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52 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Antiheld
Michael Beard ist alles andere als attraktiv. Er ist dick und klein, neigt zur Fresssucht und zum gepflegten Alkoholismus. Aber Michael Beard ist auch Doktor der Physik und Träger des Nobelpreises in dieser Disziplin. Irgendwann in den Sechzigern hatte er seinen genialen Moment, in den Siebzigern folgte die Ehrung durch die Stockholmer Akademie - und danach setzte...
Veröffentlicht am 9. November 2010 von Thomas Liehr

versus
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz überzeugt hat er mich nicht - dieser
Roman über den egomanen, sexbesessenen und verfressenen Nobelpreisträger Michael Beard. McEwan will hier eine Satire auf den Wissenschaftsbetrieb, der die ökologische Krise nur benutzt, um an staatliche Fördergelder heranzukommen, auf die Ökologiebewegung und die Macher in Politik und Wirtschaft schreiben. Das ist ihm über weite Strecken auch...
Veröffentlicht am 7. Februar 2011 von Tom Kadi


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen Hervorragend und Durchschnitt, 27. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Solar (Broschiert)
Seit dem wirklich besten Buch, dass ich von Ian Mc Ewan gelesen habe, Abbitte nun etwas ganz anderes. Eine aktuelle Erzählung über die Photovoltaik und das anscheinende Umfeld oder auch Milieu.

Was als Idee sehr reizvoll ist, eine Hauptfigur als eine Art Erlöser für die Welt, selber jedoch absolut beschränkt auf Egoismus, Esssucht und Sex, ergibt einen interessanten Mix.

Mc Ewan kann gut, richtig sehr gut schreiben: Ein ganzes Leben war vergangen, seit er das letzte Mal beim Orgasmus so hemmungslos gebrüllt hatte. Nie hätte er geglaubt, dass er solche Gipfel der Lust mit einer Frau von einundfünfzig Jahren erklimmen könnte, deren Körper so schlaff und erschöpft und aufgedunsen, so von Krampfadern überzogen war wie sein eigener.

Genau solche Stellen hatten in in mir primär ein Lachen ausgelöst, bis ich dann die eigentliche Realität und Tragik dahinter erkennen konnte. Dies aus meiner Sicht eine Einzigartigkeit dieses Schriftstellers so gezielt, amüsant und doch wahr zu schreiben.

Vielfach musste ich laut lachen, dies zur Verwunderung der Mitpassagiere im öffentlichen Verkehrsmittel, gegenteilig war ich manchmal recht gelangweilt, wenn die Geschichte keine richtige Fahrt aufnehmen wollte. Das ging mir über das ganze Buch so, sonst ist es einfacher, entweder das Buch ist schlecht, oder es ist gut. Hier war ich hin- und hergerissen.
Gegen den Schluss jedenfalls überwog doch das Gute.

Wahrscheinlich ist die ganze Thematik einfach zu trocken und schal, als dass es wirklich spannend sein kann. Trotzdem vier Sterne für die Schreibkunst von Mc Ewan.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dädalus und Ikarus, 19. Dezember 2012
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Solar (Broschiert)
Ein klein wenig erinnert mich der neue Roman von Ian McEwan ja an die alte griechische Sage von Dädalus und Ikarus. Letzterer wurde bei der Flucht mit selbstgebauten Flügeln aus Federn und Wachs ja so hochmütig, dass er zu übermütig wurde und die Hitze der Sonne zu seinem Schicksal wurde.

Ähnlich geht es auch dem Nobelpreisträger Michael Beard in „Solar“. Das Licht ist sein zentrales Lebensthema und seit er für seine vor Jahrzehnten gemachte Entdeckung über Photonen einen Nobelpreis erhielt, ist er übermütig geworden. Statt sich weiter seinen Forschungen zu widmen, ruht er sich lieber auf den Lorbeeren aus, und zieht Affären mit Frauen der Publikation oder der Forschung vor. Eigentlich ist dieser Michael Beard ein richtiger Antiheld, der beim Leser nur Ablehnung evoziert. Dennoch schafft es McEwan, dass man über die 400 Seiten das Schicksal des gefallenen Mannes mitverfolgt und die Jahre beobachtet, die ins Feld schreiten, ohne dass sich Beard bessert.

Der englische Bestsellerautor garniert seinen Roman mit Exkursen in die Physik und streut einen sehr subtilen und feinen Humor ein, der aber durchaus mal zum Slapstick changiert. Bitterböse und schwarzhumorig ist „Solar“ ein Lesegenuss, bei dem man dem Niedergang eines ehemaligen Helden beiwohnen kann. Zwar erreicht das Buch nicht die Klasse des phantastischen „Abbitte“, ist dennoch aber definitiv eine Lektüre wert und weiß zu unterhalten!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht witzig?, 18. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Solar (Broschiert)
Wenn ich bei einem Amazon-Kauf unsicher bin, schaue ich mir manchmal die Rezensionen an. Dabei beschränke ich mich in der Regel auf die schlechtesten, um mir ein Bild zu machen, was mich evtl. an einem Produkt abschrecken oder enttäuschen könnte. Wegen der 1-Sterne-Rezensionen hätte ich mir "Solar" fast nicht bestellt, weil der Vorwurf der vermeintlichen "Humorlosigkeit" in Kombination mit den Themen Physik und Klimawandel mich ein gänzlich anderes Buch erwarten ließ. Tatsächlich habe ich bis Seite 200 schon mehrfach sprichwörtlich lachend auf dem Boden gelegen. Wenn ein Künstler wie McEwan, der es vermag, scheinbar leicht und ohne viele Worte Sachverhalte anschaulich zu beschreiben, beweist, dass man auch Slapstick (Radiosprecherin, Nordpolexpedition, Stiefelkammer) in den Kontext eines Beziehungskrisen-, Midlife-Krisen-, Wissenschafts-, Öko- und Gesellschaftskrisenromans setzen kann, dann ist das doch schon allergrößte Klasse! Laut gängiger Kommunikationstheorien bestimmt der Empfänger die Nachricht. Wer ist demnach humorlos, der Leser oder der Autor?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ans Licht, 9. August 2011
Von 
R.E.R. "R.E.R." - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Solar (Gebundene Ausgabe)
Ein Nobelpreisträger gilt als Vorbild. Ein Mensch der auf einem bestimmten Gebiet etwas so außergewöhnliches geleistet hat, das er mit dieser Auszeichnung geehrt wird, muss etwas ganz besonders sein. Ein Muster an Integrität und Seriosität. Der gelebte Inbegriff des Genius. Ein Ideal dem nachzueifern als nobles Ziel gilt. Ian McEwan entzaubert in seinem Buch "Solar" diesen Mythos und lässt den Leser nicht nur vor Erleichterung auflachen.

Michael Beard hat als junger Physiker in den 1970er Jahren den Nobelpreis für ein Theorem erhalten, dass die Interaktion zwischen Materie und elektromagnetischer Strahlung erklärt, also die Nutzung der Sonne als Energiequelle beschreibt. Jetzt ist er über fünfzig und ruht sich seit fast dreißig Jahren auf diesen Lorbeeren aus. Gerade scheitert seine fünfte Ehe. Diesmal nicht an einem seiner zahlreichen Seitensprünge, sondern weil seine Frau den Spieß umdreht und er der Betrogene ist. Bevor er sich versieht ist er in einen Strudel privater Katastrophen geraten, die ihn auch beruflich ruinieren können.

Ian McEwan hat mit "Solar" zwei Bereiche verbunden. Er thematisiert die drohende Klima Katastrophe und lässt seinen Protagonisten Wege suchen und finden diese zu verhindern. Gleichzeitig führt er dieses wichtige Thema ad absurdum, weil er die persönlichen Befindlichkeiten der Hauptfigur stets wichtiger nimmt. Was ist schon das Schicksal des Planeten Erde gegen die Midlife Crisis eines alternden, übergewichtigen, genusssüchtigen Mannes!

Der Roman beginnt im Jahr 2000. Beard steht einem Londoner Institut vor, dass Wege zur Nutzung erneuerbarer Energien finden und nutzbar realisieren soll. Er ist umgeben von jungen, motivierten Wissenschaftlern die eine solche Fülle guter Ideen entwickeln, das man eigentlich nur auswählen müsste. Allein, das alternde Genie hat keine Lust bzw. andere Sorgen. Die Methoden seine Frau zurückzugewinnen sind grotesk. Man stelle sich einen Nobelpreisträger vor, der nackt auf Händen und Füße rückwärts die Treppe hinuntersteigt und sich dann mit einer Stimme im Radio unterhält um seiner Frau zu signalisieren er sei ebenfalls nicht allein. Das derselbe Mann der fatalistischen Meinung ist, "dass es der Welt egal sein konnte, ob Bush oder Gore, Tweedledum oder Tweedledee, in den ersten vier oder acht Jahren des einundzwanzigsten Jahrhunderts Präsident der Vereinigten Staaten war" verwundert nicht.

Der Autor läuft in diesem Roman zur altbekannten erzählerischen Hochform auf. Beard ist auf einer Expedition in der Arktis um sich vor Ort vom Schmelzen der Gletscher zu überzeugen. Die Schilderung seiner ersten Begegnung mit dem ewigen Eis ist eine Abfolge derart skurriler Missgeschicke, dass einem vor Lachen die Luft wegbleibt während man mit schmerzverzerrtem Gesicht die körperliche Pein selber zu spüren scheint. Nur soviel: Bei Minus dreißig Grad in eine Gletscherspalte zu urinieren sollte man tunlichst unterlassen.

An anderen Stellen überzeugen die ironische Spitzfindigkeiten. "Beard beeindruckte auch die Recherchearbeit, der Fleiß, mit dem diese rastlosen Zeitungsfritzen binnen weniger Tage tief in die dunklen Regionen, die Slums seines überbevölkerten Privatlebens eingedrungen waren und dem älteren Bruder seiner dritten Frau, einem nahezu taubstummen Einsiedler, der Beard noch nie ausstehen konnte und der ohne Telefon an einem Feldweg auf einer menschenleeren Halbinsel im Nordwesten von Bruny Island vor der Küste Tasmaniens lebte, im Handumdrehen ein buntes Bouquet boshafter Bemerkungen entlockt hatte.

In Zeitsprüngen folgen wir der Hauptperson in die Jahre 2005 und 2009. Am Ende erinnert die Biographie Beards sehr an Heinrich den Achten von England. Auch dieser ein gichtgeplagter, aufgeschwemmter Fettkloß der ständig Frauen loswerden musste. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen liest sich der Roman sehr gut. Er ist intelligent formuliert, wandlungsreich konzipiert, durchaus lehrreich was die Fakten zum Klima betrifft und von einer bizarren Komik. Einzig der Schluss hat mich enttäuscht. Zu leicht für ein so "gewichtiges" Leben!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, 20. März 2011
Von 
Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Solar (Gebundene Ausgabe)
Bei Ian McEwan kann man eigentlich nichts falsch machen. Ich würde so weit gehen, ihn als einen der geistreichsten und schlicht besten Autoren der Gegenwart zu bezeichnen. Dennoch war ich vor der Lektüre seines neuesten Werkes "Solar" skeptisch. Ein Buch über den Klimawandel? Das kann schnell dröge werden.

Wurde es aber nicht. "Solar" knüpft nahtlos an frühere Werke wie etwa Saturday an und hat mich rundum begeistert. Im Mittelpunkt steht der unsympathische Nobelpreisträger Michael Beard. Der betrügt seine Frauen nach Strich und Faden, sorgt dafür, dass ein ungeliebter Nebenbuhler im Knast verschwindet, und lebt wissenschaftlich lediglich von einer einzigen guten Idee, die er vor 40 Jahren hatte. Neues Gedankengut, das er als seines ausgibt, stammt in Wirklichkeit von einem viel jüngeren Wissenschaftler, der jedoch tödlich verunglückt ist.

Das Schöne an diesem Roman ist neben dem geschliffenen Stil die Vielschichtigkeit. Wir lernen nicht nur diesen Menschen in seiner ganzen Kaltblütigkeit kennen, was ein psychologisch äußerst stimmiges Portrait ergibt, sondern erfahren auch über den Wissenschaftszirkus - zum Beispiel wie man in diesen Kreisen etwas wird und dass es nahezu ausschließlich darum geht, Fördergelder abzuschöpfen. Dass man nebenbei auch noch etwas über moderne Verfahren zur Energiegewinnung lernt, kann man vernachlässigen. Würde mich das interessieren, würde ich ein Sachbuch lesen - aber gut recherchiert wirken auch diese Textstellen allemal. Auch Humor kommt gottseidank vor: zum Beispiel, wenn der tolpatschige Michael Beard versucht, in der Aktis bei minus 30 Grad zu urinieren.

Insgesamt ein tolles Buch, das ich hiermit uneingeschränkt weiterempfehle.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hin und her gerissen, 4. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Solar (Gebundene Ausgabe)
So recht weiss ich nicht, was ich von diesem McEwan halten soll. Stellenweise war ich gefesselt, zeitweise gelangweilt, dann wieder irgendwo-irgendwas dazwischen. Insgesamt betrachtet habe ich das Werk jedoch gerne gelesen, auch wegen des aktuellen Bezugs zum Thema Energie und Klimaveränderung.

Die unerträgliche Hauptfigur erschwert allerdings eine echte Begeisterung für die Geschichte. Andererseits hat McEwan diesen Michael Beard sicher bewusst so überzeichnet und das ist eben Teil des Ganzen.
Gut finde ich das, was ich für die Kernaussage des Buches halte (nicht wissend, ob Ian McEwan das auch so darstellen wollte): Menschliche Eitelkeit als Antriebsfeder für so manche grosse wissenschaftliche Leistung, gleichzeitig aber auch Ursache für das gelegentliche Scheitern derselben. Daneben auch Einblicke in die kleinen und grossen Machenschaften von Behörden und Instanzen, Gefälligkeiten, Unsinniges und Absurdes (der erlauchte "Club" im Schiff in Spitzbergen).
Dazwischen immer die schräge Figur des Michael Beard, der sich mehr und mehr ins Unglück reitet und sich in seinem eigenen egozentrischen Lebenskonstrukt grotesk verstrickt, was nicht einer gewissen Komik entbehrt und für so manches Schmunzeln beim Lesen sorgt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht der beste McEwan, 27. Dezember 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Solar (Gebundene Ausgabe)
Es ist schon eine unerhörte Begebenheit, von der Ian McEwan in seinem neuesten Roman Solar" (Diogenes Verlag) berichtet.

Der Physiker Michael Beard ist 53 und hat in seinen beruflichen Glanzseiten den Nobelpreis für Physik erhalten. Davon zehrt er noch heute und zumindestens sein finanzielles Auskommen ist gesichert.
Anders sieht es im privaten Bereich aus. In mittlerweile fünfter Ehe verheiratet zerstreut sich letztere gerade wieder. Lange hat es Michael ohnehin nie in einer festen Verbindung ausgehalten, sechs Jahre waren für ihn das höchste der Gefühle.
Nach seinen elf Affären alleine in dieser letzten Ehe dreht plötzlich seine Frau den Spieß um und das für Michael unvermeidliche Chaos nimmt seinen Lauf. Der Handwerker ist es, im Gegensatz zu Michael Beard ein stattlicher Mann und deutlich jünger als er selbst, mit dem seine Frau eine ganz offene und unverhohlen stürmisch-erotische Liaison beginnt und Michael fragt sich, ob das sein kann und darf, was ihm bisher nie geschah.

Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehenes und für Michael scheinen Möglichkeiten greifbar, die er nur in deren ganzer Tragweite begreifen und ergreifen muss.

Ian McEwan zelebriert in diesem erstaunlich locker geschriebenen Roman wieder seine zentralen Themen Liebe, Eifersucht und Obsession und es gelingt ihm in einer Melange aus Tragik, Komik und handfester Realitätsnähe einen Spiegel zu errichten, in dem sich seinen Figuren Stück für Stück erkennen und zum Spiegelbild einer in die Zerrüttung übergehenden Gesellschaft werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solar, 2. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Solar (Kindle Edition)
Es ist schon alles geschrieben. Der Roman ist lesenswert und etwas untypisch, da der Hauptdarsteller eigentlich unsympathisch ist.
Ein Roman der in die Zeit paßt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Prof. und seine Miezen - Physik leider nur am Rande - Unterhaltungswert!, 7. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Solar (Broschiert)
SOLAR war mein erster McEwan, wird aber nicht mein letzter sein.

Zu Beginn fand ich das Buch etwas schleppend, auch den Slapstick nicht immer gelungen, spätestens mit der Kriminalgeschichte gegen Ende des ersten Teils (von insgesamt 3 Teilen) hat es dann aber zum Glück etwas an Fahrt und Spannung aufgenommen.

Beeindruckend ist die Schilderung des Hauptcharakters, des theoretischen Physikers Michael Beard: so beeindruckend in seiner Inkonsequenz, die bis ins Allerletzte geht, bis in den Abgrund – und somit wenigstens hierin konsequent ist. Erfrischend anders ist die Idee einer (hoch) intelligenten, redegewandten, auch in Teilen sympathischen Hauptfigur die jedoch explizit KEINE Entwicklung durchmacht. Insofern ist die Figur auch eine wunderbare Allegorie der Menschheit, unser aller innerer Schweinehunde. Eine Mahnung.

Insgesamt hätte ich mir mehr physikalische Ausführungen gewünscht, hier bleibt der Roman hinter seinem Versprechen zurück. Im Mittelpunkt stehen doch eher die absurden Abenteuer und Phantasien der Hauptfigur, mit der Zeit ist das aber okay, da sie intelligent erzählt werden.

Die Kommentare auf dem Buchrücken versprechen meines Erachtens insgesamt etwas zu viel:

„[...] Vielmehr kann ein Roman nicht leisen.“
Doch kann er.

„[...]...in thematischer Hinsicht Literaturgeschichte geschrieben.“
Naja.

Mein Fazit:
Wer gut unterhalten sein möchte (auch ich musste stellenweise laut lachen) und sich ein Wenig für physikalische Fragestellungen interessiert (Achtung: es geht nicht in die Tiefe!), wird von SOLAR vermutlich nicht enttäuscht sein.

Drei gute Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lachfaktor!, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Solar (Broschiert)
Das größte Problem ist: man darf das Buch nicht in der Öffentlichkeit lesen! Ich hab es über weite Strecken im Zug gelesen und meine Mitreisenden waren genervt von meiner Lacherei. Selten hatte ich so einen Spass beim Lesen eines Buches! Genial!

Das Leben Beards ist eine Ansammlung von Selbstüberschätzungen, er lebt vom ehemals schmalen Ruf und ist tief in sich drin eine verunsicherte und vom Leben völlig irritierte, wenngleich nicht durch die Fähigkeit zur Selbstkritik und Selbsterkenntnis geplagte Figur mit allen Elementen von Lächerlichkeit, wie sie heute der moderne Mann (unabhängig von der Geschellschaftsform!) allzuoft vor sich herträgt: ein Macho und ein Chauvi vom Feinsten.

Alleine die dilettantische, wenngleich menschlich verständliche Aktion Beards, in arktischer Kälte zu pipinieren - hervoragend und genüßlich zerlegt und von einem umwerfenden Sprachwitz getragen - zeigt das Besondere an dem Buch: im Grunde kann man den Typen nicht leiden, aber McEwan schafft es, diesem größten selbstgerechten Chauvi und Angeber seine unfassbar unbeholfene Menschlichkeit zu belassen.

McEwan schwingt sich mit Solar in neue Höhen hinauf.
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Solar
Solar von Ian McEwan (Broschiert - 26. Juni 2012)
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