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62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geist des Atheismus
Atheistische Spiritualität mag zunächst wie ein Oximoron klingen, zumindest wenn man selber kein Atheist ist. Dass es auch ohne Gott und Kirche eine Erfahrungsdimension gibt, die spirituell genannt werden kann und dabei ohne Transzendenz auskommt, zeigt in diesem kleinen Buch auf überzeugende Weise der französische Philosoph André...
Veröffentlicht am 7. August 2008 von Frank Spade

versus
31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht jeder Atheist wird mit diesem "Glauben" übereinstimmen
Im ersten Teil des Buches, unter dem Titel "Kann man auf Religion verzichten?", legt der Autor auf überzeugende Weise dar, dass Atheismus nicht zu Nihilismus und Amoral führt.
Der zweite Teil, "Gibt es Gott?", präsentiert verschiedene Argumente für und gegen die Existenz Gottes und kommt zum Schluss, dass es nicht bloss für die...
Veröffentlicht am 23. Februar 2009 von Marcel Zumstein


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62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geist des Atheismus, 7. August 2008
Atheistische Spiritualität mag zunächst wie ein Oximoron klingen, zumindest wenn man selber kein Atheist ist. Dass es auch ohne Gott und Kirche eine Erfahrungsdimension gibt, die spirituell genannt werden kann und dabei ohne Transzendenz auskommt, zeigt in diesem kleinen Buch auf überzeugende Weise der französische Philosoph André Comte-Sponville. Mit vielen Beispielen aus der Philosophiegeschichte, aber auch aus dem Buddhismus, beschreibt er eine Art Humanismus, der die Basis und das Bindeglied zwischen den Religionen sein könnte. Auf diesem Hintergrund interpretiert er seine eigene spirituelle Erfahrung, ohne sie als Erleuchtung verbrämen zu müssen. In seiner Argumentation ist er entschieden laizistisch und atheistisch, gibt dabei aber sowohl den religiösen, wie den atheistischen Fundamentalisten erhellende Denkanstöße. Er zeigt klar auf, dass ein Leben der Liebe und Barmherzigkeit sehr gut ohne Gott auskommt und auch die Ethik seiner nicht bedarf.

Als ehemaliger Katholik, der sich schon als 18jähriger von der Kirche abgewandt hat, propagiert er eine Spiritualität des Bekennens statt des Glaubens und des Handelns, statt des Hoffens, und resümiert: "Ich habe das Gefühl besser zu leben, seit ich Atheist bin, klarer, freier, intensiver." Man darf nicht schließen, schreibt er, das die moralischen, kulturellen und spirituellen Werte einen Gott brauchen, um zu überdauern, aber das wir als Gesellschaft der Moral, der Kummunion und des Bekenntnisses zu unserer Geschichte und unseren Werten bedürfen, um zu überleben.

Dieses Buch kann dazu beitragen, dass sich religiöse Menschen und Atheisten besser verstehen, aber auch den vielen ungläubigen Kirchenmitgliedern eine ehrlichere Alternative aufzeigen.

Leider hat der Verlag die Referenzen und Fußnoten des Original unterschlagen.
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63 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darauf habe ich gewartet, 2. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jetzt hat die liebe Seele Ruh`, zumindest vorerst, so hoffe ich!
Vielleicht geht es ja anderen auch so: Man hat, gedanklich unterstützt u.a. von Deschner und Dawkins, Hitchens und Harris, aber u.a. auch von Schnädelbach und Kahl, Ranke-Heinemann und Drewermann, den lange vor sich hergeschobenen und eigentlich überfälligen Kirchenaustritt vollzogen und wendet sich wieder verstärkt aufklärerischen und humanistischen Vorstellungen zu.
Man stößt dabei vielleicht auf das "Manifest des evolutionären Humanismus" von Schmidt-Salomon, kann eigentlich jeden Satz darin unterstreichen und fühlt sich dazu bewogen, der Giordano-Bruno-Stiftung als förderndes Mitglied beizutreten.
Aber das ist nur die eine Seite: Die jahrelange Beschäftigung mit östlicher Philosophie, mit Zen und Tao, mit transpersonaler Psychologie à la Ken Wilber, mit Vorträgen und Büchern von Willigis Jäger, in denen nicht ein Satz vorkommt, der einem komisch aufstößt, haben auch ihre Spuren hinterlassen und die derzeitige Lebensauffassung entscheidend mit geprägt.
Und dann kommt vielleicht die Frage auf: Passt das eigentlich alles zusammen? Ist es möglich, zugleich "Atheist" zu sein und ein "spirituelles" Leben zu führen? Gibt es sowas wie "Atheistische Mystik" oder "Mystischer Atheismus" oder ist das alles ein Widerspruch in sich und völliger Quatsch?
Und dann hätte man gerne eine Antwort und wartet ungeduldig auf das Erscheinen des Buches von Comte-Sponville, das mit dem Untertitel lockt: Spiritualität ohne Gott.
Hier ist nicht der Ort das ganze Buch in Einzelheiten zu besprechen. Das wird in zukünftigen Diskusionen wohl noch oft genug geschehen. Als empfehlende Meinungsäußerung sei aber von mir ausdrücklich gesagt, und das ist auch die Antwort Comte-Sponvilles: Ja, es ist nicht nur möglich, ein spirituelles Leben ohne Gott zu führen, sondern die Anerkennung des "Mysteriums des Seins" führt geradewegs dorthin!
Über die ausführliche Diskussion der Frage "Kann man auf Religion verzichten?" (Antwort: ja, aber nicht auf "Kommunion" und "Bekenntnis") im ersten Abschnitt und der Frage "Gibt es Gott?" (eine sehr persönlich gehaltene Auseinandersetzung mit Gottesbeweisen) im zweiten Abschnitt zeigt Comte-Sponville im dritten Abschnitt "Welche Spiritualität für Atheisten?" eine Fülle von spirituellen Zugangsmöglichkeiten zu grundlegenden menschlichen Themen wie - willkürlich herausgegriffen - Fülle, Einfachheit, Einheit, Schweigen, Ewigkeit, Tod ... auf.
Ebenso willkürlich herausgegriffen und zum Weiterlesen anregend sein sollend ein paar Zitate:
"Keine Religion zu haben ist kein Grund, auf spirituelles Leben zu verzichten."
"Atheist sein heißt nicht, die Existenz des Absoluten zu verneinen, sondern nur dessen Transzendenz, Spiritualität, Personalität, also zu verneinen, dass dieses Absolute Gott sei."
" Dass die Natur vor dem Geist existiert, der sie denkt, davon bin ich überzeugt. Und da führt der Naturalismus zum Materialismus."
"Wenn alles immanent ist, ist der Geist es auch. Wenn alles natürlich ist, ist die Spiritualität es auch. Das spricht mitnichten gegen das spirituelle Leben, sondern macht es überhaupt erst möglich. Wir sind auf der Welt und von der Welt: Der Geist ist Teil der Natur."
"Nicht das Wort, sondern das Schweigen. Nicht der Sinn, sondern das Sein. Das ist das Reich der Spiritualität oder der Mystik außerhalb der Religion. Das Sein ist das Mysterium, nicht etwa, weil es verborgen wäre oder selbst etwas verbirgt, sondern, weil Evidenz und Mysterium ein und dasselbe sind - weil das Mysterium das Sein selbst ist."
Genug. - Und das alles gehalten in einer klaren, fließenden, gut "erfahrbaren" Sprache, zu deren als Vorwurf gemeinter "vulgarisation" Comte-Sponville in einem französischen Interview sagt: "J`appartiens a cette tradition de philosophes qui écrivent le plus simplement qu`ils peuvent. Ce n`est pas de vulgarisation. C`est de l`honnêteté intellectuelle."
Dem, der sich in einer ähnlichen geistigen Lebensauseinandersetzung mit sich befindet wie ich, ist das Buch nur zu empfehlen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das Universum ist wie ein Uhrwerk, das lässt mir keine Ruh, ich kann es mir nicht denken ohne Uhrmacher dazu." Voltaire, 9. Mai 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Woran glaubt ein Atheist?: Spiritualität ohne Gott (Broschiert)
Diesen physiko-theologischen Gottesbeweis findet man bei Platon, den Stoikern, Cicero, Voltaire und Rousseau, die alle die Welt betrachten und aus der unübertrefflichen Komplexität auf eine ordnende Intelligenz schließen.
Protagoras schrieb mal: "Über die Götter kann ich nichts sagen, weder, ob sie sind, noch ob sie nicht sind, noch was sie sind."(S.93) Augustinus, Pascal oder Kierkegaard werden zitiert mit dem denkwürdigen Satz: "Ich glaube weil es absurd ist" (S.126) und natürlich findet man Nietzsches Satz in dem Buch: "Ich bin ein Mystiker und ich glaube an nichts. S. 224
Der Autor schreibt: "Ich habe keine Beweise. Niemand hat welche." S.88
Daher hält sich der Autor bei seinen Betrachtungen an Sokrates, Jesus, Epikur, Spinoza, Montaigne und Kant um zu sehen wohin sie einen Atheisten führen können.
Nach Montaigne geht es darum: "Gut und recht Mensch zu sein, und damit hat man genug zu tun." S.142
Der Autor greift auch auf den Gedanken von Freud zurück, der von einem "ozeanischen Gefühl" spricht, darunter versteht er ein Gefühl der unauflöslichen Einheit mit dem großen Ganzen und der Zugehörigkeit zum Universellen. S.177
Weiter geht es mit der "wilden Mystik von Michel Hulin, die sogenannten spontanen mystische Erlebnisse normaler Menschen, das sind die Elemente in denen man sich vergisst, wenn man z.B. in eine Tätigkeit versunken ist.
Der Autor schreibt weiter: "Lebe in der Gegenwart!" wie die Stoiker sagten, wie es alle Weisen sagten, das ist die einfachste Wahrheit des Lebens. Versuchen Sie einmal in der Vergangenheit oder Zukunft zu leben!

Das Buch ist eine wunderbare geistige und philosophische Reise die den Leser zum Mitdenken auffordert und Lesefreude bereitet.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Atheismus und Spiritualität, 17. Juli 2011
Von 
Spacetime Traveler ('Castle of Glass' in the black forest of Wuellen, the center of planet earth, on the edge of the mysterious Milky Way) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Woran glaubt ein Atheist?: Spiritualität ohne Gott (Broschiert)
Im Vorwort erläutert André Comte-Sponville seine Motivation für das Buch. Er hat nichts gegen eine Wiederkehr des Glaubens und begrüßt ausdrücklich Spiritualität, gleichzeitig verurteilt er Dogmatismus, Aberglauben und Fanatismus. "Der Kampf für die Aufklärung geht weiter, und er war selten so dringlich, denn die Freiheit steht auf dem Spiel."

Sein Buch gliedert Autor Comte-Sponville in 3 Teile, in denen er den zentralen Fragen "Kann man auf Religion verzichten?", "Gibt es Gott?" und "Welche Spiritualität für Atheisten?" auf den Grund geht.

Die erste Frage beantwortet er eindeutig mit "Ja" und begründet ausführlich seine Position. Wenn man nachvollziehen kann, dass Religion nicht das Fundament der Moral ist, sondern umgekehrt Moral das Fundament der Religion (s. Kant), wird der Verzicht auf Religion plausibel. Nicht verzichten sollte man auf Traditionen im weitesten Sinne und auf Liebe, um nicht dem Nihilismus zu verfallen.

Im zweiten Teil des Buches untersucht der Autor einige der sog. Gottesbeweise und zeigt deren Schwächen auf. Des Weiteren führt er Argumente auf, die ihn zu seiner Entscheidung für den Atheismus veranlasst haben. Neben dem Recht auf Glauben proklamiert er das Recht, nicht zu glauben.

Die Überschrift des dritten Teils des Buches "Welche Spiritualität für Atheisten?" impliziert, dass es eine geben muss. Aus Sicht des Autors kann auf Religion, aber nicht auf Spiritualität verzichtet werden. Spiritualität ist das Leben des Geistes und dieser ist real. Der (religiöse) Begriff "Seele" zu Beginn der Ausführungen verwirrt. Hier hätte der Begriff "Psyche" besser gepasst. In den weiteren Ausführungen thematisiert der Autor seine spirituellen Erfahrungen, bestehend aus einem ozeanischen Gefühl der unauflöslichen Einheit mit dem großen Ganzen und der Zugehörigkeit zum Universellen. Stanislav Grof bezeichnet solche Bewusstseinszustände in seinem Buch "Kosmos und Psyche" als holotrop. Diese sind verbunden mit Veränderungen der sinnlichen Wahrnehmungen, heftigen und ungewöhnlichen Emotionen sowie tiefgehenden Änderungen in den Denkprozessen. Das Bewusstsein verändert sich und die im Alltag erlebte Fragmentierung löst sich auf. Holotrope Erfahrungen gehen weit über die Grenzen des "Ich" hinaus und erinnern stark an mystische Erfahrungen, wie sie unter anderem im Taoismus, Buddhismus oder in der christlichen Mystik bekannt sind.

Autor Comte-Sponville begründet seinen Weg zum Atheismus und zeigt auf, dass Atheismus und Spiritualität keine Gegensätze sind. In den ersten beiden Teilen überwiegen rationale Argumente. In den dritten Teil seines Buches fließen persönliche spirituelle Erfahrungen ein. Eine Verifikation ist nicht möglich, es sei denn, man macht eigene Erfahrungen dieser Art. Damit basiert auch der Atheismus, so wie Comte-Sponville ihn vertritt, auf einem Glauben.
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht jeder Atheist wird mit diesem "Glauben" übereinstimmen, 23. Februar 2009
Im ersten Teil des Buches, unter dem Titel "Kann man auf Religion verzichten?", legt der Autor auf überzeugende Weise dar, dass Atheismus nicht zu Nihilismus und Amoral führt.
Der zweite Teil, "Gibt es Gott?", präsentiert verschiedene Argumente für und gegen die Existenz Gottes und kommt zum Schluss, dass es nicht bloss für die Unentschlossenheit des Agnostikers, sondern auch für die Überzeugung des Atheisten gute Gründe gibt.
"Welche Spiritualität für Atheisten?" lautet schliessich die Frage des dritten Teils. Die Antwort, die der Autor gibt (nämlich das Eins sein mit Allem, das sich vor allem aus den Lehren östlicher Mystik nährt), wird im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen wohl kaum für die Mehrheit der Atheisten sprechen. Dazu kommt, dass Compte-Sponville hier beginnt, in der eigenen Sprache zu schwelgen, sich in Wiederholungen verliert und die Klarheit des Gedankens opfert. Man wird hier den Eindruck nicht los, dass er sich auf einer spirituellen Sinnsuche befindet und hier (obwohl er stets bemüht ist, Religiosität von Spiritualität zu trennen) eine Art Ersatzreligion präsentiren will.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hilfe für den "Durchschnittsatheisten", 26. April 2011
Von 
Dr. Volker Hoeper "Asmodino" (Schortens, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Woran glaubt ein Atheist?: Spiritualität ohne Gott (Broschiert)
Andre Comte-Sponville: Woran glaubt ein Atheist?

Die überwiegende Mehrzahl von den Westeuropäern sind irgendwo diffuse Atheisten. Sie glauben nicht an den persönlichen Schöpfergott, der sie geschaffen hat, mit dem sie über das Gebet sprechen können, der sie leitet und beschützt.
Sie fühlen sich manchmal ein wenig heimatlos in unserer Kultur.Die Suche nach dem Sinn gestaltet sich schwierig, auch wenn schon einiges an entsprechender Literatur bearbeitet wurde.Die Liebe zu der Welt und zu den Menschen soll es denn sein, was zeitweise etwas schwer fällt.Letztendlich ist es wohl doch diese Liebe zu den Menschen, zu seinem Umfeld, zu den Seinen.
Manche scheinen dem Weg vom Sinn zum Fun den Vorzug zu geben, das ist jedenfalls der Eindruck, wenn man nur mal einen Tag lang einem der Privatfernsehsender zuschaut ( Siehe das großartige Buch von Ludger Lütkehaus: "Nichts")
Trotzdem stehen sie im Niemandsland zwischen vernichtendem Nihilismus, der alle Werte, alle Ethik einreißt und dem eher verharmlosenden Agnostizismus, der sich nicht entscheiden will, ob er an einen persönlichen Gott glauben will oder nicht. Ob es diesen Gott gibt oder nicht, kann man nicht wissen. Man kann sich aber laut Comte- Sponville entscheiden, was man glauben will:
Ich glaube. Ich glaube eindeutig nicht. Ich weiß nicht, was ich glaube.
Das alles wird philosophisch fundiert mit vielen Zitaten spannend, zeitweise witzig und humorvoll, insgesamt mit einfachen, klaren Worten erörtert.
Vor allen Dingen wird erklärt, dass der Atheist keinesfalls auf seinen abendländischen, christlich geprägten kulturellen Hintergrund verzichten muss. Wir alle gehören zum jüdisch-griechisch-römisch-christlich geprägten Kulturkreis, das hat mit der Religion und dem christlichen Glauben im engeren Sinne nichts zu tun.
Auch der eindeutige Atheist darf sich an der Kirchenmusik von Bach und an romanischen oder gotischen Kathedralen erfreuen. Sie sind auch seine persönliche kultureller Grundlage.

"Atheist sein heißt nicht, die Existenz des Absoluten zu verneinen, sondern nur dessen Transzendenz, Spiritualität, Personalität, also zu verneinen, dass dieses Absolute Gott ist. Aber das etwas nicht Gott ist, heißt nicht, dass es nichts ist".

Natürlich gibt es das Absolute, Unfassbare, Unendliche, für uns kleine Würmchen im Kosmos Unbegreifbare. Was weiß eine relativ schon hochentwickelte Ameise über die Struktur ihres eigenen Erbgutes? Wir Menschen mögen etwas höher stehen als diese Ameise, aber warum sollte unser auf das Überleben auf diesem kleinen Planeten programmierte Hirn das Universum verstehen können.

Ein lesenswertes Buch, das uns "Durchschnittsatheisten" etwas Orientierung und Gewissheit geben kann. Für den Philosophie-Profi mag vieles banal und selbstverständlich sein, vielleicht rümpft er die Nase. Der nicht philosophisch bewanderte Leser wird sich nach der Lektüre besser fühlen, gleichsam wieder aufgenommen in die christlich-abendländisch Gemeinschaft. Er ist kein Banause.
Ethik und Kommunion gehen auch ohne Religion und persönlichem Schöpfergott".
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atheistische Spiritualität? - Das funktioniert!, 28. Januar 2009
Natürlich funktioniert das! Es ist ja schließlich auch das intellektuelle Konzept großer "östlicher" religiös/philosophischer Systeme, wie etwa des Buddhismus. Wohlgemerkt: atheistische Spiritualität bedeutet nicht unbedingt auch areligiöse Spiritualität. Im Bezug auf den Atheismus bezieht der Autor klar Stellung, inwieweit seine Argumentation, vor allem sein Erleben spiritueller, "ozeanischer" Gefühle jetzt auch deutlich als areleligiös zu definieren wäre, erforderte eine ausführlichere Diskussion, insbesondere zu Frage der Definierung von Begriffen...
Die Lektüre war für mich sehr bereichernd. Hilfreich bei der Formulierung von Meinungen, die man "eh schon immer" irgendwie gefühlt, aber nie so wirklich durchargumentieren konnte. Prägnant im Stil, kurz und bündig, dadurch möglicherweise nicht immer ganz dem hohen "wissenschaftlich/akademischen Anspruch genügend, dafür leicht lesbar. Aber den rein wissenschaftlichen Anspruch stellt das Buch glaube ich auch gar nicht, sondern will eher persönlich menschliches vermitteln. Das gelingt ausgezeichnet und war für mich auch das eindrücklichste Element. Nämlich die Zusammenführung von logisch-philosophischer Argumentation mit individueller Erfahrung. Zurückhaltend, bewußt nicht verletzend, polemisch oder sarkastisch. Positiv, menschenfreundlich...Sehr empfehlenswert!!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lange gesucht, 2. April 2009
Ich habe lange nach einem Buch über Glauben und Atheismus gesucht, welches nicht fundamantalistisch und bekehrend sein will. Bei den meisten dieser Bücher ist es mir nach dem lesen des Buchdeckels schon vergangen, da damit zu rechnen war, wieder nur eine Hetzschrift gegen die jeweils anders Denkenden in Händen zu halten.
Das ist bei diesem Buch nicht so. Der Autor spricht sich sehr stark für Respekt anderen gegenüber und dem Dialog untereinander aus.
Leider kann ich nicht so gescheit schreiben wie der Autor selbst und meine Vor-Rezensenten, aber die haben meiner meinung nach wunderbar wiedergegeben worum es in diesem Buch geht. Hiermit möchte ich dies nur bekräftigen.
Die Rezensionen waren für mich auch ausschlaggebend dieses Buch zu kaufen. Ich habe es nicht bereut und kann eine uneingeschränkte KAUFEMPEHLUNG abgeben!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert!, 28. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses ist eines der wenigen Bücher, das sich ernsthaft und ehrlich mit der Frage nach Gott beschäftigt, ohne auch nur in geringsten auf Polemik zurückgreifne zu müssen. Im Gegenteil: Der Autor schreibt, dass es kaum etwas schlimmeres gibt, als jemandem die eigene atheistische "Wahrheit" aufzudrücken. Verletzten will er nicht. Nur in einer ehrlichen, biswelen humorvollen Sprache erklären warum, und vor allem wie er Atheist ist.

Dieses Buch verdient 10 Sterne. Es ist überzeugend, und zeigt, dass Theisten und Atheisten miteinander reden können...solange sie darauf verzichten, zu verletzten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Woran glaubt ein Atheist? Spiritualität ohne Gott, 27. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Woran glaubt ein Atheist?: Spiritualität ohne Gott (Broschiert)
Woran glaubt ein Atheist? Spiritualität ohne Gott
Ich habe das Buch für einen Freund gekauft, der sehr ähnlich denkt wie ich. Er war sehr begeistert (nach der Lektüre) und hat mir empfohlen, das Buch auch selber zu lesen.
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Woran glaubt ein Atheist?: Spiritualität ohne Gott
Woran glaubt ein Atheist?: Spiritualität ohne Gott von André Comte-Sponville (Broschiert - 24. November 2009)
EUR 10,90
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