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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der arme Monsieur Hire
Nach den 75 Maigret-Krimis von Georges Simenon wagt sich der Diogenes-Verlag an die Herausgabe von 50 "Ausgewählten Romanen" (in chronologischer Reihenfolge ihrer Niederschrift). Das vorliegende Werk stammt aus dem Jahre 1932.
Monsieur Hire wohnt - wie bei Simenon fast zu erwarten - in einem Pariser Hinterhof. Er lebt von Geschäften hart am Rande der...
Veröffentlicht am 1. November 2010 von Amazon Kundenrezensionen

versus
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Maigret-Roman ohne Maigret
Simenon stellt uns in diesem eher kleinen Werk ein "armes Schwein" vor, das auf Grund seines Wesens, Aussehens und Provenienz die negativen Vorurteile aller erfüllt.

Nachdem ein "Lustmord" in direkter Nachbarschaft geschehen ist, sind sich alle sicher, dass nur einer dafür in Frage kommt. Im Zuge des Kesseltreibens erleben wir einen verzweifelt...
Veröffentlicht am 30. August 2006 von Karl-Heinz Heidtmann


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der arme Monsieur Hire, 1. November 2010
Von 
Amazon Kundenrezensionen "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire: Ausgewählte Romane (Broschiert)
Nach den 75 Maigret-Krimis von Georges Simenon wagt sich der Diogenes-Verlag an die Herausgabe von 50 "Ausgewählten Romanen" (in chronologischer Reihenfolge ihrer Niederschrift). Das vorliegende Werk stammt aus dem Jahre 1932.
Monsieur Hire wohnt - wie bei Simenon fast zu erwarten - in einem Pariser Hinterhof. Er lebt von Geschäften hart am Rande der Legalität; dazu ist er kontaktarm, ja kontaktscheu (vor allem gegenüber Frauen). Einzige Ausnahme: Die Frau, die ihm gegenüber wohnt; ihr sieht er nachts beim Ausziehen zu und verfolgt sie auch regelmäßig auf der Straße.
Als eines Tages in der Nähe von Monsieur Hire ein brutaler Mord passiert, muss Monsieur Hire der Täter sein - so wollen es Polizei und Volksseele...
Natürlich wird man beim Lesen immer wieder an die Maigret-Romane erinnert: Das Werk spielt in Paris; man fährt mit Monsieur Hire mit der Metro und wandert mit ihm durch die vielen Straßen der Stadt (auch wenn Paris damals viel kleiner war als heute). Aber: Die Psychologie spielt in diesem Roman eine weit größere Rolle. Monsieur Hire ist ein "armes Schwein", das immer mehr in die Enge getrieben wird. Niemand liebt ihn, niemand glaubt an seine Unschuld, niemand akzeptiert sein "Anderssein" - und all das führt letztlich zur Tragödie...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschenjagd auf einen Außenseiter, 9. Oktober 2010
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire: Ausgewählte Romane (Broschiert)
Von April 2008 bis September 2009 veröffentlichte der Diogenes Verlag Zürich sämtliche Maigret-Romane von Georges Simenon Immerhin 75 - also eine editorische Meisterleistung. Jeden Monat vier Krimis mit dem Pariser Kommissar Maigret. Doch dann war Schluss und viele Leser litten bald unter Entzugserscheinungen.

Da kam natürlich die berechtigte Frage auf: Wo bitteschön bleiben denn die anderen Romane des Meisters, die Non-Maigrets? Und der Diogenes Verlag ließ sich nicht lange bitten: im Oktober 2010 beginnt er mit der Herausgabe der "Ausgewählten Romane in 50 Bänden" in der chronologischen Reihenfolge ihrer Niederschrift und in revidierten Übersetzungen.

Start dieser neuen Reihe und damit Band 1 bildet der Roman "Die Verlobung des Monsieur Hire", in dem Georges Simenon nicht die Auflösung eines Kriminalfalls in den Mittelpunkt stellt, sondern einen Kriminalfall zum Auslöser seiner Geschichte macht.

In einem Pariser Vorort ist eine Prostituierte ermordet worden. Ein sadistisches Verbrechen, bei dem die polizeilichen Ermittlungen nicht vorankommen wollen. Der unscheinbare Monsieur Hire, der zurückgezogen in einem Hinterhof wohnt, wird verdächtigt. Die Concierge des Mietshauses hat ihren Verdacht der Polizei mitgeteilt und seitdem wird der kleine und dickliche Mann mit dem Schnauzbärtchen rund um die Uhr beschattet. Es gibt zwar keine Indizien, aber dieser Sonderling ist allen unheimlich. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis man ihn überführen wird. Und das möglichst schnell, damit in dem beschaulichen Viertel wieder Ruhe einziehen kann.

Monsieur Hire ist ein Außenseiter. Tagsüber sitzt er in einem Kellerbüro und betreibt ein undurchsichtiges Geschäft. Er inseriert in kleinen Zeitungen und sendet interessierten Lesern, die ihre Zeichenkünste verbessern wollen, schließlich kleine Päckchen mit irgendwelchen Malkästen und Malvorlagen.

Wenn Monsieur Hire jedoch abends nach Hause kommt, beobachtet er von seinem Fenster aus seine Nachbarin, die verführerische Mademoiselle Alice. Es ist seine heim-liche Leidenschaft, der jungen Frau bei der Nachttoilette und bei ihrer allabendlichen Bettlektüre zuzusehen. Immer wieder genießt er ihren wollüstigen Körper.

Den freien Sonntag verbringt Monsieur Hire damit, der hübschen Nachbarin und ihrem Liebhaber unauffällig auf den Sportplatz oder ins Kino zu folgen. Während ihr Freund ahnungslos ist, bemerkt Alice dieses Nachspionieren und wirft ihm hin und wieder einen Blick zu, ein Lächeln, ja sie scheint ihm sogar Zeichen zu geben. Und eines Abends steht sie vor seiner Tür.

Als Monsieur Hire eine polizeiliche Vorladung erhält, überschlagen sich die Ereignisse. Immer wieder versucht er, einen Brief an den Staatsanwalt aufzusetzen. Oder sollte er mit Alice fliehen? Ein Gedanke, der schließlich ins Verderben führt.

In "Die Verlobung des Monsieur Hire" erweist sich Georges Simenon als ein meisterhafter Schilderer der menschlichen Einsamkeit, als Anwalt der Versager, der Erniedrigten und Beleidigten. Der Roman schildert eine Menschenjagd, denn Monsieur Hire hat sich eigentlich nichts zu Schulden kommen lassen, aber die Nachbarschaft und die Polizei brandmarken ihn und treiben ein übles Psychospiel mit ihm. Simenon gestaltet hier den Ausbruch der Massenseele, wie sie, aufgehetzt und ohne eigenes Urteil, von Affekten und Impulsen blind getrieben wird.

Der Roman, der 1933 unter dem Originaltitel "Les fiancailles de Monsieur Hire" erschien, wurde erst 1978, also 45 Jahre später, in deutscher Sprache veröffentlicht. Außerdem wurde er mehrfach verfilmt, u.a. mit Michel Simon in der Hauptrolle (1946).

Manfred Orlick
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein subtiles Kammerspiel, 29. August 2005
Ein leises Buch - leise selbst für einen Simenon. Und gleichzeitig ein distanziertes Buch - distanziert selbst für einen Simenon. Und doch berührt die Novelle (Kriminalroman mag man zu diesem zurückgezogenen Kammerspiel ohne Suspense und Tätersuche nicht sagen) um den einsamen, eines Mordes bezichtigten Monsieur namens Hire in ganz besonderer Weise. Was uns hier vorgeführt wird ist eine Tragödie, die tief in unsere Gesellschaft hineinreicht, unseren Umgang miteinander, eine Tragödie mit den Mitteln eines Kammerspiels, leise und genau dadurch umso eindringlicher.
Sicher, auch die hier andernorts gelobte Verfilmung von Patrice Leconte ist meisterlich, doch zeichnet sie einen anderen Hire, einen willensstarken, einen filmgemäßen Gegenspieler für die Polizei, was der Hire Simenons zu keiner Zeit ist, einen Menschen, der durch seine Unfreundlichkeit die Ablehnung der anderen provoziert, wo doch Simenons Hire ganz im Gegenteil mit Entschuldigungen auf den Lippen durchs ihn zurückweisende Leben stolpert. Der Film hebt einen Inspektor aus den holzschnittartigen Skizzierungen Maigrets hinaus, gibt Erklärungen für sein Tun und schwächt gerade dadurch die fast surreale Situation der befremdenden Überwachung Hires.
Es ist eine andere Geschichte, die der Film erzählt, auch er auf seine Art und durch die versiert genutzten audiovisuellen Mittel bewegend, eine viel tiefere Intimität, die er in der Beziehung zwischen Hire und Alice zeichnet. Doch die Geschichte wird damit zur Geschichte zwischen zwei Menschen und eines Verrats, nicht zum Schicksal eines Einzelnen in der ihn wie einen Fremdkörper ausstoßenden Umwelt.
Man kann nur empfehlen, sich beide zu Gemüte zu führen: Film und Buch (insbesondere das von Bögel im bester simenonscher Nüchternheit vorgetragene Hörbuch) und sich sein eigenes Bild zu machen: welcher Hire geht einem näher? Beide sind auf ihre Art bewegende Kleinode, die lange in einem nachhallen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke, Diogenes!, 2. Dezember 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire: Ausgewählte Romane (Broschiert)
Wer nach 75 Maigret-Romanen schmerzhaft feststellen musste, dass nun ein Ende erreicht ist, kann sich auf noch viel mehr Simenon freuen. Und er wird feststellen, dass vieles vertraut wirkt: Das Paris der 30er bis 50er Jahre, brilliant beschriebene Schauplätze, atmosphärisch dichte Handlung, interessante, psychologisch stimmige Charaktere; kurz: alles, was die Qualität Simenons ausmacht, gibt es nun in 50 Non-Maigret-Romanen, die der Digogenes Verlag neu aufgelegt und in bewährter Form und aktualisierter Übersetzung herausgegeben hat.

Monsier Hire ist eine arme Sau. Schon als Kind fett und von allen gehänselt, lebt er ein einsames Leben zwischen seiner kalten Wohnung und seinem Arbeitsplatz, den er sich im Keller eines Pariser Gebäudes eingerichtet hat. Sein einziger Lichtblick ist die hübsche Nachbarin, die er abends von seinem Fenster aus beobachtet.

Als ein Mord an einer Prostituierten geschieht und man in Hires Zimmer die Handtasche der Toten findet, beginnt eine Hetzjagd auf den offensichtlichen Mörder.

Eine brilliante psychologische Studie.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der Psychologie, 6. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire: Ausgewählte Romane (Broschiert)
Da stirbt ein Mann unter dramatischen Umständen und die Menge gafft mit Sensationslust. Keiner hat Mitgefühl. Die Verantwortlichen haben weder Unrechtsbewusstsein noch Schuldgefühl. Es ist die Kunst Simenons, dass sich der Leser über dieses Ende nicht wundert, die Schuld vielleicht sogar beim Opfer sucht.
Die Erzählung saugt den Leser in die ärmliche Welt eines Pariser Vorortes zur Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Die Verhältnisse sind geordnet aber spießbürgerlich eng. Alle kämpfen ums eigene Überleben. Die Angst vor einem, der anders ist, hebt die Moral auf. Im Streben nach dem eigenen Glück wird der Andere zum bedeutungslosen Ungeziefer. Der Aussenseiter wird zum Freiwild, gleichgültig wie verletzlich er ohnehin ist.
Spielerisch leicht und spannungsreich erklärt Simenon das Menschheitsproblem des " homo hominem lupus " besser als ein Lehrbuch der Psychologie. Die Lektüre dieses Buches gehört zur Grundausstattung eines gebildeten Menschen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Menschenjagd, 23. November 2007
Von 
Heinrich Weber (Reutlingen, Ba-Wü) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire (Taschenbuch)
um eine Menschenjagd geht es hier. Monsieur Hire hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, aber er ist ein Sonderling, der unter vielen Zwängen lebt und in seinem Leben nichts zustande bringt. Er verdient seinen Lebensunterhalt mit kleinen Gaunereien. Als in der Nachbarschaft eine Prostituierte ermordet wird, fällt der Verdacht auf ihn.
Zu Beginn teilt man selbst den Verdacht. Simenon vollbringt im Verlauf des Buches das Kunststück, dass wir uns beim näheren Kennenlernen der Person des Mousieur Hire plötzlich auf seiner Seite wiederfinden, auf der Seite dessen, dem so viel Ungerechtigkeit widerfährt und der stets unverstanden bleibt, dem seine Umwelt nur mit Verachtung entgegentritt.

Allein schon das Erlebnis, sich in die eigenartigen Welt des Monsieur Hire versetzen zu lassen ist es wert, dieses leise und wunderbar unaufdringliche Buch zu lesen.
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4.0 von 5 Sternen Geradlinige Geschichte, 14. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire (Taschenbuch)
Ein Vorort von Paris: eine Prostituierte ist ermordet worden. Monsieur Hire wird verdächtigt. Ein kleiner dicker Mann mit einem gekräuselten Schnurrbart. Jeden Morgen geht er mit der Aktentasche aus dem Haus und kommt am Abend zurück. Sonst weiß man nichts von ihm. Es gibt auch keine Indizien, die gegen ihn sprechen, aber einer muss es ja gewesen sein. Dieser Sonderling ist sowieso allen irgendwie unheimlich. Die Polizei ermittelt; er muss nur noch überführt werden, möglichst schnell, damit wieder Ruhe einzieht ins Viertel. Erzählt wird die Geschichte Monsieur Hires, dessen heimliche Leidenschaft es ist, nachts im dunklen Zimmer hinterm Fenster stehend, das schöne Dienstmädchen von gegenüber zu beobachten. Als diese ihm ihrerseits Zuneigung signalisiert, gerät er in den Strudel der Ereignisse...
Georges Simenon, vor allem durch seine Kommissar-Maigret-Erzählungen bekannt geworden, stellt in diesem Roman nicht die meisterhafte Aufklärung eines Kriminalfalles dar, sondern der Kriminalfall dient als Hintergrund und Auslöser der Geschehnisse. "Die Verlobung der Monsieur Hire" trägt novellenhafte Züge, eine unglaubliche Begebenheit, klar und schnörkellos erzählt, die den Leser in ihren Bann zieht, ihn gleichsam zum Voyeur macht, welcher das Treiben aus sicherer Entfernung mitverfolgt. Und auch wenn man den Ausgang der Geschichte kennt, verliert sie nichts von ihrer Wirkung; ein Buch, das man auch ein zweites und drittes Mal liest... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Maigret-Roman ohne Maigret, 30. August 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire (Taschenbuch)
Simenon stellt uns in diesem eher kleinen Werk ein "armes Schwein" vor, das auf Grund seines Wesens, Aussehens und Provenienz die negativen Vorurteile aller erfüllt.

Nachdem ein "Lustmord" in direkter Nachbarschaft geschehen ist, sind sich alle sicher, dass nur einer dafür in Frage kommt. Im Zuge des Kesseltreibens erleben wir einen verzweifelt verliebten Unschuldigen, der zudem als einziger weiß, wer der wirkliche Mörder ist. Doch aus diesem Kessel gibt es kein Entrinnen. Monsieur Hire muss hängen ...
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erreicht bei weitem nicht die Qualitäten des Films, 7. Mai 2001
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Verlobung des Monsieur Hire (Taschenbuch)
Die Polizei sucht den Mörder einer Prostituierten. Warum ausgerechnet Mr. Hire beschattet wird, ist nicht ganz klar. Vielleicht liegt es daran, dass er bereits einmal wegen eines Sittlichkeitsdelikts hinter Gittern saß. Oder daran, dass seine derzeitigen Geschäfte sich hart am Rande der Legalität bewegen. Mr. Hire weiß wohl um seine Beschatter. Aber er schweigt. Er kennt den wahren Täter, hat sich jedoch in dessen Freundin verliebt. Und je näher er das Mädchen kennenlernt, desto sicherer ist sich Mr. Hire, dass sie mit ihm gehen wird, in die Schweiz, dorthin, wo weder Polizei noch Freund sie finden können. Doch die seltsame „Verlobung" findet nur im Kopf des einsamen Mannes statt. Und als er aus seinem Traum erwacht, kommt es zur Katastrophe.
Die Geschichte variiert Simenons Lieblingsthema vom kleinen, einsamen Mann, der mehr durch Zufall denn durch Eigenverschulden aus der Bahn geworfen wird. Die Tristesse des Alltags, die Schicksalsergebenheit des Protagonisten und Hoffnungslosigkeit reizt Simenon hier tiefer aus als je zuvor. Dabei ist der im Frühjahr 1933 entstandene Roman alles andere als ein Meisterstück. Wie selten sonst ringt er immer wieder mit der Erzählperspektive. Als gelänge es ihm nicht, sich auch nur in eine seiner Figuren hineinzuversetzen, tritt er immer wieder zurück, schaut sie von außen an, beschreibt ihr Auftreten, um dann wieder ihre Gefühlswelt anzutasten. Diese häufigen Sprünge der Perspektive sind ärgerlich und lassen den Verdacht auftauchen, es handle sich bei dem Roman um ein erst später wieder herausgekramtes Skript aus der Zeit erster Schreibversuchen.
Berühmt wurde das Buch denn auch nicht aus eigener Kraft, sondern dank der genialen Verfilmung durch Patrice Leconte, der sämtliche Fehler und Probleme des Romans eliminierte und den roten Faden der Erzählung gekonnt herausschälte. Ein wenig von dieser atmosphärischen Dichte des Films findet sich auch im Roman selbst. Die Geschichte ist „typisch Simenon", der Stil liegt weit unter dem Können des Autors.
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Die Verlobung des Monsieur Hire: Ausgewählte Romane
Die Verlobung des Monsieur Hire: Ausgewählte Romane von Georges Simenon (Broschiert - 28. September 2010)
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