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60 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt keine Zeit, nur Veränderungen
Peter Taler ist Witwer. Seine Frau Laura wurde vor einem Jahr ermordet. Ein Ereignis, über das er nicht hinweg kommt. Er hat sich seither ein Leben mit festen Ritualen geschaffen, die ihm suggerieren, Laura würde noch leben. Zu den Ritualen gehört das Beobachten der Umgebung.
Eines Tages fällt ihm auf, daß sich irgendetwas verändert...
Veröffentlicht am 28. August 2012 von ccheesy

versus
79 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Zeit kann sehr lang werden....
....wenn ein Buch nicht spannend ist. Ich bin ein großer Suter-Fan, habe alle seine Bücher verschlungen, mich immer bestens dabei unterhalten gefühlt. Ich bewundere nach wie vor seine Ideen, seine Fantasie, so auch bei diesem Roman, der eigentlich eher eine Kurzgeschichte hätte werden können, hätte der Autor auf die sehr detaillierten,...
Veröffentlicht am 24. September 2012 von gigunelsa


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79 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Zeit kann sehr lang werden...., 24. September 2012
Von 
gigunelsa - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
....wenn ein Buch nicht spannend ist. Ich bin ein großer Suter-Fan, habe alle seine Bücher verschlungen, mich immer bestens dabei unterhalten gefühlt. Ich bewundere nach wie vor seine Ideen, seine Fantasie, so auch bei diesem Roman, der eigentlich eher eine Kurzgeschichte hätte werden können, hätte der Autor auf die sehr detaillierten, minutiösen u. doch eher langatmigen, um nicht zu sagen, langweiligen, Aktionen der beiden Witwer verzichtet. Klar, wenn man die Zeit (die es ja nach deren Theorie nicht gibt) um 20 Jahre zurückdrehen möchte, kann dies nicht in ein paar Tagen bzw. in dem Fall Sätzen geschehen. Aber derart ausführlich u. sehr oft auch völlig unglaubwürdig, unlogisch u. nicht nachvollziehbar, hätte nicht sein müssen.
Ich habe das Buch teilweise quer gelesen, d.h. wenn zum wievielten Male beschrieben wurde, wie ein Strauch gesetzt, beschnitten etc. wurde, hab ich das einfach überblättert. Zum Fortgang der Handlung hat es sowieso nicht beigetragen. Den Schluss finde ich ziemlich an den Haaren herbei gezogen, erinnerte mich an frühere TV-Serien-Enden.
Ein paar Szenen und wie immer das Lokalkolorit zeigten, dass es doch Martin Suter, ein famoser Autor, war, der es geschrieben hat.
Aber alles in allem war es für mich wohl sein schwächster Roman, ich freue mich auf den nächsten, es kann nur wieder besser werden.
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93 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auch ein kurzer Roman kann sehr lang sein., 28. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Ein gänzlich sinnloser Mord geschieht und auch ein knappes Jahr später hat Peter Taler keinerlei Anhaltspunkt, warum seine Frau vor der gemeinsamen Haustür hinterrücks erschossen wurde. Er flüchtet in Rituale, um die Zeit irgendwie verstreichen zu lassen, doch eigentlich steht sein Leben still, eine Verarbeitung des Geschehens ist nicht möglich, da es gänzlich unverständlich ist.
Aich zur Arbeit schleppen, Einkaufen, Bier trinken, aus dem Fenster starren, jeder seiner Tage verläuft auf die immer gleiche Weise, bis er plötzlich irritiert feststellt, dass sein Ausblick aus dem Wohnungsfenster sich irgendwie verändert hat, er aber nicht definieren kann, was daran anders ist. Für den Fall, dass sich dies wiederholt, macht er Fotos und stolpert dabei auf der Digitalkamera über die letzte Aufnahme, die seine Frau seinerzeit gemacht haben muss. Dieses Foto nimmt Suter zum Anlass, den Leser (bzw. Hörer wie in meinem Fall) auf eine extrem ausführliche, für mein Empfinden quälend langatmige, Exkursion in eine Parallelwelt zu bugsieren, in der ein aberwitziges aber leider auch in seiner langen Vorbereitung nicht sonderlich spannendes Experiment gestartet wird, welches durch das Rückgängigmachen von 20 Jahren Veränderung einen Punkt der Vergangenheit wiederauferstehen lassen möchte. Nebenbei wird dem Leser noch eine ausgedehnte falsche und eine kurz angedeutete richtige Fährte serviert, die beide nicht all zu schwer zu durchschauen sind.

Ich habe mich als Suterfan seit der Ankündigung des Buches sehr darauf gefreut und direkt bei der (Vorab-)Veröffentlichung des Hörbuches bei Audible gerne zugeschlagen. Leider hat es mir insgesamt überhaupt nicht zugesagt und ich war sehr erstaunt, hier nach dem Hören ausschließlich 4 Fünfsternerezensionen vorzufinden. Für mein Empfinden ist die Geschichte sehr dünn und die Beweggründe, die die Hauptfigur dermaßen aufopfernd an seinen Nachbarn binden und eine unglaubliche Kröte nach der anderen klaglos schlucken lassen, erschreckend schlecht nachvollziehbar. Regelrecht verärgert bin ich jedoch über die stundenlange (wie gesagt, ich habe das Buch gehört) und viel zu detaillierte Schilderung der gemeinsamen Arbeit der Beiden, die die Umgebung rund um ihre Wohnungen optisch perfekt in die Zeit von 1991 zurück versetzen sollen. Das nehme ich dem Autor wirklich übel, diesem Sachverhalt, der das halbe Buch einnimmt, dermaßen viel Raum zu geben, ohne das es die Handlung irgendwie voran bringt. Einfach schlimm. Sorry, Herr Suter.

PS: Den Lesern, die Freude an Gedankenspielen zum Thema Zeit haben, kann ich an dieser Stelle das Buch "Und immer wieder die Zeit. Einstein's Dreams" von Alan Lightman ans Herz legen.
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60 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt keine Zeit, nur Veränderungen, 28. August 2012
Von 
ccheesy "ccheesy" (Erftstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Peter Taler ist Witwer. Seine Frau Laura wurde vor einem Jahr ermordet. Ein Ereignis, über das er nicht hinweg kommt. Er hat sich seither ein Leben mit festen Ritualen geschaffen, die ihm suggerieren, Laura würde noch leben. Zu den Ritualen gehört das Beobachten der Umgebung.
Eines Tages fällt ihm auf, daß sich irgendetwas verändert hat, doch er weiß nicht, was. Es hat etwas mit dem alten Knupp zu tun, der auf der anderen Straßenseite wohnt. Durch Bildervergleiche wird klar: Knupp hat bestimmte Pflanzen im Garten ausgetauscht. Und noch etwas: Nicht nur Peter Taler beobachtet; auch er wird beobachtet. Von Knupp! Es kommt zu einem ersten Kontakt, der mit der Zeit intensiver wird. Knupp, der nicht an die Zeit glaubt, sondern nur an Veränderungen, hat ein bestimmtes Ziel und bittet Taler um Hilfe. Der kann zwar Knupps Standpunkt nicht nachvollziehen, merkt aber, daß der Kontakt zu Knupp ihn von seinen Problemen ablenkt. Und Knupp scheint etwas über den Mörder von Talers Frau zu wissen. Für diese
Information verlangt er aber Talers Hilfe. Eine ungewöhnliche Partnerschaft beginnt.

Das Thema ist eigentlich banal. Zwei Witwer leben in ihrer eigenen Welt und finden doch irgendwie zusammen. Der eine glaubt nicht an die Zeit und will - ohne hier allzu viel verraten zu möchten - einen bestimmten Tag aus der Vergangenheit wiederherstellen. Der andere ist nur interessiert, den Mörder seiner Frau zu finden. Diese beiden unterschiedlichen Charaktere hat Martin Suter auf höchst eindrucksvolle Weise beschrieben. Und auch die Nebenfiguren mit ihren Eigenarten, seien sie nett oder nervig, sind alle sehr glaubhaft. Suter hat es verstanden, realistisch zu bleiben, ohne eine Figur zu überzeichnen.
Auch das Thema "Zeit" hat er gut aufbereitet. Nicht, dass ich den Argumenten, daß es keine Zeit gibt, gefolgt wäre, dazu muß man wohl ein wahrer Gläubiger sein, aber Talers Unsicherheit hat er mit viel Gefühl beschrieben. Nebenbei wartet Suter auch noch mit der einen oder anderen unerwarteten Wendung auf, was die Spannung aufs Neue anfacht.
Für mich war es das erste Buch von Martin Suter. Weitere werden bestimmt folgen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz einiger Längen lesenswert, 27. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Unübersehbar ist, dass der Roman von einer bei Suter sonst eher seltener festzustellenden Melancholie durchzogen ist, deren Hintergrund wohl in seiner eigenen tragischen Familiengeschichte zu sehen ist. Das Ringen mit dem Verlust eines geliebten Menschen sowie die obsessive Suche nach einer Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen bestimmen den Plot, der sich stets um sich selbst dreht. Die sich daraus ableitenden sehr detaillierten Beschreibungen der Rückverwandlung des Gartens in einen Zustand wie vor zwanzig Jahren erscheinen mitunter als Länge, haben aber als Strukturelement durchaus ihren Sinn. Einmal mehr besticht Suter mit der Kunst, Situationen, Personen und Stimmungen mit wenigen treffenden Worten eindrücklich zum Leben zu erwecken. Die Schlusspointe finde ich sehr gelungen - hier wird nicht nur der gordische Knoten des in sich verknäulten Plots durchschlagen, auch der uns eher vertraute, flott formulierende und erzählerisch temporeichere Autor Suter tritt abschließend noch einmal auf die Bühne.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Suter soverän, überlegen, bedächtig, reflektiert - einfach genial, 23. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, dessen Thematik dem Leser lange im Gedächtnis bleiben wird und zum Nachdenken anregt. Nur wer sich darauf einlässt, kann das Buch auch wirklich genießen: Suters detaillierte Beschreibungen, durch die der Roman entschleunigt wird, seine Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, mit wenigen Worten Stimmungen hervor zu zaubern.
Der ungeduldige Leser mag hier vielleicht nach action lechzen, doch Suter hält dagegen und schreibt seelenruhig weiter in der Rekonstruktion von Haus und Garten.
Mir gefällt die Ruhe, die der Autor in diesem Buch mit seinem Schreibstil ausstrahlt, seine Bedächtigkeit und Überlegenheit über die Hetze der Zeit. Hat Peter Taler doch nichts mehr zu verlieren und am wenigsten die Zeit.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen recht spannend - ziemlich unlogisch, 8. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Broschiert)
In schlichter, klarer Sprache erzählt Suter die Geschichte des jungen Witwers Peter Taler, der den Tod seiner Frau nicht verarbeiten kann, der den Mörder finden und erschießen will. Also Kriminalgeschichte, Geschichte um den Verlust eines geliebten Menschen und Rachegeschichte in einem alltäglichen, geradezu "spießbürgerlichen" Umfeld. Dabei gerät Taler schnell in den Bann des älteren Nachbarn Knupp mit ähnlichem Schicksal, der mithilfe eines skurrilen physikalischen" Experiments seine verstorbene Ehefrau wieder zum Leben erwecken will und offenbar etwas über den Mord an Talers Frau weiß.
Leider gehört "Die Zeit, die Zeit" zu jenen Büchern, die eine seriöse wissenschaftliche Theorie aufgreifen ("Zeit gibt es nicht"), aus dieser dann aber falsche unsinnige Schlüsse ziehen. Den Durchschnittsleser, der nur gepflegt unterhalten werden möchte, wird dies weder auffallen noch stören, und er tut gut daran. Denn ein kurzes Nachdenken über die "Knuppsche Theorie" entlarvt sie als unlogisches Fantasieren: Warum sollte das oberflächliche Herstellen eines kleinen Areals von ca. 50 mal 50 Metern in den Zustand vor 20 Jahren die verstorbene Ehefrau wieder auferstehen lassen? Und selbst wenn man diese absurde Theorie ernst nähme: Sie wäre dann ein Beleg dafür, dass es die Zeit eben doch als feststehende Größe gibt (dass die Figur Knupp und der Autor Suter sich hier selbst widersprechen und damit die Begrenzheit ihres physikalischen Wissens zeigen, habe sie wohl selber nicht bemerkt....)!

Der überraschende Schluss beendet eine realistische Erzählung mit einem irrealen, unlogischen Paukenschlag. Wer nicht groß darüber nachdenkt, wird sich von dem recht spannenden Buch mit ein paar Längen dennoch ganz gut unterhalten lassen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lang wurde die Zeit!, 12. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Das erste Buch von meinem Lieblingsschriftsteller Suter, dass mich richtig enttäuscht hat, aber vielleicht verstehe ich es ja auch nicht!

Ich habe mich durchgekämpft, mich bemüht, war aber dennoch gelangweilt und hoffte bis zum Schluss, dass mir diese Geschichte verständlicher wird.

Ellenlange Beschreibungen von alltäglichen Arbeitsabläufen und verwirrende Handlungsabläufe halfen mir nicht wirklich, das Phänomen Vergangenheit - Gegenwart und Zukunft so zu sehen, wie es die Hauptakteure des Buches vermitteln wollten.
Auch der philosophische Hintergrund blieb mir verschlossen.

Zurück bleibt eine verwirrte Leserin, die den Esprit , den bissigen Witz, die pointierte Sprache ihres Lieblingsschriftstellers schmerzlich vermisste!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zeit für Verarbeitung, 10. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Kindle Edition)
Ich habe das Buch gerade fertiggelesen und bin ein wenig enttäuscht über die lange Durststrecke, die in der Rekonstruierungsphase der Gärten und Häuser zugemutet wurde. Auch wenn ich dem gedanklichen Experiment über Zeit und Veränderung kritiklos gefolgt bin, hätte der Text auch gestraffter sein können für meinen Geschmack.
Es passiert nichts scheinbar wichtiges in diesen Beschreibungen der Umkonstruierungen, welche sich durch das halbe Buch zieht aber sonst ist das Buch schön -auch für SuterFans.

Grundsätzlich habe ich das Buch als ein notwendiges Verarbeitungsbuch Suters gelesen, dem die Auseinandersetzung des tragischen Verlustes eines Menschen, vorangegangen sind. Vielleicht werden noch einige ähnliche folgen... Ansonsten lohnt es sich immer Suter zu lesen. Er schreibt klar und logisch mit oft unerwartetem Ende.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschender Suter, 18. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Als absoluter Suter-Fan, der alle seine Romane gelesen hat, bin ich sehr enttäuscht von seinem aktuellen Werk "Die Zeit, die Zeit".

Das Buch lässt jeden Spannungsbogen vermissen, selbst die unterhaltsamen Handlungs-Elemente halten sich sehr in Grenzen. Es hält sich seitenlang mit langatmigen und unspannenden Detailbeschreibungen einer abstrusen und unrealistischen Rückwärts-Veränderung eines Straßenzugs auf und man fragt sich sehr lange, wann denn endlich die Pointe kommt.

Eine gewisse Abstrusität ist man von Suter gewohnt und das macht ihn auch aus, aber dieses Buch schlägt in seiner unrealistischen Handlung wirklich aus der Art. Teils philosophische Ausschweifungen über Zeit und Veränderung, teils Fantasy, aber nicht der Suter-Roman, bei dem man auf jeder Seite gebannt weiterlesen will.

Kaum wird das Buch am lang ersehnten Ende (sehr spontan und ohne vorherige Spannungskurve) ein kleines bisschen spannend, ist dieses mit wenigen Seiten enttäuschend kurz und artet ganz zum Schluss in absolute Fantasie aus. Das letzte, knapp zweiseitige Kapitel mutet an, als hätte der Autor nach all den ausschweifenden Detailbeschreibungen keine Lust mehr gehabt, das Ende auszuführen. Die Frage, ob das ganze Buch am Ende als Traum oder einfach als Spielerei mit der Wirklichkeit und ihren Möglichkeiten zu werten ist, bleibt offen, macht das Ganze aber nicht wirklich interessanter.

Während ich bei jedem anderen Suter-Roman jede Zeile genossen habe, habe ich hier erstmals Seiten ungeduldig überflogen. Allein die unverwechselbare Suter-Schreibe und die (leider enttäuschte) Hoffnung auf ein interessantes Ende haben mich dazu bewogen, das Buch zu Ende zu lesen.

Ich würde nicht nochmal soviel Geld für dieses Buch ausgeben!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitreise: geht sie doch?, 13. Februar 2013
Von 
Reiter "reiterbdw" (türkheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Oha, wieder kommt die besondere Kunst dieses Autors zum Tragen: Die Charaktere der handelnden Personen sehr fein zu zeichnen - und aus ihren Gedanken die Handlungen zu motivieren. Denn es geschieht ihnen nicht einfach etwas, sei es nun Zeit, die vergeht - oder einfach Veränderungen, ohne dass Zeit verginge, die es gar nicht gibt, so jedenfalls der Antipode der eigentlichen Hauptperson Peter Taler. Das Ziel des 82-jährigen Nachbarn Knupp ist es, seine Frau zurück zu holen, die vor 20 Jahren verstorben ist. Auch Peter Taler hat seine Frau verloren, vor einem Jahr - sie wurde vor der Haustüre erschossen. Gleiches Schicksal, gleicher Wunsch, die Zeit zurück zu drehen"? Knupp sieht das anders und outet sich nach und nach als Kerbelianer. Was bedeutet, Zeit als chronos", vergehend also, Gegenwart von Vergangenheit und Zukunft trennend, gebe es nicht. Schafft er es also, sämtliche Veränderungen seit einem Tag X zurück zu führen, einen identischen Zustand herzustellen, dann könne er quasi zurück" dorthin, vor die Zeit des Todes seiner Frau: Wenn wir uns anstrengen würden, ganz genau gleich zu sitzen wie auf dem ersten Bild, wäre keine Zeit vergangen. Wir könnten uns so in den Augenblick vor einer Viertelstunde zurückbegeben ... Auf dieselbe Art könnten wir uns auch Tage, Monate, Jahre zurückversetzen ... Die Buddhisten sehen die Zeit nicht als etwas kontinuierlich Fließendes, sondern als ein Aufeinanderfolgen von lauter Einzelmomenten ... Wie ein Filmstreifen. ... Wenn Sie zwei solcher Momentaufnahmen übereinanderlegen und sie sind absolut deckungsgleich, dann haben Sie die Zeit überlistet ..." (S. 60) Ein antiquarisches Buch von eben jenem Walter W. Kerbeler Der Irrtum Zeit" berichtet von einem Experiment eines James Lee Buttonpond aus dem Jahre 1970, auf das sich Knupp bezieht. Und mehr und mehr schafft er es, Peter Taler als Komplizen einzubeziehen, indem er ihn mit Aufnahmen rund um den Mordtag seiner Frau lockt: Knupp ist ein fanatischer Fotografierer. In diesen Dokumenten liegt auch die Chance, einen bestimmten Tag wieder her zu stellen". Leser wird immer mehr mitgerissen, im Strudel dieses letztlich manisch werdenden Versuchs, einen früheren Zustand neu zu schaffen - mir gingŽs jedenfalls so: Schaffen SieŽs? Zehntausende Franken kostet es, Nachbarn zu bestechen, Veränderungen zu akzeptieren - Pflanzen einer ganz bestimmten Art im Austausch zu beschaffen, dazu Fahrzeuge, die seinerzeit vorm Haus geparkt waren - usw. usf. Da braucht es schon die Kreativität des Buchhalters Peter Taler, Umwege für Zahlungsflüsse zu finden. Und soviel sei verraten: Suter hat sich einen derart verrückten Schluss einfallen lassen, dass Leser selbst interpretieren kann: Haben sieŽs geschafft - oder ... Und für Weiterbildner gibt es eine Menge Stoff zu Themen rund um Kommunikation und Konflikt: Wie Knupp seinen Nachbarn geschickt beeinflusst, was der durchaus durchschaut - und wieder für sich selbst nutzt. Und wiederum mit seinen KollegInnen im Büro umgeht ... Viel Vergnügen und manche Erkenntnis Ihnen!
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Die Zeit, die Zeit
Die Zeit, die Zeit von Martin Suter (Broschiert - 23. Oktober 2013)
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