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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen
Auch in seinem neuen, von seinen Lesern mit Spannung erwarteten Roman versteht es der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter auf das Vortrefflichste, die kritische Reflexion aktuellen Zeitgeschehens aus der Schweizer Perspektive zu verknüpfen mit der von ihm aus seinen Business-Class-Geschichten bekannten hintergründig-humorvoll- satirischen Schilderung des...
Veröffentlicht am 23. Januar 2010 von Winfried Stanzick

versus
72 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwacher Suter
Das aus meiner Sicht bisher schlechteste Suter-Werk.
Zwar gewohnt schöne Sprache mit kurzen, prägnanten Sätzen und tollem filmischen Stil. Darüber hinaus gewohnt souveräne Recherchearbeit des Autors erkennbar.
Allerdings fehlt mir das, was mich an Suter sonst so begeistert: Die fesselnde und außergewöhnliche Geschichte. Diese...
Veröffentlicht am 4. Februar 2010 von Schraml Florian


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen, 23. Januar 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Auch in seinem neuen, von seinen Lesern mit Spannung erwarteten Roman versteht es der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter auf das Vortrefflichste, die kritische Reflexion aktuellen Zeitgeschehens aus der Schweizer Perspektive zu verknüpfen mit der von ihm aus seinen Business-Class-Geschichten bekannten hintergründig-humorvoll- satirischen Schilderung des Lebens der Oberklasse in Zürich.

In "Der Koch" kommt dieses Mal noch dazu eine Reflexion des Schicksals eines Landes und einer Ethnie, die hierzulande vergessen scheint, die Minderheit der Tamilen in Sri Lanka und der widersprüchliche Befreiungskampf der LTTE (Tamil Tigers), deren brutaler und mafioser Arm bis in die Gemeinden der vielen tamilischen Flüchtlinge reicht, die in Zürich zu Tausenden eine neue Heimat gefunden haben.

Zu ihnen gehört auch der 33-jährige Maravan. Vor Jahren ist er als Asylsuchender in die Schweiz gekommen, als der Krieg in Sri Lanka für die tamilische Minderheit lebensbedrohliche Ausmaße annahm. Dabei war Maravan, der von seiner Großtante Nangay in Sri Lanka das Kochen gelernt hat, nach einer erfolgreichen beruflichen Tätigkeit in südindischen Ayurveda-Luxushotels bewusst in seine Heimat zurückgekehrt um dort ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Doch der Bürgerkrieg vereitelt seine Pläne und so fristet er zu Beginn des Buches sein berufliches Dasein weit unter seinem Niveau als Küchenhilfskraft im Züricher Sternerestaurant "Huwyler", wo sich die Creme der Finanzwelt trifft und das Martin Suter geschickt als Bindeglied und Brennpunkt zwischen Maravans Geschichte und dem Schicksal einiger Spekulanten mitten der Finanzkrise nutzt, die er so nebenbei dokumentiert und süffisant kommentiert.

Im "Huwyler" arbeitet auch Andrea, eine Fachkraft, die es aber nirgendwo lange aushält und der Maravan sympathisch ist. Als Maravan gemobbt wird von den Kollegen, nachdem er dem Chefkoch freundlich angeboten hatte ihm zu zeigen , "wie man einen richtigen Curry macht", steht sie ihm bei und muss in der Folge ebenfalls ihren Arbeitsplatz verlassen.

Maravan hat sich in Andrea verliebt und lädt sie zu einem Essen ein. Er kocht ein mehrgängiges molekulares Menü mit aphrodisischer Wirkung, die er aber nicht beabsichtigt. Dennoch wirkt das Essen auf die lesbische Andrea derart erregend, dass sie mit Maravan schläft.
So entsteht die Geschäftidee "Love Food", ein Catering-Service für Ehepaare, die sexuelle Stimulation brauchen. Vermittelt werden die Kunden durch eine Sexualtherapeutin, die Andrea kennt, und Maravan lässt sich auf Andreas Idee ein. Arbeitslos geworden durch den Rauswurf im Huwyler" will ihn kein anderes Restaurant einstellen und er braucht doch Geld um seine Familie und seine kranke Großtante Nangay in der Heimat zu unterstützen. Außerdem stehen immer wieder Vertreter der Tamil Tigers bei ihm vor der Tür, um Geld für den Befreiungskampf zu erpressen, das Maravan zahlt, weil er glaubt, so seinen geliebten Neffen vor dem erzwungenen Militärdienst bei der LTTE zu schützen.
Mittlerweile hoch verschuldet, fängt er an, für Paare zu kochen, die Andrea in ein dafür angemietetes Domizil bringt. Der Erfolg ist überwältigend. Die Paare sind begeistert, haben oft noch vor dem Nachtisch den lange vermissten Sex miteinander und so ist klar, dass die Firma "Love Food" bald jeden Tag in der Woche ausgebucht ist.

Als einer der zufriedenen Ehemänner ( Maravan hat sich auf den Deal nur eingelassen, weil die Paare verheiratet waren), die Dienst von Love Food" für ein Treffen mit einem Call-Girl in Anspruch nehmen will, ist Andrea von der hohen Summe fasziniert, die der Kunde dafür bezahlen will. Sie sagt Maravan zunächst nichts davon, doch er entdeckt den Betrug und kündigt die Zusammenarbeit auf.
Doch seine Geldnöte zwingen ihn dazu, die "schmutzigen Sachen" mitzumachen, die so ganz seiner Kultur widersprechen. Bei einem dieser Treffen lernt Andrea das Callgirl Makela aus Eritrea kennen und beginnt mit ihr eine heftige sexuelle Beziehung. Makela wiederum ist die Lieblingshure von Dallmann, einem dubiosen Finanzjongleur, der in üble Waffengeschäfte mit Sri Lanka verwickelt ist. Und nun entspinnt sich eine spannende und unterhaltsame Geschichte mit einem genialen Plot.

Quer durch das Buch zieht sich die zarte Liebesgeschichte zwischen Maravan und Sandana, einer tamilischen Asylantin, die von ihrer Familie mit einer Zwangsheirat konfrontiert wird und der es gelingt, durch all den Wirbel um Love Food" und dubiose Waffengeschäfte mit Maravan ein neues, hoffnungsvolles Leben zu beginnen.

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen, viel erfahren über die innenpolitischen Verhältnisse in Sri Lanka und die Verhältnisse, unter denen Asylanten in der Schweiz leben und etwas gelernt über molekulare Küche, von der der begeisterte Hobbykoch Martin Suter in einem Interview, das am Tag des Erscheinens dieses Buches veröffentlicht wurde, gesagt hat, sie sei wie sein Schreiben, man wisse nie, was hinten heraus kommt.

Literarisch steht der Roman auf dem gewohnten Suter-Niveau und man wird nach der erfolgreichen Verfilmung von "Lila, lila" nicht lange warten müssen, bis auch dieser neue Stoff für das Kino oder Fernsehen verarbeitet werden wird.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstehe die negativen Rezensionen nicht..., 7. Februar 2012
Von 
St. S. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Broschiert)
Ich kann die negativen Rezensionen nicht nachvollziehen!

Nachdem ich Die dunkle Seite des Mondes von Suter schon beeindruckend fand, habe ich mich zum Bestseller "Der Koch" hinreissen lassen. Sonst bevorzuge ich andere Genre. Bereut habe das Lesen dieses Buches nicht. Ganz im Gegenteil: schnell weggelesen!!

Der kochende tamilesische Immigrant Marava findet heraus, dass er Menüs zubereiten kann, die aphrodisierend wirken. Der sich damit ergebene kulturelle Konflikt, als er diese Gabe kommerzialisiert und ins Sex-Milieu rutscht, ist genauso Thema des Buches, wie der Konflikt auf Sri Lanka, die Bankenkrise oder dreckige Spiele in der globalen Wirtschaft.

Der Reiz dieses Buches liegt für mich in der Idee des aphrodisierenden Menüs. Kochen und/mit Leidenschaft wird umfänglich beschrieben. Dass manche Rezensenten bemängeln, dass dies nicht als Anleitung tauge, kann ich nicht nachvollziehen. Als solches sind sie sicherlich nicht gedacht. Denen sei aber Es muß nicht immer Kaviar sein empfohlen.

Das Buch hat einen spannenden Plot, ich habe es in einem weggelesen. Ob es mich nachhaltig und tiefgründig weiterbewegen wird, wage ich zu bezweifeln. Insofern ist sicherlich ein Niveauverlust Suters zu spüren, der sich zunehmend leichter Unterhaltungsliteratur hingibt. Wer das nicht (auch) mag, der kann es lassen.

Das Buchende ist typisch Suter. Kann man mögen, muss man nicht, stört aber auch nicht so sehr!

Für mich ein, auch sprachlich, sehr gutes Buch der Gegenwartsliteratur. Sowas hat der deutschsprachige Markt nicht viel zu bieten! Daher klare Empfehlung 5*.
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72 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwacher Suter, 4. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Das aus meiner Sicht bisher schlechteste Suter-Werk.
Zwar gewohnt schöne Sprache mit kurzen, prägnanten Sätzen und tollem filmischen Stil. Darüber hinaus gewohnt souveräne Recherchearbeit des Autors erkennbar.
Allerdings fehlt mir das, was mich an Suter sonst so begeistert: Die fesselnde und außergewöhnliche Geschichte. Diese plätschert hier vor sich hin und kommt irgendwann zu einem vorhersehbaren Ende. Für mich als Leser nervend v.a. die immer wiederkehrende Schilderung der weltweiten Wirtschaftskrise. Von den Medien werden und wurden wir täglich mit 'Horrormeldungen' dazu überschüttet. Das sich Suter auch noch damit in seinem neuen Roman beschäftigt, fand ich schlicht nervend und unnötig.
Ferner fühlte ich mich oft an Patrick Süskinds Bestseller 'Das Parfüm' erinnert. Gerüche, Düfte, Geschmäcker, Essenzen. Ein Held, der gelernt hat, diese 'Welt der Geschmäcker' zu durchschauen und welcher dann aus seinem Wissen das perfekte Liebesessen kreiert, gegen dessen Wirkung sich niemand wehren kann'
Nein ' mich hat dieses Buch leider in keinster Weise überzeugt
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ratlos, 25. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Ich bin ein wenig ratlos. Die Geschichte über einen tamilischen Koch in der Schweiz ist handwerklich solide erzählt. Der Plot ist spannend, die Sprache exzellent. Trotzdem ist 'Der Koch' kein Buch, das mich atemlos zum Weiterlesen animiert hat. Ich musste mich bei der Lektüre nicht quälen und habe bis zum Schluss durchgehalten. Aber irgendetwas Magisches, das man von einem Bestseller erwartet, fehlte. Ein Buch, das man liest, aber von dem nach der Lektüre nicht viel bleibt.
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109 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schaumschlägerei, 22. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Meine Leidenschaft für Martin Suter nahm bisher von Roman zu Roman ab, und auch "Der Koch" macht hier leider keine Ausnahme. Die Story schleppt sich dahin und wirkt zusammengeschustert. Die verschiedenen Problematiken wie Waffenschiebereien, schweizerisches Asylrecht und tamilisch sri-lankische Auseinandersetzungen werden allzu oberfächlich präsentiert und nach meinem Empfinden sehr konstruiert zusammengeführt, alles überflüssigerweise noch umrahmt von exotischen Rezepten der Molekularküche, die für Otto Normalverbraucher sowieso nicht nachkochbar sind - es sei denn, man hat irgendwo zufällig einen Rotationsverdampfer rumstehen...
Für Einsteiger in Martin Suters Literatur sei "Die dunkle Seite des Mondes" und auch "Small World" empfohlen. Beides absolut stilsichere, spannende und ungewöhnliche Romane, die bis zum Schluss fesseln, da die Story jeweils sauber entwickelt und ebenso logisch wie überraschend und konsequent zu Ende gebracht wird.
"Der Koch" bietet dagegen - wie in der Molekularküche wohl üblich - aufgeschäumte heiße Luft mit wenig Inhalt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine gute Idee reicht nicht, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Die Grundidee des Buches, dass sich ein tamilischer Koch und eine Schweizer Gastro-Fachfrau zusammentun, um erotische Leckerbissen für zahlungskräftige Kunden zu servieren und damit das Liebesleben vieler trauriger Menschen auf Vorderman bringen ist an sich gut und würde viel Raum für spannende Verwicklungen bieten. Doch Martin Suter hat es sich in den Kopf gesetzt, mit diesem Roman vor allem anzuklagen: den Kampf der Sri Lankischen Regierung gegen die Tamilen, deren Unterdrückung, die Waffenexporte der Schweizer Rüstungsiindustrie und dubiose Geschäftsleute, die solche Waffentransfers skrupellos organisieren. Das ist zwar alles gutgemeint, wirkt aber abgetakelt, abgegriffen, staubig und ist ganz einfach zum Gähnen. Der dicke Kapitalist, der sich gerne in den teuersten Restaurants den Bauch vollstopft und anderntags nach einem ordinären Frühstück den nächsten Waffenhandel organisiert - ich meine: hallo, Martin Suter, ihre Klischeekiste ist aber mittlerweile beunruhigend gross geworden! Die ständigen Bezüge zur Aktualität (Bankenkrise) haben mich genervt, da sie hier einfach nicht hineinpassen. Martin Suter hätte sich auf den an sich lustig begonnenen Plot konzentrieren müssen, er hätte uns doch wesentlich mehr Freude gemacht. Schade, dass die Liebesgeschichte zwischen Maravan, der Hauptperson, und seiner Landsmännin, die jedoch in der Schweiz geboren ist und nur eine tamilische Exilkultur kennt, nicht vertieft worden ist. Darin hätte ein weiteres literarische Potenzial gelegen, denn gute Liebesgeschichten gehen immer; der Schriftsteller muss aber Lust haben, sie zu entwickeln und die hatte Martin Suter offenbar nicht. Auch hatte ich den Eindruck, dass sich Suter für den Roman zwar einiges über Sri Lanka und insbesondere die Tamilen angelesen hatte, dass es ihm aber an der Ausdauer fehlte, um die Wurzeln der Probleme von Emigranten wirklich freizulegen. Hat er je mit Tamilen gesprochen? Ich weiss es nicht, kann sein, aber es kommt ganz einfach nicht durch. Zum Schluss hat man ein Buch gelesen, das kein wirklicher Roman ist, weil die Handlung nicht ausgelebt und vertieft wird und die Menschen insgesamt zu wenig greifbar sind. Trotz vieler Fingerzeige ist es aber auch kein politisches Buch, weil die Klischees dominieren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ganz dürftig, 1. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Broschiert)
Dieser Suter dürfte zum schwächsten gehören, was von ihm bisher erschienen ist. Die Geschicht kommt nie wirklich in Fahrt. Die Figuren bleiben schemenhaft und der Autor scheint sich kaum wirklich entscheiden zu können, welcher er eigentlich folgen will, wenn auch der titelgebende Koch, ein tamilischer Asylbewerber, im Mittelpunkt steht. Da wird mal diese Person eingeführt, mal aus der Sicht jener geschildert. Zu Ende geführt wird das häufig nicht. So plätschert die Geschichte, wenn man sie wirklich so nennen will, so vor sich hin, ohne dass irgendwie klar wird, welche Richtung sie einschlägt. Auch die bei Suter sonst so großartige Wende gegen Schluss bleibt völlig aus. Warum die Personen so handeln, kann man schon nachvollziehen, aber es wirkt in keiner Weise zwingend.

Suter bemüht sich um Authentizität, indem er immer wieder Ereignisse der Tagespolitik in der Geschichte erwähnt, aber ohne dass dies für die Geschichte von Bedeutung ist.

So bleibt am Ende eines dürftigen Buches das Fazit, dass es nur für den lesenswert ist, der Spaß an der Schilderung von Rezepten tamilischer Molekularküche hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger wäre mehr gewesen, 12. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Aus meiner Sicht werden im neuen Roman von Martin Suter zu viele Themen aufgegriffen, diese bleiben aber alle an der Oberfläche. Es geht um Asylpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft und Soziales und als Leserin bekam ich schnell den Eindruck, jedes Thema wird angesprochen, aber leider nicht weiter vertieft. Die Geschichte plätschert über viele Seiten einfach so dahin, ein wenig konzeptlos und inhaltlich eher langweilig.

Die Haupt-Protagonisten des Romans: Maravan, Tamile, ein talentierter und leidenschaftlicher Koch, ethische Grundsätze sind ihm wichtig / Andrea, seine Geschäftspartnerin, eine leidige und eher skrupellose Person, die das Buch nicht wirklich bereichert / Sandana, Tamilin, von ihrer Familie zur Zwangsheirat verdammt, sympathische Bahn-Angestellte und in Maravan verliebt / Makeda, sehr hübsche und extravagante Äthiopierin und aus der Not Call-Girl geworden.

Die Idee mit den Rezepten (auch im Anhang zum Nachkochen) fand ich eigentlich ganz gut, obwohl zum Ausprobieren eignen sie sich wahrscheinlich aufgrund der fehlenden Küchenutensilien wenig.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut aber keine Haube, 4. August 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Wie differenziert das Publikum Martin Suters neuestes Werk aufnimmt ist kein Wunder. Mich hat das Buch zuerst auch etwas irritiert. Ich bin zwar der asiatischen Küche nicht abgeneigt. Aber ein tamilisches Kochbuch würde ich mir eigentlich nicht zulegen. So ging es mir zu Beginn des Buches, als die liebesfördernden Zutaten der Gerichte des tamilischen Asylwerbers Maravan in ausgeprägter Deutlichkeit geschildert wurden. Zugegeben - wieder einmal eine hervorragende Recherchearbeit von Martin Suter - aber die kulinarischen Auslassungen sind der Schwachpunkt des Buches. Die dahinter stehende Geschichte, die Schilderungen der Beziehungen, der Aufbau des Plots, die Sprache, das ist eine Meisterschaft die Suter beherrscht. Da punktet er, das lässt er seinen Leser über die Seiten fliegen und einzelene Sätze auf der Zuge zergehen. Ein gutes Buch wie ich finde - nicht sein bestes, aber gegenüber dem zweifelhaften Teufel von Mailand um Klassen besser. Und wenn er sich erzählerisch in der High-Society aufhalten kann (siehe seine Werke über die Business-Class und Gerry Weibel) wie hier gerät auch sein satirisches Talent zur Entfaltung und er kann wieder einem hinterhältig, korrupt und fies Tätigem eines literarisch überziehen. Wer Suter mag, wird auch dieses Buch mögen. Wer Kochbücher mit Handlung mag - der ist hier goldrichtig.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lesbar, 13. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Maravan kommt aus Sri Lanka und lebt in der Schweiz. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als Hilfskoch in einem gut angesehenen Restaurant.
Maravan hat als Junge von seiner Großtante das Kochen gelernt und übt seine Leidenschaft zu Hause nach der Arbeit weiter aus, um seine Kenntnisse zu vertiefen.
Als er wegen einer Lapalie seinen Job verliert, hat eine Arbeitskollegin eine Idee für ein Catering Service. "Love Food" bietet, wie der Name schon sagt anregendes und erotisches Essen an. Maravan kocht, Andrea kümmert sich um die Planung.
Die High Society kommt schnell auf den Geschmack. So auch die Kreise, die in Maravans Heimatland den Krieg durch Waffenlieferungen unterstützen. Maravan ist im Zwiespalt. Er braucht die finanziellen Mittel, um seine Familie zu unterstützen und hat bald einen Plan...

Der Koch wird als erotisches Buch angepriesen. Naja....
Ich finde, es spielt eher auf der politischen Ebene, denn es geht sehr viel mehr um die Wirtschaftskrise und den Krieg in Sri Lanka, Kinderspodaten, Armut, etc.

Mir hat Martin Suters Buch ganz gut gefallen, wenn es mich auch nicht unbedingt vom Hocker gerissen hat. Es war aber kurzweilig, informativ und unterhaltsam. Ich hatte es in ein paar Tagen ausgelesen.
Die Rezeptsammlung am Ende der Geschichte ist sicher auch für Sterneköche interessant. Einen Rotationsverdampfer dürfte man in privaten Haushalten allerdings eher selten finden....
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Der Koch
Der Koch von Martin Suter (Broschiert - Oktober 2011)
EUR 10,90
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