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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts bleibt für die Ewigkeit
Leon de Winters neuestes Werk beginnt im Jahr 2024, die Hauptfigur ist Bram Mannheim, ehemaliger Professor für Geschichte. Israel ist ein Rumpfstaat und kämpft täglich um einen Rest von Existenz. Die Weltordnung hat sich geändert, warum und wie, wird eigentlich nicht geklärt, spielt aber auch keine Rolle. Ein paar Unentwegte und das Militär...
Veröffentlicht am 10. Dezember 2009 von firdalion

versus
2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Stilistisch ganz interessant geschrieben, aber inhaltlich wie stets bei Winter unterste Schublade, dogmatischer Mist
Mag sein das Winter etliche Preise bekommen hat für seine Werke, wohl für die literarische Form, nicht hoffentlich für die zum Teil polemischen inhalttlichen Aussagen bezogen auf den Nah-Ost Konflikt. Wer ein menschenverachtendes Besatzungssystem zum Teil ja sehr sublim und interlinear formuliert sollte sich hinterfragen, was das mit qualifizierter...
Vor 10 Monaten von Dr.Detlef Griesche veröffentlicht


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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts bleibt für die Ewigkeit, 10. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Gebundene Ausgabe)
Leon de Winters neuestes Werk beginnt im Jahr 2024, die Hauptfigur ist Bram Mannheim, ehemaliger Professor für Geschichte. Israel ist ein Rumpfstaat und kämpft täglich um einen Rest von Existenz. Die Weltordnung hat sich geändert, warum und wie, wird eigentlich nicht geklärt, spielt aber auch keine Rolle. Ein paar Unentwegte und das Militär halten das Leben aufrecht, darunter Bram Mannheim, der beim Roten Kreuz arbeitet und eine Agentur betreibt, die das Schicksal verschwundener Kinder klären soll. In der Rückschau erzählt L. de Winter das Leben seiner Hauptfigur, bis er wieder in der Gegenwart, also 2024 angekommen ist. Alles beginnt, als Bram mit seiner Familie 2005 an eine nordamerikanische Uni geht, um dort zu lehren, und sein Sohn eines Tages (am 28.8.2008) spurllos verschwindet. Damit beginnt der Abstieg des Protagonisten: die Familie zerfällt, er vereinsamt und begibt sich als Landstreicher auf eine irrsinnige Suche nach seinem Sohn quer durch Amerika. Es dauert Jahre, bis er sich wieder fängt und zu einem halbwegs normalen Leben zurückfindet. Wie sich das entwickelt, soll natürlich nicht verraten werden.

All dies ist eingebettet in die große Weltpolitik und fundamentalen Fragen der Gesellschaft. Obwohl die Geschichte 15 Jahre vorverlegt wurde, ist es weder ein Sci-Fi-Werk noch eine düstere Zukunftsvision oder gar eine Abhandlung über den Nahost-Konflikt. Wie in allen anderen Werken von L. de Winter stehen die Hauptfiguren im Vordergrund, die sich mit der politischen und/oder historischen Entwicklung herumschlagen müssen. Sicher sind diese wichtig und bilden den Rahmen, in dem sich Bram Mannheim bewegen muss, aber Brams Verzweiflung, Scheitern, Hoffnung und Liebe waren mir beim Lesen wichtiger.

Ein großes und ernstes Werk eines tollen Autors.
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Du meinst, die Formel für Gott?" (S 535), 26. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Gebundene Ausgabe)
Als Bram (Abraham) Mannheim, Jude und Hochschullehrer 2012 von Amerika nach Tel Aviv zurückkehrt, hat sich vieles verändert. Vor wenigen Jahren noch hat er hier glücklich gelebt, in einem Traumapartment gemeinsam mit seiner atemberaubend schönen und klugen, indischen Frau Rachel und seinem wenige Monate alten Sohn Bennie - in einer glamourösen und sehr mondänen Stadt. Die Jungfamilie entscheidet sich aus beruflichen Gründen, nach Amerika auszuwandern, wo sie ihr größter Albtraum heimsuchen wird.

2008 verschwindet Bennie in Brams Obhut spurlos. Alles wird zerbrechen!

Brams Vater Professor Hartog Mannheim, seines Zeichen Biochemiker, Nobelpreisträger, Zionist und trotz liebevollen Bemühungen ein unnahbarer Charakter, wird ihn zurück nach Tel Aviv holen. Schließlich gelangen wir im Jahr 2024 an, in welchem Israel zum "Tel Aviv mit Sandkasten" geschrumpft war, den Juden wurde der Zutritt zu Jerusalem verwehrt, der Weg nach Haifa war durch einen Kontrollposten gesichert - Durchgang lediglich mit vorherigem DNA Abgleich, um terroristischen Anschlägen zuvorzukommen. Die Jugend hat Israel verlassen, um in einer friedlicheren Welt "im Windschatten eines westlichen Landes" (S 51) zu leben, es mangelt an Ärzten, die Alten werden medizinisch ewig ans Leben geheftet, um das jüdische Volk aufrecht zu erhalten, Kinder sind so selten, dass Schulklassen nicht mehr gefüllt werden können - und von diesen wenigen verschwinden manche spurlos. Bram macht es sich zur Aufgabe, verschollene Kinder aufzuspüren. Das Selbstmordattentat am Kontrollposten zu Haifa wirft allerdings rätselhafte Fragen auf und bringt unmögliche, politische Tatsachen ans Licht - Tatsachen, die Bram nach 12 Jahre erneut nach seinem verschwundenen Sohn suchen lassen.

Der Roman befasst sich mit Utopien, die zum einen die Weltwirtschaft umkrempeln (Polen ist der wohlhabendste Staat der EU mit den besten Fußballklubs, in Thailand lässt es sich für Altenpfleger besser leben als in Tel Aviv, Putin kommt immer und immer wieder an die Macht und festig mit dieser eine riesige Russischen Föderation ...) und zum anderen weltpolitische- und Glaubendfragen aufwerfen, eine Vorstellung zu Papier bringen, die (von mir unkommentiert) für brisante Diskussionen sorgen werden.

De Winter schafft es, die Spannung in seinem Roman bis zum Ende derartig aufzubauen, dass er mit seinem Ende, das sehr wohl Hoffnung schenkt, aber dennoch ein trauriges ist, die riesengroße Lücke eines zu früh zu Ende gegangenen Romans zurück lässt. Sehr oft wirft er unfassbare Wendungen vor des Lesers Füße, ohne diese in den kommenden Seiten großartig zu kommentieren - nach und nach streut er jedoch wie zufällig die eine oder andere Erklärung zwischen die Zeilen - von Anfang bis Ende ein perfektes Konzept!

Ein trostloser, trauriger, vielleicht beängstigender und dennoch wunderbarer, äußerst kritischer und überaus mutiger Roman über eine globalisierte Welt, die ihren Menschen den Raum zum Leben und Glauben nimmt.
Für mich der bislang beste Roman des Autors - das lange Warten hat sich vielmals gelohnt!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leon de Winters bislang bester Roman, 30. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Gebundene Ausgabe)
Ausgehend von der schonungslosen Erkenntnis der Unlösbarkeit des Israel/Palästina-Konfliktes, entwirft de Winter ein Zukunftspanorama von unerbittlicher alttestamentarischer Ausweglosigkeit. Sprachlich und stilistisch erstklassig, gelingt es dem Autor den Leser bis zur letzten Seite in das schicksalhafte Verhängnis des Plots zu verstricken, als ob man selbst eine der Figuren des Romans ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Naher Osten ganz nah, 7. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Gebundene Ausgabe)
Leon de Winter ist für mich einer der ganz Großen. In diesem Buch übertrifft er sich allerdings selbst. Seine Stärke in allen Büchern: die Problematik des Nahen Ostens aus Sicht der Israelis und Juden ganz intensiv rüber zu bringen. Das Recht auf Rückkehr ist mehr, es ist ein Buch über die drei entscheidenden Themen der Menschheit: Verstand, Gefühl und Glaube. Das Buch, in dem-wie immer bei Leon de Winter- Israel und die jüdische Religion eine große Rolle spielen, entwirft ein Szenario, das in seiner Einfachheit den ganzen Aberwitz von Glaubenskriegen und religiösen Auseinandersetzungen dechiffriert. denn letztlich sind es nur dumme Zufälle, Bosheit und Sozialisation, die aus einem Menschen einen Juden, Muslim oder Christen machen. Oder ist da doch etwas tief in einem Menschen, das ihn qua Genetik einer Glaubensgruppe zuordnet. Leon de Winter ist schlau genug, diese Frage offen zu lassen. Aber seine Konzeption zeigt deutlich, wie beliebig letztlich die menschlichen Glaubenswege verlaufen. Besonders beeindruckend finde ich seine Warmherzigkeit in einfachsten Lebensdingen, seine Gefühlnähe zu Themen wie Vaterschaft und Liebe, Einsamkeit und Hoffnung. Dieser Mann ist einfach ein besonders Großer, Aber das sagte ich schon.
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5.0 von 5 Sternen familiäres Schicksal mit Weltpolitik, 12. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Taschenbuch)
Das kontroverse Thema „Israel” und „Nahost” ist aktueller denn je, schließlich geht es um Weltpolitik und um die Sicherheit westlicher Staaten. Dass der 2009 im Diogenes-Verlag erschienene Roman „Das Recht auf Rückkehr“ von Leon de Winter die Politik Israels anno 2024 mit dem Schicksal seiner Familie verknüpft, erschien mir zuerst unmöglich – Leon de Winter konnte mich vom Gegenteil überzeugen.

Bram Mannheim, ein renommierter israelischer Professor für die Geschichte des Nahen Ostens, wird an die Princeton University gerufen. Er zieht mit seiner Frau und seinem Sohn Bennie in die Vereinigten Staaten, nicht zuletzt um der zunehmenden politischen Unsicherheit in Israel zu entfliehen. Dass Brams Sohn eine eigenartige Wahrnehmung von dem renovierungsbedürftigen Haus hat, scheint Bram nicht zu beunruhigen. Nach der Entführung seines Sohnes geht Bram zuerst von einem Gewaltverbrechen aus und begibt sich auf die Suche nach seinen Sohn mit Hilfe seiner o. g. Wahrnehmungsmuster. Dass sein Sohn allerdings keinem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, sondern vielmehr mit der weltpolitischen Lage um den Konflikt zwischen dem Judentum und dem Islam in Zusammenhang steht, wird Bram erst im Jahre 2024 bewusst, als das Land Israel längst in einen Hochsicherheitsbereich verwandelt wurde.

Leon de Winter hat es mit diesem Werk geschafft, dem Leser in die Problematik des Nahen Ostens einzuführen. Die Entfaltung der einzelnen Charaktere im Verlauf von 20 Jahren erzählter Zeit ist dem Autor herausragend gut gelungen, was dem Konflikt eine besonders persönliche Note verleiht. Jede im Roman beschriebene Person wird über die Jahre hinweg fein gezeichnet.

Der Schreibstil de Winters ist sehr angenehm. Er erzählt von einer Geschichte, deren politische Tragweite nicht einzuschätzen ist. Trotzdem liest sich der Roman sehr flüssig.

Nicht zu unterschätzen sind die z.T. radikalen politischen Visionen de Winters. Polen ist die führende Nation Europas geworden, Putin schafft ein neues Russisches Imperium und in Thailand lebt es sich besser als in manchen westlichen Länder. Israel hingegen ein (vermeintlich) hermetisch abgeriegeltes Land, das nur noch von genetischen Juden betreten werden kann. Diese politische Dimension ist das, was den Roman ausmacht. Ohne sie wäre das Werk eine Geschichte über eine Entführung – spannend aber nicht außergewöhnlich. Mit ihr ist es ein Meisterwerk, denn sie zeigt das Können de Winters, der es schafft, persönliche Schicksale mit der Weltpolitik zu verknüpfen, ohne dass Roman entsteht, dessen Geschichte gestellt und holzig wirkt.

Ich kann diesen Roman denjenigen empfehlen, die spannende Lektüre mit einem gewissen Tiefgang wünschen. Ich habe das Buch verschlungen und bin hell-auf von der Geschichte begeistert.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wird die Weltgeschichte den Verlauf nehmen, den Leon de Winter sieht oder kommt alles ganz anders?,, 12. September 2009
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Gebundene Ausgabe)
Obgleich ich in meinem Leben schon viele gute Romane gelesen habe, so darf ich doch sagen, dass Leon de Winters Werk " Das Recht auf Rückkehr" eine herausragende Position in meinen Romankenntnissen eingenommen hat. Dieses Buch beeinhaltet ein Fülle von hochinteressanten Komponenten, die zusammengefügt eine besondere intellektuelle Lektüre sowohl für den politisch Interessierten ausmacht als auch den Liebhaber von spannungsgeladenen fiktiven Geschichten aufs Äußerste zu fesseln vermag.

Leon de Winters Text zeigt aus der Sicht des Jahres 2024 nicht nur die mögliche Entwicklung des Staates Israel, sondern auch anderer Staaten weltweit und beschreibt deren Veränderung zur heutigen Zeit. Anhand der Familiengeschichte eines aus Holland stammenden jüdischen Geschichtsprofessors wird verdeutlicht wie sich das Leben eines einzelnen Menschen in dem sich wandelnden politischen Umfeld dramatisch verändert.

Der Autor schafft es die Entwicklung auf höchst packende Weise dem Leser nahe zu bringen, wobei der Kampf der Kulturen Drahtzieher sowohl für die persönliche Entwicklung des Protagonisten als auch für die gesamte Weltpolitik darstellt.

Ich möchte dieses Buch besonders empfehlen, weil es nicht nur, wie oben ausgeführt, die mögliche politische Veränderung des nächsten Jahrzehnts aufzeigt, sondern auch weil dem Leser persönliche Schicksale in sprachlich bester Form geboten werden.
Bewusst habe ich keine inhaltlichen Momente aufgezeigt, um Sie selbst nicht um das Vergnügen dieses wunderbaren Buches zu bringen, damit Sie jedes Detail allein für sich erfahren können.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn das eigene Kind spurlos verschwindet, verschwindet auch das eigene Leben. Nichts ist mehr wie es war. Gar nichts., 2. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Gebundene Ausgabe)
Bram Mannheim, glücklicher Ehemann, hingebungsvoller Vater, erfolgreicher Professor in Princeton. Dorthin hat es Bram und seine Ehefrau Rachel gezogen, nachdem Bennie in seinem Kindergarten in Tel Aviv nur knapp einem Anschlag entgangen war. Vom gefährlichen Pflaster Tel Aviv weg in den sicheren Hafen Princeton. Und dann verschwindet Bennie spurlos, einfach so. Er ist vier Jahre alt.

Wenn das eigene Kind spurlos verschwindet, verschwindet auch das eigene Leben. Nichts ist mehr wie es war. Gar nichts. Bram bricht mit allem was sein Leben bisher ausgemacht hat. Er will einfach nicht glauben, dass Bennie nie mehr wieder kommt. Er gibt nicht auf, niemals. Und er wird fündig. Nach vielen, vielen Jahren. Was er findet, ist erschütternd.

'Das Recht auf Rückkehr' ist ein fesselndes Buch. Die einzelnen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet und wenn die Geschichte auch reine Fiktion ist, so ist es doch vorstellbar, dass so etwas passieren könnte. Für mich war es das erste Buch von Leon de Winter. Das letzte wird es bestimmt nicht gewesen sein.
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5.0 von 5 Sternen Spannend, 18. Januar 2014
Von 
P. Esser "Esser" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Taschenbuch)
Wir starten im Jahr 2024 in Tel Aviv. Israel ist auf eine geringer Größe geschrumpft; die Bevölkerung besteht fast nur noch aus alten Menschen oder Menschen, die aus verschiedenen Gründen das Land nicht verlassen können. Der Terror und seine absurden Blüten zur Abwehr sind Alltag. Bram Mannheim pflegt seinen dementen Vater und betreibt mit einem Partner ein Büro für verschwundene Kinder. Sein eigenes Kind ist von vielen Jahren verschwunden und wurde vermutlich in den USA getötet. Das ist kurz gesagt, der Ausgangspunkt. Und dann beginnt eine Geschichte, die sowohl spannend erzählt, als auch sprachlich gut umgesetzt wird. Ich war bis zuletzt gefesselt und beeindruckt. Sehr empfehlenswert.
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5.0 von 5 Sternen tolles buch!, 18. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Taschenbuch)
Ein tolles buch fuer alle, die leon de winters schreibstil moegen und sich fuer die juedische kultur interessieren. Israel im jahr 2025, im absoluten, aussichtslos erscheinenden verteidigungskampf gegen die zahlenmaessig ueberlegenen palaestinenser; die geschichte, die im rueckblick die verzweifelte suche nach dem verschwundenen sohn erzaehlt - unbedingt lesenswert!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Lektüre!, 6. Januar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Recht auf Rückkehr (Taschenbuch)
In der Tat ein düsteres Szenario, das Leon de Winter hier entwirft.
Insgesamt herrscht im Roman eine sehr radikale und ketzerische Stimmung, die beträchtlich auf die eigene Stimmung drückt. In politischer Hinsicht hinreichend provozierend und polemisch aber sicher nicht als Zukunftsszenario oder Gegenwartsdarstellung ernst zu nehmen.

Mir hat der Roman allerdings sehr gut gefallen. Es war mein erster de Winter und somit fallen Vergleichsmöglichkeiten natürlich weg. Trotzdem, ich war von Anfang an im Bann der Geschichte und völlig gefesselt von der Ezählkunst des Autors.

In de Winters Israel 2024 werden Nicht-Juden von Juden über DNA-Kontrollen identifiziert. Es gibt nur noch einen kleinen Stadtstaat Israel um Tel Aviv herum, indem man abends nur noch auf die Straße geht um Medikamente zu holen oder sich von einem Ehekrach abzukühlen. Tel Aviv selbst besitzt den Flair einer Geisterstadt. Es gibt nur noch alte Menschen, die von ihren nicht viel jüngeren Nachkommen gepflegt werden. Die jungen Menschen haben nach Möglichkeit die Kurve gekratzt. Und doch schaffen es Terroristen trotz DNA-Kontrollen und Personenscans sich einzuschleichen und Anschläge auszuführen. Die Aufklärung dieser Tatsache ist ein Hauptstrang des Romans und erschreckend realistisch.

Im Vordergrund der Geschichte steht Bram Mannheim, Professor für Geschichte - spezialisiert auf den Nahen Osten. Bram nimmt im Jahre 2004 eine Professur an einer amerikanischen Universität in Kalifornien an - kurz nachdem seine Frau und sein Sohn durch Glück und/oder Zufall einem Terroranschlag in einem israelischen Kindergarten entkommen. Nachdem Bram erst Zweifel hegt die Stelle anzunehmen, entscheidet er sich nach dem Anschlag doch dazu. Er sieht darin die Möglichkeit seiner Familie eine sichere Zukunft aufzubauen. Kaum in den USA angekommen jedoch ereilt ihn ein harter Schicksalsschlag: sein vierjähriger Sohn Bennie verschwindet plötzlich aus dem Haus als er ihn einen Moment lang wegen eines Telefonats unbeaufsichtigt lässt.

Im Anschluss verfällt Bram in einen Zustand aus Wahn und Verrücktheit. Er verliert seine Frau, seine Anstellung, sogar sich selbst und treibt sich zwei Jahre als Obdachloser in Kalifornien herum, stets im eigenen Auftrag seinen Sohn ausfindig zu machen. Geistig klammert sich Bram an die Ordnung der Zahlen, die oftmals kaum nachvollziehbar wirken, um nicht vollständig dem Wahnsinn zu verfallen. Bram entkommt diesem Zustand mehr oder weniger nur durch Zufall.

Erst spät führt Leon de Winter die Fäden des Romans zusammen. Auch wenn man sich eigentlich recht früh schon über den Ausgang der Geschichte im Klaren ist, wird es nicht langweilig. Leon de Winter kann wirklich hervorragend erzählen.

Bei der Beurteilung des Buches muss man wohl differenzieren: das eine ist die radikale politische Einstellung des Autoren, die hier klar hervortritt, und das andere ist der Plot. Letzteres ist meines Erachtens wirklich hervorragend gelungen. Die Stimmung des geisterhaft verlassenen Israels im Jahre 2024 ist grandios eingefangen. Großartiges Kopfkino wird hier angestartet. Einzig die zwei Jahre des Wahnsinns von Bram Mannheim erschienen mir ein wenig langatmig und unnötig ausschweifend.

Was die politische Ausrichtung angeht: ich habe mich nach der Hälfte des Buches ein bisschen über Leon de Winter kundig gemacht und dabei festgestellt, dass er nicht einfach ein provozierendes und polemisches Buch schreiben wollte, sondern tatsächlich seine eigene Haltung, die sich aus dem heutigen Zustand im Nahen Osten ergibt [1][2], widerspiegelt. Insofern wunderte ich mich danach nicht mehr über die die doch sehr einseitigen Haltungen der Protagonisten.

"Also quatsch nicht von Frieden und von >mit dem Feind reden<. Dieser Feind ist ein Untier. Er wird deine Eingeweide fressen, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt. Und wenn du nicht dort lebst, wenn du das nicht aus eigener Erfahrung kennst, dann steht dir kein Urteil zu."

Ich finde es ein wenig deplaziert diese extreme politische Haltung in Romanform zu “verkaufen”. Sehr gerne würde ich auf sachlicher und wesentlich differenzierterer Ebene mehr von Leon de Winter und seinem Standpunkt erfahren. Aber hier in diesem Roman waren sie meiner Meinung nach fehl am Platz. Zu pauschal, zu trivial aufgeführt.

Fazit: Als spannende Lektüre sehr empfehlenswert! In politischer Hinsicht allerdings mit Vorsicht und vor allem Weitsicht zu genießen. Ich freue mich dennoch sehr auf Sokolows Universum, was hier schon bereit liegt.
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Das Recht auf Rückkehr
Das Recht auf Rückkehr von Leon de Winter (Taschenbuch - 28. September 2010)
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