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am 7. Juni 2012
Na ja, schreiben kann er, der Martin Walker mit der beeindruckenden Vita. Allerdings fällt der nunmehr als Paperback erschienene Band 3 stark gegenüber den ersten beiden Bänden ab. Die charmante Idee die Erlebnisse einen Kleinstadtpolizisten im schönen Perigord zu beschreiben, ist im ersten Band vollständig aufgenommen, im zweiten Band zumindest noch vorhanden, verliert sich allerdings stark im dritten Band "Schwarze Diamanten". Den "Trüffelbetrug" löst Bruno so nebenbei. Dass er (der Kleinstadtpolizist!!) aber mit verschiedenen Spitzen des französischen Geheimdienstes chinesischen Menschenhandel aufklärt und versucht, die Hintergründe des französischen Indochinakrieges zu beleuchten, ist schon weit hergeholt. Also: Martin Walker, besinn Dich doch wieder zurück zu dem sympatischen "Flic", der allerdings auch ein wenig weniger Gutmensch, dass heisst, mit typischen menschlichen Fehlern behaftet sein sollte!.
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Es ist Spätherbst in Saint-Denis im französischen Périgord, die Zeit, in der Polizeichef Bruno und seine Jagdgenossen auf die Trüffeljagd gehen. Genauer gesagt: meistens finden die Hunde die Trüffel. Mit der Schließung des Sägewerks im Ort, nachdem der Besitzer gegen Umweltauflagen verstoßen hat (mal wieder sind die EU-Vorschriften Schuld), erhält die dörfliche Idylle einen deutlichen Dämpfer. Kurz vor Jahresende verlieren viele Männer im Dorf ihre Arbeit - ausgerechnet kurz vor der Bürgermeisterwahl. Brunos Gelegenheits-Liebhaberin Pamela ist noch rechtzeitig vor der Wahl Mitglied bei den écolos, den Grünen geworden. Ein weiterer écolo ist Guillaume, Sohn des Sägereibesitzers Pons, nach jahrelanger Weltenbummelei gerade in die Heimat zurückgekehrt. Vom Ausgang der Wahl wird Brunos Stelle als lokaler Polizeichef abhängen - und Bruno wäre mit Sicherheit zutiefst geknickt, wenn er für den Beruf Haus, Garten und sein Saint-Denis verlassen müsste.

Als es auf dem Markt von Alvère zu Schiebereien mit Trüffeln schlechter Qualität kommt, schlagen die Wogen im Ort hoch. Der Ruf der Region ist leicht zu schädigen, die großen Pariser Hotels sind als Kunden nur mit ausgesuchter Qualität zu halten. Da die beträchtlichen Gebühren aus dem Trüffelhandel in die Gemeindekasse fließen, brennt die Trüffelfrage den Bewohnern stärker auf den Nägeln als die hohe Politik. Bruno wird als neutraler Trüffelexperte herangezogen; ein Gefallen, den er seinem alten Freund Hercule schuldig ist. Als Hercule tot aufgefunden wird, sieht sich Bruno bei seinen Ermittlungen einem Gewirr an möglichen Motiven gegenüber. Waren persönliche Rache, Ereignisse aus Hercules militärischer Vergangenheit, Erbstreitigkeiten oder gar der Trüffelskandal Auslöser der Tat?

Die ausführliche Schilderung des Trüffel-Geschäfts mit seinen ungeschriebenen Gesetzen hat mich in Schwarze Diamanten ausgezeichnet unterhalten. Auch Walkers dritter Bruno-Krimi wartet mit ausufernden historischen Bezügen auf. Der Autor lässt wie gewohnt die Sticheleien und die Renitenz im Dorf gegenüber der Zentralregierung und der EU aus jeder Zeile hervorblitzen. Die Figuren wirken sympathisch, wenn auch deutlich überzeichnet. Böse Buben sind hier im südlichen Frankreich außerordentlich böse. Bruno, Genießer und Stütze des Dorflebens, wirkt dagegen verdächtig fehlerfrei. Auch seine leichtfertig am Tatort hinterlassene Zigarette, die die Spurensuche behindert, kann an Brunos Ansehen kaum kratzen. Die detailverliebten, sinnlichen Schilderungen von Brunos Kochorgien (2 Dutzend Eier, 3l Sahne für eine Nachspeise) sind wie immer hinreißend, die Schilderung der Landschaft wirkt wie das Bild eines naiven Malers. Dass wieder einmal eine nicht gebundene Frau im besten Alter in die Handlung eingeführt wird, lässt hoffen, Bruno möge in einem der nächsten Bände endlich sein persönliches Glück finden.
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am 8. Juni 2011
"Schwarze Diamanten" ist die dritte Episode in einer Reihe niedlicher Provinz-Romane, die uns der englische Journalist und Frankreich-Fanatiker Martin Walker jeweils pünktlich zur Sommerszeit unterjubelt. Damit zielt der Autor genau auf die richtige Saison, in denen seine Bruno-Romane zu lesen sind: die warme Jahreszeit macht uns empfänglich für anständige, beschwingte und leichtverdauliche Geschichten die in Gegenden spielen, die in uns Erinnerungen an unbeschwerte Ferien wachrufen.

Daran ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Ich habe die ersten beiden Bruno-Romane mit Vergnügen gelesen und den dritten Band mit Vorfreude gekauft. Leider muss ich nach der Lektüre feststellen, dass dem belesenen und kultursinnigen Bildungsbürger Walker bereits jetzt langsam aber sicher die Ideen auszugehen scheinen. Dabei ist ihm mit dem pittoresken Provinzkaff Saint-Denis im Périgord im tiefsten Frankreich eine beschaulich-schöne Kulisse gelungen, die er bedachtsam mit lustigen, skurrilen und doch lebensechten Menschen ausstaffiert hat; Menschen, denen man in den Bruno-Romanen immer wieder gerne begegnet, an deren Geschicken man Anteil nimmt und mit denen man ganz gerne ein bisschen leidet und ihnen noch lieber bei ihnen alltäglichen Verrichtungen über die Schulter schaut - eine Art "Lindenstrasse" in Sichtweite des Atlantiks.

Nun bringt es das Genre, das Walker eigentlich als Tummelplatz seiner literarischen Versuche gewählt hat, nämlich der Kriminalroman, halt so mit sich, dass hie und da ein wüster Mord zu geschehen hat und dass die vielen guten und treuen Freunde mit vereinten Kräften ein paar wenige hinterhältige Bösewichter zu jagen haben, die die Idylle in niedrigster Weise stören - zumindest so lange der Autor sie dies tun lässt, bevor er dann irgendwann genug hat vom Schreiben und seinen Helden den Fall unter dem Applaus des Fussvolks lösen lässt.

Eigentlich möchte Walker ganz offensichtlich nicht Krimis schreiben, sondern vielmehr Werte vermitteln, das kulturelle Erbe Europas schützen, die guten Menschen über die Widrigkeiten des Lebens obsiegen lassen, Landschafen feiern und der zarten Liebe seiner Protagonisten soviel Raum geben als sie braucht um in den unendlichen Weiten des Menschengeschlechts zu flackern und zu wärmen.

Leider aber hat sich Walker darin verbissen, Krimis zu schreiben, wohl mehr aus marketingtechnischen Aspekten denn aus echter Berufung. Und so streut der englische Geniesser, der seit langem in Frankreich lebt und das den Franzosen bis an sein Lebensende danken wird, viele Ingredienzen in seine Geschichte ein, damit sie sich zum vielschichtigen Kriminalroman entwickle in welchem sich die Geschichte Frankreichs mit moderner Politik, Ökologie, illegaler Einwanderung, diebischen Betrügereien auf dem Trüffelmarkt und niedrigen sexuellen Instinkten verwebt. Zum Schluss weiss man gar nicht mehr, welches eigentlich der Haupterzählstrang Walkers sein soll. Man erlebt ein Wechselbad zwischen den Untiefen pseudoromantischer Stimmungsromane und den Höhen realistischer und präziser Menschenbeobachtung: Schund und glänzende Erzählung, Schaumschlägerei und berührende Schilderung liegen stets nahe beieinander.

Ein eigenartiger Roman - er unterhält, ist aber nie spannend, er ergreift manchmal sogar und ist dennoch schnell vergessen. Trotz allem sind mir die Figuren Walkers ans Herz gewachsen und ich gebe es gerne zu: ich werde den nächsten Roman wieder kaufen und das nur, um wieder der versammelten Truppe dieser eigentümlich sympathischen Franzosen zu begegnen, die das Herz am rechten Fleck haben und ihren Dorfpolizisten Bruno von Erfolg zu Erfolg tragen.
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am 30. Juni 2012
Es ist zum Heulen: Man will doch nur einen netten Krimi mit provencalischem Coleur im Urlaub lesen und was erhält man: Eine weit gefächerte Abhandlung der französischen Kolonialzeit in Algerien und Vietnam. Auch das könnte für den geneigten Leser durchaus interessant erscheinen, aber dann wird er von Autor Martin Walker (selbstverständlich kein Franzose sondern Engländer und keineswegs historisch in irgendeiner Weise geschult) mit zig fremdländischen Namen bombardiert. Am besten legt man sich gleich einen Zettel mit Stift neben das Buch und beginnt von Anfang an fleissig mitzuschreiben. Sonst nämlich hat man spätestens ab Seite 50 völlig den Überblick verloren, wer hier gegen wen mal war und warum.

Der eigentliche Krimihintergrund ist ziemlich flach. Von Anfang an steht eigentlich fest, dass der Vater eines der Protagonisten den meisten Dreck am Stecken hat. Und was hatten noch gleich die Chinesen und Vietnamesen mit dem Fall zu tun? Man weiß es nicht.

Nochmal: Der erste Band 'Chef de Police' aus der Martin-Walker-Reihe ist und war bisher der beste. Die folgenden Bände der Reihe kann man sich eigentlich sparen.
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am 18. Juni 2012
Leider ist der drite Fall für Bruno , Chef de police nicht mehr so
spannend und unterhaltend wie die Vorgänger.

Der Autor packt einfach zu viele Themen in eine Story, die Erzählung
der Handlung wirkt nicht flüssig sondern ein wenig holprig. Manche Schilderungen
sind etwas langatmig. Ein Krimi den man immer wieder gerne aus der Hand legt
um eine Pause vom Lesen zu machen. Die handelnden Personen entwickeln sich
in keiner Weise weiter.
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am 23. Mai 2014
Zu viele Klischees (Frau-Mann, der gute Polizist, die Franzosen, die Grünen, die Linken, die Résistance, der Algerienkrieg, ...) , zu sehr voraussehbar, ...
Ich habe knapp ein Viertel des Buches gelesen und stosse von Seite zu Seite auf weitere Klischees.

Unzumutbar und unerträglich ist die Figur des Hauptprotagonisten - Superman ist ein Nichts gegenüber Bruno.
Bruno kann alles: kochen, jagen fischen, Trüffel suchen, ... er kennt die Bibel, die klassische Musik, die regionale Geschichte, die nationale Geschichte, ... er ist der perfekte Gastgeber, der perfekte Liebhaber, der perfekte Polizist, der perfekte Tennisspieler, der perfekte Rugbytrainer, ... er schafft in 24 Stunden das, was normale Menschen nicht in einer Woche hinbekommen. Er kennt alles und jeden in einem Umkreis von 100 Kilometern und trifft all diese Leute bei einem einzigen Restaurantbesuch in einem angesagten Lokal, das alle kennen - ausser ihm: ?!?!?!?! - wie geht das denn?
Nachdem ich die beiden ersten Fälle mit einem gewissen Vergnügen gelesen habe, werde ich den dritten wohl nur zu Ende lesen um ein gewisses "return on invest" zu haben. Den vierten und alle weiteren Fälle werde ich mir auf jeden Fall nicht antun.
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am 25. August 2011
Offen gestanden handelt es sich bei dem Buch mit Sicherheit um keinen ernstzunehmenden Kriminalroman. Allerdings kann ich die hier aufgeführte Kritik nicht ganz nachvollziehen. Das Buch ist aus meiner Sicht sehr unterhaltsam. Wenn man bereits die beiden Vorgänger gelesen hat, werden die Hauptdarsteller entsprechend weiterentwickelt. Der Kommisar führt kein 08/15 Privatleben mit Familie. Das kann sich erst noch entwickeln. Immer mehr sympathische Bewohner aus dem malerischen Ort im Périgord finden Eingang in die Handlung. Wer kurzweilige Lektüre sucht und einen frankophilen Einschlag hat, ist mit diesem Buch auf der sicheren Seite. Im Vergleich zu der Donna Leon Reihe bin ich schon gespannt, wann das nächste Bruno Buch von Martin Walker rauskommt!
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am 15. Mai 2011
Das Schönste am Roman sind die Landschafts,- Orts- und Kochschilderungen. Was aber extrem nervt, ist, wie einseitig Bruno dargestellt wird: Alle mögen ihn - und die, die ihn nicht mögen, stellen sich nachher natürlich als Bösewichte heraus - und Bruno tut so viel Gutes, dass Mutter Theresa arbeitslos geworden wäre: Er rettet Kinder aus einem brennenden Haus, weitere Kinder aus einer Jauchegrube, verschafft einer deprimierten Mutter mit zwei Kindern einen neuen Job, organisiert Weihnachtsfeiern für Kinder und gibt natürlich höchstselbst den Weihnachtsmann, hilft Minderheiten usw etc pp. Das ist einfach "too much" des Guten. Besonders gut kommt er natürlich bei nahezu allen Frauen an. Außerdem hat Bruno Kontakte in höchste Polizeikreise und wird selbstverständlich auch dort sehr geschätzt und überall einbezogen.
Ein allseits beliebter Mensch mit ausschließlich guten Eigenschaften. So einseitig ist das Leben und sind die Menschen aber nun einmal nicht. Und gute Literatur sollte es auch nicht sein. Das ist wirklich nur leicht lesbare Strandlektüre.
Sehr schade, aus der Reihe hätte weitaus mehr werden können als nur immer höhere Preise von einem Band zum nächsten.
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am 21. März 2012
Bruno Courrèges bekommt viel zu tun, neben Rugby- und Tennis-Training und dem Auftritt als Weihnachtsmann: Erst vermutet sein Freund Hercule Betrug auf dem Trüffelmarkt, dann wird Hercule ermordet und zu allem Überfluss werden vietnamesische Marktstände in der Gegend von Chinesen überfallen. Bruno wird nicht alleine ermitteln, denn als herauskommt, dass Hercule eine berufliche Laufbahn beim Geheimdienst hatte, noch dazu in Asien, schaltet sich Paris ein.

Auch der dritte Band um Bruno beginnt gemütlich und innerhalb kurzer Zeit wird die Idylle im Périgord auf den Kopf gestellt. Ebenfalls wie in den vorhergehenden Bänden gewährt einer der eingebundenen Fälle Einblick in die französische Vergangenheit. Dieses Mal dreht es sich um Frankreichs Engagement in Indochina, bei dem Hercule eine große Rolle gespielt hatte. Die Ergebnisse dieser Einsätze mögen zwar abgeschlossen sein, aber offensichtlich scheint das Wissen um viele Details gefährlich zu sein - oder wurde einer der schummelnden Trüffelhändler nervös? Die möglichen Zusammenhänge sind vielfältig und halten die Spannung über das ganze Buch aufrecht.

Trotzdem findet Bruno natürlich wieder Zeit zum Kochen und Genießen. Walker schafft den Spagat, ein spannendes Buch um aktuelle französische Probleme zu schreiben, das gleichzeitig zum Umzug in den Périgord animiert. Lieber heute als morgen möchte man selber in Saint-Denis leben und arbeiten. Und dort auf der lichtdurchfluteten Terrasse sitzen, während die Kinder bei Bruno im Rugby-Training sind. Viel besser gefiel mir die Atmosphäre als noch in 'Grand Cru' ... dieses Mal zog es mich richtiggehend durch das Buch. Alte Bekannte sind wieder mit dabei und -freilich- wird Bruno wieder kräftig von den ansässigen Frauen umworben. Die bekommen ausreichend Gelegenheit, ihren Helden zu bewundern, da die Presse just bei seinen schwierigsten Einsätzen parat steht: Egal, wie demoliert er eine Rettung beendet, die Fotos festigen seinen Ruhm als begehrtester Junggeselle im Ort.

'Schwarze Diamanten' bietet eine rasante Geschichte, spielt in einer höchst attaktiven Gegend und beteiligt durchweg Menschen, wie sie in einem französischen Örtchen eben zu finden sind. Walker schafft Spannung und Witz ganz ohne künstliche Biografien und vermittelt fast schon nebenbei Geschichte und Zeitgeschehen, um Brunos Fälle zu lösen. Meine Krimi-Entdeckung 2010 bleibt mein Hingucker 2012, denn in diesem Jahr muss ich nicht lange auf eine Fortsetzung warten.
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am 17. Juli 2014
Beim Lesen des dritten Bruno-Romans bekam ich Sehnsucht. Allerdings nicht nach dem Perigord. Sondern nach einem richtigen Krimi. Nach einem Mordfall mit ganz normalem Motiv, Eifersucht oder Habsucht meinetwegen. Und nach einem Kommissar, der geschieden ist, eine pubertierende Tochter hat und abends in die Flasche leuchtet. Nach irgendwas mit Menschen halt.

Denn alle Krimiklischees, auch wenn man sie mittlerweile zur Genüge kennt, sind besser als dieses überkonstruierte, mit Kunstsoße übergossene Zeugs, das Martin Walker uns hier anbietet. Mal wieder wird in St. Denis das ganz große Rad gedreht. Algerienkrieg, Vietnamkrieg, Menschenhandel, organisierter Kindesmissbrauch, die korsische Mafia - billiger ist es bei Walker nicht mehr zu bekommen.

Dass die Oberschufte von Anfang an in trübes Licht gestellt werden, trägt nicht grade zur Spannung bei. Auch nicht, dass die Auflösung eines Mordfalles in allerlei Folkloreschnickschnack untergeht.

Am ärgerlichsten aber ist die Darstellung der Hauptfigur. Bruno nervt, um es auf den Punkt zu bringen, und zwar entsetzlich. Dass er ein toller Typ ist, alle und jeden kennt, ein Womanizer obendrein, das wussten wir ja. Auch dass er Rugby spielt und Tennis und in beidem Sportarten die Jugend trainiert (erstaunlich, wofür man alles so Zeit hat als französischer Provinzbulle...). Kochen kann er, ist kommunalpolitisch aktiv (wie geht das eigentlich als Beamter?), ist Jäger und Trüffelexperte. Er kennt sich 1a in Geschichte aus, organisiert Feiern und tritt als Weihnachtsmann auf. Wem das noch nicht genug ist, dem sei gesagt, dass er als Fingerübung zwischenzeitlich Kinder vorm Ertrinken rettet und einer alleinerziehenden Mutter einen Job verschafft. Ich gehe davon aus: im nächsten Buch singt er auch noch.

Das allerdings werde ich mir sparen. Denn Bruno ist komplett eindimensional, eigentümlich profillos und langweilig.
Die ersten beiden Bruno-Bücher sind offenbar kommerzielle Erfolge gewesen. Jetzt wird in die Hände gespuckt und weiter produziert. Der ansatzweise Charme der ersten Bände ist im Klischee erstarrt und die Schwächen treten immer deutlicher zutage. „Schwarze Diamanten“ hat keine Spannung und keine Dynamik, keine Überraschungen und kein überzeugendes Personal. Walkers Romanfabrik produziert keine Krimis, sondern kolossalen Perigordquatsch. Friede seiner Masche!
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