Kundenrezensionen


53 Rezensionen
5 Sterne:
 (25)
4 Sterne:
 (11)
3 Sterne:
 (12)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (4)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


72 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch
Tracys Leben dümpelt so vor sich hin. Sie macht einen Aushilfsjob nach dem anderen und weiß nicht so recht welchen Weg sie in ihrem Leben einschlagen soll.
Als sie auf der Suche nach einem Kellner Job ist landet sie in einem persischen Lokal und ist begeistert. Doch Sam der persische Besitzer des Lokals möchte sie nicht einstellen. Aber Tracy bleibt...
Veröffentlicht am 10. März 2008 von tanjuscha

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nett aber enttäuschend
Ich wollte dieses Buch seit mehr als einem Jahr lesen, und habe es jetzt mit gemischten Gefühlen beendet. Nachdem ich einige Kommenatre hier gelesen habe, verstehe ich die Intention des Autors vielleicht etwas besser, aber die Enttäuschung bleibt.

Was mich zunächst gestört hat, war die gänzlich unzutreffende Erwartung, die Titel und...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2010 von Yoshina


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

72 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch, 10. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Gebundene Ausgabe)
Tracys Leben dümpelt so vor sich hin. Sie macht einen Aushilfsjob nach dem anderen und weiß nicht so recht welchen Weg sie in ihrem Leben einschlagen soll.
Als sie auf der Suche nach einem Kellner Job ist landet sie in einem persischen Lokal und ist begeistert. Doch Sam der persische Besitzer des Lokals möchte sie nicht einstellen. Aber Tracy bleibt beharrlich und wird aushilfsweise eingestellt.
Bald stellt sich Tracy als absoluter Glücksgriff für Sam herraus. Sie ist sehr schnell kann sich die Bestellungen sehr gut merken und spricht sogar ein paar Worte persisch.
Sams Lebensstil fasziniert Tracy . Er hat 2 Frauen die beide ausgesprochen hübsch sind und sich mit Tracy anfreunden . Tracy beginnt sich mit Sams Kultur auseinander zu setzen Sam versucht sich dabei als Lehrer obwohl er nicht alle ihre Fragen beantworten kann und bald kennt sich Tracy besser in Sams Kultur aus als er selber. Beide verlieben sich ineinander und Tracy wird Sams dritte Frau.

Ein herrliches Buch in dem nichts ist wie es scheint!!!!
Beim lesen ertappt man sich in Klischees zu denken und genau das erahnt Mc Carten und zerstreut diese Klischees auch gleich wieder.
Das Buch ist eine Satire und ein Spiegel über das Fremdsein , die Bewunderung und Faszination für fremde Kulturen , die Angst vor anderen Kulturen und die Klischees die ein jeder im Kopf hat , mag er sich auch noch so aufgeschlossen geben

Sprachlich machte es mir großen Spaß . Es ist witzig, spannend und voller Überraschungen . Toll ist wie der Autor einem den Spiegel vorhält und man sich selbst ertappt in Schubladen zu denken .

Meine absolute Empfehlung . Schon lange nicht mehr ein so kluges und messerscharfes Buch gelesen
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Kulturen-Spagat", 18. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Gebundene Ausgabe)
Ein erzählerisch gut gelungenes und schon aufgrund der Thematik interessantes Buch.

Es beleuchtet den Versuch eines Spagates zwischen dem anglikanischen England des 21. Jahrhunderts und den muslimischen Regeln des Irans, der mit seinen Vorschriften und Verboten für unsere westliche Gesellschaft in längst vergangener Zeit stecken geblieben zu sein scheint.

Besonders in der Figur Sam Sahars werden diese Gegensätze deutlich. Zwar ist Sam seiner Überzeugung nach mehr Brite als Perser, in seiner Person scheinen sich anglikanische und muslimische Religion sehr nahe zu stehen, doch gibt es immer wieder Elemente, die sehr persisch sind (z.B. dass nach außerehelichem Geschlechtsverkehr die Frau dreimal sagen muss, wir sind geschieden).

McCarten erzählt recht locker von diesem Hin und Her zwischen den Kulturen, auf der einen Seite die englische Arbeiterfamilie, auf der anderen Seite die Sahars, die man wohl am ehesten multikulturell nennen sollte.

Am meisten identifiziert man sich sicher mit Tracy, die nun wahrlich versucht dieses Spagat zu vollführen, indem sie als Engländerin den Perser heiratet - als seine dritte Ehefrau.

All die Komplikationen die sich aus dieser Ehe zu viert ergeben, fordern auch ihren Tribut. Mehr möchte ich eigentlich von der Handlung nicht verraten. Man sollte am besten selbst in die Erzählung eintauchen, keineswegs nur eine Geschichte aus 1001-Nacht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Richtig gute, amüsante Unterhaltung inklusive Denkanstößen - super!, 22. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Gebundene Ausgabe)
Eines der besten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe - weder zu kopflastig-(pseudo-)anspruchsvoll, noch "nur" witzig und ins Zotige abgleitend. Richtig gut unterhaltend und dabei durchaus mit Anspruch und einer ordentlichen Prise gesellschaftskritischer Schärfe - die einem aber nicht den Spaß am Buch verdirbt. Der Autor traut sich mutig, sowohl den Einheimischen (hier den Briten), aber auch den Migranten einen Spiegel vorzuhalten, der die Macken und Eigenheiten beider Seite fast immer auf den Punkt genau und sehr amüsant beschreibt - und manchmal auch durch den nächsten Satz bereits wieder als Klischee entlarvt. Ich habe selten so sehr bei einem Roman gelacht wie bei diesem - ob Tracys Vater nun Bagdad hartnäckig im Iran verortet, Sams alte, aus dem Iran angereiste Eltern tödlich beleidigt sind, weil ihr inzwischen ungläubiger Sohn sein Haus vor ihrem Besuch nicht auf seine Ausrichtung gen Mekka vermessen hat oder ein kamboadschanischer Flüchtlingsvater mit seinen zwei einzigen englischen Wörtern ("ello!""Sowwwy!sowwy!") sein Zuspätkommen erklären und entschuldigen will - all dies könnte gemein oder abwertend rüberkommen.

Sämtliche Figuren sind jedoch so liebevoll, plastisch und nachvollziehbar beschrieben, dass all diesen Szenen immer etwas Warmes, Gutes anhaftet - und einem beim Lesen deutlich wird, wieviel man doch eigentlich mit einem Schmunzeln wegstecken könnte und dass eben jeder nur "seine" Haut hat, aus der er nicht immer heraus kann. Selbst Tracys auf den ersten Blick schlicht strohdummer und verachtenswürdiger Exfreund wird durch die geschickten Schilderungen des Autors und perfekt platzierte, treffende Äußerungen (Lob auch an die Übersetzung!) für den Leser zwar nicht unbedingt liebenswert, aber zumindest nachvollziehbar in dem, was ihn antreibt und den beschränkten Mitteln, die dem armen Würstchen dafür zur Verfügung stehen...

Ein Buch, das für ein warmes Bauchgefühl und für viele lustige, aber auch erhellende Momente sorgt und nicht zuletzt auch einem selbst den Spiegel vorhält. Super!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine anrührende Liebesgeschichte mit Gesellschaftskritik, 16. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Gebundene Ausgabe)
Anthony McCarten, Jahrgang 1961, ist Neuseeländer, schreibt Theaterstücke, Romane und ist auch Regisseur. Im Moment arbeitet McCarten an der Verfilmung seines vorletzten Romans "Superhero". "Englischer Harem" ist sein neuster Roman, den man als anrührende Liebesgeschichte, witzige Tragikomödie aber auch als gesellschaftskritischen Roman bezeichnen kann Der Roman beruht auf eine wahren Begebenheit. Sam Sahar ist bereits mit zwei Frauen verheiratet, die er aber nur aus humanitäten Gründen geheiratet hat, bis er dann die arbeitslose einundzwanzigjährige Supermarktkassiererin Tracy kennenlernt. Sam will Tracy heiraten und stößt überall auf absolutes Unverständnis. Die Familie fürchtet, dass die Tochter zum Islam übertritt, die Freunde sehen sie als Haremsdame und die englischen Behörden die öffentliche Ordnung gefährdet.
Letztlich wird Sam's Leben bedroht, aber eigentlich ist es doch eine Komödie und für mich war es sehr unterhaltsam aber auch anspruchsvoll.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Behördenlogik, 2. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Taschenbuch)
ich war kurz darauf, das Buch nach ein Paar Seiten zur Seite legen, auf besonders unbeschwerte Zeit, vielleicht Urlaub, warten, denn ich war mir nicht sicher, ob ich ein Buch lese oder bin ich in Kino? Der Autor ist begabter Visualisierer - kein Wunder, dass seine Stücke so photogen sind und als Filmvorlage einfach bestens geeignet.
Selbst keine gute Schreiberin, keine Deutsche, lasse ich mich vom Bilder - deren Fülle beinah einen Schwindel verursacht - einfach umkreisen, doch die skurille Charaktere im Buch schienen mir erst zu übertrieben, nicht glaubwürdig genug, Probleme des kulturellen Schocks irgendwie zu oberflächlich, zu klischeehft - aber es war ein Fehler. Es sind nicht die Bilder, die berauschen. Es sind nicht die Menschen, auch die fehlende Glaubwürdigkeit nicht.
Das ist schon schmerzhaft realistisch, wie ein "Hinweis aus der Bevölkerung" eine Existenz oder gleich mehrere auszulöschen droht, wie dubiose Kommissionen genau das Gegenteil bewirken (wollen, die ganze Dialektik der Behörden, die quasi dafür da ist, um auf dem, was einem Menschen ausmacht, mit Vergnügen zu treten.
Sicher lesen wir die Bücher durch eine Art Prisma, wo unsere eigene Lebenserfahrungen - oder auch bisherige Lektüren, - unsere Interpretation prägen. Mit einem Perser, runden wie ein Kürbis, kann ich mich zwar nicht identifizieren, doch mit der Ohnmacht, wenn dem Kindern was angetan wird unter dem Transparent "Zum Kindeswohl" schon.
Das Wunderbare am diesem Buch sind mehrere Fäden, so verworren, wie das Menschenleben, und die Art und weise, wie Welten und Menschen auf einander treffen, (ab)prallen, frontal kollidieren oder um Haaresbreite an einander vorbei - gleiten, sprechen, leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nett aber enttäuschend, 25. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Taschenbuch)
Ich wollte dieses Buch seit mehr als einem Jahr lesen, und habe es jetzt mit gemischten Gefühlen beendet. Nachdem ich einige Kommenatre hier gelesen habe, verstehe ich die Intention des Autors vielleicht etwas besser, aber die Enttäuschung bleibt.

Was mich zunächst gestört hat, war die gänzlich unzutreffende Erwartung, die Titel und Klappentext geweckt haben. Ich meine damit nicht, dass ich mich nach einer möglichst "schmutzigen" Gruppensexszene gesehnt habe, sondern einfach dass für mich nur sehr wenig an fremder Kultur enthalten ist. Der Protagonist ist offensichtlich zu mehr als der Hälfte Engländer, seine böse Polygamie eine Farce und das im Roman gegebene Wissen über den Iran geht kaum über gängiges Allgemeinwissen hinaus. Was ich ab der Hälfte des Romans befürchtet habe, hat sich zum Ende hin bewahrheitet: Der ganze Konflikt beruht zu 90% auf einem Kommunikationsproblem, hätten die Protagonisten an einigen entscheidenden Stellen in zwei Sätzen die Tatsachen klargestellt, hätten sich die Probleme drastisch reduziert. So bleibt für mich ein Roman voller vermeidbarer Missverständnisse, der es als einziger Pluspunkt schafft die Verselbstständigung von rassistischen Vorurteilen aufzuzeigen. Als solchen finde ich den Roman durchaus gut geschrieben und interessant. Leider bleibt bei mir trotzdem das Gefühl zurück, dass sich der Autor gar nicht getraut hat einen echten kulturellen Konflikt heraufzubeschwören und folglich bei moralisch unbedenklichen Scheinkonflikten verblieben ist.

Der zweite Kritikpunkt liegt in der Liebesgeschichte und der fehlenden inneren Handlung, wie es auch schon Andere hier angesprochen haben. Die Liebesgeschichte nimmt unglaublich wenig Raum ein, was befremdet, da es sich doch um den Kern der Geschichte handeln sollte. Ein Kennenlernen wird nur sehr rudimentär beschrieben, nach dem ersten Näherkommen folgen in Lichtgeschwindigkeit Verlobung, Heirat und Eheleben, und das ohne dass das Zusammenleben während der späteren Phasen auch nur kurz geschildert würde! Umgekehrt proportional häufen sich Vorfälle in der äußeren Handlung, die ich mit fortschreitender Handlung immer unnötiger empfand. Dass Tracys Exfreund einen kleinen Racheakt plant, war zunächst interessant, dass sich aber bis zum Ende des Buches hin immer mehr Angriffe häufen kam mir zum Schluss nur noch wenig glaubhaft vor. Ähnlich verläuft die Entwicklung mit Tracys Eltern. Normal fände ich es, wenn diese große Anstrengungen unternähmen, die Hochzeit zu verhindern. Stattdessen kommt überhaupt kein aktiver Widerstand, die Heirat findet direkt anschließend statt, und der Widerstand wird erst im Laufe des Ehelebens immer intensiver, was mir sehr seltsam erschien. Wäre es nicht logischer, dass man nach Schließung der Ehe versucht seinen Frieden miteinander zu machen? Auch bleiben die Charaktere etwas blass, nach einer interessanten ersten Schilderung bekommen sie kaum je mehr Tiefe, und die meisten lassen sich problemlos in eine Klischeekiste einordnen (Tracy, die "naive Träumerin", Yvette, die "schöne Französin" etc).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


42 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komödie aus 1001 Nacht, 22. Februar 2008
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Gebundene Ausgabe)
Tracy gehört zum "Prekariat", wie man seit einiger Zeit das Heer derjenigen nennt, die wegen ihrer Herkunft, mangelnder Bildung und der daraus resultierenden Chanceneingeschränktheit von ihrer unattraktiven Arbeit nicht richtig leben können. Aber die junge Frau ist nur über Geld definiert arm, denn als Träumerin hat sie ein buntes Innenleben mit viel Licht, Farben und Wärme. Außerdem ist sie jung, schön, intelligent und selbstbewusst, und, wenn sie will, sehr zielstrebig. Bei dieser Kombination kann alles passieren, selbst das Unwahrscheinlichste, und genau das tritt ein. Diese Eigenschaften führen sie pfeilgerade in den "Persischen Garten", ein vegetarisches Lokal, dessen Inhaber Saaman Sahar ist. Sein Leben wurde sehr vom Fleisch beeinflusst, allerdings nicht vom weiblichen, was man, bevor man seine Geschichte kennt, kaum glauben kann, sondern von dem, das aus Schlachtereien kommt. Aber das ist eine andere Geschichte, aus einer anderen Zeit und aus einem Land, das so nicht mehr existiert. Das Mädchen steht also vor dem Mann, der vor langer Zeit aus Persien nach England kam und die hier herrschende westliche Kultur verehrt, ohne seine jemals verraten zu haben. Er ist ein guter Geschäftsmann, schon immer gewesen, hat gute Manieren, schütteres Haar, ist um die fünfzig und das, was man mit untersetzt umschreibt. Und, was allein schon an ein Wunder grenzt, er ist weder abgeklärt und übersättigt, noch zynisch oder arrogant. Nein, er ist rundherum liebenswert. Die beiden Londoner sehen sich an und erkennen sofort, dass nicht nur das Alter sie trennt, sondern auch der tiefe Graben vollkommen verschiedener Welten. Aber Tracy ist hartnäckig und lernfähig und Saaman Sahmar tolerant. Es dauert nicht lange, bis sie zur perfekten Angestellten des "Persischen Gartens" wird. Dass "Sam" der liebenswürdigste, großzügigste und höflichste Mensch ist, der ihr je begegnet ist, wird ihr schnell klar. Eine Liebesgeschichte entwickelt sich, denn Tag und Nacht bedingen sich. Tracy ist nur zu gerne bereit, ihren grabsteinbehauenden Freund, einen kleinen Loser, sausen zu lassen. Er hätte sie ohnehin endgültig auf den morastigen Bodensatz der englischen Gesellschaft gezogen, wenn sie es erlaubt hätte. Tracy dachte daran aber nie ernsthaft und wendet sich mit ganzen Herzen den vermögenden Saaman Sahar zu. Was sich noch rächen wird. Geld spielt für Tracy keine Rolle und ich glaube ihr das. Sie ist begeistert davon, dass ihr Märchen aus 1001 Nacht Realität geworden ist. Es ist ihr sehr ernst, sie will diesen Mann heiraten und stellt ihn ihren Eltern vor, die in einem heruntergekommenen Wohnblock in einem hoffnungslosen Vorort von London leben, in deren Wohnung sie eine kleine Festung besitzt. Dieser Wohnblock droht jeden Moment einzustürzen, was Monica und Eric Pringle im 23. Stock (der Aufzug, dieser verdammte Kasten, funktioniert oft nicht) nicht so sehr empört, wie die bevorstehende Hochzeit ihres einzigen Kindes mit einem Mann, der bereits 2 Ehefrauen hat. Tracy soll die dritte, und wie ihr künftiger Mann erklärt, bestimmt die letzte Angetraute sein. Mehr wollen die Eltern gar nicht hören, es reicht, vielen Dank und Auf Nimmerwiedersehen. Zum Teufel soll er sich scheren oder dahin, wo er herkommt, was vielleicht dasselbe ist. Es kommt fast zum Bruch mit Tracy. Aber, wie erwachsene Töchter nun einmal sind, sie machen einfach was sie wollen und hoffen, dass es die Eltern schon nicht umbringen wird.

Tracy ist glücklich verheiratet und diese Vielweiberei ruft die englischen Behörden auf den Plan. Diese glückliche Familie, die so offensichtlich wohlhabend ist, deren Frauen alle so wunderschön sind und miteinander harmonieren, soll dieser schmierige Araber, oder was er sonst ist, verdient haben? Diesen prächtigen Harem? Nein! Niemals! Der Neid der Beamten wird mit der vermeintlichen Sorge um die Kinder bemäntelt, die in so unmoralischen Verhältnissen aufwachsen müssen. Die Kinder müssen da weg, sagen die Zuständigen und verkneifen sich ihr heuchlerisches Haifischgrinsen nicht ganz. Von da an wird es turbulent. Erst sind die Kinder weg, dann Tracy. Die Ehe ihrer Eltern, in der es nur zwei Personen gibt, steht auf der Kippe. Der verschmähte Liebhaber tritt einmal zuviel auf und der arme Sam muss die ganze Suppe auslöffeln, leider bis zur Neige. Am Ende scheint er ein anderer geworden zu sein, aber das kann er nicht mehr ausleben. Zurück bleiben drei wunderschöne trauernde Ehefrauen, die ihr Glück nicht fassen können, als ihnen ein Besucher ein moralisches Angebot macht, dass sich vermutlich sehr unmoralisch entwickeln wird - nach westlicher Behördeneinschätzung, versteht sich.

Anthony McCarten hat mit "Englischer Harem" das Kunststück vollbracht, eine ernsthafte Liebesgeschichte ohne und mit Happyend kräftig mit Slapstick-Szenen und Satire zu würzen, kräftig umzurühren und das Ganze auf fast 600 Seiten als gelungene Gesellschaftskomödie zu präsentieren. Dieses humorvolle Buch beschämt und belehrt und warnt uns vor dem äußeren Schein, ohne jemals den Zeigefinger zu erheben. Eine Moll-Geschichte in Dur - Unterhaltung pur.

Helga Kurz
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen über Liebe und Verrat, 29. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Taschenbuch)
Englischer Harem - Anthony McCarten

Tracy ist anfang 20, arbeitet in einem Supermarkt als Kassiererin und lässt ihr Leben von Tag zu Tag vorbeirauschen. In Ihrem Kopf sind mehr Traumgedanken als Zukunftspläne zu finden. Aus diesem Grund verliert sie auch ihren Job. Sie findet eine Anstellung in einem persischen Restaurant, dem "Persischen garten". Von Tag zu Tag begeistert Tracy ihren neuen Chef, Sam Sahar, immer mehr. Flinke Hände und ein ausgesprochen gutes Gedächtnis zeichnen die junge Frau aus.

Dies ist der Beginn einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte, welche eine Brücke zwischen zwei Gesellschaftsschichten und gleichzeitig auch zwei Kulturen darstellt: Auf der einen Seite befindet sich Tracy mit ihrer Familie. In einem abrissbedürftigen Hochhaus leben die 3 Pringles auf engstem Raum. Der Vater fungiert bei Bedarf als Hausmeister, die Mutter ist Lehrerin einer Vorschluklasse und Tracy hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Auf der anderen Seite beschreibt der Autor die Familie Sahar, welche in einer prunkvollen Villa mit ihrem Kindern lebt. Sam, die elegante Französin Yvette und die warmherzige Firouzeh wohnen und arbeiten gemeinsam, denn Sam ist mit beiden Frauen verheiratet.

Nach und nach beginnt sich, trotz des großen Altersunterschiedes, ein zartes Band zwischen dem gutherzigen älteren Perser und Tracy zu spannen.

"Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Ich heirate, die schlechte: Er ist Perser. Und übrigens: Er hat bereits zwei Frauen."

Nach diesem Geständnis wird das Leben der nun mittlerweile 4 Sahars mächtig durcheinander gewürfelt. Die englischen Behörden erhalten einen anonymen Anruf mit dem Hinweis, dass es sich um "Vielweiberei" - einen Harem handelt und dies ist in England verboten. Sofort schaltet sich das Jugendamt ein und eine Art "Hetzjagd" beginnt.

Anthony McCarten hat mit "Englischer Harem" eine tolle Geschichte über Liebe und Verrat kreirt. Er spielt mit Vorurteilen und bedient gängige Klischees, welche er ebenso wieder zerschmettert. Spritzige Dialoge und einfühlsame Gefühlsbeschreibungen führen dazu, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen und nach dem Beenden gleich wieder beginnen möchte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas zum Nachdenken, 5. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Taschenbuch)
***Inhalt***
Tracy ist eine Tagträumerin und überhaupt nicht zufrieden mit ihrem Leben. Sie will etwas anderes, sie will mehr. Als sie sich einen neuen Job suchen will trifft sie auf Sam Sahar, den Inhaber eines iranischen Restaurants. Sie ist attraktiv und Anfang 20, er ist in den 50igern, mit wenig Haaren und einem zu großen Buch. Trotzdem fühlen sie sich voneinander angezogen und Tracy macht es nichts aus, dass er bereits zwei Ehefrauen hat. Natürlich sind ihre Eltern absolut nicht begeistert von dieser Konstellation, so hatten sie sich doch für ihre einzige Tochter etwas anderes gewünscht. Trotzdem entwickelt sich ein englischer Harem.

***Meine Meinung***
Für dieses Buch sollte man sich wirklich Zeit nehmen und die wird man auch brauchen, bei den vielen Seiten und der kleinen Schrift. Aber es lohnt sich!
Zuerst war ich etwas abgestoßen von der Vorstellung, dass die Beiden eine Beziehung eingehen. Nicht weil Sam schon zwei Frauen hat, ich mag solche Altersunterschiede einfach nicht und außerdem sieht er ja noch nicht mal gut aus. Aber wo die Liebe eben hinfällt. Mir gefällt die Wohngemeinschaft der Sahars sogar ganz gut, auch wenn es für England natürlich eine sehr ungewohnte Situation ist.
Die Rückblicke fand ich sehr interessant, wo u.a. erzählt wird wie die anderen beiden Frauen ihren Weg zu Sam gefunden haben.
Zuerst will man vor allem auch wissen, ob es ein wirklicher Harem ist und wie es da zugeht. Jeder will so etwas wissen und nach und nach wird dieses Geheimnis gelüftet. Für viele dürfte es für eine Überraschung sorgen, dass die Erwachsenen und die Kinder so zusammenleben. Vielleicht ändern sich manche Meinung durch dieses Buch endlich mal!
Mir haben alle drei Frauen sehr gut gefallen, dabei sind sie ziemlich unterschiedlich. Vor allem Yvette, die Französin, finde ich als Charakter sehr interessant, ebenso wie ihre Vorgeschichte.
Sam scheint ein netter Mann zu sein, trotzdem ist es makaber, dass Tracy seine Tochter sein könnte und sie ihn anziehend findet. Außerdem redet er meiner Meinung zu viel und vor allem zu viel drum herum.
Tracys Eltern kann ich verstehen, ihre Reaktionen teilweise jedoch nicht, da ich sie zu hart finde. Monicas Kampf für eine Änderung ihres Wohnkomplexes finde ich bewundernswert, allerdings könnte sie auch einfach umziehen. Manche Dinge werden in diesem Buch zu schwierig dargestellt.
Nach dem Tracy und Sam zusammengekommen sind, wusste ich nicht mehr wo mich das Buch hinführen könnte. Mir hat dann leider der rote Faden gefehlt und es wurde teilweise etwas langatmig.
Insgesamt war es mal ein anderes Buch mit Höhen und Tiefen, aber auf jeden Fall sollte es zum Nachdenken anregen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr Interessant trifft es am Besten, 7. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Taschenbuch)
Die Welt ist voller Vorurteile.
Dieses Buch handelt von einem jungen Mädchen, dass sich in einen bereits 2-fach verheirateten Mann verliebt.
In unserer Gesellschaft ein sogenanntes "no go" aber keiner fragt die einfachste Frage. WARUM?
Harem=Sexorgien das denkt sich jeder... Diese Familie ist spießiger als man erwartet.

Dieses Buch erweitert den Horizont. Man lernt viel über das WARUM und eine andere Kultur.
Alleine für diesen Lerneffekt ist es es Wert das Buch zu lesen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Englischer Harem
Englischer Harem von Anthony McCarten (Taschenbuch - 26. Mai 2009)
EUR 11,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen