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am 9. Juni 2010
Dieser Roman ist in bewährter Nothomb-Manier geschrieben und in weiten Teilen auch vergnüglich zu lesen. Was mich aber dieses Mal störte, ist das Zuviel an satirischer Übertreibung. Für die Beschreibung des "ganz normalen Wahnsinns" des japanischen Alltags passt die Methode, weil sie kulturelle Eigenheiten durch liebevolle Übertreibung deutlich macht. Aber auch Gefühlsbeschreibungen, die offenbar als tief und authentisch beabsichtigt waren, können sich vom Klang der alles durchdringenden Ironie kaum befreien. Was ich bei Amélie Nothomb bisher immer reizvoll fand, ist gerade ihre Fähigkeit, mitten in die Satire auch Tiefen und Abgründe hereinbrechen zu lassen (z. B. in "Die Metaphysik der Röhren"). Dieser ungewöhnliche Kontrast, der sie so einzigartig macht, kommt mir im vorliegenden Roman viel zu wenig zum Tragen. Irgendwann wirkt die Dauer-Ironisierung übersättigend.
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am 25. Dezember 2013
Dieses Buch gefällt mir ausgesprochen gut.
Großartig nicht nur die Passage über Hiroshima (die Handlung spielt sich ansonsten in Tokyo und auch noch an anderen Orten Japans ab) - Besagten - wie ich finde, fulminanten - Auszug über Hiroshima möchte ich nur als mein Liebings-Beispiel anführen, denn ich kenne Hiroshima gut und finde das Flair dieser Stadt absolut super, vermochte es aber nie so genau auszudrücken, was diese Stadt in ihrer Essenz ausmacht und warum dies so ist. Die Autorin trifft den Nagel auf den Kopf. Mir geht es haargenau so, ich hätte dies nur nie im Leben auch nur annähernd so gut und vor allem mit so wenigen und derartig treffenden Worten dermaßen perfekt auf den Punkt bringen können. Hier ein Zitat aus besagtem Kapitel (S. 67f):

"Wir waren nicht im Jahr 1989 [in diesem Jahr spielt die Geschichte]. Ich wusste nicht genau, welches Jahr es war; nicht 1945, es
erinnerte eher an die fünfziger oder sechziger Jahre. [...] Es fehlte nicht an modernen Gebäuden, die Leute waren normal gekleidet, die
Fahrzeuge unterschieden sich nicht von denen in ganz Japan. Es war, als lebten die Menschen hier stärker als anderswo.
In einer Stadt zu leben, deren Name für die ganze Welt ein Synonym des Todes war, hatte ihren Lebenswillen gesteigert.
So entstand ein Eindruck von Optimismus, der die Atmosphäre einer Epoche wiederaufleben ließ, in der man noch an die Zukunft
geglaubt hatte. Diese Erkenntnis berührte mich tief. Ich fand diese Stadt mit der herzzerreißenden Ausstrahlung eines tapferen
Glücks umwerfend. [...] Während ich durch die Straßen dieser Provinzstadt ging, dachte ich, dass die japanische Würde hier
ihren schlagendsten Ausdruck fand. ..."
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am 3. August 2013
Ich rezensiere dieses Buch gemeinsam mit "Staunen und Zittern", denn das sind sozusagen Schwesterbücher.
Beide beruhen auf Nothombs autobiografischen Erlebnissen in Japan. Vereinfacht könnte man sagen, in "japanische Verlobte" sei die idyllische, in "Staunen und Zittern" die apokalyptische Seite Japans geschildert. Die ambivalente Sicht der Autorin auf ihr heißgeliebtes Nippon offenbahrt sich aber in beiden Büchern.
Neben den faszinierenden, erschreckenden, wunderbaren Einblicken in die japanische Kultur bilden beide Bücher eine Übung in Erlebnisfähighkeit. Die junge Nothomb will erleben, aber es sind nicht die großen Abenteuer, sondern die kleinen Erlebnisse des Alltags, die Sinneseindrücke, ihre große Fähigkeit, aus Einfachem alles herauszuholen durch ihren Assoziationsreichtum und ihre emotionale Offenheit. Ein facettenreiches Innenleben prallt auf eine facettenreiche Kultur, rübergebracht mit dem skurrilen, manchmal fast abseitigen Humor der Protagonistin.
Ein weiteres großes Thema der Bücher ist die Würde, bzw. deren Wahrung. Denn fast allen Figuren in diesen beiden Büchern lässt sie ihre Würde, selbst die chrakterlich miesesten (aus europäischer Sicht) Gestalten werden zwar nicht entschuldigt, aber verstanden. Sie bekommen alle immer noch eine Chance - zumal die Autoirn selbst auch nicht immer moralisch einwandfrei handelt.
Über das Verhältnis von Wahrheit und Dichtung kann man sich bei all dem nicht so ganz sicher sein. Manches mag Nothomb herausgestellt, übertrieben oder fabuliert haben. Aber der Eindruck sowohl des fremden Landes, als auch ihres farbenreichen Innenlebens bleibt stets stark und authentisch.
Zwei tolle Bücher!
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am 12. Februar 2011
Nach "Mit Staunen und Zittern" der zweite autobiographische Roman "meiner geliebten" Französin.
Wie schwierig sich oft auch multikulturelle Lieben tun, beschreibt dieses Buch sehr eindrucksvoll.
Amelie mag ihren japanischen Verlobten; Rinri liebt Amelie aufrichtig und von ganzem Herzen. Wie das ganze endet, soll natürlich nicht verraten werden.
.... aber man kann es sich denken....
Vor allem haben mir auch die grenzerfahrenden Berichte (als sie auf einer Bergtour in einen Schneesturm gerät und fast ums Leben kommt) sehr gut gefallen.
Witzig, humorvoll, unberechenbar und eigen, das ist Nothomb.
Wobei an das ein oder andere Buch von ihr (z.B. Der Professor) kommt es meines Erachtens doch nicht heran.
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am 2. Oktober 2010
Die Schriftstellerin Amelie Nothomb ist Jahrgang 1967 und wuchs als Tochter eines belgischen Diplomaten auf. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Japan und in China zusammen mit ihrer Schwester, mit der sie seither ein inniges Verhältnis verbindet, das in vielen ihrer Bücher, so auch in den vorliegenden neuen Roman "Der japanische Verlobte" immer wieder beschrieben wird. Vor etwa 20 Jahren fing sie mit dem Schreiben an mit dem Buch "Die Reinheit des Mörders", dessen Entstehungsbedingungen im neuen Roman ebenfalls beschrieben werden. Seit diesem Debüt kommt es selten vor, dass ihr jeweiliges neues Buch nicht sofort an die Spitze der Bestsellerlisten in Frankreich klettert. Heute lebt sie in Paris und legt mit großer Regelmäßigkeit fast jedes Jahr ein neues Buch vor in einer Art, wie nur sie es zu schreiben in der Lage ist. Immer wieder verbindet sie die Geschichten und Lebensgeschichten ihrer Protagonisten mit ihrer Kindheits- und Jugendzeit Japan.

Der neue Roman "Der japanische Verlobte" ist wieder einmal von ausschließlich autobiographischer Natur. Amelie Nothomb erzählt darin, wie sie Mitte Januar 1989 nach langen Jahren nach Japan zurückkehrt, dem Land, das sie anzieht wie kaum etwas anderes in ihrem Leben. Ein Land, das ihr fremd ist und nahe, mit dem sie eine in der Kindheit wurzelnde Hassliebe verbindet.

Sie möchte in Japan arbeiten und findet auch einen Job bei der Firma Yumimoto. Viele Jahre später hat sie in ihrem Buch "Mit Staunen und Zittern" über ihre damalige demütigende Abwärtskarriere in dieser Firma geschrieben. Im vorliegenden Buch erwähnt sie ihre Tätigkeit bei Yumimoto nur am Rande. Sie möchte Japanisch lernen, denn das in der Kindheit Erlernte ist völlig vergessen.
"Französisch zu unterrichten schien mir der beste Weg, um Japanisch zu lernen. Ich hinterließ eine Kleinanzeige im Supermarkt: Französisch - Einzelunterricht, attraktiver Preis."

Ziemlich bald meldet sich ein junger Mann bei ihr. Er heißt Rinri, ist ein Sohn einer reichen Tokioter Familie, und so wie es sich Amelie erhofft hat, führt Rinri sie schon bald in die Sitten und Gebräuche seines Landes ein. Doch ihre Hoffnung, durch ihn auch Japanisch zu lernen wird enttäuscht. Rinri spricht ein Französisch, das Amelie vorkommt wie schlechtes Chinesisch. Doch er ist eifrig bei der Sache, umso mehr, als ihm schon nach den ersten gemeinsamem Kontakten seine Lehrein immer besser gefällt. Amelie lässt sich diese Schwärmerei gefallen, beginnt mit ihm auch eine für sie angenehme Beziehung, die sie in der Freizeit, von der sie immer mehr mit Rinri verbringt, die schrecklichen Erlebnisse bei Yumimoto vergessen lässt. Die Stunden, die sie mit Rinri teilt, sind geprägt von gelassener Heiterkeit, Freude und auch sexueller Erfüllung. Durch ihn und mit ihm erlebt sie eine Seite von Japan, die sie liebt, und um die kennen zu lernen sie eigentlich nach Japan zurückgekehrt ist.

Anfang 1991, zwei Jahre nach ihre Ankunft in Japan kehrt sie in die Niederlande zu ihrer Schwester zurück. Die Trennung von Rinri, ihrem japanischen Verlobten, war leicht und freundschaftlich. Jahre später wird sie von ihm erfahren, dass er eine Französin geheiratet hat und sie ist glücklich darüber.

Ein amüsanter Roman mit einer für Nothomb typischen wahrhaft verrückten Geschichte.
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am 19. Juli 2010
Ich bin von Amélie Nothombs Büchern fast immer begeistert. Mein Lieblingsbuch von ihr ist Mit Staunen und Zittern und gleich danach kommen Böses Mädchen,Biographie des Hungers und Die Reinheit des Mörders. Nur an Liebessabotage hatte ich einiges auszusetzen. Das aber nur am Rande.

Mir gefällt ihr sehr individueller, persönlicher Stil. Durch Amélie Nothombs neuestes Buch werden erneut japanische Eigenarten auf's Korn genommen und witzig hinterfragt. Die Darstellung von Rinris Großeltern beispielsweise ist köstlich zu lesen. Die Erlebnisse auf der Insel Sado muten beinahe surrealistisch an. Frau Nothomb ist belesen und intelligent, ohne falsche Bescheidenheit. Sie hat ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge. Man merkt, dass Frau Nothomb durchdrungen ist vom Bedürfnis zu schreiben. Sie schreibt ein Buch nach dem anderen, die in Frankreich durch die Bank Bestseller werden, in Deutschland allerdings ein verhalteneres Echo finden. Sie hat sehr persönliche Bücher geschrieben, wie Mit Staunen und Zittern, das ihre Erfahrungen im japanischen Berufsalltag beschreibt. Dieses Buch korrespondiert mit "Der japanische Verlobte", weil es den gleichen Zeitraum behandelt: Amélie kommt als 21-Jährige nach Japan zurück (sie wurde dort 1967 geboren). "Der japanische Verlobte" handelt von einem jungen Japaner aus betuchtem Hause, dem sie Französisch beibringt. Seine Sensibilität und Zartheit rühren sie und die beiden werden ein Paar.

Mit dem 20-jährigen Rinri teilt sie nicht nur ihre Vorliebe für französische Literatur und ihr Lieblingsgericht okonomiyaki, sondern auch eine reizende Befangenheit miteinander. Die beiden kommen sich sehr nah und verbringen zwei wunderbare Jahre miteinander. Rinris Lieblingsbeschäftigung ist asobu = spielen. Amélie erfährt, dass asubo jedoch nicht mit "to play" gleichzusetzen ist, sondern mit "nicht arbeiten". Jetzt aufgepasst! SPOILERWARNUNG! Für alle diejenigen, die nicht wissen wollen, wie das Buch weitergeht, hier bitte STOP!

Einen Alleingang auf den Berg Kumutori Yama, bei dem sie sich verirrt und in einen Schneesturm gerät, überlebt sie nur mit knapper Not. Auf der Insel Sado macht Rinri ihr einen Heiratsantrag, doch ihr wird bewusst, dass sie sich dem nicht gewachsen fühlt. Sie kann nichts Schlechtes an Rinri finden, doch hat das Gefühl, dass eine Speise nur wirklich köstlich ist, wenn sie etwas Bitteres enthält. Nach zwei glücklichen Jahren denkt Amélie nur noch an Abreise.

Frau Nothomb schreibt dieses Buch sehr offen und mit weniger Ironie als ihre anderen Bücher. Auch kann ich hier nichts Bissiges finden, sondern nehme ihr den Schmerz und den inneren Zweispalt, den sie mit sich ausgefochten hat, durchaus ab. Sie schreibt: "Auch wenn man an jemanden nicht mehr denkt, bleibt er doch unzweifelhaft in einem selbst präsent" und "Manchmal ist eine Flucht auch ein Akt der Liebe".
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Wenn Japan und Belgien aufeinandertreffen dann wird es kompliziert, zumindest zeigt das Buch DER JAPANISCHE VERLOBTE von Amelie Nothomb dies, denn sie versucht einem japanischen Studenten für Französische Sprache ihre Muttersprache beizubringen, am Anfang mit katastrophalen Ergebnissen doch durch die Liebe zwischen beiden mit immer besserem Verständnis. Doch es bleibt schwierig, zu unterschiedlich sind die Kulturen und das Buch zeigt eindeutig auf das auch die Gedankenwege unterschiedlich sind - Liebe findet immer einen Weg? Bei DER JAPANISCHE VERLOBTE von Amelie Nothomb ist es mitnichten so, denn am Ende flieht die Verlobte und der Japaner bleibt alleine zurück.

Das Buch begeisterte mich durch seine Fülle von kleinen Problemen, der immer wieder bekundeten Liebe des Verlobten und doch alles immer wieder unterbrochen durch die strikten und komplizierten Vorgaben der japanischen Gesellschaft

Beide sind gefangen in einem Netz aus gesellschaftlichen Normen und Konventionen, zudem trennt sie eine Sprachbarriere die, Gott sei Dank, immer kleiner wird.

Beide lieben sich oder auch nicht, denn bei Amelie Nothomb weiß man es wirklich nicht und Japaner hat noch keiner durchschaut.

Das Buch ist eine romantische Geschichte ohne Happy End aber auch ohne Trauerschmerz am Ende - beide gehen ihrer Wege und sind wohl glücklich.

Das Buch bietet einen interessanten Einblick in eine Kultur die uns selbst im 21. Jahrhundert immer noch verschlossen ist und undurchschaubar erscheint.

Empfehlenswert
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am 18. August 2010
Ja, so ist Japan bzw. so habe ich Japan auch kennengelernt.
DIe Geschichte als solches ist schön erzählt, aber noch interessanter sind die kleinen Alltags-Geschichten um den Erzählstrang herum. Wer schon mal in Japan war, der wird einiges wiedererkennen.
Und amüsant ist die Geschichte zusätzlich, leicht zu lesen und eine kleine Japankunde.
Lesenswert
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am 16. März 2010
Der japanische Verlobte ist mein erster Nothomb Roman - und wird nicht mein Letzter sein!
Doch der Reihe nach. Vorneweg muss gesagt sein, dass dieses Buch teilweise autobiographisch geschrieben wurde. Amélie Nothomb wuchs als belgische Diplomatentochter die ersten fünf Jahre ihres Lebens in Japan auf. Wurde von Kindermädchen liebevoll großgezogen und verwöhnt. Doch, so ist es Teil eines Diplomatenlebens, musste die Familie weiterziehen, den Himmel auf Erden für die kleine Amélie und ihre Schwester Juliette verlassen. Es folgten u.a. China, USA, Frankreich. Doch mit 21, im Jahr 1989, beschließt Amélie in ihr Heimatland zurückzukehren. Sie nimmt einen Job bei einer renommierten japanischen Firma an und gönnt sich davor ein Jahr lang eine Auszeit, um Land und Leute und vor allem die ihr fremdgewordene Sprache wieder kennen zulernen. Um sich finanziell über Wasser halten zu können gibt Amélie Französischunterricht und trifft dort Rinri...ihren japanischen Verlobten.

Hier fängt der eigentliche Roman an. Ein paar Tage nachdem sie eine Announce für ihren Französischkurs aufgab trifft sie sich mit Rinri in einem angesagten Cafe. Rinri ist 20 Jahre alt, gutaussehend und studiert - eigentlich - schon drei Jahre lang Französisch. Doch was Rinri so von sich gibt erschüttert die sprachbegabte Ausländerin. Seine Aussprache ist ein Kauderwelsch aus Japanisch, Englisch und einem Hauch von Französisch. Mit Händen und Füßen versucht Amélie Rinri einfache Wörter und Sätze beizubringen - vergebens. Nach der vorher ausgemachten Stunde zum Kennenlernen, schätzt die Laienpädagogin ihre Chancen auf diesen Job eher gering ein. Doch Rinri scheint an ihr Gefallen gefunden zu haben. Er möchte sie als seine Sensei - als seine Meisterin der französischen Sprache. Sie verabreden sich zu einer weiteren Unterrichtsstunde. Doch bei dem einfachen Unterricht bleibt es nicht lange.

Was folgt ist mit eigenen Worten schwer zu beschreiben. Platt und Oberflächlich könnte man jetzt einfach schreiben, dass Amelie "ihr" Land und "ihre" Kultur wieder entdeckt. Sie einatmet und lebt. Doch das würde der Geschichte des "japanischen Verlobten" nicht gerecht werden. Amélie Nothomb entführt den Leser in ihr Japan, in ihren Alltag. Durch die Beziehung zwischen ihr und Rinri hat die Autorin einen tollen Vergleich zwischen der westlichen Welt und der japanischen Welt aufbauen können, ohne lehrerhaft die Unterschiede zu verdeutlichen. Beide lernen voneinander, sind voneinander fasziniert, ziehen sich gegenseitig an. Rinri, der weltoffene, neugierige Japaner von Amélie. Und Amélie, die japanverliebte Ausländerin, die so gerne eine echte Japanerin werden möchte. Amélie Nothomb hat eine tolle, leichte Sprache benutzt um uns in ihr Leben hineinzuziehen. Mit viel Charm und gut gesetztem Humor erzählt sie, wie sie Japan entdeckt, Rinri näher kommt und letztenendes auch wieder flieht - vor Japan und Rinri.
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am 3. September 2014
Ein teils lustiger, teils tiefsinniger Einblick in das japanische Beziehungsleben
Dieses Buch wurde mir geschenkt und dafür bin ich sehr dankbar.

Obwohl Amélie Nothomb eine Welt-Bestsellerin ist, waren sie und ihre Bücher mir bisher unbekannt. Sie beschreibt in diesem Buch ihren 2-jährigen Aufenthalt in Tokyo mit ihrem Freund/Verlobten Rinri.
Ihre Sprache ist gleichzeitig luftig, leicht und lustig, und gleichzeitig aussagekräftig, schön, tiefsinnig und nachdenklich. Viele ihrer Sätze lassen einen Nachdenken oder Schmunzeln.

Nach diesem Buch habe ich noch mehr Lust auf Japan bekommen, und darauf mehr Bücher von dieser wunderbar, talentierten Schriftstellerin zu lesen!
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