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5.0 von 5 Sternen Köstlich: Paul, Tito und Mama Burrito
Der neue Roman von Arnon Grünberg dreht sich um mexikanische Immigranten in New York und damit um die Brüder Tito und Paul sowie ihre schöne Mutter Raffaella. Grünberg dokumentiert in seinem Grosstadtroman die Geschichte von Protagonisten, die den Weg suchen zu Ruhm und Reichtum, aber wissen, dass sie diese nicht erreichen werden.

"Im...
Veröffentlicht am 2. Mai 2007 von Thomas

versus
3.0 von 5 Sternen der heilige des unmöglichen...
...ich kann die begeisterung der anderen rezensenten leider nicht so uneingeschränkt teilen. ich bin erst im letzten jahr auf arnon grünberg gestoßen. nachdem ich tirza gelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr. aber des heilige des unmöglichen ließ mich enttäuscht zurück. zu wenig vielschichtig und auch das gefühl die charaktere...
Vor 20 Monaten von blixa veröffentlicht


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Köstlich: Paul, Tito und Mama Burrito, 2. Mai 2007
Der neue Roman von Arnon Grünberg dreht sich um mexikanische Immigranten in New York und damit um die Brüder Tito und Paul sowie ihre schöne Mutter Raffaella. Grünberg dokumentiert in seinem Grosstadtroman die Geschichte von Protagonisten, die den Weg suchen zu Ruhm und Reichtum, aber wissen, dass sie diese nicht erreichen werden.

"Im Moment, da wir das schreiben, sind wir sechs Jahre, vier Monate, zwei Wochen und einen Tag in Amerika.". Die Geschichte dreht sich um die Immigrantenfamilie mit Raffaella und ihren beiden Söhnen Tito und Paul. Raffaella ist noch sehr schön, "weil sie uns sehr jung bekommen hat", umschreibt das erzählende Brüderduo ihre attraktive Mutter, die alle paar Tage mit einem anderen Verehrer in die kleine Wohnung in New York kommt.

"Mama Burrito"

Schliesslich tritt Ewald Krieg in das Leben von Raffaella, Tito und Paul, ein intellektueller Liebhaber mit grossen Ideen. Er überredet Rafaella, die als Barfrau viele männliche Kunden an den Tresen lockt, zu kündigen und eine eigene Firma aufzumachen. "Mama Burrito" soll sie heissen, ein mexikanischer Traum in der Plastikschale, der nach zuerst nur in Queens, bald aber in der ganzen Welt berühmt sein soll. Dass der überstellige und merkwürdige Eindringling bald die ganze Wohnung mit Essensvorräten, Kühlanlagen und Kartonverpackungen belagert, ist für Tito und Paul mehr als ein Indiz, der Sache mit einem kritischen Blick entgegenzutreten. Viel interessanter finden die beiden Söhne aber Kristin. Die mysteriöse Mitschülerin ist die Angebetete von Paul und Tito. Sie wollen mit der Kroatin "alles machen" bis sie so schwitzen, "dass du drei Badewannen mit unserem Schweiss voll kriegst". Kristin verlangt im Gegenzug von den Brüdern, dass sie ewig von diesen verehrt wird.

Auf dem Weg zu Ruhm und Reichtum

Werden es die drei Immigranten mit Mama Burrito zu Ruhm und Reichtum schaffen? Insgeheim ahnen Raffaella, Tito und Paul das Unheil voraus, sie wissen, dass diese Sisyphos-Arbeit zu keinem positiven Ende führen wird. Arnon Grünberg erzählt von dieser Bitterkeit des Bewusstseins gekonnt locker und lässt den Leser auf der Gratwanderung zwischen der Hoffnung der Immigrantenfamilie und dem Gefühlskarussel, bei dem einem das Lachen im Hals stecken bleibt, während man die Tränen nur mit Mühe zurückhält.

Köstlicher Sarkasmus

Die Sprache von Arnon Grünberg ist einzigartig. Er erzählt mit einer tiefgründigen Leichtigkeit ("Leidenschaft ist, wenn es einem gelingt, sie ganz, ganz hungrig zu machen, so hungrig, dass sie vor Hunger fast verrückt werden" oder "wenn er gute Laune hat, ist Gott nicht geizig"), Fröhlichkeit ("Du hast die schönsten Augen, das schönste Haar und deine süssen Brüste sind drei weisse Mercedes-Cabrio wert."), und immer wieder sehr frischen, lustigen Dialogen. Die Sätze widerspiegeln das Lebensgefühl einer jungen Generation, die sich nicht selten zwischen Tragödie und Komödie im Sarkasmus verheddert.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Abstand das beste Buch, das Arnon Grünberg bisher veröffentlicht hat, 26. Februar 2007
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Arnon Grünberg, ein seit vielen Jahren in New York lebender jüdisch-holländischer Schriftsteller ist ein großer Meister eines sarkastisch-grotesken Stils, mit dem er in seinen Büchern irritierend hoffnungslose Figuren beschreibt. Sie stehen auf der Verliererseite des Lebens und obwohl sie es mit Macht versuchen, können sie ihrem armseligen Leben in einer als sinnlos empfundenen Welt keinen Sinn abgewinnen.

In seinen beiden letzten in Deutschland bei Diogenes, seinem Hausverlag, veröffentlichten Büchern Der Vogel ist krank" (2005) und Gnadenfrist" (2006) nehmen seine Protagonisten, die durchaus ein wohlhabendes Leben führen ohne konkrete Not, ein tödliches Ende. Und ihr physischer Tod ist jedes Mal Metapher für einen sozialen Tod, den sie schon seit vielen Jahren langsam gestorben sind. Beide Bücher waren für den Leser keine leichte Kost, besonders nicht für denjenigen, der einen großen Teil seines Lebens damit verbringt, einen solchen Lebenssinn immer wieder zu entdecken und es seinen Kindern zu vermitteln.

Das hier vorliegende Buch, das ich als das bisher beste Arnon Grünbergs bezeichne, fällt aus der Reihe seiner nihilistischen Romane der letzten Jahre heraus. Der Heilige des Unmöglichen" wurde in Holland schon 1998 veröffentlicht und spielt in Grünbergs Wahlheimat in New York. Das Buch erzählt warmherzig und gefühlvoll die Geschichte der beiden Brüder Tino und Paul Andino. Sie leben mit ihrer Mutter Raffaela, die als Kellnerin arbeitet und sich und ihre Jungs mit ihren Verehrern" über Wasser hält, in einer abgewrackten Wohnung in New York. Beide Brüder arbeiten natürlich illegal; sie fahren nachts Burritos und Chili Tacos aus. Sie träumen von einem anderen Leben, und - 18- und 19-jährig, natürlich auch von Frauen und Mädchen.

Als sie Kristin kennen lernen, ist es mit ihnen geschehen. Dieses seltsame Mädchen, es stellt sich heraus, dass sie als Prostituierte arbeitet, besetzt ihre Gedanken und Gefühle. Sie führt sie in die Liebe ein und schwört das Brüderpaar darauf ein, was sie der Nachwelt über sie zu erzählen hätten. Auch dieses Mädchen sucht nach Sinn und Erfüllung in einer Welt, in der sie keine Chance hat. Als sie später eine furchtbare Tat begeht, berichten die verzweifelten und trauernden Brüder der Polizei von einem Menschen, dem niemand eine solche Tat zugetraut hätte.

Auch Raffaela , die Mutter träumt von einem besseren Leben, besonders als sie Ewald Krieg trifft, der ihr den Floh ins Ohr setzt, eine eigene Burrito-Küche in ihrer Wohnung aufzumachen. Nach kurzer Zeit schon schreitet das Gesundheitsamt ein, der Traum ist vorbei und Krieg verschwunden.

Indem die beiden Brüder diese ganze Geschichte in ihr kleines Heft schreiben, versuchen sie dem allen einen Sinn zu geben. Sie ergeben sich nicht in ihr Schicksal, ja, sie hadern noch nicht einmal damit. Grünberg zeigt großes, für ihn ungewohntes Mitgefühl mit seinen Figuren, und treibt seinen Leser vom Impuls des Lachens, das ihm dann doch im Halse stecken bleibt, bis hin zu Gefühlen des Mitleids und der Trauer über solche Verhältnisse, in denen Menschen auf dieser Welt leben müssen.

Der Heilige des Unmöglichen ist der Heilige Antonius, zu dem die beiden Brüder immer wieder beten, weil sie die Hoffnung nicht aufgeben wollen, dass das Unmögliche geschieht und ihr Leben wieder in Ordnung kommt und auch sie ein Stück von dem großen Kuchen abbekommen.

Ein warmherzig geschriebene, mit den Verlierern dieser Welt auf tiefste Weise solidarische Geschichte und mit Abstand das beste Buch, das Arnon Grünberg bisher veröffentlicht hat.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie auch immer er es macht, er macht es großartig, 28. Februar 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist immer wieder eine Freude, ein Buch von Arnon Grünberg in die Finger zu bekommen. Und da stört es auch nicht, wenn das Buch beinahe zehn Jahre alt ist. Diogenes sei Dank, daß sie auch beinahe vergessene Bücher ausgraben.

In Arnon Grünbergs unnachahmlichen Stil, der mich in seinen besten und witzigsten Momenten an den guten, alten Albert Cohen erinnert, wird hier knapp und präzise eine absonderliche Geschichte von zwei Brüdern erzählt. Daß der Autor dabei nicht einmal verrät, welcher der Brüder hier der Erzähler ist, kommt auf die Plusliste von Mr Grünberg. Ich weiß nicht, wie er es macht, aber er überrascht mich jedes Mal aufs Neue. Und für Passagen wie die folgende, fehlen mir einfach die Worte:

--- Gott hat sehr große Augen. So groß, daß jeder ihn erkennen würde, wenn er die Straße entlangkäme. Darum trägt er immer eine Sonnenbrille. Seine Augen sind groß und rot, und abends leuchten sie im Dunkeln. Wenn man eine Zigarette an seine Augen hielte, würde sie von selbst angehen. So heiß sind sie. Darum nimmt er die Sonnenbrille auch nie ab. Trotzdem setzt er sich gerne neben einen, zum Kuscheln. Gott kuschelt gern. Zum Warmwerden. Denn Gott liebt Wärme. Aber wenn du ihn wegstößt, wird Gott wütend. Wenn du sagst: "Nicht, Gott!" - dann beginnt seine Stimme zu brüllen wie ein Orkan. Dann packt er deine Hand und hält sie so fest, daß du dich nicht mehr losreißen kannst. Er nimmt die Zigarette, die er grad mit seinen Augen angezündet hat, aus dem Mund und drückt sie in deiner Handfläche aus. Ganz langsam, daß es fast eine Ewigkeit dauert. Dann sagt er: "Du Schlampe". Er kennt viele häßliche Wörter und steckt sich sofort eine neue Zigarette an, denn Gott ist Kettenraucher. ---

Für manche ist Grünbergs Stil zu schräg, sie können mit dem Humor nichts anfangen und finden die Bilder einfach nur merkwürdig. Mich hat er mit dem ersten Buch geködert und ich wünschte, er würde jedes halbe Jahr einen Roman veröffentlichen. Mir ist die magische Formel unklar, in der seine Bücher entstehen, und ich werde mich davor hüten, diese Formel jemals aufzulösen. Etwas Magie muß sein. Und zum Abschluß ein letzter Auszug aus dem Roman:

--- Dann hielt sie wieder die Luft an. Und pustete.
"Ich tu als wäre ich unter Wasser", sagte sie, "müßt ihr auch mal probieren." ---
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3.0 von 5 Sternen der heilige des unmöglichen..., 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Heilige des Unmöglichen (Broschiert)
...ich kann die begeisterung der anderen rezensenten leider nicht so uneingeschränkt teilen. ich bin erst im letzten jahr auf arnon grünberg gestoßen. nachdem ich tirza gelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr. aber des heilige des unmöglichen ließ mich enttäuscht zurück. zu wenig vielschichtig und auch das gefühl die charaktere nur oberflächlich kennen gelernt zu haben bleibt leider...
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Der Heilige des Unmöglichen
Der Heilige des Unmöglichen von Arnon Grünberg (Broschiert - 21. Februar 2012)
EUR 8,90
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