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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Der verzweifelte Versuch einer Flucht aus der Mittelmäßigkeit...,
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
,Becks letzter Sommer' ist die Geschichte des Enddreißigers Robert Beck und seinem Schüler, Rauli Kantas. Die Geschichte beginnt an einem Punkt, an dem man Becks Lebensentwurf, zumindest aus seiner Sicht, als gescheitert bezeichnen könnte. Er wollte ein gefeierter Rockstar werden und wurde Lehrer. Anstatt ausverkaufte Stadien, organisiert er Literaturcafes und Ausflüge zu Max Goldt Lesungen. Aus seiner früheren Band war er rausgeflogen. Das Einzige was ihm davon bleibt, ist die Freundschaft mit dem ehemaligen Schlagzeuger Charly, einem manisch depressiven, drogenabhängigen Deutschafrikaner und Hypochonder, der jeden Tag davon überzeugt ist an einer anderen schweren Form von Krebs zu sterben. Doch dann erkennt Beck, dass es in den Reihen seiner Schüler einen gibt, der ihm den Weg aus der Mittelmäßigkeit leuchten könnte, wie der Stern von Bethlehem die heiligen drei Könige zum Jesukind - Rauli Kantas, Wunderkind und Musikgenie.Beck beschließt den Jungen unter seine Fittiche zu nehmen und ihm das zu ermöglichen, was ihm selbst immer verwehrt geblieben war - ein Karriere als Musiker. Von Anfang an nicht selbstlos und schon gar nicht neidlos, versucht Beck den Jungen in die richtige Richtung zu lenken. Vielleicht der schwierigste Part, den Rauli Kantas ist auch nicht ohne Geheimnisse. Was irgendwann unweigerlich zu der Frage führt - Wer manipuliert hier eigentlich wen? ,Sie wollten Musik, ich hatte Musik. Ich wollte Anna, sie hatten sie.' Vielleicht der Satz der die Geschichte zwischen den Beiden am besten beschreibt. ,Becks letzter Sommer' ist ein rasantes Buch über Musik, die Liebe, über unerfüllte Wünsche und Träume, der Frage nach einem Leben nach dem Scheitern und dem Mut aus dem gesicherten Leben auszubrechen, um es vielleicht doch noch einmal zu versuchen. Ein Trip der Sonderklasse quer durch Europa und die Gefühlslagen der Protagonisten. Bis man sich auf ein Ende zu bewegt, das einen bangen lässt auf den letzten Seiten doch noch über die Klippe zu fallen, nur um einen dann fast sprachlos und zugleich tief berührt, mit Tränen glänzenden Augen und einem Lächeln zurück zu lassen. So sieht Hoffnung aus. Benedict Wells schafft es mit seinen Figuren - nicht nur Beck und Rauli, sondern auch Charly und Lara, die Frau, die Beck zwar hübsch findet, die aber nicht sein Typ ist, aber für die er trotzdem nicht mehr nur der Drei-Monate-Mann sein will, die Kantas Familie, Anna Lind, Grabowsky u.v.m. eine Universum zu schaffen, das einen direkt in seinen Bann zieht. Wobei sein eigener Auftritt dem Buch noch eine zusätzliche, ganz neue, eigene Dimension gibt. Der Schreibstil des Autors ist spritzig, voller Sprachwitz und passt sich perfekt dem Beat der Geschichte an. Dass das Buch im letzten Drittel für mich die eine oder andere, kleine Länge aufwies kann ich leicht verschmerzen. Es ist ein gutes Buch und ein grandioser Erstling. Ich freue mich darauf, in Zukunft mehr von diesem vielversprechenden jungen Talent zu lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Das Ende aller Illusionen,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Benedict Wells hat sich das Zepter von Sven Regener gestohlen und seinen eigenen Herr Lehmann geschaffen. Einen frischeren und lebendigeren. Es ist ein unruhiger Sound, der hier weht. Wells schrieb das Buch zwar mit gerade einmal Anfang 20, hat jedoch genug mitbekommen, um über die Sinnkrisen der emanzipierten Becksgeneration 25+, zu schreiben. Sei es, weil er nach dem Abi in Berlin genug Zeit mit solchen Existenzen verbracht hat oder sei es, weil er einen realen Stoff als Grundlage hatte.Die Geschichte nimmt sich, wie der Protagonist Beck, nie Ernst, erst Recht nicht die Krisen, oberflächlich betrachtet, denn der Autor konfrontiert im Verlauf der Story zunehmend seine Figuren mit ihren eigenen aufgesetzten Ausreden und legt so die wirkliche Enttäuschung und Bitterkeit der Akteure bloß. Das hier ist kein Paulo-Coelho-Lebe-Deinen-Traum-Buch, sondern ein trotz jedes ironischen Witzes todernstes Werk. Wells erzählt nicht nur eine Geschichte über die Befreiung aus dem monotonen Alltag, sondern entlarvt gleich noch die viel gepriesenen Umbruchsvisionen des Durchschnittsbürgers. "Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten", schrieb Lessing. Wells Motto könnte sein: "Es sind nicht alle frei, die ihre Ketten brechen". Die Schreibe des jungen Autors besitzt ein extremes und äußerst kurzweiliges Tempo. Der Spannungsfaden reißt zu keinem Zeitpunkt ab. Nur in der zweiten Hälfte des Buches, der B-Seite, verändert er sich. Der Sound wird weicher, wenn der Road Trip beginnt. Wie die Reise selber, treten Natur und Menschen in den Vordergrund - samt ihrer Reflexionen. War das Buch vorher ein schnelllebiger Spaß, so wird es nun nachdenklich. Und über allem weht ein imaginärer Dylan-Sound: "The times they are a-changin'". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Gelungenes Debüt (mit Schwächen),
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Ein gelungenes Debüt, das der junge Autor Benedict Wells da abliefert. Beschwingt im Ton, mit einem Schuss Tragik und Poesie versehen, die dem Roman einen ernsthaften Unterton verleihen ohne ihn in ein Rührstück zu verwandeln. Die Charaktere sind und agieren glaubwürdig - auch wenn einem das als Leser an manch einer Stelle missfällt.Allerdings verweigert der Autor so manche Erklärung und Hintergrundinformation, was selten stört, aber doch manchmal wirkt, als habe Wells selbst nicht so genau gewusst, was seine Figuren denn eigentlich antreibt. So bleibt vieles im Ungewissen, was aber durchaus nicht schlimm ist. Vielmehr stört da der Versuch des Autors sich selbst in die Geschichte einzuschreiben. Dieses Spiel mit der Fiktion wirkt aufgesetzt und wird definitiv zu oft eingesetzt. Nichtsdestotrotz ein vielsprechendes Debüt!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sehr zu empfehlen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Broschiert)
Ein liebeskranker Lehrer, ein ausgeflippter Deutschafrikaner und ein musikalisches Wunderkind aus Litauen auf dem Trip ihres Lebens - hier müsste jetzt eigentlich der Klappentext enden, denn es ist wirklich die Reise ihres Lebens, aber es geht weiter mit- von München durch Osteuropa nach Istanbul.Man wartet ständig auf den Beginn der Reise...irgendwie.Obwohl das Buch überhaupt nie, an keiner Stelle langweilig oder langatmig wird. Stellenweise erinnert einen das Buch vom Humor und der Art zu schreiben ein wenig an Neue Vahr Süd oder Herr Lehmann. Aber es ist viel tiefgründiger und für einen 25-jährigen, der das Leben eines 37-jährigen Lehrers beschreibt, der total unzufrieden mit sich und seinem Leben und irgendwie "altersschwach" geworden ist, ist es super genial geschrieben. Bei jedem Buch denk ich immer: ich weiß eh wie`s ausgeht!! Das dachte ich hier auch.Aber ich wurde eines besseren belehrt.Nicht das klassische Happy End, dafür ganz viel Gänsehautfeeling, aber nicht wegen einer Liebesgeschichte sondern wegen einer Lebensgeschichte. Das Buch hat mich sehr berührt.Zum Lachen gebracht, zum Weinen,zum Schmunzeln und zum Mitfühlen. Dazu kommt dass es toll aufgebaut ist.Als eine Art Cd, die Kapitel als Tracks und es gibt eine A- und eine B-Seite, und die Kapitel sind alle nach Bob Dylan Songs benannt, der in dem Roman indirekt eine große Rolle spielt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Von der Unfähigkeit, den dreifachen Salchow zu stehen,
Von Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Robert Beck ist ein 37-jähriger Lehrer an einem Münchner Gymnasium. Deutsch und Musik.Sein Vater hat an dieser Schule auch unterrichtet, er selbst war hier Schüler. Diese Schule ist sein Leben, das er nicht mag, manchmal auch hasst. Aber - es bietet Sicherheit und jeden Monat zuverlässig Geld auf dem Konto. Mit dem Kopf ist Beck Lehrer, aber mit dem Herzen Leadsänger in einer, seiner, Rockband. Hendrix, Cocker. Lange her. Songs schrieb er auch. Seine Gitarre fasst er nur noch selten an. Das Privatleben plätschert so eben dahin. Kein großer Plan dahinter. Laue Beziehungen und Phasen des Alleinseins häufen sich. Schülerinnenfantasien. Figurprobleme und zunehmende Trägheit. Viel Fastfood, viel Fernsehen, kein Sport. Aber einigermaßen disziplinierte Lehrkraft, das immerhin. Als er in seinem Schüler, dem siebzehnjährigen Rauli aus Litauen, das Zeug zu einem Wunderkind und Rockstar erkennt - die E-Gitarre beherrscht er sagenhaft - erwacht Beck aus seiner emotionalen Erstarrung. Er hat es nicht geschafft, seine Träume zu verwirklichen, aber diesen Jungen wird er zu einer fulminanten Karriere verhelfen. Und er wird sein Manager. Leider ist die Welt aber nicht so, wie Beck sie gerne hätte. Rauli ist bei weitem nicht so leicht lenkbar, wie er sich das wünscht. Außerdem hat er eine schwer durchschaubare Familie, bestehend aus Bruder und Vater, im Schlepptau. Die Musikbranche besteht immer noch aus ausgebufften Typen, die ihn ausbooten und seine neue Freundin Lara stürzt ihn in Gefühlsverstrickungen, die er kaum entwirren kann. Außerdem gibt es da noch Charlie, seinen einzigen Freund aus gemeinsamen Musikertagen, der mit Hilfe von allerlei Drogen versucht, endlich zu sich selbst zu finden und sich dabei verliert. Beck und Rauli begleiten ihn auf einen Trip in die Türkei, den keiner von ihnen je vergessen wird, solange er lebt. Schon wegen der Beschreibung dieser Reise lohnt es sich, diese Story zu lesen. Das Buch erzählt eine Geschichte über Möglichkeiten, wie man Leben kann, wenn man die Fähigkeiten, die man braucht, um so leben zu können, wie man will, nicht hat. Genialität, der Griff nach den Sternen, hat seinen Preis; genauso, wie die Einsicht, dass man vielleicht noch nicht einmal Mittelmaß ist und trotzdem einen Weg finden muss, um einigermaßen mit sich in Frieden existieren zu können. Ist das im Sehnsuchtsland Italien leichter zu verwirklichen als sonst irgendwo? Das Debüt von Benedict Wells ist lesenswert, Ich fühlte mich gut unterhalten. Allerdings ist der junge Autor vom Schülersein noch nicht weit genug entfernt, dass er sich die Seitenhiebe (mir macht ihr nichts vor, ich habe euch durchschaut, ich weiß genau wie ihr funktioniert) auf die Lehrerzunft verkneifen kann. Seine Seite ist tendenziell immer noch die des - aufgeweckten - Schülers. Und dass es lebenswertes Leben jenseits der Dreißig gibt, darf er in nicht allzu ferner Zukunft hoffentlich auch erfahren. Vielleicht lesen wir bis dahin noch mehr von ihm? Die Richtung stimmt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Die Suche nach des Lebens Sinn,
Von
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Broschiert)
Becks letzter Sommer ist die Geschichte eines fast 40jährigen Lehrers, der plötzlich die Erfüllung seiner Jugendträume in greifbare Nähe gerückt sieht, als er in seiner Klasse das musikalische Genie Rauli entdeckt: Ein begnadeter Gitarrist, dem auch geniale Texte und Melodien nur so zuzufliegen scheinen. Beck, dem eine Musikerkarriere verwehrt blieb, sieht sich schon als Manager von Rauli neben ihm auf den Bühnen der Welt stehen. Doch dieser Sommer hat noch mehr zu bieten: Er beginnt eine Affäre mit der 10 Jahre jüngeren Lara, die ihm näher kommt als ihm lieb ist. Und sein einziger Freund Charlie, ein knapp 30jähriger schwarzer Hypochonder, scheint nun endgültig durchzudrehen und bedarf dringend seiner Hilfe. Becks bisher so gleichförmiges (man könnte auch schreiben, langweiliges) Leben, wird heftig durcheinandergewirbelt. Und ehe er es sich versieht, befindet er sich zusammen mit Rauli und Charlie auf einer Autofahrt von München nach Istanbul mit unvorhersehbarem Verlauf.Oberflächlich betrachtet bringen sie Charlie zu seiner Mutter, doch in Wahrheit sind sie alle drei auf der Suche nach dem, was ihrem Leben einen Sinn verleiht. Beck, der von seinem gefühllosen Vater in den Lehrerberuf gedrängt wurde, dessen wahre Leidenschaft aber der Musik gehört. Charlie, der sich seit gut 10 Jahren in allen möglichen und unmöglichen Dingen versucht hat und trotzdem noch keinen Schritt weiter ist. Und Rauli, dieses musikalische Wunderkind, der sich mit Hingabe jedoch einer völligen anderen Sache widmet. Lara ist die einzige, die zu wissen scheint, was sie vom Leben will und fehlt somit bei dieser Fahrt quer durch Europa. Auch wenn es nach einem ziemlich ernsthaften Thema klingt, ist die Geschichte durchweg unterhaltsam und amüsant geschrieben. Die Figuren sind teilweise drastisch überzogen dargestellt (insbesondere Charlie) ebenso wie manche der beschriebenen Ereignisse, so dass es zeitweise beinahe ins Klamaukhafte abrutscht. Die Sprache kommt gelegentlich flapsig und schnoddrig daher, und erinnert mehr an gesprochenes als an geschriebenes Umgangsdeutsch. Für meinen Geschmack hat Wells diesem Buch etwas zu viel aufgeladen. Die Beziehungen Becks zu seinen Freunden, deren jeweils eigene Geschichten sowie die Suche nach dem Sinn des Lebens - etwas weniger wäre hier deutlich mehr gewesen. Dennoch: Für das Erstlingswerk eines 23jährigen ein guter Beginn. Und für die, die es lesen wollen, ein unterhaltsames und amüsantes Buch mit ernsthaften Untertönen, an das man jedoch keine zu großen Erwartungen stellen sollte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Für Musik-Fans,
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Broschiert)
Das Buch war ein Geburtstagsgeschenk, über das ich mich sehr gefreut habe. Benedict Wells Debütroman Becks letzter Sommer wurde von der Literaturkritik sehr wohlwollend aufgenommen.Herr Beck, im Buch wie im folgenden nur noch Becks genannt, ist Lehrer. Nicht aus leidenschaft, sondern weil sein Vater es wollte. Trotzdem ist er recht erfolgreich in seinem Beruf. An einem Münchner Gymnasium unterrichtet er Deutsch und Musik. Und Musik ist das, worum sich eigentlich alles in seinem Leben dreht - oder drehen sollte. Doch irgendwie kam ihm das Leben dazwischen. Seit Jahren langweilt er sich in seinem Beruf und wünscht sich die guten alten Zeiten mit seiner Band zurück. Dann entdeckt Becks, dass einer seiner Schüler ein wahres Musik-Talent ist. Rauli, ein Junge aus Litauen, kann nicht gut Deutsch, aber umso besser spielt er auf der Gitarre. Und in diesem Jungen glaubt Becks seine Chance zu sehen. Die Geschichte dreht sich vortan um Musik, Musik, die verschmähte und die unverhoffte Liebe, Musik, eine merkwürdige Reise nach Istanbul und um noch mehr Musik. Highlight ist der Aufbau des Romans. Es gibt 2 Teile, die mit A- und B-Seite betitelt sind. Die Kapitel heißen Tracks und sind als Unterüberschrift immer mit einem Song verbunden. Eigentlich müsste man dieses Buch also mit dem dazugehörigen Soundtrack lesen. Grandios! Fazit: Tolles Buch über einen alternden Lehrer, dessen Leben die Musik ist. Daher könnte das Buch für Leute, die nicht wissen wer Jimi Hendrix und Bob Dylan ist, nicht ganz so geeignet sein. Für alle anderen: Auch wenn der Mittelteil etwas lang ist: Es lohnt sich! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Mit 37 Jahren hört das Leben auf...,
Von Th. Weß (Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
...könnte man denken, wenn man sich Beck ansieht.Robert Beck, 37, Lehrer, mit Ambitionen auf die große Rockstarkarriere. Gerade solo, da müssen feuchte Schülerinnenfantasien und das Mädel aus dem Cafe um die Ecke herhalten. Heiraten und seriös werden will Beck aber auch gar nicht, es geht ihm mehr nach, dass er in diese bürgerliche Sicherheit gerutscht ist: Staatsjob, Wohnung mit Männerspielzeugen wie CDs, DVDs, fetter Ami-Kühlschrank mit Eiswürfelmacher. Tristesse Royal. Aber da kreuzt plötzlich dieser Schüler auf, Rauli aus Litauen. Das ist nicht nur eines dieser Länder, die beim Grand Prix immer gewinnen, da sich diese Ostblockstaaten gegenseitig pushen, sondern dieses verhuschte Jüngelchen spielt auch noch Gitarre wie Hendrix, ne, noch besser als Hendrix. Tja, und wenn das eigene Leben nicht langt, um sich diesen Rock`N`Roll-Wunschtraum zu erfüllen, dann könnte man es doch als Manager dieses Wunderknaben schaffen... Soweit das Szenario des noch relativ neu erschienenen Romans "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells. Der Autor ist gerade mal 23 Jahre alt, war somit zu der Zeit, in der sein Roadmovie-Roman spielt, im zarten Teeniealter. Na ja, Lehrer lernt man da ja kennen. Musike macht der Autor zudem auch, er schwimmt somit nicht in unbekannten Gewässern. Ist das ein gutes Buch, höre ich aus dem Unterbewusstsein einen älteren, glatzköpfigen Mann mit lustigem Akzent rufen? Eine kurze Internetrecherche ergibt, das ein paar hochwohlfeile Kritiker (z.B. diese Kritikerdame)das Buch misslungen finden. Euch Finsterraben rufe ich zu: Schreibt ihr Waldpfeifen doch mal mit 23 ein Buch, in dem zwar nicht jeder Satz nach Thomas Mann oder Joyce klingt, aber der angenehme Erinnerungen an Christian Kracht Junior, Irving und Salinger aufkommen lässt, aber weder gekünstelt, noch trivial daherkommt, sondern im besten Sinne natürlich: Ich staune, was der junge Autor an Atmosphäre der späten 90er aufgenommen hat. Ich war damals auch Mitte 30 und fühle mich, so leid es mir tut, in Herrn Robert Beck ein wenig gespiegelt... Noch ein Robert, nämlich Robert Zimmermann, spielt in diesem Buch eine Rolle: Die Kapitel sind nach Songs des alten Knarzebaden benannt, die Musik spielt zuweilen eine Rolle, und in einer Szene spricht Herr Zimmermann leibhaftig zum "Helden": "Sie sind hier, weil Sie keine Entscheidungen treffen. Und das ist schlecht. Denn wenn Sie es nicht tun, dann tut`s das Leben für Sie. Und das Leben trifft oft die schlechteren Entscheidungen, weil es Schwäche und Zögern bestraft. Die Welt ist für die Mutigen gemacht, der Rest schwimmt nur mit. Die Frage ist also: Sind sie wenigstens ein guter Schwimmer?" Ist die Generation X eine "Lost Generation"? Ernst des Lebens verpasst oder zu spät aufgesprungen? Das Leben ist keine Power-Rangers-Folge. Das Leben ist ein Roadmovie. Wer weiß, wovon ich rede, dem empfehle ich dieses Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbares Buch!!,
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Eine Freundin hatte mir das Buch empfohlen, und obwohl ich sonst lieber Sachbücher lese konnte ich mich dem Sog von "Becks letzter Sommer" nicht entziehen. Die Idee, das ganze Buch in Dylan Songs zu unterteilen, finde ich genial. Es ist so lebendig und warm geschrieben, beim Lesen sehe ich die Figuren immer vor mir, den hageren Rauli, Charly und seine Flucherei, Beck und sein Bauchansatz. Der Anfang ist ja schon ganz gut, aber ab der Mitte geht es so richtig los, der Roadtrip, die Drogengeschichte, die Begegnung mit Zimmerman. Das Ende ist fantastisch, soll hier aber noch nicht verraten werden.Der Autor schafft es, eine berührende, originelle und unterhaltsame Geschichte zu erzählen, ohne dabei kitschig oder zynisch zu werden. Ein ganz großes Talent, ich freue mich schon auf sein nächstes Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Becks ewiger Herbst,
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Broschiert)
Becks letzter Sommer, die Geschichte vom Deutschlehrer Beck, dem ewigen Musiker mit dem Traum von der Musik.Er hat Texte, aber keine Melodien, dann kommt Rauli. Rauli hat alles und täuscht mehr vor Beck zu brauchen, als das er ihn wirklich braucht - egal, Beck hat seine neue Aufgabe im Leben gefunden. Er projiziert alle seine Hoffnungen auf das Talent aus Litauen und versucht ihm einen Record-Deal zu besorgen. Die Geschichte verstrickt sich immer mehr, und schnell ist klar wer hier verlieren wird. Beck wird übergangen und muss sich mit den kleinen Erfolgen zufiedengeben. Ein Kuss von Anna Lind, der Beziehung zu Lara, einem geregelten Einkommen und allen anderen Freuden, die die Mittelmäßigkeit für ihn bereithält. Das ganze endet damit, dass Charlie, ein kurioser Riese, sie zu einen Road Trip drängt, der voll ist von Gefahren und merkwürdigen Begegnungen. Ein Buch voller scharf gezeichneter Charaktere und einer Sprache, die so daherplappert. Jung, frisch, dynamisch, an manches Stellen etwas leer - dann aber wieder absolut genial, kommt das Buch daher. Die Handlung wirkte auf mich an manchen Stellen doch etwas zu konstruiert, was mir aber auch fast schon wieder gefallen hat. Die Vorstellung, wie der gute Bennedict an seinem Schreibtisch gesessen hat, mit der Frage auf den Lippen: "Was soll denn als nächstes passieren?" Ah, eine Schießerei... Und dann zwei Nutten und hier könnte Rauli doch mal wieder... Ein wenig eckig, aber mit Charme. Wirklich zu schätzen gelernt hab ich das Buch erst, als ich es aus der Hand gelegt habe. Die lockere Sprache, dieses Federleichte vermisst man schnell. Dagegen wirkt der nächste Roman, den man in die Hand nimmt, schnell wie ein Klotz aus Blei. Es hat Spaß gemacht und es wird nicht mein letztes Buch von Bennedict Wells bleiben, das ich lesen werde. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Becks letzter Sommer von Benedict Wells (Broschiert - 24. November 2009)
EUR 10,90
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