren versucht, über ein Treffen mit damals acht beteiligten Frauen (Opfern, die auf den Scheiterhaufen kamen..) sich Selbst, sein Ich und seine Seele zu reinigen und karmisch (wenn er auch diesen Begriff nicht verwendet)zu harmonisieren. Dies in erster Linie während eines Besuches in der Sowjetunion und einer langen Zugreise mit der Transib. Eisenbahn. Alles sehr gute Ausgangspunkte für einen phantastischen Roman,der leider recht blutleer geblieben ist. Wenn dieses Buch offensichtlich schon sehr autobiographisch zu sein scheint, um somehr ist es in einigen Punkten sehr unwahrscheinlich, meines Erachtens geschönt. Die Schuld im Mittelalter dürfte erheblich grösser sein, die 8 Frauen dürften ihn damals wohl nicht gesegnet, sondern wohl eher (wie von ihm anfangs auch vermutet..) verflucht haben und ob seine Aleph-Manifestationen am immer gleichen Punkt im Zug glaubhaft oder "Roman"-logisch sind, alles recht zweifelhaft.
Am Ende dann noch ein unkommentierter Besuch bei Wladimir Putin, peinlicher gehts nicht mehr.
Sehr schade: ein nur mässiger Roman des grossen Coelho!
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am 25. Mai 2012
Der Autor schreibt angeblich so persönlich, wie nie zuvor: Auf einer Reise in der Transsibirischen Eisenbahn, die vordergründig einer Promotionstour als Autor dient, lernt er eine junge Frau kennen. Dieses Treffen dient dazu, seine Vergangenheit eines früheren Lebens zur Zeit der Inquisition aufzuarbeiten, in der sie angeblich eine massgebende Rolle gespielt hat.

In der Zusammenfassung auf dem Buchdeckel des Buches ging solches nicht klar hervor, sonst hätte ich es nicht gekauft. Der Beschrieb gaukelt vor, dass hier ein tiefgründigeres Buch vorliegt, das "ein neues Kapitel in Ihrem Leben" beginnen lässt. Für mich war es eher Zeitverschwendung mit geringem Unterhaltungswert und mangelnder Tiefe. Die Spannung ist mässig. Der Autor als Charakter kommt als eher arrogant, oft brüsk und als kaum liebenswert hervor. Seine grausige Beschreibung von Folter in jener Zeit der Bestrafung von Ketzerei auf ein paar Seiten hätte mich das Buch beinahe unfertig gelesen in den Secondhand-Laden bringen lassen. Die Neugier obsiegte, ob dem Buch doch noch etwas Wertvolles abzugewinnen wäre. Für mich war das nicht der Fall. Ich freute mich aufs Kennenlernen des Schriftstellers Paulo Coelho, der offensichtlich mit seinen Büchern weltweit viel Erfolg hat. Diese Lust ist leider gebannt.
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