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4.0 von 5 Sternen Voll von seltsamen und skurrilen Gestalten, bitterböse in seinem Humor, schwarz in seinem Sarkasmus
Die Schriftstellerin Amelie Nothomb ist Jahrgang 1967 und wuchs als Tochter eines belgischen Diplomaten auf. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Japan und in China zusammen mit ihrer Schwester, mit der sie seither ein inniges Verhältnis verbindet, das in vielen ihrer Büchern immer wieder beschrieben wird. Vor etwa 20 Jahren fing sie mit dem Schreiben an...
Veröffentlicht am 5. Mai 2011 von Winfried Stanzick

versus
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verwirrend und verstörend, bitterböse und eiskalt
Ein typischer Nothomb: kurz und knackig, verworren und verstörend.
Nothomb zeichnet ein beklemmendes Psychogramm eines Mannes, der aus Liebe zum Amokläufer wird. Gleich zu Beginn erfährt der Leser in lakonischen Worten, dass Zoile gerade im Begriff ist, einen Terroranschlag zu begehen. Nicht etwa aus politischen oder religiösen Motiven heraus...
Veröffentlicht am 20. Februar 2011 von Buchhalterin


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verwirrend und verstörend, bitterböse und eiskalt, 20. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Gebundene Ausgabe)
Ein typischer Nothomb: kurz und knackig, verworren und verstörend.
Nothomb zeichnet ein beklemmendes Psychogramm eines Mannes, der aus Liebe zum Amokläufer wird. Gleich zu Beginn erfährt der Leser in lakonischen Worten, dass Zoile gerade im Begriff ist, einen Terroranschlag zu begehen. Nicht etwa aus politischen oder religiösen Motiven heraus! Nein - aus verzweifelter und enttäuschter Liebe.

Das ist so befremdlich wie interessant, und so lässt man sich hineinziehen in diese gleichzeitig faszinierende und unglaublich abstoßende Geschichte: Der Pariser Heizungsinstallateur Zoile lernt bei einem Kundenbesuch die ätherische Astrolabe kennen und ist sofort fasziniert von ihr. Astrolabe lebt in einer baufälligen und unbeheizbaren Wohnung zusammen mit einer "Irren", wie Zoile sie beschreibt: Aliénor. Diese scheint geistig zurückgeblieben, spricht nichts Zusammenhängendes, fällt aber durch ihr abstoßendes Verhalten auf. Überrascht erfährt Zoile, dass Aliénor eine gefeierte Schriftstellerin ist und Astrolabe diese sozusagen "betreut", indem sie sich um sie kümmert, da Aliénor ihr Leben alleine nicht bewältigen kann aufgrund ihrer Behinderung. Sie wird von Astrolabe betreut, diese schreibt auch die Romane nieder, die Aliénor ihr diktiert und verhandelt mit Verlagen bzw sorgt dafür, dass diese die geistig minderbemittelte Schriftstellerin nicht ausbeuten.

Verzweifelt muss Zoile schließlich erkennen, dass er Astrolabe nicht für sich alleine haben kann und diese regelrecht mit Aliénor verkettet ist. Treffen alleine mit der Angebeteten sind unmöglich, und so wird der Verliebte schließlich zu einer Verzweiflungs- und Wuttat getrieben.

Beim Lesen fühlte ich mich einerseits abgestoßen, andererseits war da dieses riesige Fragezeichen in meinem Kopf. Und irgendwie war ich auch fasziniert von den kruden Gedankengängen, die die Autorin da gesponnen hatte mit ihrem Buch.
Astrolabe ist eiskalt, lässt den verliebten Zoile um ihre Gunst buhlen, bleibt aber schlussendlich hart und weigert sich, sich von ihrem Mündel zu lösen. Ich bin den Eindruck nicht ganz losgeworden, dass es ihr Spaß machte und ihr wiederholtes "Es geht nicht!" eher mit einem perfiden Lächeln hervorgebracht wurde als mit Bedauern.
Die Nüchternheit und Abgeklärtheit, mit der Zoile schlussendlich seinen terroristischen Anschlag plant und durchführt, korrespondiert mit der Perfidie Astrolabes, die ihn einerseits lockt, andererseits dann immer wieder schroff abweist unter dem Hinweis auf Aliénor.

Wie die geistig zurückgebliebene Aliénor es schafft, von der Literaturszene gefeierte Bücher zu schreiben, ist mir nicht ganz klar geworden. Denn wie Astrolabe einmal erklärt: "Sie versteht das Prinzip der Textinterpretation nicht". Nun, wenn ich meine eigenen Texte nicht interpretieren kann - warum schreibe ich sie dann bzw welchen Sinn haben sie dann? Genau - nur den, den andere in ihm sehen! Insofern habe ich das Ganze ein wenig als Parodie verstanden auf die Tatsache, dass gerne "Sinn" in Bücher hineininterpretiert wird, der gar nicht da ist.

Der Schreibstil ist sehr nüchtern und oft etwas sperrig, enthält Metaphern, die sich einem oft erst auf den 2. oder 3. Blick erschließen. Sicher kein einfaches Buch, oftmals abstoßend und verwirrend. Kein Buch, das ich als unterhaltend im eigentlichen Sinne empfunden habe, eher als spannendes Experiment und sehr nachdenklich machend, aber auch schwer zu begreifen. Mir persönlich fehlt einfach ein gewisser Unterhaltungswert, das Ganze wirkt auf mich eher wie eine Skizze als wie ein fertiger Roman.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilig, 8. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Gebundene Ausgabe)
Leider weder schockierend noch brüllend komisch einfach nur langweilig.
Selten habe ich mich so durch ein Buch quälen müssen, nach 60 Seiten, von 115, habe ich das Buch zur Seite gelegt (die restlichen Seiten habe ich Bruchstückhaft gelesen).
Vieleicht liegt es an der Übersetzung. Man erhält keinen Zugang zu den Personen. Es wirkt alles nackt und kahl.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erkenne dich selbst, 6. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch zu lesen ist eine Art Voyeurismus. In bitterböser Mitleidlosigkeit werden vor dem Leser die Figuren zur Schau gestellt. Die debile und höchst unsympathische Bestsellerautorin, der zunehmend triebgesteuerte Zoile, der nie mit Astrolabe allein sein darf und schließlich aus verzweifeltem Liebeshass einen Terroranschlag plant. Tieftraurig, wie die drei Hauptfiguren in eiskalter Einsamkeit in der heruntergekommenen unbeheizbaren Altbauwohnung im Drogenrausch versinken. Schlimm, wie die "irre" Schriftstellerin wie ein Monstrum im Zirkus vorgeführt wird, begleitet von der fast geisthaft unfassbaren Astrolabe. Was mich tatsächlich erschreckt hat, ich habe gelacht, mehrfach und mit einem bitteren Nachgeschmack, obwohl ich das Ganze eher geschmacklos fand und den geplanten Terroranschlag, ein Flugzeug in das Wahrzeichen Paris zu fliegen, angesichts des 11.September wirklich daneben.Frau Nothomb ist eine Verführerin. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut finde, aber sie überschreitet Grenzen, da gibt es kein no go, keine Geschmackspolizei und es gelingt ihr, den Leser auf eiskalte Weise zu verstören. Lohnt sich zu lesen, schon aus Gründen der Selbsterfahrung.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amour fou, 5. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Broschiert)
Und alles geschieht nur, weil seine Angebetete ihn zurückweist und ihm dabei direkt ins Gesicht lacht. Die geplante Tat eines Verzweifelten, der es als seine Mission erachtet, eine Zeitzünderbombe zu aktivieren.

Amélie Nothomb schreibt in gewohnt grausamer und makabrer Weise. Ihre Sprachgewaltigkeit und das Tempo der Erzählung geben dieser Novelle den nötigen Biss. Die Welt der Liebe und des Hasses, der Sehnsucht und der Bitterkeit stehen immer im Vordergrund. Mittelmass existiert nicht, es gibt nur das Extreme. Das macht die Bücher dieser Autorin so einzigartig.

Der Plot an sich hat mir weniger gefallen. Er scheint an den Haaren herbeigezogen, einfallslos und ein wenig platt. Alles in allem aber trotzdem eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Voll von seltsamen und skurrilen Gestalten, bitterböse in seinem Humor, schwarz in seinem Sarkasmus, 5. Mai 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Gebundene Ausgabe)
Die Schriftstellerin Amelie Nothomb ist Jahrgang 1967 und wuchs als Tochter eines belgischen Diplomaten auf. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Japan und in China zusammen mit ihrer Schwester, mit der sie seither ein inniges Verhältnis verbindet, das in vielen ihrer Büchern immer wieder beschrieben wird. Vor etwa 20 Jahren fing sie mit dem Schreiben an mit dem Buch "Die Reinheit des Mörders". Seit diesem Debüt kommt es selten vor, dass ihr jeweiliges neues Buch nicht sofort an die Spitze der Bestsellerlisten in Frankreich klettert. Heute lebt sie in Paris und legt mit großer Regelmäßigkeit fast jedes Jahr ein neues Buch vor in einer Art, wie nur sie es zu schreiben in der Lage ist. Immer wieder verbindet sie die Geschichten und Lebensgeschichten ihrer Protagonisten mit ihrer Kindheits- und Jugendzeit Japan.

In ihrem neuen Buch, wieder verstörend und schräg geschrieben, fehlt ausnahmsweise einmal der japanische Hintergrund. Aber wieder ist Liebe ein Thema, vor allem in ihrer gescheiterten Form, es geht um Hass, der aus enttäuschter Liebe entsteht und auch eine Schriftstellerin, die mit ihrer Schwester zusammenlebt, ist mit von der Partie.

Als der Heizungstechniker Zoile im Auftrag der EDF in die Wohnung der beiden Schwestern Astrolabe und Alienor kommt, um dort nachzuschauen, ob an den schlecht isolierten Zimmern etwas verbessert werden kann, verliebt er sich sofort in Astrolabe. Die jedoch hat eine Art Gelübde abgelegt, dass sie ihre schwer behinderte Schwester Alienor nie allein lässt. Und so sind die Treffen der beiden nur in Anwesenheit der stummen und auf den ersten Blick debilen Schwester möglich. Frustrierend auf die Dauer für den wackeren Zoile, auch wenn er insgeheim die Tatsache bewundert, dass jene Alienor als Schriftstellerin einen Bestseller nach dem anderen auf den Markt wirft, Bücher, die sie ihrer Schwester diktiert.

Zoiles Geduld ist irgendwann erschöpft und sexuell total frustriert notiert er: "Astrolabe war das Höchste, was das Universum geschaffen hatte; wenn sich aber selbst die Besten so aufführten, wollte ich die Welt zerstören (...) Seit dem 11 September 2001 steht die beste Methode der Menschheit wirkungsvoll zu schaden, zweifelsfrei fest..."

Und so ergeht er sich in Fantasien, in welches Ziel in Paris er das Flugzeug, das er kapern möchte, steuern wird, und wie es sein wird, die "Winterreise" dabei im Kopf zu haben ...

Auch Amelie Nothombs neues Buch ist voll von seltsamen und skurrilen Gestalten, bitterböse in seinem Humor, schwarz in seinem Sarkasmus. Seine Lektüre ist wieder ein sprachlicher Genuss, Metaphern und Bilder geben sich auf jeder Seite die Hand. Wie die behinderte Alienor zur Erfolgsschriftstellerin werden kann, bleibt im Dunkel, oder soll das etwa eine Anspielung auf den Literatur- und Bestsellerbetrieb sein?

Man hat oft darüber nachgedacht, dass insbesondere die moslemische Variante des Terrorismus viel zu tun hat mit frustrierter Sexualität. Ob Nothomb auch darauf eine literarische Ansielung macht?
Bilden Sie sich selbst Ihr Urteil. Sie brauchen dazu etwas Geduld und die Bereitschaft, sich auf eine absolut schräge Geschichte einzulassen,
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ihr schlechtestes Buch, 1. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Gebundene Ausgabe)
Ein Installateur begeht eine Terrortat, will aber um jeden Preis kein Terrorist sein? Eine geistig minderbemittelte Schriftstellerin, unfähig Texte zu verstehen? Und eine hübsche junge Frau, die ' warum nur? ' ihr Leben für diese hergibt. Diese drei Hauptzutaten des Romans haben etwas gemeinsam: sie sind vollkommen unglaubhaft. Und während Frau Nothombs Paradedisziplin gerade darin besteht, die irrwitzigsten Situationen so zu argumentieren, dass man am Ende selbst die blutigsten Taten als nichts als angemessen empfindet, versagt sie in diesem Fall auf zynische, humorlose und grotesk-verbitterte Art.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gibt bessere Bücher von Ihr, 2. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Broschiert)
Kann man lesen, man verpasst aber auch nix, wenn man es stehen lässt. Ihre alten Bücher waren doch deutlich besser.
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Winterreise
Winterreise von Amélie Nothomb (Broschiert - 23. Oktober 2012)
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