MSS_ss16 Hier klicken Sport & Outdoor Frühling Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic GC FS16

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen27
4,7 von 5 Sternen
Format: Broschiert|Ändern
Preis:12,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 28. Dezember 2010
Wer Dobellis frühere Werke gelesen hat, wird von 'Massimo Marini' positiv überrascht sein. Anders als die eher introspektiven Frühwerke des Autors, ist dieser Roman von reicher Dramatik gezeichnet. Kunstvoll gelingt es Dobelli, ganz verschiedene Ebenen und Themen zu einem stimmigen Ganzen zu verweben, ohne jemals schwerfällig zu werden. Im Gegenteil, Massimo Marini ist ein leichtfüßiger Roman, der sich ' trotz ernsthafter Thematik ' mühelos liest. Am meisten beeindruckt hat mich die Geschichte mit dem Koffer, in dem der Säugling Massimo Marini am Ende der 50er Jahr in die Schweiz geschmuggelt wird. Die Szene steht symbolisch für die Demütigung, die italienische Einwanderer in die Schweiz (oder Deutschland) erfuhren. 'Massimo Marini' ist ein ernstes und ein leichtes Buch, ein wunderbar gestalteter Roman, der glänzende Unterhaltung bietet. Es ist ein Buch, das mit jeder Seite packender wird und mich am Ende kaum mehr losgelassen hat.
0Kommentar|15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Als moderne griechische Tragödie hat Rolf Dobelli seinen Roman beschrieben, und diese Bezeichnung trifft den Nagel auf den Kopf. Aufstieg und Fall eines scheinbaren Götterlieblings schildert der Autor dank dem geschickten Einsatz des Ich-Erzählers Wyss aus relativer Distanz, in klarer, kraftvoller Sprache. So ergibt sich die verstörende Dramatik des Romans scheinbar von allein, nichts wirkt hier gekünstelt und konstruiert - auch wenn eine Analyse nach der Lektüre natürlich zeigt, dass der Autor nichts dem Zufall überlassen hat, sondern Figur für Figur, Szene für Szene, jeden Zusammenhang, jede Interaktion seiner Charaktere sorgfältig entworfen hat.

Den Hintergrund dieses an eine Familiensaga erinnernden Romans bildet das Schicksal vieler italienischer Zuwanderer in der Schweiz, die man Fremdarbeiter nannte, und die lange nach Möglichkeit aus der Schweizer Gesellschaft ausgesperrt blieben. Sensibel befasst sich Rolf Dobelli mit diesem Thema, das auch in Deutschland nichts an Aktualität eingebüßt hat. Dennoch stehen sein Massimo und dessen Eltern für sich, dienen nicht als Galionsfiguren für eine sozialkritische Betrachtung. Diese eventuell auszuführen, bleibt dem Leser selbst überlassen. Auch in anderer Hinsicht darf der Leser gelegentlich überlegen, ob er eine Andeutung weiterspinnen und der Tragödie eine weitere Facette verleihen will. Raum für Interpretationen ist trotz der an sich klaren "Story" immer gegeben.

Ein brillanter Roman, spannend von der ersten bis zur letzten Seite, dabei tiefgründig, von fesselndem Stil und kraftvoller Sprache. Ausgesprochen empfehlenswert!

Eine Leseprobe aus "Massimo Marini" gibt es auf der Website des Diogenes Verlags.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. November 2010
Der Schriftsteller Rolf Dobelli hat mit "Massimo Marini" einen wunderbaren Roman geschaffen. ZDF Aspekte bezeichnet Massimo Marini als "'Thriller von der Wucht einer griechischen Tragödie"'. So läuft die Geschichte: Massimo Marini, geboren in Italien, wird als viermonatiger Säugling am Ende der Fünfzigerjahre von seiner Mutter in die Schweiz geschmuggelt. Illegal in der Schweiz, wird er acht Jahre lang versteckt. Er arbeitet sich hoch, macht das Abitur, studiert Philosophie und wandert in die linke Szene ab. Mit dreißig stirbt sein Vater, und Massimo übernimmt das Baugeschäft, das sein Vater aufgebaut hat. Das Baugeschäft hat sich auf Tunnelbauten spezialisiert. Massimo gelingt es, den Auftrag für den Gotthardbasistunnel an Land zu ziehen. Massimo strotzt vor Erfolg und verliebt sich in eine jüngere Cellistin aus dem Zürcher Geldadel. Damit ist sein Höhepunkt erreicht. Der Niedergang seines Lebens beginnt, als sein 15-jähriger Sohn entführt und schließlich umgebracht wird.

Massimo Marini ist nicht nur ein überzeugender Entwicklungsroman, sondern ein Gesellschaftspanorama der letzten 50 Jahre. Selten ist es einem Autor so gut gelungen, gesellschaftliche Themen in eine spannende Geschichte zu packen. Dass Dobelli kein eingekapselter Schriftsteller ist, sondern ein Autor und Unternehmer, der mit beiden Füssen auf dem Boden steht, merkt man jedem seiner Sätze an. Mit diesem Buch ist dem Schweizer ein großer Wurf gelungen. Massimo Marini ist zweifellos einer der besten Romane der letzten Jahre.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. August 2011
"Massimo Marini" ist ein Buch, welches seinesgleichen sucht. Selten habe ich in so dramatischer und spannender Weise ein Portrait über den Aufstieg und Fall eines Menschen gelesen.
Eine zusammengefaßte Inhaltsangabe möchte ich mir gerne sparen, denn die haben meine Vorrezensenten schon alle beschrieben. Aber der Leseeindruck über Rolf Dobelli`s Buch wird noch lange in meinem Gedächtnis bleiben.

In brillianter Sprache beschreibt der Autor das Leben und den Aufstieg von Massimo Marini, die aus der Sicht seines Anwalts Marc Wyss, erzählt wird.

Marini, der als Baby eines italienischen Gastarbeiterehepaares in einem Koffer in die Schweiz geschmuggelt wird und dort einen kometenhaften geschäftlichen Aufstieg erlebt. Der nach einigen Irrungen und Wirrungen in seinem jungen Leben, anscheinend plötzlich alles richtig macht und auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen scheint.
Ein Mensch, der auch im Privatleben eine glückliche Ehe vorweisen kann und doch plötzlich aus dieser Ehe ausbricht und dadurch seinen Fall in Gang setzt...

Sein Anwalt erzählt die Geschichte des Massimo Marini, nachdem er wegen Depressionen in einer Klinik behandelt wird und lange Zeit wird nicht so ganz klar, warum er sich so mit seinem Klienten indentifiziert und alleine aus diesem Grund will man immer weiterlesen, denn Marc Wyss läßt nichts aus und zeigt das Innenleben von seinem Klienten und sich selbst sehr offen und schonungslos auf.
Eine tragische Geschichte kommt ans Licht die von allen Beteiligten niemals gewollt war und die sich doch nicht verhindern lassen konnte...

Es war mein erstes Buch von diesem Autor und ich bin froh diese Perle entdeckt zu haben, denn es liest sich wie ein Pageturner, obwohl mir dieses Buch für dieses Wort eigentlich zu schade ist. Aber es ist so fesselnd und spannend geschrieben, das man einfach nicht aufhören möchte zu lesen, da der Autor seinen Figuren eine große Tiefe zugestanden hat, die mich als Leserin ganz in die Geschichte hat eintauchen lassen.

Fazit: Umbedingt lesen, denn es ist ein Buch, das beeindruckt zurückläßt!
33 Kommentare|13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. November 2011
Grundsätzlich ist das Buch spannend geschrieben. Was mir allerdings nicht so gefällt, ist diese zu übertrieben detaillierte Schilderung diverser Passagen. Vieles wirkt übertrieben romantisch, übertrieben detailliert und hindert daher etwas das Lesen. Oft suchte der Autor meiner Meinung Worte und Begriffe aus, die auch in einer einfacheren Form gepasst hätten und so das Lesen flüssiger werden lassen würden. Weiter finde ich es schade, dass viele Bereiche sehr vorhersehbar sind. Es gibt oft bloss eine mögliche Richtung in welche die Geschichte gehen könnte und genau dahin geht es damm meistens. Aber nichts desto trotz ist die Geschichte schlüssig. Es ist auch spannend das ganze Buch aus einer entfernten Perspektive zu lesen - der Sicht des Anwaltes Wyss.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. November 2010
Was zuerst als Migrationsgeschichte oder - weil das Erscheinungsdatum mit dem Tunneldurchstich der Schweizer Alpentransversale zusammenfiel - als Drama um die Welt modernster Tunneltechnik daherzukommen scheint, verstrickt sich sehr bald zu einen Kriminalroman mit ganz neuen, eigenen Zügen. Es gibt zwar Schuld, aber keinen Verbrecher, keine unschuldigen Opfer, keinen Kommissar, der instinktsicher die Fährten findet und Geheimnisse entwirrt. Erzählt wird die Geschichte vom Rechtsanwalt des Protagonisten, der schwer depressiv, die Geschichte, in die er selbst verwickelt ist, in therapeutischer Absicht niederschreibt. Die Geschichte gerät zu einem Ödipus-Drama, wo die Schuldigen immer zu spät erkennen, wie sie ins Unheil geraten. Das alles schafft eine zuerst rationale Distanz, aus welcher der Leser immer mehr in empathische Hilfslosigkeit gleitet. Spannend buchstäblich bis zum letzten Satz.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juli 2014
... aber ich hatte mir deutlich mehr erwartet, insbesondere im Hinblick auf die vielen positiven Bewertungen.
Die Auflösung der Beziehungsgeflechte am Schluss ist mir zu dick aufgetragen
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. November 2010
Massimo Marini liest sich in einem Zug, mit einer gewissen Luftigkeit, durch. Dobelli zaubert in gewohnter Manier mit Präzision Bilder ins Hirn, die man einfach geniesst und die haften bleiben. Trotz vieler Stränge wird die Geschichte von Massimo Marini nicht zum Knäuel, sondern sie entwickelt sich zielstrebig, ja gar mit einer gewissen mitgefühlten Notwendigkeit, dem Absturz entgegen. Dabei tun sich Abgründe auf, welche mit der gleichen Luftigkeit wie die Höhenflüge des Protagonisten daherkommen, ohne im Oberflächlichen stecken zu bleiben. Ein tolles Leseerlebnis!
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 19. Februar 2012
Der 1966 in Luzern geborene Schriftsteller und Unternehmer Rolf Dobelli beeindruckt durch breit gefächerte Produktivität von Philosophie über Ökonomie bis zum Roman - wenn er als Swissair-Manager oder Unternehmer nicht ausgelastet war, schrieb er Kolumnen für die FAZ oder trat als TV-Moderator bei Bloomberg auf.

2010 erschien sein Roman "Massimo Marini", der sich mit der Geschichte einer italienischen Familie befasst, die in die Schweiz emigrierte. In schöner Bildhaftigkeit beschäftigt sich der Protagonist damit, Tunnel in die Alpen zu sprengen.

Doch Dobelli begnügt sich nicht mit dem Kulturkonflikt zwischen Italien und Schweiz, Süd und Nord, Arbeiter und Ausbeuter, Armut und Chance. Eine äußerst intensive, aber auch sehr gespannte Vater-Sohn-Beziehung wird lebendig, die Tragödie einer missbrauchten Frau, das nie enden wollende Erbe der außerparlamentarischen Opposition und der ewige Konflikt zwischen Freundschaft und Rivalität, zwischen Bewunderung und Neid.

Wie im wahren Leben scheint Dobelli auch in seinem Roman möglichst viel gleichzeitig bewältigen zu wollen - und gleichzeitig die eigene Vergangenheit damit aufzuarbeiten. Aber nicht nur der Autor, sondern auch sein Werk wirkt bestens organisiert.

Das beginnt bei der effizienten, beschreibenden, aber dabei auch äußerst plastischen und präzisen Sprache. Dobelli malt nicht, er zeichnet - doch fast jeder Satz überzeugt durch beeindruckende Präzision. Es ist, als würde sich ein Ingenieur in impressionistischer Malerei versuchen.

Auch der Aufbau der Handlung in einem Rahmen scheint gleichzeitig konstruiert wie intuitiv geschehen zu sein.

Zu "seinem" Entwicklungsroman musste der Autor Anlauf nehmen - vielleicht auch eine innere Distanz zur Karriere-Orientierung finden; es begann mit der Aufarbeitung der beruflichen Spannungsfelder in "Eine Midlife Story" - Dobelli war da gerade mal 35 - und setzte sich fort über weitere Management-bezogene Themen, bis sich mit "Himmelreich" (2006) ein Roman erstmals um die Liebe drehte.

"Massimo Marini" wirkt jedenfalls ehrlich und ungeschminkt. Nicht jedem gelingt die Integration einer spannenden Entwicklung mit geschichtlichen Hintergründen so spannend und auch stimmig.

print-jury 5* A0883 © 19.2.2012
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Oktober 2010
Mit einer schweren Depression liegt der alternde Anwalt Wyss in einer Zürcher Klinik. Statt Pillen bekommt er ein leeres Heft; er soll seine Lebensgeschichte aufschreiben. Doch statt von seiner eigenen Kindheit, erzählt der die Geschichte eines Mandanten, mit dem ihn seit vielen Jahren ein ganz besonderes Verhältnis verbindet; des Bauunternehmes Massimo Marini.

Mit den ersten italienischen Fremdarbeitern kam Massimo in den 50er Jahren als Säugling illegal in die Schweiz. Dort erlebt er die Ausgrenzung auf der einen Seite, auf der anderen die überzogene Anpassung seines ehrgeizigen Vaters, der den Aufstieg vom ungelernten Maurer zum Inhaber eines Tunnelbauunternehmens schafft. Doch statt in Vaters Fußstapfen zieht es den jungen Massimo ihn an die Universität. Er studiert Philosophie und Literatur, beteiligt sich an verschiedenen linken Protesten. Schliesslich engagiert er sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland und gerät zusehends in radikalere Kreise, bis es schliesslich zur Katastrophe kommt.

Schockiert, desillusioniert und frustriert kehrt Massimo zurück, übernimmt nun doch das Bauunternehmen seines Vaters und führt es mit seiner Frau zu neuer Blüte. B ald erhält er auch die gesellschaftliche Anerkennung, die seinem Vater zeitlebens versagt blieb.

Massimos Geschichte ist auch die Geschichte des Europas der Nachkriegszeit.

Doch das Glück währt nicht lange: Am Tag seines größten Triumphes, der Vollendung der Tunnelbaustelle am Gotthard-Basistunnel, wird sein einziger Sohn entführt.

Der Roman besteht aus den Aufzeichnungen des Anwaltes Wyss, der von Massimos Jugend berichtet und der Schilderung der gegenwärtigen Ereignisse, bis die beiden Handlungsstränge am Ende zusammenlaufen. Wyss und Massimo Marini sind zwei extreme Figuren: Der eine, fast ohne Eigenschaften, immer bemüht, allen persönlichen Schwierigkeiten und Verantwortung aus dem Weg zu gehen, scheint so farb- und eigenschaftslos, wie sein Name nahe legt. Massimo, der andere dagegen, ist ein impulsiver Tatmensch, der jede Entscheidung anpackt und sein Leben aktiv gestaltet.

Indem Wyss über Massimo schreibt, sondiert er auch die Untiefen seines eigenen Lebens. Oft schon ist auf Parallelen von Dobelli zu Max Frisch hingewiesen worden. Und auch in "Massimo Marini" finden sich gekonnt platzierte Motive, die an den großen Schweizer Autor erinnern. Wyss probiert Geschichten an wie Kleider, er erschreibt sich sein Ich, in dem er von einem anderen erzählt, und gleicht darin Frischs Figur Anatol Stiller, der im Gefängnis die Geschichte seines Alter Ego James Larkin White erzählt, die doch auch seine ist. Und auch die Beziehung von Massimo und seiner zweiten Frau Julia hat vieles von der Erweckungsmission, die Stiller in seiner Frau Julika sieht.
Dobelli spielt mit diesen Motiven, verneigt sich vor dem Landsmann und schreibt doch seine ganz eigene, technisch brillant konstruierte Geschichte, ohne dem Vorbild verhaftet zu sein.

Ein spannender Roman über Verantwortung, die Konsequenzen menschlichen Handelns und die Liebe. Und auch ein authentisches Gegenwartsbild der Schweiz und unserer europäischen Gesellschaft.

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung, packend geschrieben und brillant konstruiert.
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden