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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Urlaubsbuch der anderen Art
Was kommt heraus, wenn eine Kultregisseurin mit viel Humor über das fast depressive Leben von vier total unterschiedlichen Personen schreibt, die doch alle irgendwie miteinander verbunden sind? Das perfekte Sommerbuch 2011!

Alles inklusive ist das erste Buch, das ich von Doris Dörrie gelesen habe. Ich finde ihre Filme wie Der Fischer und seine Frau...
Veröffentlicht am 29. Juli 2011 von Denise Jeske

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ferienlektüre
Eine sommerliche Pool-Lektüre - kaum gelesen, schon wieder vergessen- aber ein Nachgeschmack von Vanilleeis mit Limone und Sonne. Gar nicht schlecht.
Veröffentlicht am 6. April 2012 von Zanzara


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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Urlaubsbuch der anderen Art, 29. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
Was kommt heraus, wenn eine Kultregisseurin mit viel Humor über das fast depressive Leben von vier total unterschiedlichen Personen schreibt, die doch alle irgendwie miteinander verbunden sind? Das perfekte Sommerbuch 2011!

Alles inklusive ist das erste Buch, das ich von Doris Dörrie gelesen habe. Ich finde ihre Filme wie Der Fischer und seine Frau und Kirschblüten-Hanami toll und als ich den Klappentext durchgelesen hatte, stand für mich fest, dass ich dieses Buch lesen muss. Es handelt von einer Hippie-Mutter, Ingrid, die sich in den 70ern mit ihrer Tochter Apple im spanischen Torremolinos mit dem Verkauf von selbstgemachtem Schmuck durchschlägt. Dabei lernt sie, den verheirateten Karl kennen, der genug von seinem Spießerleben, den perfekt gebügelten Hemden und dem schicken Ferienhaus mit Pool hat. Er verliebt sich in die wilde, feiheitsliebende Ingrid, doch ihre kurze Affäre hat weitreichende Folgen. 30 Jahre später treffen alle wieder aufeinander. Ingrid, die sich nun mit einer neuen Hüfte durchs Leben schlägt, Karl, der in einem spanischen Altersheim lebt, sein Sohn Tim, der nun Tina heißt und in einer Transvestitenbar und als Fußpflegerin seinen Lebensunterhalt bestreitet und Apple, die immer wieder auf die falschen Männer hereingefallen ist und sich nun von ihrem Mops "Freud", benannt nach Sigmund Freud, therapieren lässt.

Durch den lockeren Schreibstil lässt sich das Buch schnell weglesen und Doris Dörrie versteht es hervorragend von den grotesken Erlebnisse der Protagonisten zu erzählen, sodass ich oft nicht wusste, ob ich darüber lachen, oder sie bedauern soll. Was ich toll fand, ist dass die Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven der Romanfiguren erzählt wird, die am Ende alle in dem selben Ferienhaus vereint, in dem die Geschichte begonnen hat. Alles inklusive ist ein Urlaubsbuch der anderen Art. Es ist kein Roman über Sonne, Meer und das perfekte Glück, sondern erzählt die knallharte Wahrheit. Das spanische Paradies ist einer Betonwüste gewichen, in der afrikanische Flüchtlinge als Prostituierte arbeiten und die Fenster der Villen mit Gitterstäben vor Eindringlingen schützen sollen, dabei aber wie ein Gefängnis aussehen. Das wird jedoch so humorvoll ezählt, dass es mich nicht in schlechte Stimmung versetzt, sondern einen sehr guten Unterhaltungswert bietet.

Fazit:
Tolle Charaktere und viel deutscher Humor. Für mich die ideale Strandlektüre, die mich sehr gut unterhalten hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen (K)ein Urlaubsroman, 7. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
Wer bei "Alles inklusive" von Doris Dörrie einen typischen Urlaubsroman erwartet, ist falsch beraten. Im Zeitenwechsel geht es vielmehr um die Facetten der Liebe, Freundschaft, Sehnsüchte und Suizid.
Dies war mein erstes Buch von Doris Dörrie, aber sicher nicht mein Letztes. Frau Dörrie hat eine wundervolle Sprache, die das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen werden lässt.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Hippies, Lebenswegen und einem gelähmten Mops, 17. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich wollte ich diesen Roman gar nicht lesen, weil das Thema Hippies ja schon seit Jahrzehnten erledigt ist. Ich habe dann aber schnell gemerkt, daß dieser Anfang in der Vergangenheit als Einstieg nötig ist, um die handelnden Personen mit ihren persönlichen Eigenschaften und Problemen verstehen zu können.

Da ist Apple, die als Kind mit ihrer Hippiemutter am Strand von Torremolinos leben mußte, wo diese ihren nicht besonders originellen selbstgemachten Schmuck an Touristen verkaufte. An eben jene spießigen Touristen, von denen man sich als Aussteiger aus der bürgerlichen Gesellschaft natürlich absetzen wollte, auf deren Geld man jedoch angewiesen war. Und zu denen die kleine Apple so gern gehört hätte. Als erwachsene Frau gerät Apple immer wieder an die falschen Männer. Sie lernt die Journalistin Susi kennen, die sich für ihren kranken Mann aufopfert, was dieser ihr aber nicht unbedingt dankt. Durch Susi lernen wir eine deutsche Maklerin kennen, die seit Jahren in Spanien verheiratet ist und von ihrer spanischen Familie, der Sonne und dem blauen Meer die Nase voll hat. Die Vergangenheit holt Apple ein, als sie ihrer Mutter - die nach einer Hüftoperation an Krücken geht - einen All Inclusive Urlaub in Torremolinos schenkt. Und hier wieder auf einen ihrer Liebhaber aus Hippiezeiten trifft, der nun in Torremolinos im Altersheim lebt. Zu der kleinen Gruppe gehört auch noch sein Sohn, der inzwischen als Fußpflegerin arbeitet.

Da kommen so einige menschliche Schicksale zusammen, die Vergangenheit trifft die Gegenwart, und Beziehungen müssen aufgearbeitet werden. Daß dies jedoch auf höchst amüsante Weise geschieht, ist der Erzählkunst von Doris Dörrie zu verdanken. Mit einer gekonnten Mischung aus Leichtigkeit und psychologischem Scharfblick zeichnet sie ihre Personen. Neben der Geschichte um Apple, ihre Mutter und die anderen Personen, zu denen später auch noch Apples Hund gehört, mit dem sie eine tragisch-komische Beziehung verbindet, greift die Autorin den (Alb)Traum vom Leben als Fremder in Spanien auf - seien es deutsche Rentner oder afrikanische Flüchtlinge.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Diogenes Verlag hat ein gutes Händchen für die gute, 28. Februar 2013
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
Unterhaltungsliteratur. Und so passt auch dieses Buch von Doris Dörrie perfekt in das Verlagsprogramm. Die Geschichte beginnt in Torremolinos zu einer Zeit als dort noch die Hippies das Bild bestimmten und hier gibt es ein Fünfeck aus Ingrid, der Schmuckverkäuferin, ihrer kleinen Tochter Apple und einer dreiköpfigen "normalen" Familie (Vater, Mutter, Sohn), das nicht zusammenpassen will. Eine Affaire, die Ingrid mit dem Familienvater eingeht, hat tragische Folgen. Und dann springt die Handlung über gute 30 Jahre hinweg - inzwischen beherrschen die Pauschaltouristen, die in die Hotel-Betonburgen gepfercht werden, das Bild und die ehemaligen Hippies sind verdammt in die Jahre gekommen. Unsere Hauptfiguren, zu denen sich noch eine weitere Frau und ein Mops gesellen, haben immer noch große Probleme, ihr Leben zu meistern...

Dörrie erzählt das sehr flüssig, zum Teil ungemein witzig, so dass sich das Buch an einem Nachmittag richtig wegschmecken lässt. Was deutlich wird - und das ist der einzige kritische Einwand: So ein echter Roman ist dieser eher schmale Band nicht geworden. Die Verfasserin kann sehr gut Kurzgeschichten erzählen (jeder der es nicht glauben will, soll die entsprechenden Bücher von ihr lesen!) und auch hier bleibt sie der kurzen Form verhaftet. Gerade aus dem erzählerischen Trick, von Kapitel zu Kapitel die Perspektive zu wechseln und immer wieder eine andere Person zur Hauptfigur zu machen, liest sich der Band wie eine Zusammenstellung von - jedoch sehr schönen - Kurzgeschichten.

P.S. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Amazon seine in Deutschland erzielten Umsätze auch in Deutschland versteuern sollte!
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz normal Verrückte, 1. August 2011
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
Apple ist im Jahr 1976 mit ihrer Hippiemutter Ingrid in Spanien, aber schön ist das nicht gerade. Denn Ingrid versucht mit selbstgemachtem Schmuck mehr schlecht als recht, sich und ihre Tochter irgendwie über die Runden zu bringen. Statt in einem schönen Hotel übernachten die beiden im stickigen Zelt, die Ernährung ist frugal und alles ist voller Sand. Und die Mutter verliebt sich in einen verheirateten Mann und seine gebügelten Hemden. Apple ist begeistert von dessen schönen Ferienhaus und sehnt sich nach Bürgerlichkeit und Ordnung. Aber das sind Fremdwörter für ihre neurotische Mutter, die mit ihrer Affäre etwas anrichtet, das weitreichende Folgen für alle Beteiligten haben wird.
Dreißig Jahre später hat Apple immer noch nicht den richtigen Partner gefunden, und ihre immer noch aufmüpfige Mutter fährt erneut nach Spanien, auch wenn das Fischerdorf inzwischen zu einer Bettenburg mutiert ist.
Das ohnehin immer etwas schwierige Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern bekommt in diesem Buch noch einmal einen ganz besonderen und herrlich komischen Dreh. Der Traum vom Süden wird zart auf die Schippe genommen.
Besonders gut gefallen haben mir die liebevoll beschriebenen Charaktere, die einem lange in Erinnerung bleiben. Das gilt auch für die Nebenfiguren wie Susi und der Maklerin.
Susi pflegt aufopferungsvoll ihren nierenkranken Mann und freut sich, dass er endlich eine neue Niere bekommt. Sie konnte ja nicht ahnen, welche ungeplanten Auswirkungen das haben wird.
Die Maklerin spielt mit den Träumen der potentiellen Käufer, obwohl sie die ungeschminkte Realität des Landes am eigenen Leibe erfährt.
Bei allem zwischenmenschlichen Chaos merkt man, dass doch alle das gleiche suchen ' Liebe. Einen Menschen, mit dem man alles teilen kann. Jemanden, der einen versteht und der einen nicht im Stich lässt.
Ein unterhaltsames, aber auch nachdenkliches Buch über ganz normale Verrückte.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für die Insel, 25. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
Doris Dörrie kennt man aus vielen Büchern und Filmen in denen sie Regie geführt hat. Auch als Opernregiseurin hat sie zwischenzeitlich einen guten Namen. Sie ist der beste Beweis dafür, dass Literatur und Witz sich nicht automatisch einander aussschliessen. Dörrie beschreibt in dem vorliegenden Roman die Hippiewelt der 70er Jahre und was aus den Erwachsenen und den Hippiekindern geworden ist. Sie macht das mit sehr viel Beobachtungsgabe für die grossen und kleinen Schwächen der Menschen und deren Gewohnheiten vieles zu verdrängen. Ihr Mutterwitz gepaart mit umwerfendem Sprachwitz bringen auch den ernstesten Menschen zum Schmunzeln, wenn nicht sogar zum Lachen. Es gibt die reinsten Slapstick Momente, so wenn sie eine Ferienhausbesichtigung in Spanien beschreibt und hierbei die Gedanken und Gefühle der Protagonisten auf den Punkt bringt. Hier gibt es keine Längen und krampfhaften Versuchen humorvoll zu sein. Es ist einfach urkomisch. Die Figuren erhalten alle ein eigenständiges Profil und wirken überwiegend glaubhaft. In einem Interview wurde sie gefragt: "Weshalb enden ihre Bücher und Filme eigentlich immer mit einem Happy End"? Dörrie darauf:" Ich möchte nicht, dass die Menschen, die meine Bücher gelesen haben oder meine Filme sehen sich nachher beschissener fühlen als vorher" Das ist Dörrie wie sie leibt und lebt.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen so spielt das Leben, 21. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
"All inclusive" ist kein Buch, dass sich mit dem Hotelleben in Urlaubsorten befasst, sondern ein berührendes Buch, in dem Doris Dörrie es schon verstanden hat, die Schicksale des Lebens auf lockere Art zu erzählen. Das Buch ist aufgebaut in verschiedene Kapitel, die von den agierenden Personen erzählt werden.

Da sind Ingrid und Appel, die das Torremolinos der Hippizeit kennenlernen, als noch keine Betonburgen die Küste verschandelten. Ingrid lebt mit ihrer Tochter Appel in den Sommermonaten dort und verkauft selbstgemachten Modeschmuck, frönt der freien Liebe und lebt von der Hand in den Mund. Als sie den verheirateten Karl kennenlernt,der mit seiner Frau und seinem Sohn Tim dort ein Ferienhaus hat, beginnt sie eine kurze, aber heftige Affäre mit ihm, die weitreichende Konsequenzen für die Zukunft hat.

All diese Personen treffen sich nach ein paar Jahrzehnten in diesem Ferienort wieder,der mittlerweile einem zubetonierten Horrorszenario gleicht und keinerlei Ähnlichkeit mit dem alten Torremolinos mehr hat.
Ingrid hat von ihrer Tochter Appel nach einer Hüftop. eine vierzehntägige Reise in einem All inclusive Hotel geschenkt bekommen und trifft eines Abend den Transvestiten Tina, der damals Tim hieß und sehr unter dem Selbstmord der Mutter gelitten hat,den sie seiner Meinung nach wegen der Affäre zwischen Ingrid und seinem Vater begangen hat.Sein Leben als Transvestit ist mehr als schwierig und durch Tina findet Ingrid auch Karl wieder, der mittlerweile in einem Altenheim in Torremolinus lebt. Appel findet sich dann auch irgendwann ein,die immer ein sehr angespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter hatte, da ihr das Dasein als Hippikind niemals gefallen hat und sie sehr unter der fehlenden Geborgenheit und Flippigkeit ihrer Mutter gelitten hat. Ihre Erlebnisse in Kindheit und Jugend prägen ihre Bindungen zu Männer, die immer in einem Desaster enden.

Also alles andere als ein leicht beschwingter Strandkorbroman, oder etwa doch?Ich finde schon, denn die Autorin versteht es, diese Geschichte so zu schreiben, dass man die Ernsthaftigkeit und Kritik hinter den Worten spürt,aber trotzdem das Buch genießen kann.Der Schreibstil der Autorin hat mir ausgesprochen gut gefallen, ebenso wie die Idee der Geschichte.Mein Fazit: das nächste Buch von Doris Dörrie wird meins. Viel Spass beim Lesen
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kompliziertheit des Lebens..., 31. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
Apple - was für ein Name - verbringt die Sommer ihrer Kindheit, mit ihrer Hippiemutter in Spanien. Gemeinsam verkaufen sie dort selbstgemachten Schmuck. Was Apple nicht weiß: Ingrid tut dies nur, damit sie überhaupt ein bisschen Geld haben.
Es ist der Sommer im Jahr 1976, in dem sich das friedliche Leben der beiden plötzlich verändert: Apple erwischt ihre Mutter mit einem verheirateten Mann, deren Frau sich um sie kümmert. Der Sohn, Tim, spielt mit ihr und muss mit ansehen wie seine Mutter immer mehr in sich versinkt, bis sie am Ende des Sommers nur noch einen Ausweg findet. Die Wege der zwei Familien trennen sich und treffen erst Jahrzehnte später wieder aufeinander.
Mittlerweile schlittert Apple selbst von einer falschen Beziehung in die nächste und gibt ihrer Mutter daran die Schuld. Diese ist immer noch freiheitsliebend und trifft in ihrer neuen Heimat, einen alten Bekannten.
In einer Journalistin findet Apple eine gute Freundin, mit der sie ihr Leid teilt. Sie machen sich auf den Weg nach Spanien und stellen sich den bösen Geistern der Vergangenheit, die noch schlimmer sind als Apple sich vorher vorstellen konnte. Auch sie trifft alte Bekannte und traut ihren Augen kaum, denn an keinem, der ein Teil der schicksalhaften Ereignisse des Sommer '76 war, ist das Geschehene spurlos vorbei gegangen und fünf Leben haben sich grundlegend gewandelt. Ob da Dr. Freud noch helfen kann?

Dieses Buch ist eine bunte Mischung und hat mich sehr begeistert.
In jedem Kapitel wird die Geschichte aus einer anderen Perspektive weitergeführt. Sie springt zwischen der Vergangenheit und Gegenwart hin und her, wird erzählt, von den verschiedensten Personen, die unmittlelbar mit den vergangenen Ereignissen verbunden sind. Eine Familiengeschichte wird erzählt, welche einem auch im wirklichen Leben begegnen kann. Die Folgen die daraus entstehen, sind berührend und machen nachdenklich. Es wird deutlich wie verbunden, die Zukunft eines Kindes mit der vorgelebten Vergangenheit der Eltern ist, wie ein Fehler im Leben sich durch das Leben Vieler ziehen kann. Auch Witz ist in der betrübenden Geschichte zu finden und lockert alles etwas auf. Das Buch hält aber auch nicht nur an der Hauptgeschichte um Apple und Ingrid fest, sondern weißt einige kleine Nebengeschichten auf, die das ganze abrunden.
Das Ende wird für jeden Leser zufriedenstellend sein, auch wenn es etwas zu "klischeehaft" ist.
Dennoch ein Buch das glücklich macht und Freude bereitet, so das ich es gerne weiterempfehle.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein heiterer und zugleich nachdenklicher Roman über das Mutter-Tochter-Verhältnis, 28. Juli 2011
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Gebundene Ausgabe)
In ihrem neuen Roman "Alles inklusive" entführt uns die Erfolgsautorin Doris Dörrie nach Spanien - und das gleich zweimal. 1976 verbringt Apple (welch alberner Vorname) mit ihrer Hippie-Mutter Ingrid den Urlaub am Hippie-Strand von Torremolinos, wo sie in einem Zelt auf stinkenden Schlafsäcken schlafen.

Spanien ist Ingrids Traum: "Wir fahren in den Süden!" Für die Tochter ist es eher die Wegnahme ihres deutschen Sommers. Mit nacktem Busen ist Ingrid die Strandkönigin von Torremolinos. Die karge Urlaubskasse bessert sie mit dem Verkauf von bunten Ketten und Schnickschnackschmuck auf. Da lernt Ingrid den Bankangestellten Karl Birker kennen, der hier mit Frau und Sohn Tim ebenfalls Urlaub macht - allerdings in einem schmucken Ferienhaus.

Es kommt, wie es kommen muss: Ingrid und Karl verlieben sich Hals über Kopf ineinander, was allerdings unausdenkliche Folgen nicht nur für Ingrid und Apple sondern auch für Karl und seine Familie hat.

Dreißig Jahre später - Apple ist in Liebesdingen längst in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten, sind beide wieder in Spanien, an dem Schauplatz jener verhängnisvollen Sommerliebe. Ingrid, inzwischen sechzig, liegt am Strand und träumt von dem ehemaligen Fischerdorf, das längst Hotelbunkern weichen musste. Die erwachsene Apple ist dagegen mit ihrer Freundin Susi hier, deren schwerkranker Mann in der Sonne Spaniens gesunden soll.

"Alles inklusive" ist ein heiterer und zugleich nachdenklicher Roman über das Mutter-Tochter-Verhältnis und die Träume der unterschiedlichen Generationen. Die Handlung wird von verschiedenen Protagonistinnen und damit aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Fazit: Eine wunderbare Urlaubslektüre!

Manfred Orlick
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles inklusive, 6. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles inklusive (Kindle Edition)
Ich mag Doris Dörrie. Alle Bücher von ihr, die ich gelesen habe, haben mir sehr gefallen und nie Malls enttäuscht. Sehr nachdenklich und dennoch optimistisch. Ich lese weiter...
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Alles inklusive
Alles inklusive von Doris Dörrie (Broschiert - 26. Februar 2013)
EUR 10,90
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